srr. 2T Freitag den 29. Januar 1866 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. "W.t .»„ich mtt *>*>“*"' M ——————MW——————MW—--------------g—------ —g—7j—! og PoHtifche Ueberficht. Gieße«, 28. Januar. Bei den kaiserlichen Majestäten findet an diesem Donnerstag große Defilir-Cour nebst daraus folgendem Concert statt, womit die Reihe der größeren Winter-Festlichkeiten am Berliner Hose eingeleitet wird. — Der Herzog von Edinburgh, der dritte Sohn der Königin von England, weilt augenblicklich als Gast seiner fürstlichen Verwandten, der kronprinzlichen Familie, in Berlin. Derselbe stattete im Laufe des Sonntags mehrere Besuche ab; u. A. fuhr der Prinz auch beim Reichskanzler und beim General-Feldmarschall Grafen Moltke vor. Die Polenfrage behauptet fich in der vordersten Reihe der unsere innere Politik bewegenden Tagessragen. Wie vorauszusehen war, gelangten die Ausweisungen nunmehr auch im preußischen Abgeordnetenhause zur Besprechung, wo aber, im Gegensätze zum Reichstage, die Anregung hierzu von den nicht- oppolltionellen Parteien ausgegangen ist. Wie bekannt, ist im Abgeordnetenhause von Seiten der Nationalliberalen und der beiden conservativen Parteien ein Antrag eingebracht worden, welcher die Stellung der Mehrheit der preußischen Volksvertretung in der Ausweisungs-Angelegenheit klar und offen darlegt. Als hauptsächlichste Maßnahmen zur Kräftigung der nationalen Interessen in den östlichen Grenzprovinzen bezeichnet der Antrag Hebung des deutschen Schulwesens und Förderung der Anfiedelungen deutscher Bauern und Landwirthe, und die fignalifirten Vorlagen der Regierung im preußischen Landtage werden sich jedenfalls auch nach dieser Richtung hin bewegen. Der Antrag hat 246 Unterschriften und demnach die entschiedene Mehrheit des Abgeordnetenhauses hinter sich. Von den Conservativen fehlen indessen die Vertreter der äußersten Rechten, wie v. Hammerstein, Stöcker, Kropatscheck u. s. w., offenbar aus Rücksicht auf das Centrum. — Gerade jetzt beginnt auch die „Nordd. Allg. Ztg." mit der Veröffentlichung von diplomatischen Schriftstücken zur Polenfrage. Dieselben datiren aus der Zeit des letzten polnischen Ausstandes und gewähren, schon nach dem ersten Schriftstücke zu schließen — dem Schreiben eines hochgestellten Diplomaten vom 8. Juni 1863 — interessante Einblicke in die eigentlichen Ziele der polnischen Bewegung. Die Ausschuß-Berathungen im Bundesrathe über die BranNt- wein-Monopol'Vorlage dürften zur Stunde begonnen haben. Daß sie einen glatten und raschen Verlaus nehmen werden, bezweifelt man allseitig, besonders da verschiedene Bundesstaaten ihre schweren Bedenken gegen das Monopol nicht verhehlt haben. Im Uebrigen schwillt die Bewegung gegen das Branntwein- Monopol immer mehr an und in Anbetracht der stattlichen Reihe von Kundgebungen, welche gegen das Monopol bereits vorliegen, verschwinden die wenigen süddeutschen Stimmen, die sich zu Gunsten des Projectes ausgesprochen haben. .Das Letztere ist sogar in der zu Berlin stattgefundenen General-Versammlung der deutschen Spiritus-Industriellen auf vielfachen Widerspruch gestoßen und das ist mit kennzeichnend für die schwachen Aussichten des Branntwein- Monopols. Die Balkan-Krisis droht sich plötzlich wieder zu compliciren. Diesmal erscheint Griechenland als der Störenfried; das Athener Cabinet hat aus die Aufforderung Englands, abzurüsten, in einer Weise ablehnend geantwortet, die kaum einen Zweifel übrig läßt, daß sich Griechenland mit ernsten Absichten gegenüber der Türkei trägt, indem es eventuell durch einen Krieg sich in den Besitz weiterer Theile von Thessalien und dem Epirus zu setzen gedenkt. Die griechische Regierung setzt die Rüstungen zu Wasser und zu Lande mit größtem Eifer fort und die im Piräus, der Hafenstadt von Athen, befindlichen griechischen Kriegsschiffe sind bereits am Sonntag mit versiegelten Ordres nach einem unbekannten Bestimmungsorte abgegangen. Diese ganze Haltung Griechenlands erscheint um so herausfordernder, als die Aufforderung Englands im Ein- vecständnlß mit den übrigen Großmächten erfolgt ist; außerdem wird dem Athener Cabinet in einer Collectivnote kurz und bündig mitzetheilt, daß die Mächte kein Vorgehen Griechenlands zur See gestatten würden. Es sind daher Verhandlungen