K2*Vr $t X x x X X I X X X X X X X X X 1 I X X X X I I I X l X X X X re Stock meines per 1. M www 2. Mer. ?, mit ober btn. KaplantzgajK Ä möbl. Zimmer bl Zimmer >u emnitlbir. IZlirte Zimmer M gonntniwA !ßeres und ein N-M t möblirtes Zimmer, H AsteiwcgA iODTfnTni® ) u. 50 bei 3«^ selben- r (^peM^~L-—- g$SS: K Mi"!'" -r junfle igM ?*^5»** ■ j. t>u«Olirojt Nr. 74.. Drittes NSiatt Sonntag dcir -58. Marz L88V Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Vvw-mr Schulstraße 7. RMmFMHWSWäRnaSBH Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit ärtageridfa 2)urch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar? 50 P'. Erscheint täglich mit Ausnahme de- MsntcrgH. Bekanntmachung. Betreff: Die Eintheilung der Kaminfegerbezirke. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß vom 1. April 1886 an auf die Dauer von zwei Jahren der I. Kaminfegerbezirk dem Kaminfeger Karl Awesch dahier und der II. Kaminfegerbezirk dem Kaminfeger Franz Nebl dahier zugewiesen ist. Der I. Bezirk besteht: a. aus dem Theile der Stadt Gießen, welcher von Frankfurt aus gerechnet, rechts der Straße von Frankfurt nach Marburg gelegen ist, einschließlich der Gemarkung Schiffenberg; b. aus den Orten: Mach, Allendors a. d. Lahn, Burkhardsfelden, Garbenteich, Groß-Linden, Hausen, Heuchelheim, Klein-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Oppenrod, Steinbach und Watzenborn-Steinberg. ■\\ > Der II. Bezirk umfaßt: a. den l nks der Frankfurt-Marburger Straße gelegenen Theil der Stadt Gießen, sowie b. die Orte: Alten-Buseck, Annerod, Bersrod, Beuern, Daubringen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Trohe, Wieseck und Winnerod. Gießen, am 12. März 1886. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Bekanntmachung. Im Interesse des Publikums macht man noch ausdrücklich daraus aufmerksam, daß Reclamationen gegen Einkommen- und Kapitalrentensteueransätze 1. Abtheilung immer, aber auch Remonstrationen gegen Ansätze dieser Abtheilung, sowie Reclamationen gegen Einkommen- und Kapitalrentensteueransätze 2. Abtheilung möglichst schriftlich und zwar unter genauer Angabe der für eine etwaige Ermäßigung sprechenden Gründe (wenn aber mündlich, nuc an den Amtstagen: Dienstags und Samstags) bei dem Unterzeichneten vorzubringen sind, damit der Commission das zur Beschlußfassung erforderliche Material demnächst unterbreitet werden kann. Gießen, 27. März 1886. Der Vorsitzende. __Süfsert.___ Großherzogliches Steuer-Commissariat Gießen. Amtstage: Dienstag und Samstag Vormittags von 8—12 Uhr und Nachmittags von 2—4 Uhr. Der Trieb, arm ?u werden. Das wunderbare Fatum, das geheimnißooll über dem Millionenbcsitz waltet, das Mysterium vom Entstehen und Vergehen der großen Vermögen ist noch nie ganz erforscht worden. Der Konkurs eines Fürstlichen Hauses in Wien, der Wittwe eines reichen und generösen Fürsten, der Tochter und Erbin eines der bedeutendsten Wiener Groß-Kapitalisten, reizt einen Feuilletonisten der „N. Fr. Pr." zu einem Versuch, jeues Mhsel zu lösen. „Der Trieb, arm zu werden", betitelt sich der interessante Artikel, in welchem es u. A. heißt: „Waren es sieben Millionen oder