n S brij Z ---- Gorri peN-OkL Straße 39. jnbe mÄrSg |l* «rmittben rbonloge 29." «6T^ ®ro§M6. ^Bauel?. Ki-plah 9 , ?tn Herren e,n: U- Spiru ' Realitäten i?n. Wau^ev, »MrH Rimmer, M. ?■» v. 1. Sept, '«rtttskaße 95. !u vermittln, öequemlichk. r. *> Mälisb. 3. nietben bei Ethorstra^ iro§t Parterre- Eingang, sind wietben r u. s. m., zu itersweg 31- Herrn Finanz- traße) ist der lobt: zu vn- M Agenten mn zu va- [a^t_2l ft. imer mit Ca- gärtchrn 2». irden-Logis zu ^eltersiveg 1. rltrre, zu ver- gerstraße 27. imer k-, sowie en. Feinstraße oo. ttSwahl 1666 2485 eln, *etn, tn, >en lerkie» uni *'** iwafl Bl* }«lS; ^ThobeU < fll. Nr. 17M. Freitag den 30. Juli 1386. ichmer Erscheint MeW *» d«S «OEsS. drei» «iertrljLhrttch 7 Mark ST «. »tt Durch tte Psst teigen viertei^ührNch 2 3R«rf M U. Politische Ueberficht. Gießen, 29. Juli. Am Montag haben vor dem Landgerichte zu Freiberg die Verhandlungen gegen neun hervorragende Mitglieder der socialdemokratischen Partei in einer Sache wieder begonnen, welche schon das Chemnitzer Landgericht und sogar das Reichsgericht zu Leipzig beschäftigt hat. Es handelt sich um die gegen die Herren v. Vollmar, Bebel, Dietz, Auer, Frohme, Ulrich, Müller, Hetnzel und Viereck s. Z. erhobene Anklage, einer geheimen Verbindung angehört zu haben, zu deren Zielen eS gehörte, Maßregeln der Verwaltung oder die Vollziehung von Gesetzen durch ungesetzliche Mittel zu verhindern. Wir haben also hier eine Art von Hochverraths-Proceß vor uns und da die Angelegenheit schon bei ihrer ersten gerichtlichen Verhandlung allgemeines Interesse erregte, so geben wir im Folgenden einen orientirenden Ueberblick über die Dem Processe zu Grunde liegenden Vorgänge: Die genannten Mitglieder der Umsturzpartei, von denen der größere Theil zur socialdemokratischen Fraktion des Reichstages gehört, hatten dem am 2. April 1883 zu Kopenhagen stattgefundenen socialdeniokratischen Partei-Congreß beige- vohnt, waren bei ihrer Rückkehr nach Deutschland in Kiel, resp. in Neumünster behördlicherseits angehalten worden und haben in der Hauptsache ihre Theil- nahme an den Kopenhagener Congreß-Verhandlungen rückhaltlos zugegeben. Aus Grund dieser Thatsache ist von der Chemnitzer Staatsanwaltschaft der Proceß gegen die Herren Bebel und Genossen angestrengt worden, und führte jene als Beweis, daß dieselben einer geheimen Verbindung angehören, die ganze Gliederung der socialdemokratischen Partei, ferner die Protokolle der Partei- Congreffe von Wyden (Schweiz) und Kopenhagen, zahlreiche Artikel und Corre- spondenzen des Züricher „Socialdemokrat" und endlich verschiedene Reden und. sonstige Aeußerungen der Angeklagten an. Hiermit wird von Der Staatsanwaltschaft in gewissem Sinne die ganze socialistische Partei innerhalb der deutschen Grenzen hinsichtlich der Organisation, wie solche seit Erlaß des Socialisten- gesetzes sich gebildet hat, vor das Forum des Gerichts gezogen. Ohne deshalb dem Proceß eine zu weittragende Bedeutung einzuräumen, wird man dennoch nicht umhin können, ihm eine höhere Bedeutung als den übrigen Socialisten- processen beizulegen, bei denen es sich etwa um die Thaten einzelner Personen oder um diejenigen einiger Gruppen-Verbindungen handelt. Wie wohl noch in Aller Erinnerung sein dürfte, endeten die bezüglichen Verhandlungen, welche vor dem Chemnitzer Landgericht in der Zeit vom 28. bis 30. September v. Js. geführt wurden, und welche Landgerichts-Präsident Brückner mit großer