über eine gemeinsame Flotten - Demonstration der Mächte im Gange; von deutscher Seite soll dem Vernehmen nach das Panzerschiff „Prinz Friedrich Karl" nach dem Piräus geschickt werden, dasselbe wird in Wilhelmshasen schleunigst ausgerüstet. In Athen herrscht selbstverständlich große Errang, die sich in Demonstrationen der Bevölkerung zu Gunsten des Krieges kunögiebt. In ersreulichem Gegensätze zu der provocirenden Haltung der griechischen Negierung steht die friedliche Strömung, welche in Belgrad unverkennbar Platz gegriffen hat. Dem König Milan sind jetzt von seinen Ministern die Friedensbedingungen vorgeschlagen worden, welche sich auf die bulgarischen Paßschmierigkeiten, die Grenzabsperrung Seitens Bulgariens, die Regelung der Emigrantenfrage und den Abschluß einer Zoll- und Handelr-Convention beziehen. Man hält in serbischen Regierungskreisen bei einigem guten Willen Bulgariens den Friedensschluß für gesichert und diese Hoffnung erscheint um so begründeter, als unter den obigen Bedingungen der ostrumelischen Frage mit keinem Worte gedacht ist. Es spricht dies für die Glaubwürdigkeit der Meldungen, welche eine directe Einigung zwischen der Pforte und dem Fürsten von Bulgarien über Ost-Rumelien als unmittelbar bevorstehend bezeichneten. Ja, wie die „Köln. Zeitung" sich aus Varna unter dem 24. Januar melden läßt, soll diese Verständigung schon erfolgt sein und hätten alle Mächte ihre Bereitwilligkeit erklärt, bas Ergebniß der directen Verhandlungen zwischen dem Sultan und Bulgarien anzuerkennen. Das ossiciöse „Journal de St. Pötersbourg" meint, die griechische Regierung werde trotz der ablehnenden Antwort de» Minister-Präsidenten Delyannis den Forderungen der Leidenschaft widerstehen. Dieselben seien um so nutzloser, al» Europa fest entschlossen sei, keine Gebietsveründerungen zu- zulassen, die als Entfernung von den Bestimmungen des Berliner Vertrage» anzusehen wären. Auch die „Times" hoffen, daß die Warnung an Griechenland hinreichen werde, den Frieden aufrecht zu erhalten, andernfalls werde die griechische Regierung bald erfahren, daß die Großmächte nicht mit sich scherzen ließen. — Dies scheint man in Athen allerdings gedacht zu haben, zumal da das bisherige Verhalten der europäischen Dtplomaten gegenüber der Balkankrisi» in der That den Schluß gestatten konnte, es gebe hierüber Meinungs-Verschiedenheiten zwischen den europäischen Cabineten. Sollte indessen Griechenland wirklich aus ernste Differenzen unter den Mächten speculirt haben, so dürste e» bald eine bittere Enttäuschung erfahren. In der französischen Deputirtenkammer stand am Montag der Antrag mit aus der Tagesordnung, wonach bei den durch den Staat abgeschlossenen Geschäften auswärtige Arbeiter nicht verwendet werden sollen. Der Antrag verdankt seine Entstehung der seinerzeit in der Pariser Arbeiterwelt m Folge der geschäftlichen Krisi» entstandenen Bewegung, aber schon damals machten Stimmen in der französischen Presse darauf aufmerksam, daß eine solche Maßregel sich nicht ohne empfindliche Schädigung der einheimischen Industrie selber durchführen lassen. In der erwähnten Sitzung beantragte nun der Deputirte Deberly die Vertagung des Antrages, indem er darauf hinwie», daß die in ihm enthaltene Bestimmung ernste, öconomische Fragen berühre, die freie Arbeit beeinträchtige und geeignet sei, Repressalien Seitens des Auslandes herbeizusühren. Die Kammer verschloß sich diesem Bedenken nicht und demgemäß wurde die weitere Berathung des Antrages vertagt. Die französische Hauptstadt beherbergt gegenwärtig einen interessanten Gast: den Fürsten von Montenegro, welcher die hervorragendsten Pariser industriellen Etablissements u. s. w. besichtigen will. Es stimmt dies allerdings mit den Meldungen aus Cettinje überein, wonach die Reise in erster Linie unternommen worden ist, um in Italien, Frankreich, Deutschland, Oesterreich und Rußland Studien darüber zu machen, wie die industrielle und wirth- schastliche Thätigkeit Montenegros zu heben fei, Dabei wird aber zugegeben, daß die Reise des Fürsten Nikolaus auch politische Zwecke verfolge. Es heißt, derselbe wünsche mit den leitenden Staatsmännern der genannten Länder in persönliche Berührung zu treten und sich über die Ansichten der Cabinete über die Balkankrisis aus erster Quelle zu informiren. Den Anfang hat der Fürst bereits mit dem französischen Ministerpräsidenten, Herrn de Freycinet, gemacht, welcher am Sonntag mit dem Beherrscher der „Schwarzen Berge" eine längere Unterredung hatte. Deutschland. Darmstadt, 27. