Freitag den 26. März Kr. 72 1886 r Gchu»l»raß» 7. Srtcheint t-gUch nnt 3teh«6W M MONts-S. «WM Betreffend: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Wetterau. Greßen, den 23. März 1866. ibigd Herren Ü< rved- d. Sl- Lonnenftraße^ 8 X 6,mt »K Jrtotei. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen em die Großherzoglichen Bürgermeistereien Bellersheim, Hungen, Inheiden, Langd, Obbornhofen, Rodheim, Steinheim, Trais-Horloff und Atphe. Wir haben den praktischen Thierarzt Kröll in Hungen ermächtigt, die nach dem Milzbrand-Regulative vom 28. April 1880 (s. Anzeiger von 1880, Nr. 102 und 201) dem Großherzoglichen Kreisveterinärarzte zustehenden Amtshandlungen, sowie die Beschau kranker oder bei der Schlachtung krank befundener Thiere nach § 8 der Fleischbejchauordnung vom 10. April 1880 (Regierungsblatt S. 57) in den Ihren Bürgermeistereien unterstellten Gemarkungen auszuüben und den Genannten zu diesem Zwecke vorschriftsmäßig verpflichtet. Dr. Boekmann- z-.- »lirtrs Zimmer, nü «ich mit MI« MwifläptoLL ;rnroyM^-' Mlines Zimm.!- Ästeimcg^ 'm vemttthen- l Bahnhofstraße^ gelangt ist. Der belgische Staat mit seiner übergroßen Arbeiter-Bevölkerung befindet sich eben in einem krankhaften socialen Zustande, der nothgedrungen zu heftigen Ausbrüchen führen muß und wenn vorläufig anscheinend die Furcht vor der militärischen Macht den Pöbel in den industriellen Centren des Lander wieder in Schranken hält, so ist das eine Wahrnehmung, die kaum darnach an- gethan erscheint, das Vertrauen zu der inneren Festigkeit des socialen Friedens in Belgien zu erhöhen. Neber die englische Ministerkrisis liegen zur Stunde noch immer keine weiteren Nachrichten vor, als was hierüber schon bekannt ist, nämlich, daß die Herren Chamberlain und Trevelyan aus ihrem Rücktrittsgesuch beharren. Wie die „Neue Fr. Presse" wiffen will, verschieben die beiden Minister ihre osficielle Austritts-Anzeige nur deshalb, damit Gladstone seine irischen Vorschläge dem Parlament unterbreiten könne, während sonst die ausscheidenden Minister im Parlamente die Gründe ihrer Demission zuerst mittheilen würden, bevor Gladstone alle Details seiner Vorlagen dem Unterhause vorlegen könnte. — Die fortgesetzte „Concentration nach rückwärts" in der egyptischen Politik Englands wird recht deutlich durch die Meldung des „Standard" illustrirt, daß die Regierung die sofortige Zurückberusung Sir Drummonv Wolffs aus Kairo in ernstliche Erwägung ziehe. Der bisherige außerordentliche Bevollmächtigte Englands am Hofe des Khedive hat allerdings in seinen Conserenzen mit Mukhtar Pascha, dem schlauen und zähen Vertrauensmanne des Sultans, in Kairo bis jetzt herzlich wenig erreicht und ist in der Hauptfrage, der Reorganisation des egyptischen Heeres, so gut wie gar keine Verständigung zwischen Sir Drummond Wolff und Mukhtar Pascha erzielt worden. Oder will man etwa das Zugeständnis des letzteren, daß die für die Garnison von Suakim bestimmten egyptischen Bataillone englische Oberosficiere erhalten sollen, als eine wichtige Errungenschaft des englischen Diplomaten ansehen? Ueberhaupt scheint es, daß in Kairo gegen Wolff geheime türkische Jntriguen gesponnen werden und daß Sir Drummond, in Erkenntniß der wahren Sachlage, selbst seine Wie- derabberusung in London beantragt hat. Dieselbe würde auch mit dem weiteren Rückzüge der englischen Occupations-Truppen aus dem Sudan vollkommen in Einklang stehen, denn die Zurückverlegung der bisherigen englischen Garnison in Wady-Halsa nach Affuan, die in London fest beschlossen scheint, kommt der völligen Aufgabe des Sudan Seitens Englands gleich. — Unzweifelhaft die interessanteste Nachricht aus dem Pharaonenlande ist aber die, daß bei Gebet- Zeyd, in der Gegend von Suez, Petroleum-Quellen entdeckt worden find, zu deren Besichtigung der egyptische Ministerprässdent Nubar Pascha nach dem Fundorte abgereist ist. Man schließt aus den geologischen Formationen in Geb-el'Zeyd auf ein großes Petroleum-Lager; nun, die egyptische Regierung könnte dasselbe bei ihren ewigen finanziellen Verlegenheiten recht wohl, gebrauchen. Aus Birma war seit der bedenklichen Nachricht, daß in der Stadt Demethen eine englische Truppenabtheilung von aufständischen Birmanen vollständig eingeschlossen sei, noch keine weitere Meldung eingelausen. Inzwischen scheint es aber dem General Prendergast gelungen zu sein, den Eingeschlossenen Hülfe zu bringen; in der Montagssitzung des Unterhauses machte der Staats- secretär für Indien, Kimberley, die Mittheilung, daß in der Nähe von 9)eme* then eine größere Abtheilung Aufständischer gefangen genommen worden sei, auch unterhielten die benachbarten Stämme freundschaftliche Beziehungen zu dem englischen General. Aus den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika wird fortgesetzt über umfangreiche Arbeitseinstellungen berichtet. In West-Pennsyloanien sinken 4000 Kohlengruben-Arbeiter und ebenso haben sämmtliche Weichensteller der