gen- Zusammenkunft des Ministers mit dem Fürsten Bismarck nunmehr noch im Laufe dieses Monats stattfinden werde. Fürst Bismarck wird vielleicht schon Mittwoch, spätestens aber Donnerstag, Gastein verlosten; er kommt sicher nach Berlin, wo er sich jedoch nur wenige Tage aushalten will, und geht dann wahrscheinlich nach Varzin. Die Petersburger Ossiciösen haben Ordre erhalten, gegen die antideutschen Hetzartikel der russischen Panslavisten-Preffe energisch Front zu machen. In einem bezüglichen osficiellen Communiquö heißt es: In der letzten Zeit sind in verschiedenen russischen Zeitungen Artikel erschienen, welche Besprechungen der politischen Lage enthalten; in denselben wurden vollständig willkürliche und unrichtige Ansichten über die zwischen der kaiserlich russischen Regierung und anderen Mächten bestehenden Beziehungen ausgesprochen. Diese Beziehungen haben sich im Lause dieses Jahres keineswegs verändert und sind auch keinerlei Umstände in Aussicht, welche Grund zu der Befürchtung zuließm, daß diese Beziehungen gestört und die kaiserliche Regierung zu einer Aenderung ihrer Politik veranlaßt werden könnte. — Es ist in der letzten Zett über das Verhältniß Rußlands zu Deutschland und Oesterreich — und zwar in der ge- sammten europäischen Preste — erschrecklich viel zusammengeschrieben worden und die tpfiften Behauptungen uyd Ansichten wurden mitunter laut. Nun hat es die t#?. h- Regierung selber für angemesten gehalten, die Fortdauer der guten Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland-Oesterreich zu constatiren; hoffentlich werden nunmehr die völlig grundlosen „Krieg- in Sicht"-Artikel aus den Spalten der Zeitungen verschwinden. Jenseits der Pyrenäen scheint es wieder', einmal ziemlich bunt zuzugehen. Die carlistische wie die radicale Partei treiben ganz ungenirt ihr Wesen und aus den verschiedensten Theilen Spaniens wird das Austauchen carlistischer und republikanisch - socialistischer Banden gemeldet. Schon seit einigen Wochen wird die spanisch-französische Grenze auf das Strengste überwacht und werden noch immer größere militärische Abtheilungen nach den Garnisonen im Nordosten und Osten des Landes abgesendet. Hand in Hand mit dem Treiben der regierungsfeindlichen Parteien geht eine allgemeine Unsicherheit in Spanien; zahllose Uebelthaten werden begangen und wenn dieselben auch gerade keinen revolutionären Character tragen, so zeugen sie doch hinlänglich von dem in den unteren spanischen Volkskreisen herrschenden Geiste. Mordthaten und Mordanfälle kommen fast täglich vor, unter ersteren figuriren nicht weniger als fünf, die an Polizisten und Gensdarmen begangen wurden, Brandstiftungen, räuberische Uebersälle einzelner Gehöfte, von Posten und Eisenbahnzügen sind ebenfalls an der Tagesordnung und es hat sich dergestalt ein Banditenthum entwickelt — Bandolerismus, wie man jenseits der Pyrenäen sagt — wie es seit zehn Jahren in Spanien nicht mehr beobachtet worden ist. ES scheint in den behördlichen Kreisen die größte Confusion zu herrschen, wofür aus Susqueda (Provinz Geron) ein drastischer Beleg gemeldet wird. Es war nach diesem meist carlistisch gesinnten Städtchen eine Regierungs- Commission entsendet worden, um verschiedene Hausdurchsuchungen vorzunehmen. Der Herr Bürgermeister ließ aber die Regierungs-Commiffare verhaften, weil er, von der obersten Provinzialregierung von ihrer Absendung ununterrichtet, dieselben für — verkleidete Gauner hielt; erst nach einem Tage Haft stellte sich die Eigenschaft der vermeintlichen Gauner heraus. Es müssen im Lande der Kastanien nette Zustände herrschen. Deutschland. Berlin, 24. August. Der Kaiser verlieh dem französischen Botschafter Courcel die Insignien des Schwarzen Adler-Ordens. Hesterreich. Wien, 23. August. Alle Kreise, politische und unpolitische, sind einig in der Verurteilung des unsittlichen Verraths in Sofia. Ueber die gestrigen Geschehnisse ist übrigens bisher keinerlei nähere Meldung eingetroffen, und darum hält man Vorsicht für geboten, insbesondere gilt die Lifte der acht Regenten für fraglich. Man bemerkt, daß Niemand aus Ost'Rumelien darunter sei. Es braucht nicht gesagt zu werden, daß die diesseitige Regierung an dem Erergnrß unbeteiligt ist. Biegeleben, der gegenwärtig auf Urlaub in Wien weilt, war ebenso überrascht wie alle Welt und zu Thränen erschüttert, auch der englische Consul Lascelles, zur Zeit in Gastein, gab seiner großen Ueberraschung Ausdruck. Trotzdem wird allseitig betont, daß der Friede durch bindende Abmachungen allgemeiner Art gesichert sei. Die meisten höheren Officiere Bulgariens sollen beurlaubt im Aur lande weilen. , , — In Gries starb Felomarschall Graf Samuel Gyulay, der letzte Sproß des berühmten Grasengeschlechtes, 83 Jahre alt. Der Name des. Politische Ueberficht. Gießen, 25. August. Die Ereignisse in Bulgarien nehmen noch immer das volle Interesse in Anspruch, welches sie denn auch verdienen. Wir entnehmen den nachstehenden orientirenden Artikel der „Köln. Ztg.", welche sich in diesem Falle -als sehr unterrichtet bewährt hat. Es heißt dortselbst: „An dem weitern Vordringen des Panslaoismus auf der Balkan-Halbinsel sind, abgesehen von Rußland und dem eigentlichen Leidtragenden, der Türkei, direct nur England und Oesterreich beteiligt. Englands hervorragendster Staatsmann der letzten Jahre, Lord Beaconsfield, hatte die Wichtigkeit dieser Frage für die englischen Interessen klar erkannt und sie erfolgreich