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 18. Januar den ständigen Referenten der akademischen Administra- tions Commission, Geheimen Negierungsrath Dr. Gg. Haberkorn zu Gießen, auf fein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen pflichtgetreuen und ersprießlichen Dienstführung in den Ruhestand zu versetzen. — Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 18. Januar dem ständigen Referenten der akademischen Administrations-Commission, Geheimen Regierungsrath Dr. Gg. Habe1:korn zu Gießen, die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienst-Ordens Philipps des Groß- müthigen zu verleihen. Darmstadt, 25. Januar. Der Gesetzentwurf, betr. die Feldbereinigung, wird heute in der „Darmstädter Zeitung" veröffentlicht. Der Hauptinhalt del? 37 langen Artikel ist in Kürze folgender: Art. 1. Die Feldbereinigung erfolgt durch Zusammenlegung der zerstreut liegenden Grundstücke der einzelnen Besitzer in eine für die Bewirtschaftung günstigere Lage, Größe und Form, durch Vornahme zweckmäßiger Anlagen bezüglich Flur- und Gewannwege, Wasserläufe, Cultur- und Gemarkungsgrenzen, gemeinschaftlicher Ent- und Bewässerungs-Anlagen, Bildung von Grundstücken für öffentliche Zwecke rc. Art. 2. In der Regel soll der Bereinigungsbezirk eine Gemarkung umfassen. Art. 3. Die Bereinigung soll nicht blos bei freier Vereinbarung sämmtlicher Grundeigenthümer eintreten, sondern auch dann, wenn die Besitzer von mehr als der Hälfte des Flächeninhalts der zu bereinigenden Grundstücke dieselben beschließen; sie findet nicht statt, im Falle wenigstens Fünfsechstheile der betheiligten Grundeigenthümer widersprechen. Art. 4. Erklärungen und Anträge auf Feldbereinigung müssen schriftlich an das Kreisamt gerichtet werden. Art. 5. Betheiligter Grundeigenthümer ist der, welcher im Grund(Flur)-Buch eingetragen ist. Art. 8. Dem zwangsweisen Beizug sind nicht unterworfen: Hofgütcr, welche in wohlabgerundetem Zusammenhang um das Hofgebäude liegen, Hofraithen, Hausgärten, Parkanlagen, Weinberge und Anlagen, deren Hauptbestimmung die Garteneultur oder die Gewinnung von Obst, Hopfen, Korbweiden bildet, Gruben, Kohlen- und Gypslager, Bauplätze, Friedhöfe, Grundstücke mit Denkmälern oder Familiengräbern und solche mit Mineral- quellen. Die Besitzer dürfen sich jedoch freiwillig an dec Bereinigung betheiligen. Art. 9. Die Leitung des Bereinigungs-Verfahrens lieht einer zu bestellenden Ministerial- Commission zu, die Ausführung erfolgt in jedem einzelnen Falle durch eine Vollzugs- Commission, welche zu bilden ist aus einem von der Minister!«! - Commission zu er-- nennenden Commissär als Vorsitzenden, aus dem Bürgermeister der Commune imb aus drei Sachverständigen, von denen der eine durch den Kreisausschuß, die beiden anderen durch die betheiligten Grundeigenthümer zu wählen sind. Art. 12. Die Feld- Vereinigung geschieht derart, daß zunächst ein allgemeiner Meliorationsplan aufgestellt wird; darauf erfolgt die Aufnahme des Besitzstandes, die Vermessung und Kartirung, alsdann die Bildung der Ersatzgrundstücke und schließlich die Ausführung der gemeinsamen Meliorations-Anlagen unter Leitung des Landes -Cultur -Jnspectors. Art. 15. Innerhalb des Bereinigungsbezirks wird der Grund und Boden abgeschätzt und es sind die Grundstücke eines Besitzers durch andere relativ gleichwertige zu ersetzen. Art. 18. Die in Folge der Bereinigung zu leistenden Ausgleichungen in Geld werden aus der betreffenden Bereinigungskasse und in dieselbe gezahlt. Art. 31. Die Kosten der Prüfung des allgemeinen Meliorationsplaues, sowie die Kosten der nacl^voll- zogener Bereinigung weiter vorzunehmenden Kataster - Arbeiten trägt der Staat. Art. 36. Das Gesetz über die Zusammenlegung der Grundstücke re. vom 18. August 1871 ist aufgehoben. Hriechenlanv. Athen, 27. Januar. (Meldung der „Agence Havas.") Der Großvezier hatte gestern mit dem griechischen Gesandten Conduriotis eine sehr ernste Unterredung, in welcher er die Absendung eines Ultimatums an Griechenland in