Nr. 223 Samstag dm 25. September Bttretin r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS. Politische Ueberficht. m,. . Sietzerr, 24. September. -wit oem Vefuche des deutschen Kronprinzen in Mek haben bte Kaisertage im Reichende ihren definitiven Abschluß gesunden. Der Em. Dn k^en d-s deutschen Kaiserthroner in der lothrin. *n H°up'st°dt bereitet wurde, bildet die glücklichste Ergänzung der sortge- _^E?^^ungeN' die dem greisen Oberhaupte der Reicher Seiten» der elsässischen Bevölkerung zu Theil geworden find und wenngleich der Kaiser leider DerJ^ten mußte, die Huldigungen auch der Bewohner Lothringens per- W, «M°"runehmen - abgesehen von dem Empfange der Deputation der Metzer Gemeinderathe» — so haben jene dafür seinen Vertreter, den Kron« H'”.'. KnfiAl!8r(ti6t' t®er Aufenthalt de» kronprinzlichen Herrn in Metz S Lh I^uer ferneren Reisedirposttionen nur ein kurz bemeffener kQ,U Montag Nachmittag und die Frühstunden de» i blmfe L“.r}e 3eit 0enÜ0t- um erkennen zu lassen, daß gLjL?^rDdl,er“n0 bi° Anhänglichkeit an unser erhabene» Kaiserhaus feste Wurzeln geschlagen hat. - Am Dienstag Vormittag hat der Kronprinz Metz wieder verlassen, um über Straßburg, bi» wohin ihn sein S$»ageC bet Großherzog von Baden, geleitete, zunächst nach Basel abzureisen. Hier besuchte der Kronprinz sofort nach seiner Ankunft dar Museum, das Munster und die mittelalterliche Sammlung und reiste Abend» 8 Uhr nach fammentnsft^e ^' roo er mlt *einet Gemahlin und seinen Töchtern zu- «u» Baden-Baden wird berichtet, daß das Befinden de» Kaiser» * “ünSäen übrig läßt; derselbe nimmt auch hier die regelmäßigen Vor. trage de» Militär- und Cwil. Cabinet» entgegen, während die gewohnten täg- lichen Ausfahrten in Folge der eingetretenen kühlen Witterung eine Beschränkung erlitten haben. m Montag zu Ende gegangene außerordentliche Reichs iagr-Sessiou beherrscht noch immer die innerpolitischen Angelegen, heilen^ Namentlich deshalb, weil die an diesem Tage erfolgte definitive Geneh. migung der Handelsvertrages mit Spanien mit den aus diesem Lande einge- gangenen beunruhigenden Nachrichten zusammenfiel und letztere deutlich bewei en wie nothwendig der Zusammentritt der Reichstages behufs schleunigster Erledigung des Handelsvertrages war. Der überraschende Madrider Militärputsch bekundet wiewohl seine rasche Niederschlagung gelang, aus'« Neue die Unsicherheit der spanischen Zustände und dadurch erklärt sich auch da» Drängen der Reichs, regierung, die Verlängerung der deutsch-spanischen Handelsvertrager aus» Schleunigste ratifieiren zu lassen, zur Genüge. Sie hatte eben sichere Nachrichten über die sonst für alle Welt überraschend gekommenen Vorgänge in Madrid erhalten und da man nicht wissen konnte, welchen Verlaus die Dinge jenseits berißgrenäen nehmen würden, so war unter allen Umständen die schnellste Sicherung des wichtigen Vertrage« geboten. Den vielfachen Kritiken gegenüber, welche der Reichskanzler wegen der ungewöhnlichen Berufung de» Parlaments über sich ergehen lassen mußte, erscheinen darum die Ereignisse in der spanischen Hauptstadt als die glänzendste Rechtfertigung für fein Verhalten. Inzwischen ift auch die kaiserliche Ratification der Vertrages erfolgt und dann Alles ge- fchehen, war geschehen konnte, um den Vertrag deutscherseits zu fichern und es ist anzunehmen, daß man denselben auch spanischerseils, selbst den ungünstigsten I gau eines Regierungswechsels vorausgesetzt, respectiren wird. i. Br. ist dem am Montag stattgefundenen Einzüge des I neuen Erzbischofs Dr. Roos