Mx. 2«. Erstes Blatt. Sonntag den 24 Januar 1886 Hießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. WE««. SchEr°ß° 7. Erscheint .»g-ich mit Abnahme de« ®h>nt«08. §Ür"di-VN^ m-rk-ljihrüch 2”1^TT Amtlicher H6 eil. Gießen, am 20. Januar 1886. Betreffend: Gesuch der Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendors a. d. Lahn und Großen-Linden um Zutheilung dieser Orte zur 1. Land?- wehr-Compagnie (Gießen). Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Grosten-Linden, Lich, Birklar, Muschenheim, Dorfgill, Grüningen, Ober-Hörgern, Holzheim, Eberstadt, Bettenhausen, Langsdorf, Nieder-Besfingen, Ober-Bessingen, Münster, Ettingshausen, Burkhardsfelden, Hattenrod und Oppenrod. Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat uns beauftragt, Sie dahin zu bedeuten, daß die Verlegung der 2. Compagnie des Landwehr- Vezirks-Commandos Gießen von Lich nach Gießen bis zur Errichtung eines Central-Meldebureaus hier ausgesetzt bleiben müsse. Die Errichtung dieses Meloe- bureaus könne frühestens am 1. October 1887 erfolgen. Unter diesen Umständen sei die Erledigung des rubr. Gesuchs bis zu jenem Zeitpunkt aufzuschieben. Das Gesuch der übrigen oben genannten Gemeinden erscheine hiernach verfrüht und müsse denselben überlassen werden, später mit einem erneuten Gesuch hervorzutreten. Die Compagnie-Eintheilung des Kreises und die Controlplätze Grünberg, Hungen, Lich und Lollar sollen auch nach Verlegung der 2. Compagnie nach Gießen beibehalten werden. Dr. Boekmann. Gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Hundehalsband, 1 Palentin, 1 Scheere, 1 Uhrgehänge, 1 Halstüchelchen, 1 Quaste, 1 Eiszeichen, Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ______Fresenius. _______ 1 Kinderstrumpf. Gießen, am 23. Januar 1886. Deutschland. Darmstadt, 20. Januar. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 1 enthält: 1. Bekanntmachung Großh. Stacksministeriums, das Bahn-Polizei-Regle- tncnt für die Eisenbahnen Deutschlands betreffend. 2. Bekanntmachung desselben Ministeriums, die Signal-Ordnung für die Eisenbahnen Deutschlands betreffend. 3. Bekanntmachung desselben Ministeriums, die Normen für die Construc- tion und Ausrüstung der Eisenbahnen Deutschlands betreffend. Darmstadt, 20. Januar. Der Bremser bei den Oberhesstschen Eisen- Lahnen, Johannes Mahr, wurde zum Schaffner bei diesen Bahnen aus Widerruf ernannt. Berlin, 21. Januar. Es mehren sich die Anzeichen, daß die Großmächte, die sich in ihrer Beurtheilung der Balkanfrage augenblicklich im Ein- verständniß befinden, die Ablehnung Griechenlands und Serbiens gegen den Mrüstungsvorschlag nicht als eine Erledigung der Angelegenheit betrachten, sondern den kleinen Staaten, die nicht Anstand nehmen, ihr Spiel mit der Ruhe von Europa treiben zu wollen, in schärferer Sprache, als dies bisher geschehen ist, zu verstehen geben werden, sie hätten sich jenem Vorschläge gegenüber gefügig zu zeigen, es sei denn, daß sie sich gegen den Willen Europas in einer Weise auflehnen wollen, die eine strengere Zurückweisung als sreundschastliche 'Worte und Rathschläge zur Folge haben würde. Die Einmüthigkeit der Großmächte ist nicht nur eine sichere Bürgschaft dafür, daß der Friede von Europa durch griechische und serbische Begehrlichkeiten nicht gestört werden wird; diese Einmüthigkeit läßt auch hoffen, daß sich eine Gelegenheit gesunden hat, die Selbstschätzung der kleinen Balkanstaaten, die