Kansas-Eisenbahn den Dienst eingestellt, in Folge dessen die Güterzüge aus den Strecken der Kansasbahn bis aus Weiteres nicht verkehren. Berlin, 24. März. Die Behauptung der „Freisinnigen Zeitung", der Reichskanzler habe von Rechtsgelehrten Gutachten darüber erbeten, wie das bestehende directe geheime Reichstagswahlrecht ohne Zustimmung des Reichstages zu beseitigen sei, wird von der „Nordd. Allg. Ztg." als aus Erfindung beruhend erklärt. — Das Abgeordnetenhaus erledigte heute die auf der Tagesordnung stehenden, kein allgemeineres Interesse bietenden Petitionen und eine Reihe von Wahlprüsungen in unerheblicher Debatte fast durchweg nach den Anträgen der Commissionen. Die Wahl Simons von Zastrow wurde entgegen dem Corn-* Politische Ueberficht. Gießen,. 25. März. Unter den in der Reichshauptstadt versammelten Parlamenten wird das preußische Herrenhaus wieder einmal die allgemeine Auj- nurksamkeit in besonderem Grade auf sich ziehen, da im Herrenhause dieser Tage die zweite Lesung der kirchenpolitischen Vorlage beginnt. Es ist bereits bekannt, daß die Beschlüsse der zur Vorberathung des Kirchengesetzes eingesetzt gewesenen Herrenhaus-Commission, trotzdein, daß dieselben einstweilen geheim gehalten werden sollten, den ursprünglichen Regierungs-Entwurf noch mehr zu Gunsten der Kurie verändert haben und bezweifelt man nicht, daß die Vorlage in ihrer abgeänderten Gestalt auch die Zustimmung des Plenums finden wird. Mit besonderer Spannung sieht man dem Eingreifen des Bischofs Dr. Kopp in die betr. Verhandlungen entgegen, da er in der kirchenpolitischen Commission eine auffallende reservirte Haltung beobachtete; aus seinen Ausführungen wird man nun hoffentlich ersehen, ob der Vatikan das neue Kirchengesetz endlich als die geeignetste Grundlage betrachtet, aus welcher sich der definitive Friedens- jchluß zwischen Berlin und Rom vollziehen lassen wird. Daß der Fuldaer Bischof seine Instructionen längst aus dem Vatikan erhalten hat, steht wohl kaum zu bezweifeln, hierfür spricht auch schon der Umstand, daß die so viel erörterte Romfahrt des Herrn Dr. Kopp unterblieben ist. Uebrigens wird aus Berlin gemeldet, daß die etwas auffällige Abwesenheit des Bischofs bei der Feststellung des Berichts über die kirchenpolitische Vorlage in der Commission lediglich auf eine geschäftliche Verhinderung desselben zurückzusühren ist und dürste er zur Stunde behufs Teilnahme an den Plenar-Verhandlungen wieder in Berlin eingetroffen sein. In den parlamentarischen Dispositionen im Reichstage für diese Woche scheinen in letzter Stunde noch Veränderungen eingetreten zu sein. Wenigstens hat der Reichstag am Dienstag — die Montagssitzung fiel in Folge des Geburtstages des Kaisers aus — nicht, wie mit solcher Bestimmtheit erwartet worden war, die zweite Lesung der Branntwein-Monopol-Vorlage begonnen, sondern zunächst den Gesetzentwurf über die Communal-Besteuerung der Offnere in dritter Lesung erledigt. Auch unter den übrigen Punkten der ziemlich reichhaltigen Tagesordnung für Dienstag befand sich die zweite Lesung dec Monopol-Vorlage nicht, so daß der Reichstag in dieselbe wahrscheinlich erst gegen Ende dieser Woche eintreten wird. Was die zweite Berathung der Socia- listen-Vorlage onbelangt, so soll dieselbe nächsten Montag ihren Anfang nehmen, die ursprüngliche Mittheilung, wonach die fernere Plenarberathung der letztgenannten Vorlage an diesem Donnerstag stattfinden sollte, ist schon dadurch hin- fällig geworden, daß wegen des auf diesen Tag fallenden katholischen Feiertages Maria Verkündigung) die parlamentarischen Sitzungen wohl überhaupt aus- sallen werden. Durch k a i s e r l i ch e O r d r e sind mehrere organisatorische Veränderungen in der Kriegsmarine angeordnet worden. Dieselben beziehen sich aus die Einsetzung einer Torpedo-Jnspection als obere Fachbehörde für das Torpedowesen, mit dem Sitze in Kiel, aus die Bildung einer dritten Matrosen-Artillerie- Abtheilung zu drei Compagnien mit dem Garnisonorte Lehe und aus die Bildung einer fünften Compagnie bei den beiden Werst-Divisionen. Die Lütticher Unruhen haben in Jemevpe, einem der industriellen, von einer zahlreichen Arbeiter-Bevölkerung bewohnten Vororte Lüttichs, und ebenso iy Seraing ein Nachspiel erfahren. In beiden Orten kam es zu Zusammenstößen zwischen der Gensd'armerie und den offenbar von anarchistischen Emissären aufgehetzten Arbeitermoffen, wobei aus beiden Seiten Blut floß; besonders ernst scheint die Lage in Seraing zu fein, da es der belgische Kriegs- Minister für nothwendig befunden hat, sich dorthin zu begeben und sich von dem eigentlichen Stande der Dinge zu überzeugen. Außerdem wird aus Ans gemeldet, daß daselbst ein neuer Strike der Kohlengruben-Arbeiter ausgebrochen Ü und auch hier müssen die Sachen ziemlich bedenklich flehen, da zwei Schwadronen Carabiniers nach Ans abgegangen sind. Dagegen ist der Sonntag in Brüssel, für welchen Tag in den Vorstädten mehrere socialistische Meetings