Aussicht stellte, falls die Gerüchte über den Ausbruch einer Revolution in Kreta sich bestätigen sollten, wozu die Absendung dreier griechischer Panzerschiffe doch nur beitragen könne. DelyanniS beauftragte den griechischen Gesandten in Konstantinopel zu erwidern, daß der griechischen Regie ung von einer Revolution in Kreta nichts bekannt sei. Reichstag. E. R. Berlin, 27. Januar 1886. Der Reichstag beschäftigte sich heute zunächst mit der Bcrathung einiger Etatstitel, welche an die Budgetcommission zur Vorberathung überwiesen waren. Das Extraordinarium des Etats des Reichskanzlers und der Reichskanzlei, 11 000 Jk zur Erhöhung der Feuersicherheit im Dienstgebäude wurde debattelos bewilligt, ebenso die zur Förderung der künstlichen Fischzucht im Etat des Reichsamts des Innern ausgeworfene Summe von 20,000 Jk, unter Ablehnung eines Antrages von Massow, die Summe auf 30,000 X zu erhöhen. Die zweite Berathung des Etats der kaiserlichen Marine wird bei Tit. 2 des Extraordinariums: zum Bau eines Avisos erste Rate 800,000 Jt, dessen Streichung die Commission beantragte, fortgesetzt. Wieder wie gestern blieb die Abstimmung zweifelhaft. Die Auszählung ergab 100 Stimmen für, 105 gegen die Annahme des Etatstitels. Derselbe ist also abgelehnt. Der Rest des Marineetats wurde ohne Debatte erledigt, ebenso der Etat des allgemeinen Pensionsfonds. ES folgte der Etat des Reichsinoalidenfonds, der in Einnahme und Ausgabe bewilligt wurde. Zu dem Etat des Jnvalidenfonds waren eine Reihe von Petitionen seitens einiger Magistrate um Ermäßigung des Zinsfußes für Darlehen aus dem Jnvalidenfonds eingegangen. Die Commission hatte sich über einen Antrag bezüglich dieser Petitionen nicht einigen können. Abg. v. Köller schlug Uebergang zur Tagesordnung vor. Abg. Rickert legte Protest ein gegen das Verfahren des Reichskanzlers, der auf eine Petition des Bromberger Magistrats den Bescheid ergehen ließ, er, der Reichskanzler, stehe zwar aus Billigkeitsgründen der Angelegenheit sympathisch gegenüber, die Haltung des Reichstages in Finanzfragen hindere ihn aber, dem Wunsche des Magistrats zu entsprechen. Staatssecretär v. Durch ard erläuterte die Stellungnahme des Reichskanzlers dahin, daß dieselbe dem ablehnenden Votum der Petitionscommission entsprochen hätte; außerdem war aber auch im Februar v. I. die Haltung des Reichstages in finanziellen Dingen derart, daß der Reichskanzler zu seinem Ausspruch sehr wohl berechtigt war. Abg. v. Köller warnte davor, bei den Schuldnern des Jnvalidenfonds Hoff» nungen zu erwecken, die sich nicht erfüllen könnten. Nachdem noch der Abg. Dr. Bamberger für Zurückweisung der Petionen, Abg. v. Kardorff für eine wohlwollende Erwägung derselben gesprochen, wurde die Debatte geschlossen. Ein Beschluß hierüber wird erst in dritter Lesung gefaßt werden. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Anträge Junggreen und Ackermann. Telegraphische Depesche«. Wolffs telegr. Corresponderrz Brrrearr. Berlin, 27. Januar. Die Jury zur Entscheidung über die Preisvcrtheilung für Entwürfe zur Wandmalerei für das Treppenhaus des Rathhauses hat den ersten Preis (15,000 <^£) dem Maler Mühlenbruck, den zweiten (10,000 Jk) dem Maler Louis, den dritten (5000 Jk) dem Bildhauer Eberlein, sämmtlich in Berlin, zuerkannt. Berlin, 27. Januar. Abgeordnetenhaus. Berathung des Antrags Uhlendsrff, betreffend Einführung der geheimen Abstimmung bei den Abgeordneten- und Com- munalwahlen. Eyncrn, Zedlitz-Neukirch und Hammerstein sprechen gegen, Windthorst für den Antrag, Minister Puttkamer erklärte, die Negierung beharre bei dem früheren Standpunkt, die öffentlichen Wahlen für das Abgeordnetenhaus und die Communal- vertretung beizubehalten. Die preußische Negierung habe übrigens keine Schritte ze- than und beabsichtige auch nicht, Schritte zu thun, die geheime Abstimmung bei den Neichstagswahlen abzuschaffen. Bei der namentlichen Abstimmung wurde der Antrag Uhlendorf mit 241 gegen 148 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmten das Centruni, die Freisinnigen und die Polen, dagegen die Conservatioen und Nationalliberalcn. — Margen um 11 Uhr Antrag Achenbach, betr. die Ausweisungen. Rsdez (Deport. Aveyron), 27. Januar. Die Grubenarbeiter von Decazeville haben die Arbeit eingestellt, die