Umsicht leitete, mit Freisprechung sämmtlicher Angeklagten. In den Gründen wurde gesagt, daß, wenn das Bestehen einer geheimen Verbindung angenommen werden solle, für dieselbe doch eine gewisse Verfassung hätte müssen vorhanden sein, hinsichtlich des Beitritts zu dieser Verbindung mindestens aber eine ausdrückliche Willenserklärung gefordert werden müsse. An beiden Momenten habe es jedoch gefehlt und in der Organisation, wie sich solche die socialdemokratische Partei gegeben, lassen sich nicht die Merkmale einer geheimen Verbindung, bezw. überhaupt einer Verbindung, welche Maßregeln der Verwaltung oder Die Vollziehung ton Gesetzen durch ungesetzliche Mittel verhindern oder entkräften will, insoweit genügend erkennen, um zu einer Verurtheilung der Angeklagten zu gelangen. Äon der Chemnitzer Staatsanwaltschaft wurde nun gegen Das sreisprechende Unheil des Landgerichts Berufung eingelegt, die sich hauptsächlich darauf stützte, daß eine geheime Verbindung, mindestens zur Verbreitung des in Deutschland verbotenen ^Socialdemokrat" erwiesenermaßen bestehe. Letztere geschehe in vollkommen organisirter Weise und liege der Beweis für die Verbindung in dem Vorhandensein einer gewissen Anzahl von Personen, welche fortdauernd für die Verbreitung des genannten Blattes wirken und dies geschehe auch durch die Teilnahme an den socialistischen Partei-Congreffen. Vom Reichsgerichte ist diese Revision im Wesentlichen als begründet erachtet und die Sache zur noch- Wtig-n Verhandlung an das Freiberger Landgericht verwiesen worden, und Mr wird daffelbe sein Urtheil, nach Maßgabe der vom Reichsgericht hierbei ausgestellten Gesichtspunkte, Die Den Begriff einer „geheimen VerbinDung" ergeben, zu fällen haben. Da es sich hierbei Demnach um eine wichtige principielle Entscheidung handelt, so Dars man Dem Urtheile Des Freiberger Landgerichts mit Interesse entgegensehen. Die deutsche Armee ist abermals von einem schweren Verluste betroffen worden. Am Samstag Abend entschlief nach langen Leiden der Gouverneur von Berlin, General der Kavallerie Freiherr v. Willis en im Alter von 68 Jahren. Der Verstorbene begann feine militärische Lausbahn im 7. Kürassier-Regiment, trat in den fünfziger Jahren zum Generalstabe über, würbe 1868 zum Commandeur Des neumärkischen Dragoner-Regiments ernannt, welches er auch im Kriege von 1870/71 führte. Bald nach Dem FelDzuge erfolgt e Die Beförderung v. Willifen's zum Commandeur der 28. Kavallerie- Brigade, später zum Commandeur der 28. Division in Karlsruhe, in welcher Stellung er mit Scharfsinn und Tact die bewährten Traditionen und Vorschriften des preußischen Dienstes auf das badische Kontingent zu übertragen achte; vor zwei Jahren berief ihn das Vertrauen des Kaisers auf den Gou- vttneursposten der Hauptstadt, dessen Functionen Der nun Verschiedene mit der ihm eigenen Umsicht und Energie verscch. Der General war schon seit Decern- ber vorigen Jahres wegen eines Nierenleidens gezwungen, das Zimmer zu hüten; eine Herzlähmung führte den Tod des Patienten herbei. Herr v. Franck en st ein, Der Präsident der bayerischen Reichsrathskammer, hat über seine vielbesprochene Reise von Marienbad nach Hohenschwangau, auf der er aber nur bis München kam, eine Erklärung veröffentlicht, Die indessen über Die Thatsache, daß Herr v. Franckenstein sich in Folge seiner Audienz beim Prinz-Regenten nicht weiter nach Hohenschwangau zum König Ludwig begab, nichts wesentlich Neues enthält. Die