am Dienstag die feierliche Inthronisation desselben u/x 8 Ä? kirchliche Feier anschließende Festmahl gab dem Erz« I bischof Gelegenheit, feine friedfertige Gesinnung zu documentiren, indem er bei I ^oa^Q ßU.L5en ^[fer, den Papst und den Großherzog die Harmonie zwi- I 'chen der staatlichen und der Kirchengewalt hervorhob. Minister Nock, als Ver- tretet der Staatsregierung, toastete auf den Erzbischof und gab hierbei der Hoffnung auf ein vollkommener Einvernehmen zwischen Staat und Kirche Aurdruck. I < 3” s®*en Prinz Peter von Oldenburg, der jüngere Bruder I der Prinzen Alexander von Oldenburg, des russischen Candidaten für den bul- garffchen Thron, emgetroffen. Prinz Peter bekleidet in der russischen Armee die Stelle eines Kosaken-Obersten. Aus dieser Meldung erhellt zugleich, daß Prinz Alexander noch in Petersburg wellt, das er angeblich verlassen haben sollte um den Wiener Hos für feine Candidatur zu gewinnen. • Da» englische Unterhaus wird schon seit voriger Woche durch die I oon Parnell eingebrachte Bodeugesetz-Bill für die irischen Pächter, welche den- ; selben ganz besondere Pacht-Erleichterungen gewährt, in Anspruch genommen. I i I c, I Darmstadt, 23. September. Der Großherzog ist mit dem Erb. h?r°^MiOn unb Prinzessinnen Irene und Alix gestern Abend von Füed. I Tink.i» z"rückgekehrt, woselbst nunmehr die Herrschasteu wieder im Neuen Palais wohnen. Der Fürst von Bulgarien, sowie Prinz und Prinzessin ®.altenber0' welche mit demselben Zug von Friedberg abreiften |aben sich bereits gestern Abend noch nach Schloß Heiligenberg bei ^uaen« I ?' d' begeben. Mit den Herrschaften ist auch die Prinzessin Lutte von England (Marquise of Larne), welche seit Montag in der Friedberger Burg zu Besuch war, hier eingetroffen. Dieselbe reift morgen nach Kobura ihre Schwägerin, die Herzogin von Edinburgh, besuchen will brx drinzessin ^uise, Prinz Christian Victor von Schleswig. Holstein, welcher mit dem Großherzog und dem Erbgroßherzog sämmllichm Ma. növern in Oberhessen beiwohnte, hat sich gestern in Frankfurt von seinen hiesigen Verwandten getrennt und sich nach Homburg begeben. 9 “ Unser Großherzog reift mit seiner Tochter, der Prinzessin Irene, morgen Vormittag nach England ab, um einer Einladung der Königin Victoria^zu 3tn^LSe®^,en anr b°w englischen Hose zuzubringen. Die Königin wettt augenblicklich in Balmoral in Schottland. 22. September. Der Ausbruch der Cholera in einzelnen G^reten Oesterreichs und Ungarns hat, wie anderweitig gemeldet worden, die preußische Regierung bereits veranlaßt, Schutzmaßregeln anzuordnen, unö es mtro bekannt, daß auch andere deutsche Bundesstaaten an der österreichischen Grenze diesem Beispiel folgen. In Bundesrathskreisen hat man an der Hand - ?^,?orgänge in den letzten Tagen wiederum die Frage wegen Anordnuna einheitlicher Bestimmungen bezüglich der Vorkehrungen gegen seuchenartige Krank- gebracht; frühere Versuche nach dieser Richtung hin sind bekanntl ch erfolglos geblieben. Es ist nicht unmöglich, daß man sich jetzt rum Erlaß eines Seuchengesetzes entschließen wird, und zwar in der Weise, daß die bereits bewährten Anordnungen in den Einzelstaaten auf das Reich übertragen Anzeigen. Rann, 33 Jahr alt, i Löhner in einem iner Bierbrauerei- k mb schreibt Deutsch - er Schülerinnen Pension. eb. b. Bl._________ jungen, £5'y-.