Zahl der Strikenden wird auf 2000 angegeben. Der Director Watrain wurde von der erregten Menge aus dem Fenster hcrausgeworfen und durch Fußtritte Ketödtet. Zur Herstellung der Ruhe und Ordnung sind 700 Mann Militär nach Decazeville abgegangen. Madrid, 27. Januar. Der Herzog von Sevilla ist durch Beschluß des Kriegsraths in der Armee-Rangliste gestrichen worden. London, 27. Januar. Unterhaus. Im weiteren Verlaufe der Adreßdebatte wurde das Amendement Collings von Goschen und Hartington bekämpft. Der Schatz- kanzler Hicks-Baech erklärte, das Amendement bezwecke den Sturz der Regierung, um die von derselben bezüglich Irlands angekündigte Politik zu vereiteln. Es möchten daher diejenigen, welche auf die legislative Union Englands mit Irland Werth legen, die ernsten Folgen bedenken, welche aus der Annahme des Amendements für das Reich entständen. Das Ainendement wurde trotzdem mit 329 gegen 250 Stimmen angenommen. 76 Parnelliten stimmten mit der Majorität, Hartington, Goschen, Courtney, Henry James, Lubbock und Abrington mit der Minorität. HickS-Beach wies nach der Abstimmung auf die Tragweite des Beschlusses hin und beantragte eine Vertagung des Hauses bis Donnerstag, womit das Haus sich einverstanden erklärte. — Die „Morning - Post" und der „Standard" bezeichnen den Rücktritt des -Cabinets als unmittelbar bevorstehend, den „Daily News" zufolge würde Lord Salisbury von einer Auflösung des Parlaments Abstand nehmen. London, 27. Januar. Der Kabinetsrath beschloß heute Nachmittag, zu demissioniren. Ein besonderer Courier wurde sofort mit diesem Beschluß an die Königin nach Osborne abgesandt. Nach stattgehabtem Kabinetsrath besuchte Salisbury den Grafen Hatzfeldt. Belgrad, 27. Januar. Der serbische Delegirte für die Friedensverhandlungen in Bukarest, Mijatovic, erhielt nunmehr Vollmachten und Instructionen. Athen, 27. Januar. Die Gerüchte von einem Aufstande in Kreta und der Entsendung griechischer Kriegsschiffe nach Kreta werden regierungsseitig als völlig unbegründet bezeichnet. $ Konstantinopel, 27. Januar. Die Pforte verlangte von dem griechischen Gesandten Erklärungen über die Haltung Griechenlands. In Kreta ist eine Anzahl schwerer Geschütze, Tprpedos und Kriegsmunition ausgcschifft. Lokale-. Gießen, 28. Januar. Die hiesige Nudergesellschäft arrangirt zur Feier ihres neunjährigen Bestehens nächsten Sonnabend im „Hotel zum Einhorn" einen Ball und Festessen; die Subscriptionsliste circulirt bereits bei den Mitgliedern, liegt aber außerdem bei dem Vorstandsmitgliede Herrn Ernst Balser zur gefälligen Einzeichnung offen. Vermischte Friedberg. Der von hier aus verfolgte Falschmünzer machte in Frankfurt beim Transport einen Fluchtversuch und setzte auf dem Wege zur Constablerwache dem escortirenden Schutzmanne heftigen Widerstand entgegen. Bei seiner Visitirung fanden sich ca. 300 Jt falsches Geld vor; namentlich Ein- und Zwei-Markstücke sehr mangelhafter Imitation. Er gab an, diese Falsificate in Friedberg von einem ihm unbekannten Manne, dem er geklagt habe, daß er sich in Roth befinde, geschenkt erhalten zu haben. Der Verhaftete führte einen Bündel von neuen Kleidungsstücken, Shawls u. s. w. bei sich, welche er wahrscheinlich in der Absicht, die falschen Geldstücke untcr- zubringen, auf den Dörfern zum Verkaufe ausgeboten hat. Einen Hausirschein besaß der Mann nicht, lieber seine Persönlichkeit verweigert er bis jetzt jede Auskunft. (O. A.) Darmstadt, 26. Januar. Es ist nunmehr auch der Name des zweiten (noch gesuchten) Attentäters im Fach'schen Raubmord bekannt. Er heißt Ollendorf und ist aus Wersau. Biebrich, 25. Januar. Heute Morgen fand man den Rentner Christian Schneider von hier ermordet in seinem Bette vor. Der oder die Mörder hatten ihn durch einen Schlag auf die rechte Schläfe, wo sich eine tiefe Wunde befand, gelödtet. Die Schubladen der Commoden waren erbrochen und der Inhalt war zum größten Theile entwendet. Doch müssen die Thäter gestört worden sein, da man noch einiges Geld offen liegend vorfand. Der Ermordete wohnte ganz allein in dein Hause, erst sein Monatmädchen entdeckte heute früh die That. — Ein der That verdächtiges Individuum sitzt bereits hinter Schloß und Riegel. Den Fang machte die Polizei in Castel, welche gestern Nachmittag in einer Backsteinhütte