ansammlungen aus dem Graben, weshalb die Wache irn Kriegsministerium aur Hof, jenem Platze, der dicht neben dem Graben liegt, verstärkt und. das daneben gelegene Zeughaus mit 200 Wachleuten zu Fuß und 15 berittenen Polizisten besetzt wurde. Einige Bataillone Infanterie wurden consignirt und die Feuerwehr mußte die Dampsspritze geheizt halten. Mit Einbruch der Dämmerung wurden in die den Graben begrenzenden Straßen starke Abtheilungen der Sicherheitswache entsendet, jedoch fand nirgends eine Ruhestörung statt und erfolgte lediglich die Verhaftung zweier bekannten Anarchisten wegen Bedenklichkeit; während der Escortirung warf der eine einen großen Stein, der andere ein langes Mester von sich. Was die Anarchisten mit der Ansammlung im Schilde führten, ist noch nicht sestgestellt, doch glaubt man, daß eine Nachahmung der Londoner Excesse geplant war. Das russische Kaiserpaar wird demnächst Gatschina verlosten und nach seinem herrlich gelegenen Landsitze Livadia in der Krim übersiedeln. Bereits sind in voriger Woche vom kaiserlichen Oderhosmarschallamte die betr. Persönlichkeiten nach Livadia entsendet worden, um für den Empsang und den Aufenthalt der Majestäten alles Nöthige vorzubereiten. Selbstverständlich wird das Reiseprogramm des Katserpaares geheim gehalten, nur verlautet, daß der Czar u. A. in Nikolajew am Schwarzen Meere einen längeren Aufenthalt nehmen werde, um die Flotte, die Artillerie- und Seeschule u. s. w. zu inspiciren. Auch heißt es, Kaiser Alexander habe die Absicht, überall bäuerliche Deputirte zü empfangen, und diese, wie er es in Moskau gethan, von falschen und un- erfüllbaren Hoffnungen abzubringen. Es ist nicht unbemerkt geblieben, daß der Kaiser, welcher bei seinem Regierungsantritte eine starke Antipathie gegen den Adel zeigte, diesen in letzter Zeit vielfach begünstigt hat. Es heißt nun, der Czar wolle auf seiner bevorstehenden Reise nach dem Süden des Reiches Gelegenheit nehmen, die Bedeutung des Adels für die Krone hervorzuheben und den gesunkenen Einfluß und das sehr erschütterte Ansehen destelben, besonders bei den Bauern, wieder etwas zu stärken. In den Vorstädten Brüssels waren sür letzten Sonntag mehrere socialistische Meetings angekündigt. Daß man denselben in den Kreisen der ordnungsliebenden Bürgerschast in Hinblick aus die Lütticher Vorgänge mit ernster Besorgniß entgegensah, durste nicht verwundern, zumal oa aus Zemeppe bei Lüttich vom Samstag Abend neue erhebliche Ruhestörungen, bei denen auch mehrere Gensd'armen Verwundungen davontrugen, gemeldet wurden. Indessen ist der gefürstete Tag durchaus ruhig verlausen, Dank den umfassenden Sicher- heit-maßregeln, welche dre Behörden angeordnet hatten; in den Straßen war keinerlei größere Menschenansammlung bemerkbar und wurde die Ordnung nir» genta gestört. Deutschland. Darmstadt, 22. März. Der Abg. Dr. Franck und Genossen haben einen eingehend nwtivirten Antrag auf Abänderung der hesfischen Kirchengesetze eingereicht. Derselbe lautet: „Die Kammer wolle an die Regierung das Ersuchen um eine Gesetzes- Vorlage richten, wodurch die in Preußen eingeführten kirchenpolitischen Erleichterungen für die katholische Kirche auch in Hessen zur Einführung zu gelangm haben." Gefordert werden zahlreiche Aenderungen der Gesetze über den Mißbrauch der geistlichen Amtsgewalt und über die Anstellung und Vorbildung der Geistlichen. Die Kirchen sollen befugt sein, Anstalten zur theoretischen und praktischen Vorbildung der Geistlichen (Seminarien, Convicte) einzurichten und zu unterhalten, welche der Aussicht des Staates, insbesondere in gesundheltllcher und sicherheits-polizeilicher Hinsicht unterliegen. Der von der Kirchenbehoroe zur Aushülseleistung bestimmte Geistliche soll den von ihr festgesetzten Thm des Psründen-Einkommens beziehen. In der Motivirung wird es als bie wnSt Hessens bezeichnet, daß es, wie es mit der Einführung der Kirchengesetze Preußen gefolgt sei, so auch mit her Aushebung und Milderung Preußen folge, dessen letzte Novelle zwar nicht durchaus den vollen Frieden, aber doch ein Verhaltmß schaffe, aus Grund dessen die Herstellung des Friedens sich erhoffen laße. Frankreich. Pari-, 23. März. Die Rechte beschloß, für die Budget-Commission keine Candidaten auszustellen, und wird Donnerstag eine öffentliche Erklärung an die Steuerzahler erlassen. Aegypten. Kairo, 23. März. Nachdem der frühere Khedive Jrmail gegen meh> rere Mitglieder der Familie der Khedive bei den einheimischen Gerichten einen. Rr. 71 1888 ilMger Erscheint deS Wttiefi#. NkNSskAr 7. ®rd# vierteljährlich 2 Marl 2tz Pf. mit Durch bie Post biogen vierteljährlich 2 Mar? 5# rillllen Erstes Blatt. Donnerstag'.de« 25. Marz Volkengalsexu. WtfljU tllvw M M VL Nr. 5 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 20. März d. M-, enthält: Nr. 1636.] Gesetz, betreffend die Fürsorge für Beamte und Personen des Soldatenstandes in Folge von Betriebsunfällen. Vom 15. März 1886. Nr. 1637.1 Gesetz, betreffend die Herstellung des Nord-Ostseekanals. Vom 16. März 1886. Nr. 1638.] Allerhöchster Erlaß, betreffend die Führung der Kriegsflagge auf den Privatfahrzeugen der Deutschen Fürsten. Vom 2. März 1886. Nr. 1639.] Bekanntmachung, betreffend die Stempelmarken zur Entrichtung der Wechselstempelsteuer. Vom 15. März 1886. Gießen, den 23. März 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann.__ ■ SM iSelte'1 , tu W* Ä auf her 2073 •t finbfn gutt ^d-Anlage 15111, iräumiges ' lslokal 'cs bei Ludwigstrlißc j. s Gymnasiums ita ibcn liebevolle dir lffpeb. K N «Ät~ «äy,E i«r 31 etzchi roten, :r roirb. ba§ Sf| her Provirn, iinmi nferer ELülemm? sksichls oieser Ita een Zürnen, mtw Iftabt als Sgkn^ m lin jcbcm tfl r eiablirt), em, fii be olle guten P ch ntin kann fiW nun eriorberlii- icHer -kesclireibuc, biene versandt. ft sür uschntidtMst, igersttaßcU^ Mit eiten- $ Politische Ueberficht. Gießen, 24. März. lieber die von der Reichsregierung geplante neue Spiritussteuer- Vorlage , die dem Reichstage gewissermaßen als Ersatz für den gescheiterten — man kann letzteres ja jetzt schon getrost behaupten — Branntwein-Monopol- Entwurf noch zugehen soll, verlautet noch nichts Besonderes. Es verlautet sogar neuerdings in den politischen Kreisen der Reichshauptstadt, daß die Ein- bringung der neuen Branntweinsteuer-Vortage noch in dieser Session keineswegs els sicher zu betrachten sei und wird die Regierung auch mit der sich im Reichstage mehr und mehr geltend machenden Ermüdung zu rechnen haben, zu welcher immer neue Vorlagen gerade nicht passen wollen. Jedenfalls wäre es aber höchst erwünscht, wenn die Regierung einen Versuch machen würde, unter Beiseitelegung des Monopol-Projectes eine Einigung mit dem Reichstage über die Erhöhung der Branntwein-Besteuerung herbeizuführen. Sicher ist, daß die Con- ssrvativen und die NationalUberalen bereit fein würden, sich mit der Regierung üb-r einen anderweitigen Modus über die erhöhte Branntweinsteuer zu verstän- diqen und ein Gleiches darf man schließlich wohl auch vom Centrum behaupten, besonders da Herr v. Huene sich in feer Monopol-Debatte so warm zu Gunsten der Consumsteuer ausgesprochen hat. Sollte nun aber wirklich in einigen Wochen dem Reichstage noch ein Regierungs-Entwurf in der angebeuteten Richtung zugehen, so würde offenbar die Stellung des preußischen Finanzministers, Her.rn v. Scholz, bei den betr. Verhandlungen eine etwas sonderbare fein; er hat bekanntlich die Anregungen zu einer Branntweinsteuer-Erhöhung auf einer anderen Grundlage als derjenigen des Monopols entschieden zurückgewiesen, und nun wird er doch wohl bei Ausstellung eines neuen Entwurfes, der vom Monopol- Project gänzlich Abstand nimmt, mit beteiligt fein. Der Reichstag erledigte am Samstag in zweiter Lesung den Rest der Zuckersteuer-Vorlage im Wesentlichen nach den Commissions-Beschlüssen. Aber nachdem die beiden ersten Paragraphen des Entwurfes sowohl in der Fassung der Regierung, als in derjenigen der Commission rom Hause abgelehnt worben sind, repräsentirt der übrige Theil der Vorlage doch nur einen Torso und ob die dritte Lesung hieraus etwas noch einigermaßen Verwendbares machen wird, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich ist es, daß in dieser nur eine abermalige provisorische Herabsetzung der Aussuhrvergütung beschlossen werden wird. Die ReichStagS-Commission zur Vorberathung des Militär- Pensionsgesetzes vollendete am Freitag die erste Lesung desselben. Einstimmig angenommen wurde die vom Abg. Grasen Moltke beantragte Erhöhung der Pensionen. Alsdann genehmigte die Commission mit 12 gegen 3 Stimmen den Antrag Delbrück, welcher die Pension der Osficiere, im Osficierrang stehender Militärärzte, Maschinen-Jngenieure des Soldatenstandes und Deck-Osficiere, welche in der Zeit vom 1. April 1882 bis zum Jnkrasttreten dieses Gesetzes aus dem Dienst geschieden sind, nach Maßgabe des neuen Gesetzes erhöhen will. Ferner ertheilte die Commission auch dem Anträge Manteuffel, der dem Gesetze rückwirkende Krast giebt - bis 1870/71 - mit 13 gegen 2 Stimmen ihre Zustimmung. Von sreisinniger Seite war hierbei die Ausdehnung aus alle Pensionäre, also bis zum Jahre 1864, im Interesse der Gerechtigkeit befürwortet worden, die Regierung erklärte indessen, daß sie zwar ebenfalls aus diesem Standpunkte stehen würde, wenn eben die Verhältnisse anders lägen, die Durc^ suhrung desselben böte aber so viele technische Schwierigkeiten dar, daß sie sich sür Rückwirkung des Gesetzes nur bis 1870/71 erklären müsse. Für die zweite Lesung wurde nationalliberalerseits eine Resolution in Aussicht gestellt, welche zur möglichsten Beseitigung der Ungerechtigkeiten, die bei Ausführung des Gesetzes hervortreten würden, eine Erhöhung des Dispositions-Fonds bezweckt. Schließlich wählte man noch eine Unter-Commission sür die Redaction der Beschlüsse der ersten Lesung. Die anarchistische Propaganda in Wien, die seit der vor zwei Jahren vom österreichischen Abgeordnetenhause beschlossenen Ausnahme-Gesetzgebung so gut wie erloschen schien, giebt wieder deutliche Lebenszeichen von sich. Man nimmt in polizeilichen Kreisen an, daß es fremde Emissäre sind, welche die socialistisch-anarchistische Agitation in der österreichischen Hauptstadt wieder aufleben machen wollen. Dem neulichen Massenaufzuge von