in der That an politischen Größenwahn streift, aus ein richtiges Maß zurückzusühren und sie auch zu einem klarern Verständnis ihrer Stellung der Türkei gegenüber zu bringen. Die Haltung des Fürsten Alexander gegenüber dem Vorschläge der Mächte ist jedenfalls eine weit klügere als die Griechenlands und Serbiens. Indem Bulgarien sich bereit erklärt, abzurüsten, sobald Serbien dies thut, zwingt es den König Milan, die Verantwortung auch für die Haltung Bulgariens gegenüber dem Abrüstungs- Vorschlage der Mächte zu übernehmen. Ob die versöhnlichen Worte, die Fürst Alexander in seiner Antwort auf die Collectivnote der Mächte an Rußland richtet, in Petersburg Anklang finden werden, muß vorläufig noch dahingestellt bleiben, denn es verlautet noch nichts, woraus man zuverlässig schließen könnte, daß in den Gesinnungen des Kaisers von Rußland gegenüber dem Fürsten Alexander eine wesentliche Aenderung eingetreten sei. Die Unterhandlungen zwischen der Türkei und Bulgarien sollen, gutem Vernehmen nach, einen befriedigenden Fortgang nebmen. (Köln. Ztg.) Berlin, 22. Januar. Die Budget-Commission berieth heute den Marine-Etat. Der Admiralität»«Chef Caprivi legte eingehend da» Bedürsniß einer beschleunigten Personal-Vermehrung dar und wies die Auffassung zurück, daß das Bedürsniß durch die Colonialpolitik veranlaßt sei; letztere habe da» Bedürsniß allenfalls rascher erkennen lassen. Die Commission beschloß schließlich mit 16 gegen 11 Stimmen, von den geforderten Mannschaften 300 zu streichen. Die Zuckersteuer-Commission setzte die Generaldebatte fort ohne einen Beschluß zu fassen; mehrseitig wurde für das Inkrafttreten des neuen Gesetzes eine zweijährige statt einer einjährigen UebergangL-Periode gewünscht. Serbien. Belgrad, 22. Januar. Pirotschanatz und Novakowitsch veröffentlichen eine Erklärung, daß, da die Entscheidung des Executiv'Ausschuffes der Fortschrittspartei mit ihren eigenen Absichten übereinstimme und um nicht eine Spaltung in der Fortschrittspartei herbeizuführen, sie sich gänzlich in das Privatleben zurückziehen. Reichstag. Berlin, 22. Jenuar 1886. Gerlich (cons.): Mit der Discussion des Branntweinmonopols sollte gewartet werden, bis die Vorlage eingegangen sein wird. Wenn die Linke die Schutzzölle abschaffen wolle, möge sie für andere Einnahmequellen sorgen. Meyer (Halle): Die Linke sei einverstanden, die Monopoldebatte auszusetzen, do die Monopolvorlage nun bestimmt zu erwarten sei. Er wendet sich gegen die agrarischen Bestrebungen, besonders gegen die bimetallistische Forderung. Kardorff betont die Wichtigkeit der Währungsfrage und fordert die Arbeiterführer auf, sich derselben mehr anzunehmen. Bamberger: Die Schutzzollpolitik sei nicht der einzige, aber der Hauptgrund der wirtschaftlichen Nothlagen. Er bekämpft Kardorff's Ausführungen über die Währungsfrage. Herrmann (freis.) weist unter Bezugnahme auf die Altenburger Verhältnisse die Schädlichkeit der Schutzzollpolitik für die kleinen Landwirthe nach. Wil brand (freis.) schließt sich im Wesentlichen dem Vorredner an und bekämpft den Bimetallismus im Interesse der kleinen Landwirthe; er bestreitet auch das Vorhandensein einer landwirthschaftlichen Krise. Leuschner-Eisleben (Reichspartei) leugnet das Vorhandensein der Ueber- production. Schalscha, Frege, Koeller und Kardorff wenden sich gegen die Darlegungen Wilbrand's und Herrmann's, die von Bamberger aufrecht erhalten werden. Die