kaiserliche Regierung hat jetzt aus den Straßburger Gemeinde- rathswahlen die nächstliegende Consequenz gezogen und dm bisherigen Bezirks- Präsidenten und Bürgermeisterei-Verwalter Back zum Bürgermeister von Straßburg ernannt. Der chinesische Gesandte in London, Marquis Tseng, trifft dieser Tage zum Besuche des Fürsten Bismarck in Kissingen ein. Frankreich ist zu seinem italienischen Nachbar 'in Folge der Ablehnung des italienisch-französischen Handelsvertrages durch die französische Deputirtenkammer in ein recht unerquickliches Verhältniß gerathen, Das schon zur Erklärung von einer Art Concurrenzkrieg im Mittelmeere gesührt hat. Als neuestes Ereigniß von Diesem „Kriegsschauplätze" wirD gemeldet, Daß 250 italienische Fischerboote, welche an Der algerischen Küste bei Ausübung Der Korallen- Fischerei betroffen wurden, von Den französischen Strandbehörden mit Beschlag belegt worden sind. Indessen scheint eine Verständigung in Aussicht zu stehen, Da Der französische Minister-Präsident, Herr De Freycmet, am Sonntag eine lange Unterredung mit Dem italienischen Botschafter hatte und wirD Diese allgemein mit Der Angelegenheit Des abgelehnten Schifffahrts-Vertrages in Verbindung gebracht. Vom. K.önig Humbert von Italien wird eine Handlung echt landesväterlicher Fürsorge berichtet. Der König spendete nämlich für Die Hinterbliebenen der an Der Cholera in VeneDig Gestorbenen 40,000 Frcs. unD für Die Hinterbliebenen Der in Den andern kleineren Gemeinden Der Epidemie Erlegenen 100,000 Frcs. Im Orient herrscht politische Windstille, zumal in Bulgarien, wo üm -Samstag die Nationalversammlung mit einer Thronrede des Fürstest Alexander geschloffen worden ist. Die Verhandlungen Der bulgarischen Sobranje haben einen für die Regierung Des Fürsten recht befriedigenden Verlauf genommen und unstreitig zur Befestigung derselben im Lande beigetragen. Deutschland. Darmstadt, 28. Juli. Se. Kgl. Hoheit der Erbgroßherzog sind heute Vormittag 8 Uhr 9 Min. von Groß-Gerau aus über Köln und Vlissingen zu einem längeren Aufenthalte nach England abgereist. Im Gefolge Sr. Königl. Hoheit befindet sich Hauptmann v. Schwarzkoppen. Serbien. Nisch, 28. Juli. Die Skupschtina wählte einen Legislation--, einen Finanz- und einen Petitions-Ausschuß, bestehend aus je 7 regierungsfreundlichen und 2 oppositionellen Mitgliedern. Die Regierung legte Gesetzentwürfe vor, worunter die Verlängerung Des Salzmonopols und Des Vertrages mit der Anglobank, Die Einschränkung Der Staatsämter, Die Convention zwischen Deutsch- lanD unD Serbien betreffenD, Den Modell- und Musterschutz, sowie eine Deklaration zu derselben, ferner Die ArronDirung unD Neueintheilung Der Landeskreise unD Bezirke. Türkei. Konstantinopel, 28. Juli. Telegramm des „Reuter'schen Bureaus." Der russische Botschafter Nelidow überreichte Dem Sultan bei einer AuDienz am 26. b. Mts. ein Handschreiben Des Czaren AlexanDer, worin dieser seine sreund- schastlichen Gesinnungen ausdrückt und die Hoffnung auf das fernere Bestehen der gegenseitigen freundschaftlichen Beziehungen ausspricht. Telegraphische Depesche«. »olff'S UW* Tsrrespsnderrr - Bmeea«. Gastein, 29. Juli. Seine Majestät der Kaiser nahm heute früh ein Bad; die Morgenpromcnade und die Spazierfahrt mußten des Regens halber ausfallen. Auch gestern Abend machte Sc. Maj. keine Ausfahrt, da ein heftiges Gewitter eingetreten war. Zum heutigen Diner haben Oberst o. Zastrow und Obcrhofmarschall v. Malortie