Arbeitern aus dem Schmelzer Friedhose, von welcher beabsichtigten Kundgebung die Polizei unterrichtet war, sah man nicht ohne Bangen entgegen, nachdem die vertraulichen Mittheilungen über die agitatorischen Einflüsse in der Arbeiterschaft sehr düster gelautet hatten. Da man glaubte, daß die Polizeimacht zur Ausrechthaltung der Ordnung nicht auüreichen werde, wurden nicht weniger als sechs Bataillone Infanterie und drei Eskadrons Kavallerie in den nächstgelegenen Kasernen con- fignirt. Für den darauf folgenden Abend befürchtete man große Arbeiterrc. ic. ""s-sMi, ta Universität- - Chronik Jena, 18. März. antreten. Proceß wegen Zahlung über 5 Mill. Psd. Sterl. angestrengt hat, prüften die General-Consuln aus eigener Initiative die Forderungen und erklärten, es komme eine Verletzung des Liquidations-Gesetzes in Frage, indem die einheimischen Gerichte nicht eine genügende Garantie für eine unparteiische Rechtssprechung böten- Die Consuln beschlossen, persönlich bei Nubar Pascha Schritte zu thun und die Vertagung des Processes zu verlangen, bis ste von ihren Regierungen Instructionen über die Verweisung der Forderungen an den internationalen Gerichtshof erhalten haben werden. Man glaubt, die Mächte werden dem Khedive anrathen, die Verweisung durch Dekret anzuordnen. — Dem „Bureau Reuter" zufolge ist die gestrige Nachricht des „Standard" bezüglich der sofortigen Abberufung Sir H. D. Wolff's unbegründet. Lokales. 6. Gietzen, 24. März. [<5terblid)fcit in Gießen.) Die Zahl der Todesfälle in unserer Stadt steigerte sich während der Woche vom 14. bis 20. März um etwas. Es starben 5 Erwachsene und 5 Kinder, im Ganzen also 10 Personen. Von den Erwachsenen starben 3 an Lungenschwindsucht, 2 an Krebs. Von den Kindern befanden sich 2 noch im ersten Lebensjahre und starb von diesen das eine an Krämpfen, das andere an einem Darmcatarrh. Bei 3 schon etwas älteren Kindern erfolgte nach den ausgestellten Bescheinigungen der Tod je einmal durch Lungenschwindsucht, Krämpfe, Gehirnentzündung. Telegraphische Depeschen. Wolff'» tekgr. «orrespondenz-Burea«. Berlin, 23. März. Nach dem heute veröffentlichten Bericht der Herrenhaus- Commission über die Kirchenvorlage erklärte der Eultusminister in den Commissionsoerhandlungen, wenn in der Commission angedeutet sei, daß betreffs der Vorlage ein Benehmen zwischen der Negierung und der Kurie stattgefunden habe, so könne er versichern, daß mchts geschehen sei, was einerseits die Freiheit der preußischen Gesetzgebung, andererseits die Entschließungen der Kurie präjudizirc. Die nach dem Bericht von der Commission angenommenen Aenderungen betreffen wesentlich die Bestimmungen über die Wiedereröfftmng der Seminare, Konvikte und Demeritenanstalten. Ueberall fällt die Staatsaufsicht fort, doch sind dem Cultusminister der Lehrplan, die Lehrer und Leiter, die Statuten und ähnliches mitzutheilen. Die Lehrer der Seminare dürfen vom Staate nicht als minder angenehm bezeichiiet werden. Die Leiter und Erzieher der Konvikte müssen Deutsche sein. Die übrigen Bestimmungen betreffen die Einsetzung des Ministeriums als Berufungsinstanz in den Fällen, wo es sich um Amts- cntfcrnung oder Minderung des Einkommens handelt, ferner um Zulassung der Kranke Pflegenden Orden zur Pflege und Leitung von Waisenhäusern und Pflegeanstalten rc., endlich um Straffreiheit des Lesens stiller Messen und spenden der Stcrbesacramente in Nothfällen. — Das Herrenhaus überwies die Vorlage über Beförderung der deutschen Ansiedelungen in den Ostprooinzen an eine lögliederige Commission, beschloß, die Vorlage über die Jmpfärzte in Posen durch Schlußbcrathung zu erledigen und »erwies die übrigen drei Polenvorlagen gleichfalls an eine besondere lögliedrige Commission. Der -Gesetzentwurf über die Abänderung mehrerer Amtsgerichtsbezirke wurde en bloc angenommen. Mehrere Petitionen, betreffend Aufhebung der Grundgebäudesteuer, werden nach längerer Debatte in namentlicher Abstimmung mit 101 gegen 5 Stimmen der Negierung als Material zur Gesetzgebung überwiesen. Morgen kleinere Vorlagen. — Das Abgeordnetenhaus nahm in 3. Lesung unverändert den Nest des Etats an, darunter auch die für Fortbildungsschulen in den Ostprovinzen geforderten 20,000 jt, wofür auch mehrere Freisinnige, darunter Rickert und Meyer, stimmten. Das Etats- geseh und das Anleihegeietz wurden genehmigt. Der Gesetzentwurf über Erweiterung bes Schuldbuchs wurde in erster und zweiter Lesung angenommen. Morgen Petitionen. *reis a/L, j Nachdem der seitherige Vertreter der Ohrenheilkunde, Herr Professor Dr. Weber-Liel, in Folge seiner Erkrankung die Professur an hiesiger Universität niedergelegt hat, ist es gelungen, in der Person des seitherigen Privatdocenten. Herrn Dr. Keßler zu Graz, welcher sich eines ausgezeichneten Rufes in seinem Fache erfreut, einen neuen Vertreter für die Ohrenheilkunde an hiesiger Hochschule zu gewinnen und wird derselbe bereits mit Beginn des Sommersemestcrs sein Amt hier Montag d von Morgei flößen in den T fhaud) und Eicht ihin: 103 EicheiO l'xl Fichtenstäni 6 . (LicheMM 21132 Fichteii'De 7385 Uci 59,88 > Sol Dienstag t S9M. Buchen Sachen-, Eichen-. 