Ä.Sa« ii. Vc!‘lnie'K Tonlage 6. ' gö*. »s Wim. °>nd für eln ■ «w> ffoi». : 'r-tling, ^ainbrinus. M- Land- W gesucht, f fordert die ___6099 , ädchen, 1 wir Sin, l» ZUM sy: gesucht. Spedition 6012 Fürchtet in wurde, oder 1) l^hmungen, haften Nenen- ; oschure „ üeber 3ilunge,3.Anfl1 -BatailloDBarzt ihofen, Bayern 1 ien. 227 inen Raten. Zerkstätte. «nöl. n selbst aus- keinen Loden udtflehcnbite ie billigsten I; chamker, Dimstmäd- iur solche mit Msichligl. II. Stock- uen 6054 chlesfinger. 6 tp*! F 3oÖ ölt: _ de. Er;ablung von Bcklcr- fie Entdeckung Mit dreiJllu- Musiker !' >n H. A. Kost> rubin Kreuzer. Verein vom FamilrcnM- m. Da A- bt 3111 ®? 6 Duift °"d ter. - «'«1’ Ifew'tr.* ZIS E SS bd *" „tber^ itung- __ Nr. 200 Erstes Blatt. Sonntag dm 29. August 1886. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. •tmaot Schulstrafie 7. Erscheint täglich mit AtlSnahme befl Montag». Prei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinydefce. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 60 Pf. Amtlich er PH ei l. Betreffend: Quartlerleistung für die bewaffnete Macht im Frieden. Gießen, am 27. August 1886. Gefunden: 1 Halsbinde, 1 Paar Strümpfe, 1 Hammer, 1 Wägelchen. Gießen, am 28. August 1886. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Kraemer. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des KreifeS. Sie wollen die Liquidationen über gelieferte Fourage pro I. Semester 1886/87 — 1. April bis Ende Septbr. l. I. längstens bi» zum l.Oetoberl.J an uns einsenden. Falls keine Fourage in der fraglichen Zeit geliefert wurde, ist dies dierher anzuzeigen. I. V.: Nover. Deutschland. Darmstadt, 26. August. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 23) enthält: 1. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That: Se. König!. Hoheit der Grobherzog haben dem Schiffer Franz Schier zu Mombach in Anerkennung der am 20. Mai l. Js. von demselben mit Muth und Entschlossenheit und unter eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung zweier Mädchen im Alter von 7 und 13 Jahren vom Tode des Ertrinkens eine Geldprämie zu bewilligen geruht. 2. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That: Se. König!. Hoheit der Großherzog haben dem Karl Barnscheidt au» Mombach in Anerkennung der von demselben am 21. April d. Js. mit Muth und Entschlossenheit und unter eigener Lebensgefahr vollbrachten Rettung de» 4jährigen Söhnchen» de» Schiffer» Peter Krapp III. aus Weisenau vom Tode de» Ertrinkens die Rettungs-Medaille zu verleihen geruht. 3. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1886 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religions-Gemeinden im Kreise Mainz. 4. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Friedberg, die Erhebung einer nach' träglichen Umlage für 1883/86 in der israelitischen Gemeinde Rieder-Weisel betreffend. 5. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Etatsjahr 1886/87 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Com- munal-Bedürfnisse in den israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Gießen. 6. Verzeichniß der Vorlesungen, Uebungen und Praktika, welche im Winter-Semester 1886/87 in den 6 Fachabthellungen der Großherzoglichen tech- Aischen Hochschule zu Darmstadt gehalten werden. 7. Ordensverleihungen. 8. Abwesenheitserklärung. 9. Dienstnachrichten: Se. Konigl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 8. Mai dem evang. Pfarrer Paul Benemann zu Frankfurt a. M. die evang. Pfarrstelle zu Silbe!, am 10. Juni dem evang. Pfarramts-Candidaten Johs. Fritsch zu Schwarz dir evang. Psarrstelle zu Schwarz zu übertragen; am 7. Juli den zum Kreisveterinärarzt des Kreisveterinäramts Alzey ernannten Dr. Wllh. Eller zu Worms wieder zum Kreisveterinärarzt des Kreisveterinäramts Worms, -an demselben Tage den zum Kreisveterinärarzt des Kreisveterinäramts Worms ernannten Dr. Johann Erbnich zu Rimbach wieder zum Kreisveterinärarzt des Kreisveterinäramts Rimbach zu ernennen; am 17. Juli dem evang. Hoskaplan und Pfarrassistenten Hermann Keller zu Schönberg die dritte evang. Psarrstelle zu Worms zu übertragen. Am 9. Juli wurde dem Schulamtsaspiranten Johs. Eißseller aus Groß- Felda eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Ofleiden übertragen; an dems. Tage wurde der von dem Herrn Grasen zu Erbach-Fürstenau aus die Lehrerstelle an der Gememdeschule zu Steinbach präsentirte Schullehrer Ph. Hoffart zu Weiten-Gesäß für diese Stelle, am 11. Juli wurde der von dem Herrn Grasen zu Alt - Leiningen - Westerburg aus die erledigte erste Lehrerstelle an der Gemeinde- fchule zu Ilbenstadt präsentirte Schullehrer Johann Georg Simon Ahlbach zu Mühlheim für diese Stelle, am 13. Juli wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach aus die Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Kirch-Beersurth