Donnerstag dm 30. December 1886 Nr. 303 merger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. NreiO vierteljährlich 2 Mar? 20 Pf. mit YMngirM«. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 60 Pf. Vrrrra«r Schnlstraße 7. - Kriegsministers vorgenommene VerLheilung der Belohnungen an die Pariser Rettungsgesellschasten. Herr Boulanger ergriff hierbei das Wort, um darauf hinzuweisen, daß die Mitglieder der Rettungsgesellschasten gegenüber den Soldaten nicht nothwendiger Weise blutige Lorbeern zu pflücken brauchten; jene fänden ihren Ruhm darin, ihren Mitmenschen inmitten jenes Friedens Hülfe zu bringen, der für die Völker so nothwendtg sei, daß ihn die Regierungen um jeden Preis, der für die Ehre und Sicherheit des Vaterlandes nicht verletzend fei, erhalten müßten. Mi einer Schmeichelei für die Mitglieder der RettungS- gefellfchasten, die er als Repräsentanten der alten gallischen Race, die sich nach Boulanger durch Tapferkeit, ritterliche Großmuth und selbstlosen Heroismus auszeichnet, schloß der Minister seinen Speech. Ob derselbe aus eine innere Häutung des sich im Anfänge seiner ministeriellen Laufbahn so kriegerisch gebenden Herrn Boulanger hindeutet oder nur eine Maske ist — wer weiß es. Politische Ueberfkcht. Gießen, 29. December. Die Weihnachtsseiertage sind erfreulicher Weise ohne jede politische Störung vorübergerauscht und so ist wenigstens in dieser Hinsicht dem hehren Charakter des bedeutungsvollsten Festes der Christenheit Rechnung getragen worden. Sonst aber ließ sich nicht verkennen, daß im Gegensätze zu früheren Jahren aus der diesmaligen Weihnachtsfeier eine gewisse gedrückte Stimmung lagerte, die aus den Festartikeln der Blätter sprach und welche sich durch die noch immer bedrohliche europäische Lage allerdings auch hinlänglich erklärte. Wer aber vermag wohl zu sagen, wie lange dieser ungewisse Zustand der Dinge, der wie ein Alp auf allen Gemüthern lastet, noch andauern wird und wer wollte vollends Vorhersagen, ob die dunkeln Wolken, welche den Horizont der europäischen Politik bedecken, von den Strahlen der Friedenssonne bald vollständig zerstreut sein werden, oder ob aus ihnen das nun schon so lange drohende Kriegsunwetter über Europa herbrausen wird? Scheint man doch in den europäischen Cabineten selber über das, was die nächste Zukunft in ihrem Schooße vielleicht birgt, durchaus im Ungewissen zu fein und so bleibt denn den Völkern nichts anders übrig, als einstweilen der Hoffnung zu leben, daß sich doch noch Alles zum Besten wenden wird. Auf dem Gebiete der inneren Politik erscheint die Alles beherrschende Tagesfrage, die Angelegenheit des Septennatsgejetzes, in einer neuen Beleuchtung. Es handelt sich um das von sreisinniger Seite aus angeregte Project einer Reichs-Einkommensteuer, durch welche die Kosten der Erhöhung des Mllitär-Budgets gedeckt werden sollen. Soviel über dieses absonderliche Project, welches sich freilich mit der Reichsversaffnng nicht in Einklang bringen lassen will, verlautet, sollen alle Personen, welche ein Einkommen von jährlich 12,000 JL an besitzen, in einem bestimmten Verhältnisse dieser Besteuerung unterliegen und gilt Der Abg. Rickert als der Vater des Reichssteuer-Gedankens, der namentlich von der Fortfchrittspreffe der Reichshauptstadt bereits eifrig verfochten wird. . Vorbereitungen der Militär-Verwaltung für den Fall der Annahme der Militär-Vorlagen sind überall