Einladungen erhalten. „ Posen, 28. Juli. Den: „Pos. Tagebl." zufolge wird Graf Zedlitz-Trützschler Anfangs August in Begleitung der beiden ihm für die Geschäfte der Ansiedelungs- Commission beigegebenen höheren Verwaltungsbeamten hier eintresfen und den Zusammentritt der Commission bewirken. Köln, 28. Juli. Die „Köln. Volksztg." meldet die amtliche Notisicirung der Ernennung des Directors des Gymnasiums zu Montigny bet Metz, Dr. Scheuffgen, als Domprobst in Trier. , , . _ . Wien, 28. Juli. Cholerabulletin. Es erkrankten, resp. starben ui Triest 5/1 Personen. Paris, 28. Juli. Die „Agence Havas" erklärt das an der heutigen Börse verbreitete Gerücht von der Erkrankung Grevy's für unbegründet. . Rom, 28. Juli. Cholerabericht. In den letzten vierundzwanzig Stunden kamen in den Provinzen Ferrara, Leue und Bari 66 Erkrankungen und 24 Todesfälle vor. London, 28. Juli. Die Versammlung der Führer der Liberalen bei Granville beschloß, zunächst die Thronrede abzuwarten, bevor man über die Haltung der Opposition in der nächsten Session Beschluß faßt. Falls die Thronrede keinen Hinweis auf die irische Frage enthalte, würde die Opposition eine Diskussion hierüber veranlassen, aber nicht auf dem Votum des Unterhauses bestehen. Eine Creditvorlagc würde die Partei unterstützen. — Lord Jddcsleigh (einst Sir Stafford Northcote) ist zum Minister des Auswärtigen, Londonderry zum Vicekonig von Irland, Hicks-Beach zum Staatssecretär für Irland und Lord R. Churchill zum Schatzkanzler ernannt. Madrid, 28. Juli. Die Kammer beschloß, die noch zu ihren früheren Herren in Abhängigkeit stehenden 26,000 Neger Cubas in vollständige Freiheit zu setzen Konstantinopel, 28. Juli. Gestern wurde ein Theil der Verbindungsbahn zwischen Uskub und Vranja probeweise mit einer Locomotive und einer Geschwindigkeit non 40 Kilometer per Stunde befahren. Universität»»Chronik. Gießen. Dem praktischen Arzte Herrn Dr. med. Ferd. Fuhr dahier ist die venia legendi bei der medicinischcn Fakultät speciell für das Lehrfach der Chirurgie ertheilt worden. Berlin, 28.Juli. Gestern Abend fand in der Philharmonie der Festcommcrs der Berliner Studentenschaft anläßlich des bevorstehenden 70. Geburtstags von Professor Gneist statt, gleichzeitig mit der Weihe der neuen Fahne der Universität. Der Saal war festlich geschmückt, die Büste Gneist's von Fahnen der verschiedenen Verbindungen umgeben; vor der Büste war die einzuwcihende Fahne aufgestellt. Gneist und Rektor Kleinert wurden bei ihrer Ankunft von Chargirten unter Tusch in den Saal geleitet. Anwesend waren zahlreiche Professoren, darunter Beseler, Curtius, Dernburg, Bellermann. Rektor Kleinert brachte ein enthusiastisch aufgenommenes Hoch auf den Kaiser aus. Der Vorsitzende des Ausschusses der Studentenschaft hielt die Festrede auf Gneist, worauf Letzterer, umgeben von einer Chargirtenschaar, vor das neue Banner trat, dasselbe unter Hinweis auf die Aufgaben der jetzigen akademischen Jugend weihte, mit dem Wunsche, daß die Fahne bei jedem Auftreten der akademischen Körperschaften als Ganzem voranglänzen möge. Gneist schloß mit einem Hoch auf die akademische Jugend; nach weiteren Toasten Dernburg's auf dm Ausschuß, Hoffmann's auf Gneist re. begann die allgemeine Fidelitas. Lokale». V Gießen, 29. Juli. sAbonnement-Concert.] Da der diesjährige Sommer an Frische und Feuchtigkeit nichts zu wünschen übrig läßt, so darf sich auch Niemand wundern, wenn von den 6 Abonnement-Concerten