in der Näho des Fort Petersberg ein Individuum auftrieb und verhaftete, welches sich insofern verdächtig machte, als cs Kleidungsstücke des ermordeten Schneider bei sich trug. Der. Verhaftete wurde der Polizei in Wiesbaden eingeliefert. Darmstadt, 27. Januar. Durch die hiesige Schutzmannschaft wurden gestern Abend zwei Individuen verhaftet, welche dringend verdächtig sind, den am 25./26. d. M. stattgehabten Raubmord zu Biebrich verübt zu haben. Biebrich-Mosbach, 27. Januar. Wie bereits gemeldet, wurde vorgestern Nachmittag in einer Backsteinh'ütle zwischen hier und (Saftet, in der Nähe des Forts Petersberg, durch die Mainzer Polizei ein Mensch verhaftet, der im Besitze von Kleidungsstücken sich befand, welche dem ermordeten Chr. Schneider von hier gehört haben. Der Mensch heißt Franz Albrecht, ist ungefähr 30 Jahre alt, oft vorbestraft und hat vor der Kgl. Staatsanwaltschaft in Wiesbaden Erklärung dahin abgegeben, ihm seien die bei ihm gefundenen Gegenstände in der Nacht überbracht worden von drei Männern. Einen derselben will er dem Namen nach kennen und hat diesen Namen auch angegeben, dagegen behauptet er, die beiden anderen dem Namen nach nicht zu kennen. Bis jetzt sind Anhaltspunkte dafür, daß Albrecht an dem Morde selbst beteiligt ist, nicht erbracht. Dagegen ist es gelungen, gestern Abend in Darmstadt zwei Menschen festzunehmen, welche der That verdächtig sind. Dieselben werden im Laufe des heutigen Tages in Wiesbaden, wohin sie getrennt überbracht werden, cingeliefert und dem Herrn Staatsanwalt vorgeführt werden. Jedenfalls ist durch die Festnahme Albrechts ein Schritt zur Aufklärung des Dunkels geschehen, welches über der Blutthat schivebt. — Einen schrecklichen Lohn fand am Freitag bei Benneckenstein ein Thier- quäler. Derselbe, ein Fuhrwerksbesitzer Becker aus Ellrich, fuhr mit einem mit zwei Pferden bespannten und mit Bauholz schwer beladenen Wagen durch erstere Stadt; trotz der Schwere des Wagens und trotz des schlechten Weges fuhr er ohne Vorspann die ziemlich steile Anhöhe hinauf, wobei er minder Peitsche mehrfach unbarmherzig auf seine Pferde einhieb. Er hatte die steilste Stelle bereits zurückgelegt und befand sich in der Nähe der königl. Försterei, wo die Pferde ruhen wollten; Becker ließ dies nicht zu, er drehte vielmehr die Peitsche herum und hieb mit dem Stiele auf das Sattelpferd noch tüchtig ein. Hierbei schlug das letztere hinten auS und traf den B. so unglücklich vor den Kopf, daß er in Folge eines Schädelbruchs sofort todt zu Boden fiel. — Die Sächsische Vieh-Versicherungs-Bauk in Dresden hat wieder einen derartig glänzenden Jahresabschluß vorzulegen, wie ihn diese Branche noch niemals erzielt hat. Dieser staunenerregende Erfolg verdankt das solide und mit Fach- kenntniß geleitete Muster-Institut — seit Jahren das größte im Deutschen Reiche — seiner loyalen Handlungsweise und bewährten veschäfts-Einrichtungen. Der Zugang an neuen Versicherungen und Prämien war gegen das Vorjahr ein weit höherer und erfolgte durch das beträchtliche Anwachsen der Prämienreserve ein diesen Posten erheblich übersteigender Ankauf von Staatspapieren. Alle Viehverluste wurden wieder auf das Prompteste in voller statutarischer Höhe ausgezahlt und ist die Finanzlage der Bank nach allen Richtungen hin eine geordnete und vorzügliche. Das feste Vertrauen zu diesem gemeinnützigen Institut und der wvhlbegründete Ruf, den sich dasselbe erworben, hat daher jetzt wieder eine erfreuliche Bestätigung erfahren. Versichert waren bis ult. 1885 97 309 727 Jk und bezahlte Schäden 1 751 384,51 Jk (Siehe heutiges Agenten- bez. Jnspectoren-Gesuch.) Handel und Verkehr. Limburg, 27. Januar. Rother Weizen Jk 13.85, weißer Weizen 13.70, Kvrn Jk 1010, Gerste Jk 8.05, Hafer Jk 6.40, Kartoffeln ä 100 Pfund Jk 0.0s, Erbsen ä 100 Pfund Jk 00.00. Frankfurt, 27. Januar. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter Jk 4.50—5.40, Eier das Hundert Jk 6.50—8.00, Butter per Pfund Jk 1.10 bis 1.30, Weißkraut per Stück 15—20 H, Rothkraut per Stück 20—30 H, Kohlrabi per Stück 3—5 X Ochsenfleisch per Pfund 55—70 H, Kuh- u. Rindfleisch 50—60 ^5>, Kalbfleisch 45—65 H, Schweinefleisch 65—70 H, Hammelfleisch 55—70 1 Hahn Jk 0.70-1.80, 1 Huhn Jk 1.00—2.50, 1 Ente Jk 2.00—3.50, 1 Gans Jk 6.00—8.50, 1 Taube 40-50 H, Welsche Jk 5.00-10.00. Statistik des Großherzoglichen Standesamts Gießen pro 1885. Es kamen 637 Geburten vor; 73 mehr gegen das Vorjahr. Hiervon waren 330 männlich, 307 weiblich. Diese verthcilcn sich auf eheliche uneheliche männlich weiblich männlich weiblich 225 223 105 84. Die Sterbfälle betrugen 490; 46 mehr gegen das Vorjahr. Davon entfallen auf: männlich 302, weiblich 188. Von diesen waren 306 ledig, 128 verheirathet, 56 verwittwet. Ehen wurden geschlossen: 121; 6 weniger gegen das Vorjahr und zwar: 104 zwischen ledigen Personen, 8 „ Wittwern und ledigen Personen, 8 „ Wittwen „ „ „ 1 „ Wittwer und Witlwe. Hiervon fanden statt: 56 zwischen Hessen, 39 „ und Preußen, 3 1, „ Sachsen, 2 „ Bayern, 1 „ Badenser, 1 „ „ Böhme, 17 ,, Preußen, 1 und Bayern, 1 „ Mecklenburg-Schwerin. Ueraccordirung von Bauarbeiten. Die zum inneren Ausbau des Schulhauses au der West-Anlage, sowie zur Errichtung ton Schüleraborten daselbst erforderlichen Arbeiten, unb zwar: veranschl. zu Maurerarbeit «X 1599,24 Steinhauerarbeit (aus sogen. Lungst) „ 297,23 Zimmerarbeit „ 574,84 Dachdeckerarbeit „ 2»3,43 Schreinerarbeit „ 11424,47 Glaserarbeit „ 4683,30 Schlosserarbeit „ 5307,— Spenglerarbeit „ 126,05 Weißdinderarbeit „ 6721,78 Pflasterarbeit „ 3877,83 sollen mittelst Submission vergeben werden. Die Angebote für die bezüglichen Arbeiten sind bis spätestens Freitag den S. n. Mts., Bormittags 11 Uhr, auf dem städtischen Baubureau, Gartenstr. 2, einzureichen, woselbst vorher in den üblichen Amtsstunden die einschlägigen Zeichnungen, Voranschläge und Uebernahmsbedingungen zur Einsicht offen liegen. Gieren, den 28. Januar 1886. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Heß, Beigeordneter.665 Holzverfteigrnmg Lm Gießener Stadtwald. Montag den 1. Februar 1886, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in dem Diftrict Waldshute nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz. Scheith. Prügelh. Stockh Neish. Rmtr. Rmtr. Nmtr. Wellen Nadel 21 739 145 7500 B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 8 Eichenstämme mit 1,05 Festm., 204 Nadelstämme „ 52,34 „ 1807 Derbstangen „ 132,90 „ 1072 Reisstangen „ 14,61 „ Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee nach Lich an der 4. Schneise. Gießen, am 26. Januar 1886. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. Heß, ___________Beigeordneter._______628 Holzversteigerung. Mittwoch den 3. Febr. c-, von 1 Uhr ab, wird zu Launsbach, im Locale des Gastwnths Herrn Pfaff aus d. dortigen Gem.-Walde versteigert: I. Stämme: a Eichen: II. Kl- 4 mit 6,31 Festm-, HI. Kl- 31 mit *-1,25 Festm-, IV. Kl. 34 mit 6,11 Festm-; b. Kiefern: HL Kl. 25 mit 5,48 Festm. II Nutzholz: 2 Rm- Eichenpfosten, lang 2 Mtr- III Brennholz Nm.: Eichen 19 Schtkpl., 726 Reiser, Kiefern 43 Kpl-, 442 Reiser, Birken und Erlen 5 Schtkpl- Crofdorf, den 26. Januar 1886. 646 Das Bürgermeisteramt. Freitag den 12. März, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien des Johann Adam Hermann dabier Flur II/64,i 862 Mtr. Grabgarten, Lap- aärten am Wißmarer Weg. Flur 11/64,5 250 Mtr- Hofraithe daselbst meistbietend versteigert werden. Gießen, den 28. Januar 1886. Grobherzogliches Ortsgericht. 659 _________Müller. Freitag den 29. Januar, Nachmittags 2 Uhr, werden in dem Hause Grünbergerftratze Nr. 39 gegen Baarzahlung versteigert: 1 Bierapparat, 1 Buffet und 1 Glüserreal. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, am 26. Januar 1886. Geißler, 630 Gerichtsvollzieher. Allgemeiner Anzeiger. Inventur-Ausverkauf. Bis zum 20. Februar gebe sämmtliche Lagerwaare zum Einkaufspreise ab. Besonders mache auf mein reichhaltiges Lager in Leinen-, Wett- nnd Baurnwollwanrerr, Tisch- und Handtücherzeugen, fertiger Wäsche, Tricotagen, Normalhemderr, Ala- nellhernderr, schwarzen Cachemirs rc. und Gurdiueu itt reicher Auswahl aufmerksam und lade zu zahlreichem Besuche ergebens! ein. 638 . Herrn. Müller. = Sodesier = Mineral - Brust - Pastill en der „Sodener Pastillcnfabrik" zu Bad-Sod<»i am Taunus, bereitet unter ärztlicher Kontrolle au« den Salzen der Quellen No. 3 und 18. Diese, durch Abdainpfung gewonnenen Salze sind mit der den Quellen reichlich ausströmenden Kohlensäure gesättigt, die Pastillen enthalten dieselben Bestandtheile als die Heilquellen, folglich auch deren Heilkräfte. 