Nr. <6 Mittwoch den 24. Februar 1686 WMM Anzeiger V»rea« r Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme beS Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit BringerroLn Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Gießen, am 20. Februar 1886. Betreffend: Das Gesetz vom 14. Mai 1879 über den Verkehr mit Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Aus den von Ihnen in obigem Betreff erstatteten Berichten haben wir ersehen, daß bezüglich Ihrer Obliegenheiten zur Controle der Lebensmittel mehrfach irrige Auffaffungen bestehen. Nach obigem Gesetze ist Ihnen zur Handhabung der Lebensmittelpolizei, ölr Eintritt in die Geschäftsräume zur üblichen Verkaufszeit oder während deren Eröffnung zum Zwecke des Verkehrs, Entnahme von Proben zur Untersuchung gegen den üblichen Kaufpreis und gegen Empfangsbescheinigung gestattet. Rücksichtlich öffentlich (auf Märkten, Straßen u. f. w.) feilgehaltener Maaren unterliegt die Entnahme keiner Zeitbeschränkung. Diese Befugniß steht Ihnen von Amtswegen zu und wird nicht etwa vorausgesetzt, daß über Verfälschung von Lebensmitteln u. dergl. Beschwerden laut geworden sind. Im Sinne unserer Verfügung obigen Betreffs vom 31. Januar 1885 (Anzeiger Nr. 39) liegt es denn auch, daß die Entnahme von Proben zum Zweck der Untersuchung durch Sie von Zeit zu Zeit stattfinde und in dieser Hinsicht giebt Ihnen das durch jene Verfügung mitgethellte Muster der von Ihnen zu führenden Tabelle den erforderlichen Anhaltspunkt. Mas die Untersuchungen anlangt, so werden Sie in manchen Fällen selbst in der Lage sein, solche vorzunehmen. In wichtigeren Fällen, z. B. wo die Vornahme eingehender chemischer Analysen nöthig erscheint, ist solche sachverständigen Fachmännern (berufsmäßigen Chemikern oder Pharmaceuten) zu übertragen, deren Mahl Ihnen zusteht. Für außerordentliche Vorkommniffe empfehlen wir Ihnen, uns Vorlage zu machen. Indem wir die zuversichtliche Erwartung aussprechen, daß Sie diesem hochwichtigen Gegenstände die Aufmerksamkeit zuwenden werden, welche er verdient, sehen wir zu Ende laufenden Jahres der Einsendung des vorgeschriebenen Jahresauszug- entgegen. vr. Boekmann. Betreffend: Die Nachfuchung Der Becechugung zum emjuyrrg sreiwiMgen Dienst aus (sruno von SHutzeugmyen. Bekanntmachung. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werde« ierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften'Mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige besuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten PrüsunsS-Commisfion nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Grotzherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß fpätestens bis zum 1. Februar deS Zaires nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. S. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actensormat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß; d. ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; e. ein Unbescholtenheitszeugnitz, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; 4. das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugniffe für die Prima der Gymnasien und Realschulen I. Ord., sämmtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz-OHrmng (I. Theil der Wehr-Ordnung vom 28. Septbr. 1875 — Rsg>Bl. Rr» 55 von 1875) ausgestellt sein müssen. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der $$ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatz-Ord. verwiesen. Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: vr. Zeller. Deutschland. Darmstadt, 22. Februar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 10. Februar Den Baumeister Georg Friedrich Jäger von Darmstadt zum teämischen Revisor bei der Direction der Main-Neckar-Eisenbahn mit dem Titel „Eisenbahn-Baumeister" zu ernennen. — Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 19. Februar dem Ministerial-Secretär bei dem Staatsministerium Dr. Andreas Breidert den Charakter als „Legationsraths" zu verleihen. Berlin, 22. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." kann anläßlich der Zeitungs-Mckdungen, welche die muthmaßliche Entwendung eines Gewehrs des dritten Garde-Grenadier-Regimentes mit der Anwesenheit eines unbekannten Osficiers in sächsischer Uniform in Verbindung bringen, heute nochmals mittheilen, daß sehr eingehende Ermittelungen nichts ergeben haben, woraus zu schließen wäre, daß die in Osficierskleidung gesehene Person sächsische Abzeichen getrogen habe. England. London, 21. Februar. Im Hydepark fand gestern Nachmittag eine focialistische Versammlung statt, welcher etwa 20,000 Personen beiwohnten. Die Führer der Socialisten, darunter Burns, hielten von drei rothe Fahnen führenden Wagen aus Ansprachen an die versammelte Menge und sprachen dabei von der riesenhaft gewachsenen Bewegung der revolutionären Arbeiter, welche zum Blutvergießen führen würde, wenn die Regierung keine Besserung der socialen Lage der arbeitenden Klasse vornehme. Es wurden mehrere Resolutionen angenommen, welche sich gegen die Regierung ausjprechen, weil sie keine Vorsorge getroffen habe zur Beschäftigung arbeitsloser Arbeiter, und in welchen die Einführung einer nur achtstündigen täglichen Arbeitszeit anempsohlen wird. Die Versammlung dauerte etwa eine halbe Stunde, die Wagen, mit Ausnahme desjenigen, auf welchem sich Burns befand, entfernten sich dann, nur Burns begann nochmals zur versammelten Menge zu reden. Die berittene Polizei schritt aber ein und nahm den Wagen, auf dem sich Burns befand, in Beschlag. Die Menschenmenge ging danach auseinander. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. «orrespondeirz - Bureau. Berlin, 22. Februar. Abgeordnetenhaus. Bei der heutigen Berathung der Polenvorlagen erklärt sich Wiezlinski gegen dieselben. . Minister Lucius bezeichnet die Vorlagen als einen Act der Selbftoertheidigung gegenüber den Polen, die die Hoffnung auf die Wiederherstellung Polens stets festhielten. Es solle ein seßhafter, leistungsfähiger deutscher Bauern- und Arbeiterstand geschaffen werden, wobei, da die Par- zellirung der Domänen nicht angängig sei, der Erwerb des polnischen Großgrundbesitzes in's Auge zu fassen sei. Die einzusetzende Commission solle nicht blos eine berathende, sondern auch eine praktische Thätigkeit entfalten. Die Regierung ist sich der Schwierigkeiten dieser auf Menschenalter zu berechnenden aararpolitischen Aufgabe wohl bewußt und zähle auf die Unterstützung des Landtags und der patriotischen Bevölkerung des Landes. Zm wetteren Laufe der Debatte sprachen Holtz und Treskow für, Ostrowicz und , Schorlemer-Alst gegen dieselbe. Letzterem gegenüber bemerkt Minister Lucius, die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung sei der Ansicht, daß die Politik des Reichs- kanzlerS das nationale Interesse fördere; es sei ein schöpferischer Gedanke, worauf die Lorlage beruhe. Fortsetzung morgen 11 Uhr. — Ein dem Bundesrath vorgelegter Gesetzentwurf über den Verkehr mit Kunstbutter bestimmt, daß die Geschäftsräume und Gefäße, worin Kunstbutter feilgehalten wird, die deutliche unverwischbare Inschrift „Verkauf von Kunstbutter" tragen müssen. Kunstbutter im Sinne des Gesetzes sind der Milchbutter ähnliche Zubereitungen, deren Fettgehalt nicht ausschließlich der Milch entstammt. Wie die Begründung ergibt, beträgt die Gesammtproduction von Kunstbutter in Deutschland jährlich 15 Mill. Kilogr. im Werthe von 18 Mill. JL Wien, 22. Februar. Nach hier eingegangenen Nachrichten aus Athen vom heutigen Tage hat die griechische Flotte gestern Nacht die Bucht von Salamis verlassen, die Richtung der Fahrt ist nicht bekannt. Pest, 22. Februar. Das Abgeordnetenhaus berieth heute das Budgetgesetz pro | 1886. Der Ministerpräsident Tisza verwahrte sich auf das Entschiedenste gegen die Behauptung, daß in Bezug auf den Orient eine Politik befolgt werde, deren Zweck die Annectirung des westlichen Balkangebietes durch Oesterreich-Ungarn und des östlichen Balkangebietes durch Rußland sei. Oesterreich-Ungarn verfolge keine Annectionsziele und beabsichtige keinerlei Uebereinkommen mit irgend Jemandem behufs Feststellung einer Interessensphäre. Sowohl er (Tisza), als auch die Leiter der auswärtigen Politik Oesterreich Ungarns seien bemüht, den Frieden zu erhalten. Es könne die Erhaltung des Friedens umsomehr erhofft werden, als auch die europäischen Mächte dieselbe wünschen. Das Budgetgesetz wurde mit überwiegender Majorität angenommen. London, 22. Februar. Bei der Rückkehr von dem gestern Nachmittag im Hydepark stattgehabten socialistischen Meeting wurden an einigen Stellen die Fenster in den Häusern eingeworfen, auch versuchte die