auf dem Berliner Congresse verfochten; ihm gelang es, nicht nur mit kühnem Griffe sich Cyperns zu bemächtigen und damit zugleich die englischen Interessen im Orient mächtig zu verstärken, sondern auch die russischen Sieger auf friedlichem Wege zur Nachgiebigkeit, ja, sogar zum Zurückweichen zu zwingen. Freilich, was nun geschaffen wurde, war von Anfang unfertig und halb und trug den Keim der gssähilichsten Verwickelungen in sich; dieser Keim wäre unschädlich gemacht worden, hätte Beaconsfield's Nachfolger es verstanden, die türkischen Interessen mit den bulgarischen zu einem festen Bande zu verknüpfen. Beaconsfield's Nachfolger aber zeichnete sich ebenso sehr durch Unfähigkeit wie Eigendünkel aus, er «suchte eine neue Lösung, die England keine Opfer zumuthete, und das Er- gebniß war, daß er zwar beiden Theilen stete Hoffnung einflößte, sie aber that- sächlich immer weiter auseinanderbrachte. Was Gladstone hier nicht blos zum Schaden der Bulgaren, sondern auch Englands selbst gesündigt und verfehlt hat, das wird erst die spätere Geschichtschreibung in'S volle Licht setzen. Heute hat sich nur die Schlußabrechnung seiner dilettantenhaften Politik vollzogen, eine Abrechnung , die auch die kräftige Hand eines Salisbury nicht mehr abwenden konnte. Oesterreich aber, der letzte Betheiligte bei der fernern Entwickelung der orientalischen Frage, kann zur Zeit den jetzigen Schritten mit Ruhe zusehen; es weiß, daß die gegenwärtigen Schritte nur vorläufige sind, daß erst die endgültigen auch aus seine Jntereffen-Sphäre einwirken, daß aber — eben Dank dem Drei-Kaiser-Bündnisse — diese endgültigen Schritte sich nicht vollziehen werden, ohne daß auch seine Interessen Berücksichtigung finden, und wenn somit heute sich ein Ereigniß vollzieht, wie es seit langer Zeit sich in Europa nicht bedeutungsvoller abgespielt hat, so ist das durch den überlegenen Geist des Fürsten Bismarck geschaffene und befestigte Drei-Kaiser-Bündniß die wesentliche Grundlage, die den friedlichen Ausgang verbürgt und fast zur unumstößlichen Gewißheit erhebt. Unschlüssig, wie immer, standen die Weisen der Pforte dem neuen Räthsel gegenüber; aus der einen Seite freundliche Verlockungen und Süßigkeiten, deren Bedeutungslosigkeit sie schnell erkannten, auf der andern Seite fortgesetzte Einschüchterungen und Drohungen, die ihren Zweck nicht verfehlten. Mit Bangen und Zagen sahen Alle, die dem Fürsten wohlwollten, auf die gefährliche Wunde, welche die Botschafter-Conferenz in dem Beschlüsse über die Durchsicht des organischen Statuts der bulgarischen Vereinigung geschlagen hatte; hier lag die Gefahr eines Wundfiebers, und dieses Fieber ist denn auch mit rascher Entwickelung verhängnißvoll ausgebrochen. Unterstützt und befördert wurde es durch die verfassungsmäßigen Freiheiten, die in diesem rohen Lande der Bestechlichkeit und der Selbstsucht — dem dortigen Ersatz der Vaterlandsliebe geradezu ein Hohn für die freiheitlichen Versassungsrechte unserer civilisirten Staaten sind. Schon vor einigen Monaten konnten wir mit allen Einzelheiten eine Verschwörung entdecken, die der russische Kapitän Nabokow, ein Neffe des gleichnamigen russischen Justizministers, von langer Hand vorbereitet hatte, als sich der Fürst der Landesgrenze am Schwarzen Meere näherte. Jetzt hat man eine neuerliche Gelegenheit, wo der Fürst der Landesgrenze nahe und seine Aushebung leicht durchzusühren war, mit besserem Glück ausgenutzt. Sein eigener erkaufter Minister Karawelow, ein früherer Schullehrer, hat den ihm volles Vertrauen schenkenden Fürsten eingeschläsert und verrathen, wie feige Diebe haben sie ihn überfallen und wehrlos gemacht: sie sind ihr Gewissen los geworden." Die Nachricht von der Absetzung des Fürsten Alexander von Bulgarien hat in Berlin ungemein überraschend gewirkt. In Hoskreisen sowohl, wie in der militärischen Wett und im Volke erfreut sich Fürst Alexander namentlich durch seine heldenhafte Vertheidigung Bulgariens gegen die Serben großer persönlicher Zuneigung und man bedauert allgemein sein Schicksal. In maßgebenden Kreisen wird wiederholt die Ansicht betont, daß die Vorgänge lediglich als eine innere Angelegenheit Bulgariens aufzufassen und eine Ein- milchur.; der Mächte daher ausgeschlossen sei. Auch bringt man den wiederholten Aufschub der Reise des Ministers v. Giers mit diesem von langer Hand geplanten Ereigniß in Verbindung und will wissen, daß die viel und oft geplante Es wird zur Kenntniß der Interessenten gebracht, daß der Geschäftsführer der Section IX der Brauerei- und Mälzerei-Berufsgenossenschaft Herr 4B, Bayer zu Dortmund von der Sektionsversammlung als Beauftragter für den Bezirk dieser auch den Kreis Gießen umfassenden Sektion gewählt worden ist. Gießen, am 23. August 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _________________________________________________________I. V.: v. Bechtold. _______________________________________ k Häringe, nrn Caviar, i, alürseinsten äse empfiehlt nhenn*_ ,en, auf dem zu verkaufen, catessenhandl- emüse und it- Erbsen m n Marlen ru 1 6027 yeW' i< «‘(«ft r eine ß »g öAj?L— aaren, u‘ 6026 ihenß* Tellers« Art. ode tntt Spiegel, sch mit 3 ' Stühle llen mit achMsche, e»g, meist Küchen« ,1 feines irr, eine e. 1 sehr tlge Haus- z: chlsmam. inb gut er« tag fckh von ser Berstei- ich ettheilen nberger, latz 8. r, gegen Baar eiberschränke, Ult. Bett ißler, Miie&er. erung. Nt, dahier Spiegel. Kleiber- k und W unb lQWun6 ttet. chi-hn. M. S97 Donnerstag den 26 Angust 1886. Gießen Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. PreiA vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brin-rrlobrr. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. ©ttreatn Schulstraße 7. Stammes erbt fort durch Baron Edelsheim-Gyulay, den Adoptivsohn des Bruders des Verstorbenen. England. London, 24. August. Das Unterhaus setzte die Adreß'Debatte fort. Parncll beantragt ein Amendement, welches besagt, der Preisrückgang der Bodenvrodukte erschwere die Pachtzahlung, die daraus im Winter entstehenden Exmissionen würden die sociale Ordnung gefährden. Der Pachtzins, welcher einst bei höheren Preisen der Bodenerzeugnisie festgesetzt sei, könne nicht die Basis für die mit Staatshülse erfolgenden Gutsankäuse sein. Plunket bekämpfte dieses Amendement und sagt, die Regierung beharre aus der Erweiterung der Bodenankäufe. Parnell übernehme, indem er die Pächter zum Widerstande auf- reize, eine sehr schwere Verantwortung. Im Verlaufe der Debatte wurde Gladstone zur Ordnung gerufen, weil er nicht zur Sache sprach. — Unterhaus. Der Unterstaatssecretär des Auswärtigen, Ferguffon, erklärte, die der Negierung zugegangenen Nachrichten in Betreff Bulgariens enthielten nichts, was nicht schon durch die Zeitungen bekannt sei. Die Regierung verfolge die Ereigniffe in Bulgarien nicht ohne große Besorgniß. Ferguffon theilte ferner mit, die Regierung sei mit Rußland übereingekommen, die Grenz- Commission in Centralasien auszulösen, da die afghanische Grenze bis Dukchik abgesteckt sei. Die Festsetzung des Grenzabschnittes bis zum Oxus werde direct zwischen den beiden Regierungen ersolgen. Rußland. Petersburg, 24. August. Nach Beendigung der Truppen-Mannöver verabschiedeten sich gestern die ausländischen Osficiere von dem Kaiser und der Kaiserin, welche nach Petersburg übersiedelten. Heute findet in Kronstadt vor dem Kaiser eine Flottenschau statt, wozu 56 Schiffe versammelt sind. Amerika. New-Uork, 24. August. Cutting ist von der mexikanischen Regierung in Freiheit gesetzt worden.__ Mrst Alexander von Bulgarien. Gießen, 25. August. Im Nachstehenden lassen wir die bei uns eingelaufenen Nachrichten des Wolff'schen Telegr. Bureaus folgen- Die verschiedenen telegraphischen Nachrichten der einzelnen Zeitungen geben auch heute noch kein klares Bild über die Vorkommnisse in Bulgarien, da die dortige revolutionäre Negierung fast allen Verkehr auf den Bahnen, wie auch mittelst des Telegraphen sistirt hat. Berlin, 24. August. Heber die Ereignisse in Bulgarien ist ein dichter Schleier gedeckt. Die jetzigen Leiter des Aufstandes haben mit aller Strenge eine völlige Absperrung Bulgariens von der Außenwelt durchgeführt, nicht einmal die Vertreter der Mächte in Sofia, natürlich abgesehen von dem russischen und seltsamerweise auch von dem französischen Vertreter, sind in der Lage, mit ihren Regierungen Depeschen oder Briefe auszutauschen. Diese Thatsache läßt allerdings den Verdacht auftauchen, daß der Ausstand nicht in dem Maße gelungen, wie er anfänglich von den Leitern der Bewegung hingestellt worden ist. In der That liegen bereits einzelne Meldungen vor, wonach das Heer denn doch nicht so treulos und undankbar gewesen ist, wie es anfänglich verbreitet wurde, doch fehlt vorläufig ein Anhalt, zu beurtheilen, ob dieser Widerstand Aussicht auf Erfolg hat. Vom Fürsten Alexander weiß man Ms rumänischer Quelle, daß er Rahowa gestern als Gefangener donauabwärts passl'^at. Die Nachricht, daß er rumänischen Boden betreten habe und frei sei, erweist'als unrichtig. Unklar ist auch die Rolle geworden, die Karawelow seinem Fürsten gegenüber gespielt hat. Man weiß, daß zwei dem Fürsten ergebene Bataillone des Sofia-Regiments nach Sliwnitza und zwei Bataillone des Küstendil-Regiments nach Pernik gesandt worden sind, angeblich um dort Schanzarbeiten zu verrichten; der eigentliche Zweck liegt klar auf der Hand. Auch weiß man jetzt, daß das bulgarische Ministerium selbst seit mehreren Wochen den Fürsten bestürmt hat, den Serben auf Grund angeblicher neuer Rüstungen den Krieg zu erklären, und daß es deshalb dem Fürsten einen förmlichen Mobilmachungsbefehl vorgelegt hatte. Der Fürst bat aber die Vollziehung standhaft verweigert und durch seinen Widerstand das jetzige Verhangniß beschleunigt. Das Ministerium hat offenbar versucht, den Fürsten als den unleidlichen Friedensstörer hinzustellen und ihn so in der öffentlichen Meinung bloßzustellen. Dann würde es Grund gehabt haben, Rußlands Einschreiten anzurufen und den Fürsten abzusetzen. Dieser aber war klug genug, die ihm gestellte Falle zu erkennen und zu vermeiden, und nun erfolgte seine Absetzung auch ohne äußere Berechtigung. (Köln. Ztg.) München, 24. August. Ueber die Vorgänge in Sofia enthält die „Allg. Ztg." folgendes Telegramm aus Kalafat: In der Nacht vom Freitag zum Samstag wurde das Palais des Fürsten von Bulgarien durch das Kostendiler Regiment umzingelt. Die Officiere drangen in das Schlafgemach des Fürsten ' und zwangen ihn mit vorgehaltenen Revolvern, die Abdankung zu unterzeichnen. Morgens um 5 Uhr wurde der Fürst nebst seinem Bruder sortgebracht. Ihr Aufenthalt wurde drei Tage lang geheim gehalten. Am Montag Abend bestieg der Fürst in Rahowa seine Pacht und fuhr stromabwärts. Wien, 24. August. Der „Polit. Eorresp." wird aus Giurgewo gemeldet, daß die in Ostrumelien stehenden bulgarischen Truppen ein Pronunciamento zu Gunsten des Fürsten Alexander gemacht hätten. Oberst Mutkurow sei zum Chef der Reaierung proklamirt. Auch die Garnisonen in Schumla, Tirnowo und die Bevölkerung daselbst hätten sich für den Fürsten erklärt. Letzterer wäre als Gefangener auf seiner Pacht nach Rent-Russi gebracht. Bukarest, 24. August. Es verlautet, Fürst Alexander schiffte sich gestern in Rahowa ein und würde heute über Giurgewo hier eintreffen. ~ — s„Havas" - Meldung.