7:50 Wellen Bi Mä-KWz, 4 Bemerk wird, fangen zu M und an beiden 5 Slnjang um die er der Straße Wnzgarten ist. Staufenberg, Eroßh. Bürgert Tavstaa w in dem b Witt HM, f «ich WH« a' W liefern lm Tanzen, 126 Hust, i (.213 4 ^r. lang, eignet, ^5 Ämtr. § Slaatsft WWla, >•103 ° fori i|Unh ( fliirfl'd P'iokii0 Pertti! f!lßie,u ? für e" ar,ör plrdigtr ’J n tytn trfti f,dl ? d )i< bei «ockitiidoot * in Ui/diinen des,AP ‘ lOHbr m M Iba" kam 11 nl "w611 1 m yiontüfl 1 1 - lÄuch.M i«l* «n« v ra« jrlült iur bic sahn München, 23. März. Tie Gemahlin des Prinzen Ludwig von Bayern ist gestern Abend von einer Prinzessin entbunden worden. Die Minister v. Lutz, v. Fäustle und v. Crailsheim wurden zur Beurkundung des Geburtsfalles von dem Festmahle zu Ehren des Geburtstages des Kaisers Wilhelm, dem sie beiwohnten, nach dem Palais des Prinzen abberufen. Am Schlüsse des Festmahls wurde von dem preußischen Gesandten ein Toast auf den jüngsten Sprößling des Wittelsbacher Hauses ausgebracht. Karlsruhe, 23. März. Die gestern Nachmittags auftretenden Athembeschwcrden im Befinden des Erbgroßherzogs steigerten sich bis Abends unter Wiederauftreten des pleuritischen Schmerzes, doch war die Nacht gut. Die Athcmbeschwerden sind bis Morgens nicht mehr ausgetreten, doch sind die örtlichen Veränderungen noch in gestriger Höhe. Das Fieber ist etwas gestiegen, die Gelenkaffection ist gering. Prag, 23. März. Aus allen Theilen Böhmens wird bedeutendes Steigen sämmtlicher Flüsse und Bäche gemeldet. Hier treten in vielen Gassen die Canäle aus,, mehrere Gassen sind bereits überschwemmt. Auf der Kleinseite ist das Wasser in mehrere Häuser gedrungen. In dem ganzen Ueberschwemmungsgebjete sind Hilfs- comite's unter persönlicher Mitwirkung des Statthalters und Polizeidireckvrs in voller Thätigkeit. Petersburg, 23. März. Es ist ein Gesetz veröffentlicht worden, wonach die. durch's Loos in den Militärdienst Eintretenden, 'welche eine Lehranstalt erster oder zweiter Categorie absolvirt haben, zwei Jahre actio und dreizehn Jahre in der Reserve dienen sollen. — Da nach dem Reglement von 1869 für die Organisation der bäuerlichen Verhältnisse der Krondomänen der baltischen Gouvernements die Nothwendigkeit vorgesehen ist, das,Reglement auch auf die besonders gestellten Krondomänen anzuwenden, so ist der Domäneminister mittelst eines kaiserlichen Ukas vom 3. März beauftragt, beim Reichsrathe einen entsprechenden Entwurf einzubringen, betreffend die 23 Krongüter, welche die Kaiser Paul und Alexander I. der baltischen Ritterschaft zur fristlosen Verwaltung behufs Unterhalts der ritterschastlichen Beamten und überhaupt für communale Erfordernisse verliehen waren. Da der Adel in einigen dieser Güter bereits zum Verkauf des bäuerlichen Landes geschritten ist, so verordnet der Ukas, den Verkauf bis zur Erledigung des erwähnten Entwurfs einzustellen. Petersburg, 23. März. Bei dem gestrigen Diner in Galschina hatte der Kaiser die Uniform des preußischen Alexander - Regiments mit dem Schwarz - Adler- Bande an; die Großfürsten waren, soweit sie der preußischen Armee angehören, in der Uniform ihrer Regimenter erschienen. Der Kaiser brachte das Hoch auf den deutschen Kaiser aus, die Hofkapelle intonirte die preußische Hymne, welche die Anwesenden stehend anhörten. — Eine Korrespondenz des „Regierungsboten" meldet aus Varna vom 4. März: Anläßlich des Jahrestages des Friedens von Stefano celebrirte der Metropolit Simeon das Tedeum. In den Gebeten wurde der Warne des russischen Kaisers vor dem Namen des Fürsten von Bulgarien aufgeführt, was die Anwesenden sympathisch berührte. Abends zog eine bedeutende Menge mit Militärmusik vor daS russische Viceconsulat. Eine Deputation, aus Stadträthen, Beamten und Kaufleuten bestehend, sprach dem Viceconsul die unveränderte Dankbarkeit und Ergebenheit der Bevölkerung für den russischen Kaiser und die feste Hoffnung auf weiteren Schutz Rußlands aus. Vermischtes. Bersrod, 23. Marz. Auch in unserer Gemeinde zog diesmal der Geburtstag des Kaisers nicht still vorüber. Am Abend des 22. versammelte sich der hiesige Gesangverein nebst Freunden desselben im Hofmann'schen Saale. Herr Lehrer Leib schilderte in beredten Worten ein Lebensbild unseres Kaisers in Krieg und Frieden, worauf vom Männerchor passende Lieder vorgetragen wurden. So vergingen rasch die fröhlichen Stunden und Mitternacht war bereits vorüber, als die Versammlung sich trennte. Mainz, 20. März. lieber das traurige Ende eines Officiers wird dem „M. A." Folgendes mitgetheilt: Derselbe hatte sich (oermuthlich durch einen abgebrochenen. Zahn) eine Verletzung der Zunge zugezogen, die Anfangs unbedeutend schien, bald aber so bedenklich wurde, daß der Patient einen Specialarzt in Heidelberg zu Rathe zog. Derselbe untersuchte die Wunde und erklärte dem Kranken, daß, wenn er diät lebe und vor Allem scharfe Speisen, sowie das Rauchen vermeide, die Wunde ohne weitere Gefahren in einiger Zeit geheilt sein werde. Der Officier beobachtete jedoch diese ärztliche Vorschriften nicht und begann wieder zu rauchen. Die Folge war, daß die Zunge furchtbar anschwoll, worauf der Patient sich nochmals zu dem Arzte nach Heidelberg begab. Dieser machte jetzt ein bedenkliches Gesicht und erklärte, daß nun das Schlimmste zu befürchten wäre, da bereits Zungenkrebs cingetreten sei. Er hatte damit nicht zu viel gesagt. Das Uebel nahm rapid zu und vor einigen Tagen, trat der Tod ein. Mainz, 20. März. sZur Warnung.) 