ISS« ießener Anzeiger wwgj. SpStiiT SeSeife lalhSeife a hacket Schwaab. |^yj> Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. 7. -rsch^nt S&gjg tagg Amtlicher Hheit. Betreffend: Kreis-Lehrerconferenz. Gießen, am 25. Mai 1886. -ünzeigen. mdfenritr gesucht. peb. d. U ^^ömVäS~Q^ eres 1 Gartenstraße 17. lehrling lud)?' Vcktborstraße 7, lcht ' usmädchen, wkl- kann. ,r’ Boekmanu, tenstraße 21. Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Die diesjährige Kreis Lehrereouferenz soll Mittwoch den 2. Juni, Vormittags 10 Uhr, in Stein's Garten dahier abgehalten: werden. Sie wollen die Lehrer Ihrer Gemeinde hiervon mit dem Anfügen in Kenntniß setzen, daß wir dringend wünschen müssen, daß ohne triftigen Grund kein Lehrer fehle. Ihre geistlichen Mitglieder werden zur Beiwohnung freundlichst eingeladen. Zur Verhandlung kommen folgende Gegenstände: 1) Die zweckmäßige Einrichtung der Schulräume in Bezug auf Hdizung, Ventilation und Schulbänke. Referenten: Großh. Baurath Walter und Kreisingenieur Gnauth 2) Unter welchen Bedingungen kann der naturkundliche Unterricht in der Volksschule allein fruchtbringend wirken? Referent: Lehrer Wagner von Lich. 3) Ist es nöthig oder zweckmäßig, den Kindern Hausarbeiten auszugeben? Referent: Schulverwalter Hofmann von Lich. 4) Empfiehlt es sich, auch in der Volksschule Censuren auszutheilen? Referent: Lehrer Hasselbaum von Eberstadt. Dr. Boekmann. flcll hl ir kann Kost und Musdmz3. ttie und billigster 2359 Mechaniker. ; mit guten Zeugkochen kann und cht, wirb zu mie- i bei Fran Gg. Lppenheiiirer'ichen i8. tttn W®' MM 1,15 tt *4"5 kosten abgelebnt. Der Geländeerwerb sei ferner noch nicht abgeschlossen. Eine Veranschlagung der Hochbauten habe noch gar nicht stattgefunden. Bezüglich des Antrags des Abg. v. Wedekind, betr. die Anlage einer Winterhaltestelle (Winterhafen) für Neckarfahrzeuge bei Neckar-Steinach, hatte die Großh. Regierung 2 Projecte in Aussicht gestellt. 1. Project: Höhe der Dammkrone 4- 3 m bzw. 4- 2 m, Kosten 27000 X, 2. Project: Höhe der Dammkrone 4- 4m bzw. 4- 3 m, Kosten 30 800 X Nach Abzug des vom Schifferverein zu Neckar-Steinach laut Vertrag zugesicherten Beitrags von 6000 X, sowie der zu gewährenden Leistmrgen des Peter Mahn zu Neckar-Steinach von 1650 X betragen die Kosten 19 350 X für das erste, 23 150 X für das zweite Project. Ministerial-Präsident Weber theilt mit, daß er hoffe, noch heute die nöthigen Propositionen an hohe Kammer gelangen lassen zu können und wird hierauf der Ausschußantrag einsttmmig angenommen: Großh. Kammer um thunlichste Beschleunigung der Vorlage zu ersuchen und den Wunsch auszusprechen, die Anlage^ möge in einer Weise projectirt werden, daß sie den Fahrzeugen größtmöglichen Schutz gewähre. Der Antrag der Abgg. Wasserburg, Frank, Pennrich und Wolz, das Branntweinmonopol betr., wird, wie neulich schon im Bericht des Ausschusses angezeigt, für erledigt erklärt, da das Branntweinmonopol im Reichstag abgelehnt wurde. Das Ansinnen Großh. Ministeriums der Finanzen, Aufhebung der Verwilligung von 20 000 X (6666Va X jährlich) zu Kapitel 122 des Hauptvoranschlags für 1885/88 „Territorial-Fluß- und Dammbau", Titel 3 „Errichtung eines Schutzdammes gegen Mainüberschwemmungen in der Gemarkung Klein-Auheim" beigefügten Beschränkung bett., wird einstimmig angenommen. Der Vorstellung des Georg Presser von Gau-Algesheim w egen eines ihm an einer Brandentschädigungssumme von 1700 X seitens der Großh. Brandoersicherungscommission gemachten Abzugs von Vs, wird laut Ausschußantrag keine Folge gegeben. Bezüglich eines vom Abg. Schröder übergebenen Gesuchs des Bauunternehmers Franz Becker von Ludwigshöhe, Kreis Oppenheim, um Verwilligung eines Ersatzes für bedeutende und unvorhergesehene Verluste, welche er bei Ausführung der übernommenen Arbeiten und der Materiallieferung am Bergrutsch zu Dienheim erlitten hat, wird der Ausschußantrag einstimmig angenommen, dahin gehend: „Die Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen, eine auf die Bewilligung einer Entschädigung, welche jedoch die Höhe von 3000 X nicht überschreitet, gerichtete Vorlage an die Stände gelangen zu lassen. Betreffs der Vorlage der Ministerien, einen weiteren Beittag an die Gemeinde Heidesheim zu den Kosten der Herstellung eines Fluthgrabens zu verwilligen, wird ebenfalls der Ausschußantrag einstimmig angenommen, mithin ein Beitrag von 1278,37 X verwilligt, der in der Finanzperiode 1882/85 zu Lasten der Ueberschüsse in Ausgabe verrechnet wird. Das Gesuch des Gustav Scharmann zu Fahrenbach um Erlaß seiner Einkommensteuer wird auf Antrag des Abg. Osann nach längerer Debatte an den Ausschuß zurückoerwiesen. Abg. Osann weist in der Debatte die Unrichtigkeit verschiedener Ermittlungen der Einschätzungscommission in Bezug auf die Höhe des Arbeitsverdienstes des genannten Scharmann und den Werth des von der Gemeinde Fahrenbach bezogenen Holzes nach. Er empfiehlt namentlich Verhörung der beteiligten Personen zur Feststellung des thatsächlichen Materials. Ministerial-Präsident Weber hält dies für bedenklich. Für die Zurückverweisung sprachen die Abgg. Wolfskehl, Schröder, Heinzerling, List und Wasserburg. Letzterer wünschte namentlich Aufklärung über folgende Worte der Petition Scharmann: Ich kann deshalb meine Einschätzung mit 500 X Einkommen nur als eine Chikane von Seiten der Einschätzungscommission ansehen, und daß es eine Chikane ist, das beweist, daß man jede Gelegenheit benutzt, um uns Protestanten zu chikaniren und an unserem Eigenthurn zu schädigen, selbst mit Hint.enansetzung aller übernommenen Pflichten und aller bestehenden Gesetze. Bezüglich der Vorlage des Großh. Ministeriums der Finanzen, den Neubau einer Forstwartmohmmg zu Auerbach betr., wird der Ausschußantrag angenommen: „Die Kammer wolle zu dem Neubau einer Forstwartwohnung der Forstwartei Auerbach mit Scheuer und Stallung den Betrag von 10 000 X aus den Ueberschüssen der laufenden Finanzperiode, sowie die Verwendung des Erlöses aus den alten Materialien mit dem Anfügen verwilligen, daß Ersparnisse, welche bei der Vergebung der Arbeiten durch Abgebote an den Voranschlägen erzielt werden, nur insoweit zur Verwendung kommen dürfen, als sie zur Deckung der Aufgebote über die Voranschläge und zu Fundamentirungskosten oder zur Erwerbung eines geeigneten Bauplatzes nothwendig sind," Das Gesuch des Distriktseinnehmers, Rendanten Peter Walther zu Gießen, seine Vordienstzeit betr., wird abschlägig beschieden. Zur Necommunication I. Kammer, über das Gesuch der Angestellten der Ober- hessischen Eisenbahnen, Gleichstellung mit den Angestellten der Main-Neckar-Bahn betr., beantragt eine Mehrheit des Ausschusses (Osann, Schroder, Wolff-ckelst): „Beitritt zu dem das früher beschlossene Ersuchen ablehnenden Beschlüsse I. Kammer; eiüe. vom Lande wird gesucht. Näheres Löberstraße 3. refp. bie 'aber wirb bifltnt • unter C E. 99 Deutschland. Darmstadt, 26. Mai. sZweite Kammer der Landstände.j Die Berathung über die Petition der akademisch gebildeten Lehrer an den höheren Lehranstalten des Großherzogthums um anderweitige Regelung der Gehaltsverhältnisse wird in der heutigen " Aus einer längeren Discussion, an der sich dieAbgg. Wolfskehl, Haustein, Geh. Staatsrath v. Knorr, Metz (Darmstadt), Heinzerling, Vogt, Franck Letheiligen, geht hervor, daß die Redner im Princip den Wünschen der Petenten -sympathisch gegenüberstehen, wohl aber zu bedenken geben, daß sämmtliche Staats- deamten zu denselben Wünschen berechtigt wären und daß man eine Kategorie der Beamten nicht vor der anderen