^ Die Pacht des Fürsten Alexander landete bei Schumla nicht. Sie wurde Vormittags in der Nähe von Silistria ihren Lauf fortsetzend, gesehen. Man schließt daraus, es sei bulgarischerseits beabsichtigt, den Fürsten auf russischem Gebiet an's Land zu setzen. Die rumänische Regierung traf Anordnungen, dem Fürsten Alexander, sobald er irgendwo auf rumänischem Gebiete landet, Schutz zu gewähren. London, 24. August. Meldung des Reuter'schen Bureaus aus Konstantinovel, 24. ds., Mittags. Eine zweite provisorische Negierung zu Gunsten des Prinzen Alexander unter dem Vorsitze Stamboulow's ist in Tirnowa gebildet und errichtet worden. — Die „Times" tritt der Ansicht entgegen, daß die Interessen Englands durch die Absetzung des Fürsten von Bulgarien besonders benachtheiligt seien, will jedoch nicht leugnen, daß diese neue Enthüllung über Rußlands Pläne England dem schließlichen Jnteressenconflicte mit Rußland, der seit Langem vorausgesehen werde, wesentlich näher bringe. Petersburg, 24. August. Das „Journal de St. Petersbourg" sagt anläßlich der Vorgänge in Bulgarien, man müsse hoffen, daß die politischen Persönlichkeiten Bulgariens und Rumeliens die Klugheit besäßen, einzusehen, daß die Geschicke der beiden Länder vor Allem von ihrem eigenen Verhalten abhingen und daß die Mächte, welchen die Entscheidung zustehe, vor Allem die Erhaltung des Friedens wünschten. Sie müßten sich daher des Wohlwollens der Negierungen zu versichern suchen, indem sie sich jeder Agitation, jedes Unternehmens enthielten, das geeignet wäre, eine wohlwollende Action der Mächte zu verhindern. Die Zukunft Bulgariens sei der Preis, um den es sich handle. Konstantinopel, 24. August. sReuter-Meldung.^ In einem Circular der Pforte an die Vertreter der Türkei bei den Mächten, welche den Berliner Vertrag unterzeichneten, heißr es: Die Absetzung des Fürsten Alexander versetzte Bulgarien in' eine Lage, welche die Mächte ebenso wie die Türkei interessire. — Der Eisenbahnverkehr mit Numelien ist seit heute suspendirt, obschon irgendwelche Beschädigung der Eisenbahnen nicht stattgefunden habe. In Adrianopel ist die Weisung eingegangen, keinerlei Eisenbahnfahrkarten für Numelien auszugcben. Die eingegangenen Konsularberichte constatirten, daß die rumelischen Truppen und Garnisonen in Widdin und Schumla mit der Absetzung dcs Fürsten nicht einverstanden sind. Vor dem russischen. Konsulat in Phtlippopel hat gestern eine von 2000 Personen besuchte Versammlung stattgefunden, die für die Wiedereinsetzung des Fürsten Alexander sich ausgesprochen hat. In Sosia standen sich zwei Parteien, eine dem Fürsten feindlich, eine ihm freundlich gesinnte in scharfem dauerndem Gegensatz gegenüber. Bukarest, 24. August. Meldung der Agence Havas.^ Nach Nachrichten aus- Bulgarien hätten sich außer den Garnisonen von Schumla, Tirnowo, auch diejenigen von Widdin, Nikopolis und Silistria offen gegen die provisorische Regierung ausgesprochen. Oberst Mutkurow, Chef der rumelischen Milizen, hätte sich erboten, den Fürsten mit militärischer Hilfe nach Sofia zurückzuführen. Der Kammeipräsident Stambulow befinde sich mit Mutkurow im Einvernehmen und werde die Leitung der Protestbewegung übernehmen. Stambulow soll die bulgarischen Milizen einberufen und erklärt haben, die Garnison von Sofia, welche die revolutionäre Bewegung, anfänglich begünstigte, wäre heute bereit, die Waffen niederzulegen, wenn ihr Amnestie versprochen würde. Auf das Gerücht, der Fürst Alexander werde nach Bukarest kommen, soll sich eine bulgarische Deputation hierher begeben, um den Fürsten abzuholen. — Die Pacht, auf welcher sich der Fürst Alexander befindet, hat, hier eingegangenen Nachrichten zufolge, Braila und Galatz passirt und ist jetzt in der Nähe von Reni, wo die Landung erfolgen dürfte. Adrianopel, 24. August. Zuverlässigen Nachrichten aus Philippopel zufolge ist daselbst die Garnison zu Gunsten des Fürsten Alexander unter die Waffen getreten. Das dortige Infanterie-Regiment marschirte mit klingendem Spiel vor die verschiedenen Consulate, wo der Commandeur erklärte, die ganze bulgarische Armee widersetze sich der Absetzung des Fürsten und sei bereit, für ihn zu streiten und zu sterben. Aus allen umliegenden Dörfern wird morgen die Landbevölkerung erwartet, welche durchweg dem Fürsten ergeben scheint. In der Stadt fraternisirt das Volk mit den Truppen. Konstantinopel, 24. August. In Ostrumelien wächst die Bewegung zu Gunsten des Fürsten. Der Vormarsch der dortigen Streitkräfte gegen Sofia wird demnächst erwartet. Konstantinopel, 24. August. In dem Circular, welches die Pforte an die Mächte anläßlich der Vorgänge in Bulgarien gerichtet hat, gibt dieselbe auch Kenntniß. von dem Telegramm, welches sie an ihren Commissar in Bulgarien, Gadban Effendi, gerichtet hat. Dasselbe besagt, die Pforte, welche sich augenblicklich noch in Unwissenheit befinde über den Grad der Berechtigung des Actes, welcher den Fürsten so plötzlich seiner Würde beraubte, bedauere dieses Ereigniß und müsse