Mr. 48 Freitag den 26. Februar 1886 Wttrreanr Cchulstraße 7. Erscheint täglich mit NvSnahme deS Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit BrtagerloHa. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. politische Ueberstcht. Gießen, 25. Februar. Die Abheilungen des preußischen Staatsrathes für Inneres und Landwirthschast werden demnächst zusammentreten, um die Instructionen für die Commission zu berathen, welche mit der Ausführung des Colonisations-Gesetzes in den Ostprovmzen betraut werden soll. Dem Bundesrathe ist ein höchst zeitgemäßer Gesetzentwurf zugegangen, nämlich über den Verkehr mit Kunstbutter. In dem Entwürfe wird bestimmt, daß die Geschäftsräume und die Gefäße, worin Kanstbutler seilgehalten wird, die deutliche unverwischbare Inschrift „Verkauf von Kunstbutter" tragen müssen. Kunstbutter im Sinne des Gesetzes sind der Milchbutter ähnliche Zubereitungen, deren Fettgehalt nicht ausschließlich der Milch entstammt. Wie die Begründung ergiebt, beträgt die Gesammtproduction der Kunstbutter Deutschlands jährlich 15 Mill. Kilogramm im Werthe von 18 Mill. «X Wie bekannt, verlangt die deutsche Volksvertretung schon seit längerer Zeit die Gewährung einer Entschädigung für unschuldig erlittene Unter* suchungS- und Strafhaft, ohne daß die Reichsregierung sich zu einem entgegenkommenden Schritte entschließen konnte. Erst in der letzten Sitzung der Reichstags-Commission, welche den betreffenden Jnitiativ-Antrag zu berathen hat, wurde von dem Rüchs'Commiffar die Erklärung abgegeben, von einer Entschädigung wegen unschuldig erlittener Untersuchungshaft könne keine Rede sein, während es sich bei Freisprechung im Wiederaufnahme-Verfahren empfehle, einer Entschädigung des Freigesprochenen der Verfügung des Kaisers oder der Landesherrn zu überlassen. Wir muffen diese Erklärung aufrichtig bedauern, weil sie den Kernpunkt der ganzen Frage vollständig außer Acht läßt. Das deutsche Rechtsbewußtsein, welches in dem Rechtsgesühl des deutschen Volkes fest begründet ist, wurde durch die wiederholten Verurtheilungen Unschuldiger, welche dadurch oft um Hab und Gut gebracht wurden, entschieden verletzt. Dasselbe verlangt deshalb, daß die Rechtspflege die Wunden, welche sie unrichtigerweise geschlagen, auch wieder heile, und zwar „von Rechtswegen" und nicht „von Gnade wegen"! Ob und welche Entschädigung stattzufinden hat, dies zu be- st mnren, solle man dem richterlichen Ermeffen überlassen, natürlich an der Hand allgemeiner Normen, welche durch die Gesetzgebung festzustellen waren. Die Reichsregierung sollte es also nicht übersehen, daß es sich hier um eine Frage handelt, welche das Rechts- und Billigkeitsgefühl des deutschen Volkes bewahrt und nicht um eine Streitfrage juristischer Technik, welche so oder so erledigt rverden kann. Der Fürst von Montenegro weilte bis zum Dienstag in Wien, wo er, von Berlin kommend, bereits am vorigen Freitag eingetroffen war. Der Fürst wird in den Wiener Hofkreisen mit eben derselben Auszeichnung behandelt , hie er auch in Petersburg genossen hat und conferirte wiederholt mit verschiedenen Staatswürdenträgern, namentlich aber mit -dem Minister des Auswärtigen, Grafen Kalnoky, und dem Finanzminister und dem Minister für Bosnien, Baron Kallay. Ein Madrider Telegramm signalisirt die Einberufung von 50,000 Mann, lieber die Motive dieser auffälligen Maßregel der spanischen Regierung verlautet noch nichts Näheres, wahrscheinlich will sich aber die Regierung von etwaigen befürchteten Putschen der Republikaner und Carlisten nicht überraschen lassen. Im Westen der Pyrenäen-Halbinsel, in Portugal, herrscht eine nicht unbedenkliche Erregung wegen der Finanzpläne dec Regierung und namentlich wegen der Octroisteuer. In Oporto, Braga und anderen Städten haben große Volksversammlungen stattgefunden, in denen heftig gegen die städtischen Eingangssteuern protestirt und der Rus: „Es lebe die Republik!" laut wurde. Wie es heißt, hätte das bisherige conservative Lissaboner Cabinet auch bereis seine Demission eingereicht und würde ein fortschrittlich gefärbtes Ministerium an seine Stelle treten. Unter den Vorgängen auf der Balkan-Halbinsel stehen die serbisch-bulgarischm Friedens-Verhandlungen im Vordergrund. Am letzten dieses Monats läuft der serbisch-bulgarische Waffenstillstand ab und es begreift sich, daß von Seiten der Mächte die größten Anstrengungen gemacht werden, um bis zu diesem vor der Thür stehenden Termin den Abschluß des Friedensvertrages zu ermöglichen. Diese Anstrengungen versprechen denn auch Erfolg, denn die neuerdings auf der' Bukarester Friedens-Conferenz ausgetauchten und hauptsächlich von Serbien herrührenden Schwierigkeiten sind durch die gemeinsamen Vorstellungen der Mächte wieder beseitigt worden, so daß ein erfolgreicher