*«e. m B-rhandlung-n über bie genannte Bill wird durch die von der irischen Fraktion wieder einmal infcenirte Obstructionr.Politik von einem ?Pt9sRihm Derä4fler2' ba "e Anhänger Parnell's hierdurch die Gegner ®‘a "würbe zu machen hoffen. Die Regierung hat sich entschieden gegen Gesetzentwurf erklärt, da er die irische Bodenfrage in radikaler SJBeife lösen will, während ihn andererseits Gladstone unterstützt. "Die Verband- lungen über die Bill lausen demnach auf eine interessante parlamentarische Machtprobe zwischen dem Cabinet Salisbury und dem Führer der Liberalen hinaus. Mittlerweile werden täglich neue GewaltthätMten au» Irland ge. melbet und namentlich ist Belfast wiederum zum Schauplatze blutiger PöbA- Sonntag, Montag und Dienstag geworden, so daß die Verkündigung rbung8etmogmnSanbei ” ber f° untu^en ®tabt »nstlich von der fftegie® I h." u oS, e$nte. nn8aufe ber Dienstags-Debatte die Par. 28^8 zweiter Lesung nut 297 gegen 202 Stimmen ob, die Regierung H demnach in dieser Frage einen entschieoenen Erfolg davongetragen ® 9 .3" b°n Petersburger Regierungskreisen bezeugt man sorige- I e?e Unzufriedenheit mit den Männern, die gegenwärtig an der Svike ÄÄ'rtrt' ni^‘ ber russischen Pfeise tanzen wollen. Da» „Journal be_©t. Peteröbourg" hält Stambuloff, Mutkuroff u. s w wieder tohen• 6Leänh-nre£l|icrk DOr unb ifi w" allen Maßnahmen derselben un^ I Jn0ar ,bie, a^?rbnung der Wahlen zur großen Sobranje auf den I 10' ?c?,ober wtrd als überstürzt bezeichnet. Auch sonst sucht Rußland bei jedem rinkiff„6me9nPai?enbe,ylntafTercbtx provisorischen Regierung Bulgariens Schmiß zu bereiten. Der russische Consul hat nämlich Aufklärung über ver- I 9 2eile Peden angeblich anii-russischer Tendenz, die jüngst auf einem Banket I " galten worden sind, verlangt, dem Vernehmen nach ist demselben die Auftlärung zu Theil geworden. Außerdem hat die Forderung Ruß- ‘a"bä’ ba6 ?et °CCl FT" bte, Urheber bei Staatsstreiches vom 21. August vertagt merben solle, bei der bulgarischen Regierung Befremben hervorgerufen Da-Wiener „Frembenblatt warnt anläßlich ber Erörterungen der I V1 ’“rIament°tier über die bulgarische Frage, da» Ver. I /mß zu DeutWanb, welches sich in ber Angelegenheit um bie Erhaltung de» 6t”otben h°be, vor einer Behandlung zu bewahren welche das Verständurß des Werthes sehr beeinträchtigen würde. Uebrigens sei an,Unef>xen' Poßland werde den Triumph über den Fürsten Alexander nur unter Achtung de» internationalen Rechter aurnutzen. ' nur y --§Ägasie 16 m. 5 ^l^mer J 'Mm UAM ■ uiir; 2. ?mer mit Kabinett Mennig 36, il St. ____Jltiienwtg 2. j bis 5 Zimmer, I bevor, forort zu ver- I l-t, Grünbergerstr. 27. K^^^Eljührlich 2 Mark 20 Pf. mit Brirnrrloh*. Durch bte Post bezogen vierteljährlich 2 Mark^^^^ ■IIMI—IH ■iwhiijihumMMamam M ä-ä s WWMW W L iaOiwi G.eßeu, am 20. September 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ——---—--- vr. Boekmann. Itrftrafcc 12 ■tenb aut b Zimmern iwr per 1. October , ---— immer, 1. Stock, zu | Bllhnhoistrajze 12. t Wohnungen, sowie | oermiethen und gleich i nstein, Marktplatz. Zimmer mit Cabinet, öbl. Zimmer sofort: Scbulstraße 9. । nmer zu vemiethen ! ter, Nordanlage 6. Zimmer und Cabinet > 4. Mäusburg 4. enfionat. .feerer btt WM -ird M nß T N. Wße^^. Stf1? aieii««V*- gratis. e ° ^"7" 1886 reßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Lokale-. Gießen, 24. September. Gestern wurde dahier ein junger Mann verhaftet, der einem anderen eine nicht unerhebliche Verletzung am Kopfe beigebracht hatte. LÄrgra-HWr Depesche«. LAolff-S UUgr. Lor*ef-o«-errr • Berlin, 23. September. Die Bekanntmachungen betreffend die Verlängerung des kleinen Belagerungszustandes für Berlin und Umgegend, sowie für Altona und Umgegend werden amtlich