für den Fall einer Ruhestörung in Bulgarien oder Numelien sbis zu dem Augenblick, wo die kaiserliche Regierung in der Lage sei, nach vorangegangenem Einvernehmen mit den Mächten über die Situation Beschlüsse zu fassen, alle Urheber derartiger Unruhen für dieselben verantwortlich machen. Gadban Effendi wird beauftragt, dieses den Personen, welche die Macht in Sofia in Händen haben, mitzutheilen. Das Circular tveist den Vertreter der Pforte ferner an, besonders hervorzuheben, daß die Pforte im allgemeinen Interesse außerordentlichen Werth darauf lege, sich nicht von der Verhaltungslinie zu entfernen, welche sie sich schon seit Beginn der rumelischen Frage gezogen, nämlich nur im Einvernehmen mit den Großmächten zu entscheiden und zu handeln. Nachdem die Frage in eine neue Phase getreten, wünsche die Pforte nach wie vor mit Hilfe der Mächte den gegenwärtigen Stand der Dinge in die normale, den internationalen Verpflichtungen entsprechende Situation wieder einzuleiten. — Ueber sämmtliche Städte Bulgariens ist der Belagerungszustand verhängt.. Der telegraphische und Postoerkehr ist für Private suspendirt, ebenso der Verkehr auf der Eisenbahn Varna-Nustschuk für Reisende, die aus dem Auslande kommen; auch in Philippopel ist der Bahnverkehr eingestellt. Darmstadt, 24. August. Seine Großh. Hoheit Prinz Alexander ist bis jetzt immer noch ohne directe Nachrichten von seinen Söhnen, dem Fürsten Alexander und Prinz Franz Joseph. Es liegen bis jetzt nur folgende heute eingetroffene telegraphische Nachrichten vor: Hofprediger Koch, welcher dem Fürsten nachreiste, als dieser nach Lompalanka entführt wurde, telegraphirt heute, er höre von einem rumänischen Minister, daß Fürst Alexander am 23. ds., Abends 6 Uhr, von Rahova stromabwärts abgeführt sei. Bankdirector Parcus telegraphirt heute aus Pirot: Der Fürst und sein Bruder seien am 22. August nach Wartza und am 23. nach Nicopolo oder Grahovo gebracht worden und per Schiff weitergereist. (N. Hess. Volksbl.) Bei Schluß des Blattes erhielten wir noch nachstehende Privatdepesche aus Wien vom heutigen Tage: Die „Neue Presse" meldet aus Kalafat den Sturz der bulgarischen provisorischen Regierung, sowie die Verhaftung der Mitglieder derselben, wie auch die Wiedereinsetzung de- Ministerium- Karawelosf. Das Volk wie auch das Militär sei höchst erbittert und weise jede neue Negierung zurück. Es sollen Deputationen abgehen nach Bukarest, Wien, Berlin und Darmstadt, um den Fürsten, wo sie ihn treffen, zur Rückkehr zu bewegen. Lokale-. Gießen, 25. August. Gestern Nachmittag mährend des heftigen Gewitters fuhren zwei Knechte einer hiesigen Grubenentleerungs-Anstalt ihre vollen Grubenfässer nach einem Acker am Wismarer Weg. Unterwegs kippte der eine Vorderwagen um, das volle Faß fiel herunter und dem einen Knechte auf die Beine. Sein College entleerte vorerst sein Faß und fuhr sodann nach Hause, um Hülfe zu holen. Während dieser fast eine Stunde währenden Zeit mußte der Verunglückte unter seiner schweren Last liegen bleiben. Er hatte einen Beinbruch davongetragen und wurde in die Klinik verbracht. — Auf einem Neubau in der Westanlage stürzte gestern Nachmittag ein Spenglerlehrling vom Gebälk in den Keller hinunter. Der Junge soll einen Schenkelbruch erlitten haben und wurde gleichfalls in die Klinik verbracht. Gießen, 25. August. Gestern Abend stürzte in der Bahnhofstraße das Pferd eines hiesigen Fuhrwerksbesitzers und brach hierbei ein Bein. Das Pferd mußte abgeschlachtet werden. — In der Wallthorstraße lief gestern Abend ein kleines Kind in ein daherkommendes Fuhrwerk. Es erlitt nur eine geringe Verletzung. Den Fuhrmann trifft keine Schuld. Universität- - Chronik. Marburg, 23. August. Dem ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät, Geheimer Justizrath Dr. Ubbelohde, ist die Universitätsrichterstellenebenamtlich übertragen worden. — Der ordentliche Professor zu Rostock, Dr. K. Birkmeyer, ist zum ordentlichen Professor des Strafrechts zu München ernannt worden. — Der ordentliche Professor und Director der medicinischen Klinik und Poliklinik an der Universität Dorpat, Kaiser!, russischer Wirklicher Staatsrath Dr. med. Friedrich Albin Hoffmann, ist zum Director der medicinischen Poliklinik und ordentlichen Professor der specie'len Pathologie und Therapie der Universität Leipzig ernannt worden. Verwischte-. Schotten. In der Nacht zum Donnerstag voriger Woche brach, wie das ,^Sch. Anzbl." mittheilt, auf bis jetzt unaufgeklärte Weise in der HofraUhe des Konrad Schreiner II. in Feldkrücken Feuer aus, wodurch der obere Stock der Schneidmühle, sowie des Wohnhauses mit Mahlmühle vollständig zerstört wurden. Dem energischen Ber and verhängt. x Verkehr auf nmcn; auch m A wie das bra«'-ßOnrab O- er ist bis jetzt illexander und pW Mf । Lomyatankr WM, dah Swarts abge- ßforte an die uch Kenntnis )ban Effendi, Unwissenheit i so Plötzlich l einer Ruhe- 'aiserliche Re- Mächten über dieselben ver- en, welche die den Vertreter wen Interesse zu entfernen, nur im Einern die Frage e der Mächte en Verpflicht- id feilt Bruder aioiio Mcht MA.) PrivatdkM ui Kalafat mg, fP®'? auch dl« Das Balk Hegietung zu- n, Beil'" ; MW S“ Lflen Gewitters 'n Grubensasser .rderwagev um, irtss SS* Mr das Md d in -i» « 5»m«nn W .^'ddln und I'^'Ulung Ktzche! ireund- aus. tV^nigen aus- ^oten, den l^Nibent ’ der £ ^kweguuz '» wenn ihr ®£tbe nach "den Fürsten • ^ier einge- cr Nahe von Wel zufolge Waffen vor die msche Armee "Uten und zu ;ng erwartet, das Volk mit Bewegung zn Sofia wird prakt u. Spedalarzt fQr Baut- , Frauen - n. Ge- schlechtskrankhelten (Syphilis)etc. Fraukfert«. M. Stiftstr. 