Generaldiscussion wird darauf geschlossen. In der Specialdiscussion werden die einzelnen Ausgabetitel bewilligt. Bei dein Titel „Branntweinsteuer" zieht Richter die Resolution in Betreff des Monopols, da deren Zweck, eine Agitation gegen dieses verderbliche Project wachzurufen, erreicht sei, vorläufig zurück. Schatzsekretär Burchard leugnet, daß eine Ueberrumpelung des Landes durch das Projekt beabsichtigt sei. Buhl: Die Nationalliberalen würden gegen die Resolution zu stimmen haben, ohne sich für oder gegen das Monopol zu engagiren. Koeller: Die Agitation gegen eine Vorlage, deren Inhalt noch nicht feststehe, sei verwerflich. Frankenstein: Nachdem die Resolution zurückgezogen sei, habe das Centrum keine Ursache, darauf einzugehen. Geiser erklärt sich Namens der Sozialdemokraten gegen das Monopol. Graf Behr lehnt eine Stellungnahme zum Monopol ab. Windth o rst äußert auf eine Bemerkung Buhl's, Schorlemer habe sich deutlich genug über das Monopol ausgedrückt. Nach Befürwortung des Antrags in Betreff der Unzulässigkeit der Malzsurrogate bei der Bierbereitung durch den Abg. Zeitz wird die Sitzung auf Morgen vertagt. (Etat. Petitionen.) (Franks. Ztg.) Telegraphische Depeschen. Wolsf's telegr. «orrefvondenr - Brrrea«. Berlin, 22. Januar. Das Abgeordnetenhaus beendete die Generaldebatte über das Budget und überwies mehrere Kapitel an die Budgetkommission. An der Debatte betheiligren sich Zedlitz-Neukirch, Windthorst, Hobrecht, Büchtemann, Enneccerus. Der Finanzminister erklärte, er sei kein fanatischer Anhänger der Goldwährung und habe nichts dagegen, daß man der Frage der Doppelwährung nahe trete, es handle sich aber um eine internationale Frage, was indessen nicht ausschließe, die Mittel zur Hebung der Silberpreise zu erwägen. Der Minister vertheidigte die jetzige Zollpolitik, dieselbe habe erreicht, den heimischen Markt der heimischen Industrie zu sichern und denselben zur Concurrenz mit dem Auslande befähigt. Die beste Abhilfe des Nothstandes der Landwirthschaft liege in dem Regierungsprogramm, welches die Ertrage des Branntweinmonopols für die Gemeinden verwenden wolle. Minister Maybach konstatirt, daß er den Verhandlungen des Reichstags über das Verhältniß der Eisenbahnen zur Poft absolut fern stehe, es sei nicht seine Gewohnheit etwaige Differenzen mit einem Kollegen auf diesem Wege zum Ausdruck zu bringen. Nächste Sitzung Montag. Bremerhaven, 22. Januar. Conferenz der Sectionen für Küsten- und Hochseefischerei des deutschen Fischereivereins. Stadtfyndikus Eberty aus Berlin reserirte über die Einrichtung der Berliner Markthallen für den Verkauf frischer Seefische. An das Referat knüpfte sich eine längere Besprechung über die Verbesserung des Transportes von Seefischen nach dem Binnenlande. Eine Reihe von Anträgen der Hochseefischer von Finkenwerder und Blankenese betreffend die Hebung der Hochseefischerei -werden der betreffenden Sectio» zur weiteren Veranlassung überwiesen und soll in der wachsten Versammlung darüber berichtet werden. Ferner wurde der Antrag angenommen, daß bei der Anlage von Schuh- und Nothhäfen für Fischerfahrzeuge der Norddeich bei Borkum berücksichtigt werde. Bremerhaven, 22. Januar. Heute gegen Abend entstand in 200, am neuen Hafen lagernden Ballen Baumwolle auf noch nicht ermittelte Weise Feuer, es gelang mit Hilfe von Schiffsspritzen, dasselbe auf seinen Herd zu beschränken und weitere Gefahr fernzuhalten. Paris, 