an- Mndigt waren, durchaus ruhig verlausen, wozu jedenfalls die umfassenden Sicherheitsmaßregeln, welche die Behörden getroffen hatten, das Ihrige Beige* tragen haben. — Es liegen indessen Symptome dafür vor, daß mit den erwähnten Vorgängen in Lüttich, Jemeppe u. s. w. die Bewegung, welche nunmehr euch die belgische Arbeiterwelt ersaßt hat, noch keineswegs wieder zum Abschlüsse IXXXXM i der Stadt Y.rch- M Mv BW , \uwn\tn ober t tn m der Erped. U de u.il Zubehörs Neuenweg N-,; t Migen. «aurir >md fir,f Hflfnt W® gM missions-Antrage für giltig erklärt. Bei Erörterung von Petitionen zum Schutze der Landwtrthschafl weifen Rauchhaupt und Tiedemann auf die der Landwirth« schäft drohende Krisis hin. Rauchhaupt fordert die Aenderung der spanischen SprittKlausel, die das deutsche Spritgeschäst schädige. Meyer (Breslau) warnt vor Erhöhung von Exportprämien. Dirichlet weist die Behauptung, daß der Hamburgische Senat die spanische Sprit-Klausel unrichtig auLlege, zurück. Alsdann wird die beantragte motivirte Tagesordnung fast einstimmig angenommen. Freitag Kanaloorlage._________________________________ Reichstag. E. R. Berlin, 24. März 1886. Am Tische des Bundesraths: v. Bötticher. Zur Verhandlung steht der Antrag des Abg. Auer betr. die Organisation von Gewerbeschiedsgerichten. Die Commission beantragt Ablehnung der Aucr'schen Vorschläge, dagegen die Annahme folgender Resolution: „Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstag den Entwurf eines Gesetzes, betreffend die obligatorische Einführung von Gemerbe- gerichlen, mit der Maßgabe baldthunlichst vorzulegen, daß die Beisitzer derselben zu gleichen Theilen von den Arbeitgebern und von den Arbeitern in getrennten Wahlkörpern und in unmittelbarer gleicher und geheimer Abstimmung gewählt werden. Abg. Dr. Schneider (5fr.) beantragt, das Wort „obligatorische" zu streichen. Man könne die Einführung von Gewerbegerichten nur obligatorisch machen, wenn das Reich die Kosten dieser Einrichtung tragen wolle; die Gemeinden dürfe man zu einer solchen Ausgabe nicht zwingen. Abg. Kayser (Socdem.) ist mit der vorgeschlagenen Resolution einverstanden, da ein Mehr vor der Hand nicht zu erreichen ist. Geh. Rath Bosse erklärt sich für den Antrag Schneider. Abg. Str u ckmann (natlib.) ist für die Streichung des Wortes „obligatorisch". Durch Einführung obligatorischer Gewerbegerichte würde man einen Schematismus schaffen, der für die Arbeiter besonders schädlich ist, denn die Schiedsgerichte können nicht überall, vielmehr nur in gewissen Centren bestehen. Die Debatte wird darauf geschlossen und nach Ablehnung des Antrags Schneider die Resolution unverändert angenommen. Es folgt die erste Bcrathung des von dem Abg. Viereck (Socdem.) eingebrachten Gesetzentwurfes, betr. die Aufhebung des Reichsgesetzes vom 9. Juni 1884 gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen. Abg. Viereck begründet den Antrag. Die meisten Attentate seien durch agents provocateurs, durch Polizeispitzel, veranlaßt worden. Auch die letzten Hochverraths- prozesse, der berüchtigte Zeuge Porsch, der Zeuge Jhring-Mahlow bestätigten diese Auffassung. Ebenso habe er die Ueberzeugung, daß das Niederwald-Denkmals-Attentat ursprünglich durch solche agents provocateurs veranlaßt sei. Der Cäsarismus brauche diese Mittel, um das rothe Gespenst recht schlimm auszumalen und im Parlament die reactionärsten Maßregeln durchzusetzen. Attentate, und besonders durch Polizeispitzel inscenirte, würden durch kein Gesetz verhindert werden können. Das sogen. Dynamit- geseh sei besonders durch eine vom Abg. Windthost im Jahre 1878 in Vorschlag gebrachte Resolution veranlaßt worden. Es charakterisire sich als ein Product der lieber eilung; der Bericht über das Gesetz sei damals mit solcher Hast verfaßt und erstattet iuerben, daß es sich als eine Carrikatur darstelle gegenüber der Vorsicht und Gewissenhaftigkeit, welche seiner Ansicht nach bei Gesetzvorlagen geboten sei. Präsident v. Wedell ruft den Redner wegen dieser Kritik zur Ordnung. Abg. Viereck (fortfahrend): Thatsüchlich scheinen bisher Fälle, in denen durch das Gesetz Dynamitattentate verhindert, überhaupt nicht vorgekommen zu sein, wogegen die Fälle, in denen durch das Gesetz der legitime Gebrauch des Dynamits drakonischen Strafen unterstellt wurde, reichlich seien. Redner unterwirft die einzelnen Paragraphen vom juristischen Standpunkte einer eingehenden Kritik. Das Gesetz sei damals „im Ramsch" angenommen worden. (Der Präsident rügt diesen Ausdruck als un- Parlamenlarisch.) Abg. Dr. Windthorst (Ctr.) bittet, über den Antrag zur Tagesordnung überzugehen. Die Art, wie der Vorredner das Entstehen der Attentate erklärt habe, sei doch sehr absonderlich. Die Anarchie sei in der Thal eine sehr große Gefahr; und außerordentlichen Zuständen gegenüber seien außerordentliche Maßregeln nothweudig. Deshalb sei auch das Gesetz s. Z. mit so großer Majorität angenommen. Je mehr wir den berechtigten