M. 201 Dienstag den 31. August 1886. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bttreatl t Schulstraß- 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. ^ur^b^e^c^begogen viert^ljächrttch “====s^ " Amtlicher HHeil. Bekanntmachung. Das Bureau der diesseitigen 1. Bezirks-Kompagnie Gießen befindet fich jetzt Licherstraße S. Gießen, den 27. August 1886. Frhr. v. Röder, Oberst und Bezirks-Kommandeur. AranLreich. Paris, 28. August. In dem heute unter dem Vorsitze des Präsidenten Grövy im Palais Elif^e abgehaltenen Ministerrathe theilte Freycinet die über die Ereigniffe in Bulgarien eingegangenen Meldungen mit und bemerkte, daß die Absichten des Fürsten Alexander bis jetzt noch unbekannt seien. — Was die Verhandlungen mit dem Vatikan über die Errichtung einer diplomatischen Vertretung in Peking beträfe, so dauerten dieselben noch fort, der Papst habe noch keinen Entschluß gefaßt. — Nach den jüngsten Depeschen aus Indien und China seien bei Laokai einige Angriffe Seitens der Piraten vorgekommen. Die Lage in Anam sei unverändert. Deutschland. ][ Darmstadt, 28. August. Der Großherzog hat heute Vormittag mit dem Erbgroßherzog aus dem Griesheimer Artillerie-Schießplatz, wohin er sich von Jagdschloß Wolssgarten aus direct begeben hatte, der Besichtigung des 1. Großh. Infanterie- (Leibgarde-) Regiments Nr. 115 durch den Brigade-Com- mandeur beigewohnt. Das genannte Regiment marschirt am Montag von hier nach Oberheffen ab, um bei Friedberg mit dem 2. Großh. Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116 im Brigadeverband zu üben. Das Barackenlager des Griesheimer Schießplatzes ist jetzt wieder von dem 2. Großh. Dragoner-Regiment Nr. 24 geräumt; letzteres ist heute per Bahn zu den Kaisermanövern nach dem Elsaß befördert worden. In das Griesheimer Lager rücken schon morgen die 13. Husaren ein, um mit den 23. Dragonern im Brigadeverband zu exerciren. Wie wir hören, wird auch Se. König!. Hoheit der Großherzog den Manövern in Oberheffen beiwohnen und zu diesem Zweck vom 7. September an in Friedberg Aufenthalt nehmen. Voraussichtlich von Friedberg aus wirb sich unser Landesherr zur Theilnahme an den Kaisermanövern nach dem Elsaß begeben und nach Beendigung derselben wieder nach Friedberg zurückkehren, um bis zum letzten Manöoertag, als welcher der 22. September zu gelten hat, in Oberheffen zu verbleiben. Gestern besuchte der Großherzog mit seiner Familie und dem jungen Prinzen Christian Victor von Schleswig-Holstein, welcher eben als Besuch in Jagdschloß Wolfsgarten weilt, den Prinzen v. Wales in Bad Homburg. Prinz Christian Victor ist der älteste Sohn des Prinzen Christian von Schleswig- Holstein, also ein Enkel der Königin Victoria von England. Wie das Londoner Blatt „World" wiffen will, sähe die Prinzessin Heinrich von Battenberg, geborene Prinzessin Beatrice von Großbritannien, Ende November ihrer Entbindung entgegen. Heute fuhren die Züge der Dampfstraßenbahnen Darmstadt-Eberstadt und Darmstadt-Griesheim probeweise auf beiden Strecken in der fahrplanmäßigen Zahl und Zeit. Nunmehr scheint die Eröffnung am 30. d. Mts. außer Zweifel, da der Unterschied zwischen den Spannweiten von Geleisen und Wagenachsen, welche Entgleisungen verursacht und die Eröffnung am 25. d. Mts. verhindert hatte, ausgeglichen ist. Die 22 Züge, welche nun täglich die Rheinstraße pafsi- ren, geben unserer Residenz ein ganz verändertes Aussehen. X Darmstadt, 28. August. Wie wir soeben erfahren, werden die Verhandlungen der 2. Kammer der Landstände in der zweiten Hälfte des Monats September ihren Anfang nehmen. In der etwa achttägigen Session kommt u. A. das neue Gesetz der Civlldiener-Wittwenkaffe zur Berathung. — Nach einer Bekanntmachung der Direction der Dampfstraßenbahn soll diese am nächsten Montag, wie uns scheint, aber nur für den Verkehr außerhalb der Stadt, eröff- net werden, da innerhalb der Stadt das Straßenpflaster wegen Verkürzung der Verbindungsstangen aufgebrochen ist, wozu immerhin noch 8 bis 10 Tage nöthig sind. Jugenheim a. B., 28. August. Der englische Gesandte am Darmstädter Hofe hatte heute Morgen eine längere Unterredung mit Prinz Alexander von Hessen. Augenblicklich weilt der Großherzog bei dem Prinzen. Hesterreich. Wien, 28. August. Die „Polit. Corresp." meldet aus Lemberg, es werbe mit der heute früh erfolgten Ankunft des Prinzen Ludwig von Battenberg in Zusammenhang gebracht, daß ein Extrazug bestellt worden sei, der den Fürsten Alexander heute Nachmittag nach Rumänien resp. Bulgarien zurückführe. Wien, 28. August. Der Hofprediger Koch telegraphirt der „Neuen Freien Presse": „Die Revolution wurde vom russischen Militär-Attache, Oberst Zachariew, gemacht, der den Osficieren für die Verjagung Alexanders im Namen des Czaren die Uebernahme in die russische Armee mit dem gleichen Range versprach. Die Verschwörung war seit fünf Monaten im Gange, in die über 60 bulgarische Officiere verwickelt waren. In Rußland wurde dem Fürsten die Rückkehr nach Rumänien verboten und ihm nur