Menge in die Parlamentsstreet, wo die Gebäude der Ministerien gelegen sind, einzudringen, wurde daran jedoch durch die Polizei verhindert. Hinter der Westminsterbrücke, wo der tumultirende Haufen sich erheblich verstärkt hatte, kam es zu weiteren Ruhestörungen, es wurden viele Fenster zertrümmert und andere Ausschreitungen verübt, bis die Polizei endlich die Straßen säuberte und zahlreiche Verhaftungen vornahm. London, 22. Februar. Unterhaus. Der Staatssecretär des Krieges erkläre, e4 würde den Lieferanten, mit welchen die Regierung Verträge wegen Waffenlieferung geschlossen, gestattet, deutschen Stahl zur Completirung der ihnen ertheilten Aufträge auf Säbel zu verwenden. Den auswärtigen Firmen werde jedoch kein Auftrag gegeben, wenn das erforderliche Material im Jnlande zu haben sei. — Bryce erwiderte auf eine Anfrage, daß das Abkommen zwischen Frankreich und England bezüglich der neuen Hebriden-Insel Raiatea fortbestehl. Was die bezügliche Eonvention zwischen Deutschland und Frankreich angehe, so sei ihm nur bekannt, daß nach derselben Deutschland versprochen habe, nichts zu thun, um Frankreich %n der eventuellen Erlangung jener Inseln zu verhindern. Deshalb habe auch die englische Negierung die Ankündigung über diese Convention weder erhalten, noch eint lolche erwartet, auch sei sie eben deshalb nicht aufgefordert, an der Convention Theil zu nehmen. Die australischen Kolonien hätten sich gegen die Aufhebung des Abkommens mit Frankreich wegen der neuen Hebriden ausgesprochen. — Kay-Shuttleworth erklärte, die genauen Grenzen des annektirten Gebietes Birmas seien noch nicht festgestellt. Childers legte einen Bericht der Commission vor, welche wegen der jüngsten Ruhestörungen eingesetzt ist. — Das Oberhaus nahm den vom Cabinet gestellten Antrag an, daß Indien die Kosten für die Expedition nach Birma tragen solle. Kimberley erklärte, daß auch daS jetzige Cabinet für die Annexion Birmas sei. Das Unterhaus nahm den Antrag an, die Vorlage wegen Abänderung der Geschäftsordnung einem besonderen Ausschüsse ju überweisen. London, 22. Februar. Churchill ist heute in Larne bei Pelfast eingetroffen. Er wurde enthusiastisch empfangen und hielt eine Rede, worin er die Politik der Re- Lierung bezüglich Irlands bekämpfte. Die Orangiften bereiten einen großartigen Empfang Churchill's in Belfast vor. Madrid, 22. Februar. Die Dermählungsfeier der Prinzessin Eulalia mit dem Prinzen Anton von Montpensier ist wegen der Erkrankung der Prinzessin aufgeschoben. Belgrad, 22. Februar. Das Ministerium erklärte seine Bereitwilligkeit, zur Demobilmachung zu schreiten, sobald die Friedensverhandlungen so weit fortgeschritten seien, daß der Abschluß des Friedensoertrags als völlig gesichert erscheine. Die Coa- litionsverhandlungen zwischen der Fortschrittspartei und den Radicalen haben zu keinem Ergebniß geführt. Bukarest, 22. Februar. Die Delegirten zur Friedensconferenz hielten heute eine Sitzung ab. Der serbische Delegirte Mijatowic theilte die serbischen Vorschläge mit, Madjio Pascha und Geschoff verlangten dieselben behufs Feststellung definitiver Anträge ihren Regierungen zu übermitteln. Athen, 22. Februar. sHavasmeldung.) Infolge von Gerüchten, daß in der bisherigen Politik der Regierung eine Aenderung eingetreten fei, berief die Nationalliga eine Volksversammlung. Dieselbe nahm eine Resolution an, dahingehend, die Regierung zu ermuthigen, bei der bisherigen nationalen Politik zu verharren. Delyannis betonte den Delegirten gegenüber, welche ihm die Resolution überbrachten, die Nothwendigkeit, daß die Bevölkerung derartige übelwollende, wenig patriotische Gerüchte mit großer Vorsicht aufnehmen müsse und erklärte, die Regierung habe keine Maßregel ergriffen, welche die Gerüchte von einer Aenderung der Politik der Regierung rechtfertigen könnte. Die Bevölkerung müsse Vertrauen zur Regierung haben und eine würdige Haltung bewahren, auch Anträge vermeiden, welche ein bedenkliches Präjudiz für die nationalen Interessen schaffen könnten. — Nach bisherigen Nachrichten findet das Gerücht, daß die griechische Flotte Salamis verlassen, keine Bestätigung. Lokale-. Gießen, 22. Februar. Liste der am 22. Februar gezogenen Geschworenen für das 1. Quartal 1886:i 1. Löschhorn, Konrad III., Beigeordneter in Albach. 2. Wolf, Heinrich I., Landwirth in Ranstadt. 