bevorzugen dürfe. m a Nach längeren, in ähnlichem Sinne gemachten Ausführungen des Berichterstatters -EU en berg er schreitet man zur Abstimmung und werden sämmtliche gestern ausführlich mitgetheilten Ausschußanträge angenommen. Sodann gelangen einige Interpellationen zur Beantwortung. Die Interpellation des Abg. Arnold, betteffend Maßregeln zur Verhütung und Einschränkung von Epidemien hat folgenden Wortlaut: 1) Aus welchen Gründen stützt das Kreisamt sein Recht zur Erlassung der fraglichen Verordnung, die die Interessen des ganzen Landes berührt, auf die Art. 78 und 48, V, 1 der Kreisordnung; 2) wurde diese Verordnung nur für den Kreis Darmstadt erlassen oder wurden die gleichen Vorschriften für alle Kreise des Landes erlassen, verneinenden Falls aus welchen Gründen; 3) gingen dem Erlaß dieser Verordnung, insbesondere des § 6, Erhebungen namentlich auch in Betreff des Scharlachs und der Diphtherie voraus, die solche Bestimmungen rechtfertigen, oder wurde sie nicht vielmehr erlassen auf Grund von Behauptungen, deren Richtigkeit von den besten Theoretikern und Praktikern der Medicin nicht an- -erkannt wird? , . , r . . Abg. Arnold erklärt, für die Besprechung nicht vorbereitet zu fern, da er von dem in der Antwort der Großh. Staatsregierung angezogenen umfangreichen Vortrag der Gesundheitsbehörde keine Kenntniß habe, und beantragt Vertagung der Besprechung. Im Einoerständniß mit der Regierung wird dieselbe beschlossen. Die Interpellation der Abgg. Haustein und Metz (Gießen), betreffend die Herstellung eines Uebergangs über die Oberhessischen Eisenbahnen an der Frankfurter Straße in Gießen, wird von Ministerial-Präsident Weber dahin beantwortet, daß der Regierung der wenig befriedigende Zustand wohl bekannt sei. Die Regierung sei bestrebt, Mittel und Wege zur Abhülfe zu finden, doch könne ein ausgearbeitetes Project' mit Voranschlag erst vorgelegt werden, wenn die nöthigen Erhebungen gemacht seien. Abg. Metz bedauert, daß die Regierung sich ablehnend verhalte, während früher immer eine Besserung in Aussicht gestellt worden sei. Er bittet um Beschleunigung der Angelegenheit. , . Abg. Haustein weist nochmals auf die mißlichen Zustande hm und erinnert namentlich an den Vertrag, der zwischen Großh. Regierung, vertreten durch den damaligen Kreisbaumeister Holzapfel, und der Oberhessischen Eisenbahngesellschaft im April 1869 geschlossen wurde und in dem letztere die förmliche Verpflichtung übernommen hatte, den Uebergang über die Oberhessischen Bahnen nicht zum Rangiren zu benutzen, vielmehr denselben stets offen zu halten, soweit eine Sperrung durch Ein- imb Ausfahren der fahrplanmäßigen Züge nicht geboten sei. Ministerial-Präsident Weber: Es sei ein Mißverständniß, wenn man glaube, Lie Regierung verkenne die schlechten Zustände und verhalte sich ablehnend. Es sei nur fraglich, wie man abhelfen solle. Es liege ein Project vor für einen Steg für Fußgänger, dasselbe sei sehr kostspielig und beteilige immer aber noch nicht den früheren Mißstand für die Fuhrwerke. Auch habe man daran gedacht, den Rangierdienst an eine andere Stelle zu verlegen. Sei dies nicht möglich, so würde eine Unterführung (Tunnel) an der betr. Stelle nothwendig werden. Ucber die Positionen, die Herr Haustein angezogen habe, herrsche Unklarheit vom juristischen Standpunkt aus und Insofern sei es gut, wenn ein anhängig gemachter Proceß die nöthige Klarheit darüber bringe. Uebrigens existirteu ähnliche, noch schlimmere Verhältnisse in Darmstadt, am Uebergang der Main-Neckarbahn über die Rheinstraße. Wenn man in Gießen dem Uebelstcmd abhelfe, so müsse man dies auch hier und in anderen Städten thun. Die Projecte hierzu seien auch schon in Arbeit. Er bitte, einstweilen Geduld zu haben, Abhülfe würde geschaffen werden, vorausgesetzt daß die Kammer die nöthigen Mittel genehmige. Die Interpellation des Abg. Sturmseis, betr. die Erbauung der Nebenbahn von Nidda nach Schotten, mit dem Wortlaut: 1) Woran liegt es, daß mit dem Bau dieser Bahn noch kein Anfang genracht wird? 2) Warum sind nur £0 000 X zur Erbauung von Stationsgebäuden und Nebengebäuden in Aussicht genommen? rvird von Ministerial-Präsident Weber dahin beantwortet, daß die , nöthigen Vorarbeiten beständig mit äußerster Beschleunigung betrieben worden seien. Die Verzögerung liege an der Neclamation einzelner Gemeinden, die eine Verlegung der Bahn rvimschten. Das Ministerium habe eine solche jedoch wegen der bedeutenden MehrW n Ass opfern d-s Keife UldJl Herr 5«eif ad)! - erfolg! es ihr emaiil Steut famni1 derv -icsigl unter? heran; Ullö g ftroigc dahici Kreisa führen turner begrüx Innig barleg. selbe c (hie (f 2 bio. schiene Anlag Aussä sahrui umiitf Sitzm weitet übuw richte ütebt io Thei her Mbi W Dei fiki! ocabcr auf d werbei 0# 1886, auf dc W Di. fömie: fiunbi werbei Sie Artl von denE lhot, getrete Stibu Erjj Si ist ge> Hohei! Mr g Herr des^ ^ÖH) Minderheit (Ellenberger, Theobald) hingegen: Beharren auf dem früheren Beschlüsse. Nach längerer Diskussion wird der Majoritätsantrag gegen 9 Stimmen angenommen. Nächste Sitzung: Morgen Vormittag 9 Uhr. Berlin, 26. Mai. Das Abgeordnetenhaus erledigte eine Reihe Petitionen von weniger allgemeinem Interesse vorwiegend nach den Commisssons- Anträgen. Die Petition, betr. Neuregelung der Gesängnißarbeiten, wird nach längerer Debatte nach dem Antrag Bachem „unter Anerkennung einer dem Zwecke der Strafrechtspflege entsprechenden Beschäftigung" der Regierung überwiesen. Morgen findet die zweite Lesung der Communalbesteuerung der Officiere und die dritte Lesung beider Kanal-Vorlagen statt. — Gutem Vernehmen nach ist betreffs des Heirathsgutes der Officiere nunmehr die Bestimmung ergangen, daß Subaltern-Osficiere statt bisher 1800 künftig 2500 c/1L und Hauptleute 2. Klasse statt bisher 600 künftig 1500 Jl. Jahreseinkommen Nachweisen müssen. Stuttgart, 26. Mai. Der König ist mittelst Extrazuges über Lyon nnd Genf hier eingetroffen. Am Bahnhofe waren die Mitglieder der königlichen Familie, die Staatsminister, die Generalität rc. zum Empfang anwesend. Das Aussehen des Königs ist ein sehr gutes. Griechenland. Athen, 26. Mai. Wie es heißt, begiebt sich der König nach Korfu Ä?.d alsdann in's Ausland. Die Entlassung der Reservisten beginnt heute. — Trikupis wird heute in der Kammer einen Gesetzentwurf einbringen, wonach die Zahl der Deputirten auf 150 herabgesetzt werden soll. Türkei. Konstantinopel, 26. Mai. Der Gesundheitsrath beschloß, die Halle* Nischen Provenienzen vom Continent von der französischen Grenze bi« zum Kap Lenca einer fünftägigen Quarantäne zu unterwerfen. Die bisherige zehntägige Quarantäne gegen die italienische Adriaküste wird aufrecht erhalten. Bett, Hub' Gi TekgraphWs DspeMm, Wolff's telegr. Ssrrrspon-eKS«Wnrrsn. Berlin, 26. Mai. Die heute stattgehabte Beerdigung Ranke's erfolgte in feierlichster Werse unter Betheiligung der gesammten Studentenschaft und Kapazitäten der Wissenschaft und Kunst. Eine unabsehbare Wagenreihe wurde von Gala-Equipagen des Kaisers und des Kronprinzen eröffnet; um 5Vr Uhr setzte sich der Conduct in Bewegung, ging über die Linden, den Lustgarten nach der iLophienkirche. Die nächsten Angehörigen folgten zu Fuß. In der Kirche waren anwesend der Kronprinz, der Erbprinz von Meiningen, die Minister Puttkamer und Goßler, zahlreiche Generäle, Offiziere und die Spitzen der städtischen Behörden. Die Trauerrede wurde von Oberhofprediger Koegel gehalten. Nach Beendigung der Feierlichkeit wurde die Leiche nach dem Sophien- kirchhof überführt. Der Kronprinz und der Erbprinz