die Wahl zwischen Warschau und Lemberg gelassen. Bis an die österreichische Grenze escortirten den Fürsten russische.Gensd'armen. (Fr. Ztg.) — Aus Lemberg wird gemeldet: Prinz Ludwig überbrachte dem Fürsten Alexander Depeschen, in Folge deren ein Extrazug bestellt wurde, der Nachmittags den Fürsten über Czernowitz direct nach Bulgarien bringt. (Fr. Ztg.) Lemberg, 27. August. Abends 8 Uhr 20 Min. besuchte Fürst Alexander den commandirenden General Herzog Wilhelm von Württemberg. Bet der Ausfahrt aus dem Hütel und vor dem Palais des Herzogs wurde der Fürst von einer zahlreich versammelten Menschenmenge mit lebhaften Hochrufen Legrüßt. Telegraphische Depesche«. öölir» Mea». Tor«espoir-eirr - Bttweae» Jugenheim, 29. August. Nach hier vorliegenden Nachrichten wird Fü^t Alexander die Reise nach Sofia ohne Unterbrechung fortsetzen und bereits morgen früh dort eintreffen. „ r ~ ... Potsdam, 29. August. Se. Majestät der Kaiser empfing heute Vormittag 11 Uhr auf Schloß Babelsberg .den Vortrag des Reichskanzlers pursten von Bismarcks Ihre Majestät die Kaiserin wohnte Vormittags dem Gottesdienste m der Friedenskirche bei. Nachmittags 3 Uhr findet auf Schloß Babelsberg ber Ihren Maiestaten ein Diner statt, zu welchem der König von Portugal, die König!. Prmzen und dre zur Umg^ung des Königs von Portugal gehörigen Herren Einladungen erhalten haben. Spater findet eine Dampferfahrt nach dem Wannsee und der Pfaueninsel statt. Wien, 29. August. Das „Fremdenblatt" sagt über die Rückkehr btf Fürsten Alexander nach Bulgarien: Mit der Ankunft desselben auf bulgarischem Boden werde für die politische Berechnung und für das positive Interesse Europas jedenfalls ein gewichtiges Element für die Ruhe des Landes gewonnen sein, die Herstellung der Itr England, London, 28. August. Die heutigen Morgenblätter sprechen sich wiederholt dafür aus, daß Fürst Alexander unverzüglich nach Sofia zurückkehre. Wenn nicht, würde er einen großen Fehler begehen. Rußland. Petersburg, 28. August. Die deutsche „St. Petersburger Zeitung" räth dem Fürst Alexander ab, die Regierung Bulgariens wieder aufzunehmen, da unter den gegenwärtigen Conjuncturen nur ein zweiter und nachhaltigerer Sturz die Folge fein würde. Tlrruränim. Bukarest, 28. August. Dem hiesigen diplomatischen Agenten Bulgariens ist eine Proklamation Stambulow's zugegangen. In derselben heißt es: Der jüngste Staatsstreich nöthigte den Fürsten, unfern vielgeliebten Souverän, sich momentan aus Bulgarien zu entfernen. Ich kündige Ihnen an, daß in Gemäßheit des Artikel 19 der Verfassung die Verwaltung des Landes einer Statthalterschaft anvertraut wurde, welche aus dem Präsidenten der National-Verfammlung, Stambulow, als Vorsitzenden und den Mitgliedern Petko, Stanzikow und Stransky besteht. Oberstlieutenant Mutkurow wurde in feinen Funktionen als oberster Ches der bulgarischen Armee bestätigt. Das Ministerium der Statthalterschaft besteht aus Radoslawow als Präsidenten und Minister des Innern, Natchewich für die auswärtigen Angelegenheiten, Kultus und interimistisch für Finanzen, Oberst Nikolajeff für Krieg, Tutscheff für Justiz und Jivkoff für Unterricht. Den oben genannten Personen ist die Vertheidigung und Verwaltung des Vaterlandes anvertraut und wird die Statthalterschaft im Einvernehmen mit dem Ministerium alle ihr zu Gebote stehenden Mittel anwenden, um den Frieden und die Ruhe sicher zu stellen und mit der leaalen Ordnung die Ehre und das Eigenthum aller Einwohner zu sichern. Das Land wird bis zur Rückkehr des Fürsten in seinem Namen und den bestehenden Gesetzen gemäß verwaltet werden. Indem ich das Vorstehende zur Kenntniß des bulgarischen Volkes bringe, bin ich vollständig davon überzeugt, daß die gesammte Nation sich beeilen werde, sich um die Statthalterschaft zu schaaren zur Rettung des Vaterlandes von der Gefahr, in welche dasselbe gebracht wurde und daß Jeder die Gesetze des Landes und die gesetzlich constituirten Behörden achten werde. Möge der Allmächtige das thexre Vaterland und unseren vielgeliebten Souverän den Fürsten Alexander beschützen und unsere Bemühungen für das Glück und die Wohlfahrt Bulgariens segnen. Stambulow. Mutkurow. Türkei. Konstantinopel, 28. August. („Reuter"-Meldung.) Thornton überreichte der Pforte ein Memorandum über die Nothwendigkeit, den Artikel 61 des Berliner Vertrages, betr. die Durchführung von Reformen in Armenien auszuführen, um dadurch einer andern Macht den Vorwand zur Intervention zu nehmen. Konstantinopel, 28. August. Wie verlautet, hatte der englische Botschafter bei der Pforte einen Schritt zu Gunsten der Wiedereinsetzung des Fürsten Alexander unternommen. Der Minister des Aeußeren Said Pascha soll darauf geantwortet haben, daß die Pforte eine derartige Initiative nicht ergreifen könne, nachdem sie beschlossen, nur im Einvernehmen mit allen Mächten vorzugehen. galen Ordnung schaffe die wichtigste Voraussetzung für die Wahrung des Orientfrie- 'dens. Die „Presse" legt die Unmöglichkeit dar, heute zu emscherden, ob