3. Schlosser, Adolph, Landwirth in Elpenrod bei Homberg. 4. Fendt, Karl, Färber in Nidda. 5. Waldeck, Heinrich II., Fabrikant in Alsfeld. 6. Korell, Heinrich, Landwirth in Eudorf. 7. Wallenfels, Ludwig, Fabrikant in Gießen. 8. Vogt, Gustav, Kaufmann in Butzbach. 9. Schomber, Heinrich, Ziegelbrenner in Gießen. 10. Schneider, Franz, Fruchthändler in Butzbach. 11. Diehm, Berthold, Kaufmann in Lauterbach. 12. Hitzel, Konrad III., Rechner in Münzenberg. 13. Rühl, Christian, Kaufmann in Gießen. 14. Lung, Ernst, Landwirth in Berstadt. 15. Masserschleben, Erich, Kaufmann in Gießen. 16. Schaumann, Adolf, Fabrikant in Gießen. 17. Bücking, Rudolf, Kaufmann in Alsfeld. 18. Mettenheimer, Dr. Adolf, Rentner in Gießen. 19. Geilfus, Theodor, Kaufmann in Gießen. 20. Faust, Johannes, Landwirth in Elpenrod bei Alsfeld. 21. Rudolph, Wilhelm, Musikalienhändler in Gießen. 22. Herbst, Georg IV., Bürgermeister in Altenburg bei Alsfeld. 23. Quanz, Heinrich IV., Beigeordneter in Eichelsachsen. 24. Schlüter. Karl, Kaufmann in Gießen. 25. Ramspecr, Gustav, Kaufmann in Alsfeld. 26. Finger, Heinrich Karl, Kaufmann in Lauterbach. 27. Kämmer, Heinrich Christian, Rentner in Dauernheim. 28. Diehm, Werner III., Kaufmann in Lauterbach. 29. Höres, Otto Alexander, Landwirth in Echzell. 30. Wetter, Edmund, Buchhalter in Gießen. Ob und welche Fälle vor das Schwurgericht im 1. Quartal verwiesen werden, ist noch unbestimmt; wenn diesmal überhaupt Assisenverhandlungen ftattfinden, sind dieselben nicht von langer Dauer. Gießen, 23. Februar. Vielleicht ist manchem unserer Leser von Interesse, zu erfahren, daß der langjährige frühere Pfarrer von Ober - Rosbach, jetziger Dekan l)r. Strack in Lang-Göns, am 8. März d. I. fein fünfzigjähriges Jubiläum begehen wird. * Gießen, 23. Febr. Am Montag Abend fand im Saale des Lcnz'schen Felsenkellers der fünfte Vortrag des Gewerbe- und Volksbildungsvereins statt. Herr Professor vr. Thiel aus Darmstadt sprach über Zweck, Ziel und Benutzungsart der chemischen Prüfungs- und Auskunstsstation zu Darmstadt. In erster Linie führte er an, von welcher Bedeutung die Station für die Großgewerbe fei und wie gewissermaßen Alles der Chemie unterworfen wäre, wie Brod und Mehl, Kalk, Branntwein und verschiedene andere Substanzen einen chemischen Vereinigungsproceß durchzumachen hätten und überall eine gründliche Untersuchung Bedingniß wäre. Die Großgewerbe haben es erkannt schon seit 40 Jahren, seit Liebig sein Laboratorium eröffnet. Redner nannte Beispiele, daß ein Engländer im Jahre 1856/57 Anilin erhitzte, um Chinin daraus zu gewinnen, derselbe erhielt aber keinen Chinin, sondern eine schöne violette Farbe, welche in Kürze ein vortreffliches Product wurde, das bei den Damen sich der größten Beliebtheit erfreute. Das Anilin wird jetzt centnerweise dargestellt und bringt auch in Deutschland viele Millionen Mark ein, indem es als unentbehrlicher Farbstoff überall Verwendung findet. Weiter nannte Redner die Rübenzuckerfabrikation, welche 1809 und früher schon in Deutschland Wurzel faßte und noch in den 30er Jahren ziemlich wenig einbrachte. Erst in den 50er Jahren fand ein Aufschwung statt, da die Fabrikanten einsahen, daß sie sich der Theorie zuwenden mußten. Durch Untersuchung der Rüben und der sonstigen Producte kam die Fabrikation erst empor. Im Jahre 1840 gebrauchte man zu einem Centner Zucker ca. 18 Centner Rüben, während im Jahre 1885 nur noch 10—11 Centner dazu nöthig waren. Auch die Bierbrauer waren in den 30er und 40er Jahren weit zurück, während die chemischen Untersuchungen beim Gähren, beim Abkühlen u. f. w. heutzutage einen colossalen Unterschied bewirkt haben. Früher wurde die Gerste einfach nach dem Ansehen gekauft, das Untersuchen derselben für Unsinn erklärt. Ferner bewies Redner die Bedeutung der Chemie bei Beleuchtungsstoffen, bei Dampfkesselheizung u. s. w. und führte mit klaren allgemein verständlichen Worten verschiedene Beispiele an. Die Kleingewerbe, sprach er weiter, sind nicht so unterrichtet wie die Großgewerbe, aber auch sie werden später ebenso die Hülfe der Chemie in Anspruch nehmen, sobald sie erst die Bedeutung derselben erkannt haben. Es ist besonders die Ausgabe der Station in Darmstadt gerade den Kleingewerben mit Rath und That zur Seite zu stehen; denn der Maurer, der Weißbinder, der