^Nt 811. r 91 (V .utHunie5 ;u vcr- r *W anderwtii —__^_Alkcr. :c§ Simmer zu vm ^ngen. LL^zi.'" ^*ig*n yMfroyz. er, zum Laden Mud in der (h'pcb. d. $[„ . yöKirtc Zimmer, icthen. ' lraße 57, parterre. 'reundliches Zimmer/ vcmiethrn. TeliersMg 71. nöbl. Zimmer nebst miekhen. Edersiroße 8. imtr zu vermiethm in Llein's Garten. Mzeigm. zer gewandter Haus» öon 16 bis 18 Jahren, Chr. Hetz, Nöhrle's Licrholle. nvogel entflogen. hnung^MhcknstUö. Sonntag Nachmittag ott mit Kette. W )n. Ästcrweg 34II. - tzr •Ja eilotag mit g; larie Busche born zeige gx jebenst an. |2 n, Mai 1886. | tian fass. | sc* in der -rrKübbutW/ ' 'a 8 Uhr Mr. 121 Mittwoch den 26 Mai LOS« e « O O FH U A M LS MM M FM D MX MW. Mx W W W Jf? I M W W /"w Mx W M D ilx M FjjV'V Amts- und Anzeigkblatt für den Kreis Gießen. t Schulftraße 7. Srlcheint IL-ttch mit Zhrthratyn« >»8 Msnt«--. Itziuinn ■■! i>MBgw8cowe»«^!iiiMm mir ■wBrTr4^osw^»rvP»nw»WMi*M»wwjwCTMgJ Brei- »ierteljLhrlich 2 Mark LH Pf. ratt ©rtogcäOs ^urch die Post bezogen vierteljührlich 2 M«rl SS W. Amlticher Hyeit. Betreffend: Die Erweiterung des Friedhofs zu Lich. Bekanntmachung. Nachdem die Gemeinde Lich zum Zwecke der Erweiterung des Friedhofs zu Lich die Einleitung des Enteignungsverfahrens wegen des dem Philipp Kaspar Erb zu Lich gehörigen Grundstücks Flur IV, Nr- 373 in der Gemarkung Lich beantragt hat, wird diesem Anträge hierdurch stattgegeben, demgemäß der Plan nebst Eingabe der Gemeinde in der Zeit vom 28. Mai l. I. bis zum 11. Juni l. I. auf dem Gemeindehause zu Lich zu Jedermanns Einsicht offen gelegt und Tagfahrt auf dem genannten Gemeindehause zur Verhandlung über den Plan und die Entschädigung vor der Lokal- Commission auf Donner-tag den 17. Juni l. I., Nachmittag- 41/? Uhr, hiermit anberaumt. Der Eigenthümer und etwaige Nebenberechtigte werden hierdurch aufgefordert, in diesem Termin a) Einwendungen gegen den Plan, bei Meidung des Ausschlusses und Annahme der Einwilligung in die beanspruchte Abtretung, b) Erklärung auf die angebotene Entschädigungssumme, bei Meidung der Unterstellung der Annahme des Angebotes, c) Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausschlusses mit solchen, d) Anträge auf Aufrechterhaltung bestehender Lasten (Art. 19 des Enteignungsgesetzes) bei Meidung des Ausschlusses mit solchen, e) Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen, welche'zur Sicherung benachbarter Grundstücke oder im öffentlichen Interesse für nothwendig erachtet werden (Art. 14 des Gesetzes), f) etwaige noch unbekannte Ansprüche und Rechte an das-zu enteignende Grundstück vorzubringen. Sofern die Betheiligten vor der Tagfahrt sich über Bestellung der Sachverständigen einigen und dieselben der Commission bezeichnen, auch Einwendungen gegen Zweck und Plan, sowie die damit in Verbindung stehenden Anträge in der Tagfahrt nicht vorgebracht werden, wird in genanntem Termin zugleich über die Höhe der Entschädigung und die mit ihr zusammenhängenden Fragen verhandelt werden. Andernfalls werden die Sachverständigen in dem Termin von der Lokal-Commission ernannt. Gießen, am 22. Mai 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. vr. Boekmann. 4025 „ Gießen, am 22. Mai 1886. Betreffend: Ermittelungen bezüglich der im Großherzogthum sich aufhaltenden französischen Staatsangehörigen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir beauftragen Sie, uns bis zum 1. Juni l. I- ein Verzeichniß der am 30. Mai L I. in Ihren Gemeinden befindlichen Französischen Staatsangehörigen, unter Angabe des Namens, Alters und Geschlechtes vorzulegen oder anzuzeigen, daß solche nicht vorhanden sind. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Betreffend: Die Badeanstalten zu Gießen. Wir haben die Wahrnehmung gemacht, daß verschiedene Bestimmungen der Polizeiverordnung vom 28. August v. Js. nicht beobachtet werden. Wir sehen uns daher veranlaßt diese Polizeiverordnung wiederholt zur öffentlichen Kenntniß zu bringen mit dem Anfügen, daß die Schutzmannschast angewiesen ist^ Zuwiderhandlungen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Gießen, am 24. Mai 1886. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Polizei-Beror-nung, die Bade-Anstalten zu Gießen betreffend. Auf Grund des Artikels 296 des Polizeistrafgesetzes und des Artikels 56 pos. 1 der Stäoteordnung wird nach Anhörung der Stadtverordnetenversammlung mit Genehmigung Großherzoglichen Miuisteriums des Innern und der Justiz vom 26. August 1885 zu Nr. M. I. 19971 verordnet wie folgt; § 1. Die polizeiliche Aussicht über die Badeanstalten und die öffentlichen Badeplätze an der Lahn steht dem Großherzoglichen Polizeiamte zu, welches dieselbe durch die ihm unterstellten Vollzugsorgane ausübt. § 2. Den Weisungen der diensthabenden Polizeibeaniten (s. § 1) ist in jedem Falle, unbeschadet des Rechts der Beschwerde bei Großherzoglichen Polizeiamte, unweigerlich Folge zu leisten. § 3. Jeder Unfug im Wasser und in den Badeanstalten ist untersagt. Ebenso ist jede Beschädigung der Badeanstalten, der Userbauten an denselben, der Nachen, sowie allen dazu gehörigen Geräthe und Einrichtungen untersagt. § 4. Das Mitnehmen von Hunden in die Badehäuser ist nicht gestattet. § 5. Von dem letzten, unterhalb der Pulvermühle gelegenen Badehause an, stromaufwärts bis zum sogenannten Schäferbrunnen, ist das Baden in der offenen Lahn (außerhalb der Badehäuser), sowie das Entkleiden an beiden Ufern verboten. Bei dem Baden in offener Lahn, sowie innerhalb der Badeanstalten haben sich die Badenden, falls sie sich nicht in einer geschlossenen Zelle baden, ohne Ausnahme der Badehosen zu bedienen. ' Gießen, den 28. August 1885. Großherzogliches § 6. Die Benutzung von Seife, das Waschen von Kleidungsstücken innerhalb der Badeanstalten, sowie jede sonstige Verunreinigung der Bade-Zellen unb Hallen ist untersagt. § 7. Die Badehäuser dürfen von Personen, welche nicht abonnirt sind, oder das Badehonorar nicht bezahlt haben, nicht betreten werden. In die Frauenbäder dürfen Knaben nicht mitgenommen werden. § 8. Das Tränken, Schwemmen oder Waschen von Rindvieh, Schafen unb Schweinen in der Lahn zwischen den beiden ober- und unterhalb der Lahnbrücke gelegenen Wehren ist vom 1. Mai bis 15. September untersagt. Pferde dürfen in der Zeit vom 15. Mai bis 15. August nur bis 7 Uhr Morgens und nach 8 Uhr Abends und an den übrigen Tagen der Monate Mai und August sowie im Monat September nur bis 7 Uhr Morgens und nach 7 Uhr Abends zur Schwemme gebracht werden. § 9. Das Localreglement für die Provinzialhauptstadt Gießen vom 8. Mai 1856, betreffend das Polizeistrafgesetz, insbesondere Baden in Flüssen, tritt außer Wirksamkeit. § 10. . . Zuwiderhandlungen werden, soweit nicht die einschlägigen Strafbestimmungen des Reichsstrafgesetzbuchs und des Polizeistrafgesetzes zur Anwendung zu kommen haben, mit einer Geldstrafe von einer bis dreißig Mark geahndet. Polizeiamt Gießen. Betreffend: Gang des Dekanatsboten. Lang-Göns, am 24. Mai 1386. Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen an fämmtliche Pfarrämter des Dekanats. Der Dekanatsbote wird diesmal seinen Rundgang halten den 31. Mai und 1. Juni statt den 7. und 8. Juni. Vr. Strack.__. Betreffend: Berufung der Dekanatssynode 1886. Lang-Göns, am 24. Mai 1886. Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen an fämmtliche Kirchenvorstände des Dekanats. Nach Erlaß Großherzoglichen Ober-Consistoriums soll der Zusammentritt der Dekanatssynode Gießen in diesem Jahr wegen der Wahl eines Abgeordneten und dessen Stellvertreters zur Landessynode beschleunigt werden. Sie wollen darum den abzustattenden Rechenschaftsbericht binnen höchstens ret Wochen einsenden. Dr. Strack. Darmstadt, 22. Mai. (Zweite Kammer der Stände.) Der zweite Ausschuß beantragt Annahme der Vorlage der Großh. Staatsregierung, betr. die Vereinigung der Jlmen-Aue mit der Gemarkung Gaulsheim. — Der Zweiten Kammer ist ein Gesetzentwurf der Großh. Ministerien des Innern und der Justiz und der Finanzen zugegangen, betr. die Fürsorge für Beamte und deren Hinterbliebene in Folge von Betriebsunfällen, nebst Motiven. Der Entwurf schließt sich dem Reichsgesetz vom 15. März 1886, betr. die Fürsorge für Beamte und Personen des Soldatenstandes in Folge von Betriebsunfällen, an. — Die Abgg. Ohly, Wolfskehl, Metz (Gießen), Reinhart, Böhm und Jockel haben den Antrag eingebracht, die Kammer wolle an Großh. Staatsregierung das Ersuchen richten, alsbald die erforderlichen Bestimmungen zu treffen, um die Feuerbestattung im Großherzogthum Hessen zu ermöglichen. — Abg. Freiherr v. Nordeck zur Rabenau beantragt: „Großh. Regierung zu ersuchen, eine Neviston der allgemeinen Bauordnung im Sinne größerer Berücksichtigung der ländlichen Verhältnisse baldthunlichst vorzunehmen und dem Landtag diesbezügliche Vorlage zu machen. — Abg. Lautz beantragt die Erbauung einer Nebenbahn von Dieburg nach Groß-Umstadt. — Abg Schröder richtet an Großh. Ministerium des Innern und der Justiz eine Interpellation: Kleinverkauf von Branntwein betreffend. Reichstag. E. R. Berlin, 24. Mai 1886. Zur Discusfion steht in erster Lesung die Branntweinsteuer-Vorlage. Preußischer Finanzminister v. Scholz begründet die Vorlage mit der erfreulichen Uebereinstirnmung des Hauses mit den verbündeten Regierungen über die Noth- wendigkeit einer Reichssteuerreform, die sich bei der Monopoldebatte herausgestellt habe. Die Regierungen halten auch jetzt noch das Monopol für die beste Steuerreform. Die gegenwärtige Vorlage empfehle die Verbrauchssteuer, neben welcher eine verbesserte Maischraumsteuer und Materialsteuer bestehen bleiben solle; die vorgeschlagenen Steuersätze bleiben hinter denen anderer Länder erheblich zurück. Um jedoch nicht zu schroff vorzugehen, sei etappenweise Steuererhöhung vorgeschlagen, so daß erst im dritten Jahre der volle Steuersatz in Kraft treten werde. Der Minister schließt unter dem Beifall der Rechten mit der Zusicherung, daß die Regierungen, wie sie bisher entgegengekommen, auch ferner zur Verständigung geneigt sein werden. Abg. Richter (dft^): Die Vorlage müßte heißen: Gesetz zur Beförderung der Branntweinpest und des Branntweinelenos. (Große Unruhe.) Die Regierung möge nur gleich ein Asyl für Säufer einrichten. (Lärm rechts.) Die Steuersumme, die wir hier bewilligen sollen, übersteigt erheblich die Erträge aller seit 1879 bewilligten Zölle auf Lebensmittel, alle Zölle auf Kaffee, Salz, Zucker und Petroleum zusammen. Dian verweist uns immer auf höhere Steuern anderer Staaten, aber haben wir denn Kriege verloren, statt gewonnen? Angenommen wird die Vorlage doch nicht, höchstens von den Nationalliberalen; diese allein sind begeistert und sind die wahre Steuerbewilligungspartei. Es ist sehr liebenswürdig vom Minister, mit weniger fürlieb nehmen zu wollen. Die Branntweinsteuer eignet sich viel besser zur Communal-, als zur Reichssteuer. Man komme uns nicht immer mit der Steuernoth der Einzelstaaten, die bedürfen solcher gefährlichen Abhilfsmittel nicht; das preußische Deficit beträgt nur 8 Millionen Mark bei einem Etat von 1200 Millionen, das ist doch keineswegs bedrohlich. So lange die Matrikularbeiträge bestehen, kann das Deficit bei den Einzelstaaten rechnungsmäßig überhaupt nicht verschwinden. Neue Ausgaben, die angeblich nothwendig, finden schon durch die soeben beschlossene Zuckersteuererhöhung Befriedigung. Keine Zeit ist ungeeigneter zu Steuererhöhungen, als die Gegenwart, in der alle Erwerbszweige leiden. Das etappenweise Vorgehen, das Herr von Scholz rühmt, kommt mir so vor, als ob man einem Hunde, um ihn den Schmerz minder stark fühlen zu 'Lassen, den Schwanz stückweise abschneidet. (Heiterkeit.) Die ganze Vorlage ist eine unerhörte Zumuthung an den Reichstag und gewährt unerhörte Begünstigungen Weniger zum Nachtheil Vieler, sie ist ein Schleichweg zum Monopol. Was nützt alles Gerede von Sparsamkeit, wenn die Einnahmen vermehrt werden; die Ausgaben werden stch denselben schon anzuschmiegen wissen. Die Freisinnigen werden an den Corn- missionsberathungen theilnehmen, um wenigstens das Schlimmste fermuhalten. (Beifall links.) Abg. v. Wedell-Malchow (cons.) vertheidigt die Vorlage und bemängelt die Ausführungen des Abg. Richter; derselbe habe beispielsweise die Nothwendigkeit der Erleichterung von Schullasten ganz übergangen. Abg. Dr. Windthorst (Eentrum) beklagt es sehr, daß so wichtige Vorlagen uns so spät eingebracht werden und hält es für gerathen, der Angelegenheit in einem späteren Stadium, etwa im Herbst, näher zu treten (sehr richtig!); auch im Lande würde ein übereiltes Vorgehen nicht verstanden werden; zu einem Provisorium, um die dringendsten Mängel der Brandweinsteuer abzustellen, sei er gern bereit. (Hört! links.) Keinesfalls gewähren wir vom Centrum etwas, was irgendwie zum Monopol zurückführen könne, leugnen indeß nicht, daß die Nothlage der Communen und Einzelstaaten eine Vermehrung der Steuern verlangt (Hört! hört) und erscheint dabei der Branntwein als wichtigstes und bestes Steuerobjekt. Wir werden also die Vorlage aufmerksam prüfen, nicht weil es uns angenehm, sondern weil es eine traurige Nothwendigkeit ist. Abg. Oechselhäuser (Nat.) ist principiell für die Vorlage und hofft, daß tue Kommission, unter Vorbehalt von Aenderungen für Einzelheiten, etwas Brauchbares liefern werde, der Nachtheil für die Landwirthschaft müsse gemildert, ebenso die Contingentirung vermieden, oder doch wenigstens eingeschränkt werden. Danach wird die weitere Berathung auf morgen vertagt. Telegraphische Depeschm. Wolff'- telegr. Tsrvrsporrverrz - Brreeau. Berlin, 24. Mai. Der Kaiser richtete an den Pfarrer Ranke, Sohn des verstorbenen Historikers, ein eigenhändiges Handschreiben, welches lautet: Die Trauerbotschaft, die Sie und Ihr Bruder mir soeben zugehen ließen, hat mich tief