im Zuge. Die Regierung ist nicht im Stande, so gewaltige Einrichtungen, wie sie Durch das neue Militärgesetz bedingt werden, kurzer Hand zu treffen; sie braucht, wie dies der Kriegsminister in der Commission wie im Plenum des Reichstags wiederholt ausgesprochen hat, dazu eine längere Zeit der Vorbereitung, und es war ihr deshalb ein Be- fchluß des Reichstags möglichst noch in diesem Jahre von besonderer Wichtigkeit. Es liegt nun in der Absicht, trotz der schwebenden Verhandlungen die Vorbereitungen so zu treffen, daß eine etwa günstige Entscheidung das Jnsleben- treten der Vorlage zu der ursprünglich beabsichtigten Zeit ermöglichen könnte. Es liegt ein bis in die Einzelheiten ausgearbeiteter Plan über die Verfügungen der Milüärbehörde vor; daß dabei aus möglichst starke Garnisonen an den Grenzen im Ostcn und Westen gedacht roorben ist, darf als selbstverständlich angesehen werden. Vielsache Gesuche aus allen Theilen des Reiches um Belegung mit Garnisonen find dann auch mit Rücksicht daraus abschlägig befchieden W°rbe3n den Morgenstunden des zweiten Weihnachtsfetertages verschied in Breslau der dortige Fürstbischof Dr. Robert Herzog, welche Trauerkunde allerdings nicht mehr unerwartet kommt. Erst vor wenigen Jahren zum Fürstbischof ernannt, nachdem er bis dahin die Stelle des Probstes an der Berliner St. Hedwigskirche bekleidete, hat sich Dr. Herzog des Bischofshutes demnach nicht lange zu erfreuen gehabt, aber dennoch entwickelte er auch in dieser verbältnißmäßig kurzen Zeit eine versöhnliche und vermittelnde Thätigkeit und sein Hinscheiden muß darum schon im Interesse der weiteren Verständrgung zwischen Staat und Kirche tief beklagt werden. Seit einiger Zeit in Folge einer sehlgeschlagenen Kaltwaffer-Kur leidend, verschlimmerte sich der Zustand des greifen Kirchensürsten in den letzten Wochen in hochbedenklichem Grade, in Folge dessen auch die Frage nach Bestellung eines Coadjutors ernstlich erwogen wurde, die indessen den bekannten seltsamen Verlauf nahm. Das Ableben des Fürstbischofs erheischt nun eine schleunige Lösung der Frage, wer die oberste Diöcesan- leitung provisorisch übernehmen soll und ist deshalb das Breslauer Domcapitel noch im Lause des Sonntag zu einer Sitzung zusammengetreten. Die ersten Consequenzen des über Frankfurt a. M. und Umgebung verhängten Kleinen Belagerungs-Zustandes machen sich bereits bemerklich. Eine Anzahl Socialdemokraten sind aus dem Bereiche des Belagerungs- Zustandes ausgewiefen worden und befindet sich unter ihnen auch der Vertreter Frankfurts im Reichstage. Sabor. Herr Boulanger, der gloriose Kriegsminister der französischen Republik, hat schon wieder einmal eine „Friedensrede" vom Stapel gelassen. Den Anlaß hierzu gab die am Sonntag in Gegenwart des Nr. 35 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 24. d. M., enthält: (Nr. 1690.) Allerhöchster Erlaß, betreffend die Aufnahme einer Anleihe auf Grund der Gesetze vom 16. Februar 1882 (Rerchs-Gefetzblatt S>. dH), t)Om 31. März 1885 (Reichs-Gesetzblatt S. 79) und vom 8. März 1886 (Reichs-Gesetzblatt S. 52). Vom 18. December 1886. Gießen, am 28. December 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Correspoirdenz-Btteeair* Berlin, 28. December. Se. Majestät der Kaiser nahm Vormittags die Vorträge des Polizeipräsidenten von Richthofen und des Chefs des Militarkabinets von Albedyll entgegen. Nachmittags um 5 Uhr findet ein