Seifensieder, der Conditsr und viele andere sind der allgemeinen Fälschungsunsitte unterworfen und können nicht mit bloßem Auge wahrnehmen, was die Farben, die Soda, das Bleiweiß rc. für schädliche Substanzen enthalten. Redner nannte einen Fall, wo ein Herr eine große Quantität Pfeffer bezieht und nachdem er dieselbe prüft, gar keinen Pfeffergeruch bemerkt. Der Lehrling in dem betreffenden Geschäfte hatte vergessen den Pfeffer zu der Mischung, die er verabfolgte, hinzu zu thun. Die berühmte Firma Stollwerk beschäftigt einen eigenen Chemiker, der alle Farben u. s. w. untersucht. Das kann nun allerdings nicht jeder Conditor, aber gerade für die Kleingewerbe ist die Versuchsstation in Darmstadt, welche nicht etwa theure Preise stellt, sondern ihre Clienten nach der Wohlhabenheit besteuert. Redner bemerkte hier recht humoristisch: Sie richteten es mit ihren Forderungen ein, wie die Aerzte bei den Patienten, ein wohlhabender müsse mehr zahlen wie ein minder be- güteter. Auch sind sie bereit, Anfragen in Betreff der Honorare zu beantworten. Die Benutzungsart der Anstalt ist die, daß ein Fabrikant, oder Kaufmann, oder Handwerker rc., der etwas zu wissen wünscht, ein Muster von 50—100 Gramm einsendet, es erfolgt dann einige Zeit darauf das Ergebniß mit Rechnung, welche innerhalb 14 Tagen beglichen werden muß. Die Adresse ist: „Chemische Prüfungs- und Auskunftsstation in Darmstadt, Heinrichstraße 55." Die Versammlung nahm den Vortrag mit lautem Beifall entgegen und Herr Professor Dr. Buchner empfahl die Station aus voller Ueberzeugung den Anwesenden. — Mit Bezug auf die gestrige Nachricht von dem letzten Unfall auf dem Eise der Lahn wird uns die Mittheilung, daß Herr Oberstlieutenant Sp ohr sich selbst aus dem nassen Elemente herausarbeitete und ihm nur sein Neffe ein Brett zureichte, damit er nicht im Schlamm am Ufer stecken blieb. — Unbegreiflich bleibt es, wie man, um den Zutritt zu dem Eis zu verhindern, Löcher in dasselbe hauen kann, ohne ein warnendes Zeichen habet anzubringen. Wird des Nachmittags das Eis aufgehackt, so friert doch Nachts das Wasser wieder mit einer dünnen Eisschicht zu und wenn nun ein Unkundiger das trügerische Eis betritt, dann ist doch so sehr leicht ein Unglück vassirt. Universität--Chronik. = — Der Senat zu Erlangen hat dem Ministerium vorgeschlagen, dem außerordentlichen Professor Dr. Penzoldt unter Ernennung zum Ordinarius die Direclion der Poliklinik und die Vorlesungen über die Arzneimittellehre zu übertragen und dem bisherigen Privatdocenten Dr. Fleischer unter Ernennung zum außerordentlichen Professor die bis jetzt durch Professor Penzoldt vertretenen klinisch-propädeutischen Fächer zuzuweisen. Vermischte-. Gießen, 20. Februar. Den ersten staatlich eingerichteten Lehrkursus für Hufschmiede an der Großh. Veterinär-Anstalt zu Gießen besuchen 9 Schmiede, darunter 2 aus Oberhessen, 5 aus Starkenburg, 1 aus Rheinhessen und 1 aus dem Kreise Marburg. Der zweite Kursus beginnt am 15. März dss. Js. und haben die Anmeldungen dazu alsbald bei dem Director der Veterinär-Anstalt an der Universität in Gießen zu erfolgen.1 Bad Nauheim, 18. Februar. Aus dem Elsaß und der Bergstraße wird gemeldet, daß der Storch dortselbst bereits angekommen sei; ein Gleiches können wir auch von hier melden, nur kam er hier nicht allein, sondern brachte einem hiesigen Einwohner das sechszehnte Kind mit. Rosenheim, 16. Februar. Ein Diebstahl, wie er frecher nicht gedacht werden kann, wurde gestern am Schalter der Hauptpost im hiesigen Bahnhof verübt. Es war gegen 5 Uhr Abends. Der am Schalter Dienst verrichtende Beamte hatte sich eben in oas Kassazimmer begeben, während ein anderer Bediensteter mit Briessortiren beschäftigt war; plötzlich machte Letzterer die Wahrnehmung, daß ein Mann, der den Schalter von außen aufgeschoben, sich bis zur Leibeshälfte in's Innere neigte und die nahestehende Handkasse nach außen holte. Sofort sprang der Bedienstete, Lärm machend herbei, den Dieb zu fassen; dieser aber hatte mit starker Schnur die Thüre verbunden und gewann dadurch einen ziemlichen Vorsprung. Als ihm aber der Verfolger nahe kam, warf er die etwa 500 Mark enthaltende Kassette von sich und entkam unerkannt. — Dem „Würzb. Telegr." geht die Nachricht zu, daß das Dorf Hassenbach bei Kissingen (mit etwa 300 Einwohnern) am