erschüttert, wenngleich ich derselben in den letzten Tagen entgegensetzen mußte. Es ist ein Ehrenmann, ein echter Patriot zu Grabe gegangen, der mir als solcher nahe stand, aber auch durch langen Umgang meinem Herzen verwandt war. Sein Name wird als Geschichtsforscher und unerreichter Geschichtsschreiber durch seltene Arbeitskraft bis zu den höchsten Lebenstagen in der Welt dastehen. Ich werde ihn immer dankbar nennen und sein Andenken in Ehren halten. — Auch von der Kaiserin ist ein Condolenz - Telegramm aus Baden an den anderen Sohn, Hauptmann Ranke, eingegangen. Hamburg, 23. Mai. Sämmtliche Conducteure und Kutscher der Hamburg Altonaer Pferdebahn streiken seit heute Morgen. Hamburg, 24. Mai. Der Strike bei der Hamburg-Altonaer Pferdebahn ist beendet. Die Fahrten wurden wieder ausgenommen. Nur zwei Rädelsführer wurden entlassen. Pari-, 24. Mai. Wie verschiedene Zeitungen wissen wollen, wird die Negierung einen Gesetzentwurf einbringen, wodurch dieselbe ermächtigt wird, jeden Prinzen einer früher regierenden Familie, der einen Act als Prätendent vollzieht, durch Decret auszuweisen. — „Paris" sagt, die Vorgänge bei der Hochzeit der Prinzessin Amelie seien nicht so bedeutend, um die Ausweisung zu rechtfertigen. London, 24. Mai. Das Oberhaus lehnte mit 149 gegen 127 Stimmen in zweiter Lesung die Bill ab, welche die Ehe mit der Schwester der verstorbenen Frau legalisirt. Lemberg, 24. Mai. Die Stadt Baligrod (Bezirk Lisko) brennt seit gestern Mittag. Die Bezirksstadt Radworna wurde zum zweiten Male seit zwei Wochen Nachts von einem größeren Brandunglücke betroffen. Konstantinopel, 24. Mai. Die Pforte versandte vorgestern ein Rundschreiben, welches sich auf die ersten Vorgänge an der Grenze bezieht, worin die Behauptung Griechenlands, die türkischen Truppen hätten zuerst die Feindseligkeiten eröffnet, zurückgewiesen und die Unwahrscheinlichkeit dieser Behauptung nachgewiesen wird. Die Pforte fügt hinzu, wenn Griechenland die Termine für die Emwaffnung und Entlassung ihrer Truppen festgesetzt, so werde die Türkei sich beeilen, an denselben Terminen ihre Truppen zurückzuziehen und dieselben auf Friedensfuß setzen. Schließlich erneuert die Pforte den Wunsch, daß die Frage baldmöglichst erledigt werde. — In Folge der vorgestrigen Feindseligkeiten an der türkisch-griechischen Grenze sand gestern ein außerordentlicher Ministerrath statt. Athen, 25. Mai. Privat-Depesche. sReutermeldung.^ Anschließend an die Meldung von der Entlassung von ca. fünfzigtausend Reserven wurde der Befehl ertheilt, daß die griechischen Truppen von der Grenze zurückzuziehen und dort nur die gewöhnlichen Garnisonen zu belassen seien. Lokales. Gießen, 24. Mai. Gegen den dem Reichstage vorliegenden Branntweinsteuer- Entwurf ist gestern von hiesigen Interessenten eine Petition mit 102 Unterschriften versehen an den Reichstagsabgeordneten Eugen Richter abgegangen. Gießen, 25. Mai. In der gestern Abend im großen Saale des Cafu Leib dahier abgehaltenen 27. Generalversammlung der Gewerbebank zu Gießen e. G., bei welcher sich 102 Mitglieder betheiligten, erstattete der Vorsitzende des Aufsichtsrathes, Herr I. Haustein den Geschäftsbericht pro 1885, indem er zunächst auf den bereits veröffentlichten Rechenschaftsbericht hinwies und Vergleichungen der Zahlen in den einzelnen Geschäftszweigen gegenüber dem Vorjahre vornahm und insbesondere noch mittheilte, daß die Bank gegenwärtig mit Convertirung der 4o/gtigen Anlehen auf 3'/rO/o beschäftigt sei, daß namentlich von den bis jetzt gekündigten JL 375,000 bereits 302,576 der Bank zu 3V2% belassen worden seien und daß, utfi die Convertirung zu Ende zu führen, noch circa JL. 200,000 gekündigt würden. Hierdurch und wenn die Mitglieder sich mit einer geringeren Dividende begnügen, ist es möglich, den Zinsfuß für die ausgeliehenen Gelder den heutigen Verhältnissen entsprechend herabzusetzen. Das Stammantheil der Mitglieder betrug am 1. Januar 1886 JL 207,890 93 H und wenn dieselben bedenken wollen, daß sie bezüglich der Solidarhaft sich keine Sorge zu machen brauchen, indem die Bank jetzt eine Reserve von Ji. 108,944 40 4 aufzuweisen hat, so wird wohl auch bei einer geringeren Dividende als 7% Zufriedenheit herrschen, wenn damit der gute Zweck, den Mitgliedern billigeres Geld zu verschaffen, erreicht wird. Der Vorschlag des Aufsichtsrathes den Mitgliedern für diesmal 7 o/o Dividende zu gewähren und dem Reservefond JZ. 3113 30 H zuzuweisen, fand einstimmige Annahme und so wurde der Reingewinn von JL 16,603 42 H vertheilt. Die ausscheidenden Aufsichtsrathsmitglieder wurden wiedergewählt und zwar: 1. Herr Rentamtmann C. Schmitt mit 99 Stimmen; 2. Herr Liqueurfabrikant Wilh. Wallenfels mit 95 Stimmen- 3. Herr Liqueurfabrikant I. Haustein mit 89 Stimmen; 4. Herr Bauunternehmer Jul! Hoch mit 89 Stimmen; 5. Herr Kaufmann Carl Wenzel mit 88 Stimmen. Gießen, 25. Mai. Anläßlich der Bewilligung unserer Universitäts-Neubauten, Klinik und chern. Laboratorium, waren am letzten Samstag die Herren Prof. Frhr. v. d. Nopp, Professor Kaltenbach und Prof. Pasch als Abgeordneten der davon berührten Fakultäten in Darmstadt und sprachen Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog den Dank der Landes - Universität für das ihr entgegengebrachte Wohlwollen aus. Gießen, 25. Mai. Ueber das Unwetter am Sonntag Abend berichtet der „Oberhess. Anz." in Friedberg Folgendes: Ein schauerlicher Abend liegt hinter uns. Gestern Nachmittag thürmten sich nach Osten, Südwesten und Norden Gewitter auf, die gegen V26 Uhr zum vollen Ausbruche kamen, nachdem der Donner schon den ganzen Nachmittag von ferne her grollte. Die ganze Stadt und die Gegend war in schwarze Staubwolken gehüllt, so daß allenthalben die Lichter angezündet wurden. Bald entluden sich die Wolken und nach kurzem starkem Regen gab es wallnußgroße Kiesel. Ein Wunder ist, daß nicht mehr Fenster in der Stadt entzwei sind. Inzwischen hatten sich Die Gewitter einander genähert und man sah, daß nach dem Gebirge hin das Wetter arg Hausen mußte. Es hatte sich eine Windhose entwickelt, die über Ockstadt und die Haselhecke nach dem Hausberge zu zog. Auf diesem Wege richteten denn auch Windhose, Hagelwetter und Wolkenbruch entsetzliche Verheerungen an. Durch Ockstadt stoß ein zwei Fuß tiefer gelber Strom, auf der Chaussee sind halbmannsdicke Bäume aus der Wurzel herausgedreht und andere geknickt. Auf der Haselhecke fielen faustdicke Kiesel und ist Alles kurz und klein zerschlagen. Vom Johannisberg flößte das Wasser einen Theil der Weinberge herunter. In Ober- und Nieder-Mörlen stand das Wasser in den medergelegenen Straßen 2 Fuß hoch und versuchte man Dämme gegen das Wasser aufzuwerfen, jedoch ohne Erfolg. In Obermörlen sollen ca. 6000 Fensterscheiben zerschlagen sein; die Felder sehen aus, als wenn Manöver darauf abgehalten worden wäre; die Obstbäume, die so schön angesetzt hatten, sind