veröffentlicht. Berlin, 23. September. Den „Berliner Polit. Nachr." zufolge dürfte die Alters- und Invaliden - Versorgung, wennschon der Reichstag in der nächsten Session zweifelsohne mit der Fortführung der Socialreform befaßt werde, keineswegs bereits Gegenstand der Verhandlung fein. Pest, 23. September. Anläßlich Der Besprechung der Stellvertretung des Fürsten Bismarck im Bereich des Auswärtigen Amtes sagt der „Nemzet", das deutschösterreichische Bündniß bleibe aufrecht und unverändert trotz der Angriffe Derjenigen, welche eine solche weltgeschichtliche Gestaltung vom lokalen und Parteistandpunkte aus fritifirten.^, September. An der Cholera erkrankten bezw. starben: in Triest 4/1, Budapest 36/3 und 16 Todesfälle früher erkrankter, Fiume 2/0, am 21. d. in Komorn 3/1, Neusatz 2/1. Pari-, 23. September. Im heutigen Ministerrathe setzte Freycinet die Schwierigkeiten auseinander, denen der Ministerresident Lemaire auf Madagaskar begegnete. Die Lage in Annam und Tongking dagegen sei fortdauernd besser. London, 23. September. Lord Jddesleigh wohnte heute Nachmittag im Bea- consfield-Club der Enthüllung des Bildes von Lord Beaconsfield bei und hielt eine Ansprache, worin er die Anwesenden zu der von den Conseroativen bekundeten Festigkeit beglückwünschte und hervorhob, obwohl noch viele Schwierigkeiten zu bekämpfen seien, glaube er doch, daß man die Lage des Reiches im Allgemeinen als eine stabile bezeichnen könne und eine glückliche Ueberwindung aller Schwierigkeiten mit vollem Vertrauen erwarten dürfe. — Reuter's Bureau meldet aus Zanzibar vom 22. ds. M.: Nach den letzten Nachrichten befand sich der Afrikareisende Junker in Msalala, südlich von Victoria Nyanza, und beabsichtigt nach Zanzibar weiterzureisen. Galway, 23. September. Heute fanden in Portumna (Grafschaft Galway) Ruhestörungen statt. Die Polizei, welche gegen die Ruhestörer einschritt, wurde vom Pöbel, der die Verhafteten zu befreien suchte, mit Steinen beworfen und mußten von ihren Stöcken Gebrauch machen, wobei mehrere Personen verwundet wurden. Madrid, 23. September. Villecampa und Gonzalez, die Häupter des Aufstandes, sind gefangen genommen worden. Madrid, 23. September. Der Ministerrath unter dem Vorsitze der Königin entschied, bei der jetzigen Politik zwar zu beharren, gleichzeitig jedoch Maßregeln gegen Verbreitung der antimonarchischen Bestrebungen zu treffen. — Ein Tagesbefehl des Generals Pavia, Gouverneur von Madrid, verbietet den Zeitungen jede Meldung und jeden Commentar über den Proceß gegen die Aufständischen, sowie jede Erörterung der Armeedisciplin und der öffentlichen Ordnung. Mandalay (Birma), 23. September. Meldung des Reuter'schen Bureaus.) Als heute früh die Thüren der öffentlichen Wohlthätigkeitsanstalten geöffnet wurden, um Lebensmittel an die durch die jüngsten Ueberschwemmungen Betroffenen zu ver- theilen, stürzte ein Haufen Nothleidender gewaltsam gegen die Thüren, wöbe: zwölf Personen zertreten und acht verwundet wurden. Fast 6000 Personen empfingen im Laufe des gestrigen Tages Lebensmittel. Konstantinopel, 23. September. Der Sultan empfing heute Nachmittag den Herzog von Edinburg und den Prinzen Georg von Wales in feierlicher fast einstündiger Audienz. Der Sultan verlieh dem Herzog von Edinburg den Stern des Osmanieordens mit Brillanten und dem Prinzen Georg das Großkreuz des Osmanieordens. und tiefes Elend von den Frauen und Kindern abwenden würde. Möge dieses Vor- kommniß, das ein herbes Schicksal über eine Reihe von Familien bringt, wiederum zur Warnung