Abschluß der Friedens-Verhandlungen bis zum Sonntag wahrscheinlich ist. Verstärkt wird die Hoffnung noch durch die bedeutsame Mittheilung aus Belgrad, wonach die serbische Regierung endlich ihre Bereitwilligkeit erklärt hat, zur Demobilisirung des Heeres zu schreiten. Von der griechischen Regierung liegt noch immer feine osficielle Kundgebung über ihre definitiven Entschlüsse vor. Lediglich eine Aeußerung des Ministerpräsidenten Delyannis, welche er beim Empfange der Delegirten einer Volksversammlung gethan hat, ist zu verzeichnen und in der Herr Delyannis dgzu ermahnte, alle Gerüchte über eine in der Politik der Regierung eingetretene Aenderung mit großer Vorsicht aufzunehmen. Die Regierung habe im Gegentheil keinerlei Maßregeln ergriffen, welche die umlaufenden Gerüchte von einer Aenderung in der bisherigen Politik Griechenlands rechtfertigen könnter? Schließlich forderte der Premier dazu auf, Vertrauen zur Regierung zu fassen, eine würdige Haltung zu bewahren und Anträge zu vermeiden, welche ein bedenkliches Präjudiz für die nationalen Interessen schaffen könnten. Diese Erklärungen des griechischen Ministerpräsidenten sehen allerdings noch nicht darnach aus, als ob Griechenland zur Nachgiebigkeit in seinen Gebietsansprüchen gegenüber der Türkei geneigt sei. Das Gerücht, die griechische Flotte habe den Hasen in Salamis in unbekannter Richtung verlassen, bestätigt sich neueren Nachrichten zufolge nicht- Merlin, 24. Februar. Das Abgeordnetenhaus begann heute die Be- rathung der Vorlage über die Anstellung und das Dienstverhältniß der Volksschullehrer in den Ostprovinzen und vertagte die Wetterberathung schließlich auf morgen. Der Cullusminister erklärte, die Negierung dürfe den fortwährenden Angriffen der Polen gegenüber nicht Milde und Rührung walten lassen und müsse einen festen und klaren Standpunkt einnehmen. Es liege nur an dem früheren Schwanken, wenn im Schulwesen Fehler gemacht wurden. Die beste Art der Assimilirung zweier Völker sei die gemeinsame Sprache; dies Ziel sei noch nicht erreicht. Ein gewisser Theil der zum Militärdienst wieder einberu- fenen Ersatzmannschaften habe die deutsche Sprache verlernt. Die Zahl der I jungen Leute, welche die Kenntniß der deutschen Sprache leugneten, sei im Wachsen; es sei daher nöthig, daß alle Volksschullehrer der deutschen Sprache mächtig sind. Ferner müsse man die Lehrer wie die Schüler aus der Abhängigkeit von dem polnischen Verkehr und der polnischen Seetüre befreien und ungeeignete Lehrer in andere Stellungen überführen, wo sie nützlicher wirken könnten Die Regierung sei gegenüber der polnischen Agitation, die selbst unmoralische Mittel nicht scheue, zu solchem Vorgehen berechtigt und beabsichtige weder den Gemeinden noch den Gutsherren als Schutzpatronen Unrecht zu thun und wolle keinen Rückschritt, sondern Fortschritt. Die conservativen und nationalliberalen Redner waren für die Vorlage eingetreten. Die Redner des Centrums gegen dieselbe, Virchow erklärte, die freisinnige Partei sei bereit, in der Commission Mittel zu suchen, um die deutsche Sprache auch zum Gemeingut der polnischen Bevölkerung zu machen. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Lorrrsporwem-Brrrearr. Paris, 24. Februar. Meldungen, die über französisch-chinesische Schwierigkeiten verlauten, werden von der „Agence Havas" dementirt. Die Grenzregulirungs- arbeiten wären lediglich durch ein Mißverständniß verzögert. Die Union der Gruppe der Linken in der Kammer beschloß, für den Vertrag von Madagaskar zu stimmen. London, 24. Febrttar. Vor dem Polizeigericht erschienen heute wiederum die Socialistenführer. Die Vernehmung der vom Staatsanwalt geladenen Zeugen wurde fortgesetzt und die weitere Verhandlung auf Samstag vertagt. London, 24. Februar. Der Bericht der Commission über die jüngsten Ruhestörungen im Westend kritisirt scharf das Verhalten der Polizei und bezeichnet die Vorkehrungen der Polizei bezüglich der Kundgebungen auf Trafalgar Squar als unzulänglich und umsichtslos entworfen. Der Bericht kommt zu dem Resultat, daß die Verwaltung und Organisation der Polizei eine gründliche Untersuchung erheische. Der Polizeichef Henderson erklärte vor der Commission, er habe die Absendung von 100 Polizisten nach Pallmall angeordnet, um dem Treiben des Pöbels zu steuern, aber irrthümlich seien die Polizisten nach Mall und Buckinghampalast anstatt nach Pallmall gesendet. Sofia, 24. Februar. sMeldung der „Agence Havas"0 Gutem Vernehmen nach ist die Regierung mit dem Vorschläge, nur die Wiederherstellung des Verhältnisses vor dem 14. November in den Friedensoertrag aufzunehmen, nicht einverstanden, da bereits vor diesem Tage die diplomatischen Beziehungen abgebrochen waren uvd die serbische Armee mobil gemacht und die Grenze