total zerschlagen; im Park in Bad-Nauheim sind die sämmtlichen Promenadewege zerrissen; unterwegs nahm das Wasser verschiedene Brücken mit; unsere kaum erst eröffnete Bade-Anstalt nahm beträchtlichen Schaden. Nachts 12 Uhr wiederholte sich das Gewitter, ging jedoch ohne Schaden vorüber. Zu allem Schrecken ertönte inmitten des Gewitters der Ruf: „Feuer". Im Fürth'schen Hause war Feuer ausgebrochen, das jedoch ohne weitere Hülfe von den Hauseinwohnern und Nachbarn unterdrückt werden konnte. Vielfach schlug der Blitz in Bäume und Häuser, ohne jedoch glücklicherweise ncnnenswerthen Schaden zu thun. Die vielen Ausflügler am gestrigen Tage kamen gründlich durchnäßt nach Hause. ganz gebliebenen Dächern und den anstoßenden Aeckern zerstreut und gewähren dn Bild der Verwüstung, wie wir es auch nach dem Vorübergehen des Naturereignisses nicht tut möglich gehalten hätten. Unfern des Walzwerkes steht im freien Felde ein Haus, welches dem Unternehmer Becker von Naunheim gehören soll. Von ihm ist ein Stück der Dachfirst fortgerissen. Auf der rechten Seite der Hermannsteiner Straße sind die Häuser von Wilhelm Theiß und Wittwe Rupp am härtesten mitgenommen. Bei dem einen hat das Dach arg gelitten; dem andern ist gar die Hinterwand so vollständig eingedrückt worden, daß das Innere des Hauses total blosliegt. Als wir dort ankamen, irrte die bedauernswerthe Besitzerin weinend zwischen ihren, jedem Blicke preisgegebenen Habseligkeiten umher. _ Natürlich haben bei den am stärksten betroffenen Wohnhäusern mehrfach Ausquartierungen stattfinden müssen. Beträchtlicher Schaden ist auch der Marmorwaaren- Fabrik von Dyckerhoff u. Neumann zugefügt worden. Der große Fabrikschornstein ist ebenfalls gestürzt und hat im Fallen zahlreiche der bereits zersägten Marmorplatten zerschlagen; das Dach hat gleichfalls gelitten, doch in geringerem Grade. Um nichts zu vergessen, sei noch ermähnt, daß ein zu dem letzten, auf der linken Seite der Hermannsteiner Straße stehenden Hause gehörender Stall abgedeckt worden ist. Wohin das Dach gekommen — wer weiß es? Vielleicht ist es weit fortgetragen, vielleicht liegt es in tausend Stücken zerschlaaen auf der weiten Flur zerstreut umher. Daß außerdem noch zahlreiche geringere Beschädigungen an den Dächern und Häuserwänden zu verzeichnen sind, braucht nach den bereits angeführten Füllen als selbstverständlich nicht weiter erwähnt zu werden. Auch die Franzenburg soll einigermaßen mitgenommen worden sein. In ihrer Nähe sind ebenso wie in der Niedergirmeser Gemarkung und an anderen Plätzen große Obst- und andere Bäume wie Strohhalme zerknickt oder sogar total entwurzelt. Dahingegen haben sowohl die Sophienhütte, wie die chemische Fabrik von Müller, Packard u. Co., erstere gar keinen, letztere einen kaum nennens- werthen Schaden erlitten. Ein wahres Wunder darf cs geradezu genannt werden, daß bei alledem nicht ein einziges Menschenleben zu Grunde gegangen ist. Einige Schrammen hat es wohl gegeben, aber nichts weiter. Schließlich mag noch bemerkt werden, daß heute Morgen in aller Frühe schon eine Anzahl Arbeiter aus den Betzdorfer Eisenbahnwerkstätten hier eingetroffen war, unter deren sachkundigem Vorgehen die Aufräumungsarbeiten auf dem Bahnkörper flott von Statten gingen. Bingen, 14. Mai. Ein gestern Nachmittag über unsere Stadt und die Gemeinde Büdesheim hereingebrochenes heftiges Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen und Hagelschlage richtete in den Weinbergen ganz ungeheure Verwüstungen an, die erst heute theilweise annähernd beurtheilt werden können. Besonders in dem Scharlachberg und der Eifel, diesen beiden vorzüglichsten Lagen, wurden ganze Weinberge hinweggeschwemmt und auf Jahre hinaus ertragsunfähig gemacht. Die Weinstöcke wurden mit ihren Wurzeln ausgerissen und die Pfähle in die Nahe geschleudert. Die nach Büdesheim führende Straße gleicht einem großen Schutthaufen. Ein einziger Weinbergbesitzer im Scharlachberge soll durch dieses Unwetter einen Schaden von annähernd 20,000 X erlitten haben. Den Gesammtschaden in den beiden genannten Lagen taxirt man nach vorläufiger Schätzung ans nahezu 3/< Millionen Mark. In Büdesheim mußte theilweise das Vieh aus den Ställen getrieben werden, um nicht zu ertrinken; viele Keller wurden völlig mit Wasser angefüllt. Die durch den Hagel entstandenen Verheerungen sind in einzelnen Lagen auch bemerkbar, jedoch lange nicht so bedeutend. > Wahl« 1 °'«n HWM Ptawt ahnte, tin= * d-i tzMbm, WtaMfa iit Wählte würben ’ta. wird bte Re- Mjeben toten Mt, durch $t£ret r Prinzessin Amelie 127 Stimmen in ■ »erftortenen Frau btaint seit gtfern jroti Wochen Nachts 1 ein Rundschreiben, rin die Behauptung ton eröffnet, zurück- Mesen wird. Die waffnung und Ent- . an denselben Ter- 8 setzen. Schließlich >igt werde. - In Grenze sand gestern Anschließend an die de der Befehl ertheilt, rrt nur die gewöhn- ’ flranntwiiifttiw 102 Unterteil 'N. es Cafe Leib dahier tz., bei welcher sich hes, Herr I. 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Da alle Lebenskräfte bei dem Thiere geschwunden waren, so wurde dasselbe auf Anordnuug Großb. Polizeiamts auf offener Straße getödtet und der Cadaver durch den Wasenmeister weggeschafft. — Eine recht hübsche Leistung auf dem Gebiete des Radfahr-Sports brachte Herr Röhrle, Mitglied des hiesigen Vereins, dieser Tage zu Stande. Derselbe fuhr per Zweirad von Gießen über Frankfurt nach Darmstadt in 6 Stunden und nach mehrstündiger Rast von da nach Heidelberg in 5 Stunden. Vermischte-. Lanzenhain (bei Herbstein), 24. Mai. Gestern schlug der Blitz dahier in eine Hofraithe ein und ist dieselbe abgebrannt. __ Wetzlar, 24. Mai. lieber die Verheerung, welche die Windhose in Wetzlar ein Sonntag angerichtet, schreibt der „Wetzl. Anz.": Eine Naturerscheinung, imposant und schreckenerregend zugleich, ist gestern mit verheerender Gewalt über die Gemarkungen Wetzlar und Niedergirmes dahingezogen. Es sind erst wenige Tage her, daß wir von dem furchtbaren Unglück zu berichten hatten, durch welches eine brandenburgische Stadt, Krossen a. d. Oder, von einem mächtigen Sturmwind heimgesucht worden war; heute liegt es uns ob, von den Verheerungen Kunde zu geben, welche eine ähnliche Erscheinung bei uns augerichtet hat. Gestern Nachmittag gegen 6 Uhr hatte sich der Himmel allmählig so verdüstert, daß der südöstliche Horizont ganz in tiefes Schwarz gehüllt erschien, aus welchem unablässig leuchtende Blitze hervorschossen. Der Schreiber dieser Zeilen hatte mit zwei Geführten einen Spaziergang nach Hermannstein gemacht und befand sich gerade auf dem Rückwege zur Stadt. Da jeden Augenblick der Ausbruch eines heftigen Gewitters zu befürchten stand, eilten wir nach Kräften, um zum Ziele zu kommen. Mittlerweile hatte sich ein Wind erhoben, der immer stärker werdend, mächtige Staubwolken auf der Chaussee aufwirbelte. In der Bahnhofstraße — es mochte damals 61/* Uhr