des Herrn Musikdirectors Krauße nur ein und ein halbes im Freien stattfinden konnte und der Rest in den Saal verbannt werden mußte, uni dem Schnupfen re. die Ernte zu entziehen. Die Sommer-Abonnement-Coneerte fanden aber trotzalledem am Mittwoch einen würdigen Abschluß und wer nicht dazu ausersehen ist, die Bayreuther Festspiele zu genießen, der konnte sich als Wagner-Verehrer wenigstens einigermaßen in des Meisters Schöpfungen hineinleben, indem Herr Krauße den 2. Theil des Concerts einigen Werken Richard Wagner's zur Verfügung gestellt hatte. Die Pflege des Wagnerthums bat in Gießen erfreuliche Fortschritte gemacht, einestheils durch den in's Leben getretenen Zweigoerein und anderntheils durch die Bestrebungen unserer Regimentsmusik, welche derselben hoch anzurechnen sind. Obgleich es nun der Character der Instrumente bedingt, daß die Ausführung von Militär-Orchester nicht einen so günstigen Eindruck macht, als dieselbe von Streich- Orchester, so wurde uns doch ein großer Genuß bereitet, mit der Richard Wagner- Abtheilung und vor allen Dingen war es die Wiedergabe von Walthers Traumlied n der Wand folgender, an Ulrich von Hutten erinnernder Ausruf: „0 temporal o mores I In diesem schrecklichen Kerker seufzte ein Opfer moderner Barbarei bei Bordeaux und Sekt. O, XIXtcs Jahrhundert, es ist eine Luft, in dir zu leben!" Die Aufzeichnung dieser Wandpoesicn schließt mit folgendem Abschied vom Karzer, der vor einem anderen Zimmer, es heißt „Palais royal", zu lesen ist: „Auf dem Karzer lebt sich's herrlich, Auf dem Karzer lebt sich's schön. O, wie schrecklich, ach, nun soll ich Von dem lieben Karzer geh'n. Hält' ich doch statt fünf Laternen Fünfundzwanzig ausgemacht, Hätte bann statt zwei der Tage Zehne wohl hier zugebracht." — Mißbrauch der Electricität zu Heilzwecken^ Die Heilschwindler, welche ein nicht zu bekämpfendes Uebel unserer Zett bilden, haben sich neuerdings auch die Electricität zu Nutz gemacht. Das große Publikum ist leider nicht genügend davon unterrichtet, daß diese wunderbare Kraft, welcher wir so viele neue Errungenschaften verdanken, in unwissenden Händen den größten Schaden stiften kann. Es ist darum anerkennend heroorzuheden, daß die weit verbreitete „Gartenlaube" in Nr. 29 dieses Jahrgangs in einem populären, mit belehrenden Abbildungen versehenen Artikel vor diesem Unfuge warnt. Wir verweisen unsere Leser auf die betreffende Publikation. Offenbach, 28. Juli. Die „O.Z." berichtet: Gestern in später Nachmittagsstunde wurde in unserer Stadt eine Nachricht verbreitet, die wohl Manchem recht überraschend kam, von Manchem aber auch vorhergesehen fein mochte. Das „Offenbacher Tageblatt" ist verboten worden, so lautete die überraschende Meldung und wenn schon Viele dieselbe mit großem Zweifel aufnahmen, so steht die Thatsache darum doch fest. Um 7 Uhr gestern Abend wurde denn auch bereits folgendes Extrablatt colportirt: „An die Leser des „Offenbacher Tageblattes". Offenbach a. M., den 27. Juli, Abends 6 Uhr. Wir theilen unseren Lesern hierdurch mit, daß das „Offenbacher Tageblatt" soeben auf Grund des Socialistengesetzes verboten wurde. Gegen das Verbot ist Beschwerde eingereicht. Mar Jahn, Redacteur." Ob die hier angekündigte Beschwerde Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten, ledensatts mochten wir sehr daran zweifeln. Die kretsamtliche Verfügung, welche das Verbot des Weitererscheinens ausspricht, lautet: B e t a n n t m a ch u n