von Meiningen wohnten der Bestattungsfeierlichkeit bis zum Schluß bei. Berlin, 26. Mai. Der Nedacteur der „Germania", Künemund, wurde wegen Beleidigung der Mitglieder des 3. Civilstnats des Oberlandesgerichts zu Naumburg durch den Artikel „Von Justizwegen Politik treiben", worin das Urtheil im Diäten- proccß kritisirt wurde, zu 6 Wochen Gefängniß verurtheilt. Erfurt, 26. Mai. Ueber den bei Alkersleben niedergegangenen Wolkenbruch meldet die „Äür. Ztg." ferner: Durch den Wolkenbruch wurden die Fluren von Müllersleben, Bösleben, Alkersleben und Ettischleben verwüstet. In Ettischleben war der Hagel beinahe einen Meter hoch gefallen. In Bösleben wurde ein Damm durchbrochen. In Alkersleben kam ein Besitzer bei der Rettungsarbeit um. Bremen, 26. Mai. Der neue Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd, „Trave", ist gestern Abend, von Greenock kommend, auf der Weser eingetroffen und wird am 5. Juni seine erste Reise nach Newyork antreten. Schiff und Maschine haben sich auf der Fahrt nach Bremen auf das Glänzendste bewährt. Madrid, 26. Mai. In der Nitroglycerinfabrik von Alduya (Provinz Valencia) fand eine Explosion von Glycerin statt. Die Fabrik wurde zerstört und 13 Personen getodtet. Paris, 26. Mai. Der diesseitige Gesandte in Athen, Mouy, begibt sich Freitag wieder auf seinen Posten. Haag, 26. Mai. In Erwiderung verschiedener Petitionen, betreffend Einführung der Getreidezölle, sprach die Negierung sich bestimmt gegen eine solche Maßregel aus. Rom, 26. Mai. Cholera - Bericht. In Bari sind 3 Erkrankungen und ein Todesfall, in Venedig 22 Erkrankungen und 12 Todesfälle zu verzeichnen. Catania, 26. Mai. Die Lava rückt 70 Meter per Stunde vorwärts und hat bereits Morne Nocilla überschritten, das Kloster Nicolosi erreicht und viele Weingärten bedeckt. Die Auswanderung nimmt zu. Jahresbericht res Dabrik-Inspectors für das Großherzogthum Hessen für 1885. (Fortsetzung.) 8. Wirtschaftliche und sittliche Zustände der Ar-eiter-BevSlkerung, Wohlfahrts-Einrichtungen. Verfchiedenes. Die seit 1872 bestehende gemeinnützige Baugesellschaft in Offenbach unternimmt zu Zeiten des Bedürfnisses in Offenbach den Bau von Arbeiterwohnungen. Die von der Gesellschaft gebauten Häuser enthalten gewöhnlich unten 3 Stuben mit Küche und im Kniestock 3 Stuben. Das Häuferviertel in der Feldstraße besteht aus 61 Arbeiterwohnhäusern mit Hausgärten. Die Häuser werden annähernd zum Selbstkostenpreis gegen Verzinsung, Anzahlung und allmähliche Abtragungen in einer auf längstens 20 Jahre festgesetzten Zeit an Arbeiterfamilien käuflich abgegeben. Die Erfahrungen der Gesellschaft hinsichtlich der Pünktlichkeit der Abzahlungen sind günstig zu nennen, indem dieselbe noch nicht in der Lage war, eines der gebauten Häuser wieder zurück- nehmen zu müssen. Im Jahre 1885 hat die Gesellschaft 5 Arbeiterwohnhäuser errichtet, welche im Frühjahr 1886 bezogen werden sollen; 1886 wird eine weitere Anzahl erbaut werden. Ueberschüsse über einen Gewinn von 5pCt. werden gemeinnützigen Unternehmungen zugewendet. Auf Anregung der Baugesellschaft hat sich ein Verein zum Zweck der Errichtung eines Volksbades für Offenbach gebildet. Etwa 150 Offenbacher Bürger zeichneten ca. 75000 JL in Antheilscheimm ä 100 JL, die Ballgesellschaft und die Stadt Offenbach bewilligten 1885 Beiträge von je 20 000 für das Bad und es soll in einem bereits erworbenen Anwesen in der Nähe des Mains die Ausführung des Unternehmens im Frühjahr 1886 beginnen. Es ist zu bedauern, daß nicht auch in Mainz, wo Mangel an Arbeiterwohnungen ist und dieselben in vielen Fällen sehr viel zu wünschen übrig lassen, in ähnlicher Weise wie in Offenbach für Arbeiterwohnungen gesorgt wird. Der Verein gegen Armuth und Bettelei in Darmstadt sucht seit etwa zwei Jahren in cigenthümlicher Weise auf die Verbesserung der Wohnungszustände der ärmeren Klassen einzuwirken. Es wurde zunächst ein altes Haus in einer Gasse der Altstadt für 8000 angekauft und umgebaut. Der Umbau kostete 2720 Jt, Während dcs Umbaues, welcher etwa 2 Monate Zeit erforderte, wurde den Bewohnern der Miethpreis erlassen unter der Bedingung, daß sie sich nicht nur in die durch den Umbau entstehenden Belästigungen zu fügen, sondern auch thunlichst hilfreiche Hand zu leisten hätten. Nach dem Umbau war da, wo matt vorher über dunkle gebrechliche Dreppen und Fluren ging, Lust und Licht geschaffen und durch Helle Gänge tritt man Ji freundliche Wohnungen, Das Haus ist innen und außen reinlich geworden. Das Dnd zur i lehre' J)r. 3 M- bcden zeiiiok Ergebniß des Rechnungsabschlusses war, daß die Micthcr keine höhere Miethe zu zahlen hatten als früher (im Ganzen 790 JLY daß für die Erhaltung der Reinlichkeit und des Bauwerthes Mittel vorgesehen sino und sich das Kapital wie üblich verzinst. Im Laufe des Berichtsjahres wurden noch weitere 3 Häuser in der Altstadt angekauft, umgebaut und vollständig hergerichtet, so daß die Wohlthat zweckmäßiger Wohnungen nunmehr 33 Micthparticn zu Gute kommt, welche von 0,70—4,20 wöchentliche Miethe zahlen. Für jedes der 4 Häuser ist ein besonderer Vermalter bestellt und führen je 2 Damen die Aufsicht. Durch die Bemühungen des Vereins zur Gründung einer Arbeiter-Eolonie für das Großherzogthum Hessen und den Regierungsbezirk Wiesbaden konnte die Eolonie auf dem Domänengut Neu-Ulrichstein bei Homberg a. d. O. in Oberhessen, welches pachtweise erworben wurde, am 1. Juli ihre Thätigkeit beginnen. Die Anstalt will arbeits- oder stellenlosen Leuten Arbeit, Verpflegung, Kleider und Werkzeuge bis zur Erlangung von anderweiter Beschäftigung geben und dieselben dadurch von vagirendem Straßenleben abhalten. Unfleißige, der Arbeit Entwöhnte sollen zur Ordnung angehalten und gewöhnt werden. Bei guter Führung erhalten die Colonisten womöglich durch Vermittelung der Anstalt wieder Stellung. Das Gut umfaßt 187,12 Hektare Land. Der Ertrag des Bodens soll durch Drainirung erhöht werden. Jeder Eintretende erhält eine Kleidung, die mitgebrachten Kleider werden gereinigt und desinsicirt. Für die ersten 14 Tage Arbeit wird nicht gelöhnt. Nach dieser Zeit werden je nach Fleiß, Geschicklichkeit und Leistung 20—40 Pfg. per Tag gewährt und beim Weggang, welcher spätestens 3 Monate nach der Ankunft erfolgt, ausbezahlt. Die Anstalt hat 2 Speisesäle, Schlaffäle mit 120 Bettstellen für Colonisten, Schlafräume für Aufseher, ein Gesellschafts- oder Rauchzimmer, Werkstätten für Schreiner und Schuhmacher, Küche, Speise- und Geräthekammer n. s. w. und eine Bibliothek. Der Genuß geistiger Getränke wird nicht geduldet. Vom 1. Juli bis Ende December haben 172 Arbeitslose Ausnahme und Arbeit gefunden, 15 mußten wegen Ueberfüllung abgewiesen werden. Vom 1. Juli bis 31. December fand ein Abgang von 74 Personen statt, so daß ein Bestand von 98 verblieb. Von den Abgehenden ging ein großer Thcil durch Vermittelung der Eolonie in Stellungen. Die Zuzügler werden mit landwirthschaftlichen Arbeiten beschäftigt. Die unter denselben befindlichen Handwerker fertigen Kleider, Schuhe und andere Jnventargegenstände für die Eolonie. An vielen Orten des Groß- herzogthums wurden Verpflegungsstationen, theilweise mit Arbeitsnachmeisungsstelle verbunden, für mittellose Durchreisende eingerichtet. Mit den Erhebungen über die Sonntagsarbeit wurde die Großherzogliche Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein seitens der Großherzoglichen Regierung beauftragt. Die seit dem Inkrafttreten des Unfallversicherungsgesetzes und der Bildung der • Berufsgenossenschaften verflossene Zeit ist noch zu kurz, um von den