Bolschafterdmer statt, wozu der 5of die Chefs des Militär- und Civilkabinets, die Botschafter Italiens, Oesterreichs, Englands, Rußlands, Frankreichs und der Türkei mit den DttlitärbevoUmachttgten und Militärattaches geladen sind, ferner der Ober-Ceremonrenmerster Eulenburg, Feldmarschall Moltke und ein Vertreter des Auswärtigen Amtes. — Der Director im Reichsjustizamt, Hanauer, ist zum Wirklichen Geheimrath mit dem Prädikat Excellenz ernannt worden. Airasbirra, 28. December. Der „Augsburger Abendzeitung zufolge werden sich die kommandirenden Generäle des bayerischen Armeekorps, die Generale Horn und Orff, demnächst zur Feier des achtzigjährigen Dienstjubrlaums des Käfters nach Paris? 28. December. Dem „Matin" zufolge kam der Berliner Eourierzus in Folge einer Entgleisung mit vierstündiger Verspätung gestern Abend um 11 Uhr rd Lg Berlin. Dem Reichstag ist die Denkschrift zugegangen, in welcher die Verfügung des Belagerungszustandes in Frankfurt a. M. und Umgegend begründet wird. Dieselbe hat in der Hauptsache folgenden Wortlaut: Die Stadt Frankfurt «. M. und ihre näheren Umgebungen bilden Mt etwa 12—15 Jahren einen besonders bemerkenswerthen Mittelpunkt für socialdemokratftche Agitationen. Die propagandistische Thäligkeit, welche in West- und Suddeutschland für die socialdemokratische Partei betrieben wird, hat hier ihre Leitung, welche zugleich die Ausbildung jüngerer Kräfte zu geschickten und gefährlichen Agitatoren sich zur Aufgabe gestellt hat. Unablässig werden die in Frankfurt a.M. seitseinem wdusirrellen Aufschwünge angesammelten großen Arbeitermassen gegen die bestehende Staats- uno Gesellschaftsordnung aufgewiegelt. Zahlreiche gewerkschaftliche Orsanisationen und Unterstützungskassen, welche unter dem Deckmantel unpolittscher humamtarer Bestrebungen ledi.ftjch auf die Stärkung und Förderung gemeingefährlicher, socialdemokratftcher Pasörendenzen berechnet sind, kommen dem Agitationsbetriebe zugute. Der Glauve an eine nahe bevorstehende sociale Revolution hab in den Arbeiter- unö Handwerrer- schichten immer zunehmende Verbreitung gefunden. Oeffentliche Kundgebungen revolutionärer Denkweise, wie das Tragen rother Blumen bei^Bestattung von Parteigenossen, das Aufhissen rother Fahnen zur Erinnerung an frühere Auftuhrbestrebungen u. s. w., wiederholen sich von Zeit zu Zeit. Andere Anzeichen, wie die planmäßige massenhafte Verbreitung des Züricher „Socialdemokrat" und andere wegen ihres gemem- gefährlichen Charakters verbotenen Druckschriften deuteten schon fett längerer Zett aus eine vollkommen planmäßig angelegte, weitverzweigte Organisation der socMlocmo- kratischen Partei in Frankfurt a. M. hin. Die neueste ZeU hat über das Bestehen einer solchen Organisation Gewißheit verschafft. Danach ist die.Stadt und> chre Umgebung in kleine, einer Oberleitung unterstellte Bezirke emgetheilt. Iedier.dieser Bezirke besitzt eine wohl zusammengesetzte Executive und Finanzverwaltung^und besorg: die planmäßige Sammlung von Geldbeiträgen und die Verbrertung deS „Socialdemokrat". Von je her fand in Frankfurt a. M., begünstigt buT^ feine Sage und seine zahlreichen Eisenbahnverbindungen, ein reger persönlicher Verkehr Zwischen einheimischen und fremden Parteigenossen statt. Jahraus, jahrein traten hier ourchreisende Agitatoren in öffentlichen und Vereinsversammlungen als Redner auf und übten aucy sonst Einfluß auf die Bewegung aus. Wenn nach