besetzt hatte. Die Regierung beauftragte deßhalb ihren Delegirten, zu verlangen, daß ausdrückliche Bestimmungen über Wiederauftrahme der diplomatischen Beziehungen und Demobilisirung in den Friedensvertrag ausgenommen werden. Belgrad, 24. Februar. In Verfolg des jetzigen Standes der Friedensverhandlungen zwischen Serbien und Bulgarien wurden hier die mllitärischen Bestellungen sistirt. Athen, 24. Februar. Der neue türkische Gesandte Feridon Bey überreichte gestern dem Könige sein Beglaubigungsschreiben und drückte bei dieser Gelegenheit die Werthschätzung des Sultans für den König und den Wunsch des Sultans aus, die guten Beziehungen mit Griechenland aufrechtzuerhalten. Der König erwiderte, indem er die gleichen Gesinnungen und Wünsche aussprach. Washington, 24. Februar. Der Bericht der Majorität der Finanzcommission empfiehlt dem Repräsentantenhause die Annahme der (bereits angekündigten) Resolution, welche den Schatzsecretär auffordert, monatlich 10 Millionen Dollar zur Amortisirung der Staatsschuld zu verwenden, sobald der Ueberschuß des Staatsschatzes die Summe von 100 Mill. Dollars übersteigt. 8 p f a 1 c #• Gießen, 25. Februar. Im Interesse des musikliebenden Publikums, welches das am Sonntag den 28. d. Mts. in Stein's Saal stattfindende,Concert besucht, machen wir hiermit darauf aufmerksam, daß das Concert Nachmittags präcis 43/i Uhr beginnt und daß sofort nach dem Zeichen zum Anfang-die Lraat- thüren geschlossen werden. ______ Vermischte S. Alten-Buseck. Am 21. Februar feierten dahier die Eheleute Konrad Mauk und Juliana, geb. Lepper, das Fest der goldenen Hochzeit. Wegen besonderer Verhältnisse in der Familie mußte die kirchliche Feier in dem Hause der hier verheirateten Tochter stattfinden. Es wohnten derselben außer dem Jubelpaare die beiden Töchter, von denen die jüngere in Wieseck verheirathet ist, die beiden Schwiegersöhne und 11 Enkel bei. Darmstadl, 24. Februar. ^Stellvertretung.^ Wegen Abkommandirung Sr. ßLxcellenz des Generals der Cavallerie, Freiherrn v. Schlothetm. zu einer Commission in Berlin, sind Se. Großh. Hoheit der Prinz Heinrich mit der Stellvertretung des Heommandirenden Generals des 11. Armee-Corps beauftragt. Berlin, 23. Februar. Einem Telegramm der „K. Ztg." zufolge ist General "v. Werder auf seinem Gitte Grüssow schwer erkrankt. Berlin, 22. Februar. Mit der Strafanzeige eines Stettiner Agenten gegen eine hiesige Wittwe wegen „gewerbsmäßiger Verlobung" beschäftigt sich zur Zeit die Criminalppltzei. Der Denunciant will mit der Beschuldigten, die er hier kennen gelernt, und mit der er sich auf die Versicherung, daß sie ein bedeutendes Vermögen besitze, verlobt habe, seine ganzen Ersparnisse durchgebracht haben. Da seine Braut demnächst ohne Veranlassung das Verlöbniß aufgelöst habe und ihre anderen Bräutigams dieselbe Erfahrung gemacht hätten, müsse er annehmen, daß sie das Verloben gewerbsmäßig betreibe. Halle, 24. Februar. In dem benachbarten Zöschen ist eine Ackerfläche von 10 Morgen mit mehreren Arbeiterhäusern und 3 Menschen plötzlich versunken. Der niedergegangene Acker war ein alter Schacht, der jetzt zusammengebrochen ist. Kassel, 23. Februar. Die Tochter eines hiesigen Beamten vergnügte sich am Sonntag durch ^Schlittschuhlaufen auf der Eisbahn der Fulda. Unbeachtet war sie dabei von der Sette einiger Freundinnen entschwunden, in deren Gesellschaft sie sich befand, und abseits der Bahn an einer gefährlichen Stelle des Flusses eingebrochen. Ein energischer Rettungsversuch durch in der Wabe befindliche Leute blieb erfolglos und so sand das neunzehn Jahre alte, blühende Mädchen in dem nassen Elemente unter der Eisdecke einen jähen Tod. Der Schmerz der Eltern ist namenlos -roß. Freiburg i. B., 22. Februar. Der „N. Bad. L.-Ztg." zufolge lautet das Urtheil in der Affaire Hellwig-Sachs auf 3>/s Jahre Festungshaft und Dienstentlassung gegen Hellwig. Kempen, 19. Februar. Der um 12,47 Uhr heute Mittag fällige Venloer Hersonenzug, der dem Vernehmen nach von einem Hilfsmaschinisten gefahren wurde, sprang aus dem Geleise und ist in den neu erbauten Wartesaal hineingedampft. Zwei hiesige Herren, die beim Frühschoppen saßen, hatten noch eben Zeit, zur Seite zu springen, um dem eindringenden Unaeheuer nicht zum Opfer zu fallen. Glücklicherweise sind die wenigen Personen, die im Wartesaal anwesend waren und auch das Zugpersonal mit dem Schrecken davon gekommen; an der Locomotive scheint wenig beschädigt zu sein. (Crefdr. Ztg.) — Das Jagdglück war dem Prinzen Wilhelm auf seiner Jagdfahrt nach den im Gouvernement Minsk gelegenen russischen Besitzungen des Fürsten Anton Radziwill besonders günstig; der Prinz erlegte, wie man hört, 4 Bären. Am Montag trat der Prinz von Schloß Nieswicz aus die Rückreise nach Berlin an. Nie der-Kainsbach, 