8490 ♦ en w "‘e mit bem urg. 8501 vorrätigen irrcEZe 7060 ladt wlgsstr. _ jedeD pichtestäfiSi' «sfc- Ael kür Mag Drittes Blatt. Sonntag dm 28. November Nr. 278. Drittes Blatt. (LoNNlüg om -v. vtuucniurr 1886* Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit «uSnahme M MoniagS. 89ttrt ortsanwesenden Bevölkerung und übersteigt hiernach uicht das bisher maßgebend gewesene Verhältniß. Die jährliche Mehreinstellung von 13,000 bis 14,000 Rekruten stoßt auf keine Schwierigkeiten, da, wie die im Juni d. I. vorgelegten „Uebersichten der Ergebnisse des Heeres-Ergänzungsgeschafts für das Jahr 188o envesten, der Bestand der „überzählig" gebliebenen rund 20,000 Kopfe betragt, wobei noch m Betracht kommt, daß ein Theil der Militärpflichtigen nur um deswillen der E^satzreserve erster Klasse überwiesen wird, weil die Ersatzbehörden bei demUeberfluß an tauglichen Mannschaften in der Lage sind, nur die körperlich Brauchbarsten zur gewöhnlichen Aushebung zu designiren. Es könnte noch in Frage kommen, ob die den Endzweck der Vorlage blldende Vermehrung der für den Kriegsdienst vollkommen ausgebildetm Mannschaften nicht dadurch anzustreben wäre, daß unter entsprechend stärkerer Rekruteneinstellung^ innerhalb der bisherigen Friedens-Präsenzstärke eine Verkürzung der Dienstzeit ber ^ußtruppen bei den Fahnen eingeffthrt wird. Aber ganz abgesehen davon, daß diese Dienstzeit bei der Infanterie durchschnittlich überhaupt nur 2 Jahre 41/. Monate betragt und daß Die neue Militürvorlage. Berlin, 25. November. Der Wortlaut des neuen Militärgesetzes ist folgender: S 1. In Ausführung der Artikel 57, 59 und 60 der Reichsverfaffung wird die 9rriedenspräsenzstäike des Heeres an Mannschaften für die Zeit vom 1. April 1887 bis jum 31. März 1894 auf 468,409 Mann festgesetzt. Die Einjahrig-Freiwilligen kommen auf die Friedenspräsenzstärke nicht in Anrechnung. S 2. Vom 1. April 1887 ab werden die Infanterie in 534 Bataillone, die Caoallerie in 465 Eskadrons, die Feldartillerie in 364 Batterien, die Fußartillerie in qi hic Moniere in 19 und der Train in 18 Bataillone formirt. ' $. 3 Der Artikel 1 S 1 unb 2 des Gesetzes vom 6. Mai 1880, betreffenb Ei^ günjungen unb Mcnbtrungen bis R-ichsmilitärg-I-tz-s oom 2 Mai 1874 unb bie noch in Ge tuna besinblichen auf bie Zahl ber Truppentheile Bezug habenben 23c. stimmung!n des 8 2 des Reichsmilitärgefetzes vvm 2. Mai 1874 treten mit bem 31. a^„r^f kommt in Bayern nach näherer Bestimmung bes Bünbnißoertrags vom 23. November 1870 unter 3 8 5, in Württemberg nach näherer Bestimmung ber Militärconvention vom 21-/25. November 187OJ^ Motiven Wie biese Vermehrung ber Armee vertheilt werben soll, wird in den Motiven 1 n f°IöSuer^^rVlDcrrftärfuno soll in erster Linie der Infanterie zu M^^mmen Es deckt sich hierbei in glücklichster Weise bas militärische Erforderniß mit bewBestreben, bie nicht zu umgehenben Geldopfer so niedrig als möglich zu hatten. Nichtsdestoweniger haben doch auch namhafte Vermehrungen für die! Feldartillerie, die Eisenbahn- truüppen und den Train vorgesehen werden müssen, haben nur insoweit Berücksichtigung erfahren, als des durch lokale Bedürfnisse beziehungsweise die Reorganisation des Mtlitar-Telegraphenwesens geboten ist D Forderungen für die Kavallerie beschranken sich darauf, daß für diese Waffe bte Nekrutenvacanz in Wegfall kommen soll. ltabe:IC2 ^ioiVion^ftäbeT^3nfanteric=58ri0abeftäbe rmb .t.Eavallerie-Brlgab^ i? piner 3 __ ber 32. unb 33. — Division beim 12. (Konigl. sächsischen) unb 15. Armeecorvs unter gleichzeitigem Fortfall bes sächsischen) Armeecorps bestehenben Eaoallerie-Divislonsstabes- Infanterie Regimen er (4 vreußifche 1 sächsisches), 15 Bataillone (15 preußische); Jager. 