den in Frankfurt a. M. nut Hufe und Beistand Einheimischer verübten Gewaltthaten — dem Versuch einer Dynamtt- sprengung des Polizeigebäudes am 29. October 1883 und der Ermordung des Polizet- raths Dr. Rumpf am 13. Januar 1885 — schon erhebliche Zweifel darüber auftauchen mußten, ob die den Behörden durch das Gesetz vom 21. October 1878 verliehenen Machtmittel ohne eine Anwendung der im § 28 vorgesehenen Anordnungen für eine wirkungsvolle Bekämpfung der socialrevolutionären Bestrebungen ausreichend seien, io lassen die seitdem und besonders in neuester Zeit gemachten Erfahrungen dies«: Zwene: zur Gewißheit werden, und die Rothwendigkeit leuchtet ein, der Sicherheitsbehorde die Befugniß in die Hand zu legen, durch zwangsweise^Entfernung der.Hauptsuhrer vn socialrevolutionären Organisation in Frankfurt a. M. nach Mogl^kett ihren Halt- und Dereinigungspunkt zu nehmen. Zugleich ist es erforderlich, den Besitz, das Tragen, die Einführung und den Verkauf von Waffen zu beschranken, bezw. an bestimmte Voraussetzungen zu knüpfen. Die Voraussetzungen für die Anwendbarkeit Der tm § 28 cit. bezeichneten Maßnahmen liegen nicht allem für Frankfurt a-M-, fondern auch für seine in dem Anträge bezeichneten Umgebungsgebiete vor. Für die Wirksan^ keit der getroffenen Anordnungen erscheint es aber unerläßlich, daß dieselben zugleich in den Umgebungsgebieten zur Anwendung gelangen. vx'^k ra|a£el1 ’ „0 xol Gd&-( 842» mf«|e atfcirt Erscheint ILgttch mit MrSn-Hme M MorriagS. )wie ikmälern und Sandstein, gen, Schriftfafeln ,8 Fach einschlagenden rarbeiten. T Bauarbeit “ >rden rasch und pj* besorgt _— oncc,;* N 2?$***** 'M tie 50 L,. 918 r-W Koch MM dbach. d, wenn ein Ver- s in der Korporation esbaib obigen Bor- inlsprechend wählen. Intttlffenten. ibsteingeschäft von ir Anfertigung von hier an. Der Zugführer war ziemlich schwer, von den Passagieren und dem übrigen Zugper^on^Mern^nd^vertth^ @ufem vernehmen nach beabsichtigt Lord Salisbury, falls die Verhandlungen mit Lord Hartington wegen seines Eintritts in das Eabinet scheitern, der Königin die Auflösung des Parlaments anzurathen. _L Sonntag Abend tobte fast über ganz England ein heftiger Schneesturm. In London bat derselbe große Verwüstungen verursacht. , Brüssel, 28. December. Der Schwurgerichtshof verurtheilte den Verfasser des Grand catdchisme du peuple“, Defuisseaux, welcher flüchtig ist, zu 4 Jabren Gefangniß nnd 1000 Francs Geldbuße, den Drucker des „Cateohißme“, Maheu, und den Uebersetzer in's Flämische, Dewit, zu zwei Monaten Gefängniß und 500 Francs @ClbbU®ulat?eß, 28. December. Der Minister des Aeußeren erklärte den Deputirten, die Regierungen von Oesterreich - Ungarn und Rumänien würden in eigenlUche Verbandlungen über den Handelsvertrag erst dann eintreten, wenn sie die Gewißheit hätten, daß ein Einvernehmen herzustellen sei welches beide Regierungen unter gegen- seitiaer Berücksichtigung der Interessen beider Lander aufrichtig anstrebten. Ein Eabi- netsmttglied reise in dieser Angelegenheit unverzüglich nach Wien. Lokales» 29. December. „Wiener Blut" — Wiener Gesang und Wiener snhtfif war das Stichwort, bet welchem gestern Abend die außerordentlich zahlreichen Besuchendes Concerts" im Saale des taf! Leib sich amüsnten. Und wirklich - selbst der grimmigst- Hypochonder mußt- gestern Abend dort wohl gestehen, daß man sich immerhin noch vergnügen kann und zwar auf eine recht gediegene, fröhliche