Wirkungen des Gesetzes berichten zu können. Nach gemachten Wahrnehmungen werden von den Vertrauensmännern der Berufsgenossenschasten Fabriken nur bet schweren Unfällen besucht, und es wird daher seitens der Vertrauensmänner ein großer Einfluß auf die Unfallverhütung wohl zunächst nicht ausgeübt werden. Der Fabrik-Jnspector wird deshalb in den Fabriken, wie seither, Maßregeln zur Unfallverhütung anordnen müssen. Die wohlthätigen Folgen des Gesetzes werden sich jedoch insofern auch auf den Fabrik- Jnspector äußern, als derselbe wohl nicht mehr zur Abgabe zahlreicher Gutachten in leidigen Haftpflichtprozessen in Anspruch genommen werden wird. Bei den Berufsgenossenschaften kommt eine große Anzahl von Unfällen ganz unbedeutender Art zur Anzeige. Die Anzeige hat durch den Arbeitgeber binnen zwei Tagen nach dem Tage eines Unfalls zu erfolgen. Diese auch für die leichten Unfälle geltende kurze Anzeigefrist ist die wahrscheinliche Ursache der Anzeige so vieler Unfälle unbedeutender Art, da sich innerhalb der gegebenen kurzen Frist die Folgen eines Unfalls meist nicht ermessen lassen. Die Wirkungen des Krankenkassengesetzes würden sich am besten aus einer sachgemäßen Statistik des Krankenkassenwesens im Großherzogthum erkennen lassen. Zur Aufstellung einer solchen hat der Fabrik-Jnspector weder das Material noch die Zeit. Aus vereinzelten Wahrnehmungen beim Besuch eines Theils der Fabriken eines ausgedehnten Aufsichtsbezirks können allgemeine Schlüsse nicht gezogen werden. Das Krankenkassengesetz legt den Arbeitgebern Pflichten auf, an deren Erfüllung man sich mit der Zeit gewöhnt hat. Besonders die An- und Abmeldepflicht erfordert fortwährend Aufmerksamkeit der Arbeitgeber oder ihrer Bediensteten. Sie müssen sich stets vergewissern, ob jeder ihrer Arbeiter Mitglied einer Krankenkasse ist. Bedeutende Ausgaben verursacht manchen Betriebskrankenkassen in Krankheitsfällen die ärztliche Behandlung solcher Arbeiter, welche vereinzelt in vom Sitz des Betriebs entfernten Ortschaften wohnen, und es ist schon die Frage aufgetaucht, ob nicht durch statutarische Bestimmung für solche Betriebskrankenkassenmitglieder an Stelle der gewöhnlichen Leistung der Kasse (freie ärzliche Behandlung und Krankengeld) der volle Lohn nach § 3 Abs. 2 des Krankenkasfengesetzes treten könne. Die mir in zwei Fabriken mit vorzugsweise weiblichem Arbeitspersonal geäußerte Befürchtung, daß die Unterstützung nicht verheiratheter Wöchnerinnen durch die Krankenkasse einen nachtheiligen Einfluh auf die Sittlichkeit ausübe, indem die Arbeiterinnen der Verführung schwächeren Widerstand entgegensetzen würden, erscheint mir nach vielen Erkundigungen in anderen Fabriken mit vielem weiblichen Personal in den verschiedensten Theilen des Landes nicht begründet. In 3 von den besuchten Fabriken werden nur solche Arbeiter ausgenommen^ welche Mitglieder von freien Hilfskassen sind, während in 2 anderen Fabriken die Krankenkassenbeiträge vollständig von den betr. Arbeitgebern geleistet werden. In einer Cigarrenfabrik zahlen etwa 50 ältere männliche Arbeiter feine Beiträge zur Fabrikkrankenkasse, da deren Beiträge aus einem vorhandenen Kapital gezogen werden können». ____________________________________(Fortsetzung folgt.)___________________ B e «mischte-. r. Bettenhausen, 25. Mai. Angeregt durch die Ausführungen des Herrw Amtnmnns Nover gelegentlich des Vortrags des Großh. Herrn Hofgärtners Noack am 16. Mai conftituirte sich am vorigen Sonntag im „Solmser Hof" zu Hungen ein landwirthschaftliches Kränzchen für Hungen und Umgegend. Es waren zu diesem Zwecke eine Anzahl Landwirthe unserer Gegend durch den Director des landwirthschaft- lichen Bezirksvereins Gießen, Herrn Amtmann Nover, druckschriftlich eingeladen worden, welche fast alle dieser Einladung — trotz der tropischen Hitze, welche zur Zeit herrschte — Folge leisteten, ein sicheres Zeichen, daß mit dieser Gründung einem „wirklichen und lange gefühlten Bedürfnisse" Rechnung getragen wurde. Die Versammlung wurde eröffnet durch den provisorischen Vorsitzenden, Herrn Bürgermeister Bender von Hungen. Derselbe begrüßte die Versammlung und stellte sofort die Berathung der Statuten auf die Tagesordnung. — Nach einer kürzeren Debatte über Eintrittsgeld oder Nicht-Eintrittsgeld, an der sich besonders die Herren Lehrer Repp zu Villingen, Bürgermeister a. D. Zimmer daselbst, Bürgermeister Bender und Pachter Baron v. Oven zu Hungen rege betheiligten, wurden die Statuten — ihrem Inhalte nach — in folgender Weise angenommen: „Der landwirthschaftliche Verein für Hungen und Umgegend ist eine freie gesellige Vereinigung, in welcher vorzugsweise landwirthschaftliche und mit der Land- „wirthschaft in Verbindung stehende Fragen zur Besprechung gelangen sollen. Mitglied „kann jeder Landwirth, besonders aber auch jeder Freund der Landwirthschast werden. „Jedes Mitglied zahlt 50 H einmaliges Eintrittsgeld und 1 JL jährlichen Beitrag zur „Vereinskasse. — Die Versammlungen finden in der Zeit vom 1. October bis „30. April monatlich einmal statt. Der Vorstand bestimmt den Ort und die Beit der „nächsten Zusammenkunft." , Es wurde dabei erwähnt, daß nicht allein Hungen als Ort der Zusammenkünfte m s Auge zu fassen sei, sondern daß besonders die Orte, welche die größere Anzahl Veremsmitglieder aufroelfen können, hierin den Vorzug haben sollen. Für den Sommer sind nach Ermessen des Vorstandes Ausflüge auf größere Hofgüter, in con- solidirte oder sonst gut cuftivirte Gemarkungen vorgesehen. Jedes Mitglied erhält zu jeder Versammlung ein gedrucktes Einladeschreiben des Vorstandes durch die Post zugestellt. (Sine besondere Annehmlichkeit wird ein in der Versammlung aufzustellender fogen. ,,#ragcfaiten" den Mitgliedern bieten. Derselbe wird in der Weise zu benutzen sein, daß die einzelnen Mitglieder Fragen, welche sich in ihrer Wirthschaft aufwerfen und über welche sie sich nicht klar werden können, auf einen Streifen Papier schreiben und ohne Unterschriften versehen (also ohne Nennung der Namen) in diesen Kasten werfen, um in nächster Versammlung die Beantwortung dieser Fragen durch den Vor- W S5<ÄJ ’**"*?6; UL.7Z rZK rden i\ De‘töre SÄMtr 5“»«rtK M '»d°tz ein W durch Ver- ^d?lrthschastlichtn r Öligen Kleider n OttmdiSGttß- --nachweisungsstelle ^oglidjeGentraL' oShei-zoglicken Re- ö der Bildung der . en Wirkungen des den üoii den Vcr- kn Unfällen besucht, [B aus die lliM clor wird deshalb 'nen müssen. Die auf den Fabrik- icher Gutachten in Bei den Beruss- !dcutmder Art zur n nach dem Tage le geltende kurze ille unbedeutender Unfalls meist nicht en aus einer such- nnen lassen. Lur !al noch Sie Zeil, brifen eines aus- n werben. Das füllmiß man sich ■ erforbert fort; [ muffen fid ließ | bedeutende Aus- )ie ärztliche $e- enlsernlen Orl- irch slatularische itr gewöhnlichem I volle Lohn nach I vei Fabriken mit t die Unterstützung I zlhciligen Einfluß | riuifl schwachem F lunßen in anderen । feilen des Landes 1 tr ausgenommen, | reu Fabriken die F nerben. Zn einer f träge zur Fabriken werden können. ungtn des Herrn osgänners ^oad i" ,u Hungen ern waren zu d-esein ) landw-rth chafl^ -isrlich eingeladc welche zur K1 'ng einem nlunfl und Itcuu Str? bit g ft BSrgnE ist fÄfr !g&t$ 5%K ? # bud 6C * Ät< VH. Etlinger 4074 3252 4072 4041 Großh. Ortsgericht. Müller. Freitag der. 28. Mai, Nachmittags 2 Uhr, wird in dem PH. K. Schmidt'- schen Local, Neustadt 8, ein schöner großer Glasfchrank (Bücherschrank), sowie um 3 Uhr in meinem Geschäftsloeal eine Parthie Bücher (Jürrstrirte Chronik der Zeit, Stunden der Andacht re.) versteigert. Bühner, Gerichtsvollzieher. Engel, Gerichtsvollzieher. Freitag den 28. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, m der Hofraithe Westanlage Nr. 6 dahier sollen gegen Baarzahlung öffentlich oer- fteigcrt werden: 1 Kleider-, 1 Küchenschrank, 1 Com- wode mit Aufsatz, 1 ovaler, 1 viereckiger Tisch, 1 Wasch-, 1 Nacht-, 1 Nahtisch, 1 Hcmdkarre, 1 Hobelbank mit Werkzeug, 1 Parthie Borde re. Versteigerung bestimmt. Gießen, den 25. Wai 1386. Hiliuiii. KOI« der beste Schutzhut, verschiedene Formen, per Slück 80 Pfg. -Samstag den 29. Mai, Nachmittags 3 Uhr, fallen auf dahiesigem Ortsgericht die den Erben des verstorbenen Heinrich Andreas Jughard . gehörigen Immobilien Flur XXXVI Nr. 60 — 2331 Mtr. Wiese unter den alten Eichen, zwischen der mittelsten und der Waldgasse, * XXXVI Nr. 61 - 1025 Mtr. Acker daselbst, „ XXXVI Nr. 62 — 604 Mtr. Wiese daselbst, „ XXXX Nr. 95, 98 u. 99,2 - 731 Mtr. Acker an den Schwarzlachsgärten am Fluthgraben, „ XXXX Nr. 95, 98 u. 99,8 - 2357 Mtr. Acker daselbst, rciwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, den 20. Mai 1886. Großh. Ortsgericht Gießen. I A. Vogt. 3925 Freitag den 11. Juni, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- rarthe des Heinrich Capetter und Ehefrau, geb. Böß Flur XXVIII/128,4 469 Mtr. Hofraithe auf den Hegstrauch und Sandkauterweg, „ XXVHI/128,7 856 Meter Grabgarten daselbst, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 29. April 1886. Temperatur der Lahn. Am 27. Mai, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14°, Lust 15« R. im Schatten. um» ____ L- Ehr. Rübs am en. diese allgemeinen Gesichtspunkte zur Besprechung gezoaen waren schritt man zur Wahl des Vorstandes. Aus der Wahl gingen hervor- ' Als erster Vorsitzender Herr Baron von Oven, als Stellvertreter desselben Herr Vurgernwr ter Bender, als Rechner Herr August Schäfer. 11 Die Wahl des Schriftführers blieb unentschieden, weil der Gewählte Herr Steuereomwrssar Snell nicht anwesend war. <®eroagiie,, jpeir Um ungefähr 7 Uhr Abends erfolgte der Schluß dieser constituirenden Versammlung durch den Voriitzenden, Herrn v. Oven. cunjniuuenoen ^ei- c,. . D:e NUI^ folgende gesellige Unterhaltung wurde gewürzt durch die Trinksprüche Af+arretk^r2eyu-Hungen und Landwirth Jean Wolf von Villingen. ^ckt bliche Versammlung findet wahrscheinlich nächsten Sonntag über n-folgcn^ **' °vorher eine besondere Bekanntmachung des Vorstandes --- n ^ö'Aen sich in dieser Versammlung recht viele unserer Berufsgenosscn einfinden- es thut wahrlich noth, daß wir Landwirthe endlich, endl ch auch einenMl^ unt«' einander erstreben, uns unterstützend einander in Rath und That $ ift nPrt°merb™ eS aa bl?. s°^Ge!chäfts-Ausvcckäufe einer besseren Control- ES« S $£,« e,wi" •“ . ^orms, 24. Mai. . sMittelrheinisches Turnfest.s Gestern Vormittaa tnafp ßTP'än E^ölsiMnent der technische Turnausschuß und als Vertreter des Krelsauoschusseo der Krelsschriftwart Rothermel, in Gemeinschaft mit dem aefd)äftö= r derathung der allgemeinen und besonders de? speciell tmnerischui i^stangelegenheiten. Der Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschusses vegrutzte in herzlichen Worten die erschienenen Vertreter, worauf der Turuwart der denselben in kurzen Zügen das geplante Programm des Festes Mhn ™ 'öUXc ^?Iaßec des eigentlichen Turnplatzes übergehend, hervorhob, da? der- breit wch 80 Meter lang sei und mit 6 Reck, 6 Barren und 6 Pferd (die Ersteren aus der Fabrik des Herrn G. Kaibel), 2 Sprungplätze für Stabüoch 2 dm. sur FreiweMprung und 2 Plätze zum Steinstoßen versehen werde. Die er- ^laa?n"^Mb^lle^mhnefntCff erIä“£ert™ben mitgebrachten Situationsplänen die Äe"^e' ^-?n Baulichkeiten, und nachdem noch aus den übriaen Ausschüssen oerschledene, Mittheilungen gemacht, die erschienenen Vertreter ihre Er- llrllb4. Nath^chlage kundgegeben und ihrer Freude über die schon so weit und Ausdruck gegeben hatten, wurde die gemeinschaftliche Sitzung iiad) 12 Uhr geschloffen. Hierauf berieth der technische Turnausschuß in einer wexteren Sitzung, bis nach 4 Uhr, die für die Geräthe JoigeT^ie6enen 12 IS-- ubungen, von denen am Festtage selbst 6 ausgewählt werden, bestimmte die Kampf- ^A^,^l.b^ ..euizelnen Gerathe und die Riegenführer für die 12 Riegen und erläuterte alodanu die für das Musterriegen- und Wettturnen neu eingesührten Listen Die mit LTw S aB?Unb ßrÄV Sachkenntniß ausgearbeiteten Vorlagen für den turiwrischen Thcil des Festes von Seiten des technischen Ausschusses, als die vorzügliche Leituna der seitherigen Vorbereitungen durch den Festausschuß, lassen auf ehie aebc blide Wiefeen”8 Zn™]ad)c 1OIܰbf' al5 auch eine gelungene Durchführung des Festes j stand zu erwirken der letztere sich zu diesem und auch zum Zwecke, gediegene Kräfte zur Haltung von Vortragen herbeizuziehen, sich mit den^verschLenen Landwirchschafts- !ehrern, Culturtechnikern oc. unseres Landes, besonders aber mit dem Herrn Professor Herrn' ^ntmann Ä ön Universität Gießen^ und mit dem Herrn 2.intmann Oiovex m Verbindung setzen wird. — Außer zahlreichen Borträaen bcdentenbcr Manncr auf dein landwirthichaftlichcn Gebiete ist für d?n Winter-in p“iommm. mC °0en bem '""dwirthschaftlichen Verein zu Gießen in Aus" Lebensverficherungssache. Die Jahres-Einnahme stieg um nahezu 1 Million auf m 10 791 ,!?«•* ÄS iS •* *** f ^Erblichkeit blieb gegen die Erwartung um 81 Personen zurück- die (5r- 8SS SSSäW*"” "“U«*; Anspruchs sßcrroaItun88tofie'i »ahmen nur wenige 4,89 pCt. der Jahrcs-Einnahine in rx Ueberschuß ergeben sich für die Lebensoersicheriina AL 441 7^7 !ye^e ?n? $ ° t^a«yecU nn die bethelligten Versicherten zurückoergütet werden-"bis da bin au^die ^s^? 2hCJCl-r 3r^iemn’- 9m Jahre 1886 kommen JL 1,874,22a = 35plt oU r " ^^/bbenslangliche Prämie und an die abgekürzt Versicherten aus deren Zusatz-Praiiiientheil extra noch 17i/2pCt. zur Vertheilung Dabei ist zu beachten daß lede^Praime Ansptuch aus Dividende hat und beim Tode oder Austritt die rückständiaen . 5 Jahres-Dividenden nachvergütet werden. Bei einem Verzicht auf diese Nachver- a les ber anderen Gesellschaften üblich, kommen jene 35 und 17Rät U11^ . Dle mit steigender Dividende betheiligten Versicherten erhalten nn x)Qbre 1886 eine gegen das Vorjahr um 3pCt. höhere Dividende r, und sparsam verwaltet wird und alle Ueberschüsse UN- möglichst-r Billig ' bC" aScr"d)ertEn rufall-n, fo bietet sie absolute Gewähr bei 4017 Konkursverwalter. Handel und Verkehr. „ ^^burg 26. Mai. Rother Weizen JL 14 80, weißer Weizen JL 1460 EMen b lOO^funb VoO^O5' ** 6'75' Äartoffe,n ä 100 Mund Jü M ÄeÄ ÄÄÄ ÄÄ y?' ^^^liut Stück 00—00 H, Rothkraut per Stück 30—40 Kohlrabi ffi« i «H8ÄR Freitag den 28. Mai l. I., Nachmittags 2 Uhr, werden in ber ft leit’ schen Hofraithe dahier Kommode, Sopha's, Tische, Küchen- und Kleiderschränke, Spiegel, Bilder, Uhren, Nähmaschinen, 1 Ladentheke, 1 Pult und sonstige Mobiliargegen- stande, öffentlich nreiftbietend gegen Baarzahlung versteigert. Eingesandt. Turnsabrt^n^b' Zu,rnüercin Gießen wird nächsten Somita^den^ZO^Mai eine Ä’tt 8®s mtt Diurner, ^urnfreunde und Damen re. fahren um 11 Uhr 40 Min rerVbe^aiffX^en"' Butzbach, woselbst Wagen zur W-it-rsahrt nach Münzen- r,fin„ ber Himmel ein sreunblicheS Gesicht macht unb die allbekannte gtefiau- »a« >u °utenStoss sorgt, bürste sich der Sonn- Hamburger Tischhandl. A. Koch Uachf. Empfehle heute eintreffend: Is. Rhein- und Wescrsalm, frische Hechte und Zander, lebende Karpfen und Schleien. Heute Abend und Freitag früh- Lebendfrifche Schellfische in Eis.