Montag völlig abgebrannt ist. 80 Häuser sollen in Asche liegen und dabei leider- auch mehrere Menschen verunglückt sein. — Georg Keller, ein reicher Landwirth in der Nähe von South Bend im Staate Indiana, beging einen Selbstmord, indem er sich aufhing. Der Mann hatte oft darüber geklagt, daß er zu viel Geld habe und daß feine Erziehung eine zu mangelhafte gewesen sei, um der Vortheile seines Reichthums in geeigneter Weise theil- haftig zu werden. -- sEin Kinderball.) Im Hause eines Kaufmannes in der englischen Stadt Aldershot fand eine große Kindergesellschaft statt. Nach der Pause sagte der elfjährige Sohn des Gastgebers: „Es ist alles recht schön, aber wir sollten beleuchten." Hierauf nahm der Kleine zwanzig Wassergläser, leerte dieselben aus, füllte sie mit Spiritus und zündete sie dann an. Durch die Hitze sprangen die Gläser und der brennende Spiritus ergoß sich über den Tisch. Im nächsten Augenblick standen die rH ,B 15,1 s «ns den w J brini FranM Mw einer G Mivhag Gonneck K l-Mk spiiliM f tviiM W erÜ bedeckte c mären ® tausends aus und gröW nach kur nung en aus Hai Mn lei schönes stunden! Ziauch- Ladung «erden ö M soll Mr Ni Sudjei Eichen Mel AW B. 2 12 meter 18 Meter 25 4s mW 1( H4, 9i Wl! T Hau 6. S ti Troß bei arbe W wer' 2 C T stein, talk D As ipreti W bei Terr l>iligs G 128; Gchiffsnachrichten. Bremen, 20. Februar. [$er transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Ems, Eapt. W. Willigerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 10. Februar von Bremen und am 11. Februar von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommcn. Handel und Verkehr. Gießen, 23. Februar- Auf dem heutigen Markt kostete' Butter per Pfund X 0.95—1.00, Hühnereier pr- Stck. 5—6 H, Enteneier St. 0—0 Käse pr. St. 4—8 Käsematte 3—9 Erbsen pr- Liter 23 Linsen 32 4, Tauben per Paar 0,80 bis 1,10 Hühner per Stück X 1-30—1.80, Hahnen pr. Stück X 1.50—2.20, Enten per Stück X 1.80—2.20, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 Kuh- und Rindfleisch 54—56 H, Schweinefleisch 52—60 Hammelfleisch 50-66 Kalbfleisch 48-50 Kartoffeln per 100 Kilo X 3.70—4.00, Milch per Liter 12—18 Zwiebeln per Centner X 7.00-7.50. Grünbera, 20. Februar. (Frachtpreise.) Weizen X 16.70, Korn X 13 80, Gerste X 12.70, Hafer X 13.00, Erbsen X OO.uO, Linsen X 00.00, Lein X 00.00, Samen X 00.00, Kartoffeln X 0.00, Wicken 00.00. Herb orn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 22. Febr. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 560 Stück Rindvieh und 567 Stück Schweine. Der nächste Markt ist am Donnerstag den 18. März d. I., zugleich Pferdemarkt. Frankfurt, 22. Februar. (Getreide-Dreise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer X 16,75—17,00, fremder X 17,25—18,50, Roggen eff. hies. X 14,50—14,75, fremder X 14,00—00,00, Gerste effectio hiesige und Wetterauer X 15,50—17,00, fremde X 18,00—19,00, Hafer eff. hies. X 13,00—13,25 fremder X 13,50—14,50. Frankfurt, 22. Februar. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Angetrieben waren 341 Ochsen, ca. 12 Bullen, ca. 373 Kühe und Rinder- ca. 215 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 60—62, 2. Qual» X 50—56, Kühe und Rinder 1. Qual. X 52—54, 2. Qual. X 38—45 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kälber 1. Qual. 60—62 H, 2. Qual. 50—52 per 1 Pfund Schlachtgewicht. Kleider von 15 kleinen Mädchen in Flammen. Den herbeieilenden Dienern gelang es, die Flammen zu löschen, jedoch zwei der Kinder sind noch im Laufe der Nacht an den Brandwunden gestorben. — Die Vereinigten Staaten von Amerika sind laut telegraphischer Meldung »om 15. d. Mts. von großen Ueberschmemmungen heimgesucht. Ausgedehnte Ueber- fluthungen im District Roxbury, Massachusetts, haben einen Verlust von 2 Millionen verursacht und 500 Familien ihrer Heimstätten beraubt. Zur Rettung der Menschen aus den überschwemmten Gebäuden wurden die Rettungsboote an den Küsten von Massachusetts verwandt und diesen gelang es, in 6 Bosten 300 Personen in Sicherheit bringen Jeder Fluß war ein reißender Strom. Aus Weymouth, Brockton, Franklin Watertown, Malden, Lowell, Attleborough und Saunten liegen ähnliche Meldungen vor. Das Wasser strömte durch die Straßen jener Orte, zuweilen mit einer Geschwindigkeit von 10 englischen Meilen in der Stunde. Ein Bericht aus