Art. Die Directton hatte uns nicht zu viel versprochen, wenn sie sagte, daß ihre .fcfchc Weanerinncn" sich bald die Gunst des Publikums erobern wurden Freundlich und mun er sowie dccent in ihrem ganzen Wesen, wußten dieselben alle Besucher, auch unsere Damenwelt, zu reicheur Beifall hinzureißen, welcher durch Dreingabe diverser Nnlagen vergolten wurde. Hoffentlich wird das heutige Concert in gleichem Maße V> besucht wie das gestrige. Freunden einer heiteren gemuthl.chen Stunde sei dasselbe hiermit bestens empsohlen. _ . . ' !B erwischtes. Großen - Linden, 28. December. Der Preis der 4. Claffe-Billets für ble Bahnstrecke Großen-Linden—Gießen wird vom 1. Januar 1887 ab von 20 H auf 15 Außerdem werden vonr gleichen Tag? ab für dieselbe Wagenklasse Wockenbillets nach Gießen für 1 JL ausgegeben. Dieselben berechtigen zur je einmaligen Hin- und Rückfahrt an den 6 Werktagen, so baß,dte einzelne Fahrt nur 8>/z $ kommt. Diese von der Königlichen Bahnvcrwaltung getroffenen Einrichtungen verdienen aewiß öffentlich anerkannt zu werden. . " Wetzlar Am 24. December, Nachmittags, war eine von der König!. Intendantur im Austrag des Generalcommandos 8. Armeecorps abgeordnete Commission bierselbst anwesend, um wegen event. Unterbringung eines Bataillons aus Coblenz in unserer Stadt aus den 1. April k. I. Jnsormattonen etnzuziehen und die betreffenden Gebäulichkeiten und Octtlichkeilen in Augenschein zu nehmen. Die Herren - es waren' der Intendantur-Assessor Lowe und Garmsonverwaltungsd rector Johnert - kamen von Diez, wo sie in der gleichen Angelegenheit verweilt hatten, nachdem sie vorher schon, und zwar ebensalls wegen derselben Sache, in Saarbrücken gewesen """"'Marburg 26. December. Nach einer aus Hagenau hierher gelangten Prtvat- uachricht soll der Höchstcommandireude des 15. Armeekorps die nwgliche Rückkehr des Hessischen Jägerbataillons Nr. 11 in seine frühere Garnison Marburg angedeutet ^"'Marburg 26. December. In der am 16. December abgehaltenen Sitzung des Kreistages ist'„über Uebernahme der Kosten des Grundcrwerbs für den Bahnbau Gladenbach-Niederwalgern im Kreise Marburg und der auf den Kreis entsallenden Bauprämi auf di- Kreiskaffe" verhandelt und in der Zuversicht besch offen worden, daß der Verkehr dieser S-cundärbahn in Marburg seinen Endpun t haben und die Ortschaften Niederwalgern und Niederweimar Personen- und Guterstattonen erhalten werbm. Die gleiche Bewilligung ist auch für den Fall ausg-fprochen worden tz°ß die ^gntotlckie Staatsrcaierung vorzöge, die Bahn von Gladenbach mit Umgehung des D^orfes Nie^rrvalgerm bei^Nsiderwetmar, welches bereits -ine P-rsonenstation besitzt in die Main-Weser-Bahn zu leiten. Zugleich .st die Zuversicht ausgesprochen, daß durch den Bau der projectirten Bahn der Bestand der Personen- und Guterstation Fronhausen an der Main-Weser-Bahn nicht gefährdet werden wurde. " 1 a Mainz, 28. December. Nur noch wenige Tage und Mainz tritt wieder in das Rttdien" des Karnevals! Mit einem Umzug durch die Hauptstraßen der Stadt und einem darauffolgenden großen carnevalisttlchcn Conccrt in der „Stadthallc wird am Neujahrstage die Carnevalsaison inaugurirt Wenngleich das Comits der „ßiarrhaller" mit Rücksicht aus di- Zeitverbaltniss- beschlossen hat, das Carnevals- jubiläum erst im Jahre 1888 zu feiern, so scheint -s doch auch in diesem Jahre an der Carnevalslust im „goldenen Mainz" nicht zu fehlen, was