140 JL Curkosten mußte dieser Tage ein hiesiger Geschäftsmann für eine feiner Arbeiterinnen zahlen, welche krank in's Hospital kam, ohne daß der Arbeitgeber vorschriftsmäßig für ihre Krankenversicherung Sorge getragen hatte. Außerdem wird derselbe noch wegen der unterlassenen Pflicht Strafe zu zahlen haben. Limburg, 20. März. sZur Warnung.j Der Geschäftsreisende Julius B- von Köln stieg am 14. August o. I. mit einem Billet Wiesbaden-Diez 3. Cl. versehen in Zug 16 zu Limburg ein. Nach Abfahrt des Zuges von Diez reoidirtc der als- Schaffner functionirende Bremser Gg. S. von hier die Coupe's. Bei dieser Gelegenheit streckte der Angeklagte dem S. anstatt ein Billet 50 $ entgegen und versuchte denselben dadurch zu bestimmen, daß er ihn ohne Billet fahren lasse. Wegen Bestechung wurde B. vor der heutigen Strafkammer zu einer Geldstrafe von 100 eoent. 10 Tagen Haft verurtheilt. Newyork, 15. März. sDer Untergang des Dampfers „Oregon".j Die Passa- giere und Mannschaft des Cunard - Dampfers „Oregon" trafen heute Morgen um 7 Uhr hier ein und überbrachten zugleich die ersten authentischen Nachrichten über den Untergang des Schiffes. Fast Alle haben, mit Ausnahme der Kleider, welche sie an- haben, Alles verloren. Alle waren erschöpft in Folge der Aufregung. Die Mittheilungen über die Ursache der Katastrophe und was darauf folgte, widersprechen sich mehrfach, allein darin stimmen alle überein, daß der Zusammenstoß bei vollständig klarem Wetter und ruhiger See um 4»/, Uhr Sonntag Morgen erfolgt ist. Nur wenige Passagiere waren um diese Zeit wach und keine befanden sich an Deck. Der Stoß war so furchtbar, daß viele Passagiere aus ihren Betten geworfen wurden, doch erloschen die Lichter nicht. Halb angekleidet und kreischend stürzten die Passagiere auf Deck, wo sich auch der Capitän binnen einer halben Minute emgefunben hatte. Die Panik der Passagiere war im ersten Augenblick gefährlicher als Der Zustand des beschädigten Schiffes, doch gelang es Den Ofsicieren, die Passagiere zu beruhigen und sie zu bewegen, sich nach den Salons zu begeben und ihre Kleider und Werthsachen zu holen. Einige Passagiere sollen merkwürdigerweise die Collission verschlafen haben und erst eine Stunde später geweckt worden fein. Die auf Deck befindlichen Personen drängten sich zusammen, um sich vor der Kälte zu schützen, da das Thermometer aus & SR '219'’M lt " 6t :.63O ’ ®r Reichstag. E. E. Berlin, 23. März 1886. Auf der Tagesordnung steht die dritte Berathung des Entwurfs bett, die Heranziehung der Militärperfonen zu den Gemeindeabgaben. Abg. Dr. Bamberger (dfr.) erklärt, daß seine Partei gegen das Gesetz stimmen werde, da sie der Ansicht sei, daß, entsprechend dem einheitlichen Charakter der Armee, auch die Communalbesteuerung der Militärpersonen einheitlich auf dem Wege der Reichsgesetzgebung zu regeln sei und nicht der Landesgesetzgebung überlassen werden dürfe. Ohne weitere Debatte gelangt sodann die Vorlage zur Annahme. Die Novelle zu 8 5 des Zolltarifgesetzes (Gewährung von Zollfreiheit für Eisen- bahnbetriebsmaterialien) paffirte debattelos die erste und zweite Lesung. In der danach folgenden ersten Berathung der Novelle zur Gewerbeordnung (Ertheilnng von Corporationsrechte an die Jnnungsoerbande) erklärt Abg. Schrader (dfr.), daß er es für angezeigt halten würde, die Beschlußfassung über diesen Entwurf auszusetzen, bis die Regierung sich bestimmt darüber geäußert, wie weit sie den übrigen zahlreichen Anregungen, welche von zünftlerischer Seite gestellt werden, nachgeben wolle. Im Uebrigen wurde er gegen die Ertheilung der Corporationsrechte an die Innungen nichts einzuwenden haben; doch sei dies die äußerste Grenze, bis wohin die freisinnige Partei den Wünschen der Adgg. Ackermann und Genossen nachkommen könne. Abg. Dr. Meyer-Jena (natlib.) stimmt dem Vorredner im Ganzen bei, besonders müsse er sich gegen die Zwangsinnung und gegen die Gewährung des Credits der Reichsbank für die Jnnungsverbände erklären. Abg. v. Kleist-Retzow (cons.) ist durchaus für die Vorlage, welche ein Schritt vorwärts sei auf dem Wege der Stärkung des Handwerks. Abg. Kräcker (Socdem.) erklärt sich Namens feiner Partei für die Vorlage; allerdings aber müsse gefordert werden, daß auch den Arbeiterfachvereinen Corporationsrechte verliehen würden. Die Generaldebatte wird darauf geschlossen; da commissarische Berathung nicht beantragt ist, wird die zweite Lesung im Plenum stattfinden. Das Haus tritt darauf in die zweite Berathung des Gesetzes über die Rechtspflege in den deutschen Schutzgebieten. S 1 lautet in der von Der Commission vorgeschlagenen Fassung: „Die Schuhgewalt in den deutschen Schutzgebieten übt der Kaiser im Namen des Reiches aus." Abg. Frhr. v. Buol (Ctr.) beantragt folgende Formulirnng: Die Schutzgewalt in den deutschen Schutzgebieten übt im Namen