sein — wurde die unablässig heranrasende Staubmasse unerträglich. Man vermochte kaum die Augen offen zu halten. Als wir, trotzdem rüstig vorwärts strebend, bei der neuen Brücke vor dem Hauserthor angelangt waren, wurde plötzlich neben dem Heulen und Pfeifen des Windes ein Gedonner vernehmbar, wie man es wohl hört, wenn in unmittelbarster Nähe zwei Eisenbahnzüge über eine Brücke fahren. Uns rückwärts wendend, sahen wir die Ursache des seltsamen Getöses deutlich vor uns: eine mächtige Windhose war, von Südosten nach Nordwesten gehend, über die Gemarkungen vor dem Oberthor über den Hauserberg hinübergefahren, hatte einen Theil der Bahnhofsanlagen berührt, mehrere Fabriketablissements heimgesucht und drehte sich nun im Niedergirmeser bezw. Hermannsteiner Feld in rasendem Wirbel umher, bis sie plötzlich zerstob. Das bonnerartige Geräusch war leicht zu erklären: niederstürzende Fabrikschornsteine, abgerissene und fortgeschleuderte Dächer, eingedrückte stürzende Mauerwände, entwurzelte Bäume — alles dies vereinigte sich, um mehrere Sekunden lang den Eindruck hervorzurufen, welcher im Vorstehenden bereits angedeutet ist. Auf diese seltene Naturerscheinung folgte ein frischer, erquickender Gewitterregen. Die Verwüstungen, welche die Windhose auf ihrem schmalen, aber durch Verderben jeglicher Art bezeichneten Wege angestellt hat, spotten aller und jeder Beschreibung. Folgt man ihrer Bahn, so gewahrt man zunächst, daß jenseits des Lahnflusses außer einer Anzahl Obstbäume der dritte Theil des Tannenwäldchens gänzlich niedergeworfen ist. Die Stämme liegen da krerzz und quer durcheinander wie die .Kegel nach einem „Alle Neun"-Wurf. An dem rechten Lahnufer liegt ein total zersplitterter Nachen; die Windhose hat ihn über das Wasser fortgetragen und mit furchtbarer Gewalt wider die Böschung geschleudert. Zwischen den Schienen lagen oder liegen noch überall zerbrochene Balken, Ziegel, Dachschiefer u. s. w. umher. Kein Wunder; denn der Lokomotivschuppen unb das bei der Wasserstation an den beiden Eilenbahnbrücken belegene Magazin sind schauerlich zugerichtet. An beiden ist die linke Dachseite abgerissen und vom Wirbelsturm fortgetragen, nur die Eisenkonstruktion hat Stand gehalten. Die schweren Balken sind wie Streichhölzer geknickt. Fast sämmt- liche Fenster beider Gebäude fino zersplittert; in dem einen ist Alles über und untereinander geworfen. Das Häuschen des Mauerstein-Lieferanten Klötz, welches derselbe auf seinem Lagerplatz errichtet hatte, ist wegrasirt; nur ein primitiver Stuhl giebt noch von seinem Dasein Kunde. Ebenso ist das Wiegehäuschen verschwunden; die schweren Gewichtsteine, welche aus den sie überdeckenden Ziegeln hervorschauen, bezeichnen allein die Stelle, wo früher sein Platz war. Auch eine, nach anderen Versionen zwei Bahn- würterbuden sollen der Vernichtung anheimgefallen sein. Ob es wahr ist, daß die eine derselben mit ihrem Insassen so und soviel Meter weit fortgeschleudert wurde, lassen wir dahingestellt. Es scheint fast unmöglich, daß der Mann dabei, wie behauptet wird, unbeschädigt geblieben fein sollte. Von einem Bahnwärter hörten wir, daß er sich gerade noch aus seinem Häuschen herauszuflüchten vermochte, als der tolle Wirbel es erreichte. Sobald die Fenster zur Stube hereinsielen, fluchtete er hinaus, warf sich zur Erde nieder und verharrte in dieser Position, bis das Unwetter vorüber war. Ein Bahnwagen ist weit aus dem Geleise und in die Ausschachtung hineingeworfen worden; er wurde heute Morgen unter Znhülfenahme einer Maschine wieder aufge- riebtet und an seinen Platz gestellt. Recht trostlos schaut ein Packwagen aus, bei welchem das Untergestell, die Achse ganz unversehrt blieb, während drei Viertheile des Oberbaues weggeflogen sind. Wohl am schlimmsten sieht es auf dem Walzwerk Wetzlar aus. Ein großer, neuerbauter runder Schornstein ist bis zur Hälfte niedergeworfen. Von dem Theile der weitläufigen Fabrikanlagen, in welchem sich das Magazin und das Comptoir befinden, ist der größere Theil des Daches abgedeckt. Wie es den An- fchein hat, hat die Windhose zuerst den Schornstein erfaßt und bann, sich rückwärts kehrend, das eine Dach über das andere geworfen. Die Balken des Hinteren Theils des Magazins müssen förmlich mit kolossaler Gewalt durcheinander geschüttelt worden fein, so liegen sie geknickt und gebrochen kreuz und quer umher. Dachtheile bis zu "20 Meier Länge, viele Centner schwer, sind weit auf's Feld hinausgeschleudert, in ihrer Nähe befinoen sich schwere eiserne Rohre, welche gleichfalls von der Gewalt des Wirbelsturmes fortgetragen wurden. Die breite Hinterwand des Magazins steht schief; sie scheint aus ihren Fugen gerissen zu sein und wird wahrscheinlich niebergelegt werden müssen. Ziegel, Sparren und Balken sind überall in der Nähe der Gebäude, auf den Geschichts-Kalender. 26. Mai. 1799. Der Dichter Kopisch zu Breslau geboren. 1803. Die Franzosen rücken in Hannover ein. 1831. Schlacht bei Ostrolenka, Niederlage der Polen. * Stuttgart, 3. Mai. ^Allgemeiner Deutscher Versicherungsverein.j Im Monat April 1886 wurden 416 Schadensfälle angemeldet und zwar 262 äußere Verletzungen und 154 innerliche Erkrankungen. Von den Unfällen hatten 3 den sofortigen Tod und 28 eine gänzliche oder theilweise Invalidität der Verletzten zur Folge. Von den Mitgliedern der Sterbekasse starben in diesem Monate 30. Neu ausgenommen in den Verein wurden im Monat April 1668 Personen. Alle vor dem 1. Januar 1886 eingetretenen Schäden incl. der Todes- und Jnvaliditütsfülle sind bis auf die von 40 noch nicht genesenen Personen vollständig regulirt. 4026 Gcdiff-nachrichten. Bremen, 22. Mai. fPer transatlantischen Telegraph.j Der Postdampfer Eider, Capt. H. Hellmers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 12. Mai von Bremen und am 13. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Handel und Berketz» Gießen, 25. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund M 0.75-085, Hühnereier pr. St- 4—5 H, Enteneier St. 5—0 H, Käse pr. St. 5—8 Käsematte 3—0 H, Erbsen pr. Liter 22 H, Linsen 32 H, Tauben per Paar 0,65 bis 0,80 H, Hühner per Stück X 0.90—1.30, Hahnen pr. Stück X 1.50—1.70, Enten per Stück X 1.00—1.50, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 H, Kuh- und Rindfleisch 52—56 H, Schweinefleisch 54—60 Hammelfleisch 50—66 H, Kalbfleisch 40—48 -X Kartoffeln per 100 Kilo X 3.00—4.00, Milch per Liter 12—18 Zwiebeln per Centner X 7.50—8.00, Kirschen per Pfund 50—00 H. Frankfurt, 24. Mai. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer X 17,50-17,75, fremder X 17,75-19,75, Roggen eff. hies. X 14.75-00.00, fremder X 14,25—14,50, Gerste effectip hiesige und Wetterauer X 14,50—15,50, fremde X 00,00—00,00, Hafer eff. hies. X 14,00—14,50, fremder X 00,00—00,00. Frankfurt. 24. Mai. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- trieben waren 401 Ochsen, ca. 16 Bullen, ca. 307 Kühe und Rinder, ca. 248 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Öual. X 60—62, 2. Qual, X 48—56, Kühe und Rinder 1. Qual. X 52—53, 2. Qual. X 40—45 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kälber 1. Qual. 50-52 H. 2. Qual. 40-42 H per 1 Pfund Schlachtgewicht. Temperatur der Lahn. Am 25. Mai, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15V20, Luft 12» R. im Schatten. L. Chr. Rübs am en. Bingen «. Bb. C. Weber, Weinhandlung. 4019 empfiehlt billigst 4031 A. Koch Nachfolger, Hamburger Fisch« u. Delikatessenhandl. Neue Matjeshäringe, Täglich frische Sardellenbutter (in Eis), in Portionen zu 10 u. 20 beste neue Kartoffeln zum Selbst-Lackiren von Fußböden in bekannter vorzüglicher Qualität. Alleinverkauf bei [3454 Fr. Seibel. 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Tagesordnung: Das Ende des Kulturkampfs. 4037 Konkursverwalter. 4017 4005 Gerichtsvollzieher. Conrad Bröckel IX. 4023 3954 Damen-Mäxitgl-Fabrik Par Feld! dem von .Köm ante defili der1 mit den liegt außerdem noch an dec Casse zum Abonniren offen, Die Capelle des n. Großh. Hess. Jnf.-Reg. Nr. 116 (Großher;og). Gießen, Seltersweg und Plockstr.-Ecke. Bezug nehmend auf vorstehende Bekanntmachung empfehle ich mich zum Abschluß von Versicherungen gegen Feuer-, Blitz- und Explosions-Gefahr, und bin zu jeder bezügl. Auskunft gerne bereit. Lang-Göns, den 24. Mai 1886. Freitag den 28. Mai, Nachmittags 2 Uhr, wird in dem PH. K. Echmidt- schen Local, Neustadt 8, ein schöner großer Glasschrank (Bücherschrank), sowie um 3 Uhr in meinem Geschästsloeal eine Parthie Bücher lJllustrirte Chronik der Zeit, Stunden der Andacht re.) versteigert. 4022 Einen Bäckerlehrling sucht I. Lein, Wallthorstraße 7. - Mittwoch den 26. d. 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Bl. 4036 Ein Wort an Alle^ welche Französisch, Englisch» Italienisch, Spanisch oder Russisch wirklich sprechen lernen wollen. Gratis und franko zu beziehen durch die Rosenthal'sche Verlagshandlung Mallim- ■ Äw Theater. J g Oswalds Garten. 8 I Dienstag u- Mittwoch l täglich zwei Vorstellungen. Nachmittags um 4 Uhr großes Kinderfest u. s?amilienvorstell«ng Entree 30, 20 und 10 H. Abends 8 Uhr große Vorstellung u. A.: Mallini's Enthauptung. Es finden weiter keine Vorstellungen statt 3860 Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß wir die seither von Herrn Heinrich Mohr in Lang-Gons verwaltete Agentur der 11 aterländischm -feuerli erficherungs- Aclien-Zeseffschasl zu Elberfeld nunmehr dem Herrn Conrad Brückel IX. in Lang-Göns übertragen haben. Darmstadt, den 24. Mai 1886. Die General Agentur. K e m m l e r. Öt ttl Jlöö • Vvlivll} 4033 Von einer hiesigen Tabakfabrik wird ein gewandter junger Mann als Neisender für kleinere Touren gesucht. Branche- kenntniß nicht gerade erforderlich, wohl aber der Nachweis unbedingter Tüchtigkeit- Gefl. Offerten mit Photographie u. Zeugmß-Abschristen besorgt sab Z. 100 die Erped. d. Bl. Redaction: A. Scheydo — Druck und Verlag der Brüh loschen Druckerei lFr. Cür. Pietsch) in Gießen. Di» heutig« Nummer enthält 1 Blatt «, 1 Bellas» Brennmaterial- Lieferung. Die Lieferung des für die Universitäts-Anstalten und das Gymnasium im Winter 1886/87 erforderlichen Bedarfes an Buchen- und Tannen- Scheitholz, sowie an Braunkohlen soll im Submisffonswege vergeben werden. Die bezüglichen Bedingungen können in unserem Geschäftszimmer, im Uni- versitäts - Kanzleigebäude, eingesehen werden, woselbst die Offerten, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 26. Mai, Borwittags 11 Uhr, einzureichen sind. Gießen, den 18. Mai 1886. Großh. Universitäts-Rentamt. Generalversammlung Öes Zeselligkeik-Verems Zleiberg. Samstag, den 29. Mai 1886, Nachmittags 5 Nhr, im Saale der Burg Gleiberg. Tagesordnun g. 1. Geschäftsbericht, Rechnungsablage und Decharge für das Geschäftsjahr 1885. 2. Antrag auf Statutenänderung (behufs Erlangung von Korporationsrechten). 3. Antrag betr. die Burg Betzberg. 4038 Die Verwaltungscommission des Geselligkeits-Vereins Gleiberg. IX. Kreis (Mittelrhein) Gau Hessen. Gäiiluniliilirl nach Mnberg Sonntag den 30. Mai 1886. Männerturnverein Gießen. Die Mitglieder und Freunde des Vereins werden zu zahlreicher Betheiligung eingeladen. Abfahrt über Lich (zur Fußtour über Arnsburg) Morgens 8 Uhr 3 Min. Abfahrt über Butzbach Vormittags 11 Uhr 40 Min., mit Preis- erwäßigunq. In Butzbach stehen Wagen zur Fahrt nach Münzenberg zur Verfügung. Rückfahrt von Butzbach 10 Uhr 15 Min. Zu dem Zuge 11 Uhr 40 Min. (mit Preisermäßigung) Zusammenkunft 11 Uhr 13 Min- am Bahnhof. 4034 Der Vorstand. 4035 Ein Mädchen empfiehlt sich im Weißzerrgnähen u. Flicken in u- außer dem Hause biUißft. Eichgärten 10 II. 4003 Ein tüchtiger Tüncher und Anstreicher gegen guten Lohn- und dauernde Arbeit gesucht von W. Zimmermann, Tüncher u. Anstreicher, in Dillenburg- 3462 Für ein Colomalwaaren-Geschäst en-gros & en-detail ein junger Mann mit guten Schulkenntnissen, bei freier Station im Hause, als Lehrling gesucht. Schriftliche Offerten unter 9ir. 3462 befördert- die Exped. d- Bl. Abonnements-Concerte. Hierdurch erlaubt sich die Capelle des II. Großh. Hess. Inf. Reg- (Großherzog) Nr. 116 zu den bisher üblichen 8oll»iiee-tt>«ll»me8r8-k»!i«erlW ganz ergebens! einzuladen. Die Concerte finden in Stein’® Garten statt und wird der An» fang derselben durch den „Gießener Anzeiger" bekannt gemacht. • Der Preis für die 6 Abonnements-Concerte beträgt r a) FamilienbilletS bis zu 4 Pers. Mk. T— b) ,, ,, ,, 3 ,, ,, 6.— c) Personenbillets „ 2.20 d) Caffenp eiS ä „ —.5fr vermischte Anzeigen. ß pelzwaareu p werden aufbewahrt, resp. über- sommert unter jegl. Garantie bei § A. Schultheis jun., js Kürschnermstr., Seltersweg 21. 4032] Dienstmädchen vom Lande auf Johanni gesucht. Näheres Gartenstraße 17. Aeikgeöotenes. Verlag von Ph. Engel in Schotten Winke für Besucher des Vogelsbergs. Inhalt: Routen von den betreffenden Bahnstationen zu den Punkten Ulrichstein, Herchenhain und Schotten. Routen von den 4 Eingangspunkten in den Oberwald bis zum Taufstein- Alph. Verzeichniß der betr. Routen von den Bahnstationen aus. Alph. Verzeichniß der einschlägigen Post- verbindungen- Empfehlenswerthe Gast- und Wirthshäuser. Hervorragende Repräsentanten der Oberwald-Flora. Preis: 20 Gegen Einsendung von 23 $ in Briefmarken Franko-Zusendung. Frische Butter a Pfd. 75 $ bei Abnahme von 10 Psd. bei 4030 Julius Wallach. Me. 3«f. %61 erieii J roitb krd 6*- 2.2V «SV 11 ^bonniren offen, G. N. Ocyogj. 'f ector. rein. ” A« M *• 4037 SS eße». zahlreicher M Morgens 8 H in., mit Preis' i Mryenberg zur ) SufommaiM 4034- »rstand.