die Rückkehr des Fürsten Alexander auch ein Akt staatsmännischer Einsicht und Klugheit war, und gelangt zu dem Schlüsse, daß die politische Situation tu Sofia heute genau dieselbe geworden sei, wie sie vor 8 Tagen war, als von Zankow und Grujew die Revolution geplant wurde und als Fürst Alexander selber gestanden habe, daß er nur auf eine Gelegenheit warte, sich mit Ehren vom bulgarischen Throne zurückzuziehen. Die „Reue Freie Presse" besorgt nicht, daß die Rückkehr des Fürsten das Signal zu schweren Verwickelungen bilden werde, glaubt aber, daß der Fürst eine schwere Stellung haben und vielleicht große Stürme werde bestehen müssen, indeß sei auch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß er sich mit Rußland versöhne. Czernowitz, 29. August. Fürst Alexander passirte die hiesige Eisenbahnstation gestern Abend 6 Uhr. Der Zug hielt nur wenige Minuten, während derselben wurden dem Fürsten aber von der auf dem Bahnhof versammelten zahlreichen Menschenmenge unausgesetzt Ovationen dargebracht. _ , t , Pest, 29. August. Der „Pester Lloyd" meldet aus Belgrad, König Mtlan betrachte die Rückkehr des Fürsten Alexander mit der größten Befriedigung und habe einer hohen Persönlichkeit gegenüber geäußert, die Rückkehr des Fürsten bedeute eine Garantie der Konsolidirung der Zustände im Orient. Bukarest, 29. August. Fürst Alexander ist Vormittags 10 Uhr hier angenommen und am Bahnhof von dem Ministerpräsidenten Bratiano, sowie den anderen Ministern und dem englischen Gesandten White begrüßt worden. Auch die hier weilenden Bulgaren waren zum Empfange des Fürsten auf dem Bahnhof erschienen. Seitens der provisorischen bulgarischen Regierung ist der Minister des Auswärtigen, Natchevitch, zur Begrüßung entsandt worden. Der Fürst und sein Bruder unterhielten sich mit mehreren Persönlichkeiten einige Zeit. Um 11 Uhr wurde die Weiterreise angetreten. Sowohl bei der Ankunft wie bei der Abfahrt wurden dem Fürsten von der zahlreich versammelten Menge Ovationen dargebracht. Petersburg, 29. August. Die Flottenmanöver in den finnischen Scheeren beginnen morgen und sollen bis zum nächsten Donnerstag dauern. Giurgewo, 29. August. Fürst Alexander ist Nachmittags 1 Uhr in Smarda (Giurgewo) eingetroffen. Giurgewo, 29. August. (Telegramm der „Agence Havas".) Heber die gegenwärtige Situation Bulgariens hat Stambulow einem Korrespondenten der „Agence Havas" .folgende Aufklärung gegeben: Es beständen zur Zeit zwei Regierungen im Lande, eine in Sofia unter Leitung Karawelow's, die andere für das übrige Bulgarien und Rumelien unter Vorsitz Stambulow's. Letzterer babe sich von Karawelow getrennt, weil dieser der Absendung eines russischen Engußtekommissärs zugestimmt habe, während Stambulow die Situation ohne Theilnahme eines solchen wiederherstellen wolle. Demnach sei die durch die gestrige Proklamation Stambulow's designirte Regierung als wirkliche Regierung zu betrachten, welche mindestens bis zur Rückkehr des Fürsten nach Sofia von diesem als solche acceptirt werden dürfte. Major Grujew ist in Rahowa, mehrere andere Offiziere sind in Widdin internirt. Zankow befindet sich noch, ohne verhaftet zu sein, in Sofia, wird jedoch streng überwacht. London, 29. August. Die anläßlich der Verurtheilung des Sozialisten Williams angekündigte Monstreversammlung hat heute Nachmittag 5 Uhr auf dem „Trafalgar Square" stattgefunden. Zu derselben trafen aus verschiedenen Stadttheilen Züge von Sozialisten ein, wobei die Musik die Marseillaise spielte. Mehrere Reden wurden gehalten und Resolutionen angenommen, in welchen die Freilassung Williams gefordert und die Nothwendigkeit der Emanzipation der Arbeit, sowie das Recht der Arbeiter, die Mittel zur Produktion selbst zu besitzen, verlangt wurden. Die Polizei war zu Fuß und zu Pferde in großer Zahl in der Umgebung des „Trafalgar Squares" aufgeboten, es kam jedoch keine Unordnung vor. Bulgarien. Nach einer von uns am Samstag Abend mittelst Extrablatt veröffentlichten Depesche ist Fürst Alexander am Samstag Nachmittag mittelst Separatzuges nach Rumänien, resp. Bulgarien abgereist. — Ein Extrablatt der „N. Hess. D" vom Samstag Abend meldet: Nach heute Nachmittag 3 Uhr hier eingetroffenem authentischem Telegramm ist Fürst Alexander von Bulgarien, nachdem ihm sein Bruder, Prinz Ludwig von Battenberg, in Lemberg die für ihn mitgebrachten Depeschen behändigt hatte, sofort mit Extrazug über Czernowitz und Bukarest nach Bulgarien abgereist, wo er morgen Nachmittag eintreffen wird. Ein großartiger Empfang steht ihm daselbst bevor und dürfte hiermit die Verschwörung ihr Ende gesunden haben. Die „N. Fr. Pr." meldet aus Kalafat: Die Verschwörer Major Grujew, Capitän Bendexew und zwei Complicen wurden, als sie zwischen Rahova und Lompalanka flüchtend auf einer Barke über die Donau übersetzen wollten, von bulgarischen Grenzsoldaten arretirt und über Lompalanka nach Widdin geführt. — Der Hofprediger Koch telegraphirt demselben Blatte: „Die Revolution wurde vom russischen Militär- Attachö