präsentirte Schulamtsaspirant Adam Blumenschein aus Rieder-Kainsbach für diese Stelle bestätigt; an dems. Tage wurde dem Schulverwalter Heinr. Deffaa zu Horchheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst, am 14. Juli wurde der Schulamtsaspirantin Katharina Schmalze! aus Hechtsh-im eine Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Rieder-Olm, am 16. Juli wurde dem Schullehrer Johann Peter Jost zu Dauernheim eine Lehrerstelle an der Gememdeschule zu Raibach übertragen; am 21. Juli wurde der Militäranwärter Karl Lau aus Weibdors zum Kanzleiwärter im südlichen Collegtenhause zu Darmstadt, mit Wirkung vom 18. d. Mts. an, ernannt; am 24. Juli wurde dem Schulamtsaspiranten Johann Heinrich Eifert aus Metzlos eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rumpenheim übertragen; am 26. Juli wurde dem Ferdinand Schopbach aus Alsfeld das Patent als Geometer 1. Klasse für den Krek» Friedberg erthellt; am 27. Juli wurde dem Schulamtsaspirante« Anton Nicolai aus Ober-Mörlen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ockstadt übertragen. 10. Dienstentlassungen. 11. Charakterertheilungen. Kesternich. Wien, 27. August. Die „Polit. Corr." meldet aus Lemberg: Fürst Alexander ist um 2 Uhr hier eingetroffen. Er erwartet Riedesel und Koch. Eine ungeheure Menschenmenge brachte ihm enthusiastische Huldigungen. Der Fürst küßte ein Kind, daS ihm ein Bouquet übergab. Ein Journalist trat heran und hielt eine kurze Ansprache und schloß mit den Worten: „Pereant die Verräther!" Beim^ Verlassen des Bahnhofs bemächtigt sich das Publikum des Fürsten, hob ihn auf die Hände und trug ihn in den Wagen. Der Fürst setzt morgen seine Reise nach Breslau fort. (F. Z.) Telegraphische Depesche«. Delir* UU««. Bg in Aussicht; darunter sei der Generaladjutant Stalypin, welchem das Obercommanda d-r bulgarischen «rmeMugebagt, fd. aufj ob bie Regent- schäft in Bulgarien von einiger Dauer sein, ob sie es verstehen werde, die Ordnung ausrecht zu erhalten, ihren Entschließungen Achtung durch die Armee zu verschaffen. Das sei zu hoffen im Interesse des von der Anarchie bedrohten, allen Aengsten der Ungewißheit preisgegebenen Landes. Die Fürsorge der Mächte, an welche das Ministerium in Sofia appellirt habe, werde Bulgarien sicherlich nicht fehlen. Das Land werde aber gut thun, sich dieser Fürsorge würdig zu erweisen, indem es wenigstens bis zur Festsetzung seiner Geschicke die materielle Ordnung aufrechthalte. Das Journal weist darauf hin, daß die auswärtige Presse mehrfach geltend gemacht habe, daß die Entthronung des Fürsten gestatte, die orientalische Angelegenheit mit mehr Ruhe in's Auge zu fassen. Die Ansicht sei von der Ueberzeugung dictirt, daß -ie drei Kaiserreiche mehr als je darin einig seien, den Frieden zu erhalten und den Ereignissen in den Donauländern den localen Character zu wahren. Die Begegnung in Franzensbad werde solche Zuversicht nur stärken können. Sie wird des weiteren Zeugniß davon ablegen, daß die kaiserlichen Regierungen entschlossen seien, ihre Action in Einklang zu bringen, sich durch die Ereignisse nicht fortreißen zu lassen, daß sie es verstehen werden, die Ereignisse im Interesse des allgemeinen Friedens zu beherrschen. — Nach amtlichen bis zum 21. August reichenden Berichten dürften die Ergebnisse der diesjährigen Getreideernte des europäischen Rußland theils befriedigende, Heils nur mittelmäßig sein, da der letzte anhaltende Regen die Einbringung des Wintergetreides, namentlich des Roggens, vielerorts, wie in den Gouvernements Orek, Pensa, Samara, Saratow und Simbirsk, behinderte. Belgrad, 27. August. Man versichert, daß die Zeitungsnachrichten von einer angeblichen Mobilisirung der serbischen Armee vollkommen unbegründet sind. Bukarest, 27. August. Der Metropolit erhielt vom Hofprediger Kocy aus Lemberg folgendes' Telegramm: In Bulgarien herrscht keinerlei Unruhe, kein Tropfen Blut wurde vergossen. Ich reiste unbehelligt durch das ganze Land und fand eine fast einmüthige Entrüstung über die Ehrlosigkeit der Verschwörer gegen den Fürsten Alexander. Bukarest, 27. August. Der „Epoca" zufolge ist der Abgeordnete Tirnowas, Gradiarow, mit einem Schreiben Seambulow's eingetroffen. Er wartet hier Nachrichten von Hofprediger Koch und v. Riedesel ab, welche dem Fürsten entgegengereist sind. , — Der König kehrt heute nach Sinaja zurück. Bratiano hat sich nach Florrca begeben. Konstantinopel, 27. August. Dem Vernehmen nach erwiderten die Machte auf das Rundschreiben der Pforte vom 23. d. M., sie warteten weitere präcise Nachrichten über die Ereignisse in Bulgarien ab, bevor sie das Rundschreiben beantworten könnten. Konstantinopel, 27. August. Einer Meldung aus Philtppopel vom 25. d. M. zufolge ging der Kommandant der ostrumelischen Truppen, Oberst Mandurow, mit zwei