des deutschen Reiches der Kaiser unter der Reichsverfassung entsprechender Mitwirkung des Bundesraths aus." Abg. Dr. Hänel (dfr.) erklärt sich gegen diesen Antrag und tritt für die Fassung der Commission ein. Bei der Ordnung der Verhältnisse der Schutzgebiete sei es zweckmäßig, die Kaiserliche Gewalt in den Vordergrund zu stellen. Die Verhältnisse von Elsaß-Lothringen bieten eine geeignete Analogie dar. Auch aus constitutionellen Gründen empfehle es sich, dem Kaiser die Ausübung der Hoheitsrechte zu übertragen, weil für alle Regierungshandlungen des Kaisers ein verantwortlicher Träger in der Person des Reichskanzlers existire. Abg. Dr. Windthorst will die Vorlage abgelehnt wissen, weil dem Bnndes- rath und dem Reichstag nicht das gebührende Mitwirkungsrecht gewahrt und weil Art. 6 der Congoakte, welcher absolute Religionsfreiheit verbürge, nicht beobachtet worden fei. Abg. Dr. Marquardsen (natlib.) pflichtete der Auffassung Hänels bei; Windt- horfts eonstitutionelle Bedenken seien unbegründet. Die Vorlage sichere aber auch hinreichend die Freiheit der Ausübung der verschiedenen Culte. Er empfehle die Annahme ber unveränderten Commifsionsvorlage. Abg. v. Grävenitz (Reichsp.) tritt ebenfalls für die Commifsionsvorlage ein. Abg. Kayser (Socdem.) schlägt vor, in der vom Abg. v. Buol empfohlenen Fassung statt „Mitwirkung des Bundesraths" zu setzen: „Mitwirkung des Reichstags." Abg. v. Köller (cons.) bittet um Ablehnung aller Anträge und Annahme des Commissionsentwurfs. Die Debatte wird geschloffen und 8 1 in der Fassung der Commission gegen dir Stimmen des Centrums und der Socialdemokraten angenommen. Ein Antrag des Abg. v. Buol, das Gesetz zehn Jahre nach seiner Verkündigung außer Kraft zu sehen, wird abgelehnt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung Mittwoch. Arbeiterschutzanträge; Antrag Viereck wegen Aushebung des Dynamitgesetzes u. A. 2032 Seltersweg. 2125 2106 a. amten, Gutsbesitzer, Kaufleute rc. verbreitet, • m „h QiUrtHrtÄ UUllCll, v>UItiUlfigCl, MUU|I(UIC H« UCl Ul CllCl, 40%?ni?rkIi^hrIiA für bcl ibrtr lehr großen Auflage fürZnferate, f“rJ SSh* .SLfSfflÄberen Preis mit 35Pf. für die 4gefpalteue bO Ps- monatlich rlnschließlich des Bringer- ^tUe sehr niedrig gestellt ist, von ganz be- l°9W- hfiüMihtr Wirksamkeit Knüppel, 2 u deutender Wirksamkeit. Stockholz. 2103 2101 Kehr, Arh. v. Milchlingsscher Administrator. 68 2 16 219 11 1630 17 185 Kiefern- und Fichtenstämme, im Ganzen 54 Festm. enthaltend, 126 Rmtr. Kiefern-Scheitholz, b. c. it Zahl der Todes- . bis 20. März um 10 Personen. Ai $on den ftinh i5 tineanKrämM, mbtm erfolgte ich windj'vcht, «rmch, Rmtr. n u Buchen-Scheiter, Stammknüppel, Erdstöcke, Stammreis und Der Bürgermeister. Wagner. Holzversteigerung. Samstag den 27. März sollen in dem hiesigen Gemeindewald, District Haide, folgende Holzsortimente öffentlich versteigert werden: 2. Quartal 1886. Mau abonnirt bei allen Post-Aemtern 4 Mtr. lang, zu Grubenholz geeignet, 125 Rmtr. Kieseru-Reiser, und Der Anfang ist Morgens V2W Uhr on der Staatsstraße nach Frankendach bei Nr. 1 des Stammholzes Fellingshausen, den 23. März 1886. Deutschlands, Oesterreichs, der Schweiz rc. für 2 Mark 50 Pf. für das Vierteljahr, — In Mannheim ist ein Sergeant Massom, welcher eine große Anzahl Rekruten in rohester Weise mißhandelt, zu einem Jahr Getängniß, Degradation unb Versetzung in der. Soldatenstand zweiter Klasse verurtheilt worden. — sRachtseitcn der Großstadt.) Im verflossenen Jahre sind in Berlin 505 männliche und 170 weibliche Personen auf gewaltsame Weise ums Leben gekommen. Ermordet wurden 2 Männer, 4 Frauen, durch Selbstmord endeten 293 Männer, 92 Frauen, es verunglückten 199 Männer, 67 Frauen; bei 11 Männern und 7 Frauen konnte die Todesursache nicht näher ermittelt werden. Von den Selbstmördern wählten den Tod durch Gift 25 Männer, 30 Frauen, durch Kohlenoxyd- oder Leuchtgas 4 Männer, durch Ertrinken 63 Männer, 20 Frauen, durch Erhängen 133 Männer, 29 Frauen, durch Ueberfahren von der Eisenbahn 1 Mann, durch Sturz 7 Männer, 8 Frauen, durch Erschießen 52 Männer, 2 Frauen, durch Schnitt- oder Stichwunden 8 Männer, 2 Frauen. Frankfurt a. M., 19. März. Der hiesige „Beobachter" theilt folgendes Ge- schichtchen mit: Trat da vorgestern Abend ein Herr in eine hiesige Restauration, aß so ziemlich die ganze Speisekarte herunter und trank von jenen Weinen, die nur der Kenner zu trinken pflegt. An diesem beneidenswerlhen Appetit war gerade nichts Auffälliges, wohl aber an dem Umstand, daß er seine Börse entweder vergessen »der verloren hatte. Indessen ließ er sich den Wirth rufen, verständigte ihn von seinem Schicksal mit einer so ruhigen Höflichkeit, daß der gute Mann von seinem endlichen Anerbieten, einstweilen seinen eleganten Ueberzieher als Pfand entgegenzunehmen, unbedenklich Gebrauch nwchte. Der freundliche Gast griff nach einem Ueberzieher, gab ihn dem Wirth, wünschte schönen guten Abend und verschwand. Kurze Zeit darauf fehlte einem andern Gast der Ueberzieher. Bald erkannte er in dem als Pfand gelassenen Rock sein Eigenthum und schaffte dafür auch Beweise. Nunmehr erfuhr der Wirth, daß der