22. Januar. Grevy empfing heute den neuen spanischen Botschafter Albareda, welcher sein Beglaubigungsschreiben überreichte. — Der Marineminister ordnete die Suspendirung des für dieses Jahr vorgesehenen Baues von zwei großen Panzerschiffen an. — Seit heute früh herrscht hier ununterbrochener Schneefall. London, 21. Januar. Im Oberhause widerlegt bei Berathung der Adresse Lord Salisbury die Behauptung, daß die Samoa - Inseln von Deutschland annektirt seien. Die jüngst dort vorgekommenen Ereignisse seien nur unvollkommen bekannt, ober die Regierung erhielt von der deutschen Regierung die positivste Versicherung, daß sie in Samoa au den betreffenden Verträgen fefthaltc. Eine Diskussion über die birmanische Frage sei nicht rathfam, bevor die betreffenden Schriftstücke bekannt seien. Die Annexion Birmas lege Indien keine schwere Last auf und dieselbe werde vielmehr die Hilfsquellen des indischen Schatzamtes vermittelst des Handels mit China erheblich vermehren. Was die Frage in Betreff Ostrumeliens anlange, so halte die Regierung deren Ueberweisung an den Fürsten Alexander und den Sultan zur unmittelbaren Unterhandlung für eine solche Politik, die zu einem friedlichen Abschluß führe. Me Regierung habe Grund, zu hoffen, daß der Sultan und der Fürst mit Zustimmung der Großmächte zu einem Einvernehmen gelangen werden, welches nicht nur die Wohlfahrt des bulgarischen Volkes, sondern auch die Stärke des türkischen Reiches vermehren werde. Zwar seien Gefahren vorhanden in Folge von Ruhestörungen seitens der kleinen Staaten, die nach der Ansicht der Regierung doch nur ein geringes Interesse an den Ereignissen an der bulgarischen Grenze hätten. Namentlich bedauerlich seien die Auffassungen Serbiens und Griechenlands bezüglich ihrer Interessen und Pflichten, durch deren unmögliche Forderungen die eigene Unabhängigkeit dieser Länder und der Frieden der Balkanhalbinsel, sowie möglicherweise der europäische Frieden gefährdet werden könne. Alle Forderungen der ermähnten beiden Länder, insbesondere ober die Forderung Griechenlands auf Kosten der Türkei entschädigt zu werden für eine Veränderung, welche die Türkei gar nicht angeregt habe, bildeten eine außergewöhnliche Neuerung im Völkerrechte. Weder die englische Negierung noch das Land fympathisirten mit dieser Forderung und die Regierung werde ihren Einfluß aufbieten, um jeden muthwilligen Friedensbruch int Orient zu verhindern. Die Regierung hege die feste Hoffnung, daß Griechenland von einem Unternehmen abstehen werde, das feine Zukunft gefährden und die getroffenen Arrangements umfloßen könne. Es sei absolut unwahr, daß England Griechenland bei seinen Forderungen ermuthigt habe. Der Premier widerlegt ferner eine Behauptung Granville's, daß die Thronrede bezüglich Irlands vage sei; dieselbe gebe im Gegentheil der entschiedensten Entschlossenheit Ausdruck, die legislative Union zwischen England und Irland zu behaupten. Es gebe andere Leute, welche Ansichten verbreiten ließen, die für jene Union verhängnißvoll sein könnten; da diese Leute jene Ansichten unwiderrufen ließen, brächten sie den Separatisten den Glauben bei, daß die Stunde ihres Triumphes nahe sei. Die Verwaltung Irlands sei Mr. Smith anvertraut, der sich demnächst nach Irland begebe. Sobald der Bericht desselben eingegangen sein werde, werde das Vorgehen der Regierung kein schwankendes sein. Dieselbe halte es für ihre Pflicht, das Aeußerste zu