dienen. Daß der Sergeant und Constabler Braun, dessen Benehmen semm Untergebenen gegenüber kein solches gewesen sein soll, wie es zur Aufrechterhaltung soldatischer Zucht durchaus erforderlich erscheint, sich nicht einer besonderen Hochschatzung erfreut, ist wohl zu begreifen. Hamburg, 20. September. Abgehende Seminaristen sind verschiedentlich auf- gefordert worden, sich zur Uebernahme von Schulstellen in Kamerun zu melden. Es wurde ihnen bekanntlich ein Gehalt von 5000 JL, freie Wohnung und freie Hin- und Rückfahrt angeboten, wogegen die jungen Leute sich auf zwei Jahre verpflichten sollten. Mecklenburgische Seminaristen, welche ebenfalls eine Aufforderung erhielten, wandten r ^at^ und Auskunft an unfern Reichstagsabgeordneten Woermann, der gewiß als Kenner der in Frage kommenden Verhältnisse gelten darf. Sie erhielten die Ant- wort, daß weder zu- noch abzurathen sei. Das Klima sei ungesund, an der Küste dürfe kein Europäer wagen, die Nacht auf dem Lande zuzubringen, ohne sich der größten Flebergefahr auszusetzen. Die Kosten der' Verpflegung hat Herr Woermann auf 4 bis 5 JL angegeben. Qr, .Börde i. W., 20. Septbr. Ein entsetzlicher Unglücksfall hat sich am Samstag Abend dahier ereignet. Das dreijährige Söhnchen des Specereihändlers Thun stieß die brennende Petroleumlampe so unglücklich um, daß sich der Jnhali derselben auf oas Kind ergoß und dasselbe sofort in Hellen Flammen stand. Die zwanzigjährige Schwester des Knaben riß diesen, um die Flammen zu ersticken, an sich, erlitt aber bedenkliche Brandwunden, daß beide in kurzer Zeit ihren Leiden erlagen, wunden r" cr erhielten bei den Rettungsversuchen auch verschiedene Brand- , r Brüssel, 18. September. Der König von Portugal hat im Verein mit der belgischen Königin die Sehenswürdigkeiten Brüssels besucht, aber ein Gebäude ist ihm nur von außen gezeigt worden - der neue Justizpalast. Die Königin hat den Wagen rings um den Palast fahren lassen, aber hineinzugehen, „dazu fehlte die Zeit". Diese Vorsicht ist sehr begründet. Decke auf Decke stürzt ein und zwar auf eine so plötzliche' Weise, daß man ganz rathlos dem gegenübersteht. Gestern sind wieder drei Decken emgesturzt, darunter die des Berathungssaales der Geschworenen. Heute wird die Decke des Seitenganges bei dem Handelsgericht als „sehr bedrohlich" angegeben. Wenigstens aber haben sich die Decken für ihren Zusammenbruch die Gerichtsferien ausgesucht, sodaß bisher die Menschenleben nicht gefährdet gewesen sind. (Voss.Z.) . ~ Stadtrath von Mährisch-Ostrau hat eine Resolution angenommen, m welcher dem Entsetzen über den Einsturz der Brücke und der Entrüstung darüber, daß nicht durch genaue Untersuchung das Unglück verhütet wurde, Ausdruck gegeben roirfx hatsch nämlich herausgestellt, daß nur sträflicher Leichtsinn die Katastrophe verschuldete. Sämmtliche Sachverständige im Brückenbau sprachen übereinstimmend aus, daß das Eisenmaterial der Kettenbrücke seit langer Zeit derart verrostet war, daß der Einsturz jederzeit erfolgen konnte. Im Juli v. I. wurde eine Eingabe der Gemeinde Ostrau, welche die Untersuchung der Brücke forderte, dahin erledigt, daß der Zustand der Eisentheile dieser Brücke ein „vollkommen guter" und die Befürchtung bezüglich derselben ungerechtfertigt fei. Die Fachmänner behaupten jedoch, die Kette sei bereits Jahre lang verrostet und gar nie oder nur höchst oberflächlich untersucht worden. “ c®™ sonderbarer Zwischenfall ereignete sich auf dem Johannisberg in Elberfeld bei einer Vorstellung des Magnetiseurs Herrn Georg Schmidt. Es