mit dem gesegneten Appetit begabte Fremdling gar keinen Ueberzieher in das Lokal gebracht. Er war doppelt geprellt. dener Stärke. Treis a/L, am 20. März 1886. Papiermühle, am 20. März 1886. Freiherr!. Oberförsterei Rabenau. Ebel. 34. Jahrgang. Die Berliner Gerichts-Zeitung, in Berlin wie im ganzen übrigen Deutschland vorzugsweise in den gut fituirten Kreisen der Be- Ekirierpunkt stand. Sehr erschreckt wurden die Passagiere durch Dampfwolken, welche dadurch verursacht wurden, daß das Wasser in die Maschinenräume drang. Dazu kam nun noch das schmähliche Benehmen der Heizer. Dieselben stürzten nach den Koten ohne Rücksicht auf die Passagiere und obgleich die Officiere sich den wilden Gesellen mit Aexten und Stangen entgegenwarfen, gelang es doch inehrcren, in die Kote zu kommen, welche sie halb füllten. Die Anzahl der Boote war vollständig rmgeuügend für einen solchen Unglücksfall. Trotz all dieser Eonfusion ist das Schlimmste, was passirte, daß einer Dame ein Finger gebrochen wurde. Ein englischer Kcöigcr Namens E. E. Waller war am Dienstag vorher über Bord gesprungen, doch Lkhoupten seine Verwandten, daß cs sich nicht um einen Selbstmord gehandelt habe. Nachdem sich'die erste Aufregung gelegt, wurden die Boote bereit gemocht und da es len Anschein hatte, daß das Schiff sich stundenlang über Wasser halten könne, wurden die Passagiere verhältnißmäßig ruhig, als der Tag anbrach. Bald darauf erschien ein Loolsenboot neben dem „Oregon" und es begann die Ueberführung der Passagiere. Hlwas später kam ein Schooner heran und nachdem das Lootsenboot voll war, wurde da Rest auf den Schooner übergeführt, was im Ganzen drei Stunden dauerte. Die Mschineir des „Oregon" hörten um 7 Uhr zu arbeiten auf, allein die Pumpen blieben -bi» 10 Uhr in Thätigkeit, als der Dampf versagte. Der Norddeutsche Lloyd-Dampfer ,,,julbQ" kam um 11 Uhr in e>id)t und sobald die nöthigen Signale gegeben waren. Milden Veranstaltungen getroffen, um alle geretteten Personen an Bord der „Fulda" jit bringen, was anderthalb Stunden in Anspruch nahm. Die Passagiere sahen den „Oregon" in die Tiefe sinken, die Spiye voran. Die „Fulda" dampfte dann nach Kivvork und erreichte die Barre um 7 Uhr Sonntag Abend und den Landungsplatz M Montag früh 7 Uhr. — sAuch eine ärztliche Visite.j Vor einigen Tagen ist Prof. Billroth in Begleitung eines Assistenten von Wien nach Alexandrien abgereist, wohin er behufs Vor- imbmc einer Operation von einem Banguier telegraphisch berufen wurde. Billroth erhält für die Fahrt und Operation ein Honorar von 25 000 Fr. Prima gewässerte Stockfische, Pfd. 22 Pfg, Frische Backfische(Plötze) Pfund 22 Pfg. Holzversteigerung in den Staufenberger Gemeindewaldungen. Montag den 29. März, von Morgens 9'/r Uhr an, sollen in den Distrikten Mark, Mai- sirauch und Eicheheege versteigert werden- 103 Eichenstämme mit 13,46 Fm-, 151 Fichtenstämme mit 34,28 Fm., 61 Eichen-Derbstangen mit 2,99 Fm., 2132 Fjchten-Derbstangen mit 92,88 $m., 7385 Fichten-Reisstangen mit 59,88 Fm. Sodann Dienstag den 39. März, 89 Rm. Buchen-Scheitholz, 227 Rm. Buchen-, Eichen- und Nadel-Knüppel, 7750 Wellen Buchen-, Eichen- und Nadel-Neisholz, 48,5 Nm. Buchen- u. Nadel-Stöcke. Bemerkt wird, daß sich die Fichten- stangen zu jedem Gebrauche eignen, und an beiden Tagen der jedesmalige Anfang um die oben bestimmte Zeit an der Straße nach Hachborn be m Mnzgarten ist. Staufenberg, den 23. März 1886. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg Vogel. 2102 Buchen 302 192 420 Eichen 2 8 12 Zusammenkunft: Borm. 9 Uhr auf der Abfahrt in dem Distrikt Hörnes, aus der Straße von Weitershain nach Appenborn. Aeilgevotenes. Heute eingelrossen: la. W. lüstern (natifs) Don J Llid, la ^ohlu? ls tDurhf ' M 19. ’ ^tuttnbe«,. m btt K„ny,lte ist d.zS«. Mi Mtelt 'S* ä-fe ‘ft1 lur frift, “MMaupt für bet Ute, bot Mita batte her 11 eiwirpäbfe ■ an»'b»mi, in btt ! Q!-i den deutschen de bit Anwesenden Varna vom -irbnrte der Metro- sb rutilschen Kaisers JJ. Anwesendm sym- intännufif vor das lItn und Kaufleuten nd Ergebenheit bei «tnm Schutz Rch Wer fein Recht nicht kennt, hat den Schaden zu tragen! Wer sich vor solchem Schaden an Ehre und Vermögen bewahren will, abonnire auf die ^Berliner Gerichts- Zeitung , die, von den hervorragendsten Berliner Juristen redigirt, bei ihrem niedrigen Abonnementspreis, bei ihrem reichhaltigen belehrenden und unterhaltenden Inhalte in keinem deutschen Haushalte fehlen sollte. In volksthümlicher und pikanter Darstellungsweise berichtet das Blatt über alle interessanten Crimmal- und Civilprocesse des Jn- und Auslandes, namentlich der Berliner Gerichtshöfe; unterzieht es die neuen Reichsund Landesgesetze leicht faßlicher, eingehenden Erörterung, und erklärt es alle beachtens- werthen, neuesten Entscheidungen des Reichsgerichts, Kammergerichts und Oberverwaltungsgerichts, deren Kenntniß in den weitesten Kreisen, namentlich allen Fabrikanten, Kaufleuten, Haus- und Gutsbesitzern rc., selbstverständlich allen Juristen unentbehrlich ist. Diese Ausführlichkeit von jedermann durchaus nöthiger, sehr leichtoer- ftändlich dargestellter Belehrung in Verbindung mit dem