1 Bataillon (1 sächsisches); Feld-Artillerie: 21 Abtheilungsstabe (16 preußische, 2 ba?er che, 1 sächsischer 2 württembergische), 24 Batterien (17 preußische, 2 bayrische, 3 sächsische, 2 württembergische). Eisenbahntruppen: 3 Bataillonsstäbe (2 preußische, 1 bayerischer), 9 Compagnien (6 preußische, 1 bayerische 1 sächsische, 1 württembergffche); Pwmere: 1 Compagnie (1 preußische); Train: 14 Compagnien (12 preußische, 1 sächsische, 1 württembergische). Was von dem Mannschaftszuwachs nicht für die vorbezeichneten Neuformationen benöthigt wird, soll zur Etatsverstärkung bereits vorhandener Truppentheile verwendet werden, welche letztere namentlich für die Infanterie in sehr erheblichem Umfange, m Aussicht genommen ist. Während für die eben bezeichnete Etatsverstarkunsi auch Rücksichten der Ausbildung maßgebend sind, wird bie Ausstellung ber Reuformatton thells durch bie unzulängliche Zahl ber Friebenscadres (Infanterie unb Felbartillerie), theils burch bie Sicherstellung der ^obi^ma^^ung (®ijenbabntruppcn, bedingt. Die Errichtung der 32. Division begründet sich durch das Anwachsen der Stärkt des 12. (König!, sächsischen Armeecorps), welches forMn 12 Infanterie-Regimenter unb 3 Jägerbataillone zählen soll, biejemge ber 33. Division durch bte beim 15. Armeecorps bestehenben besonberen Verhältnisse. . neu iu ^ntereffe möglichster Kostenverminberung wirb vorgeschlagen, 15 der neu zu formirenden Infanterie-Bataillone nicht in Regimenter zusammenzufassen, sondern als vierte Bataillone bereits bestehenden Regimentern zu)utheilen. Heber bie burch biese Heeresvermehrung entstehenben Kosten wird in der ^e- grünbu^^^genbe^nutget^ gegenwärtige Gesetzesvorlage vorgeschl^ verstärkuna find veranschlagt: 1) fortdauernde Ausgabe (ausschlieblichPensionsfonds). »reK 17 820 000 T Sachsen 2,350,000 JL, Württemberg 630,000 £, Summa 20 800 000 Jt, dazu für Bayern 2.202,072 JL, also rund 23,000,000. 2) Einmalige Ausgaben im Ganzen rund 24,200,000 JL Unter den einmaligen Ausgaben sind diejenigen welche durch eine entsprechende Erweiterung der Casermrung, sowie durch eSge9 &a”a$inbauten und Unterkunftsräume für Material erforderlich werden, nicht mit veranschlagt. y r _ f Die allaemeine Begründung der Vorlage besagt folgendes . . Di- Fricdcns-Präsm,stärke des deuffchen 5x-«s ist zuletzt durch Gesetz °°m 6. Mai 1880 geregelt und hierbei für die Zeit vom 1. April 1881 bis 31. Marz 1888 auf 427 274 Mann, b. h. auf IpCt. ber nach ber letztoorber gegangener Volkszählung (1. D-ccmb-r 1875) oris-inw-scndm Bevölkerung s-stg-st-M worden- Gegiert ist das Heer in 483 Jnsanterie-Bataillone, 20 Jager-Bataillon-, 465 Eskadrons, 340 Batt-rien mit 1404 bespannten Geschützen, 31 SuB;2lrttaerie=»(i alHone, 19 2 Eisenbabn-Bataillone, 18 Train-Bataillone. Treu seiner Bestimmung bildet dies-z Heer bie Bilbungsschule bes beutschen Volkes für ben Krieg, ^me Kriegstuchtigkelt bietet bie hauptsächlichste Gewähr für bie Sicherheit unb Machtstellung des Reichs. Eine schwere Täuschung würbe es aber fein, wenn bas Bewußtsein, ebie ftarfe unb kriegsbereite Armee zu besitzen, bie Gefahren unterschätzen ^^be, welche Deutfchlanb aus seiner von allen weiten einem Angriff ausgesetzten Lage erwachsen, benn nur der Vergleich mit ber Kriegsmacht der benachbarten Grotzstaaten Sibt nnen Anhalt für das Maß ber eigenen Stärke. Kaum hat es eine Zett gegeben, m welcher ble Bestrebungen, die Wehrkraft nachhattig zu festigen unb zu steigern, so allgemein hervorgttreten Vnb, als bie jüngst verflossene unb bie gegenwärtige. Freilich ist bie beutsche Kriegsmacht unter dem zwingcnben Druck ber äußeren Verhältnisse ötttchfalls gewachsen, das Heer Erstarkte sich von 378,069 (1870) im Jahre 1871 auf Ml,059 und seit 1881 auf 427,274 Mann; bie Marine in ben gleichen Jahren von 5744 auf ^0,451 (1880) bezw. 13 892 (1886) Köpfe, aber trotz bieser Vermehrung kann es keinem Zweifel unterliegen, baß bie militärische Lage mehr unb mehr zu unseren Ungrinsten sich verschiebt. Hiermit läuft bas als Frucht eines glorreichen Krieges neu erftanbene deutsche Reich für eure absehbare Zukunft Gefahr, bei einem brohenben europäischen Eonflict nicht mehr ferne ber Erhaltungbeä allgemeinen Friedens dienende Politik nachdrucksvoll fuhren zu können; es sst sogar, wenn auch für un§ ber Krieg unvermeiblich werben sollte, die """" ÄSSlße“8U^^9^uMererr mit berieni0en unterer Nachbarstaaten bebarf es daher