g. _ Das überzeichnete Kreisamt hat auf Grund des $ 11 des Reichsgesetzes vom 21. -ctober 1878 gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Socialdemokratie die Nr. 172 von 1886 des „Offenbacher Tageblatts", Organ für öffentliches Leben, locale und provinzielle Angelegenheiten, sowie weiter die Nr. 89 von 1886 desselben Blattes verboten, und zugleich das fernere Erscheinen des gedachten Blattes, welches seither von Max Jahn verlegt wurde, untersagt. Offenbach, den 27. Juli 1886. Großherzogliches Kreisamt Offenbach. I. V.: Fuhr. Was die nächste Veranlassung zu dem Einschreiten der Behörde gegen das eine Neche von Jahren hier erscheinende Blatt gewesen, entzieht sich zwar unserer Beurthellung, soviel aber halten wir für feststehend, daß die im vorigen Jahre in der hiefigen socialdemokratischen Partei entstandene Spaltung (die freilich im „Tageblatt" in Abrede gestellt wurde), welche durch die Flugblätter, den „Offenbacher Beobachter" und den iilngst ftattgehabten großen Beleidigungsproceß an die Oberfläche trat, mit ZU dem Vorgehen der Regierung beigetragen hat, denn Mancherlei ist dadurch auf- gedeckt worden, das bis dahin unbekannt war. Die Spaltung besteht — mögen die bisherigen Lei er des „Tageblattes es noch so eifrig bestreiten - und die Ereignisse b^s Retzien Halbiahres haben die Position der Führer ohne Zweifel mehr oder minder c? 5 Hauken gebracht. Mit dein Verbot des „Tageblattes" ist ihnen die letzte und Hauptstütze aus der Hand gewunden. c ^rurtheile gegen Gefängnißvereine.) Wenn das Wesen und Wirken der sogeiiannten Gefangnißvereme allgemeiner bekannt wäre, würden sicherlich bereits mehr in s Leben gerufen fein und die wenigen vorhandenen kräftiger unterstützt werden. Im großen Publikum wurzeln aber noch immer gewisse Vorurtheile, deren Ausrottung Cc Arnw, Kranke, Gebrechliche, Verunglückte zu unter; ' c1 pH sausende von Händen und Herzen, wird aber um Hilfe für moraliid) Versunkeue geworben, welche doch zweifellos noch weit beklagenswcrther sind, w klopft man in der Regel vergebens an. Viele meinen, das sei lediglich Sache der G-m--nd-beh°id-n «>r l,ch zu helfen fei da nur in den seltensten Fallen. "Ur "'s °b sie durch Beistand Unrecht thäten, Gesetz- Widrigkeiten foiderten, an Unwürdige Gaben verschwendeten, die weit besser auf un- chu dlg Hl fsbedurftige verwandt wurden. Sie alle wissen nicht, daß jene Verbindungen sittliche Hebung der Gefangenen wollen - nur die Verzweiflung an sich selbst kann an der Besseiung des gefallenen Mitmenschen verzweifeln — daß sie Milderung der Roth von Entlafsenen und Angehörigen anftreben und, wohl zu bemerken, alles dies keineswegs vergebens anstreben. Gingen sie darauf aus, die Schärfe des Strafgesetzes abzustumpfen, so wäre das em schweres Unrecht. Das wollen sie aber mit Nichten, loiibein nur nach Klaften hindern, daß das Gesetz härter und ausgedehnter trifft, als c§ ^rAbstcht der Gesetzgebung und im Interesse des Gemeinwohls liegt, und endlich gemiffe Surfen im zeitweiligen Strafmittelsystem minder fühlbar machen fdncbcn^mir^ a^Hp^S1^1 kNahrungsmäßig verschiedene Naturen völlig ver- ÄSMU* U0,bereilen' Cnbtid' 6tegbbte SS® Artete ää; bebürto.-^”' bCr $U6C f6u‘ ”Or ^°unu"du-un7i?GeÄm «W;1 ÄW «Hr '“.Ltitit»'1 E t&ts ÄS die Klangs ' B and) der Mufikthe Znstruinent immer Men vermen en 2erk§; interrf bir beiden auf den Mrbeiteies, au0" in Mnnenslvest 1 Die Verlag ou5 Äiilaß des He öu feine. Heidelbi 18 mit bloten für gegeben, in denen Äffchen ein Lobli wir viele klangvoll gekrönte Lied von von Lachner) is! sludcntifche und ä Der Preis betragt HkchsW Mit dm 1. Ar Stationen der and Steeden a Oberhessischen für Wagenladui ■ mommen. Gießen, den 28 GrWyv Dienstag d , „ . . 