17. Februar. Gestern Morgen fand man von einer Heerde Schafe, die in einer hiesigen Hofraithe übernachtete, 27 Stück zerrissen, während eine weitere Anzahl mehr oder weniger schwer verletzt war. Von einem Wolf, an den man bei einem solchen Falle sofort denkt, hat man indessen in der Gegend noch nichts gemerkt und glaubt man deßhalb, daß ein oder mehrere Hunde die Verheerung an- gertchtet haben. Stettin, 19. Februar. Eine Familientragödie hat sich, wie man der „N. Stett. Ztg." schreibt, am 11. d. M. im Försterhause zu Mohrbrügge bei Neuwarp abgespielt. Der dortige Förster Robert Schwochow Hal einen 28jährigen Sohn Otto, der bei dem Jagerbataillon in Natzeburg gedient hatte, wegen allerlei Ungehörigkeiten aber aus dem Dienst entlassen war. Seit etwa zwei Jahren hielt er sich in dem Haushalt seines Vaters auf. Sein Verhältnis zu den Familienmitgliedern, besonders zu dem 57jährigen Vater, war indessen ein überaus gespanntes; wie allgemein ausgesagt wird, hatte der Sohn nie ein gutes Wort, weder für seine Eltern noch für seine Geschwister. Es fehlte nicht an häufigem Zank und Streit. Am vorigen Donnerstag gerieth Otto Schwochow wieder mit seiner ein Jahr älteren Schwefle.' Ida in Streit und wurde dabei so erregt, daß er in das Nebenzimmer stürzte und eine Doppelflinte, sowie eine Büchse, die beide geladen waren, herbeiholte. Mit der gespannten Doppelflinte drohte er, seine Schwester und seinen Vater zu erschießen. Zwischen Bruder und Schwester entstand nun ein Kampf, in welchem es der letzteren gelang, ihrem Gegner das Gewehr zu entreißen. Als sie es in die andere Stu.be getragen hatte und wieder zurückkehrte, sah sie ihren Bruder Otto und den Vater am Boden liegen und miteinander ringen. Sie sprang sofort dem Vater zur Hilfe und befreite ihn. 9hm wandte sich der Bruder gegen die Schwester, packte sie an den Haaren und zog sie aus der Stube in den Flur, wo er sie losließ, als der Vater ihr zur Hilfe eilte. Diesen warf der Unhold zu Booen und eilte dann fort in den Keller unter dem Hause. Nach kurzer Zeit kam er wieder zum Vorschein, holte aus dem Stalle eine Dunggabel und verlangte Einlaß in das Haus, das man inzwischen verriegelt hatte. Mit lauter Stimme schrie er: „Du......kommst Du mir heraus, ich ermorde Dich!" Darauf trat der alte Förster, Robert Schwochow, mit einem Gewehr aus der Stube an die Hausthür, legte auf seinen Sohn an und drückte ab. Der Schuß ging dem Sohn durch den Kopf; Otto Schwochow war sofort eine Leiche. Das schreckliche Ereigniß hat ungemeines Aufsehen erregt. Der Förster Robert Schwochow ist bereits verhaftet und sitzt im gerichtlichen Gefängniß zu Neuwarp. Er gesteht die That ein und behauptet, seinen Sohn in der Nothwehr erschossen zu haben. Allgemeine Bekanntmachung. Vom 1. März 1886 ab wird die in dem Orte Wieseck (Kr. Gießen) bestehende Posthülsstelle in eine Postagentur umgewandelt, deren Verwaltung dem bisherigen Hülfstellenverwalter Herrn Dorfeld daselbst übertragen worden ist. Der Postverkehr der neuen Postagentur wird, wie bisher, durch die zwischen Gießen und Altenbuseck verkehrende Landpost, sowie durch Landbrief- träger zu Fuß des Postamts in Gießen vermittelt werden. Die Dienststunden für den Verkehr mit dem Publikum sind, wie folgt, Festgesetzt: A. an Wochentagen: von 9 bis 12 Uhr Vormittags und von 4 bis 7 Uhr Nachmittags. B. au Sonntagen und den nicht auf einen Sonntag fallenden Feiertagen: von 8 bis 9 Uhr Vormittags und von 5 bis 6 Uhr Nachmittags. Darmstadt, den 20. Februar 1886. Der Kaiserliche Ober-Postdirector. __________________Hagemann.____________________ Anthraeit-Kohlen, Gewaschene Nußkohlen, Melirte Kohlen empfiehlt in Prima Qualität 1270 Aug. Gabriel, Frankfurterstraße 67. — In der Spielhölle zu Monaco ist der „Now. Wr." zufolge der italienische Consulatagent verhaftet worden, weil er unter der Anklage steht, mehrere Fälle von Selbstmorden italieniicher Unterthanen, die sich in Folge zu großer Verluste das Leben nahmen, verheimlicht zu haben und zwar in gewinnsüchtiger Absicht, mit anderen Worten, weil er von dem Spielverwalter bezahlt wurde, lieber diese Angelegenheit ist eine Untersuchung eingeleitet, die wahrscheinlich mehrere heimliche Umtriebe in der Spielhölle enthüllen wird. Die Spielhölle bei Monaco hat übrigens wie der „Hann. Cour." einem Privatbriefe entnimmt, vor einigen Tagen neue Opfer gefordert. Ein Ehepaar hatte mit großen Summen den Spielsaal betreten und sich am Spiele be- theiligt. Nachdem der Mann sehr bedeutende Summen der Bank geopfert, verließ er in großer Aufregung den Spieltisch, an welchem die Frau noch zurückblieb. Diese versuchte, den Verlust durch weitere Betheiligung am Spiel wieder auszugleichen, aber mit so unglücklichem Erfolg, daß in kürzester Zeit der Nest des Geldes