Oberst Zacharew gemacht, der den Officieren für die Verjagung Alexander's im Namen des Czaren die Uedernahme in die russische Armee mit dem gleichen Range versprach. Die Verschwörung war seit fünf Monaten im Gange, in die über 60 bulgarische Officiere verwickelt waren. Wien, 28. Augnst. Der „F. Z." wird telegraphisch gemeldet: Die Abreise des Fürsten Alexander nach Bulgarien erfolgte ohne irgend eine Ermuthigung Seitens der Mächte. Die plötzliche Entschließung des Fürsten kam hier überraschend. Man glaubt indeß nicht, daß Rußland, wenn der Fürst sich behauptet, eine direcle Action unternimmt. Meldung aus Czernowitz: Der Fürst von Bulgarien passirte hier um 7 Uhr 30 Min. und wurde auf dem Bahnhofe mit stürmischen Rufen empfangen; er dankte lächelnd für die Ovationen und sah überhaupt sehr heiter aus. Zahlreiche Telegramme wurden in fein Coupe gegeben. — Officielle Persönlichkeiten waren nicht anwesend. Die „N. Fr. Pr." meldet aus Kalafat: Grujew und Bendcrew befinden sich bereits im Widdiner Gefangniß. Man fand bei ihnen große Beträge von Imperials und Rubelscheinen vor. Nach einem Bericht aus Bukarest trifft Fürst Alexander Sonntag um 6 Uhr früh dort ein und reist nach Giurgewo weiter. In Bukarest sind zahlreiche Deputationen zu seinem Empfang bereit. Alle bulgarischen Städte treffen Vorbereitungen zu seinem Empfange und zeigen Enthusiasmus. — Zankow soll, der „N. Fr. Pr." zufolge, vom Volke gelyncht worden fein. Bukarester Meldungen besagen, Zankow und Grujew seien zum Tode, der Metropolit Clement zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurtheilt. — Die „Pol. C." meldet, in Sofia herrsche andauernd Besorgniß wegen angeblicher serbischer Rüstungen, diese Beunruhigung werde auf die Umtriebe der russischen Agenten zurückgeführt, die zugleich versicherten, Rußland sei bereit, das Land vor äußeren Gefahren zu schützen. Demgegenüber erklärt die „Pol. C.", an maßgebender Stelle Erkundigungen eingezogen zu haben, welche diese Ausstreuungen, deren Absicht allzu durchsichtig sei, völlig unbegründet erscheinen lassen. — Der „F. Z." wird aus Berlin, 28. August, Abends, telegraphirt: Fürst Alexander von Bulgarien ist seit heute Mittag bereits wieder auf dem Wege nach Sofia. <£r hat, sobald er in Lemberg zum ersten Male über den Verlauf der Dinge seit feiner Verhaftung unterrichtet worden ist, sofort den Entschluß gefaßt, in sein Land zurück- zukehren, und ist dabei wohl in erster Linie der Stimme der persönlichen militärischen Ehre gefolgt. Einem Theile der hiesigen Abendblätter ist diese Thatsache noch unbekannt und sie gehen bei ihren Betrachtungen über die Situation noch von der Möglichkeit aus, daß der Fürst es vorziehen werde, nicht nach Bulgarien zurückzukehren. — Nach einer Meldung der „Post" hat der Fürst gestern zwei Telegramme aus Franzensbad erhalten. Ob diese für seinen Entschluß bestimmend waren, muß dahingestellt bleiben. Das „Berliner Tageblatt" erhält aus Lemberg eine Darstellung des Staatsstreiches und der Reise des Fürsten, die der Bruder desselben, Prinz Ludwig, dem Korrespondenten mit dem Wunsche mitgetheilt hat, daß er als Quelle genannt werde. Diese Darstellung, welche die bisherigen Mittheilungen wesentlich ergänzt und berichtigt, zeigt, daß der Fürst bis zu dem Augenblick, wo er österreichischen Boden betreten hat, ganz niederträchtig behandelt worden ist. Danach war bei dem Staatsstreich das Militär weit mehr, als bisher bekannt geworden, beteiligt. Das erste Regiment, Welches die Hauptwache hatte, handelte im Etnverstandniß mit dem Kustendiler Bataillon und marschirte heimlich ab. Um 2 Uhr stürzte die Palastwache in des Fürsten Schlafzimmer, drückte ihm einen Revolver in die Hand und flüsterte ihm zu: Rette Dich! Der Fürst eilte die Treppe hinunter, die in den Wintergarten führt, doch schon auf der Treppe traten ihm zwei Soldaten mit Bajonnetten entgegen. Der Fürst eilte in das Schlafzimmer zurück und fand dort bereits eine große Anzahl Offiziere, die ihm mit gespannten Revolvern entgegentraten. Einer riß ein Blatt aus einem Einschreibebuch und schrieb darauf unleserliche Worte; die übrigen nöthigten den Fürsten an einen Tisch, hielten ihm das Blatt vor und schrieen: Unterzeichne! Unterzeichne! Von allen Seiten dicht gedrängt, unter mehr als 20 auf seinen Kopf gerichteten Revolvern, schrieb der Fürst unter das unleserliche Gekritzel auf dem Papierfetzen nur die Worte: Alexander. Gott schütze Bulgarien! Dann wurde der Fürst in das Kriegsministerium geschleppt, wohin in gleicher Weise der überrumpelte Prinz Franz Joseph schon gebracht war. Nach einem Aufenthalt von zwei Stunden wurden beide Brüder getrennt fort' transportirt, jeder in einem besonderen Wagen, jeder zwei Offiziere neben sich, die ununterbrochen die Revolver nach dem Kopf des Transportirten richteten. Auf dem Bock neben dem Kutscher saß je ein Zögling der Junkerschule. Als der Fürst von dem Kriegsministerium abfuhr, standen dort nttndestens 40 Offiziere in Uniform, mit den Händen