mehr als je, und kein sein Vaterland hebenber Deutscher wird die danach für und sich ergebenden Nothwendigketten verkennen können. Fr n - wir hinsichtlich ihrer gesetzlichen und thalsächlichen Dauer den uns benachbarten Großstaaten nachstehen, so zwingt bi1, numerische Ueberlegenheit, gegen welche Deutschland voraussichtlich in einem künftigen Kriege zu kämpfen haben wird, des weiteren dazu die fehlende Zahl möglichst durch die Güte der Ausbildung zu ersetzen. Hiernach stellt sich eine Verkürzung der Dienstzeit um so mehr als unmöglich heraus, als bet der Schnelligkeit, mit welcher Kriegserklärung und erste Waffenentschetdung aufeinander folgen werden, die Gelegenheit, Lücken der Ausbildung nachzuholen, nicht ge- geben ist._____________ M* Verwischte-. — sDie neue Wasserleitung von Newyork.) Die Stadt Newyork bezieht, wie die „D. Bd." mittheilt, ihr Brauchwasser aus dem ungefähr 50 Km. von der Stadtmitte entfernten Crotonflusse mittelst eines gemauerten Kanales, in welchem das Wasser größtentheils ohne Ueberdruck mit sehr schwachem Gefälle bis zum Vertheilungs- reservoir im Centralpark geführt wird. Am Einlauf des Kanals ist der Crotonfluß durch einen Damm, den Crotondamm, zu einer Art See künstlich gestaut und es werden durch diesen See die Schwankungen im Wasserzulauf ausgeglichen. Mit der beständigen Zunahme der Bevölkerung der amerikanischen Metropole wuchs auch das Wasserbedürfniß und es erwies sich der Lettungskanal mehr und mehr als ungenügend, obschon man ihm ein! bedeutend großes Quantum Wasser abführen ließ, als er nach dem ursprünglichen Project hätte aufnehmen sollen. Es stellte sich somit die dringende Nothwendigkeit heraus, ihn durch ein neues Bauwerk zu ersetzen. — sDie Entführung der Köchin.) Als Kläger präsentirt sich vor dem Gericht in Rom der sechzigjährige Rentier Orlandini, der alle Paragraphen der italienischen Gesetzbücher gegen den 25jährigen Specereiwaarenhändler Spontini angewendet wissen will. Vor Wuth zitternd, erzählt er seinen Fall: „Vor 13 Jahren machte ich einen Haupttreffer in der Lotterie, beschloß ein gutes Werk zu thun und ließ mich zum Vormund eines Waisenmädchens, Namens Maria Morosini ernennen, das ich auf meine eigenen Kosten zur Köchin ausbilden ließ. Maria war ein Kochgenie ersten Ranges. Mit zwanzig Jahren war ihre kulinarische Erziehung beendet. Nun begann für mich eine glänzende Zeit; ich speiste wie Lucullus. Da geschah das Unerhörte. Die Undankbare lernte Spontini kennen, und da ich natürlich meine Einwilligung zur Hetrath nicht gab, entführte er sie. Ich klage nun gegen ihn wegen Ent- und Verführung einer Minderjährigen. Der Verführer meint gleichmüthig: „Wir lieben uns einander und haben heute von der Ober-Vormundschaft die Bewilligung zur Ehe trhalten. In acht Tagen ist Hochzeit; wenn der Herr Vormund will, kann er bei dieser Gelegenheit mit uns speisen!" Völlig gedemüthigt sinkt der Vormund auf einen Stuhl und meint, als der Richter ein freisprechendes Urtheil verkündet, kläglich zu dem siegreichen Specereiwaarenhändler: „Nehmen Sie mich in die Kost, ich zahle Ihnen, was Sie wollen!" — Einem Spitzbuben im Dorfe R. bei Seehausen i. A. erging es sehr übel. Er hatte 16 Brode aus dem im Garten eines Besitzers stehenden Backofen geworfen und wollte nun selbst aus dem Ofen heraussteigen, als die schwere eiserne Thür in Folge eines Windstoßes dröhnend zuschlug und einklinkte. Wohl oder Übel mußte der Langfinger mörderisch um Hilfe rufen, wenn er nicht in dem noch ziemlich warmen Raume geröstet werden wollte. Erst in der Frühdämmerung eilten Leute herbei, die den Burschen tüchtig durchbläuten und dann laufen ließen. fyHl Allgemeiner Anzeiger. 8365 Wachstuch, Unt-rlagestoff, Guwwi-Tischdecken, Spindborde u.f.w. in Prima-Waare empfiehlt billigst Heinrich Wallach. Wallthorstraße 21, — Gderstraße 8, empfiehlt sein wohlausgestattetes Lager in Polster- und Kasten-Möbeln, (aller Holzarten), sowie Rohrsesseln, Blumentischen, Msschmtzwaaren etc. Sopha's in jrder Japan. 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