zehn, fünfzehn, zwanzig oder noch mehr,- gleichviel! Der Sturm blies eines Morgens, und die Millionen flatterten nach allen Winden. Das ist ein altbekanntes Schauspiel, das sich hienieden jeden Augenblick ivicderholt und so oft es neu gespielt wird, hört mau dieselben Ausrufe der Verwunderung. Wie, ein so reicher Mann, und plötzlich so arm geworden! Ist es denn möglich, daß die Millionen so vergänglich sind, daß sie einander hassen und verabscheuen und danach streben, von einander zu gehen? Es ist ein beinahe tragischer Zug, der jedem großen Besitze anhaftet, die Sehnsucht nach Selbstzerstörung schlummert iu ihm, und wie starr und fest er auch zusammen- ;uhalten scheint, so schlägt ihm doch über Kurz oder Lang die Stunde, wo seine Eohäsionskrast schwächer und schwächer wird. Das -Erystall geht wieder in Flüssigkeit über, der theilende Geist tritt wieder in -sein Recht. Ein ungemein schlauer Kumpan ift er, dessen Anwesenheit die Menschen bisweilen gar nicht spüren. Er schleicht sich in das Haus der Reichen, ohne daß die Herren es ahnen. Unser Graeeo-Maccdonier war ein arbeitsamer, sparsamer, haushälterischer Mann, gefeit gegen den Verschwendungs- geist; aber wer weiß, vielleicht hockte dieser Geist in irgend einem verborgenen Winkel feines Hauses und lauerte aus seine Zeit. Er ist geduldig und versteht zn warten. Manchmal regiert er schon im zweiten ©liebe, gleich nach dem Tode des Mannes, der »en Besitz gegründet hat, manchmal erst nach Jahrhunderten, im fünften, sechsten, im zehnten Gliede. Was der Sohn nicht thut, der Enkel thut's mehr ober weniger, ber llrenkel ganz gewiß. In jeber Generation verminbert sich bie Erwerbskraft; man hat es ja nicht Whig, man wächst in Wohlleben unb Ueberfluß auf, man wirb zum Gelbausgeber erzogen. Der Marschall Richelieu schenkte seinem Enkel eine Börse voll Golb, er möge sich einen guten Tag machen. Der junge Mann brachte Abenbs bie Hälfte bavon zurück. Wüthenb riß ber Großvater bas Fenster auf unb warf ben Rest auf bie Gasse, kin junger Ebelmann, ber nicht im Stanbe war, ein paar hunbert Louisb'or auf einen Sitz zu verjubeln, welche Schmach! Aber auch sparsame reiche Väter, bie ihren Löhnen bas Beispiel haushälterischer Genauigkeit geben, kommen am Enbe boch zu demselben Schlüsse. Man kennt bie Anekbote vom alten Sina, ber einem Fiaker- kutscher für eine Fahrt von Hietzing nach Wien brei Gulben gab. „Ihr Sohn giebt mir fünf", sagte ber unjufriebene Kutscher, worauf ber Alte unwirsch entgegnete: ,Mein Sohn kann's thun, ber hat einen reichen Vater." Also auch bieser große jiechenmeister ließ ben Grunbsatz gelten, baß bie folgenbe Generation mehr ausgeben dürfe, als bie vorhergehenbe. „Mein Sahn kann's thun" — unb ber Sohn thut's, benn er steht unter bem Zwange bes anbern Geistes unb bas ist ein Glück für bie Menschheit, benn jetzt Serben ben gefesselten Reichthümern bie Ketten abgenommen unb ber Mammon zinst fortan ben Armen unb Nothleibenbeii, ben Künsten unb Wissenschaften, ben höchsten Gütern ber Menschheit. Die guten wie bie schlimmen Eigenschaften eines Mannes weiß sich jener onbere Geist zu Nutzen zn machen. Er zieht Vortheil aus seiner Gut- rnüthigkeit, seiner