Regimentern und einer halben Batterie nach Sofia, um die Anhänger des Fürsten zu unterstützen. Sämmtliche bulgarischen Truppen, ausgenommen 3500 Mann, hatten sich geweigert, der revolutionären Regierung den Eid zu leisten. Jugenheim, 27. August. Prinz Alexander erhielt heute Mittag durch ein Telegramm vom Fürsten von Bulgarien die Nachricht, daß er um 9 Uhr Morgens die russisch-österreichische Grenze passirt habe und um 2 Uhr in Lemberg einzutreffen gedenke. _____________ Lemberg, 28. August. sPrivatdepesche.j Heute früh ist Hierselbst Prinz Ludwig von Battenberg eingetroffen. Ueber die Weiterreise des Fürsten Alexander verlautet bisher nichts. Bulgarien. Dem „Pesther Lloyd" entnehmen wir den folgenden ausführlichen Bericht eines Augenzeugen über den Staatsstreich in Sofia: „Ich befand mich in der Nacht auf Samstag in Gesellschaft. Es war 2 Uhr, als wir den Heimweg antraten, der am Palais des Fürsten vorbeisührte. Als wir uns dem Palais näherten, hörten mir plötzlich den gleichmäßigen Schritt ebner an- marschirenden Truppe. Bald darauf entstand ein dumpfes Gepolter auf der Schloßwache; ein schrecklicher, markerschütternder Angst- und Hülferuf durchzitterte die Stille des heraufdämmernden Morgens, dann war Alles wieder still, todtenstill. Einige Wachsoldaten, die Widerstand leisten wollten, waren niedergemacht worden, die Uebrigen fügten sich lautlos. Es waren ein Bataillon von Küstendil und zwei Compagnien, bestehend aus Zöglingen der Junkerschule, welche aufmarschirten und alle Zugänge zum Schlosse besetzten. Das war zu dieser Zeit überhaupt die ganze Besatzung von Sofia, denn alle übrigen Truppen waren in den letzten Tagen nach Slivnica verlegt worden, theils zu den Hebungen, theils vorsichtshalber und der „serbischen Rüstungen" wegen. Wie es sich nämlich jetzt herausstellt, sind schon seit Wochen systematisch falsche vertrauliche Berichte der bulgarischen Regierung zugemittelt worden, des Inhalts, Serbien rüste im Geheimen und beabsichtige einen plötzlichen Ueberfall. Diese fortwährenden Verdächtigungen Serbiens führten zum ersehnten Ziele der Zankowisten. Die bulgarische Hauptstadt war von Truppen entblößt, und mir ein Bataillon, dessen Commandant Gruew, ein junger, ehrsüchtiger Streber, mit Zankom und dem Metropoliten Klement im Einverständnisse war, blieb in Sofia zurück. Während alle Eingänge des Schlosses besetzt wurden, erwachte auf das Geräusch ein Hofbeamter, der im Parterre schlief. Dieser hatte kaum einen Blick in den Hofraum geworfen, als ihm die Situation vollkommen klar war. Es muß dabei bemerkt werden, daß der Fürst Freitag Vormittags einen anonymen Brief erhalten hatte, der das ganze Complot mittheilte. Der Fürst lachte jedoch über die Drohung, las sie seinem Vertrauten vor und warf dann das Schreiben in den Briefkorb. Der obenerwähnte Hofbeamte stürzte sofort in das Zimmer des Prinzen Franz Joseph; dieser trat in den Hof hinaus, den Verschworenen entgegen. Es entspann sich ein heftiger Wortwechsel, der so laut geführt wurde, daß Fürst Alexander durch denselben aufgeweckt wurde. Wenige Minuten später erschien er bereits nur halb angekleidet im Hofe an der Seite seines Bruders und rief: „Was geht hier vor?" Die gebieterische Gestalt des Fürsten und seine Kaltblütigkeit machten einen imponirenden Eindruck auf die Verschwörer, die sich unwillkürlich beim Erscheinen des Fürsten verneigten und verstummten. Gruew, der mit zwei Offizieren in der vordersten Reihe stand, nahm nun das Wort und setzte in ruhigem, gemessenem Tone dem Fürsten auseinander, daß das Wohl Bulgariens seine Abdankung erheische. Der Fürst wies diese Zumuthung kurz zurück, ohne sich übrigens in einen Austausch von Meinungen mit den Verschwörern einzulassen. Gruew wurde darauf dringender, zeigte beim Fenster auf die vor dem Schlosse aufmarschirte Truppe hin und sagte, die ganze Armee verlange stürmisch die Abdankung des Fürsten und den Schutz des Czars aller Russen, den Der Fürst so schwer beleidigt habe. Der Hinweis auf die unten aufgestellte Truppe, der Anblick der hoffnungsvollen militärischen Jugend Bulgariens, die ihren ersten Schritt in's junge Leben mit einem Verrathc ihres Kriegsherrn begann, der persönlich die Bildungsanstalt geschaffen und eingerichtet hatte, Übte auf den Fürsten eine erschütternde Wirkung aus. Die Stirne an die Glasscheibe gelehnt, blickte der Fürst einen Moment sinnend durch das Fenster auf die Truppe hinaus, dann wendete er sich um und sagte nicht ohne Weichheit in der Stimme: „Wohlan, verfassen Sie die Abdankungs-Urkunde, ich werde Sie unterschreiben. Wenn mich meine Truppen verlassen, meine Offiziere und Soldaten, die ich zum Siege geführt, im Stiche lassen, dann habe ich in diesem Lande nichts weiter zu suchen. Schreiben Sie, was Sie wollen, aber schnell!" Dann verließ der Fürst