in den Hosentaschen ihn angrinsend. Hauptmann Benderow hatte, als dem Fürsten der besagte zu unterschreibende Papierfetzen bei der Scene im Schlafzimmer vorgehalten wurde, ihm fortwährend mit gespannter Pistole unmittelbar vor dem Gesicht herumgefuchtelt und gerufen: Siehst Du, das kommt davon, daß Du mich nicht zum Major gemacht hast! Betheiligt waren sämmtliche Offiziere der Junkerschule und des- 1. Artillerie-Regiments, viele Ingenieur-Offiziere, mehrere Offiziere vom 1. Infanterie- Regiment. Letzteres hatte der Fürst Tags zuvor inspizirt und dieselben Offiziere, welche um 2 Uhr Morgens mit Revolvern in's Schlafzimmer drangen, hatten Abends bei ihm gespeist. Die erste Nacht brachte der Fürst in einem Kloster, 25 Kilometer von Sofia entfernt, zu. Auf dem ganzen Wege nach der Donau schrieen jedesmal, wenn der Fürst den Mund öffnete, um eine Frage auszusprechen, die Offiziere: Schweig, sonst bist Du tobt! Auf dem Schiffe waren beide Brüder zusammen in die Kajüte gesperrt; zwei Offiziere mit gezogenen Säbeln standen vor der Thür, die Hitze war so furchtbar, daß schließlich der Fürst den Kopf zum Fenster hinaussteckte, worauf ihn zwei Soldaten mit dem Bajonnett zurückstießen und sofort die Wache alarmirten. Die Bitte, nur wenige Minuten frische Luft schöpfen zu dürfen, wurde rundweg abgeschlagen. Die Schiffswache bestand aus der zweiten Compagnie des Donauregiments mit sämmtlichen Offizieren. Am Dienstag Nachmittag um 4 Uhr erfolgte die Ankunft in Reni. Die Offiziere versuchten Jemand am Land zu finden, dem sie die beiden Prinzen ausliefern könnten. Als dies mißglückte, ging das Schiff zur Nacht wieder in den Fluß zurück. Am folgenden Morgen um 8 Uhr wurde wieder gelandet. Mittlerweile war der russische Truppen-Commandeur, ein Oberstlieutenant, zur Stelle. Nun wurden beide Brüder unter scharfer Bedeckung an's Land und auf das Bürgermeisteramt gebracht. Der Fürst bat, ihn die Donau abwärts reifen zu lassen, worauf man antwortete, das ginge nicht; er würde sein Leben riskiren; denn längs der Donau seien in allen Städten gedungene Mörder, ihn niederzustechen ober niederzuschießen. Ganze Räuberbanben seien aufgeboten, ihn einzufangen. Der Fürst entgegnete, es riskiren zu wollen; ba ward ihm ein Telegramm, batirt aus Petersburg, unterzeichnet: Minister Obrutschew, vorgewiesen, welches lautete: „Prinz Alexanber Battenberg — nur bieser Ausdruck war gewählt — barf nur über Lemberg ober Warschau reifen." So würbe am Donnerstag früh um 8 Uhr bie Reife angetreten. Ein Extrazug war von ber russischen Regierung bestellt, ba man bem Fürsten nicht erlauben wollte, einen gewöhnlichen Zug zu benutzen. In bem Zug waren ein Polizei-Lieutenant unb mehrere Gensbarnten. An der zweiten Station hielt ber Zug; ein höherer Beamter, Staatsrath unb Vertreter bes Gouverneurs, trat zu bem Fürsten unb verlangte bie Bezahlung (!) bes Extrazuges mit sechshundert Rubeln, sonst werbe nicht weiter gefahren. Der Fürst hatte ungefähr soviel gerade noch zufällig bei sich unb zahlte. In Bender hielt ber Zug anderthalb Stunden. Vor jeher CoupSthür staub ein Gensbarm mit aufgepflanztem Bajonnett. Außer einer großen Menge Publikums, das den Fürsten zum Fenster hinein verhöhnte, waren sämmtliche Offiziere des Dragoner-Regiments, besten, Chef Prinz Alexanber von Hessen, ber Vater oes Fürsten, ist unb ä la suite besten Fürst Alexanber bis zur Streichung aus ben russischen Armeelisten stand, auf bem Bahnhof zugegen unb beteiligten sich an ber allgemeinen Verhöhnung. Trotz ber Bitten bes Fürsten, den Wagen bei Seite schieben zu lassen bis zur Abfahrt, geschah dies nicht. Der besagte Beamte, welchem der Fürst 600 Rubel zahlen mußte, benahm sich sonst sehr höflich unb leistete gewissermaßen Abjutantenbienste. Girugewo, 30. August, [fßrwatbepefdje.] Die gestern Abend erfolgte Ueberfahrt Alexander's nach, sowie seine Ankunft in Rustschuk erfolgte unter unbeschreiblichem Enthusiasmus. Auf der Landungsbrücke vor Rustschuk begrüßte den Fürsten der Metropolit, die Consuln, sowie eine von Stambulow geführte Deputation. Die Weiterreise nach Sistowo erfolgte heute früh. £ o f a l t Gießen, 30. August. Das gestern unb vorgestern abgehaltene 40. Stiftungsfest bes hiesigen Turnvereins verlief in einer Weise, bie selbst die kühnsten Erwartungen des Vorstandes bei weitern übertrafen. Der am Samstag Abend abgehaltene Commers war von über 1000 Personen besucht unb verlief äußerst würbig. Mehrere Gesangvereine, welche in liebenswürdigster Weise ihre Mitwirkung zusagten, bildeten einen combinirten kräftigen Männerchor, welcher nicht wenig zur Verherrlichung der schonen Feier beitrug. Von bem gegenwärtig schon einige Tage anhaltenb schönen Wetter aufs Beste begünstigt, entwickelte sich bann auch bie gestrige eigentliche Feier unter nie geahnter Betheiligung, nachbem dieselbe durch einen imposanten Festzug nach Stein's Garten eröffnet worden war und welche aufs Herrlichste verlief. Ausführlicher Bericht folgt in nächster Nummer. — Gestern Mittag