Opferwilligkeit, seinem barmherzigen Sinne, seiner Nächstenliebe, Kiner Vergnügungssucht, unb am liebsten hält er sich an bie Eitelkeit ber Menschen. Stenn man reich ist, lechzt man nach Titeln unb Ehren, man will zum Minbesten Laron werben, unb ist man Baron geworben, ober gar als solcher auf bie Welt genuinen, so will man mit Fürsten unb Herzögen sich verschwägern. Hat man Töchter, so sucht man ihnen burchlauchtigste Schwiegersöhne, unb manche bavon stehen vielleicht im Banne jenes anberen Geistes, ber Alles theilt. Er liebt ja ganz besonbers bie jungen Männer, bie ein flottes Cavaliersleben führen, bie nicht rechnen gelernt haben unb bie Nächte hinter bem Spieltische verbringen. Der Spieltrieb, welchen er ben Menschen eingepflanzt hat, ist seine stärkste Waffe, die größten Reichthümer vermögen ihm kaum zu wiberstehen. — Immer unb überall sieht man Väter emsig scharren unb schaufeln, ben Gulben zum Gulben legen, ben gesammelten Schatz ängstlich hüten unb meisten unb immer unb überall kommen bann bie Söhne, bie Enkel, bie Urenkel unb zerbröckeln bas väterliche Erbe. Erst bie Sucht, reich zu werben, bann ber Trieb, arm zu werben. Dieser Trieb arbeitet mit allerhand Sprengstoff, am sichersten mit ben sogenannten Passionen. Nennpferbe, Balletbamen, Wucherer, Spielgenosseu, sie Alle stehen im Dienste bieses luunberbaren Jnstinctes, welcher bem Einzelnen verhängnißvoll wirb, aber ber Allgemeinheit nützlicher ist, als man glauben sollte. Ja, wir segnen ben unsichtbaren Geist, ber in jebes große Vermögen ben Tobes- keim legt unb Millionen, bie sich fest umschlungen hielten, mit einem Hauche aus- einanberbläft, unb wir theilen auch nicht bie Entrüstung, bie bisweilen gegen ben Enkel laut wirb, welcher fein reiches Erbe verschleubert. Ihr glaubt, er arbeite nichts? Ach, ber arme Cavalier! Wo gäbe es einen härteren Frohnbienst? Keine Ruh' bei Tag unb Nacht! Die Nacht hindurch muß er hinter bem Spieltisch sitzen, muß mit bebenber Hanb um's Glück würfeln, muß taufenb Mal bie Karten burch bie nervösen Finger gleiten lassen, um schließlich ein Heibengelb zu verlieren. Matt unb mübe fällt er am frühen Morgen auf fein Lager, erwacht nach einigen Stnnben mit wüstem Kopfe, mit ber bohrenben Erinnerung an bie neueste Spielfchulb, unb sein Erstes ist es nun, baß er bas Gelb aufzutreiben sucht unb mit Wucherern feilscht. Das währt bis zum Abenb, bann kommt ein Bischen Ballet unb bann beginnt bie Zwangsarbeit ber Karten unb Würfel aufs Neue. Der Mann ist eher zu bebauern, als zu verbammeu. Er hat habet gute, liebeusmürbige Züge. Er ist gefällig, gutmüthig, wohlthätig, hilft, wo er nur kann. Vor Allem folgt er feinem Schicksal. Sein Vorfahre hat Millionen krystallisirt, er, fein Nachkomme, muß sie wieber auflöfen, in Fluß bringen, er muß! Der alltheileube Geist jagt ihn vor sich her, er gehorcht bem Triebe, arm zu werben. Lokales. *** Gießen, 27. März. (Tu a-Concert.) Die zahlreichen gläuzenben Berichte, welche bie Künstlerin Fräulein Teresina Tua begleiten, lassen wohl auf einen höchst genußreichen Abenb schließen unb verfehlen wir baher nicht, auf bas am Donnerstag ben 1. April im Clubsaale