das Vestibüle des Parterres, in welchem diese Scene stattgefunden hatte, stieg die Treppe in den ersten Stock hinauf, wo sich das Schlafzimmer befand, um sich völlig anzukleiden. Die Verschwörer hatten die Urkunde schon fertig in der Tasche, folgten daher dem Fürsten auf dem Fuße, ließen ihn nicht mehr aus den Augen und legten ihm oben im Zimmer das Actenstück zur Unterschrift vor. Der Fürst nahm schweigend die Urkunde, schrieb mit sicherer Hand darunter: „Alexander. Gott schütze Bulgarien!" Darauf wurde dem Fürsten in sehr dringlicher Weise nahegelegt, sofort abzureisen. Er zeigte sich hierzu bereit, verlangte aber, in Gesellschaft seines Bruders die Fahrt anzutreten. Das wurde zwar bewilligt, ihm jedoch zugleich bedeutet, daß der Prinz nur in einem zweiten Wagen ihm folge, ferner auch, daß Niemand von der fürstlichen Umgebung sich anschließen dürfe. Im Ganzen wurde dem Fürsten höflich begegnet, nur titulirten ihn die Verschwörer nicht mehr „Hoheit", sondern „Knas“ (Fürst). Er beendete seine Toilette und begab sich, geleitet von einem Spalier Soldaten, ferner von 'Gruew und zwei Offizieren, in das etwa 150 Schritte seitwärts des Palais liegende KriegsMinisterium, wohin auch später Prinz Franz Joseph gebracht wurde. Inzwischen fuhren zwei Wagen vorhin welchen Alexander und der Prinz mit je zwei Offizieren und einem bewaffneten Soldaten Platz nahmen. Einige Kavalleristen eröffneten und schlossen den Zug. Es war 3Vr Uhr Morgens, als die beiden Kaleschen sich auf der Straße gegen Berkovicza und den Ginci-Paß in Bewegung setzten. Vor der Abfahrt sagte der Fürst zu Gruew: „Ich habe gar kein Geld bei mir, lassen Sic doch Herrn Menges kommen." Letzterer, ein Deutscher und erprobter Vertrauensmann des Fürsten, verwaltete nämlich die Privat-Schatulle. Den Verschwörern war vor Allem darum zu thun, den Fürsten schleunigst aus der Stadt zu bringen; in Folge dessen wollten sie in keinem Falle eine Begegnung desselben mit irgend einer Person seines Gefolges gestatten. Daher sagte Gruew, er werde selber dafür Sorge tragen, daß Menges dem Fürsten Geld nach Lom-Palanka nachsende, was thatsächlich am selben Tage noch geschehen ist. Nach der Abreise des Fürsten gingen die Verschwörer zum Metropolit Klement, tiber mit Zankow als die Seele der Bewegung zu betrachten ist. Inzwischen war das anze Bataillon in kleinere Wachabtheilungen aufgelöst, welche die öffentlichen Gebäude und jene Häuser besetzten, in denen die Minister, distinguirte Fremde und die bekannteren Anhänger Karawelow's wohnten. Aus diesen Häusern wurde Niemand heraus- gelassen, nicht einmal die Dienstboten, die des Morgens Wasser holen wollten. Niemand wurde in dieselben hineingelassen. Gleichzeitig durchzogen Patrouillen die Straßen und trieben alles Volk, das keine Ahnung von dem Vorgefallenen hatte, in die Kirche; jedem in die Kirche Eintretenden wurden von eigens dazu aufgestellten Leuten ein bis zwei Rubel in die Hand gedrückt. Einen besonders guten Eindruck machte dieser Vorgang bei jenen Leuten, die mit ihren Producten auf den Markt gefahren kamen und sehr angenehm überrascht waren, Geld zu erhalten, ohne die Maaren, absetzen zu müssen. Vor 5 Uhr hielt der Metropolit einen Gottesdienst, wobei er den Gläubigen verkündete, Gott jhabe das bulgarische Volk von dem Prinzen Battenberg erlöst und es wieder dem Schutze des mächtigen Czars aller Russen gnädigst zugeführt. Nach dem Gottesdienste gab die kleine Truppe vor der Kirche drei Salven ab, um das „freudige Ereigniß" zu feiern. Diese Salven weckten erst die der besseren Hälfte angehörige Bevölkerung, die erstaunt auf die Straße eilte und sich nicht zu fassen vermochte, als sie erfuhr, der Fürst habe abgedankt, sei bereits abgereist uno die neue Regierung gebildet. Die Volksmenge wurde inzwischen zum russischen Eonsultat getrieben. Dieses ist ein einstöckiges Haus mit einem Balkon. Auf dem Balkon standen Bogdanow, der russische Consular-Verweser, zu seiner Rechten der Metropolit Klement und zur Linken Zankow, im Hintergründe Gruew. Der Metropolit erhob beide Arme und sagte, er. wolle das Volk segnen, und- dieses kniete nieder, um den geistlichen Segen zu empfangen. Die Agitatoren riefen inzwischen Ural)! und flehten Bogdanow um Hilfe an, welche dieser im Namen des Czars auch zusagte. So verliefen die Dinge und nur wenige Leute hatten eine Ahnung von der Wahrheit, daß nämlich nur eine Handvoll Leute das Ganze arrangirt hatten. Erst viel später, im Laufe des Tages, als allmählich die Wahrheit offenbar wurde, kam das Publikum zur Besinnung und verfluchte offen die Missethäter, die den Fürsten verjagt hatten. Was für Mittel die Verschworenen angewendet, ist aus Folgendem, zu ersehen- Es durfte Niemand die besetzten Häuser verlassen; ohne Unterschied wurde Jedem mit Erschießen gedroht. Der Sofianer