wurden von einem Herrn aus Cöln auf hiesigem Bahnhofe 1500 unb heute Vormittag 50 Brieftauben in Freiheit gesetzt; sie erhoben sich sofort in bie Lüfte unb flogen dann in nordwestlicher Richtung davon. Vermischte-. ][ Darmstadt, 29. August. Der commanbirenbe General bes 11. Armee- Corps, General ber Kavallerie Frhr. v. Schlotheim, ist gestern Abend hier eingetroffen unb im Hotel zur Traube abgestiegen. Der General beginnt morgen die hiesigen Besichtigungen. — Als eine Eigenthümlichkeit der diesmaligen Herbstübungen ber Großh. (25.) Division oerbient hervorgehoben zu werben, baß die Verpflegung ber Mannschaften währenb berfelben fast ausschließlich aus Magazinen erfolgen soll, bie Leute also ohne Verpflegung in ben Bürgerquartieren untergebracht werben; es be- beutet bies eine kriegsgemäße Hebung für das Gesammtpersonal ber Divisions-Jnten- bantur. — Der Ausschuß ber Vereinigten Gesellschaft hatte der Generalversammlung feiner Mitglieder den Antrag unterbreitet, das Osficiercorps des Großh. Feld-Artillerie- Regiments Nr. 25 in seiner Gesammtheit gegen Entrichtung einer Pauschalsumme aufzunehmen. Die Absicht des Antrags ging dahin, ben Officieren bebeutenbe Vergünstigungen bezüglich bes Jahresbeitrags (12 JL statt 51) zu gewähren unb dadurch mehr tanzenbe Herren herbeizuziehen. Die Generalversammlung lehnte inbessen ben Antrag mit 39 gegen 38 Stimmen ab. Man ist nun einigermaßen gespannt, was ber Ausschuß thun, bezw. ob er in Funktion bleiben wirb. — Ein schlechter Witz war bie Nachricht, in Casale in Italien sollte sich ein Komiker auf offener Bühne erschossen haben. In ber Rolle, welche ber Schauspieler barstellte, kam ber Selbstmorb vor unb daraus hat ein italienisches Blatt bann bie schauerliche Nachricht fabrlcirt. Rom, 28. August. Nach hier eingegangenen Melbungen fanben gestern Abend in Catania, Reggio (Calabrien), in Syrakus, auf ber Insel Ischia, in Bari, Avel- lino, Lecce und Potenza heftige Erberschütterungen statt. Die Bevölkerung dieser Orte verbrachte bie Nacht entroeber auf freiem Felbe ober in ben Kirchen. Von Schaben, ben bie Erberfchütterungen angerichtet hätten, wirb nichts gemelbet. Neapel, 28. August. Gestern würben hier unb in Caserta, Foggia und Tarento leichte Erberfchütterungen verspürt. Aus Brinbisi wird eine stärkere Erdbewegung gemeldet, welcher nach kurzer Zeit ein zweiter Stoß folgte. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen. Athen, 28. iAugust. In ganz Griechenland sind gestern heftige Erderfchütte- rungen wahrgenommen worden, den größten Schaden richteten dieselben in PyrgoL Hern Abend er- üiftfchuk erfolgte ke vor RnM von Stalndulow Heck früh. 40. StlftunM len (Lrwariunkien haltene Emmers Mehrere Gckng- । bildeten einen hunfl der fchonen d schönen Wetter e Feier unter me tiug nach Stem s Ehrlicher Äertcht iesigem Bahnhöfe lh«b« fi4 f* 'l'tre, Ä*n d°z ■ntm mit ‘wjnei V1* "mit Ä nUr W schrieb 8rÄ? ,*»n fl?« 6 her u' :rotu bnH !!' den Jteg-, “ iiietn jebe™m*" ?“’> Mietet . iujöntihen in hj- " it, di-H Wache alarmirlen vurde rundweg ab- esDonauregiinents Mlgted.eMunft em sie die beiden । )nr tlincht wieder e wieder gelandet, uenant, zur Stelle 5 auf das Bürger- 1 )u lassen, worauf in längs der Donau' niederzuschießen. Jrft entgegnete, es mrg, unterzeichnet: der Battenberg — Warschau reifen." ■ 5in Extrazug war mben wollte, einen imant und mehrere Beamter, Slaats- verlangte die Be- cht weiter gefahren, ahlte. In Bender :in Gensdann mit das den Fürsten ngoner-Regiments, ift und A la suite ttliften flaut), auf snung. Trotz der Abfahrt, geschah n mußte, benahm des 11- ^ee- Sirr emMckm di- bi'!'»“ rbftübun®en » LM>st« bb «tr.'eU ÄW; rraloersainnüunö W t, ivaS on -£ä.» Abend n ÄJ Aoel- in L Ott- | Sä>°d-"' ■ «.«ft* Allgemeiner Anzeiger 6153 6029 6139 6138 6150 A. Kröll. 6095 6142 Block. 6110 5695 Hoffmann, Ortsgerichtsmann. Der Rentmeister. Schmidt. Geißler, Gerichtsvollzieher. Leisen- u. Lichte-JabriK F. Jos. Mobs» Mäusburg. Kn, woselbst alle Häuser zerstört wurden; eine Ortschaft in der Nähe von Pyrgos ist vollständig vernichtet. Die Zahl der hierbei umgekoinmenen Personen wird auf 300 geschätzt. Auch in Zante wurden Erderschütterungen verspürt und sind dadurch viele Häuser beschädigt worden, doch ist kein Verlust an Menschenleben dabei vorgekommen. Der Stadtrechner: H. Enders. HsAveL nnd BerLsps. m _ ^ünberg, 28. August. (Fruchtpreise.) Weizen X 17.20, Korn X 14.00, Gerste X 11.80 Hafer X 11.60, Erbsen X 00.00, Linsen X 00.00, Lein X 00.00 Samen X 21.40, Kartoffeln X 0.00, Wicken 00.00. August. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter 4.00—5.00, Eier das Hundert X 5.00—5.50, Butter per Pfund X 0 90 bis Weißkraut per Stück 16-^0 Rothkraut per Stück 20-30 Kohlrabi Ochsenfleisch per Mund 45-70 Kuh- u. Rindfleisch 45-60 ^aI^eA4o0A-?0^' Schweinefleisch 65-70 Hammelfleisch 50-70 1 Hahn ^>-0-70—1-80, 1 Huhn X 1.00—2.50, 1 Ente X 2.00—3.00, 1 Gans X 3.00—7 00 1 Taube 40-70 Welsche X 0.00-00.00. Gießen, den 30. August 1886. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Gießen, den 26. August 1886. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ________________ A. Bramm. Mobiliar-Versteigerung. Mittwoch den 1. September Nachmittags 2 Uhr, werden in dem Hause der Frau Appel, L^bigffraße gL: Möbel aller Art, insbesondere einige Klei derschränke, Sopha's, Tische, Stühle, Kommoden, Bücher- dänke, Nachttische, kleine Schränkchen, Bettladen, Bettwerk, alte Oelgemälde, Fischglocke, Blumen- u« Cigarrenständer re. sowie Herrenkleäder, Hemden, Strümpfe, Unterkleider u. s. w. versteigert. Grummetgras- Vcrstcigerung. Das diesjährige Grummetaras von den Dsmanialwiesen, einschließlich der in den Gemarkungen Gießen und Wieseck angetansten vormals von Schenk' schen Wiesen, wird versteigert: 1. Donnerstag den 2. September, Vormittags 9 Uhr, bei Wirth Rabenau zu Alten- B u s e ck, aus der Gemarkung Alten-Buseck; 2. Freitag den 3. September, Vormittags 9 Uhr, in der Wirth- schaft von Georg Dorfeld Wittwe zu Wieseck, aus der Gemarkung Wieseck; 3. Freitag den 3. September, Nachmittags 2 Uhr, bei Wirth Leib im Philosophenwald, aus der Gemarkung Gießen. Gießen, den 27. August 1886. Großherzogliche Oberförsterei Gießen. Schiffs- Bewegung der Postdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Acticn-Gesellschaft. Hamburg, 28. August. Das Hamburg-New-Aorker Postdampfschiff „Wieland", Capitän Hebich, welches am 15. August von hier und am 17. August von Havre abgegangen, ist am 27. August, 1 Uhr Mittags, wohlbehalten in New-Jork an- gekommen.__ Tempesstur der Lahn. Am 30. August, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17'/?, Lust 24° R. im Schalte». ______________________ L. Ehr. Rübsamen. Dienstag den 31. August, Nachmittags 2 Uhr, werden im Hause des Georg Lampus, Seltersweg 75, die zum Nachlaß des verst. Friedr. LampuS gehörigen Hausgeräthe, namentlich Kleiderschränke, Kommoden, Tische, Stühle, Bettstellen, Bettwerk, Weißzeug, Küchengeräthe, Flaschen u- Krüge, ein Oeconomie-Wagen, eine Chaise und andere Gegenstände versteigert. 6125 SchiffSnachrichten. Bremen, 28. August. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Saale, Capt. H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 18. August von Bremen und am 19. August von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 28. August. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Donau, Capt. H. Supmer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 14. August von Bremen abgegangen war, ist am 26. August, 6 Uhr Morgens roo^ behalten in Newyork angekommen._______ Bekanntmachung. Die Einwohnerschaft wird freundlichst ersucht, zur Erinnerung an den Tag von Sedan am 2. September die Häuser zu schmücken. Feinsten Rheinwemesfig, Cognac, Rum, Arac, Kirschenwasser, Zwetschenwasser, Fruchtbranntwein, Gewürze, wohlschmeckende Speiseöle bei 5921 Otto Schaaf, Seltersweg 39. Bekanntmachung. Ich bringe hierdurch zur Kenntniß, daß die Stadtverordneten-Versamm- LunV? *6rer Sitzung vom 26. August er. genehmigt hat, daß das 1. und Eommunalsteuer zusammen und die übrigen Ziele einzeln in Beitrei- bung gesetzt roetben. Es kann daher das in diesem Monat fällig gewesene ?„• »er Cowmunatsteuer pro 1886/87 in den ersten 8 Tagen Zahlen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkasse bezahlt werden. Gießen, den 30. August 1886. Repertoir der vereinigten Stadttheater;u Frankfurt a. W. pi i „ Opernhaus. itH r Dienstag den 31. August: Abschieds-Vorstellung des Fräulein Kuaelmann Und-n- (Undme: Fräulein Kugelmann.) Grobe Preise. Kugelmann. Große Preise September: Der sliegende Holländer. Außer Abonnement. K... O t rikanerin. Große Preise. Abonnement GroßePnis? ' Trompeter oon Säkkingen. Außer den4.September: Die Zauberflöte. (Papagena: Fräulein fmret vom Hoftheater zu Hannover als Gast.) Große Preise. V ü $ $ et eoiuitag den 5. September: Rienzi. Große Preise. KanAnstatt den 31. August: Im Reiche der Mütter. Hierauf: Herrn Prüfe Gardinenpredigten. Zum Schluß: Die Dienstboten. Große n^Utwoch den 1. September: Vorletztes Auftreten des Herrn Werkenthin Viel Lärm um Nichts. (Ambrosius: Herr Werkenthin.) Große Preise. den 2 September: Benefiz und Abschiedsvorstellung des Herrn Große^^Preise.^ ^r^laus. (Lubowsky: Herr Werkenthin.) Außer Abonnement. Große Preist 3‘ @eptentber: Hamlet. (Hamlet: Herr Drach als Antrittsrolle.) Qnfifnipf-m§Ä9r^en 4* September: Zum ersten Male: Ein Freund der Frau Neumann Große^Preise beutfd,C ®ü6ne bearbcitet »“« Emil der F?a°üen° beu 5. September: Zum ersten Male wiederholt: Ein Freund Betreffend: Die Bildung der Schöffengerichte und der Schwur- gerichte. Die Urliste für die Schöffen und Geschworenen liegt eine Woche lana und zwar von Drenstag den 31. August bis einschließlich Dienstag °etL7; September auf dem Bürgermeisterei-Bureau zu Jedermanns Emstcht offen. Innerhalb jener Offenlegungsfrist ist gegen die Richtigkeit N7sp?ach! zu erheben/ * ober $u Pr°'°k°ll des Bürgermeisters 6094 Zwei gut erhaltene Bettstellen, mit Stroh- und Seegrasmatratze, sind vcränderungshalber billig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Gallseife und alle Sorten Toilette- und medicinifche Seifen empfiehlt die von der cameral-fiscalischen Sorau- - wiese wird Donnerstag d. 2. September, Nachmittags 2 Uhr, bei Wirth Schäfer zu Daubringen versteigert. Treis a/L., den 28. August 1886. Großh. Obersörsterei Treis a/L. _________Amendt. 