ftattfinbenbe Coueert auch au bieser Stelle aufmerksam zu machen. Tie „Magbebnrger Zeitung" sagt über Fräulein Tua's kürzlich stattgehabtes Auftreten folgenbes: , . ™ , r Das Tua-Eoneert vom letzten Montag bebarf keines umstanblichen Nachrufes. Die jugeublich-liebenswürbige Künstlerin besitzt vorzügliche Qualitäten, unb biefe finb so oft unb so berebt gepriesen, baß gewiß nicht jebes neue Auftreten auch eine neue motiüirte Lobpreisung nöthig macht. Dem Zauber ihrer anmuthigen Erscheinung, ihres seelen- unb anmuthsvollen Spieles wirb sich nicht leicht Jemanb entziehen können. Es kann ja babei Täuschung unterlaufen, aber wir hatten biesmal bas Gefühl, als hätten wir nie zuvor von ihr bas Abagio bes Mcnbelsfohn scheu E-moll-6oncertc5 unb bie Cantilene im ersten Allegro mit fo tiefer, keuscher Empfinbung, unb bie buntver- schlungenen Arabesken ber Cabenz unb bes Prestosatzes mit so spielenber Leichtigkeit unb vollenbeter Sauberkeit Dernommen. Ebenso wehte uns aus bem Ehopin'schen Noeturno ber zarte Hauch einer tief elegischen Stimmung entgegen, währenb bie reizenbe Wieniawski'sche Mazurka bie ganze Spielseligkeit wie bie ganze Virtuosität ber hochbegabten Künstlerin herausgeforbert hatte. Nehmen wir bazu bas Ernst'sche Capriccio Mesit'" Musik Holzversteigerung 2220 werden: Treis a/L, am 20. März 1886. 2209 am Markt 21. Kehr, 2101 Frh. v. Milchling'scher Administrator. Lo 79 zur gefälligen Abnahme bestens. 1393 2239 empfiehlt in 1971 16 219 11 1630 17 Eichen-Stämme von verschiedener Stärke. Rmtr. n ii u Buchen-Scheiter, Stammknüppel, Erdstöcke, Stammreis und Airs hongrois genannt, so begreift sich, bag es auch diesmal wieder Fräulein Teresina Tua gelang, ihre zahlreiche Zuhörerschaft völlig, in den Zauberkreis ihrer seltenen Kunst zu bannen und zu den begeistertsten Beifallsbezeigungen hinzureißen. Einsicht offen. Gießen, den 26. März 1886. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Fwroeit Alle Sorten Oel-, Kalk- u. 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Die Saison geht ihrem Ende entgegen und mit dem Schluß derselben ist auch die schlummernde „Tonhallen-Frage" wieder erwacht und veranlaßt uns zu einigen Betrachtungen. Eine Stadt wie Gießen, die schon so manche Größe auf künstlerischem Gebiet in ihren Manern ^begi üßt hat, müßte doch eigentlich auch ein passendes Lokal besitzen, um mit anderen Städten gleichen Ranges concurriren zu können. Unser Publikum beklagt sich oft über die treueren Preise bei Concerten, berücksichtigt aber niemals, daß die Billigkeit, welche in großen Städten so bedeutend ge: rühmt wird (oft übrigens mit Unrecht) Hand in Hand geht mit der Menge, die ein großer Concertsaal aufzunehmen im Stande ist. Nehmen wir unfern Gesellschaftsvereinssaal, der gewiß recht geschmackvoll dreinschaut und von einer herrlichen Akustik i|t, so daß wir denselben für Kammermusikabende re. gar nicht besser wünschen können, aber Kammermusik ist langweilig (!), die Versicherung haben wir wenigstens oft hören müssen und wir glauben vollkommen, daß der größte Theil des Publikums wenig Interesse für ein Schumann'sches Quartett oder für ein Trio von Beethoven oder