22. fr. Assist. Prof. Ricortfi. Ausw. brieft. r dem Genuß fetter Speisen ist nichts zuträglicher als ein Gläschen Aachener Magenbehagen, der verdauend wirkt. Niederlage bei Emil Fischbach. 6051 Temperatur der Lahn. Am 25. August, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17°, Luft 22’ R. im Schatten. L. Ebr. Rüblamen. Eingreifen der Feuerwehr von Feldkrücken, unterstützt durch die zur Hilfe herbeigeeilte Kölzenhainer Feuerwehr, ist es zu danken, daß die mit Stroh gedeckte Scheuer vollständig vom Brand verschont geblieben ist. Die Bewohner der Hofraithe waren, als der Brand entdeckt wurde, sämmtlich über Land abwesend und haben erst bei ihrer Rückkehr von dem Unglück Kenntniß erhalten. Wetzlar, 23. August. Ein recht bedauerlicher Unglücksfall hat sich gestern Abend am Eisenmarkt ereignet. Mehrere Jungen — Schulknaben und Lehrlinge — belustigten sich damit, Feuerwerkskörper, Frösche u. dergl. m. zu entzünden. Einer der Knaben sah einen solchen „Frosch" an der Erde liegen und hob denselben auf, in der Meinung, daß das Ding entladen sei. Während er denselben noch in der Hand hielt und betrachtete, entlud sich der „Frosch" und fuhr dem armen Burschen gerade in's rechte Auge. Das Letztere soll nach dem Ausspruch des Arztes als verloren anzusehen sein. Biedenkopf, 23. August. Das am 19., 20. und 21. August Hierselbst abgehaltene „Grenzgangfest" muß von Anfang bis zu Ende als ein hochgelungenes anerkannt werden. Einen ausgezeichneten Eindruck machte hauptsächlich auf jeden fremden Besucher der Schmuck der Stadt und die bis in's Kleinste ausgeführte ruhige und sichere Einhaltung des Programms. Da war nichts zu bemerken von irgend einer politischen, socialen oder Vereinsstellung der Festtheilnehmer. Der Zug, welcher sich Morgens um 6V2 Uhr auf dem Marktplatz aufstellte, war aus 3 Haupttheilen zusammengesetzt, die Schuljugend, die Burschenschaft und die Bürgerschaft, den beiden letzten voran die freiwillig gewählten Führer, bestehend aus dem Herrn Oberst, dem Adjutanten hoch zu Roß, in altdeutschen Costümen, und den Führern an der Spitze der einzelnen nach den Straßen der Stadt und dem Loos geordneten Züge. Um 7 Uhr jeden Morgens bewegte sich der Zug nach den verschiedenen Grenzen zu. Am ersten Morgen hielt Herr Bürgermeister Unverzagt eine wohlgelungene Ansprache, in welcher er die historische Bedeutung des Festes beleuchtete und mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser schloß. Bei dem eigentlichen Umzug um die Grenze, der durch die beiden Wettläufer und den Mohr auf alle mögliche Weise erheitert wurde, war jedesmal ein prachtvoller Platz bestimmt worden, wo das Frühstück und die nöthige Feuchtigkeit eingenommen wurde. Die Ankunft des Zuges und das Bild, welches sich hier entrollte, wäre werth, durch illustrirte Zeitschriften verbreitet zu werden. Nachmittags auf dem Festplatz entwickelte sich ein nicht minder interessantes Treiben, sicher aber hätte man als Fremder nicht vermuthet, daß fast alle auf dem Platz am Morgen schon eine Tour über Berg und Thal von 4—5 Stunden gemacht hatten. Eine etwas patriarchalische, aber nichtsdestoweniger ausgezeichnete Bestimmung war es, daß Abends um 10 Uhr das Fest seinen Abschluß nicht nur auf dem Fetzplatz, sondern auch in der Stadt fand, nur dadurch werden die in später Stunde überall vorkommenden Unzuträglichkeiten vermieden und die Möglichkeit geschaffen, Morgens pünktlich wieder am Platze zu sein. Auf fröhliches Wiedersehen in 7 Jahren. Aus der Pfalz, 22. August. Der 32 Jahre alte Hausirer Spengler aus Schwanheim bei Annweiler ist heute Nachmittag gegen 4 Uhr von der vorderen Kuppel des Kaiserdomes in Speyer herabgcsprungen, nachdem er vor dem Sprung noch drei Revolverschüsse abgegeben hatte. Der Tod war natürlich sofort eingetreten. Wie verlautet, soll der Selbstmörder zwei Briefe an Herrn Bischof Dr. v. Ehrler in Speyer und mehrere Schriften religiösen Inhalts bei sich getragen haben, so daß die Ver- muthung nahe liegt, der Unglückliche habe sich in einem Anfall von religiösem Wahnsinn vom Dom herabgestürzt. Halle a.' d. S., 24. August. Zwischen Grübers und Schkeuditz ist heute Nachmittag 5 Uhr ein Wolkenbruch niedergegangen, der Alles in einen großen See verwandelte. Die Ernte ist vernichtet. In Elsteraue hat der Blitz mehrere große Brände verursacht. Döbeln in Sachsen ist ebenfalls von einem Wolkenbruch betroffen worden, der schreckliche Verwüstungen anrichtete. Der Bahnverkehr ist unterbrochen. (Fr. Ztg.) — sNeue Correspondenzfedern.j Schon seit langer Zeit ist man in der Federsabrikation bemüht, Federn so zu construiren, daß sie möglich lange die Tinte halten. Man suchte dieses durch sogen. Ueberfedern oder durch Anbringung von Verzierungen auf den Federn zu erreichen. Herr Lehrer I. G ö ttm an n in Darmstadt hat nun eine neue Feder construirt und in den Handel gebracht, welche einem lange gefühlten Be- dürsniß abhelfen will. Die Construction der neuen Feder erreicht das gesteckte Ziel vollständig, indem man mit derselben mit einer einzigen Tauchung über 1000 Buchstaben schreiben kann. (Es sind dies 2 Briefseiten in 4°.) Auch für Rundschrift ist eine Feder construirt und ist diese bereits im Handel, welche je nach der Spitzenbreite 40—500 Buchstaben liefert. Die