verloren war. In der Verzweiflung über den enormen Verlust stürzte sich die Unglückliche die Terrasse hinunter und blieb sofort tobt. Der zurückgekehrte Gatte, welcher alsbald von dem Tode der Frau Kenntniß erhielt, machte darauf auch seinem Leben durch einen Revolver- schuß ein Ende. Die Aufregung in Nizza über die neuen furchtbaren Opfer wird als sehr gr»ß geschildert. Wann aber wird endlich dem Treiben der Spielhölle ein Ziel gesetzt werden? Manfred Dramatisches Gedicht von Lord Byron. Musik »on R. Schumann. III. *** Schumann hat wieder im Text einige nicht unbedeutende Aenderungen oor- genommen, indem er gleich im ersten Act statt 7 nur 4 Geister einführt und auch den Gesang der einzelnen abkürzt. Auch den später folgenden Zauberspruch hat Schumann um die Hälfte gestrichen, indem er wohl hierbei einer Bühnenaufführung Rechnung trug. Weitere Kürzungen im Dialog sind ebenfalls im Sinne einer Jnscenirung unternommen. Erscheint nun auch die melodramatische Bearbeitung für die Bühne wenig gerechtfertigt, so sind doch gerade diese Nummern neben der Ouvertüre und der Zwischen- actsmusik wirkliche Perlen in der Partitur und bezeugen, wie viel reicher der Vorrat!) von instrumentalen Mitteln bei Schumann angewachsen war, als der von vocalen. In der Ouvertüre veranschaulicht der Crmponist einen Kampf wilder Geister. Gleich die 3 Anfangsaccorde erinnern uns an die Schuld, die mit ihrer ganzen Wucht auf Manfred lastet und wie dann in dem langsamen Satze der Kampf schon beginnt; wie alle Elemente desselben: Manfreds ungestümes Ringen nach Befreiung in dem synkopirten Violinmotiv; der starre Widerstand der düsteren Gewalten und Manfreds Schuld in mächtigen Accorden und wie in dem lieblichen Motiv schon Astartes Bild trosterweckend eintritt; wie dann im Allegro der Kampf wild entbrennt, als dessen Mittelpunkt im zweiten Motiv Astarte immer deutlicher erkennbar wird; wie unter dem Einfluß der finsteren Geister der Kampf fast tumultuarisch sich steigert und nur durch Astartes liebliche Erscheinung, welche aber zugleich mit dem berühmten Einsatz der 3 Trompeten den Gedanken an die Schuld wieder lebendiger macht, gebändigt wird; wie dieser dann, nachdem der Kampf auf's Neue und heftiger entbrennt, allmälig milder wird, indem jener starre Accord in den 3 Trompeten harmonisch und melodisch aufgelöst erscheint und wie dann am Schluß Manfreds Auflösung im Tode als feiste Erlösung erscheint, dies alles weiter mit Worten nachweisen zu wollen, wäre „nut' thöricht Beginnen." Es bedarf für das Verständniß keines weiteren Commentares; da die einzelnen Motive so bestimmt und characteristisch erfunden, ihre Verarbeitung s- energisch unter dem Einfluß der Idee erfolgt, wie nach den allgemein gültigen Gesetzen formeller Gestaltung. Bei der musikalischen Schilderung der Geister hat Schumann freilich mehr dem romantischen Spuk gehuldigt. Es wäre den Intentionen des Dichters entsprechender gewesen, den Gesang mehr monoton zu halten und den Schwerpunkt der Characteristik in das Orchester zu verlegen. —a— Theater. %* Die verwaiste Stätte, in welcher Rheinbergers Musen lange mit dem Tode gerungen haben, bis sie endlich ihren künstlerischen Schwächen erlagen, soll nun wieder Thaliens Heim werden, wenn auch nur auf kurze Zeit. Herr Director Herrmann will das Wagniß unternehmen und am 28. d. M. einen Eyclus von Theatervorstellungen beginnen, indem er hofft, daß das Publikum, welches ihm in der Saison 1884/85 zugethan war, ihn noch nicht vergessen hat und sein Unternehmen auf's Beste unterstützt. Unter Herrn Herrmanns Direction gab es s. Z. viele recht anerkennenswcrthe Leistungen und manches reichbesetzte Haus. Wir glauben deshalb umsomehr, daß unser Publikum ihn willkommen heißen und nehme» auch an, daß nach einer so stillen Saison, wie die diesjährige, eine kurze lebhafte Nachsaison allseitige Theilnahme findet. Schließlich bemerken mir noch, daß ein neues vieractiges Lustspiel von L'Arronge, „Der Weg zum Herzen", am Sonntag den 28. d. Mts. in Scene gehen wird, welches, wie der Verfassername verbürgt, gediegenen Stoff zur Unterhaltung bietet »nd von dem Herrn Director Herrmann sich verspricht, daß es für ihn den „Weg zum Herzen" des Publikums finden soll. — a— r Anzeiger. Deutscher Schulverein. Generalversammlung am Donnerstag den 25. Februar, Abends 7 Uhr, im Cafe Ebel. ____________Berichterstattung. Nechnungsablage. Vorftandswahl.____________ Gießener Bienenzüchter-Verein. Sonntag, den 28. b. MtS., Nach«. 2 Uhr bei Felfing, Neuenweg General-Versammlung. Tagesordnung: Rechnungsablage, Vorstandswahl, Bezug vo- Königinnen. Das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder ist dringend nothwendig. Schluß des Inventur-Ausverkaufs am 6. März. 1227 _____Herrn. Aug. Müller. Wiener Ballschuhe, das Paar von 3 an bis zu den hochfeinsten Sorten empfiehlt üf. Grimetmtem, Mech. Schuhfabrik. Filiale: Kirchenplatz 9. 