socialistische» Anforderungen entgegenzukommen geneigt sind, um so fester müssen wir gegen alle anarchistischen Unternehmungen gewappnet sein. Gegen Anarchie kenne ich keine Milde und keine Schonung. Abg. Lenzmann beantragt die Verweisung an eine Commission von 14 Mitgliedern. Thatsache ist, daß das Gesetz revisionsbedürftig sei, sonst würde ein großer Schaden weiter fortwirken. Schon jetzt haben viele Unschuldige gelitten und das könne keineswegs die Gnadeninstanz immer gut machen. Er bitte also, das Gesetz zu revidiren und zu diesem Zweck es commissarifcher Berathung zu unterwerfen. Hierauf wird gegen die Stimmen der Socialdemokraten und weniger Mitglieder der freisinnigen Partei einfacher Ucbergang zur Tagesordnung beschlossen. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr. Branntweinmonopol-Vorlage. Telegraphische Depeschen. ÄBoIfP» telegr. Correspondenz • Brrrearr. Berlin, 24. März. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht folgenden Erlaß des Kaisers an den Reichskanzler: „Noch ist die freudige Bewegung, welche jüngst bei der Feier Meines fünf; undzwanzigjährigen Regierungs - Jubiläums durch das ganze Land ging, Mir in lebendiger Erinnerung, noch ist der tiefe Eindruck, welchen Ich durch zahlreiche Huldigungen an jenem Tage empfunden, Meiner Seele nicht entschwunden, und schon wieder nach Verlauf von nur wenigen Wochen stehe Ich vor der Fülle von Glück- und Segenswünschen, welche Mir von Meinem geliebten deutschen Volke von nah und fern zur Vollendung Meines neunundachtzigsten Lebensjahres am 22. März in mannigfaltigster Weise dargebracht worden sind. In Adressen und Telegrammen wird Mir von städtischen und kirchlichen Gemeinden, von Korporationen, Vereinen, Verbänden und Anstalten jeglicher Art Liebe und Anhänglichkeit auf's Reue bestätigt. Poesie, Musik, Malerei und Kunstgewerbe sind in den Dienst des Tages gestellt, Mir auch sichtbare Zeichen treuer Ergebenheit zu gewähren. Ueberall im Lande ist die Wiederkehr Meines Geburtstags als nationales Fest begangen worden. Inmitten des reichen Blumenflors, welcher Mir von verschiedenen Seiten gespendet wurde, schlägt Mein Herz in dankbarer Freude über die erhebenden patriotischen Kundgebungen. Aus ihnen schöpfe Ich erneut die Kraft und das Vertrauen, trotz Meines Alters für des Volkes Wohlfahrt in ernstem Bemühen auch ferner, so lange es Gottes Wille ist, zu wirken, tief gerührt von so vielen Beweisen warmer Theilnahme drängt es Mich, Allen, welche durch liebevolle Aufmerksamkeiten beigetragen haben, Mir den neunzigsten Geburtstag zu einem weihevollen Festtage zu gestalten, den innigsten Dank dafür auszusprechen. Ich beauftrage Sie, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntniß zu bringen." Berlin, 24. März. Dem Magistrat ist auf die an Se. Majestät den Kaiser aus Anlaß Allerhöchstdesfen Geburtstags gerichtete Glückwunsch - Adresse folgendes Schreiben zugeganaen: Die theilnehmenden Worte, mit welchen Mir der Magistrat seine Glückwünsche tu Meinem Geburtstage dargebracht hat, haben Mich sehr angenehm berührt. Ich danke demselben aufrichtig für diesen erneuten Ausdruck seiner verehrungsoollcn Gesinnung. In Demuth darf Ich in dem Alter, welches Ich erreicht habe, bekennen: Gott hat es wohl mit Mir gemeint. Er hat nicht nur Meine Regierung durch wunderbare Erfolge reich gesegnet, er hat gnädig Mir auch gestattet, dieser Erfolge bis auf den heutigen Tag Mich zu freuen und Mir zur Erfüllung Meines fürstlichen Berufes fortdauernd Kraft verliehen. So hoffe Ich denn mit dem Magistrat, daß Meine ernsten Absichten, des Volkes Wohl in ruhiger Friedensarbeit zu heben und zu fördern, auch fernerhin zu einem guten Gelingen führen werden. Berlin, den 24. März 1886. gez. Wilhelm. Karlsruhe, 24. März. In der ersten Hälfte der vergangenen Nacht hatte der Erbgroßherzog Schlaf mit bedeutender Temperatur - Herabsetzung, bei Tagesanbruch stieg die Temperatur. Die Pleuritis ist unverändert, der Gelenkschmerz geringfügig. Wien, 24. März. In Vorarlberg ist in Folge einer Erdabrutschung der Bahnverkehr augenblicklich unterbrochen. Die Züge von Lindau fahren nur bis Bludenz. An der Freimachung des Bahnkörpers wird eifrig gearbeitet. Wien, 24. März. Der Erzherzog Karl Ludwig ist an den Masern erkrankt. Die Krankheitserscheinungen treten in mäßigem Grade auf. Lüttich, 24. März. Die Strikebewegung der Grubenarbeiter der in der Umgebung der Stadt befindlichen Grubenrevlere hat weiter um sich gegriffen. Für die Verhütung von Unordnungen ist die Verstärkung der Truppen angeordnet. Die Ankunft weiterer 500 Mann ist für heute Nacht angekündigt. Die Stadt selbst ist ruhig. Brüssel, 24. März. Dem Journal „Nation" zufolge findet hier morgen eine große Anarchistenversammlung statt. Lüttich, 24. März. Die Arbeitseinstellung in den in der Nähe der Stadt besindlichen Gruben ist eine allgemeine. Vor der Stadt haben sich augenblicklich gegen 1500 Arbeiter angesammelt, da in den Werken von