sich daraus schließen laßt, daß Re^bekanMen Etappe und Stern" jfast auf keinem Weihnachtstisch als „Chrtst- kindchen^ W*Et-bem i6rer Collegen in Worms und Gießen bestärkt bereiten, wie die hiesigen Blatter melden, di- Mainzer Wirthe eben eine Petition an d,e Stadtverordneten um Erlaß eines Ortsstatuts vor, durch welches die C°ncefsiou zumWtrth- schastsbetrieb von dem Bedürfniß abhängig gemacht werden soll. Die hiesigen Petenten dürften mit ihrem Verlangen indeß wenig Glück haben, deyn aus Kreisen von Stadtverordneten hören wir, daß weder die Bürgermeisterei noch die Mehrheit deS Stadtverordnetencollegiums sonderlich zu dem Erlaß eines derartigen Statuts geneigt sind. — Als Weihnachtsgeschenk wurden unserer Bürgermeisterei in einem Stadtpostbrief 1600 in Staatspapieren anonym rugeschickt, welche Papiere bet näherer Besichtigung die Caution waren, die in der Kasse des ungetreuen Kirchenrechners Trautwein fehlten. Durch diese neuere Sendung, über deren Absender jeder Anhaltspunkt fehlt, gewinnt allgemein die Ansicht die Oberhand, daß Trautwein nicht klar im Kopfe war und dieser Zustand verworrene Verhältnisse in den ihm anoertrauten Kasten hat einreißen lasten. Mainz, 24. December. Die Gasdeputation hat in ihrer jüngst abgehaltenen Sitzung den Beschluß gefaßt, mit Beginn des neuen Budgetjahres die Gaspreise herabzusetzen und zwar von 22,7 pro Cbm. auf 20 H für Leuchtgas und von 15,1 H auf 13,5 H für Heiz- und Kochgas. Die Gasdeputation ist der Ansicht, daß der Ausfall bei den Einnahmen durch einen erhöhten Eonsum wieder gedeckt werde. — Um Diejenigen, welche es angeht, vor Schaden zu bewahren, machen wir darauf aufmerksam, daß mit Jahresschluß die verschärften Bestimmungen des Aichungs- gesetzes von 1884 zur Geltung kommen. Voraussichtlich wird alsdann bald eine aich- amtliche Revision erfolgen,- welche sich auf Richtigkeit und vollständige Stempelung der Waagen, Gewichte und Maße erstreckt. Wir glauben anrathen zu dürfen, bestehenden Mängeln durch einen Sachverständigen vorher abhelfen zu lassen, um dadurch dem Vernichten der Stempel an den betreffenden Gegenständen und sonstigem Schaden früh genug vorzubeugen. — sEigenthümlicher Vorfalls Daß Ratten und Schweine unter Umständen kleine Kinder anfresscn, ist bekannt. Neu dürfte aber folgender Fall sein, dec sich, wie die „K. Ztg." schreibt, in der Umgegend von Lechenich zutrug. Durch das plötzliche Schreien seines im Nebenzimmer schlafenden Kindes wurde ein in einem kleinen Häuschen wohnender Landmann aus dem Schlafe geweckt. Bei näherem Zusehen erblickte der Vater im Bette des Kindes einen großen Marder, welcher das Gesicht des Kleinen zerfleischte. Dem Manne gelang es, das Thier zu tobten, zu dem schwer verletzten ftinbe mußte ein Arzt gerufen werden. — Eine eigxnthümliche Art des Selbstmordes beging der Kunstgärtner Samuel Adams in Kemerton bei Tewkesbury. Der Unglückliche grub sich in einem Außengebäude ein 6 Fuß langes und 5 Fuß breites Grab, füllte es mit Holz und tränkte das letztere mit Benzin. Nachdem er sich sodann mit dem Rücken nach oben hinaufgelegt hatte, zündete er den Scheiterhaufen an. Als man das Feuer entdeckte, brannte es noch, von dem Manne aber war nichts als ein paar Knochen übrig geblieben. Adams war erst 40 Jahre alt. Schiffs- Bewegung der Postdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschast. „Albingia", 24. December von Hamburg nach Westindien, „Francia", 21. December von Hamburg nach Westindien, 25. December von Havre weitergegangen; „Silesia", 9. December von St. Thomas nach Hamburg, 25. December in Havre angekommen; „Sueoia", 14. December von Newyork, 26. December in Hamburg angekommen. „Gothia", ab Stettin, 23. December in Newyork angekommen; „Wieland", 13. December von Hamburg, 24. December in Newyork angekommen. Wöchentliche Klebersicht der Todesfälle in der Stadt Giesien. 