__4085 Nopffatat Aepfelwein selbst gekeltert, empfiehlt 4087 «J« Seng^ Metzger. Iteikgeöotenes. Kaffee. E'npfehle einen reinschmcckenden Kaffee, roh und gebrannt, per Pfund von 97 an bis 1 JL 60 sowie Suppen-Sachen in bester Qualität. 4075 ____3^-Häuser, Neuenweg 58. Sophas, Stühle, ovale Tische, Spiegel, Kommode, Etageren, zwei franz. Bettstellen und sonstige Möbel, 1 eis. Weinschrank s. billig. I» Rothenberger, 4088 Lindenplatz 8. Academisches Hospital. Hausbursche bis zum 1. Juni gesucht.____________________4081 4078 Ein reinliches ehrliches Dienstmädchen auf sogleich gesucht. ___________________ Neustadt 6. 4033 Von einer hiesigen Tabakfabrik wird ein gewandter junger Mann als Neisender für kleinere Touren gesucht. Branche- kenntmß nicht gerade erforderlich, wohl aber der Nachweis unbedingter Tüchtigkeit. Gest. Offerten mit Photographie u- Zeugniß-Abschristen besorgt sub Z. 100 die Exped. d. Bl. f 1?65 Eine geb. Wittwe, mittl. Alters, sucht Stellung zur selbstständ. Führung eines Haushalts. Offerten unter M. an die Exped. d. Bl. Bekanntmachung. Der Bedarf an Weißzeug, Kleider und Bettwäsche für das academische Hospital pro 1886/87 soll auf dem Submisfionswege vergeben werden. Offerten sind bis zum 12. Juni 1886, Nachmittags 4 Uhr, versiegelt auf das Verwaltungsbureau genannter Anstalt einzureichen. Die Bedingungen und Musterstücke können daselbst in den Nachmittagsstunden von 3—6 Uhr eingesehen werden. Gießen, den 27. Mai 1886. Großherzogliche Direction des acade- _________mischen Hospitals. 4080 Aufforderung. Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Heinrich Sprankel von Saasen, dessen Nachlaß von den Erben nur unter der Rechtswohl- rhat des Vermögensverzeichnisses angetreten ist, sind binnen zwei Wochen von heute ab hier bei Meidung der Nichtberücksichtigung anzumelden. Grünberg, den 25. Mai 1886. Großherzogliches Amtsgericht. ____Bötticher._______4069 Mobiliar-VersteigerüngT Freitag den 28. dS. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werden im Hause des Herrn Levi Löwenstein, Schloßgaffe 9 — Hinterhaus — verschiedene Möbel, Bett, Kleiderschrank, Kommode, Stühle And sonstiges Hausgeräthe versteigert. Gießen, 27. Mai 1886. 4083 V Mali jeder besonderen Ansage der Grossherzogliche Kreisarzt MedimlraW Dr. Julius Glasur Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen Giessen, den 27. Mai 1886. Seltersweg 25 miethen. Herrn. Aug. Müller. Gesucht 4066 liiinttiivms 39,406,228. 49,131,527. Darunter Extra-Reserve für die Lebensversicherten . Bahnhofstraße 27. 4064 311 2S./5. 8 Uhr. Conf. Zug. III. C. Weber, Weinhandlung. 4071 4019 X 23,496,540. 10,724,083 43,380,943. 53,937,478 9,920,274. Leo Gejä von eich Die des gehe, W Kais brüd nahe rath als betr W nich Nt Tüll scho W 'Do von 00 Pf. und Herrensonnenschirme von Mk. 1.25 an. Seltersweg 25 Sir die Sei Ge Ti to M! tW Moi mitg Tisz Alni Ural tacll Vov beru Ehr. Noll III. Wwe Canzleiberg. 4082 Ein kleines Logis zu vermiethen. Schloßgasse 9, Hinterhaus. Jermischte Anzeigen. 3903 Einen gebildeten jungen Mann, der schwimmen kann, sucht L. Chr. Rübsamen. zwischen dem Cigarrenladen des Herrn Bang und dem Laden des Herrn zwischen dem Cigarrenladen des Herrn Bang und dem Laden des Herrn Herrn. Aug. Müller. 4061 Ein Kindermädchen sofort gesucht Schulstraße 5. Gestern Abend 10 Uhr verschied nach längerem Leiden an einem Herzschlag unser theurer Vater, Bruder und Schwager vier stimmen im Abonnement u. auf Einzelbestellung, hier u. auswärts, Piano-Reparaturen in garantirt tadelloser, feinster Ausführung, durch 9 Wilh. Rudolph, Giessen, Musikinstrumenten-Lager. Die Beerdigung findet statt: Freitag den 28. Mai, Nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehause, Ludwigstrasse 14. 4076 läiin der z' der 9 und $ der? der? ersten der c Alles von - seine verdi die > erken der? biete drucl Gull durck giifc ■ Mon Generalfechtschule Lahr Verband Gießen. Freitag den 28. Mai l. Js., Abends 8 Uhr, 4067 Hauptversammlung im Cafe Schwinn. Um zahlreiches Erscheinen der Herren Fechtmeister wird freundl. gebeten. Nedartion: A. Schevda. — Dnick und Verlag der Brühl'scken Druckerei lFr. Cbr. Bietsch) in Gießen. Die heutig« Nummer enthält 1 Blatt u. 1 Beilage Bingen a» Rb« Hotel zum deutschen Haus. Vollständig neu hergerichtet. Bei mässigen Preisen gute u. reelle Bedienung. — Reine Weine. in allen Qualitäten mit Firmendruck empfiehlt zu billigen Preisen Brühfsche Druckerei. Lehrling einen oder zwei gesucht, zum Eintritt am 1. Juli von C. Staudinger & Cie., Anstalt zur Anfertigung wissenschaftlicher Apparate, 101. Rabatt bewillige auf seidene Damensonnenschirme, große Leinenschirme mit Spitze von Mk. 2.25, Schirme für Confirmanden von Mk. 1.25, Kindersonnenschirme Nene Abschlüffe im Jahre 1885 ......... Die Jahres-Einnahme . . stieg von JL 9,821,896. auf Das Deckungs-Kapital Der Bankfonds . . . == Die Fonds find pupillarisch ficher angelegt. = Statt ermartungsmäßiger Sterblichkeit von 687 Personen mit. . . JL 3,641,498.— starben in Wirklichkeit 606 „ „ „ 2,944,344.— J Die Verwaltungskosten betragen 4,89 % der Jahres-Einna hm e. In I Folge der günstigen Sterblichkeit und der sehr mäßigen Verwaltungsköften ergab sich pro 188o für die Lebensversicherten ein Ueberschuß von JL 2,441,737.—, welche Summe statutengemäß nach 5 Jahren an die betheiligten Versicherten zurückvergütet werden wird; während dieser Zeit hat solche als Reserve zu dienen. Im laufenden Jahre kommen 1,874,225. — 35% der einfachen lebenslänglichen Prämie und an die abgekürzt Versicherten auf deren Zusatz- Prämientheil extra noch 17V2% zur Verkeilung. Jede Prämie hat bekanntlich Anspruch auf Dividende- bei Verzicht auf Dividende für die jeweilig letztbezahlten 1—5 Jahres-Prämien, wie dies von andern Gesellschaften verlangt wirb, kommen jene 35 und 17% % mindestens 42 und 21% gleich. Die mit steigender Dividende betheiligten Versicherten erthalten gegen das Vorjahr eine um 3% höhere Dividende. Der Rechenschaftsbericht wird den Versicherten durch die Agenturen zugetheilt. Anträge nimmt entgegen: H. Flick, Westanlage 28. 4063 Gebrauchte Gasröhre einige 100 Meter von 4—5 Ctm. Oeffnung auf sofort zu kaufen gesucht. 4077 Haas’sche Kalkbrennerei. 4073 Ein ordentlicher Junge von 15 bis 16 Jahren als Laufbursche gesucht. Brüder Schmidt, Eisenhandlung. 4086 Einen braven Hausburschen von 16 bis 17 Jahren sucht sofort L. Kämmerer. 4068] Möbl. Zimmerchen und Schlaf- stelle zu vermiethen. Neuenweg 48. 4070 Ein kl- Familienlogis zu verein tüchtiges erfahrenes Mädchen für Küche und Hausarbeit für sogleich oder später.________Alicenstraße 11, 2. Stock. 3366 Ein Mädchen mit guten Zeugnissen, das selbstständig kochen kann und alle Hausarbeiten versteht, wird zu miethen gesucht. Näheres zu erfragen bei Frau Gg. Heinr. Schirmer, im Oppenheimer'schen Hause, Wallthorstraße 48. Alleiniges Fabrikationsrecht der Patent-Sonnenschirme mit genau zu jeder Garderobe passendem Bezug. 4084 Noch mehrere hochfeine Modellsonnenschirme zum Selbstkostenpreis, einige sogar mit Verluft, um dieselben vor Ende der Saison zu verkaufen. Alle bei mir gekauften Schinme werden, wenn solche nicht mit Muthwillen entzwei gemacht, kostenlos reparirt.