Marguerite, Lahaye und Esperance die Arbeit eingestellt ist. Von den bei den letzten Ruhestörungen Betheiligtcn sind 27 vor Gericht gestellt. Die Artillerie und die Bürgergarde sind unter Waffen, die Garnison ist consignirt. — Der bei den Unruhen am 19. dss. Mts. verhaftete Wagner, welcher die Menge durch Reden zur Plünderung aufgefordert hatte, wurde zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. — In Cockerill ist ein neuer Strike ausgebrochen. Der Strike der Stahlarbeiter in Angleur und Tilleur verläuft friedlich. — Vielfach werden aufreizende Brochüren mit dem Titel „Volkskatechismus" vertheilt. London, 24. März. Als die Königin und die Prinzessin Beatrice heute Nachmittag spazieren fuhren, stürzte ein Mensch auf ihren Wagen zu und warf einen Brief hinein. Der Mensch wurde sofort verhaftet; es scheint nach dem angestellten Verhör ein Geistesgestörter zu sein. Die Königin setzte ihre Spazierfahrt fort. London, 24. März. Unter dem Vorsitze des Lordmayors wird am 30. d. M. in der Guildhall ein Meeting der Citywähler stattfinden, um gegen die Herstellung eines Sonderparlaments in Dublin zu proteftiren. Petersburg, 24. März. Das „Journal de St. Petersbourg" tadelt scharf das Verhalten des Fürsten von Bulgarien, welches eine Mißachtung der Beschlüsse Europas bekunde und das Vertrauen der Mächte zu dem Fürsten erschüttere. Dasselbe müsse auch Griechenland bestimmen, den diplomatischen Vorstellungen kein Gehör zu geben. Newyork, 24 März. Der Verkehr der Güterzüge auf der Kansasbahn ist noch suspendirt. Die Bahndepots sind polizeilich beseht. Universität^ - Ehrouik. Jena, 20. März. Die durch den Weggang des Herrn Professors Dr. Steinmann nach Freiburg i. B. erledigte Professur für Mineralogie und Geologie an hiesiger Universität ist vom 1. April d. I. ab durch Berufung des Herrn Dr. Kalkowsky in Gotha neubesetzt worden. Lokale-. Gießen, 25. März. Einen jähen Tod erlitt gestern Nachmittag ein junger Mann, Posteleve Josef Wolf aus Bingen, in den Fluthen der Lahn. Mit einem Freunde und Collegen sich von der Lahnbrücke das Hochwasser beschauend, wollte er von einem Brückenvorsprung auf den Chausseedamm in der Gegend des Schweine- marktes springen, glitt dabei aus und stürzte rückwärts in die tosende Fluth, welche ihn unter dem ersten Brückenjoch, nächst der Pulvermühle, mittiß. Der Pulvermühle gegenüber stand er sodann einen Moment aufrecht, um Hülse rufend, um sodann im Wasser zu verschwinden. Sein Freund, Posteleve Gaul, sprang dem Unglücklichen in das Wasser nach, mußte jedoch wieder unikehren, da ihn die Kräfte zu verlassen drohten. — Der Verunglückte wird uns als ein sehr begabter hoffnungsvoller junger Mann geschildert, welcher bei seinen Vorgesetzten und College» äußerst beliebt war unb in seinem Fache seinen Eltern noch große Freude hätte machen können, wenn ihm nicht das Schicksal ein so frühes Ende bereitet hätte. Trauernd und klagend stand fein Vater heute Morgen an der Unglücksstätte, wo fein und des Verstorbenen Mutter größtes Hoffen zu Grunde ging. Möge der gütige Gott den trauernden Elternherzen Trost bringen, den sie so sehr bedürfen. — Von competenter Seite wird uns mitgetheilt, daß vom Vorstand des hiesigen (alten) Turnvereins in feiner Sitzung vom Gesttigen 117 neue Mitglieder ausgenommen wurden. Darnach hat der Verein seit den bekannten Vorgängen auf dem 48. Gau- turntage bis jetzt einen Zuwachs von 288 Mitgliedern erfahren, sodaß derselbe nunmehr 7il Mitglieder zählt. Es wird uns weiter berichtet, daß verschiedene auswärtige Turnvereine geneigt sind, mit dem Turnvereine Gießen zur Bildung eines neuen Gaues zu schreiten. Da, wie wir hören, hierzu die einleitenden Schritte soeben gethan werden, so läßt sich hoffen, daß in ganz kurzer Zeit ein Resultat erzielt wird, von welchem wir wünschen, daß es der Turnsache zur Förderung gereichen möge. — Gestern Nachmittag wurde auf dem Marktplatze ein Kind von einer Chaise überfahren und anscheinend erheblich verletzt. Vvn einem Schutzmanne wurde es in ein naheliegendes Haus gebracht. — sTheater.j „Doctor Klaus", das altbekannte Lustspiel L'Arronge's, ist wieder einmal heroorgeholt worden, um morgen zum Benefiz für §rl. Belgrad aufgeführt zu werden. „Doctor Klaus" gehört zu den beliebtesten Lustspielen beim theaterbesuchenden Publikum und wird seine Wiederholung gewiß Vielen angenehm sein. Die Benificiantin, Fräulein Belgrad (welche die Julie spielt), hat also mit der Wahl des Stückes gewiß einen guten Griff gethan und ist bei ihrer Beliebtheit gewiß auch ein gut besuchtes Haus zu erwarten. Vermischtes. Darmstadt, 24. März. In der Schwurgerichtsverhandlung wegen Raubmordes an dem Maler Fach ist heute nach den Repliken und Dupliken des Staatsanwalts und der Vertheidiger das Ilrtheil ergangen. Die Geschworenen verneinen die Fragen bezüglich des Mordes an Fach und des Mordversuchs an Frau Fach. Die Angeklagten Oldendorf und Kern wurden deshalb wegen Raubes unter erschwerenden