1333 flrßfüs- oerHtiflerungen. Donnerstag den U. und Freitag den 8. Ä^arz, von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhause an laufenden UnterhaitungSarbei- ten für das Etatsjahr 1886/87 versteigert werden: Am ersten Tage: die städtischen Taglohnarbeiten, das Kehren der öffentlichen Plätze und Straßentheile, düS Kleinmachen des Brennholzes für \ die städtischen Gebäude, das Reinigen der Oefen, die Pflasterreparaturen, die Lieferung von Basaltsteinen und das Kleinschlagen derselben. Am zweiten Tage: die gewöhnlichen Fuhrleistungen, das Wegfahren des sämmtlichen Kehrichts in der Stadt, das Anfahren der Straßenunterhal- tungssteine, das Fördern von Lahnkies, das Anfahren von Lahn- u. Grubenkies und die Straßen-Handarbeiten. Gießen, den 25. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bram m._____1375 "Holzversteigerung in der fürfll. Dbersörsterei Lich. In den Distrikten „Konzebühl", „Brunnenwald", „Schwarzwald" und „Höler" (zunächst der Gießener Straße) soll nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Montag den 1. März Scheith. Prügclh. Stockt). Reish. Raummeter Wellen Buchen 200 160 124 4180 Eichen 12 143 93 5450 Erlen 2C. 10 32 —, 230 Dienstag den 2» März 111 Eichenstämme von 18 bis 78 cm Durchmesser, mit 68,26 im, darunter 16 Stück von je 1 bis 4 fm Inhalt, 12 Buchenstämme von 32 bis 57 cm Durchmesser, mit 15,73 fm, 44 Eschenstämme von 16 bis 26 cm Durchmesser, mit 17,80 fm, 78 Fichtenstämme mit 25,15 fm, 2 Pappel-, 2 Maßholder-, 4 Kirschbaum- und 2 Birkenstämme, mit zusammen 4,44 fm, 39 Eichenstangen — 2,69 fm, 43 Eschenstangen — 6,06 fm u. 454 Fichtenstangen — 5,64 fm. Zusammenkunft jedesmal Morgens 9 Uhr auf der Gießener Straße bei dem Konzebühl-Teich. Lich, am 20. Februar 1886. 1246 Wimmeriauer, Forstrath. Holzversteigerung. Donnerstag den 4L März, Morgens um 10 Uhr anfangend, sollen in den hiesigen Gemeindewaldungen öffentlich versteigert werden: 153 Eichenstämme von 2 bis 12 Mtr. Länge und 15 bis 92 Ctm. Durchm., mit 135,07 Festm. Inhalt, 118 Stück Eichen-Derbholzstangen, 2 Buchenstämme mit 1,96 Festm. Inhalt, 42 Nadelstämme und Stangen mit 13,34 Festm. Inhalt. Es wird bemerkt, daß das zu verkaufende Holz meistens auf guter Abfuhr liegt.. Die Zusammenkunft ist im Distrikt Fichtenhöhe 15b, bei Stamm Nr. 1. Nieder-Weidbach, 24. Februar 1886. Der Bürgermeister. 1365 Kloos. 1374] Briefreal, Comptoirstuhl, Vervielfältigungs-Apparat, Bivlor- HapteS rc. zu verkaufen. Bleichstr. 9. Vieh- und Krämermarkl zu a. d. Laamda Kreis Gießen- Station Lollar der Main-Weser-Kahn. Der nächste Vieh, und Krämermarkt wird in hiesiger Gemeinde am 10. März 1. J. abgehalten, roont wir Käufer und Verkäufer wieder freundlichst einladen. Dieser Markt gilt, worauf wir in unseren seitherigen Bekanntmachungen jedesmal hingewiesen haben, bezüglich deS Viehes, Pk- sou-ers als Schafmarkt, indem seither in Hinsicht des Handels mit Schafvieb reiner Nasse durch den wahrhaft überraschenden Auftrieb v,n Schafen verschiedener Gattungen von nah und fern, eine recht rege Betheiligung stattfand. Wir leben der Hoffnung, daß dies auch in diefem Jahre wieder der Fall sein wird. Bon nah und fern sind uns bereits Austriebe von fchonem Zucht- und anderem Schlachtvieh reiner Nasse angezeigt. Mser ganzes Bestreben ist, das Jntereffe der Herren Landwirthe, auch in Hinsicht deS Schafhar-delS zu sördern und wir bitten, uns hierin durch recht zahlreichen Besuch des Marktes und darauf abzuschließende Käufe, auch diesmal wieder freundlichst unterstützen zu wollen- Auf besonderes Anregen von verschiedenen Seiten finden wir uns veranlaßt, noch zu bemerken, daß der Auftrieb von anderem Vieh selbstverständlich nicht ausgeschlossen ist und wir bitten namentlich auch um den Auftrieb von Schweinen, da auch bezüglich dieser jedesmal ein recht reger Handel staltfand. „ Bei dieser Gelegenheit erlauben wir uns auch letzt schon darauf aufmerksam zu inachen, daß mit Genehmigung Grobherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz der diesjährige Vertoosungs und H)rämiirungs- Markt -tm 13 und 14 April I. I. abgehalten wird. Allendorf a. d. Lumda, am 23. Februar 1886. Gcoßherzogiiche Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lumda. Bieber. ___1357 Bekanntmachung. Die Lieferungen der nachstehenden Bedürfnisse für das Großherzogliche academische Hospital zu Gießen für das Jahr 1886/87 sollen auf dem Wege der Submission vergeben werden. 