reichhaltigen, allen Abonnenten in schwierigen Rechtsfragen kostenfreien Rath ertheilenden Briefkasten, das anerkannt höchst gediegene Feuilleton, welches stets die neuesten, besten Romane sowie belehrende und humorfftische Artikel unserer ersten Schriftsteller enthält, führen der „Berliner Gerichts-Zeitung' unausgesetzt eine große Anzahl neuer Abonnenten zu, so daß sich dieselbe mit vollstem Rechte zu den gelesensten, verbreitetsten Blättern Deutschlands rechnen darf. — Außer dem vorher Angeführten bringt die Zeitung den Lesern eine Fülle von Unterhaltung durch eine umfassende Chronik der Berliner Tages-Ereignisse, vermischte Nachrichten von nah und fern, unparteiische Kritiken über Berliner Kunst- und Theater-Novitäten, eine ganz eigenartige, höchst pikante politische Rundschau aus der Feder eines der beliebtesten Berliner Publizisten, welche die Leser über alle wichtigen politischen Ereignisse orientirt, endlich Reichstags- und Landtags-Berichte rc. rc. Da der Roman »Die Spionin" voraussichtlich noch einige, wenn auch wenige Nummern des Feuilletons der Berlmer Gerichts-Zeitung im April in Anspruch nehmen wird, so erhält jeder neue Abonnent auf schriftlich geäußerten Wunsch bei Einsendung der Abonnements.Ouittnng für das 2. Vierteljahr 1886 und einer 10 H- Postmarke zur Frankirung der Sendung einen im Verlage der Berliner Gerichts- Zeitung abgedruckten Roman UoDftällbifl toftCllftCi zugeschickt. Eichen-Stämme von verschie- tmWmdr, w x an VW Ibii-- M PriMomiL k in seinem Fache rr Hochschule zu gi- fter§ 'ein Amt hier 213 „ Holzversteigerung. Montag den 29. März, Vormittags von 9 Uhr anfangend, sollen in der Frh. v. Mi lchling'fchen Waldung «Oversettbach versteigert verden: A. Koch Wachfolger, Hamburger Fischhandlung. 2126 Zwei gebrauchte, noch sehr gut erhaltene Cüaisengeschirre, sowie ein gebrauchter Krankensahrstnhl billig zu verkaufen. _______F. Kühne jun., Selterswcg.__ 64 „ Holzversteigerung in der Ireiherrl. Oberförsterei Rabenau. Es »erden versteigert: Montag den 29. März l. I., an Ort und Stelle, Borm. 9Vr Ufrt beginnend, aus dem Distrikt HorueS: 4 Eichenstämme von 19—36 cm Durchm. und 9 — 13 m Länge, mit 3,ß0 cbm Inhalt; ferner Brennholz: Scheiter rm Knüppel rm Reiser rm Stöcke rm nel der Geburtstag * d der hiesige S» ebrer L'eib schildene riehen, worauf vm rafd? die ftöhlilbni nn sich trennte, wird dem „M- A. men abgebrochenen euiaid schic», bm kidelberg ju RA da«, wenn er M . Wunde ohne ' beobachtete jeM 'm W war' zu dem Arzte naS erflärtf, M ingetteleii I* * cor einigen W” nwik b** welche krank.n- uerlafK«”1 W1" ' M 0- Mge» S «•*“1 ,, $i(. über do> | M 1« i» cn ** itt rftn «ii unhe» L K- i W JL Ginschaarige Pflüge » Jl. 42.— Zweischaarige Pflüge ä JL 65.— 1 -E- Dreischaarige Pflüge ä Jt. 85.— ---WR.- Universal»Tiefeuttur-Pflüge ' ' sabriziren und liefern unter Garantie. Jeder Pflug wird probeweise abgegeben. 1721 Cambridge-Waizeii, *5?*% räthig und liefern zu mäßigen Preisen. 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Den geehrten Damen zeigen hiermit eraebenst an, daß wir bei unserer Specialität Schirme nunmehr auch die Niederlage einer der größten und besten W Fabriken in Corsells übernommen haben, und sind wir in der Lage, auch in diesem Artikel durch große Auswahl, vorzügliche Qualitäten und billigste Preise uns das Vertrauen unserer geehrten Kunden zu erwerben. Anfertigung nach Maaß, sowie Repa- riren und Waschen der Corsetts wird Die Nr. 24 enthält: Textlich: Sphinx. (Fortsetzung.) Roman von Doris Freiin von Spaettgen. — Gewißheit, Wahrscheinlichkeit und Zufall- Von Dr. Klein. — Paul's Geburtstag. Forts. Von Hans Arnold- — Am Familientisch: Zu unfern Bildern. — Der Kampf des Erzengels Michael mit dem Satan um die Leiche des Moses. Zu dem Bilde von B. Plockhorst. — Braunschweiger Spargel. — Aus dem Pfarrhause. — Animalisches Leben unter hohem Drucke. — Aus dem Schachkampf Steinitz-Zuckertort. — In unserer Spielecke. Bildlich: Der Kampf des] Erzengels Michael mit dem Satan um die Leiche des Moses. Von B. Plockhorst. — Eines Goldsuchers Abenteuer mit einem grauen Bären im Felsengebirge von Amerika. Nach amerikanischer Quelle. — Kunstpause. Von Casimir Geibel. — Rückkehr aus dem fernen Süden. Nach einer Augenblicksphotographie aus dem Verlage von O. Anschütz in Lissa. Mit einer illustrirten Beilage: König Alberts von Sachsen Besuch in der Klink- hardt'schen Buchdruckerei zu Leipzig. — Naturwissenschaftlich-technische Umschau. Mmniethungen. 2097 Ely auch zwei fein moblirte Zimmer zu vermietbcn. Näheres in der Exped. d. Bl.__________ 2109 Zwei schön mobtlrte Zimmer billig zu vermiethen. _ ________________Schillerstraße 7, 1 St. Für Einjährig-Freiwillige. Ein schön möblirtes Zimmer nahe der Caserne zu vermiethen. 2105 Sonnenstraße 3, Mans, (am Kanzleiberg). 2114 Ein kl. Familiculogis zu oer- rniethen- Chr. Noll M. Wwe., Canzleiberg 5. 2116 Ein neu heraerichtetes freundl. 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Bl. * s a 6 ME 3 ■ 8 5 s 0 5 w 11 5 uj ■e z btt M feWtntn '«im & $idl * W sa M: ’Ä'Ü“ I7272„a“ mit ^'ifonen rKs ftliltlbft fan» "“«b «tÄee»! trepp, k/L bt "»-> »4”'