____ 'S Mag. igs 5 W, ür bas GejM m Korporation^ nind ®Icibc^ß* SknElk :SS55 n Jr • irrttr Slol' " ng eeA b^öldtt» ’.iib 8 ivS- ÄgsSi t»" AS , dilkth^ Jandls Beilage ;u Ur. 121 des „Gießener Anzeiger". Politische Ueberficht. Gießen, 25. Mai. Das glänzende militärische Schauspiel, mit welchem am vorigen Freitage die diesjährigen Frühjahrs-Besichtigungen der einzelnen Truppen- theile des Garde-Corps in üblicher Weise ihren Abschluß fanden, die große Parade über die Berliner und Spandauer Garnison aus dem Tempelhofer Felde, ist in befriedigendster Weise verlaufen. Der Kaiser, vom Kronprinzen, dem Herzog Max Emanuel von Bayern und einer glänzenden Suite zu Pferde, von der Kronprinzessin, der Großherzogin von Baden und den Prinzessinnen des Königshauses zu Wagen gefolgt, fuhr zunächst die Front der in zwei Treffen ausgestellten Truppen ab und ließ dieselben dann zwei Mal an sich vorüber- defiliren. Der Kaiser wurde von den zahlreichen Zuschauermaffen sowohl bei der Ankunft aus dem Paradeselde, als auch bei der Rückfahrt nach der Residenz mit stürmischen, nicht endenwollenden Jubelrufen begrüßt. Der greise Monarch sah ungemein wohl aus und schien die mit ungewöhnlicher Gluth herabbrennenden Sonnenstrahlen nicht besonders zu empfinden. Die eine von den beiden wichtigen steuerpolitischen Vorlagen, welche an der Spitze des Arbeitsmaterials für die gegenwärtige Nach- fession des Reichstages stehen, die Zuckersteuer-Vorlage, ist noch in voriger Woche definitiv zu Stande gekommen. Am Freitag genehmigte der Reichstag endgiltig in dritter Lesung den genannten Gesetzentwurf unter Ablehnung der von freisinniger Seite wiederholt eingebrachten Gegenvorschläge unverändert nach den Beschlüssen zweiter Lesung. Es beträgt demnach die Steuer 1,70 e/Z pro 100 Kilo Rüben und die Ausfuhr-Vergütung 18 bis 30. September 1887, von da an 17,25 Hiermit sind freilich noch nicht alle Wünsche nach einer befriedigenden Reform der Zuckerbesteuerung erfüllt, aber es ist erreicht, was sich eben unter den obwaltenden Umständen erreichen ließ und es kann daher nur mit Befriedigung erfüllen, daß zwischen der Regierung und der Reichstags- Mehrheit wenigstens über diesen Theil der steuerpolitischen Vorlagen endlich eine Verständigung erzielt worden ist. Wie freilich der zweite Theil der steuerpolitischen Campagne, die Berathung über die Branntweinsteuer-Vorlage — worüber am Montag die General-Discusston im Reichstage begonnen hat — verlaufen wird, ist noch durchaus in Dunkel gehüllt. — Der bei weitem größte Theil der .Freitagssitzung des Reichstages war indessen der Besprechung der socialdemokratischerseits eingebrachten Interpellation gewidmet, welche die bekannte Verfügung des preußischen Ministers des Innern über das Verhalten der Behörden bei Arbeitseinstellungen betrifft und sich nach der Stellungnahme des Bundesrathes gegenüber der Verfügung erkundigt. In leidenschaftlicher Weise wendete sich der socialdcmokratische Abg. Hrsenclever gegen den Puttkamer'schen Erlaß, den er als mit den reichsgesetzlichen Bestimmungen über die Coalitionsfreiheit in Widerspruch stehend und schließlich sogar als eine Schmach für Deuschland bezeichnete, für welche Aeußerung der Redner vom Präsidenten zur Ordnung gerufen wurde. Von Seiten der Reichsregierung erklärte zunächst Staatssecretär v. Bötticher, daß von der Verfügung des Herrn v. Puttkamer dem Bundesrathe keine Mit- theilung zugegangen sei und letzterer also auch nicht nöthig habe, hierbei Stellung .zu nehmen. Als preußischer Bevollmächtigter zum Bundesrathe erklärte aber Herr v. Bötticher weiter, daß die preußische Regierung aus dem Standpunkte stehe, der betr. Erlaß bedeute keinerlei Eingriff in die Reichsgesetzgebung und sei sich die preußische Regierung bewußt, hiermit nur die Interessen der friedliebenden Bürger gewahrt zu haben. In anerlennenswerther sachlicher und gemäßigter Weise traten alsdann die Abgg. Meister (sociald.) und Bamberger (freis.) gegen den Erlaß aus, den Minister v. Puttkamer energisch vertheidigte, indem er denselben gegenüber den anarchistischen und socialistischen Gefahren lediglich als eine prophylaktische (vorbeugende) Maßregel bezeichnete und der Anschauung widersprach, als ob es sich hierbei um eine Beschränkung des Versammlungsrechtes handle. Zum Schluffe betonte der Minister in bestimmtester Weise, daß die Verfügung sich hauptsächlich gegen die socialistischen Agitationen richte und daß er sie nöthigensalls in drakonischer Weise handhaben würde. An der weiteren Debatte betheiligten sich die Abgg. Hasenclever, Dr. Windthorst, Dr. Bamberger und zum Schluß nochmals Minister v. Puttkamer, doch bot dieser Theil der Verhandlung nichts wesentlich Bemerkenswerthes dar. Im preußischen Abgeordnetenhause ist nunmehr der schon signa- listrte conservative Antrag, betr. die der evangelischen Kirche zu gewährende größere Freiheit, eingebracht worden. Doch haben von den 130 Mitgliedern der conservativen Fraktion nur 44 den Antrag, der den Namen des Herrn v. Hammerstein trägt, unterzeichnet. Leopold v. Ranke, der greise Altmeister der deutschen Geschichtsforschung, ist am Sonntag Abend gestorben. Der bayerische Landtag hat durch königliches Rescript abermals eine Verlängerung — bis znm 31. Mai — erfahren. An diesem Dienstag nehmen endlich auch die französischen Kammern ihre Arbeiten nach der langen Osterpause wieder aus, und zwar zu einer neuen Session. Die Kammern finden bei ihrem Wiederzusammentritte eine schon öfters dagewesene bedeutfame Frage der innern französischen Politik wieder vor, nämlich die Prinzen-Ausweisungs-Angelegenheit. Bekanntlich hat der vor Kurzem bei dem Grafen von Paris vor dessen Abreise zu den Lissaboner Hoch- zeits'Feierlichkeiten stattgefundene große Empfang, der sich zu einer orleaniftischen Demonstration gestaltete, die französische Regierung veranlaßt, der Ausweisungs- srage der Prinzen abermals näher zu treten. Daß die Regierung die Umtriebe der Thronprätendenten nicht unterschätzt, kann man nur erklärlich finden und es dürfte daher nicht überraschen, wenn in diesen Tagen ein scharfes Gesetz gegen die Prinzen beschlossen und dem französischen Parlamente vorgelegt wird. In Italien haben am Sonntag, den 23. Mai, die Neuwahlen zur Deputirtenkammer stattgesunden, von deren Ausfall das Schicksal des gegenwärtigen Cabinets Depretis abhängt. Noch in letzter Stunde hat Ministerpräsident Depretis aus einem vorige Woche im Hotel Quirinal zu Rom abgehaltenen Wahlbanket sein Wahlprogramm und zugleich seine innere und äußere Politik entwickelt und hierbei die gegen dieselbe erhobenen zahlreichen Beschuldigungen energisch zurückgewiesen. Ob Herr Depretis die ihm gerade nicht besonders freundliche Stimmung in der italienischen Wählerschaft hierdurch wieder günstiger für sich gestaltet hat, wird man ja nun sehen. Auf der Insel Sicilien setzt die unheimliche Thätigkeit des Aetna die Bevölkerung in Furcht und Schrecken. Die Ausbrüche des Berges nehmen fortwährend zu, aus zahlreichen neuen Kratern speit er Dämpfe und Asche, breite Lavamassen fließen an seinen Abhängen nieder und in weitem Umkreise wird die Gegend durch Erdstöße erschüttert. Die