Vertreter des Baron Hirsch durchbrach diese Ordre, worauf ihm zwei Kugeln um die Ohren pfiffen und er es oorzog, um- zukehren und ruhig in seiner Wohnung zu verbleiben. Samstag und noch Sonntag wurden alle Depeschen und Befehle mit den Namen Karawelow's und des Kriegs- Ministers Nikiforow unterzeichnet. Beide proteftirten und drohten; besonders Nikiforow geberdete sich wie wüthend. Trotzdem dauerte die Fälschung fort, und nur dieser Fälschung ist der geringe Erfolg zu danken, der ursprünglich erzielt worden war- Inzwischen wurde unter das gemeine Volk reichlich Geld ausgetheilt; aber die gebildeten Leute murrten laut trotz des terroristischen Regiments. Vor Allem wurde verordnet, daß keinerlei Depeschen abgeschickt werden dürfen, nicht einmal Seitens der Diplomaten und Vertreter. Darauf verständigten sich der deutsche und der österreichisch-ungarische Vertreter und sendeten ihre Berichte mit einem Vertrauten ab, der sie in Pirot nach. Wien und Berlin aufgeben sollte. An der Grenze wurde jedoch der Bote aufgehalten. Er wollte nach Sofia telegraphiren, um dem deutschen Vertreter das Geschehene zu melden, die Depesche wurde jedoch nicht angenommen- Da kam er selbst zurück. Der deutsche Vertreter begab sich hierauf zu Zankow und sprach mit diesem in einem Tone, welcher der richtige gewesen zu sein scheint, denn alsbald gab Zankow augenblicklich den Befehl, den Boten passiven zu lassen, Dieser ging ab und kam glücklich nach Pirot. Solche Intermezzos kamen einige vor, aber nur der deutsche Vetreter hatte mit seiner Reklamation Etwas erreicht. Ueber den Fürsten und seinen Verbleib wußte man in der Stadt bis zu meiner Abreise gar nichts. Mit jeder Minute jedoch wuchs die ihm günstige Partei und gewann an Muth. Die größte Entrüstung bemächtigte sich des Publikums, als man erfuhr, daß etliche Schurken nicht nur dem Fürsten Gewalt angethan, sondern ihn auch durch Lüge und Betrug entfernt hatten- Am Sonntag sah man nur noch bezahlte Leute, die gegen den Fürsten sprachen. Der Belagerungszustand war proklamirt und damit trat auch für Die Gegenpartei Schweigen ein.* Univerfität- - Ghrorrik. — Der am 16. Juni d. I. verstorbene Professor Dr. Cunitz hat, nach Abzug einiger unbedeutender Legate, sein Vermögen im Betrage von etwa 180,000 JL der Kaifer-Wilhelms-Unioersität zu Straßburg vermacht. Der Testator hat datan diL Bedingung geknüpft, daß dasselbe 20 Jahre verzinst werden muß. Ueber die Verwendung soll jährlich eine Commission von je 3 protestantischen Mitgliedern der fünf, Fakultäten bestimmen. Stipendien sollen damit nicht gegründet werden. Lokales. Gießen, 28. August. Zum Abschiede von Herrn Regierungsrath v. Bechtold, welcher als Kreisrath von hier nach Erbach versetzt worden ist, hatte sich gestern Abend eine größere Zahl seiner Freunde und Bekannten in Stein's Garten dahier eingefunden. Die Feier verlief aufs Schönste und dürfte dem Scheidenden den letzten Abend seines Hierseins noch besonders angenehm gemacht haben. Der Genannte kann davon überzeugt sein, daß sein freundliches gefälliges Wesen und seine pünktliche Dienstführung ihm hier viele Freunde erworben hat, welche ihn nur ungern von hier scheiden sehen. ______________________ Vermischtes. x Darmstadt, 27. August. Heute Morgen 9 Uhr begannen die Verhandlungen gegen die s. Z. in Haft gewesenen Studirenden der Technischen Hochschule wegen. Zweikampfs mit tödtlichen Waffen. Die Anklage vertrat der Staatsanwalt Dr. Schmidt. Rach nur sehr kurzen Erhebungen erhielten sämmtliche Angeklagten eine Festungsstrafe von 3 Monaten. Vertheidiger war Rechtsanwalt Hallwachs. Wie wir hören, haben sämmtliche Betheiligten Berufung eingelegt. — Ein schweres Gewitter hat am Dienstag Nachmittag einen Theil von Starkenburg und Rheinhessen heimgesucht. In Biblis fiel ein furchtbarer Platzregen mit starken Schloßen, es war fast ganz dunkel; der Blitz tödlete ein Pferd und eine Kuh. Auch in Lampertheim tobte das Unwetter in heftigster Weise, der Blitz dachte ein Haus ab, ein anderer Strahl lähmte einen Bäcker am Arm. In Sprendlingen bei Offenbach schlug der Blitz in die Kirche und an verschiedenen anderen Stellen ein. In Langen schlug der Blitz in einen Stall und tödlete zwei Kühe. In Mainz fielen, wie man uns von dort schreibt, solche Regenmassen, daß die Straßen- bahn ihren Verkehr einstellen mußte, da das Wasser in die Wagen lief. In Büdesheim fiel starker Hagel. Das Wasser stand fußhoch in den Straßen und auf der Chaussee lag die abgeschwemmte Erde über einen halben Meter hoch. In Aspisheim äscherte der Blitz ein Haus ein. In Worms zog sich Abends gegen 6 Uhr, wie die „W. Z." schreibt, ein Gewitter zusammen, welches mit außerordentlicher Heftigkeit stundenlang anhielt ur.b von strömendem Regen begleitet war. Die unterirdischen Canäle konnten die Wuisermassen nicht