hatte sich als zweites Medium der Schuhmacher R. gemeldet. Als Herr Schmidt demselben seinen ausgestreckten Arm bestrichen und dann erklärte: „So, jetzt können Sie Ihren Arm nicht mehr bewegen", sagte R.: „Das kann ich aber doch", wobei er Herrn Schmidt eme kräftige Ohrfeige ertheilte. Es entstand eine allgemeine Aufregung unter dem anwesenden Publikum und wurde nun der Schuhmacher an die Luft gesetzt. — ©in Kuriosum in Steuersachen aus Anlaß der Vermehrung der Lotterie- "llecten fft nach dem „Leipziger Tageblatt" in Beuthen in O.-Schl. passirt. Dort ist die städtische Verwaltung in der günstigen Lage, die Communal-Einkommensteuer von 260 auf 250 Procent herunterzusehen, weil die massenhaft erfolgte Bewerbung um eine erledigte Lottenecollectur, bei welcher der Nachweis eines Vermögens von 60,000 erforderlich ist, mit einem Schlage den Nachweis geliefert hat, daß die Zahl der Kapitalisten, welche zur Einkommensteuer heranzuziehen sind, erheblich größer ist, als man bisher angenommen hatte. — Während der Nacht ist die Sakristei der Martinskirche zu Bamberg ausgebrannt. Die Retlungsarbeiten wurden theils durch den Umstand, daß das Feuer in per Sakristei stundenlang unbemerkt geblieben war, theils dadurch, daß die Kirchen- schlufsel in der Sakristei aufgehoben waren und die Feuerwehr sich nur durch Einsprengen der starken Kirchenthür Eingang verschaffen konnte, erschwert. Als die Feuerwehr in die Kirche eindringen konnte, hatte das Feuer schon den Hochaltar ergriffen; derselbe wurde jedoch gerettet. Lediglich dem massiven Gewölbe der Sakristei und dem umsichtigen Eingreifen der Feuerwehr ist es zu danken, daß das Feuer sich nicht auf die neureftaurirte schöne Kirche und die anstoßenden Gebäude mit ihrem unschätzbaren Inhalte ausgedehnt hat. Die Kirche hat nicht gelitten. — (Dachziegel aus Papier.) Eine Bedachung, welche infolge ihrer Leichtigkeit und vieler anderer Vortheile das Schieferdach weit übertreffen soll, wird nach Scient Amenc." gegenwärtig in Amerika aus einem faserigen Papierstoff hergestellt. Aus dem' breiartigen Material werden mittelst Maschinen Ziegel von jeder gewünschten Gestalt gepreßt, dieselben hierauf theilweise getrocknet und dann mit einer wasserdicht machenden ^'UNg tmpragmrt und gebacken, wodurch die wasserdichte Mischung vollkommen erhärtet. Nach dem Backen werden die Ziegel mit einer Mischung behandelt, welche ihnen eine emailartige Oberfläche verleiht: hierauf folgt nun eine Schicht Sand welche die Ziegel gegen die Einwirkungen der Hitze und des Feuers schützt. Durch Verwendung von verschiedenfarbigem Sand können die Ziegel mannigfache Farben- schattirungen erhalten. Nach dem Aufträgen der Emaillierflüssigkeit und der Sandschichte werden die Ziegel ein zweites Mal gebacken und sind zum Gebrauche geeignet. r. — (Hammelfleisch-Import von den Falklands-Inseln.) Nach den neuesten englischen Berichten gewinnt, wie die „N. Fr. Pr." mittheilt, der Import von ae- frorenem Hammelfleisch aus diesen Gegenden in letzter Zeit große Bedeutung. Mitte Juli kam der Dampfer „Selembria" in den ostindischen Docks mit einer Ladung oon nicht weniger als 30 000 gefrorenen Hammeln an, die in ausgezeichnetem Zustande conferpirt waren und zu guten Preisen willige Abnehmer fanden. Dies dürfte wohl v" frvtzte Hammel-Ladung gewesen fein, welche jemals den Ocean durchquerte. Die „Falklands-^nsel-^leisch-Eompagnie" ließ dies Schiff eigens für ihre Zwecke erbauen uno gedenkt regelmäßige Fleischlieferungen nach England einzuführen. Wenn man