thun, um Zuständen ein Ende zu machen, die nicht nur gefährlich für England, sondern auch schmachvoll für dessen Ruf als civilisirter Staat seien. Die Adresse wurde einstimmig angenommen. London, 22. Januar. Unterhaus. Bourke theilt mit, wegen Birma's fänden Verhandlungen mit China statt. Die Adreßdebatte wurde sodann fortgesetzt. — Der Lordpräsident des Geheimraths, Cranbrook, ist zum Staatssecretär des Krieges ernannt worden. — Im Unterhause beglückwünschte Gladstone anläßlich der Adreßdebatte die Regierung zu der Lösung der afghanischen Grenzfrage und er sprach die Hoffnung aus, daß die freundschaftlichen Gesinnungen Englands und Rußlands zunehmen werden. Bezüglich der rumelischen Frage hoffe er, daß die Rechte des Sultans aufrecht erbeten wurden und alles int Interesse der Wohlfahrt der rumelischen Bevölkerung geschehe. Die Egypten und Birma betreffenden Fragen wolle er jetzt nicht berühren. Bezüglich Irlands hob Gladstone hervor, die Regierung müsse die bezüglichen Gesetzentwürfe do liegen und er behalte sich vor, seine Ansichten in dieser Hinsicht darzulegen, sobald er die Gesetzentwürfe kenne. Gladstone kritisirte sodann den auf Irland bezüglichen Passus der Thronrede und verlangte weitere Aufklärungen in dieser Beziehung. Es genüge nicht, von der Nothwendigkeit zu sprechen, die Union aufrecht zu erhalten, man müsse mehr thun und die Frage ausführlich behandeln. Hicks-Beach erklärte, er schätze sich glücklich, daß Gladstone der Doktrin von der Integrität des Reiches zustimrne; er anerkenne das Recht der irischen Deputirten, ihre Ansichten über Fragen, welche Irland betreffen, darzulegen, wenn aber die Opposition mit der angekündigten Politik nicht übereinstimme, müsse sie ein Amendement zu der Adresse beantragen. Wenn die Majorität die Politik der Regierung nicht billige, müsse sie dies im Interesse des Landes erklären, wenn aber die Majorität wünsche, daß die Regierung im Amte bleibe, müsse sie dieselbe unterstützen, andernfalls sei es unmöglich, die Geschäfte des Landes zu führen. Parnell erklärt, er habe stets geglaubt, daß, wenn man int Princip zugestehe, baß Irland zu irgend einer Form von Selfgovernment berechtigt sei, man sich über die Details leicht verständigen werde. Die Hauptschwierigkeil bilde die Bodenfrage. Lord R. Churchill erklärte, die Regierung könne niemals in die Bildung eines irischen Sonderparlaments willigen, und er glaube, das Land werde ihm hierin beistimmen. Die Debatte wurde hierauf vertagt. Lokales. Gießen, 24. Januar. sStadtverordnetensitzung vom 21. Januar, Nachmittags 4 Uhr.j Anwesend die Herren Beigeordneten Keller und Heß, sowie die Herren Stadtverordneten Batst, Georgi, Grüneberg, Dr. Gutfleisch, Hoch, Hornberger, Kauf, Lüdeking, Ad. Noll, Aug. Noll, Petri, Scheel, Schopbach, Simon, Vogt und Wortmann. Herr Beigeordneter Heß eröffnet die Sitzung und verliest ein von Herrn A. v. Rabenau eingetroffenes, den ersten Punkt der Tagesordnung, „Ueberfluthung des Neustädter Feldes", betreffendes Schreiben, in welchem derselbe darauf aufmerksam macht, daß in Kurhessen an der Lahn und deren Zuflüssen, besonders an der Ohm, nicht unbedeutende Regulirungen vorgenommen sind. Es haben derartige Regulirungs- arbeiten für die nicht mit hineingezogenen Landstrecken immer große Nachtheile int Gefolge und wird deshalb beantragt, sich Gewißheit darüber zu verschaffen, inwieweit Regulirungen der oberen Lahn von Preußen