alle aufnehmeu und so wälzten sich die Fluthen durch die Straßen, allen Verkehr hemmend, in vielen Häusern drang das Wasser in die Keller (in der Puffertsgasse stand das Wasser 13/a Meter hoch im Keller). Das Unwetter war auch von starken Schloßen begleitet, welche viele Vögel erschlugen; mehrere Bäume wurden vom Blitz getroffen und gänzlich gespalten. Mehrmals erfolgten starke Blitzschläge in nächster Nähe, deren einer das Gebälk der Andreas- kirche auf dem Fruchtmarkte traf, ohne jedoch zu zünden- Der Bahnhof war in einen vollständigen See umgewandelt. In der Bahnhofstraße lagen mehrere hundert getödtete Vögel, sowie vieles Laubwerk und abgerissene Aeste von den Kastanienbäumen. Auch am Mittwoch Nachmittag herrschte über Worms ein schweres Gewitter mit förmlichen Wasserströmen. Das Gewitter am Dienstag zog auch über Horch heim. Die schwarzen Wolken brachten eine förmliche Finsternitz hervor. Regen und Schloßen fielen in dicken Massen vom Winde gepeitscht hernieder und der Blitz schlug zweimal in Häuser ein. Während bei dem einen Schlag an den Ziegeln des Daches seine deutlichen Spuren erkennbar sind, traf in einem anderen Hause der Bitz einen 13jährigen Jungen, welcher auf dem Platze tobt blieb und eine 20jährige Frau Namens Külzer, welche sich vor dem Unwetter in dieses Haus geflüchtet hatte, wurde ebenfalls vom Blitze besinnungslos zur Erde geschleudert. Die Frau wurde erst nach längerer Zeit zum Bewußtsein gebracht, sie ist auf der einen Seite des Gesichts ganz braun geworden und an allen Gliedern fast lahm. — In Weinsheim haben die Schloßen argen Schaden angerichtet, viele Fenster wurden durch die dicken Eiskörper zertrümmert. nn _ . (D- Z.) Mainz, 26. August. [Unfafl.J Ein Unteroffizier vom 88.Jnfanterre-Regrment hat sich kürzlich sehr schwer beschädigt. Derselbe war auf dem Schießstand damit beschäftigt, Gewehre älteren Kalibers, welche hier in dem Zeughaus lagern, auf ihre Schußfähtgkeit zu prüfen, eine Arbeit, die jedes Jahr an einem Theil der Gewehre vorgenommen wird, so daß von Zelt zu Zeit jedes der Gewehre wieder einer Prüfung unterzogen wird. Kaum hatte aber der Unteroffizier einige Schüsse aus einem solchen Gewehr abgefeuert, als die Kammer des letzteren zersprang und der Unteroffizier sehr gefährlich im Gesicht verletzt wurde. Die Heilung des Mannes wird monatelang andauern. Pfungstadt, 24. August. Heute Nachmittag wurde in der Seilerstraße beim Graben eines Fundaments 2 Fuß unter der Erde ein menschliches Skelett aufgefunden. Da vor ca. 40 Jahren dorten ein Mann spurlos verschwunden sein soll, wobei es damals geheißen, er habe seine Frau böswillig verlassen und sei nach Amerika ausgewandert, so glaubt man hier ein Verbrechen entdeckt zu haben. Frankfurt, 24. August. Ein hiesiger Millionär hat in einer österr. Lotterie 250,000 Gulden gewonnen. Der hat's nölhig! — Die Passagiere des Norddeutschen Lloyddampfers „Werra", welcher bekanntlich auf der Fahrt nach Newyork von einem Unfälle betroffen wurde, haben folgende Beschlüsse gefaßt: In Betracht dessen, daß in der Nacht des 30. Juli 1886 der Dampfer „Werra" in einer Entfernung von mehr als 1000 Seemeilen von Newyork durch einen Unfall, welchen weder Seemannskunst noch Wachsamkeit hätte verhindern können, ernstlich zu Schaden kam; ferner in Betracht dessen, daß Kapitän Richard Bussius die Gemüther der Passagiere durch sein gewinnendes und Vertrauen ein- flößendes Wesen zu beruhigen wußte und, auf's Beste unterstützt von Officieren und Mannschaft, die Sicherheit aller durch schlagfertiges und zweckmäßiges Handeln herbeiführte, wird beschlossen, daß wir unsere Anerkennung und Bewunderung aussprechen für seine Geschicklichkeit, Tüchtigkeit und sein offenherziges und zuvorkommendes Wesen, und wird ferner beschlossen, daß wir dem Norddeutschen Lloyd dazu Glück wünschen, in seinem Dienste einen so leutseligen Herrn und so befähigten Seemann zu haben, der, als nach zwanzigjähriger Dienstzeit zum ersten Male ein Unfall ihn heimsuchte, sich diesem gegenüber vollständig gewachsen zeigte, und wird letztlich beschlossen, daß obige. Beschlüsse in den Newyorker und Bremer Zeitungen veröffentlicht und eine Abschrift derselben dem Herrn Kapitän Bussius eingehändigt werden soll. — [2)ie letzte Arbeit.) Das „Franks. Jnt.-Bl." erzählt: Ein Schreiner in der C—straße in Bockenheim, welcher von einer unheilbaren Brustkrankheit heimgesucht war, fühlte, daß es mit ihm zu Ende ging. Mit Aufbietung all' seiner Kräfte fertigte er sich selbst den Sarg an und drapirte ihn auch aus. Nachdem der Sarg in das Schlafzimmer des Schreiners verbracht worden war, legte sich dieser zu Belt. Am andern Morgen war er tobt. — Ein entsetzlicher Unglückssall trug sich in einem Geschäftshause in Cassel zu. Das Ladenmädchen wollte sich nach ihrem im oberen Stockwerk belegenen Schlafzimmer begeben, als auf der Treppe in der Hand des Mädchens die Petroleumlampe explodirte. Das Mädchen stürzte zur Erde und wurde von dem brennenden Petroleum übergossen, so daß es schwere Brandwunden am ganzen Körper davontrug, obwohl sofort die Hausbewohner zur Hilfe herbeieilten und durch Auflegen von Bettzeug und Decken die Flammen erstickten. 