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Windecker. Redaction: A. Scheyda. — Dr«ck und Verlag der Brühl'fchen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. mit 651 Da ». 1) * mit ei Eine 3U Sa 8« be|i »on 9 oit de mit de ■ 18. S Ehech mit $ AG laubni fltoltei 11.3« man, er. m Olden« 581] Parterrelogis von 7 Zimmern mit Zubehör ist zu vermiethen und bis April zu beziehen. Wilhelm Schäfer, Nord-Anlage. 0essenMche Vorträge des Gewerbe- u. Volksbildungsvereins Verloren eine Manfchettenknopf - Platte Teutonenwappen. Abzug, g. B. im Wiener Hof. gkrmW Hadi« 1J 21 den 6 1000 Sol HMD Wh. i den N genihi; Jnzenhei labelhho« ■6) der 5 Han» r» 9) bim ■ein str stütz« Heidenr Wie i 15) de Areitag den 29. Januar, Abends 8 Uhr, im Saale des Lcnz'fchen Felsenkellers statt des plötzlich erkrankten Herrn Prof. Thiel von Darmstadt Herr Gymnasiallehrer Scherer: „Blicke in die Werkstätte der Natur Mit Demonstrationen mit dem Scioptikon. die Bei beibori KeMtic 4. zu Dari T Ausgab' rvelcher § Ende S •würben Prsviy welche i MM lchnr heM währet Schluss 1886 J 537 Einen Lehrling und einen Haus- I 615 Ein Lehrling zu Ostern oder burschen sucht auch für früher gesucht. MMeldrulschcr Kmiftgcwerbe - Verein. Wir bringen hiermit zur Kenntniß, daß die Ziehung unserer kunstgewerblichen Lotterie verschoben und auf den 25. Februar l. I. festgesetzt ist. 654 Frankfurt a. M., den 14. Januar 1886. Der Vorstand. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Vetter Jakob Haas, Sohn des Hans Heinr. Haas, Ziegelei-Besitzer, heute Morgen 8 Uhr in seinem 16. Lebensjahre nach schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Steinbach, den 28. Januar 1886. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Samstag den 30. Januar, Mittags 31 Der mittlere Stock meines Hauses, Südanlage 4, ist per 1. Mai anderweit zu vermiethen._____________I. Alker. 485 Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. Kaplansgasse 18. 649] Stübchen mit Bett zu vermiethen. ____Neuen Baue 11. 624 Eine Wohnung in dem neuerbauten Hause Schillerstraße 23 (4 Zimmer, Mägdekammer, Waschküche, Bleichplatz rc.) ist per 15. Mai, ev. auch früher, zu ver- miethen. Das kleine Haus pt. 1. April an eine ruhige Familie zu vermiethen. 603 Zwei ineinandergehende möblirte Zimmer, mit oder ohne Kost sofort zu vermiethen. Wo? sagt die Exp- d- Bl. 546 Ein freundl. Logis zu vermiethen- __H. DebuS, im Schiffenberger Thal. 626] Möblirtes Zimmer mit Cabinet vermiethet H. Kühn, Seltersweg 36. Iermischie Anzeigen. 647 Einen Lehrling auf Ostern, eo. auch früher, sucht Backofen, Photogr. Anstalt- 645] Lanfdicnst übernimmt Frau S. Debus, Gr. Mühlgasse 21 H. Oswalds Garten (Marktplatz) Giessen. \ Eingetroffen und noch bis incl- Mittwoch den 3. Febr. zur Schau gestellt: Die grösste Menagerie der Jetztzeit, Enthält Raubthiere aus allen Welttheilen, u. a. 6 afrikanische Königs- Löwen aus der Berberei (Männchen und Weibchen mit ihren Jungen), die größte und schönste Gattung, wie sie bisher noch in keiner Menagerie gezeigt wurden, bengalischer Königstiger, sowie dressirte Risen-Elephanten, schwarze Panther-Tiger, diese Thiere sind äußerst selten, da sie nur mit vielen Kosten und großer Mühe zu erhalten sind, den neu entdeckten Huseisenbären aus dem Hymalayagebirge, Eisbären, schwarze und braune Bären, gefleckte und gestreifte Hyänen, Leoparden, Jaguar, sibirische und Karpathen-Wölfe, Riesenschlangen und verschiedene Affen- und Vogelgattungen. Dressur mit dem Königs-Löwen, Hyänen und Bären, sowie Vorführung des dreffirten Riesen-Elephanten (Jenny), Nachm. 4, 6 u. Abends 8 Uhr. Bei diesen Vorstellungen jedesmal Fütterung sämmtlicher Raubthiere. Preise der Plätze: 1. Platz 60 4, 2. Platz 40 3. Platz 30 H. Kinder zahlen auf allen Plätzen die Hälfte. 662 Gütigem Besuch entgegensehend, zeichne Hochachtungsvoll- H. Weidauer. Die Menagerie ist gut geheizt und vor jedem Unwetter geschützt. Pferde zum Schlachten werden von der Menagerie angerauft. Wermietl-ungen. 648] Möbl. sowie unmöbl. Zimmer, mit oder ohne Kabinet, zu vermiethen. Ludw. Orth, Neuen Bäue 11. 658 Ein freundliches Familienlogis zu vermiethen und bald zu beziehen bei ____Wildhändler Ebel. (->61 Ein möblirtes Zimmer zu ver-