52. Woche. Vom 19. December bis 25. December 1886. Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 24,6°/«,. Kinder Summa: 9 7 1 1 Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Wochenbettkrankheit 1 1 — — Lungenschwindsucht 2 (1) 2 (1) — .— Altersschwäche 1 1 — — Bösartiger Neubildung 1 1 — — Eiterbrust 1 (1) 1 (1) — — Bronchialkatarrh 1 — 1 — Lungenentzündung 1 — — 1 Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Allkathotischer Gottesdienst. Sonntag den 2. Januar 1887 findet um 11 Uhr altkatholischer Gottesdienst in der Stadtkirche statt; Montag den 3. Januar 1887, um 9 Uhr Vormittags ebendaselbst eine Seelenmesse für den verstorbenen Professor Dr. Lutterbeck. Gottesdienst für die israelitische Religionsgefellschast. Bahnhof ft raße 5 7. Freitag Abend 4 Uhr, Samstag Vormittag 83J Uhr, Samstag Nachmittag 3 Uhr, Samstag Abend 455 Uhr. tiiit Der M V * zeichnet Gebote ihre Ei dem Bi erfolgt. 9257 9248 Jagd, soll aus raiihe t Flur find vo 9253 J Die und bi aaranb bereitet A foroie । Cogn weiße billigste! 9259 in reii Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. An den Werktagen vom 1. bis incl. 20. k. Mts. findet die nächste Steuererhebung für die Gießener Pflichtigen auf dem Bureau der Districts- Emnehmerel Greßen I statt. Die weiteren 5 Tage sind für die auswärtigen Erhebungen erforderlich. Ausverkauf wegen Umzug. Um mit meinem Waarenlager bis 15. Januar 1887 geräumt zu haben, gebe auf die schon enorm billig gestellten Preise noch 3% Sconto. 9250____________M. Kann, Lmdenplatz. Geschäftsbücher!!! bestes HannövrischeS Fabrikat zu Fabrikpreisen. Ladenstrazzen unb gewöhnt. Bücher gut gebunden, eigenen Fabrikates jed. Art 15—20% billiger. Bücher mit Extraliniatur nach Angabe kleiner Preisaufschlag. 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December 1886: Großh. Oberförstern Schiffenberg. Heyer. 9241 Mittwoch 6.9. Februar 1887, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- raithe des Wilhelm Brück Flur 1/1 76 Meter Hofraithe in der Müblgasse meistbietend versteigert werden. Gießen, den 28. December 1886. Großh- Ortsgericht. CO -72 CO NB. Der Restbestand von Damen-RegettMäntelo und Wintermänteln wird wegen Aufgabe dieses Artikels zu enorm w dr Nmiahrslrarlcii billigen Preisen abgegeben. Bitte daher genau darauf zu achten, da der Verkauf nur 3 Tage dauert. Ich mache daher ein verehrtes Publikum darauf aufmerksam, daß solche Gelegenheit sich nie wieder bieten dürste. 9246 »V» Welsstock, Berlin. liefert in feinster Ausführung BriaM’sehe Drieclserei s Bekanntmachung. — Der schleunige Liquidstion-Maffen-VerKaus ersten« Konfektionshauses fertiger Herren- und Kinder-Garderoben dauert nur 3 Tage. 300 Wirrtsr-Ueberzieher von 12 M an in Gießen im Gasthof zur Stadt Mainz (Kreuzplatz 5). 