3 Aerzte waren fefort zur Stelle, doch war ihre Kunst vergebens; unter entsetzlichen Schmerzen erlag die Bedauernswerthe den Brandwunden. — [(Sin aufmerksamer Sohn.) Vater (zu seinem neunjährigen Fritz): Sag' einmal, Fritz, habt Ihr nicht morgen Schulprüfung? — „Jawohl, Papa, aber komm' ja nicht hin, Du blamirst Dich furchtbar. . . ." Schiffs-Bewegung der Postdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft. Hamburg, 25. August. Das Deutsche Dampfschiff „Polaria", Capt. Schade, ist am 24. August, 8 Uhr Morgens, wohlbehalten in New-Aork angekommen. Handel und Verkehr. Gießen, 28. August. Auf dem heutigen Markt kostete. Butter per Mund •* 0.80—0.90, Hühnereier 2 St. 11—0 H, Enteneier St. 5—6 H, Käse pr. St. 4—9 A, Käsemotte 3—0 H, Erbsen pr. Liter 20 Linsen 32 Tauben per Paar 0,50 bis 0,70 Hühner per Stück X OVO—1.00, Hahnen pr. Stück 0.45—0.75, Enten per Stück X 1.00—1.50, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 Kuh- und Rindfleisch 52—56 Schweinefleisch 54—60 A, Hammelfleffch 50-66 H, Kalbfleisch 46—50 A, Kartoffeln per 100 Kilo X 3.00-4.50, Milch per Liter 12-18 4, Zwiebeln per Centner X 4.00—5.00. Auszug aus dm Staudrsamtsregistrru des Staudesamts Sieben. (Nachdruck nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet.) August: 21. Johannes Schadt II., Hülfstelegraphist zu Gießen mit Emllie Schauermann von Hungen. 25. Heinrich Theodor Gustav Schmidt, Kaufmann zu Gießen, mit Amalie Louise Schmidt von Wetzlar. 26. Hermann Josef Baches von Neuß, Bürstenmacher zu Butzbach, mit Wilhelmine Charlotte Süß von Katzmfurt, wohnhaft zu Gießen. 26. Carl Johann Leopold Kaul, Premier-Lieutenant im Großh. Hessischen Infanterie-Regiment Nr. 116, mit Friederike Wilson von hier. «heschiietznngen. August: 23. Großh. Gymnasiallehrer Dr. Georg Philipp Adam Eberhard Ihm zu Bensheim a. d. B. mit Mathilde Becker von hier. Geborene. August: 16. Dem Locomotivheizer an der Main-Weser-Bahn Wilhelm Klein eine Tochter, Lina Johanna. 17. Dem Bierbrauer Ernst Franke eine Tochter. 18. Dem Spengler Friedrich Bintz eine Tochter. 18. Dem Feldwebel Heinrich Adolph eine Tochter. 19. Dem Schutzmann Bernhard Krause eine Tochter, Marie Ernestine Elisabethe Wilhelmine. 19. Dem Schneider Franz Metz eine Tochter, Katharine. 19. Dem Dienstmann Friedrich Schmidt III. eine Tochter, Karoline Elisabethe. 21. Dem Taglöhner Johannes Wagner VIII. ein Sohn. 23. Dem Realgymnasiallehrer Franz Schwabe eine Tochter. 23. Dem Civilkrankenwärter Eduard Otto ein Sohn, Eduard Heinrich. 23. Dem Kaufmann Heinrich Boller ein Sohn. 24. Dem Schreiner Rudolph Kutzer eine Tochter, Alma Marie. 24. Dem Schreiner Christian Reitz eine Tochter, Marie Henriette. 25. Dem Küfer Georg Reichwein ein Sohn. 25. Dem ßiqueurfabrifanten Isidor Katz ein Sohn. 25. Dem Schneider Johann Peter Leilich eine Tochter, Anna Marie Margarethe. Gestorbene. August: 20. Johanna Helene Martha Beinhauer, 3 Monate alt, Tochter von Wagen-Revisor Justus Beinhauer dahier. 21. Friedrich Balthaser Carl Pietsch L, 65 Jahre alt, Tanzlehrer von hier. 22. Wilhelm Martin Pfeil, 1 Monat alt, Sohn von Schreiner Carl Pfeil dahier. 24. Emil Engel, 4 Jahre alt, Sohn von Arbeiter Ludwig Engel dahier. 27. Johannes Kreiling, 62 Jahre alt, Privatmann dahier. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadl Sietzru. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Dm 22. August. Dem Bahnarbeiter Heinrich Enders ein Sohn, Adolf, geboren den 10. Juli. Denselben. Dem Fuhrmann Wilhelm Wilke zwei Söhne, August und Gustav, geboren den 28. Juni. Denselben. Dem Hilfsheizer Georg Keller eine Tochter, Johanna Elisabeth Luise, geboren den 4. August. Denselben. Dem Händler Heinrich Karpf ein Sohn, Wilhelm, geboren dm 7. August. Denselben. Dem Uhrmacher Carl Mette eine Tochter, Anna Luise Albertine Emma, geboren den 28. Juli. Den 25. August. Dem Packmeister Andreas Lauer ein Sohn, Hermann, geboren den 30. April. Beerdigte. Den 23. August. Karl Pietsch I., Privatmann, alt 65 Jahre, starb dm 21. August. Denselben. Georg Schad, Taglöhner, alt 40 Jahre, starb den 21. August. Den 24. August. Heinrich Müßing, Musketier, alt 23 Jahre, starb dm 22. August.______________________________________________________________________________ Temperatur der Lahn. Am 28. August, zwischm 11 und 12 Uhr: Wasser 17°, Luft 20° R. im Schatten. L. Cbr. RÜbsamen. Allgemeiner Anzeiger. Lony’s Bierkeller. Bon heute ah: Zell - Würzburger Bier im Zapf. 6114 • .XöX 6104 Eine ältere Person, welche bürgerlich kochen kann und die Hausarbeit versteht, wird in ein Landstädtchen gesucht. Näheres Frankfurterstr. 