Newhagen besagt, daß die Fluthen in dem Raugatuk- und dem Housatonic-Thale Connecticut so hoch wären, wie es seit 20 Jahren nicht erlebt worden ist. Rhode Island hat sehr stark gelitten. In verschiedenen Städten sind die Mthlen, Dämme und Gebäude weggespült werden. Die Ueberschwemmung im Mohawk-Thale, New- Bork, verursachte großen Schaden. Bet St. Louis wurden zwei Dampfer durch das aufgebrochene Eis zerdrückt. Aus allen Himmelsgegenden kommen Berichte von Verlusten und der Gefammtschaden wird auf mehrere Millionen geschätzt. Auf der Ontario West-Eisenbahn verunglückte im District Sullivan, Newyork, in Folge einer Unterspülung ein Eisenbahnzug, wobei zwei Personen getödtet und sechs andere verletzt wurden. Das Austreten der Flüsse Mohawk und Hudson hat auch in Albany und Troy ernste Ueberschwemmungen verursacht, und in vielen Häusern in der Niederung bedeckte das Wasser die zweiten Stockwerke. Nach einer weiteren Depesche vom 16. d. M. waren die Fluthen in den Staaten New-Englands im Abnehmen begriffen. Viele tausend Personen in der Umgebung von Boston sind obdachlos geworden. Venedig, 16. Februar. sSchiffsbrand.] Gestern Abend gegen 5 Uhr geriet!) aus unbekannter Ursache das im hiesigen Hafen liegende Schiff „Medea", einer der größten eisernen Dampfer des Oesterrcichisch.Ungarischen Lloyd, in Brand. Obgleich nach kurzer Verwirrung dem feindlichen Elemente mit aller Kraft nnd in bester Ordnung entgegengetreten wurde, gelang es nicht, des." Feuers Herr zu werden, das in der aus Hanf, Holz, Frucht u. s. w. bestehenden starken Ladung reiche Nahrung fand. Man lenkte das brennende Schiff, welches bei eintretender Dunkelheit ein furchtbar- schönes Schauspiel bot, in die Mitte des Hafenbeckens, wo die Löschversuche noch stundenlang fortgesetzt wurden, bis gegen 2 Uhr früh das Schiff sank, eine riesige Rauch- und Dampfwolke gegen Himmel sendend. Der Schaden an Schiff und Ladung ist ein sehr erheblicher, doch hofft man, daß der unbeschädigte Rumpf gehoben werden wird. Berichtigung. — In dem Bericht über das erste Winterfest des Männerturnvereins Gießen in Nr. 45 muß es in der 5. und 7. Zeile anstatt Männergruppen „Marmorgruppen" heißen. Hslzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag den 1. März 1886, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in dem District Heingesboden nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz. Scheith. Prügelh. Stockh ReiSH Rmtt. Rmtr. Rmtr. Wellen Buchen 76,8 52 30,5 1940 Eichen 17,6 230* 54 4000** Nadel 15,5 12 67 3800 Aspen 3 4 — — * Stammprügel, **'Forstwellen. B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 126 Eichenstämme mit 25,77 Fest- ineter (Wagner- und Grubenholz), 188 Fichtenstämme mit 52,17 Festmeter, 2 Birkenstämme mit 0,47 Festmeter, 457 Eichenstangen mit 15,43 Festmeter (Wagnerholz), 1630 Fichten - Derbstangen mit 114,93 Festmeter, 951 Fichten-Reisstangen mit 27,49 Festmeter. Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee nach Grünberg an der 6. Schneise- Gießen, am 23- Februar 1886. Großh erzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 1302 Bauverding Zur Erneuerung eines gewölbten Brückendurchlasses in der Staatsstraße bei Inheiden sollen nachstehende Bauarbeiten und Lieferungen im Wege schriftlicher Unterbietung verdungen werden: ^4 Maurerarbeit, veranschl. zu 601,66 Steinmetzarbeit, „ „ 277,00 Schlosserarbeit, „ „ 114,25 Die Lieferung von 21 cbm Lung- steinen, 11 ebm Sand, 64 Ctr. Blaukalk und 20 Tonnen Cement. Die Bieter wollen ihre Angebote schriftlich, portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 3. März, Vormittags 11 Uhr, bei uns einreichen, bis zu welchem Termine Pläne, Anschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen. Gießen, den 23. Februar 1886. Großh. Kreisbauamt Gießen. 1281 Walter. Allgemeiner Anzeiger. Holzversteigmmgcn in der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms. Montag, den 1 Mär; er. soll in den Districten „E i ch e l s b e r g", „Scheuernwald" und „Lappenberg" nachstehendes Bau-, Werk- und Nutzholz versteigert werden: 7 Eichen-Schnittstämme L Klaffe mit 10,63 Festmeter, 206 Eichen-Baustämme II. und III. Claffe mit 97,95 Festmeter, 1 Buchen-Stamm mit 1,53 Festm. 