6137 Versteigerung. Das diesjährige Gmmmetgras in Freiherrltch von Rabeuau'- schen Wiesen und Gärten soll Donnerstag d. 2. September versteigert werden, nämlich: a. Vorm. 11 Uhr von 15 Morgen in der Gemarkung Alten-Buseck und d. Nachm. 1 Uhr von 2V2 Morgen in der Gemarkung Trohe. Rabenau, am 23. August 1886. Holzkohlen verkauft die Feldbäckerei, Frankfurter Straße. ______________6152 1 Die Zweljcheii von mehr als 200 Bäumen werden Centnerweiie abgegeben bei Freifrau von Löw und M. Pfril in WißelSbeim bei Bad Nauheim. Extra feinstes Aepfel - Geiee per Pfund 35 Pfg. wieder eingetroffen. 6113 ___ Fr. Seibel. 6082 Ein leichter Zweispänner-Wage« zu verkaufen. Näh, bei der Exp d. Bl. Zncarnat-Klee neue Sendung eingetroffen. Mobiliar-Versteigerung. Wegzugshalber sollen in der Behausung des Kreisarztes Dr. Köhler zu Laubach Mittwoch den 8. September, Vormittags 9 Uhr, 1 Pferd, 1 leichte Chaise, 2 Stuhlwagen, 1 Schlitten, 2 Betten mit Zubehör, 1 Parthie Fässer und Flaschen und sonstiges Haus-, Stall- und Gartengeräthe, auch einige Möbel öffentlich meistbietend versteigert werden. Laubach, den 30. August 1886. 6143 ________Dr, Köhler. Mittwoch den 1. September, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich auf meinem Bureau 2 Kleiderschränke, 1 Kommode, 1 Spiegel, Bilder, 1 Glasschrank und 1 LUoßkarren Jeikgeöotenes. 6147] Pferdedünger abzugeben. __Dammstraße 1. Ein gutes Zugpferd steht zum Verkauf. 6148 Dammstraße 1. Lony’s Bierkeller. Bon heute ab: Zell -Würzburger Bier im Zapf. 6114 Einem geehrten Publikum von Hungen und Umgegend zur gefälligen Nachricht, daß ich mich hier als praktischer Arzt niedergelassen habe und vom 5. September an in meiner Wohnung, bei Kaufmann S- Wolf, zu sprechen bin. Hungen, den 31. August 1886. greifen zu empfehlen. 3486 Hermann Katz. Durch einen außergewöhnlich vortheilhasten Einkauf bin ich in Stand gesetzt, hochmodernste und feinste Damen - Kleiderstoffe und abgepaßte Roben in garantirt reiner Wolle zu staunend billigen Pilsener. Heute und die nächsten Tage, soweit der Vorrath reicht, im Ausschank im Postkeller und Or. med. Wilhelm Haas, 6144 prakt. Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer. * Größte, verbreitetste deutsche Monatsschrift, alle Gebiete umfoffenh. Musterhafte Gediegenheit und äußerst amü- co> sanier Inhalt durch § .. v , ationen nach Zahl und Wert ersten Ranges. Viele Kunstblätter. Wertvolle Extrabeil. Alle- in Allem: Sestes Statt für jede Familie. Nur 1 Mtr. das Heft. Wegen hoh.Aufl. bestes JnsertionSmittel.— Jetzt besonders zu beachten: Ein grandioses Panorama: „Berlin im 90. Lebensjahre Kaiser WUhekns? * . Todes-Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mittheilung, daß unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Rßargarethe Petermann, geb. Heberling, heute Nachmittag 5 Uhr nach kurzem, aber schwerem Leiden sanft entschlafen ist. 6146 Bockenheim und Gießen, den 28. August 1886. Die trauernden Hinterbliebenen. 3djt(ji)o(=Sei|e von Bergmann & Co., Dresden, besteht aus einer reinen neutralen Talgfettseife mit purem Jckthyolgehalt und ist das wirksamste Mittel gegen rheumatische und gichtische Leiden, sowie gegen flechten, Juckblattern, Mitesser, Insektenstiche und rothe Hände. Depot ä Stück 1 «X bei 6004 Friseur F. C. Conrad. Deffentlicher Vortrag über Die nahe Wieher Kunst Christi. Röhrle’s Brauerei. Nächste Ziehung am 7., 8. und 9. September d. J. E 1 e d 8 in drei Klassen. I ■3 Ae^»,Lotterio weimar 1886 12000 a,“ «50000 Mark L 8 I ] kommen noch zur Verloosung, darunter Hauptgewinne i. W. v. 60000, 40 000, 20 000, 3 ä 10 000, 3 ä 5000, 6 ä 3000, 6 ä 2000, 25 ä 1000, 60 ä 500 Mark u. 8. w. HAlck-Koosk ä 2% MnrK, Vokk-Kooso, gültig für alle Ziehungen ä 5 Mark, versendet und stellt noch Verkäufer unter günstigen Bedingungen an Der Vorstand der Ständigen Ausstellung in Weimar. SflF* Loose sind auch zu haben bei: Julius Wallach, C. Fr. Conrad, Friseur, Emil Orbig, Louis Scharmann jun., Carl Lehrmund, Neuenweg 36. 5776 Wermiethungen. 6136 Eine Familien • Wohnung auf 1. Oktober zu vermiethen. El». Fenster, Liebigftraße 65. 6005 Eine aeräumige Mansarden- Wohnung an ruhige Leute zu vermiethen. ___________________Frankfurterstrasse 43. 59i)2 Ein Familicn-Logis, sowie ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. __________________________Neustadt 31. 5898 Eine neue Wohnung, 5 Zimmer mit Zubehör, zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl._________ 6092 Ein Familien-Logis, auf den 1. October beziehbar, zu vermiethen. 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