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Heidelberger Lieder ernsten und heiteren Inhaltes" eine Sammlung von 1« mit Roten für Gesang und Klavierbegleitung versehenen Studentenliedern herausgegeben, in denen der „Stadt fröhlicher Gesellen" und dem Treiben ihrer bechernden BuNchen em Loblied gesungen wird. Unter den Dichtern und Componisten finden mtr DieIe(flan0Doae Namen: Scheffel, Baumbach, Abt, Lachner u. A. Auch das preisgekrönte Lied von Adolf Müller (Oberförster in Krofdorf) „Althcidelberg" (Musik non Lachter) ist der Sammlung einverleibt. Letztere dürfte sich vorzüglich für studentische und ähnliche Vereinigungen zur Erweiterung des Liederschatzes eignen. 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Tonsatz Eccard, t 1611. 6. Merkel. Kiel. M. Bach, f 1694. (für inactive Mitglieder 1. Emporbühne 1 «X, | um 1680. „ A. Lotti, f 1740, / 1 8. Bach, t 1750. J. 8. Bach. H Schütz, + 1672, Mendelssohn. Mendelssohn. v. R. Schumann. „ Palestrina, t 1594. „ Schubert. >, Emmerich. in der Stadtkirche zu Glessen unter gefälliger Mitwirkung der Fräulein Meta Buff - Giessen (Sopran), Herrn Adolf Müller - Frankfurt a. M. (Bass), Herrn Musiklehrer F. Bauer - Giessen (Violine), Herrn Organisten Simon-Wetzlar, des Giessener evang. Kirchengesangvereins und. der Chorschule, unter Leitung ihres Dirigenten Herrn M. Steiner» der Schirme wird schnellstens und billigst besorgt. Mainzer Schirmfabrik Geschwister Lorsch Seltersweg. „Maria wallt zum Heiligthuin“, 6 stimmiger Chor Adagio für Orgel Requiem aeternam, für 3 stimmigen Frauenchor „Ich weiss, dass mein Erlöser lebt“, Motette um 1500. Büchler 2. Emporbühne 50 H — sind in der Ferber’schen Buchhandlung und in der Musikalienhandlung von Rudolph zu haben. Ebenda werden auch die Texte zu den Gesängen ü 10 H verkauft. 5334 9. Zwei Choräle für Knabenchor: a. Wunderbarer König b. Weicht ihr Berge . . 10. Jesu Leiden, Chor für Alt, Tenor und Bass 11. Zwei Lieder für 1 Bassstimme: a. Litanei b. „Meine Seele ist stille zu Gott“ . . . Eintrittskarten — Reservirte Plätze ä 2 -X ä 1 «X); nichtnummerirte Plätze im Schilf und Zu vermiethen: ein Haus in bester Lage der -Stadt Grünberg, mit Ladeneinrichtung, passend für jedes offene Geschäft, unter günstigen Bedingungen. Näheres in der Exped. d. Bl. 5401 Programm 1. Fuge für Orgel über den Namen „Bach“ 2. Adoramus te Christe, Chor ..... Redaction: A. Scheydn. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. CH r. Pt et sch /in Gichen. Neueste Regenmäntel in grosser Auswahl eirgetroffen. Die noch auf Lager habenden offerire zu aussergewöhnlich billigen Preisen. 8. Weimersheim Nachfolger. 5397 Amme. Für ein 4 Monate altes Kind wird eine zuverläss. Amme nach Frankfurt a/M. sofort gesucht. Gut. Lohn. 