40, 3. Stock. 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Bürgermeisterei Großen-Buseck. Stephan. 6115 Bekanntmachung. An den Werktagen vom 1. bis inet 20. k. Mts. — Vor- und Nachmittags — wird für Gießen die Erhebung der directen Steuern und gleichzeitig der Tilgungsrenten öorgenommen. — Die nächstfolgenden 5 Tage sind für die auswärtigen Erhebungen erforderlich. Großherzogliche Districts-Einnehmerei Gießen I. Dienstag den 7. September, I Nachmittags 2 Uhr, soll auf dabiesigem Ortsgericht das Grundstück zum Nachlaß der Michael Bay Eheleute Flur XXV/13 1513 Meter Acker am Schlangenzahl, zieht durch den Spitgesborner Weg „ XXV/14 1513 Mtr. Acker daselbst meistbietend versteigert werden Gießen, den 28. August 1886. Großherzogliches Ortsgericht. 611?_________ Müller. _ Dienstag den 3». August, i Nachmittag- 2 Uhr, werden im Hause des Georg Lampus, Seltersweq 75, die zum Nachlaß des verst. Friede. Lampus gehörigen Hausgeräthe, namentlich Kleiderschränke, Kommoden, Tische, Stühle, Bettstellen, Bettwerk, Weißzeug, Küchengeräthe, Flaschen u Krüge, ein Oeconomie-Wagen, eine Chaise und andere Gegend stände versteigert. 6125 Jeilgeöolenes. Rhein-V| 90 Pfg. von 25 Str. an unter Nachnahme bittet A von A. Mallaurr, WeinbergSbegder, Kremnach. Stutz-Flügel vorzügl. gut gehaltenes Instrument, 196 Etm. lang, 1o2 Etm. breit, von Wankee & Temmler, Leipzig (Ankaufspreis 1200 Jt) wirb wegen Mangel an Raum billig abgegeben. Näheres bei LouiS Rothenberger, 6103______________Neuenweg 22.______ Schlietzkörbe, Reisekörbe, oval und viereckig, in allen Größen zu billigsten Preisen. O. Fr« Conrad, Mäusburg 15. NB. Eine Parthie Henkelkörbe und Koffer zu und unter Einkaufspreis____________________4450 Salz •en der Großherzogl. 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Warum hat man bei der Vergebung der Zimmerarbeit an dem Schlachthausbau dem Wenigstfordernden die Arbeit nicht übertragen, da derselbe doch gewiß ein achtbarer Mitbürger und in jeder Beziehung sich seinen zwei bevorzugten Eollegen ebenbürtig zur Seite stellen kann- Da es in der Verwaltung selbst liegt, möglichst mit Sparsamkeit zu wirthschaften und unsere hiesigen Verhältnisse es auch verlangen, warum überträgt man jenen Herren die Arbeit, da doch der Stadtsäckel 1131 Ml. hätte sparen können. 6123 Mehrere Interessenten. Sicherer Verdienst Personen, welche mit Gebrauchsartikeln hausiren wollen, belieben sich schriftlich unter Chiffre T. 8536 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. zu wenden._____6116 6121 Eine zuverlässige Putzfrau ge- sucht. Näheres in der Exped- d. Bl. Gesucht ein braver, fleißiger Bursche, der mit 1 Pferd fahren und solches bedienen kann- Näheres im Hess. Hof. 6108 MliM-UW Giessen.^ SeÖanfeter am 2. Scptemöer 1886. Um V24 Uhr Zusammenkunft der Kameraden im Vereinslokal (Schloß- gaffe Nr- 9) zum Abmarsch auf den Friedhof behufs Schmückung der Gräber. Rückmarsch von dort mit Musik nach dem Cafs Leib (Gühlholtz), woselbst Abends Banket und Tanz stattfindet. Nichtmitglieder haben gegen Zahlung von 30 Pfennig Zutritt zum Banket 2C. Die Kameraden werden ersucht, die Vereinsabzeichen anzulegen, axtotTxv falls sie zur Zahlung des Eintrittsgeldes verpflichtet sind.________________6117 Sonntag den 29. und Montag den 30. August findet das Kirchweihfest zu (irossen-Buseck statt, wozu ergebens! einladen die Mirthe (ilüG Geeignagel und Schwalb. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mittheilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren lieben Gatten, Vater, Großvater und Schwiegervater Johannes Kreiling nach langem, schwerem Leiden heute morgen 81/a Uhr durch einen sanften Tod zu erlösen. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 27. August 1886. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 4 Uhr vom Sterbehause, verlängerte Flügelsgasie, aus statt. Radsahrmrrin. Morgens 6 Uhr 6100 Frankfurter^Strasse. 6109 2 Glasergehülfen eventuell Schreiner finden dauernde Arbeit. B. Wolf, Bahnhofstraße 57._ 6124 Ein Junge kann alsbald eins treten. Chr. Jungblut, Promenadehaus. 6107] Lauflrau gesucht- ________________Ostanlage 15, parterre. 6128 Ein bei 2 Pferde wird bis 6. September in Dienst gesucht. ________________Jacob Witzner. 6127 Ein ordentl. Dienstmädchen sofort gesucht. Grünbergerstraße 30 II. Umzüge werden besorgt mit und ohne Umladung und unter Garantie bei billigster Berechnung. 426 Möbeltransport von J. Kessler, k Canzleiberg 9. C "cfl o JS 55 0 O *0 3 X3 X D c | Redaktion A. Scheyda. — Druck und Verlag der BrüÜl'schen Druckerei (ffr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutig« Sku««er enthält 2 Blätter «. I Beilage.