Umständen zu lebenslänglichem Zuchthaus und wegen vorherigen schweren Diebstahls bei Stelzer zu zwei weiteren Jahren Zuchthaus verurtheilt, da eine Gesammtstrafe für diese beiden Verbrechen ausgeschlossen war; außerdem wurde denselben Aberkennung der Ehrenrechte, die Kosten des Verfahrens unb Stellung unter Polizeiaufsicht zuerkannt. Vörde, 22. März. Das schreckliche Brandunglück in der Waisenhausanstalt ist, rote bte „Barmer Zeitung" aus sicherer Quelle erfährt, durch die grenzenlose Un- besonnenhett eines Lehrgehilfen entstanden. Es roar vom Hausvater der Anstalt der strenge Befehl gegeben worden, daß Abends um 9 Uhr alle Lichter in dem jetzt ab' gebrannten Gebäude gelöscht werden sollten. Der Gehilfe, dessen Zimmer ebenfalls in diesem Gebäude lag, roar jedoch bis zu dieser Stunde noch nicht mit seinen Arbeiten fertig und begab sich, um dieselben ju vollenden, in ein Nachbarhaus. Seine noch brennende Lampe schloß er in einen Wandschrank, um beim Nachhausekommen noch Ltcht zu haben. Ob nun die Lampe im Schranke explodirt ist oder ob das Holz des Schrankes Feuer gefangen hat, kann nicht festgestellt werden; Thatsache ist aber, daß ber Herd des Feuers in dem Zimmer des Gehilfen lag. Der bedauernswerthe junge ta.b'm feine Vorgesetzten das beste Zeugniß ausstellen, hat seine Unvorsichtigkeit selbst eingeftanben. — Am 14. dss. Mts. langte der Prinz von Wales zu kurzem Verweilen in Pans an und begab sich sofort in das Palais des Barons Rothschild, woselbst er zum Frühstück geladen roar. Bei der Tafel sagte der Prinz von Wales, als man das Roastbeef fervirte: „Merkwürdig! Das Fleisch ist genau so, wie ich es daheim jeden Morgen aufgetifcht bekomme." Lächelnd rief die Baronin: „Es kommt auch aus London von dem Fleischer, der Eure Hoheit immer bedient." — „Aber", meinte der englische Thronfolger, „auch die Zubereitung ist dieselbe. — „Das kommt wohl daher," erwiderte der Hausherr, „daß ich telegraphisch den Koch vom Londoner 5l,ll> t Mtn *jlit b« * durch Ar j{0 5) G « schMlch Wirt fy,n2 fn die V bei ßkltzM t Sw imb «er«' gießen, den 2». W 2|32 Großherzc «•‘ML3* & inWtoerb VS? diesseitige Gut' ttnst ereilen. Hießen, den 17. U M Gmher L$® 6'N«N 5*5? Ctm. $ ■ Netten Mr Cchiith. Wmt ÄIN Nachmittag ijjt der Posteleve Wolf aus Bin W m Ließen, dahier in die Lahr rrunken. Die Leich '.i anbei und mird i'orjchmrgen nach ft nachrichtigung im A dicht. Der ßrtrunk it, etwa 1,60 3) IhMp Ham und hauen, Weta Gesichtsfarbe, Ans l art, trug eine H kleidet mit bunte! fi:elirtem Rock, g li.nde und ivahrj lenen Hemde. Gießen, den 21 Der Großherzoc M dem Landg Gießene bm von Vormitl T® im Gießenei Mieten .HM ^verzeichnetes wi: Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Der Entwurf des Voranschlags der Gemeinde Gießen für das Etatsjahr 1886/87 liegt acht Tage lang aus dem Bureau der unterzeichneten Behörde zur Einsicht jedes Betheiligte« offen. Gieße«, den 24. März 1886. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 2150 Ortskrankenkasse Giessen. Dienstag, den 30. März c., Abends 8*/2 Uhr Ordentliche Generalversammlung Lm Cafö Schwinn. Tagesordnung: Berichterstattung und Abnahme der Rechnung. 2119 Der Borstand. Frühjahrs-Ausverkauf L-LLL" » zu sehr billigen Preisen. 2025 ■■■■■■ Musterschirme dieser Saison. nW'i—Hi-m ________Johannes Zufall. Seltersweg 30. Die beliebten, früher von Herrn W. Kohler fabricirten Amerik. 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Der Großherzogliche Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Jnngen-Herren-Elub hierher kommen ließ, um das Roastbeef nach Ihrem Geschmacke tuuibemten." Nach kurzer Pause sagte der Prinz heiter: „Lieber Baron, wir sind Q[tc Freunde, lasten Sie mich erfahren, wie viel ungefähr mein Roastbeef gekostet baden mag?" Baron Rothschild entfernte sich für einige Minuten; bei seiner Rückkehr sagte er: „Mit der Remuneration für den Koch — viertausend Francs." A. Brennholz. Scheith. Prügelh. Stockh. Reish- Rmtr. Rmtr. Nmtr. Wellen 19 145 44,8 2046 Handel und Vermehr. — sPoftalischcs.j Pom 1. April ab können nach Japan, und zwar nach den Orten Hiogo oder Kobe, Hokodate, Kioto, Nagasaki, Osaka, Tokio und Uokohama, buidi die deutschen Postanstaltcn Zahlungen bis zum Betrage von 500 Franken im Wege.der Postanweisung vermittelt werden. Der einzuzahlende Betrag ist auf dem Postanweisungssonnular in der Frankenwährung anzugeben; die Umwandlung in die Markrechnung wird durch die Einlieferungspostanstall bewirkt. Die Gebühr beträgt 20 für je 20 A oder einen Theil von 20 A, ^mindestens jedoch 40 Der Abschnitt kann zu schriftlichen Mittheilungen jeder Art benutzt werden. Nach Tokio und Yokohama können die Postanweisungszahlungen auch telegraphisch, gegen Entrichtung der Telegrammgebühren, überwiesen werden. MltzeWe MMHnkn. Am 1- April d- I. tritt der Nachtrag II. zurr Oberhessisch—Hessischen Vieh- rc. Tarif in Kraft, über dessen Inhalt sämmt- liche diesseitige Güterexpeditionen Auskunft ertheileu. Gießen, den 17. März 1886. 