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Einen Jeden, welcher mit dem Schaden behaftet ist, gfo, mache ich auf diese glückliche Erfindung aufmerksam und rathe, sich 3T dasselbe anzuschaffen, namentlich da man weiß, welche schweren Folgen jF dieses Nebel haben kann. T 5446 Freitag den 30. Juli, Nachmittags 5 Uhr kirehenconeert SCF Dem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend zur Anzeige, daß ich nur Samstag den 31. Juli und Sonntag den 1. August im Hotel „Prinz Carl" wieder zu sprechen bin ggL und wollen Hülfesuchende sich vertrauensvoll an mich wenden. Achtungsvoll Th. Hoch, prakt Bandagist, aus Hamburg, Hopfenstraße 29. jl Gesellfchaftsverein. Die Mitglieder werden ersucht, alle in ihrem Besitz befindlichen Bücher der Gesellschafts-Bibliothek spätestens am Montag den 2. August zurückzugeben. Von Montag den 26. Juli an werden keine Bücher ausgeliehen. Eröffnet wird die Bibliothek wieder Montag den 9. August. Von da bis Montag den 20. September werden nur einmal wöchentlich (Montag) Bücher ausgeliehen, von da an wieder dreimal. Diejenigen Mitglieder, welche am 2. August noch nicht abgeliesert haben, verfallen in die statutenmäßige Strafe von 25 Pfennigen. Gießen, den 28. Juli 1886. 5443 Der GefeüfchaftSvorstand. 5410 Ein junger Mann, der ult- September n. c. seine Militärzeit beendet, in der Oel- und Mchlbranche kundig, sucht, gestützt auf beste Zeugnisse und Referenzen, Stelle, gleichviel welcher Branche, als Comptoirist oder Reisender per 1. Oktober. Gefl. Offerten unter ti. 5322 be- fördert die Exped. d. Bl.__________________ 5439 Eine tücht. Restaurations Köchin, mit gutem Gehalt, sowie ein gewandtes Hausmädchen per sofort für eine Wein- wirthschast nach Darmstadt gesucht durch Frau Hültenberger, Westanlage 15. 5447 Gesucht auf sof. oder auch Mitte September eine Wohnung von 3 bis 5 Zimmern, Küche und Mädchen-Gelaß in der Nähe des Ludivigsplatzes, wenn möglich möblirt. Adressen unter S. 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Euler, Mäusb. 3. 5445 Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen. . Seltersweg 35. 5370 Ein Familienlogis zu vermiethen. __Kaplansgasse 18. 5203 Ein Zimmer, möblirt oder un- möblirt, ;u vermiethen. Plockstraße 2. 4673 Ein schön möblirtes Zimmer zu vermiethen. Neustadt 22. 5346 Ein möblirtes Zimmer nebst Kabinet zu vermiethen bei I. Trapp, Postschaffner, Ederstraße (Steinstraße 37). 5393 Südanlage 3 ein möbl. Zimmer mit_ Cabinet zu vermiethen. 5388 Ein möblirtes Zrmmer zu vermietben. Bismarckstraße 14, II. Stock. 5408 Zwei möblirte Zimmer au^wei Monate sofort zu vermiethen. Bahnhofstraße 24. 5354] Laden mit Logis ver 1. August zu vermiethen. Bahnhofstraße 32. a. „Erbarme Dich“, Arie aus der Mathäus- Passion, mit Orgelbegleitung und obligater Violine b. Air, arrangirt für Violine und Orgel „Sehe: sind die Todten“, 5 stimmiger Chor „Es ist genug“, Arie für Bass aus „Elias“ r W* Kaller Wil xfttf im Uebtiflen Ile lausenden Regrei Die Klsstn Mkte der W Thatiache hervor. Mtz und sogar Zesprechungen nut 9 dies jedensalls ( deutschen Bevölkeru eine durch die W fchen Preborgane - Men Cornrnentarei vollen verschiedene FraiMise" u. s. r Rußlands gerichtet allein eine neue S Selbstverständlich! v. Äiers in's Ai rnannes beim Reii verschiedensten Cor diejenigen der Wc RrisedisMvM Erzherzogs Kack augenMichen T Lmzen. Nun d doch mindestens schäften abreiste. ifnitnäjme, die i veranstalten wird, gestellt, wonach de Vermählung seine v. Giers weilt m lerer Badeort nr rannt. - An § in diesen Tagen nämlich den des N die englische j Vertreter des „hi Bissingen adstattel land und China Die Vilich Ostasten ur als die Dampser «« ^ivaigen en Äen. die Fahrt der Reichsregien Lenen Veränderu el01 W Tage in ^petirgewehres 6°,000 SHep y1« ali Dollen ®* tiefe $a« „4 ■In « 8* Ä,™« iali hi be, fr aber eh fr Ümnhi! fr ' ieäe6t«n ietefr'1