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Den verehrlichen Herrschaften Gießens und Umgegend diene zur Nachricht, daß ich neben meinen weiblichen Dienstboten auch männliche jeder Branche vermittele. Bitte die geehrten Herrschaften sowie auch Dienstsuchende bei Bedarf sich zu wenden an das Vermiethung-Büreau voni 9ioi______________F. MiiäBer«, Mwerrgasse. Wegen BucherschUlfses ist am 31. December d. I. Nachmittags unsere Kasse geschlossen. Gießener Rindvieh-Assccuranz. CieneraBwersammBeiMg Donnerstag den 30. Decemb-r 1886, Abends 8 Uhr, in der Wirthschast von I. SpieS, Neustadt. 9223 Tagesordnung: Rechnungsabhör und Vorstandswahl. Der Vorstand. Werrniethungen. 9237] Einfach möbl. Zimmer sehr billig zu vermiethen. ^Schulftraße 9. 9258] Schlafstellen für anständige Arbeiter. Neuen Bäue 17, part. 9249] Möbl. Zimmer zu vermiethen. Weidengasse 10. Vermischte Anzeigen. 9238 Gesucht wird nach auswärts ein tüchtiges Hausmädchen, welches im Nähen und Bügeln erfahren ist. Beste Zeugnisse erforderlich. Gartenstr. 21 HL Herr Pfarrer Br. NaUOn wird gebeten, die von ihm am 2. Weihnachts - Feiertage gehaltene Predigt zum Besten der Armen drucken zu laffen-__ 9240 Ein Primaner ertheilt Schülern unterer oder mittlerer Klassen Nachhülfe- stunden. Näheres in der Exp. d. Bl. 9242 Ein junges Mädchen (Waisenkind) in einen kleinen Haushalt gesucht. _ Auskunft ertheilt die Exped- d^Bl-___ 9251 Am dritten Feiertag Abend wurde auf dem Wege vom Lindenplatz bis zur Stetnstraße ein schwarzer Kinder-Pelzkragen verloren. Der redliche Finder wird gebeten, denselben bei Magnus Becker, Steinstraße 51, abzugeben. 9239] 2-3 unmöblirte Zimmer, im Centrum der Stadt, parterre oder 1. Stock, von einem einzelnen Herrn per Februar März zu miethen gesucht. Offerten unter E. an die Exp. d- Bl- Cafe Leib. Mittwoch den 29. December 1886 Absehieds-Coneert der berühmten IO Wiener Säng er innen in verschiedenen prachtvollen Costllme-Gruppen. D Wiens grösste und eleganteste G D musikalisch-humoristische Specialität D unter Mitwirkung der Kapelle des 116. Infanterie-Regiments. Musikdirector C. Krauße. Neue Costüme. — Neues Programm ♦ Die Concerte finden bei Restauration statt. ♦ Preise im Berkaus: Saal 80 Gallerte 40 H bei Herrn Gustav Gerhardt, Lindenplatz. 9243 Au der Abendkaffe: Saal 1 «X, Gallerte 50 Kassaeröffnung 9 Uhr. — Anfang S Uhr. Akademisches Hospital. Ein starkes Dienstmädchen für die Küche gesucht.___9229 Meine glänzenden Kuren selbst in den verzweifeltsten Fällen bei allen Arten von Blasen- (auch Bettnässen, Impotenz), Nieren-, Geschlechts- und Frauenkrankheiten etc. haben vielfach Neid und Missgunst hervorgerufen. Man verlange nur meinen ausführlichen Prospect, welchen gratis versende, um sich selbst ein Urtheil zu bilden. Behandlung auch brieflich. F. C. Bauer, Specialarzt, Klinik Margarethenthal, Basel-3 tll" nlnffen fSchweiz). 8429 9252 Ein Logis vermiedet I. 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Januar ein möbl Zimmer Offerten nebst Preisang. besörd. die Exped. d. Bl. sub H. 8. Neujahrskarten werden nach Angabe schnell und billig er**» Bedeutun Sommere Kilnoky Herrn v. benheit 5 Nove. ff®81 «b übn heaen u be: Wen beui LM, M«eibun Letfol9' Malige Ä" *t, di fet in Rt wie Best feiert und M Berli. h den b neußisr m Wider *" zu Mbischei luL p °r W räumet vollen M verflossen Zchrernn -offenen , Prüfung, stellt sich rosigsten Sorit, ha beigesühri 6itüatioi demnächst hat sich Deutschla vemehrt lich thätix äußerlich zu, in bei bleibt er Last seine jeder Rich auch im i Ems und haben am falben bet zwischen 5 der um1