2133 Großherzogliche Direction. B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 359 Eichenstämme mit 105,63 Festmeter, darunter Stämme bis zu 48 Ctm. Durchm., 10 Fichtenstämme mit 3,38 Festm., *11 Fichtenstangen „ 1,16 „ Die Zusammenkunft ist auf der Khauffee nach Schiffenberg, am Eingang des Waldes. Gießen, am 22. März 1886. Trrßherzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 2046 Ein Haus in bester Lage der Stadt, welches sich zu jedem Geschäft eignet, ist unter guten Bedingungen zu verkaufen. Näheres bei 2096 Wilh. Krämer. MMsische " Die Lieferung von 173 Weichen» schwellen aus Eichenholz (ca. 600 lfd. Mr.) soll vergeben werden- Die Bedingungen sind bei unserer Magazinsoer- waltung und unserer Station Alsfeld einzusehen, Angebote versiegelt und mit bezüglicher Aufschrift versehen bis zum 30. Mörz d. I. dahier einrureichen. Gießen, den 20. März 1886. 2132 Großherzogliche Direktion. Hölzverfteigerrmg im Gießener Stadtwald. Montag den 29. März 1886, von Vormittags 9 Uhr an, ' s-8 im Gießener Stadtwald in den Districten Heegstrauch und Oberhag nachverzeichnetes Holz versteigert werden: SS W S-s $5liH i[ *"'■ '-«LZ :ntr ikt. * ;ul*8tn Äjta «*ce h-iu, 01 W mb ®at ,; - s b«n oJr£ mrd am 30. >, 8'8m di- perit,. S"w9‘ labelt fr ■ y1“"« brr Bei« tllm et^üttere. Soriteaungen fein $ taS*babniHi, nftfmd 2’Sfrromi'i ft ffc Sri- ««h"' leftett LMM *• nriB ®*" IM nblun« »*« * Inpfiltn beb farm® an grau g* ? , jchmer-n D-M rine @efi*V 3S,»w * Nachmittag ein jur;: ^cr Lahn. Mii r beschauend, Gegend des EÄM ie losende Flch M hiß. Ter PulM^i niftnb, um sodm te ■ Kann, 2066 Lindenplatz. Alle Neuheiten in Sonnenschirmen empfiehlt in größter Auswahl zu bekannt billigen Preisen die 2149 Mainzer Schirmfabrik Geschwister Dorsch, Settersweg. Repariren und Ueberziehen der Schirme wird sofort besorgt. Kiel, 25. März. Die deutscheu Postdampfer beginnen heute, Donnerstag, ihre planmäßigen Postfahrten zwischen Kiel und Korsör. Limburg, 24. März. Rother Weizen A 15.00, weißer Weizen A 14.98, Korn A 1075, Gerste A 8.10, Hafer A 6.85, Saathafer A 7,30, Kartoffeln ä 100 Pfund A 0.00. Erbsen ä 100 Pfund A 00.00. nunmehr 18 Jahre so beliebte, trotz aller Nachahmungen urrüber- troffene Haarwasser von Retter, München (staatlich geprüft und begutachtet), welch, statt Oel ob. Pomade tägl. gebraucht bestens zu empfehlen ist, verkauft zu 40 u. A 1,10 I. H. Fuhr, Sonnenstratze 25, Gießen. 771 Holzoerkaus. Montag den 29. d. Mts., Vormittags um 11 Uhr, sollen auf dem Gemeindehaus zu Allertshausen circa 100 Festmeter Fichten-Stammholz erster Qualität, von 20 bis 50 Ctm. Durchmesser, bis zu 22 Meter Länge, verkauft werden. 2137 Allertshausen, den 22. März 1886. Großh. Bürgermeisterei Allertshausen. Herber, Beigeordneter. 45 4520 2146 Der Bürgermeister. Keil. Holzversteigerung in der Gemeinde Cleeberg. 1. Eichen-Bauholz im Mohrswald und Rühlheck Mittwoch den 31. März lfd. I?., des Vormittags um 10 Uhr. Zusammenkunft im Mohrswald, Nachmittags um 2 Uhr in der Rühlheck. 191 Eichen-Bau- und Schneidestämme von 149 Festmeler, 90 Stück Eichenstämme von 32 Festmeter, zu Gruben- und Wagnerholz geeignet. 2. Brennholz im Mohrswald und Rühlheck Donnerstag den 1. April Ifb. Js., Vormittags um 10 Uhr. Zusammenkunft im Mohrswald (Das Holz in der Rühlheck kommt im Mohrswald zum Ausgebot.) 71 Rmtr. Eichen-Scheit, 38 „ „ Knüppel, 2675 Stück Eichen-Wellen, 100 „ Buchen- „ 3. Nutz- und Brennholz im Gaulskopf und Niederlag. Freitag den 2. April l. I., Vormittags um 10 Uhr. Zusammenkunft am sogenannten Zechenhaus. „ Nabel-Derbholzstangen 1., 2. unb 3. Kl, „ Nabelholz-Stangen 4., 5. und 6. Kl., zu Hopfen- und Bohnenstangen, Rmtr. Eichen-Knüppel, „ Weichholz-Knüppel, Nadelholz- „ 2375 Stück Eichen-Wellen, 450 „ Nabelholz-Wellen. Cleeberg, ben 20. Marz 1886. Stück Eichen - Derbholzstangen 1., 2. und 3. Kl., „ Nabelholz-Stämme von 3,47 Festm-, • Aeisgeöotenes. sowohl für Neugeborene, als für Knaben und Mädchen jeden Alters und jeder Größe, Taufkleider, Piqu6- Kleidchen, Mäntel und Paletots in neuesten Fayons und Arrangements empfiehlt in größter Auswahl und billigsten Preisen das Wäsche- u.Ausstattungsgeschäft von Jos. Mark, 2148- 5 Schulstraße 5. Rohseidene Bastkleider (ganz Seide) Mk. 15.so Pf» per kornpU Robe, sowie schwerere Qualitäten versend, bei Ab- F ' nahm- von mindestens zwei Roben zollfrei in's Haus das Seidenfabrik-Döpot 6. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgeheizd- Briefe kosten 20 Porto. ' 627 Pflanzenkübel, Rsuleaurftangen, Schließkörbe, Koffer rc. empfiehlt billigst 2131 Louis Lony, Holzwaarenlager. 2145 Unterzeichneter empfiehlt beste Qualität Vollmilch, Limburger Käse, Handkäse aus einer Vogelsberger Dampfmolkerei, Tägl. frische Käsematten u. sauren Rahm stets aus meinem Wagen zu haben und Selters weg 35 im Hinterhaus. Hch. 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Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. 