gar für ein solches von Brahm's besitzt. Den besten Beweis liefern die (Soncerte des Eoncertvereins, daß eine Aufführung, welche so zu sagen „Alles" in's Gefecht führt, wo Ehorgesang, Solo, Orchester u. f. w. mit einander wetteifern, die meiste Zugkraft ausübt. Aber nun denke man sich diese Masse von ausführenden Personen in den Elubsaal gesetzt, auf ein Podium, welches ungefähr die Hälfte des Saales einnimmt! Wo bleibt da Platz für das Publikum, das durch Erwerbung einer Abonnementskarte in erster Linie Anspruch auf Sitze hat? von den übrigen Besuchern gar nichr zu reden! ~ . Die Manfred-Aufführung, welche lediglich aus dem beschriebenen Grunde in ^Btein's Saal stattfand, brachte alle lokalen Mißstände an den Tag. Das Publikum wälzte sich im wahrsten Sinne des Wortes zum Saal hinein, es entstand ein Drängen und Schieben und wenn man mit Mühe und Roth feinen Platz erreicht hatte, blieb inan von Stößen noch keineswegs verschont, bis endlich das Zeichen zum Beginn dem Strome ein Ende machte. Der Saal in Stein's Garten ist im Stande, mehr Zuhörer arlszunehmen als der Club, aber es geht ihm dafür vieles andere ab, z. B. die schöne Gallerte, die bequemen Estraden und in erster Linie die herrliche Akustik. Es giebt aber keine andere Walst, als zwischen den beiden besprochenen Lokalen und aus dem Grunde beschäftigt die Sehnsucht nach einer Tonhalle plötzlich wieder alle (?) Gemüther. —a— (Indem wir vorstehender Correspondenz Raum gewähren, hegen wir unsererseits Zweifel an dem Zustandekommen der nöthigen Fonds zur Erbauung einer Tonhalle und an der einigermaßen doch in Betracht zu ziehenden Rentabilität dieses Gebäudes. Der Saalbau in Darmstadt könnte als warnendes Beispiel gelten. Red.) Viele goldene1 Blook holla Cac ist liberaliJi Fabrik Anu Jeilgeöotcnes. SalvatorBier ohne Aufschlag pr. Topf 10, pr Schoppen 15 Pf. Das Neueste in Regenmänteln, Promenades Zagnets und Umhängen ebenso reichem wie geschmackvollem Sortiment. Bekanntmachung. Der Plan über die von der Stadtverordneten-Versammlung festgestellten und von Großherzoglichem Kreisamte Gießen genehmigten Baufluchtlinie für den Asterweg liegt 14 Tage lang auf dem Bureau des Stadtbaumeisters zur Bekanntmachung Der Plan über die von der Stadtverordneten-Versammlung festgestellten und von Grobherzoglichem Kreisamte Gießen genehmigten _ Baufluchtlinie für einzelne Theile der Marktstraße liegt 14 Tage lang auf dem Bureau des Stadtbaumeisters zur Einsicht offen. 2221 Gießen, den 26. März 1886. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Carl Christian Schneider 8 Kalkwsrk© Steedeaa bei BinnkeS a. <1. Lahn empfehlen hiermit ihren behördlich als vorzüglich anerkannten hydraulischen Schwarzseidene Damaste Mk. 2.75 per Meter 10 vers. in einzelnen Roben und ganzen Stücken zollfrei in's Haus ViS Seideufabrik-Döpöt 6 Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Porto. 