__ Lebensversicherungs- & Ersparniss-Bank in Stuttgart. Die Ergebnisse des Rechnungs-Abschlusses pr. 1885 lauten wie folgt: Versicherungsstand pr. Ende 1885 .........JL 240,801,684. — 4062 Gesucht wird zum Eintritt an Pfingsten ein braves, tüchtiges Kaufmädchen für mehrere Stunden des Tages von Frau Hermann Stempel, ___________________Ostanlage 4._________ 3462 Für ein Colonialwaaren-Geschäft en-gros & en-detail ein junger Mann mit guten Schulkenntnissen, bei freier Station im Hause, als Lehrling gesucht. Schriftliche Offerten unter Nr. 3462 befördert die Exped- d. Bl- Beilage M Nr. 123 des „Gießener Anzeiger". Politische Ueberflcht. Gießen, 27. Mai. Die am Sonntag erfolgte feierliche Eröffnung der Jubiläums-Ausstellung gestaltete sich durch die Theilnahme des Kaisers und der zur Zeit in Berlin anwesenden Mitglieder des Königshauses, des Hofes, der Minister, des diplomatischen Corps und zahlreicher Notabilüäten der Kunst und Wissenschaft zu einem glänzenden Acte. Den bedeutungsvollsten Moment der Feier bildete wohl die Erwiderung des Kaisers auf die Ansprachen des Kronprinzen und des Cultusministers v. Goßler. Mit kräftiger Stimme betonte der Monarch,' anknüpfend an die vor hundert Jahren erfolgte Eröffnung der ersten Berliner akademischen Kunstausstellung unter Friedrich dem Großen, daß der große König stets erkannt habe, was zum Besten des Vaterlandes fromme. Alles Gute und Große, das man heute im Vaterlande bewundere, sei aus dem von dem großen Herrscher gelegten Fundamente aufgebaut worden, überall, wo seine Hand eingegriffen, sei ein Werk entstanden, das den Dank der Nachwelt verdiene. Der Kaiser schloß mit dem Ausdrucke hoher Genugthuung, daß auch die gegenwärtige Ausstellung Gelegenheit dazu biete, den großen König zu erkennen und sei es ihm, dem Kaiser, eine besondere Freude gewesen, daß heute der Verdienste gedacht worden sei, die sich Friedrich der Große aus diesem Gebiete erworben. Diese Worte und ihr fester Vortrag machten einen tiefen Eindruck auf die Versammlung und als der Kaiser, nachdem er gesprochen, dem Eultusminister die Hand drückte, ging es wie eine lang anhaltende Bewegung durch die dichtgedrängten Reihen. Allgemein war die Freude über die geistige Frische und Regsamkeit, wie auch über das körperliche Wohlbefinden des greisen Monarchen. Die längst erwartete Trauerkunde von dem Hinscheiden Leopold v. Ranke's, des Altmeisters der deutschen Geschichtsforschung und Geschichtsschreibung, ist nunmehr eingetroffen. Arn Sonntag, Abends 11 Uhr, ist der große Historiker nach tagelangem Ringen mit dem Tode im hohen Alter von 91 Jahren entschlafen und mit ihm hat das deutsche Volk einen seiner edelsten Söhne, die deutsche Wiffenschast einen ihrer glänzendsten Sterne verloren. Die Theilnahme der höchsten Kreise, wie der Künstler- und Gelehrtenwelt und des Publikums im Allgemeinen an dem schmerzlichen Ereignisse ist eine tiefgehende. Speciell vom Kaiser ist an den ältesten Sohn des Verblichenen, Pfarrer Ranke, ein eigenhändiges Schreiben gerichtet worden, in welchem der Kaiser sein innigstes Beileid anläßlich des Ablebens Leopold v. Ranke's ausdrückt und betont, daß ihm der Heimgegangene als Ehrenmann und Patriot nahe gestanden habe. Die in den letzten Tagen inPesth stattgefundene anti-österreichische Straßenkundgebung ist ein Beweis, daß es in Ungarn noch immer Kreise giebt, die trotz des „Ausgleichs" Oesterreich noch feindlich gegenüberstehen. General Jensky hatte die Gräber der österreichischen Vertheidiger der Festung Ofen, des Generals Hentzi und Obersten Alnoch, am 21. Mai bekränzen lassen, an welchem Tage die aufständischen Ungarn vor 37 Jahren Ofen erstürmten und wobei 'die beiden Osficiere ihren Tod fanden. Für diese „unpatriotische" Handlung wurden in der Wohnung General Jensky's von magyarischen Heißspornen die Fenster eingeworsen, doch kam es nicht zu weiteren Ausschreitungen. In der Montagsfitzung des ungarischen Abgeordnetenhauses interpellirte ein Oppofitions- mitglied die Regierung wegen dieser Vorgänae und beantwortete Ministerpräsident Tisza die Interpellation dahin, daß die Wkränzung der Gräber Hentzi's und Alnoch's zwar keine das ungarische Nationalgefühl beleidigende amtliche Demon- Pration sei, doch müsse das hierbei beobachtete Verfahren als incorrect und tactlos bezeichnet werden. Die Versetzung des Generals Jensky in Folge dieses Vorganges ist wahrscheinlich und wird wohl die patriotischen Magyaren wieder beruhigen. Die am vorigen Sonntag in Belgien stattgesundenen Provinzial- rathswahlen kann man gleich der Brüsseler Ersatzwahl zur Deputirtenkammer M ein Vorspiel zu den' im kommenden Monat bevorstehenden Kammerwahlen betrachten. Eine wesentliche Verschiebung der Stärkeverhältniffe der einzelnen Parteien in den Provinzialräthen ist zwar durch die Wahlen vom 20. Mai nicht herbeigeführt worden, immerhin mußten hier und da die klerikalen Dele- -girten den Liberalen weichen und es ist daher erklärlich, daß man auf liberaler Seite den Kammerwahlen mit neuer Hoffnung entgegensieht, zumal da ja schon die Brüsseler Stichwahl der liberalen Sache günstig gewesen ist. Aus Paris liegt zur Prinzen-Ausweisungsfrage die aller-- dings noch nicht bestätigte Meldung vor, daß die Regierung sich von Den mern die Ermächtigung geben lassen werde, jeden Prinzen einer früheren Regenten-Familie, der einen Act als Prätendent vollziehe, durch Decret auszuweisen. Die griechische Regierung scheint nun in der That mit der Abrüstung Ernst machen zu wollen, da ein Athener Telegramm meldet, daß durch königliches Decret die Entlassung von fünf Klassen der Reserve verfügt worden ist. Hiermit entkleidet sich die griechische Frage des bedrohlichen Charakters, den sie durch die Nachrichten über abermalige Zusammenstöße zwischen den türkischen und den griechischen Vorposten neuerdings wieder erhalten hatte. Die Gerüchte über eine Verschwörung gegen den Fürsten von Bulgarien haben nunmehr ihre Bestätigung erfahren. In Burgas sind gegen 30 Personen verhaftet worden, welche den Fürsten Alexander gelegentlich seiner letzthin beendigten Rundreise durch Ost-Rumelien Überfällen wollten Unter Den Verhafteten befinden sich meistens Ausländer. — Nach den bis jetzt vorliegenden Berichten sind bei den Wahlen zur bulgarischen Nationalversammlung in sechs von sieben ostrumelischen Wahlbezirken die ministeriellen Candidaten gewählt worden. In Dem Sagra kam es zu blutigen Tumulten. Der amerikanisch-canadische Fischereistreit verschärft sich, indem jetzt die amerikanischen Behörden gegen canadische Fischerboote Repressalien ausüben. So wurde in Portland (Maine) die neuschottijche Fischerbarke „Sifters" mit Beschlag belegt, da sie angeblich keinen Declarirschein besaß. WesMäsichtrH. Bingen, 24. Mai. Aus dem Rheingau treffen Nachrichten bedauerlicher Art über das dortige Unwetter ein. In Eltville und anderen Ortschaften gingen heftige Hagelschläge nieder und sind die Weinberge und die übrigen Felder sehr arg mitgenommen worden. In Finthen war ebenfalls heftiger Hagelschlag, der über eine halbe Stunde anhielt, und dehnte sich das Unwetter über den Gonsenheimer Wald bis nach Budenheim und Heidenheim aus. Reisende, welche von Alzey herkamen, berichten ebenfalls, daß dort der Hagelschlag empfindlichen Schaden verursacht habe. Die ganze Strecke von Alzey bis Bingen und von Rüdesheim bis Walluf wurden furchtbar heim- gesucht; auch in Heidesheim, Budenheim, Gau-Algesheim, Kempten, Bingen und einer Reihe anderer Ortschaften hauste der Regen, der wolkenbruchähnlich niederging und der Hagel ganz entsetzlich, und die Hoffnungen so vieler Weinproducenten und Land- wirthe sind zu Grabe getragen. In einigen Ortschaften siel der Regen so massenhaft daß das Wasser über 2 Fuß hoch in den.Straßen stand. r Literarisches. Neue Musik - Zeitung. Daß das Blatt fortwährend bemüht ist seinen Abonnenten nur Gutes und Gediegenes zu bieten, beweist wiederum die eben erschienene Nr. 10. Dieselbe bringt außer den neuesten Nachrichten aus dem Künstlerleben unter Anderm: „In der Bavaria." Eine lustige Humoreske von E. Montanus — Rigoletto. Zeichnung von H. Kaulbach, Text von Carl Stieler. Musikalische Pharisäer, kritische Betrachtung über das Operettenwesen der Gegenwart. — Der kleine Organist von Roncole. (Aus Verdi's Jugendzeit.) — Nachtrag zum Con- versations-Lexikon der Tonkunst. Abonnements durch jede Buch- und Musikalien-Handlung, sowie Postanstalten pro Quartal nur 80 Probe-Nummer in jeder Buch- und Musikhandlung gratis. Geschichts-Kalender. 