3 Hainbuchen-Stämme mit 1,40 Festmeter, 170 Fichten-Baustämme mit 53,75 Festmeter, 5 Lärchen-Stämmemit3,20Fstm, 102 Stück Fichten - Stangen zu Sparren und Leiterbäumen geeignet. Der Anfang ist Morgens 9 Uhr im District „Eichelsberg" zunächst dem Teiche. — Alsdann wird Donnerstag, den 4. März er. in den Districten „Scheuernwald" und „Lappenberg" nachstehendes Brennholz versteigert: 180 Raummeter Buchen - Scheitholz I. Klaffe, 110 Raummeter Buchen- u. Eichen- Prügelholz, 199 Raummeter Buchen-, Eichen- und Tannen-Stockholz, 6010 Wellen dergleichen Reisholz. Der Anfang ist Morgens 9 Uhr im District „Scheuernwald" beim Teich. Hohensolms, den 20. Februar 1886. Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. Dörmer, Revierförster. 1276 Bekanntmachung. Von der am 11. und 12. Februar l. I. in dem Ettingshäuser Gemeindewald abgehaltenen Holzversteigerung ist das Eichen- und Kiefernholz genehmigt, dagegen ist das Fichtenholz nicht genehmigt. Liebhaber zu demselben können sich bei der unterzeichneten Bürgermeisterei melden. Ettingshausen, 20. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. Launspach. 1284 1296] Stadtkundiger Laufbursche gesucht. Marktplatz 9. Bekanntmachung. Die Lieferungen der nachstehenden Bedürfnisse für das Großherzogliche academische Hospital zu Gießen für das Jahr 1886/87 follen auf dem Wege der Submission vergeben werden. 1. Fleischwaaren, 2. Backwaaren, 3. Specereiwaareu, 4. Milch, Butter und Eier, 5. Bier, 6. Eis, 7. Schreibmaterialien. Ferner werden ausgeboten: 1. das Reinigen der Wäsche für's Dienstpersonal, 2. das Reinigen der Oefen und Heerde, 3. das Reinigen der Senkgruben und Fortschaffen der Abfälle, Asche, Kehricht rc., 4. die Abgabe von Knochen und Ge- spül, 5. die Unterhaltung des Gartens. Die näheren Bedingungen können auf dem Verwaltungsbureau des aca- demischen Hospitals an den Wochentagen Nachmittags von 3—5 Uhr ein- gesehen werden. Unternehmer wollen ihre Offerten versiegelt mit entsprechendem Vermerk bis zum 3. März 1886, Nachmittags 12 Uhr, auf das erwähnte Bureau portofrei einsenden. Gießen, den 22. Februar 1886. Großherzogliche Direction des acade- mischen Hospitals. 1282 verkauf von Rauhmaaren. 14 Dachs - Schwarten, 66 Fuchs-, 1 Iltis- u. 4 Marder- Bälge sind zu verkaufen. Gebote, welche sich auf die Einheit der Wild- gattung zu beziehen haben, beliebe man an unterzeichnete Stelle längstens bis zum 8. März d. I«, Vormittags 11 Uhr, zu richten, und zwecks vorheriger Besichtigung der Rauhwaaren an Gräflichen Jäger Krauß dahier sich zu wenden. 1283 Laubach (Oberhessen), den 22. Februar 1886. Gräfliche Jagdverwaltung. 1278 Für Hausarbeit und Nähen empfiehlt sich Katharine Frey, Neuenweg 20 H. Holzversteigerung. Donnerstag den 28. d. M., Vormittags von 9 Uhr an, soll im Alten-Busecker Gemeindewald, Distrikte Lerchenwald u. Hangelstein, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 11 Nadelstämme mit 3,14 Festm., 224 Nadel-Derbstangen mit 11,20 Festm., 1823 „ Reisstangen, 8 Rmtr. Nadel-Scheitholz, 182 „ „ Knüppelholz, 3933 Wellen „ Reisholz, 10,6 Rmtr. „ Stockholz. Die Zusammenkunft ist am Weg nach Daubringen, bei der Saudkaute, wo mit dem Stamm- und Stangenholz der Anfang gemacht wird. Alten-Buseck, am 20. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. I. V.: 1280 Krämer, Beigeordneter. Die Lieferung der für unterzeichnete Anstalt in der Zeit vom 1. April 1886 bis Ende März 1887 erforderlichen Back-, Fleischund Specereiwaaren, sowie der Milch, Seife, Kohlen und des Strohes soll auf dem Submissionswege vergeben werden. Offerten sind bis längstens zum 20 März bei unterzeichneter Stelle einzureichen. Großh. Direction der Entbindungsanstalt. Kaltenbach. 1293 Aeikgeöotenes. Conservirte Früchte u. Gemüse. Specialität: Erbsen in Büchsen (billiger und feiner, als selbst conseroirt) Großes Lager bei C. G. Kleinhenn. Die Herren Gastwirthe, Restaurateure und Hotelier's erhalten Vorzugspreise.^ 1310 Beachtenswerth für Damen Unterzeichneter verkauft, um raf3> Hamit zu räumen, die sogenanntem Bunzlauer Milchtöpfe 6 Stück im Gebund, a Bund 60 Pfennig. Fh. Wagner» 1306 Neustadt. L Wollspitzen, 9 Leinenspitzen, ® Tüllspitzen, ® •5 Maskensammt, | Z Gardinen, g ® Rüschen, » weiße Stickereien, ® lein. Taschentücher. Cour. Jos. Heller. Wetzsteing 48, 1263 im Hause des Herrn Dr. Weber. Aechte Frankfurter Würstel, la. 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