208 Vermischtes. Heppenheim, 24. März. Unsere sonst so stille Stadt ist in Aufregung durch die Nachricht, welche sich soeben mit Blitzesschnelle verbreitet. Ein hiesiger Eigarren- fabrifnnt, einer der angesehensten hiesigen Familien entsprossen, hat zerrütteter Geschäftsverhältnisse halber Hand an sein Leben gelegt. — Soeben verbreitet sich durch unter Städtchen die Nachricht, daß auch ein anderer ebenfalls noch junger Mann den Tod auf gleiche Weise gesucht und gesunden habe. Frankfurt, 24. März. Gestern Abend langte mit der Main-Neckar-Bahn ein junges Paar an, deren Aeußeres auf Wohlstand hindeutete. Vorn Bahnhofe verlor der junge Mann, ohne es zu bemerken, eine lederne Tasche, die er an einem Riemen über der Schulter trug. Das Paar stieg in eine Droschke, nannte dem Kutscher ein Hotel und rasch setzte sich das Fahrzeug in Bewegung. Kaum hatten die Fremden das Hotel erreicht, so ließ sich auch schon ein Mann in ärmlicher Kleidung, ■ der die lederne Tasche gefunden hatte, melden. Das Hotel hatte der Finder durch einen Droschkenkutscher erfahren, der mit seinem Fahrzeug neben dem gehalten, welches die Fremden zur Fahrt nach dem Hotel benutzt hatten. Der Verlierer halte den Verlust noch nicht einmal bemerkt. Mit großem Erstaunen wurde der redliche Finder angehört und als er erzählte, wie er zu der Tasche gekommen, griff der Fremde in die Tasche und schenkte dem armen Mann fünf Zwanzigmarkscheine. Der Inhalt der Ledertasche bestand in nicht weniger als 69,850 x, dem ganzen Vermögen des Pärchens. — sMord und Selbstmord.] In Berlin hat am Diestag in der dritten Nachmittagsstunde in der Rosenthaler Vorstadt eine Mutter ihre leiblichen Kinder mittels eines Küchenmessers mit kaltem Blute hingemordet und sich sodann auf gleiche Weise der irdischen Gerechtigkeit entzogen. In dem Parterregeschoß des Seitenflügels, Veteranenstraße 3, bewohnte der Confectionsschneider Hermann Grieger mit feiner Frau nebst 5 Kindern eine aus 3 Piecen bestehende Wohnung, die Familie gilt als leidlich gut fituirt. In der Mittagsstunde, etwa gegen 12^2 Uhr, hörte die mit der G.'fche Familie auf selbigem Treppenflur wohnende Vicewirthin Frau Malchow weinerliches Geschrei und als sie die Wohnungsthür öffnete, trat ihr der 4jährige Gustav mit schreckensbleichem Gesicht und dem Ausruf entgegen: „Tante, liebe Tante, meine Mutter Hal sich in den Hals gepiekt, die blutet so!" Als Frau Malchow sofort die G.'fche Wohnung betrat, bot sich ihr ein grausiger Anblick dar. In der Wohnstube lag die Frau Grieger noch röchelnd und mit durchgefchnittenem Hälfe auf dem Fußboden; sie blutete stark und das Messer stak ihr noch in der Kehle. Auf dem Sopha lag mit gleichfalls durchgefchnittenem Hälfe der kleine Georg Grieger, während die 5 Monate alte kleine Lisbeth G. mit durchgefchnittenem Hülfe in der Wiege lag. Sofort benachrichtigte Frau Malchow die Criminalpolizei von der Blutthat. Der Arzt konnte nur den bereits eingetretenen Tod der Mörderin und ihrer Opfer con- ftatiren. Frau G. soll seit mehreren Tagen Spuren von Gemüthskrankheit gezeigt haben. Breslau, 23. März. In Brieg erregt eine Diebstahls-Affaire großes Auf-, sehen. Beim Major Schmidt wird die Kasse des dortigen Füsilier - Bataillons des 4. niederschlesischen Infanterie-Regiments Nr. 51, bestehend in Effekten und baarem Gelde, in einem großen eisernen Kasten aufbewahrt. Der Kasten ist stets am Fußboden angefchraubl und mit Schlössern