bedenkt, daß em Theil dieser Inselgruppe im Jahre 1853, der fernere Theil der Falk- rnnds-Jnseln erst im Jahre 1861 besiedelt wurde und nunmehr daselbst ein Schaffend von 600 000 Stuck vorhanden ist, muß man über den raschen Aufschwung dieses Zweiges der Thierzucht staunen. Die übersendeten Hammel hatten ein Gewicht von oO ms 70 englischen Pfund per Stück, waren von ausgezeichneter, nicht zu fetter Beschaffenheit und fanden per Pfund zu 5 Pence — 30 fr. (50 Pfg.) rasche Abnahme Der Dampfer faßt 3041 Tonnen Laderaum und ist ausschließlich für den Fleisck- 3mport gebaut. Zu diesem Behufe ist er mit äußerst kräftigen Maschinen versehen von welchen vier große Dampfkessel nur für die Kälte Erzeugung bestimmt sind und die genügen, um die Fleischstucke stets in der entsprechenden trockenen Kaltluft zu er- palttn,n welche allein ermöglicht, das Fleisch in tadellosem Zustande auf unseren Markt — (Beweismittels Es ist noch wenig bekannt und verdient deshalb erwähnt zu werden, daß post,estig eingeschriebene, sogenannte „recommandirte" Briefe in Streitfällen vor Gericht nickt als Beweisobjecte dienen können. Wem daran liegt, einen Mtimmten Schriftsatz (Kündigung, Widerspruchserhebung rc.) vor Gericht beweis- kraftig zu machen, der muß die Uebersendung desselben durch den Gerichtsvollzieher vor sich gehen lassen. Es ist dabei ganz gleickgiltig, ob der Adressat am Orte selbst oder auswärts wohnt. Im letzteren Falle befördert die Post das betreffende Schreiben guftrafle des Gerichtsvollziehers. Dies Verfahren kostet 50 Pfg. mehr als das ^vsmreiben der Briefe, bietet aber, wie gesagt, die Garantie, daß das betreffende Schriftstück eventuell als Beweismittel dienen kann. au- ^vthigt Schuldner seinen in drückender Geldverlegenheit befindlichen Gläubiger, der eine fällige zweifellose Forderung an den Schuldner hat, unter der S^ung, ihm nichts zu zahlen, wenn er sich nicht mit einer Teilzahlung abgefunden "klare, zur Ausstellung einer Quittung über den ganzen Schuldbetrag gegen Zahlun Vermischtes. Butzbach, 23. September. Gestern Abend fanden Passanten der Schloßgasse vor dem Hause des Herrn Nathan Strauß dessen erst kürzlich eingetretenes Dienstmädchen auf der Straße liegend; als dieselben das Mädchen aufheben wollten, bemerkten selbige, daß der Tod bereits eingetreten war. Vermuthlich hat das junge Mädchen den Tod freiwillig gesucht, indem es sich aus dem Fenster seiner Schlafstube auf die Straße stürzte. Aus welcher Ursache, ist uns nicht bekannt geworden, doch soll das Mädchen seit seinem Diensteintritt schwermüthig gewesen sein, so daß ihr Dienstherr Veranlassung fand, den bet Battenberg wohnenden Eltern desselben über diese Erscheinung sofort Mittheilung zu machen, worauf denn auch der Vater des Mädchens bereits gestern Nachmittag hier eingetroffen war, um dasselbe nach Hause zu holen. Der bedauernswerthe Vater, welcher in einem Zimmer neben dem des Mädchens schlief, ist durch diesen traurigen Fall untröstlich. (W. B.) Lehrbach bei Homberg a. d. O., 22. September. Am Abend des 18. September fiel ein hiesiger Einwohner, Namens Johann Georg Engel, von einem beladenen Grummetwagen und verletzte sich derart, daß am 19. Abends der Tod eintrat. Mainz, 21. September. Als gestern Abend der Dampfer „Hansa" der Köln- Düsseldorfer Gesellschaft an dem unteren Stadttheil vorüberfuhr, um an der Landungsbrücke anzulegen, sprang plötzlich in der Nähe des neuen Zollhafens von dem Bord des Schiffes ein Mensch in den Rhein, ohne daß dies vom Schiffe aus beobachtet worden war, denn