meisten Einwohner der von den Eruptionen des Aetna zunächst bedrohten Ortschaften Bellpaffo und Nicolosi haben sich vor der herannahenden Lava geflüchtet. Glücklicherweise ist der Verlust von Menschenleben bis jetzt noch nicht zu beklagen gewesen, wenngleich die Situation sehr drohend ist. Die neue griechische Kammersession ist mit der Bildung eines abermaligen neuen griechischen Cabinets eingeleitet worden, an dessen Spitze Herr Trikupis, der alte Widerpart des verabschiedeten Hrn. Delyannis, steht. Trikupis entwickelte in der Kammer ein im Allgemeinen friedliches Programm und hat auch dem Athener Correspondenten des „Standard" gegenüber versichert, daß er gesonnen sei, an diesem Programme festzuhalten. Das Heer, fügte Trikupis hinzu, würde auf Friedensfuß gesetzt und Maßnahmen würden zur Abwehr der drohenden Finanzkrisis getroffen werden. Wie Trikupis in der Deputirtenkammer noch mittheitte, handelt es sich bei dem abermaligen Kugelwechsel zwischen den türkischen und den griechischen Vorposten bei Larissa um ein einfaches Mißverständniß und hat der Vorfall weiter nichts auf sich. Der Fürst von Bulgarien hat seine Rundreise durch Ost-Rumelien, auf welcher er Seitens der Bevölkerung eine enthusiastische Aufnahme fand, nahezu beendigt. Der Fürst gedenkt sich alsdann nach Varna zu begeben und dem König von Rumänien den schon angekündigten Besuch abzustatten. Der Aussehen erregende Tagesbefehl, den der Czar von Seba- stopol aus an die Flotte des Schwarzen Meeres erließ, wird jetzt von der Petersburger Presse mit einem gewissen Eifer im friedlichen Sinne commentirt und versichern die Petersburger Blätter, daß Rußland keine Eroberungen, sondern eine ruhige innere Entwickelung anstrebe. Schön! Darmstadt, 22. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 13) enthält: 1. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That: Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben dem Dachdecker August Philipp Heinrich Kopp in Offenbach in Anerkennung der von demselben am 10. Februar l. Js. mit Muth und Entschlossenheit und unter eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung des 11jährigen Ludwig Winkler von Offenbach vom Tode des Ertrinkens eine Geldprämie zu bewilligen geruht. 2. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, den Verkehr zwischen dem Großherzogthurn Hessen und den angrenzenden Vereinsstaaten mit steuerpflichtigen Getränken, sowie die zur Ausfertigung von Uebergangsscheinen ermächtigten Stellen betreffend. 3. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1886/87 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communal- Bedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Friedberg. 4. Ordensverleihungen. 5. Namensveränderungen. 6, Dienstnachrichten: Am 1. April wurde dem Schullehrer Konrad Sauerwein zu Groß-Steinheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Oppenheim übertragen; am 5. April wurde der von dem Herrn Fürsten zu Solms-Lich auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hausen präfentirte Schulamtsaspirant Ludwig Artz ans Gießen für diese Stelle bestätigt; an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Peter Kalt aus Lampertheim eine Lehrerstelle an Der kath. Schule ZU Hirschhorn, am 9. April wurde dem Schullehrer Theodor Repp zu Groß- Hausen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Albig, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Theodor Weitert aus Ranstadt die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Angenrod übertragen; am 11. April wurde der von Dem derzeitigen Verwalter der evang. Pfarrei Walldorf und dem Ortsvorstand daselbst aus die erledigte erste Lchrerstelle an der Gemeindeschule zu Walldorf prä- ientirte Schullehrer Wilhelm Bangel daselbst für diese Stelle bestätigt; am 12. April wurde den Schulamtsaspiranten August Storch aus Bad Nauheim und Johs. Wehrheim aus Rodheim v. d. H. Lehrerstellen an der Volksschule zu Butzbach übertragen, am 14. April wurden Sebastian Dang IV. zu Bretzenheim und Karl Füg zu Büdingen zu Steuercommiffariats-Gehülsen, am 16. April wurden die HMssbrernser Johann Georg Jochim aus Ulfa und Joh. Heinrich Schneider aus Elbenrod zu Bremsern bei den Oberhessischen Eisenbahnen ernannt ; am 20. April wurde dem Franz Joseph Vogt aus Rieder-Ingelheim Das Patent als Geometer 2. Klaffe für den Kreis Bingen ertheilt; an dems. Tage wurde der Lehrer an der Realschule zu Oppenheim Philipp See, mit Wirkung vom 1. Mai d. Js. an, zum Lehrer an dem Realgymnasium und an der Realschule zu Mainz, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer ernannt; an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Adam Kredel aus Mittel-Kinzig eine Lehrerstelle an der gemeinsamen Musterschule zu Friedberg, am 24. April wurde dem Schullehrer Simon Wagner zu Stangenrod die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Harbach übertragen; am 4. Mai wurde der Gefangenenwärter Jacob Kumpf zu Marienschloß zum Gefangenenaufseher am Landeszuchthause Marienschloß ernannt; an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Philipp Köhler aus Langsdorf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Fauerbach bei Nidda, an dems. Tage wurde dem Schullehrer tzeinr. Chelius zu Ober-Schönmattenwag eine erledigte Lehrerstelle an der evang. Schule zu Neckar - Steinach, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Schultheiß aus Einartshausen die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wölfersheim, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Johs. Schmidt aus Rüdingshain eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Geiß-Nidda, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Karl Launspach ans Hattenrod die Leykerstelle an der Gemeindeschule zu Leidhecken, am 7. Mai wurde dem Schulamtsaspiranten Adam Seemann aus Selzen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Heimersheim übertragen; an dems. Tage wurde der Forstwart der Forstwartei Maulbach Georg Bernius zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgerichte Michelstadt ernannt. 7. Dienstentlassungen. 8. Charakterertheilungen. < (Schluß folgt.) 3606 Feine Kesterleinen empfiehlt 3854 Mk. 9 S22 000 Capital und 3952 Andr» Euler. 144 "Punkt F. Jfolberff, Kirchenplatz 8 Pianißo’s Redaction: A, Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. 1888 1889 1890 Ker tri) baar und 9 in Raten. Frau Dr. Boekmanu, Gartenstraße 21. 224 670 Rente. 36 612 300 4099134. Berlinische Lebens-Bersichrrungg-Gesellschäst non 1836. NeunurrdvierzigsterGeschäfts-Bericht für b- , unb ( 3353 Ein Mädchen vom Lande wird auf sofort zu miethen gesucht- Näheres Löberstraße 3. 4008 Ein Kindersitzwagen zu kaufen gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. Clavierstimmen u- Reparaturen werden solid und billigst ausgeführt. 490 G. D. Gebauer. 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