Federn sind in England registrirt und in Deutschland zur Patentirung angemeldet. — In Gegenwart der Professoren Dr. Virchow aus Berlin und Professor Klopfleisch aus Jena und des Anthropologischen Vereins zu Berlin wird im September d. I. durch Commissionsrath Kälber ein in der Nähe der Domäne Grimsch- leben bei Bernburg belegenes großes Hünengrab geöffnet werden. Da man, und wohl Zum 2. September! Wie in den vorderen Jahren, kommen wir auch in diesem Jahre zum bevorstehenden Nationalfest vom 2. September mit der Bitte um Gaoen für die Invaliden und die Hinterbliebenen gefallener Soldaten der Krieges 1870/71. Ueberall, wo man an jenem Tag, in Gotteshäusern oder bei sonstigen Vereinigungen, dieses Fest feiert und sich dessen erinnert, was vor sechszehn Jahren geschah, möge man auch jener Opfer des Krieges dankend gedenken und durch Gaben je nach Vermögen dazu beitragen, daß ihr Loos auch weiterhin verbessert werde. Wir bitten insbesondere, wie früher, die evangelischen Pfarrämter und Kirchenvorstände, gemäß der ihnen von Großherzoglichem Ober-Consistorium ertheilten Erlaubniß, bei den betr. Festgottesdiensten Collecten für jenen Zweck zu erheben. Unsere Aweigvereine ersuchen wir, wie seither möglichst für Verbreitung dieser Ansprache und Durchführung unserer Idee zu wirken, insbesondere an geeigneten Orten Sammelbüchsen aufzustellen. Alle, welche uns demnächst die Erträgnisse von Sammlungen zu übermitteln haben, bitten wir, dieselben durch Posteinzahlung an unseren Schatzmeister, HerrnBrandversicherungs-Secretär Hechler dahier, einzusenden. Darmstadt, am 11. August 1886. Der Vorstand des Hilssvereins im Großherzogthum Hessen für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde, als Landesverein der Kaiser-Wilhelms-Stiftung sür deutsche Invaliden. A. Weber, Ministerialpräsident, Vorsitzender. mit Recht, vermuthet, daß dieses Hünengrab (wie ein bei Balberae geöffnetes) ein „flemajteS Grab" i|t, so soll durch einen Stollen in dasselbe gedrungen werden damit ^n Licht (durch welches die Farben des Grabes sofort verblassen) in dasselbe einfällt Das mächtige Hünengrab trägt den Namen „Heringsberg" (Jringsberg^). ' Wien, 22 August. Gestern um 5 Uhr Morgens ist die schwarz-gelbe Fahne welche der Thurmbe,teiger Joseph Pircher auf der Spitze des Stephansthurnies an „uze über dem Adler aufgehisst hatte, wieder abgenommen worden, fyvei VUtzableiter-Monteure und zwei Poliere vom Dombaumeisteramt bestiegen den Thurm auf dem gewöhnlichen Wege bis zur zweiten Gallerte, von wo sie mit Hilfe der an der Außenseite ber Thurmpyramide angebrachten Steigeisen auf die Kreuzblume gelangten. Die Ersteigung des Kreuzes unternahm nur einer der beiden Monteure in- dem er an der Stange des Blitzableiters bis zur Kugel hinanstieg und sich, wie es Pircher gethan hatte, an einem an dem Adler befestigten Seile emporschwang. Die anderen drei Herren blieben auf der Rosette, um etwaige Schutzmaßregeln zu treffen. Nachdem einer der Monteure die Fahne, welche schon ziemlich locker war, abgenommen, schwang er die Fahne unter Bravo-Rufen der auf dem Platze angesammelten Menge hoch m den Lüften und trat dann den Abstieg auf dieselbe Weise an. Um 6 Uhr war die Expedition beendet. Die beiden Monteure und auch die Baupoliere erklären, daß die Besteigung des Thurmes bis zur Spitze für einen geübten und schwindelfreien ©teiger nicht so gefährlich und schwierig sei, wie man gewöhnlich annehme. Die Fahne Pacher s wurde in das Kirchenmeisteramt gebracht, wo sie zur Besichtigung aufgestellt ist. 6050 Ein Mädchen, in Küche und 6048 Eine tüchtige Köchin für eine ältere Dame alsbald zu miethen gesucht. Hausarbeit gründlich erfahren, sofort oder Näheres Frau Hüttenberger, West- in einigen Wochen gesucht. Wallthorstraße 34. anlage 15. C. Leisler, Tapezier, Neustadt 33 empfiehlt: Polstermdbel, Spiegel, Stühle, Tische, Bettfedern, Federbarchent, Rouleaux-Stoffe, Wachstuch u. Ledertuch. Lieferung fertiger Betten mit Federmatratze» Haar- und Wollmatratzen in verschiedenen Drell's. Reparaturen werden billig ausgeführt. 6045 Das Znstallations-Geschäft von ” P. 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August, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, soll das GruwwetgraS von den städtischen Wiesen versteigert werden, und zwar: Montag den 30. Augnst von den Wiesen vor der Neustadt, am Neuenwegerthor, am Fürstenbrunnen, im Wieseckthal und im Heegstrauch. DienStag den 31. August von den Ochsenwiesen, den Wiesen im vorderen und Hinteren Stolzenmorgen und am Altentisch. Die Zusammenkunft ist Montag den 30. August am Neustädterthor und Dienstag den 31. August an den Ochsenwiesen. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, vorstehendes im Interesse der Orlsangehörigen bekannt machen zu lassen. Gießen, den 24. August 1886. Großh Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 6036 Mobiliar-Versteigerung. Donnerstag den 26., und Freitag den 27. August, Nachmittags 2 Uhr, werden im Bott'schen Hause, Seltersweg 81, Parterre: Möbfl aller Art, namentlich 1 schöner Schreibsecretär, Dpiegelfchrank, Kommode, Consol- fchränkchen, Waschkommode mit Marmoranssatz. verschied. Spiegel, Kleiderschränke, Ausziehtisch mit 3 Einl., Sopha, Causeuse, Stühle neuester Fa-on, Bettstellen mit Sprungfeder-Einlagen, Nachttische, sehr gute Federbetten, Weißzeug, meist noch ganz neu, Vorhänge, Küchen- schrank mit Glasaufsatz, 1 feines Casfeeservice, Küchengeschirr, eine neue Singer-Nähmaschine, 1 sehr schöner Nähtisch und sonstige Haushaltungsgegenstände versteigert. Im Auftrag: H. Vogt, Ortsgerichtsmann. Sämmtliche Gegenstände sind gut er- erhalten und können Donnerstag früh von 10 Uhr an eingesehen werden. Gefällige Aufträge zu dieser Versteigerung bitte ich mir schriftlich ertheilen zu wollen. I. Rothenberger, 6018 Lindenplatz 8. Versteigerung. Montag den 30. August, von Vormittags 9 Uhr ab, lasse ich sämmtliche Oecono- mier Geräthe, WirtdschaftS- Geräthe, bestehend in großen Tischen und Bänken, verschiedene HauS> geräthe, Sopha's, gut erhaltene Gesindebetten und anderes Bettzeug, mehrere Kommoden, ein Schreibtisch mit Kommode und Schrankaufsatz (in alter Facon), ein noch sehr gutes Tafelklavier, Kleiderschrank, S.