versehen. Während der gestrigen militärischen Kaiserfeier in einem Vergnügungs - Etablissement, der auch der Herr Major Schmidt beiwohnte, wurde der Kasten vom Fußboden losgebrochen und mit feinem Inhalt geraubt. Einige Sparkaffenbüchcr ließen die Diebe zurück. Ter Kasten wurde in der Morgenstunde von Paffanten auf der Straße aufgefunden. Es fehlen 42,000 X an baarem Gelde, mehrere Sparkaffenbücher und Werthpapiere. Wie es heißt, fallen die Einbrecher eine Anzahl Geldbeutel mit dem Inhalt am Ort der That zurück- gelaffen haben. Eingesandt. Gießen, 27. März. Der am 1. Februar v. I. gegründete Sanitätsverein, welcher gegen einen mäßigen Beitrag feinen Mitgliedern und deren Angehörigen einen guten ärztlichen Beistand leistet, hielt am 22. Februar im „Frankfurter Hof" feine erste ordentliche Generalversammlung ab. Beim Geschäftsbericht konnte nachgewiesen werden, daß der Verein an Zahl der Mitglieder bedeutend zugenommen und trotz des geringen Beitrags auch einen kleinen Fonds zu verzeichnen hat. Ferner wurde beschlossen, vom 1^ April an Herrn Dr. Haupt als zweiten Vereinsarzt anzunehmen und hofft man, daß durch diese neue Einrichtung der Verein einen großen Zuwachs erhält. Den Arbeitern und kleinen Handwerkern kann dieser zweckmäßige Verein nicht genug empfohlen werben. Näheres siehe auch im Jnseratentheil. rt»? ran! * Tastl-KU OberhkMe EiskilbalMll. Die Lieferung von 173 Weichenschwellen aus Eichenholz (ca. 600 lfd. Mtr.) soll vergeben werden- Die Bedingungen sind bei unserer Magazinsoer- waltung und unserer Station Alsfeld einzusehen, Angebote versiegelt und mit bezüglicher Aufschrift versehen bis zum 30. März d. I. dahier einzureichen. Gießen, den 20. März 1886 2132 Großherzogliche Direktion- Äisti to'mfoSV ’ 3 per dutf, J-MN JU 2-0'J bls lo AaMhosM 1.^ vloufcn, Westen,. Kifllen Lazer in getragenen eiHsohlen- LonlS vivt 1U0 feuern uni» E t£enl AZ Fst. Rahmkäse, Vollsaft. Emmenthaler, la. Limburger Käse empfiehlt geneigter Abnahme Ferd. Drebea, 2208 am Markt 21. Ick Aroy vo h. Ber Wetterg mnpfiehlt SiroWc i nnb jiinber in allen fit i-u noch nie baßeweiene (Henio eine große Au Siumcn und Federt wib grichmackvvll. 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Marz. 11. welcher gegen einer, einen guten ärztliche seine erste orbtnllrä uneien werden, daß bn irotz des geringen Bei wurde beschlossen, om :ebmen und hofft man, oachs erhält. : ermäßige herein M ) per 8Rdet zollfrei in's Haus K. Hoflies.) Zürich. 'beii* u. Erdfarben. denlacke, ?arbe (sehr rasch fnenb), ______ bellaoke — jenen Sorten, Eisenlack, acf, tiesjchivarz, u. Lemvlß'Mk jttpentinöi. ner »««- * ** «*» npulv^r, -^7" roden un» MJ .<1 ^eP . e‘ Nreves, MU-"' Das Neueste in Sonnenschirmen und En-tout-cas empfiehlt in großer Auswahl und zu billigsten Preisen A, Fangmann, 2189 Kirchenplatz. 2072' Ein noch gut erhaltenes Tufel-Kiovier (Lipp) steht wegzugshalber zu verkaufen Liebigstraße 8. Gartenlaube^ dieJahrg. von 1854—1876 sind wegzugshalber billig zu verkaufen. Wo? sagt die Exved- d- W. 1962 1620 100 Stück Wagnerfelgen verkauft billig Wilhelm Schmitt I!., Saasen. 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