1. Fleischwaaren, 2. Backwaaren, 3. Specereiwaaren, 4. Milch, Butter und Eier, 5. Bier, 6. Eis, 7. Schreibmaterialien. Ferner werden ausgeboten: 1. das Reinigen der Wäsche für's Dienstpersonal, 2. das Reinigen der Oesen und Heerde, 3. das Reinigen der Senkgruben und Fortschaffen der Abfälle, Asche, Kehricht rc., 4. die Abgabe von Knochen und Ge- fpül, 5. die Unterhaltung des Gartens. Die näheren Bedingungen können auf dein Verwaltungsbureau des aca- demiscken Hospitals an den Wochentagen Nachmittags von 3—5 Uhr eingesehen werden. Unternehmer wollen ihre Offerten versiegelt mit entsprechendem Vermerk bis zum S. März 1886, Nachmittags 12 Uhr, auf das erwähnte Bureau portofrei einfenden. Gießen, den 22. Februar 1886. Großherzogliche Direction des acade- mischen Hospitals. 1282 Samstag den 27. d. Mts. sollen — voraussichtlich bestimmt — gegen Baarzahlung versteigert werden: a. Nachm 2 Uhr in der Louis Flett'schen Hosraithe dahier: 1 Wagen, 1 Hundewagelchen, 2 Betten, b. Nachm 4 Uhr aus meinem Bureau 1 Parthie Bücher (philol. Inhalts), 1 Wecker, verschied- Herrenklcidungs- stücke rc- Gießen, den 24. Februar 1886. Engel, 1369 Gerichtsvollzieher. 1363 Auf der Rothhohl 190 Kl. Acker u. Baumstück zu verpachten. Bott, Seltersweg 81 11. Holzversteigerimgcn in der Fürstlichen Ober- försterei Hohensolms. Montag, den 1. März er, soll ist den Districten „Eichelsberg", „Scheuernwald" und „Lappenberg" nachstehendes Bau», Werk- und Nutzholz versteigert werden: 7 Eichen-Schnittstämme L Klasse mit 10,63 Festmeter, 206 Eichen-Baustämme II. und III. Classe mit 97,95 Festmeter, 1 Buchen-Stamm mit 1,53 Festm. 3 Hainbuchen-Stämme mit 1,40 Festmeter, , 170 Fichten-Baustämme mit o3,75 Festmeter, 5 Lärchen-Stämmemit3,20Fstm. 102 Stück Fichten - Stangen zu Sparren und Leiterbäumen geeignet. Der Anfang ist Morgens 9 Uhr im District „Eichelsberg" zunächst dem Teiche. — Alsdann wird Donnerstag, den 4. März er. in den Distritten „Scheuernwald" und „Lappenberg" nachstehendes Brennholz versteigert: 180 Raummeter Buchen - Scheitholz I. Klasse, 110 Raummeter Buchen- u. Eichen- Prügelholz, 199 Raummeter Buchen-, Eichen- und Tannen-Stockholz, 6010 Wellen dergleichen Reisholz. Der Anfang ist Morgens 9 Uhr im Distritt „Scheuernwald" beim Teich. Hohensolms, den 20. Februar 1886. Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. Dörmer, Revierförster. 1276 Freitag den 12. März, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dalnesigem Ortsgericht die Immobilien des Johann Adam Hermann dahier Flur II,64,i 862 Mtr. Grabgarten, Lap- aärten am Wißmarer Weg, Flur 11/64,5 250 Mtr. Hofraithe daselbst meistbietend versteigert werden. Gießen, den 28. Januar 1886. Großherzogliches Ottsgericht. 659 Müller. Holzdersteigemug im' Gießener Stadtwald- Monlan den 1. März 1886, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in dem Distritt Heingesboden nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz. Scheith. Prügelh. Stockh Reish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen Buchen 76,8 52 30,5 1940 Eichen 17,6 230* 54 4000** Nadel 15,5 12 67 3800 Aspen 3 4 — — * Stammprügel, ** Forstwellen. B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 126 Eichenstämme mit 25,77 Festmeter (Wagner- und Grubenholz), 168 Fichtenstämme mit 52,17 Festmeter, 2 Birkenstämme mit 0 47 Festmeter, 457 Eichenstangen mit 15,43 Festmeter (Wagnerholz), 1630 Fichten - Derbstangen mit 114,93 Festmeter, 951 Fichten-Reisstangen mit 27,49 Festmeter. Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee nach Grünberg an der 6. Schneise. Gießen, am 23. Februar 1886. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. Vramm. 1302 Holzversteigerung in den Staufenberger Gemeinde- waldungkn. Dienstag den 2 März, von Morgens 91/2 Uhr an, sollen im Distrikt Schwalbengraben: 88 Eichenstämme mit 21,44 Fm., bis zu 14 Mtr. Länge und bis zu 85 Ctm. Durchmesser, 29 Nadelstämme mit 24,24 Fm. meistens Schnittholz, 30 Derbstangen mit 1,45 Fm-, 84 Rm. Buchen-Scheitholz, 30 Rm. Eichen- Scheitholz, 8 Rm. Aspen-Scheitholz, 136 Rm. Buchen-, Eichen- u- Birken- Knüppel, 6090 Stück Buchen-, Eichen- und Nadel-Wellen, 61 Nm. Buchen-, Eichen- und Nadel-Stöcke Das Stammholz kommt zuerst zur Versteigerung und ist der Anfang in dem obigen Distrikt oberhalb der Staatsstraße. Sodann Donnerstag den 4. März in den Distrikten Mark, Maistranch und Eicheheege: 103 Eichenstämme mit 13,46 Fm., 151 Fichtenstämme mit 34,28 Fm., 61 Eichen-Derbstangen mit 2,99 Fm., 2132 Fichten-Derb- stangen mit 92,58 Fm., 7315 Fichten- Reisstangen mit 59,88 Fm. Freitag den S. März S9 Rm. Buchen-Scheitholz, 227 Rm. Buchen-, Eichen- und Nadel-Knüppel, 7750 Wellen Buchen-, Eichen- und Nadel-Reisholz, 48,5 Rm. Buchen- u. Nadel-Stöcke- Bemerkt wird, daß sich die Fichtenstangen wegen ihrer Länge zu jedem Gebrauche eignen, und an den beiden letzten Tagen der jedesmalige Anfang Vormittags 9Vr Uhr an der Straße nach Hachborn bei dem Pflanzgarten ist. Staufenberg, den 23. Februar 1386. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Vogel. 1356 Neunaugen, ger. Laebshäringe, Kieler Sprotten, Spick-Aal, Eapern, EocoSnüsie, Apfelsinen in frischer Waare, empfiehlt A. Hoch Hachf., 1367 Hamburger Fischhandlg. X Eo-gro®. 1346 X Butz NB. Nur anständige Masken oder Ballanzug. 1327 1268 Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr, Chr. Pietsch) in Gießen. rathm Meh Lmm CM Lock tusm1 die J gung zum tzichu einer t datz In und G Ärtro! Artikel likel ni In un bevoch Bürge deM> Frische grüne % Häringe (vorsiigl. ?. Braten u. Backen), pr. Pfund 20 Pfg. A. Hoch Aiach f. Hamburger Ftschhandlung. Piorb Mika heitt 5 bie ft 4-rgch für 3 wona fiM angel freit mW ninm Para- IHage ^rons SMerbli w i *« So 3 M'sste Aecker Zu pachten gesucht. Näheres !308 Wilh. Krämer. 1151] Lehrling gesucht. W. Böhling, Tapezierer. 1299 Ein junger TOann, der Gärtnerei versteht, gesucht. Steins Garten. Gute Pension. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 1298 Ein ordentliches Dienstmädchen gesucht.Löbcillrake 3 Mermischle Anzeigen. Verloren! Ein armes Dienstmädchen verlor am Mitiwoch ein Portemonnaie, 9 bis 10 und zwei Zeichen enthaltend. Der Finder wird gebeten, dasselbe auf der Exped. d.^Bl. abzugeben. 1370 Für 8chm!ii!er. Tüchtige Arbeiter gesucht von 1351 Georg Leib ä- Sohn. Gin Küfer zur selbstständigen Arbeit in eine Liqueur- fabrik gesucht. 1320 Näheres in der Exped. d. Bl. 1331 Einen Hansbnrschen sucht Chr. Wallenfels. Nusinannisiher Kerem. Samstag. 27. Februar, Abends 8 Uhr: iüasteitlkräE'Bzchesi im Saale des Hotel Einhorn wozu wir alle Mitglieder hiermit freundlichst einladeu. 1205 Der WvrOand. 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Zk Alle Coosym-Arlikel Im Detail zu En^ros-Preiseii, als: ZZ Knöpfe (zu Kleider in allen Farben, per Dtzd. von 9 H an), Zwirns (500 Jards Rollen, alle Nr., per Stück 15 ^), Knopfloch- Seide (auf Röllchen, per Dtzd. 20 in allen Farben), ChÄfipe-Seide (per Strang, in jeder Farbenstellung 7 ^), SrricknadeLn (la. stählerne, per 5 Stück 4 H), Stopf-Kkadetn (Dtzd. 5^), Haarnadeln (25 Stück 3 H), Nähnadeln (la. per 25 Stück 4 Ha. 25 Stück 3 H), Sckürzendand (Stück 3 ^), Löffel-Mechanigne (einfach und unterlegt Stück 18—20 H), Tournure-Federn (Stück 4 ^), Damenhandfchuhe (4knöpfig, seidene, in allen Farben 75 ^), Morgenhanben (per Stück 15 H), Kinderlätzchen (per Stück von 10 an), Herren - Kragen (in allen Weiten per Stück 18 ^), Eiswolltücher (alle Farben von 35 an), Schürzen (von 25 an) u. f. w. Holzversteigerung in der Königl. Obecförsterei Krofdorf Freitag den 5. März, 9 Uhr, bei Wirth Kahlert zu Krofdorf. Distr. Jungfcr- annawald 7. Eichen: 1 Stamm Hi. El. mit 0,34 fm Inhalt. Buchen: 1 Stamm III. El. mit 0,42 fm Inhalt, U rrn Nutzholz (Felgenholz), 84 rm Scheit, 26 rm Knüppel, 22 rm Stockholz, 112 rm N iser. Distr. Platte 9 b; Fichten: 5 Stämme III. u. IV. El. mit 1,43 im Inhalt, 3> rm Nutzholz H. El. (4 m lang), 4 rm Knüppel, 45 rm Reiser. Distr. Fohubachskopf 11 u- 12. Eichen: 18 Stämme III. El. mit 10,3t fm Inhalt, 3 rm Scheit, 2 rm Knüppel, 24 rm Reiser; Buchen: 3 Stämme III. El. (Nr. 10, 11, 14) mit 1,77 fm, 10 rm Nutzholz «Felgenholz), 462 rm Scheit, 51 rm Knüvpel, 816 rm Reiser. Distr. Kreuz schlage 31. Eichen: 39 Stämme mit 19,31 fm Inhalt, 2 rm Nutzholz, /13 rm Scheit, 5 rm Knüppel, 55 rm Reiser. Buchen: 2 >m Nutzholz, 21 rm Scheit, 4 rm Knüppel, 70 rm Reiser. Krofdorf, den 24. Februar 1886. 1355 Der Königl. Oberförster. Müller. von den einfachsten bis zu den feinsten, ganz neu und noch nicht getragen, zu verleihen und zu verkaufen. Lomino's für Damen und Herren in großer Auswahl. 1040 Gustav Gerhardt« 1279 Ein junger Manu (Kaufmann) sucht per 1. April ein mödl. Zimmer mit Kaffee (am liebsten parterre). Offerten snb G. F. an die Epp, d. Bl- 521 Ick suche einen mit guten Schulzeugnissen versehenen jungen Mann in die Lehre und erbitte schriftliche Offerten. Mrn o l d ® u e IIer. 1168 In einer Stadt in der Wetterau, an der Main-Weser-Bahn wird für ein Holz-, Eisen- und Baumaterialiengeschäft ein Commis per 1. April l. Js. gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Feste Preise. En-detail Durch gemeinsame große Abschlüffe verkaufen von heute ab: 12671 Schüler, welche die hiesigen Lehranstallen besuchen, finden freundliche Aufnahme, liebevolle, sorgsame Pflege u. Pension. Burggraben 15. 1250 Eine tüchtige perfekte Restaurations-Köchin, sowie ein ordentliches Dienstmädchen zum 1. April gesucht von Frau Hest, Lindenplatz 4, 1 Tr. Gtn Garren am Nodberg zu verkaufen. Näheres bei Julius Hoss-, Markt 12.____________887 Briefmarken zu Sammlungen verkauft kaust, tauscht und giebt Commissionslager mit 331/30/0 11 G. Zechmeyer, Nürnberg. 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