ühle, Sessel, zwei Uhren. Tische und noch vieles andere; in Kupfer: gut erhaltene größere und kleinere Kochge- fdbitre, sowie Blechgeschirre, bestehend in Eimer, ganz neuem Milch - ständer mit Seiher u. s. w, Küchentisch und Schränkchen, sowie einiges gutes Porzellan; zwei kräftige Bäumchen in eichenen Kübeln, 1,75 Mtr. hoch, für Orangerie paffend, sowie verschiedene pere- nirende Teppichbeetpflanzen; sämmtliche Bäckerei - Geräthe: zwei große neue Backtröge, 10 Backbretter, Teigwaage, 4 Backkörbe, 6 Kuchenbleche u. s. w.; Kartoffeln, Dickwurz und Gras, sowie Bohnen, Gurken, einige Bäume Aepfel und Reineclauden, Stroh rc. gegen gleich baare Zahlung versteigern. Kloster Arnsburg bei Lich. 6011 F Jutzi Programm zum llerzlsislen Sliriniissltsl des Turnvereins Giessen am 28. und 29. August in Stein’s Etablissement. ------t-eötowe-i------ Samstag den 21. August:' Commers in St ein's Saal. Anfang Abends 8 Uhr. Sonntag den TS. August: Morgens 6 Uhr: "Weckxuf. „ 8 „ : Freiaturnen der Zöglinge des Vereine und Frühconcert. AerMcht Eisenbahnen. Mit Gültigkeit vom 16. d. M. ab ist ein Ausnahmrsatz für Schnittholz des Spenaltariss II Ingolstadt Localbabnhof —Gießen, O. H. von 1,23 JL pro 100 kg in Kraft getreten. 6040 Gießen, den 23. August 1886. Großherzogliche Directton. Grummetgras- Versteigerung. Freitag den 27. August 1886, Vormittags von 9 Uhr an, soll das Grummetgras von den Alten-Busecker Gemeindewiesen an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist am Weg nach Großen-Buseck an der Lehmkaute. Alien-Buseck, am 24. August 1886. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Krämer. 6043 „ 11V2 ,, : Sitzung des Preisgerichts. Nachmitt. l*/2 „ : Aufstellung des Festzugs in Oswald's Garten, Zug durch die Stadt nach dem Festplatz, Festrede, Vorführung von Freiübungen des Giessener Turnvereins, sodann Beginn des Freis- turnens der activen auswärtigen und hiesigen Turner. Hierauf Schau- fechten, bestehend in Schul- und Con- trafechten mit Floretts, Säbel und Schläger. Abends 9 Uhr: Aufführung eines grossen Fackelreigens. Preisvertheilung und Ball. Das Turnen besteht in a) Gcrätheübungen an Reck, Barren und Pferd, b) volkstümliche Hebungen, Frcivveit- und Stabhochsprung und Stemmen. Für das Fest ist die ganze Kapelle des 116. Inf.-Rgts. (40 Mann) unter Leitung des Grossherzogi. Musikdirektors Herrn Krausse engagirt. Ausserdem hat sich zur Verherrlichung des Festes ein <*esamnitchor hiesiger Männergesangvereine gebildet und dürfte somit auch der musikalische Theil der Feier in jeder Beziehung würdig ausgefüllt werden. Mitglieder und deren Familienangehörigen (äusser erwachsenen Söhnen) sowie eingeladene Gäste haben freien Zutritt. Commers und Ball können nur von Mitgliedern und eingeladenen Gästen besucht werden. Nichtmitglieder können für den Sonntag durch Karten Eintritt erhallen und sind hierfür Familienkarten (für 5 Personen) zu Mk. 1.50, sowie Einzelkarlen zu 40 Pfg. im Vorverkauf bei den Herren D. Heil (Lindenplatz), L. Lind (Kirchenplatz), C. Stieb er (Marktstrasse), C. Schwa ab (Seltersweg) und W. Muhl (Bahnhofstrasse) zu haben. An der Kasse werden nur Einzelkarten zu 50 Pfg. ausgegeben. 5964__________________ Der Vorstand. Bettfedern und Daunen, bessere Qualitäten. Steppdecken und wollene Colter in jeder Qualität. Lieferung completer Betten in anerkannt streng reeller Ausführung, empfiehlt Th. Brück Möbelfabrik und -Lager, 2633 Schlnßgasse und Kanzleiberg 16 Ieilgeöolenes. Lager in: Spitzen aller Art, Stickereien, « Atlasband, § Sammet, § - Knöpfe, Futter, , Z Shirting, Taschentücher, „t? - Schürzen, ‘1 Tricottaillen, = Strümpfe, § W K Handschuhe, sji ® Stickercireste, s~S Spitzenreste. " 5 Sämmtliche Artikel zum Z Kleidermachen* § Cor Jos. Keller, Wetzsteing 48, i. Hause d. H. Dr. Weber. Speeialität in Spitzen aller Art! 6038 Wermietyungen. 6037 Ein Zimmer ist an eine Person oder zwei Schläfer zu vermiethen. Schützenstraße 19, 2. Stock. 6044 In der Sandgasse ein Logis zu vermiethen. Schreiner Hotz. 6052) Möbl. Zimmer, nach der Straße, zu vermiethen. Mäusburg 1. Vermischte Anzeigen. 6015] Anständiger Laufbursche sofort gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl- Hamburger Handlung A.Koch Nachf. empfiehlt heute eintreffend: Lebendfrischen Schellfisch, Ostender Seezungen, lebende Karpfen u. Schleien, frische Speckflundern und Bücklinge, 6049 geräuch. RheinlachS, frische Bratheringe. Prima 6042 @ 5 ofeufchwäszi! ° a von Reinh. Diezmann in « - Plauen i. D-. empfiehlt » ® billig A» Kröll, r Zwetschen- u. Apfelkuchen täglich frisch empfiehlt 6047 Any. ti&uhr* Bahnhofstraße. Frische ital. Pfirsiche Prachtexemplare 6046 bei C»