dasselbe setzte ruhig seinen Cours weiter. Mehrere Hafenarbeiter die vom Lande aus den Fall mit ansahen, lösten sofort einen Nachen vom Ufer los und es gelang ihnen auch, den mit den Wellen Kämpfenden zu erreichen und in dem Nachen unterzubringen. Ehe derselbe jedoch am diesseitigen Ufer ankam, machte er nochmals den Versuch, in den Rhein zu springen; nun hielten ihn aber die Arbeiter mit Gewalt zurück. Am Hafen wieder angekommen, wurde der Gerettete der Polizei übergeben; der Unbekannte verweigerte jede weitere Auskunft über seine Person und gab vor, daß er aus Unvorsichtigkeit in den Rhein gefallen sei. Da er auch gar keine Legitimationspapiere bei sich führte, wurde er einstweilen in Haft behalten. Nachträglich erfahren wir noch, daß der Unglückliche am Halse eine Schnittwunde hatte und wahrscheinlich schon einen Selbstmordversuch mit einem Messer gemacht hat. Da er übrigens Spuren von Irrsinn zeigte, wurde er vorläufig dem Hospital übergeben. Der Sprache nach scheint er aus der Gegend von Köln zu sein. (M. A) Frankfurt, 20. September. Hauptmann a. D. Jung heirathete vor einigen Jahren das Fräulein Wohlfahrt, Tochter des verstorbenen Buchbinders Wohlfahrt Herausgebers und Eigenthümers des ehemaligen Tageblattes. In den letzten Wochen trat, obschon das Paar mehrere Häuser hier und in Cronberg besaß, Vermögensverfall ein, welcher durch die Börsenspeculationen der Frau heroorgerufen wurde. Für die entstandenen Differenzen gab sie Wechsel, welche während der Ferien im Betrage von - °S * Wen. L™' ©mitsferten lwd. ($Ofi'? 5"1 «igenommeu ’M“« darüber ü*Wf «tgtben |lnn• bietatafhopbe n übereinstimmend °^ostet war, dak ngabe der Gemeinde der Zustand Mchtung bezüglich 6te Kelle sei berrils rsucht worden. ^Johannisberg in Lchmidl. Eg HM Schmidt dcmsetbcn Können Sie Ihren '. wobei er Herrn e Aufregung unter e Luft gefetzt, nung dn Lotterie- W. pafsirt. Dort al-Eintommensteuer Igle Bewerbung um igen§ von 60,000 Jt baß die Zahl der lich größer ist, als i Samberg ai& 5, daß das Feuer >, daß die ftnte .4 hüt durch Erschwert. Als die i den Hochaltar er- wölbe der Salrislei daß das Feuer sich iude mit ihrem un- lge ihrer Leichtigkeit wird nach „Scient. ergestelll. Aus dem gewünschten Gestalt ^asterdichi machenden mg vollkommen er- g behandelt, welche •ine Schicht Sand, ms schützt. Durch lannigiache Farben- WM und der stnd zum Gebrauche Noch den neuesten n Import von p M. Mitte unpon '-eichnetem Zustand Ties dürste wohl n durchquerte. Die ihre Zwecke erbauen jk man rtt Theil der * eibft Aufschwung vieles . * «®* T ,)T«toe »ft b für btn 5* •SSSS3 . ^balb erwähnt rnt in Streit- :te‘ «*S.3 einen ’°r(ÄwC dotier ab zu beziehen. A. «atz, Südanlage 15. Pfennig - Sparkasse. Die Einleger werden aufgefordert, Samstag den 25. Septbr. l. I. die Sparkaffenfcheine zum Zwecke der Einlage der Pfennigspargelder in die Sparkasse dahier an die Pfennigsparkaffe-Erheber abzugeben. Gießen, den 23. September 1886. Tricot-Taillen Grösste Fabrik - Niederlage Tricot-Kinder-Kleidchen nur solide und fehlerfreie Maaren empfiehlt zu Fabrikpreisen 6729 Robert Hans, Mtersweg 18. Muratiou von Pli. Kreiling (z. Gambrinus). Ein unehrliches Publikum erlaube mir wiederholt auf mein großartiges Orchestrion aufmerksam zu machen. Neben kleineren Musikstücken, als Tänze, Lieder rc., spielt dasselbe auch Opern, Ouvertüren, Arien, Potpourri's in anerkannt vorzüglichster Weise. Mit aller Hochachtung Ph. Kreiling, 6708 (Restauration zum Gambrinus). Pb. 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