2142 Der Vorstand. ralmeD^rten Frankfurt a. 1 Grosser Bosen-, Azaleen- und. Csamelieu-Flor, 2ui LiederkränzT Samstag den 27. Mär) 1886: 2158 Abendunterhaltung im Cafe Leib. Anfang 8 Uhr. Der Vorstand. Die Rauchbelästigung in den Wohnräumen. Vielfach besteht die Meinung, daß bei Schornsteinen, welche nicht über die Dachspihe aufgeführt sind, wegen ungenügender Rauchabführung bei Stürmen zum Schutz gegen dieselben nur abgeholfen werden kann, wenn die Schornsteine erhöht werden und dies geschieht in der Regel mit eisernen Röhren, und meistens in einer Weise, wodurch die Reinigung der Schornsteine mit Lebensgefahr verbunden ist und nur mangelhaft ausgeführt werden kann. Um diesen Mißständen entgegen zu treten, erkläre ich mich zur näheren Auskunfts- Ertheilung gerne bereit, unter Garantie und Erstattung der ohnehin nur genügen Auslagen event. auf Wunsch das Nöthige selbst zu effektuiren. 2159 Franz Uebl, Steinstraste 51. Montag, 29. cr„ Abends 8!2 Uhr: Außerordentliche Generalversammlung bei Kamerad ü£ühl (Restaur. Bram m.) Tagesordnung: Zusatz zu § 5 der Statuten.2143 Oswalds Garten. Theater Wallenda* Oswalds Garten. Heute Donnerstag, den 25. März, Abends 8 Uhr: Letzte große Gala-Abschieds-Vorstellung. Comurrenz Arbeiten sämmtlicher Künstler und Künstlerinnen. Vorführung sämmtlicher dressirten Hunde. Zum Schluß: EMST Große Pantomime. Zu dieser außerordentlichen Vorstellung lade ich nochmals ganz besonders ein, indem ich mit meiner Gesellschaft alles aufbieten werde, um diese letzte Vorstellung der glanzvollsten zu gestalten. Zugleich sage ich herzlichsten Dank für den mir zu Theil gewordenen Besuch und bitte die geehrten Herrschaften mich und meine Gesellschaft in gutem Andenken zu behalten. Herzliches Lebewohl! Auf Wiedersehn! 2147 Achtungsvoll JL Walternier Direktor. Cafe Eiohtsx- Schloßgasse 9 empfiehlt vorzüglichen Mittagstisch zu billigem Preise. 2136 2200 Mark Kapital werden gegen gute hypothekarische Sicherheit alsbald zu leihen gesucht. Offerten bittet man unter Chiffre A. W. Liebig- straße 9 abzngeben.______________ 2135 2138 Ein junges Mädchen von hier zu Hausarbeit gesucht. __Schillerstraße 19 II. 2140 Ein tüchtiges reinliches Kindermädchen, welches nähen und bügeln kann, wird sofort gesucht. Frau Paul Oehler, __Offenbach, Obermainstraße 71. 13841 Schüler des Gymnasiums oder Realgymnasiums finden liebevolle gute Pension. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Als Antwort auf die Anfrage in gestriger Nummer dieses Blattes erwidere ich, daß nach Maßgabe ter 9 bis 11 des Statuts zu einer Sections-Versammlung und Bericht- Erstattung noch keine gesetzliche Veranlassung vorliegt, daß ferner der Unterzeichnete nicht versamnllungssüchtig ist, sondern froh ist, wenn er die lausenden Sections-Geschäfte besorgt und über die bei ihm gestellten vielfachen Anfragen Auskünfte ertheilt hat. Außerdem ist von dem Vorstande die Abhaltung einer Versammlung und Berichterstattung bis jetzt noch nicht für nothwcndig erachtet worden. Auf Zeitungsannoncen gebe ich keine Antwort mehr. Der Vorsitzende der Section VI, Gießen, der Hess.-Nass. Baugewerks-Berufsgenossenschaff. L. Petri II. 2151 2161 Ein Kellner gesucht. Stadt Mainz. Für Schneider. Gute Rock-, Hosen- und Westen- Schneider gesucht von 2153 _____Gust. Kautz. 2156 Ein braves reinliches Mädchen wird in den Mittagsstunden zu einem Kinde gesucht. Näheres im ____Frankfurter Hof. 2084] Tüchtige Maurer und einige Steinyauer finden sofort gegen guten Lohn dauernde Beschäftigung bei Heinr. Winn. Näh, i. mein. Wohn-, Leihgestcrnerweg 24. 2085 Einen Glasergehülsen sucht ____B. Wolf, Glaser, Seltersweg 31. __ Kilchkunden für jedes Quantum, werden vont 1. April ab angenommen. Aus Verlangen wird dieselbe auch in Flaschen geliefert. Gefällige Aufträge erbitte schriftlich. 1908 ___________Fr. Textor, Hardt. Pensionäre finden freundl. Aufnahme mir vollst. Heber- wachung der Schularbeiten. Wo? sagt die E-xped- d. Bl.1567 2100 Ein Junge in die Lehre gesucht. __________PH. Mootz, Schuhmacher. Lehrmädchen gesucht. 2112 Kreuzplatz 9. -u+H+regS Dinin 2077 Ein schön geräumiges Bereinslokoi •ET.C o UL SR) — 5 ist abzugeben. Näheres bei K. Klees, Lüdwigstraße 5- Theater in Gießen. Im Saale des Herrn Gühlholh (Cafe Leib). Direktion: I. Herrmann. Freitag den 26. März 1886, 8 Uhr, 5BS9T Bei aufgehob. Abonnement Benefiz für Fräulein Adele Belgrad. Doewr Klaus Lustspiel in 5 Akten von Ad. L'Arrongc. Zu dieser Vorstellung ladet höflichst ein 2154 Adele Belgrad. Anfang 8 Uhr. — Näheres die Zettel. Redaction: A. Scheyda» — Druck und Verlag der Brtz hl'.scheu Druckerei (Fr. Ehr- Pietsch) in Gießen. 6t-18 Der „G tet Beilage > Der Ai Abonnenten, wel Den seit »nch im U. Qr Mr ti vollzählige Ern (Nr. 18" Gieß Jetr, Die naG Die diesjä mb zwar um I1 Mannschaften aller Hierher i Ad zwar um 9 «m io Uhr fj Hierher Ad zwar um 1 1% Uhr Hierher I lunb zwar um Mltt 4 Uhr Hierhi aöe !be”tlaubt; du ei