28. Mai. 1779. Der berühmte irische Dichter Thomas Moore geboren. 1848. Die Dänen greifen die Deutschen bei Alfen an und drängen sie bis nach Graoenstein- 1875. In Gotha tagen die Dclegirten der socialistischen Arbeiterpartei Deutschlands. Schiffs- Bewegung der Postdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft. „Allemannia", 18. Mai von St. Thomas nach Hamburg; „Westphalia", 6. Mai von Newyork, 18. Mai in Hamburg angekommen; „Hammonia", 16. Mai von Hamburg nach Newyork, 18. Mai von Havre weitergegangen; „Nhaetia", 8. Mai" von Newyork, 20. Mai in Hamburg angekommen; „Wieland" 20. Mai von Newyork nach Hamburg; „Saxonia", 28. April von St. Thomas, 21. Mai in Hamburg angekommen; „Albingia", 6. Mai von St. Thomas nach Hamburg, 22. Mai von Havre weitergegangen; „Gellert", 13. Mai von Newyork nach Hamburg, 23. Mai von Plymouth weitergegangen; „Borussia", 21. Mai von Hamburg nach Westindien, 23. Mai in Havre angekommen; „Rhenania", 24. Mai von Hamburg nach Westindien; „Rugia" 9. Mai von Hamburg, 22. Mai in Newyork angekommen; „Lessing", 12. Mai von Hamburg, 23. Mai in Newyork angekommen. AllgZMLiner AKZLlgZr. Ich verkaufe sämmtliche Saison - Ausverkauf. zu bedeutend billigeren Preisen als bisher. F. Holberfl, Kirchenplsh 8. Lieferung conrpleter Betten in anerkannt streng reeller Aus- Asterweg 19. 3966 führung, empfiehlt 2633 per Stange von 30 Pfg. an, empfiehlt- Heinrich Fillmann, Th. Brück, Möbelfabrik unb -Lager, Schloßgasse und Kanzleiberg 16. Bettfedern und Dünnen, bessere Qualitäten. Gold- u. Miturleistm Steppdecken und wollene Colter in jeder Qualität. ’ per Stange von so Pfg. an, empfiehl 3805 Ein wenig gebrauchter eleganter Landauer ist billig zu verkaufen. Näheres bei M. Rosenthals Neuheiten « Kleiderstoffen, Kattunen und sonstige« Artikeln, sowie eine große Auswahl von 3908 Umhängen «-> Jaquettes Häckselmaschinen von verschiedenen Construktionen stets Dorräthig bei Carl Hensel, 3727 , Wallthorstraße. 4053 3t***M***«WN#*»MX***imim*lt*MIMNM**Wt*lt*lt*Wll*WNXitim*«* ***M*im*M«**it**3i*wt>mx*itim9sm8*«*MM*imMNitx**x*w***** | 8 * Von heute an befindet sich meine Colonialwaaren- । 8 Handlung 8 Neuenweg 15. Hochachtungsvoll HL F. IVii^smtei BedmkmStr Seiftn-Abschiag. Prima weiße Kernseife ä Pfund 27 10 Pfund für eX 2.50. sowie: Gelbe Harzkernseife marmorirte Seife weiße- und Glycerin-Schmierseife — Bleich-Soda — Catcinirte und crystall. Soda Englisches Wascherystall Reverdy's Lotio-Wäsche-Salz Fett laug enm ehl Dr. A. Gruke's Seifenmehl Prima Reis- und Weizen-Stärke Reverdy's Oryzae Sonnen-Glanz- Stärke Stärke-Glanz Feinstes Stangen- und Kugelblau Azur-Blau Borax, weißes Wachs empfiehlt zu außsLst billigen Preißen. 3405 __Fr. Seibel. Prof. Dr. Jäger's Normal-Hemden, Holen u. Jacken, Sommer-W1 aäre, empfehle in ganz vorzüglicher, in der Wäsche nicht eingehendes Qualität zu Fabrikpreisen. eluäiiis Sehulsse, 2457 Sonnenstraße 20. Weisse Korbweiden von der feinsten bis zur stärksten Sorte, sind abzugeben. 3893 Fürstliche Dderförsterei Lrch. 3896] Waschächte, moderne K«absnanzüge, sowie Buckskisr-Anzüge verkaufe zu billigen Preisen. Louis Rothenberger, 3896 Neuenweg 22. Neuenweg 22. Neuenweg 22. Möbel. 1 Zelt, mehrere Kleiderschränke, 1 Küchenschrank, Brandkiste, 2 ovale Auszieh- und andere Tische, t neuer Regulator, 2 moderne Sessel mit Gobelin- Bezug, einige Spiegel, Vogelkäfige, Bettstellen, Betten, Waschconsolchen, Nachttische u. s. w. zu verkaufen. 3895 Louis Rothenberges, N e u e n w e g 22. Neuenweg 22. -Wehte Oberndorfer Dickwnrzpflanzen sowie piquirte Sellerie-, Lauch- u. alle Arten von Gemüsepflanzen empfiehlt &ott9ieb HelfeMheiiij 4014 Marburgerstraße 82. Dl. Rübsamen'sche B* snil Miwim-teffll ist eröffnet. Ganz ergebenst Turn- und Schwimmlehrer. Pb. Ellinger K 71 SMrswrg 71 d A a Vf a in den neuesten Formen HttTdt und Farben vorräthig, I | i| Illi || I r auch werden auf Bc- H, W 011stellnngHütcschnellstens / / angefertigt. Blumen, Strsußfedern, Schmelz, Tülle, Spitzen, Bande«, Stoffe, Sammet, Formen in der größten Auswahl. Garnirtr Domen-, Mädchen- und KnderMe zu bekannt billigen Preisen. Tr«rMe in allen Formen von Mk. 5 an- S Sonnenschirme. Mein Geschäft ist jeden, Samstag geschloffen. AGNLLSMMW 355i im früheren Heichelhrim'schm Kaden. ■ I Ziehung 2 Juni 1886. Hauptgewinne i. W. v. M. 10000. 6000 8000 4000. 3300 3000. 2300 etc, zus. 1060 werthy. Gewinne. Loose ä 3 Mk durch Unterzeichneten und dessen Verkaufsstellen. 3747 Herrn. Meade, Cassel, Seneral-Dßbit. In Giessen bei: C. Lehrmund, Jul. Wallach, C. Ruckeishausen. Casseler Pferde- und z2j™jl Equipagen-Verloosung. 'esk. 4039 Ein kleiner Handwagen zu kaufen gesucht.__Lindenplatz 4. 4040 Lehrling gesucht für ein Eisengeschäft. Freie Station im Hause. Näheres in der Exped. d. Bl-______________________ 4058 Zur Erlernung des Putzgeschäfts finden 2 junge Mädchen Engagement __ bei Albert Behrend. Frische Ameiftneter zu kaufe« gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. I 4032] Dienstmädchen vom Lande auf i Johanni gesucht. Näheres ______________________Gartenktraße 17. Gesucht wird ein tüchtiges Hausmädchen, welches nähen und bügeln kann- Frau Dr. Boekmanu, 3952 Gartenstraße 21. 4057 Mehrere junge Mädchen können bei mir die seine Damenschneiderei erlernen. Auguste Friesse, im Hause des Hrn. Photographen Gerbode. 3620 Ein 1V4 Jahr alter, schwarzer, langhaariger Hund sehr wachsam, ist billig zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bl. 3939 Ein gutes Geschäftshaus 5 in bester Lage der Stadt, ist unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Näheres bei W. Krämer. Wirksame Mittel zur Vertilgung allen Ungeziefers, als: Motten, Schwaben, Wanzen, Mäuse re., liefert das 3999 Drogengcschüst von Otto Schaaf, Seltersweg 39. Prima Aepfeiweln empfiehlt 3918 Ferd. Felsing. pW i Dermiethungm. 3653] Logis, 5 Zimmer u. s- w-, zu vermiethen._____________Seltersweg 31. 1732] Belletage, 7 Zimmer, Badezimmer ic., Gartenvergnügen, per 1. Juli zu vermiethen. ________Earl Stohr, Ludwigsplatz 5. 4028 In meinem neuerbauten Hause, neben Stein's Garten, ist der mittlere und obere Stock pr- 1. August zu vermiethen. E. Möser. Näheres zu erfragen Gartenstraße 17. 3987] Möbl. Zimmer zu vermiethen in ____Stein's Garten. 3974] Schlafstelle zu vermiethen. ______________________Lindenplatz 10 Hl. 39'29 Zwei schön möblirte Zimmer, auch einzeln, zu vermiethen. Lndwigsstraße 57, parterre. __ 3522 Ein möblirtes Zimmer billig zu vermiethen.___________HZUlmstraße 27. 3228 Ein gut möbl. Zimmer nebst Schlafzimmer zu vermiethen. Ederstraße 8. DeMischle Anzeigen. 4035 Ein Mädchen empfiehlt sich int Weißzerrgnähen u. Flicken in u. außer dem Hause billigst. Eichgärten 10 II. 4024 Einen Lehrjnngen sucht Schreinermeister Heß, Kaplansgasse 25. 3981 Mehrere Herren könmn Kost und Logis erhalten bei E. Harms, Neustadt 48. Nedaction: A. Scheyda- — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.