vorgesehen sind. Ein weiterer Antrag geht dahin, daß Flußregulirungen und Maßnahmen zum Schutze gegen Ueberfluthungeu lediglich Sache des Staates und nicht einer Gemeinde seien; es wird daher beschlossen, bei Großh. Kreisamte vorstellig zu werden. Behufs Aufstellung eines Brunnens in der Nordanlage hat die Beaugenscheinigung kein befriedigendes Resultat ergeben. Diese Angelegenheit, welche eine längere Debatte hervorruft, wird auf Antrag dahin erledigt, in der verlängerten Aster- wegstraßc, mit Zustimmung des betr. Anwohners, einen Platz zur Aufstellung zu bc- ■ftimnien und der Polizeiverwaltung davon Mittheilung zu machen. Mit einer vom Stadtbaumeifler Herrn ©tief vorgeschlagenenAenderungbehufs Errichtung eines Pferdestalles und Verlegung der Kaldaunenwäsche in den einzelnen Gebäuden des Schlachthausbaues erklärt sich die Versammlung einverstanden. Ebenso mit dem Austausch von neben dem Schlachthause liegenden Geländes von Georg B r ö m e r. Tie Arbeiten zum inneren Ausbau im Schulhausneubau für die Stadtmädchen- ^chule soll auf Grund des Voranschlages im Submissionswege unter den üblichen Be- dingungen vergeben werden. Die Berathung über den Neubau der Herberge zur Heimath fällt, da die Vorarbeiten noch nicht beendigt sind, vorerst aus. Zur Unterhaltung der städtischen Anlagen wird die Durchforstung der älteren Anlagen auf Antrag der Baudeputation gutgeheißen und dem Stadtgärtner zur Ausführung übertragen. Zur Einfriedigung der städtischen Anlagen ist in der Westanlage als Probe ein Stück ausgeführt und werden die Herren zur Besichtigung desselben eingeladen. Zur leichteren Erledigung der noch streitigen Punkte im Vertrage mit dem Accad. Hospital, die Uebertragung der Armenpaxis betreffend, ist von der Gr. Landes- Universität um Entsendung einer Commission zur mündlichen Besprechung vorgeschlagen, was die Zustimmung der Versammlung findet; es wird die juristische Commission des Stadtoorstandes hierzu ernannt. Auf Antrag des Laternen-Jnspektors Schwan wird eine Laterne am Neustiidter- Thor als Richtlaterne bestimmt. Es kommen nun noch drei Punkte zur Tagesordnung, wovon vorerst nur das Angebot des Eisvereins zur Verhandlung kommt. Derselbe ersucht die ihm seiner Zeit geforderte Entschädigung für Benutzung der Wiesen im Betrage von 300 JL zu re- duciren, welchem Ansinnen nach längerer Debatte durch namentliche Abstimmung entsprochen und pro Winter 1885/86 auf 200 «A ermäßigt wird. Verwischtes. Isenburg, 21. Januar. Heute hat man hier den Haupttheilnehmer an dem in Darmstadt auf das Fach'sche Ehepaar ausgeführten Raubmordversuche festgenommen. Derselbe ist ein noch junger Mensch und hat sich, gutem Vernehmen nach, durch den Verkauf von geraubten Effecten verrathen. (F. Z.) Darmstadt, 22. Januar. sZu dem Verbrechen an den Fach'schen Eheleuten.^ Der ui Neu-Isenburg (nicht in Offenbach) als verdächtig verhaftete Bursche heißt Traugott und ist in Sachsen gebürtig. Derselbe wollte einen Rock in Neu-Isenburg verkaufen; solches kam einem Gensdarmen zu Ohren, dem die Sache verdächtig vorkam, er verhaftete den Burschen und bei der Untersuchung fand sich in dem erwähnten Rock eine auf Fach lautende Quittung. Die Spur des anderen Verdächtigen leitet nach Rheinhessen. Esch weiter, 18. Januar. Die „Köln. Volksztg.-" meldet: Heute Morgen verbreitete sich hier die Kunde von einem im nahen Walde entdeckten entsetzlichen Verbrechen: Ein Holzhacker fand nämlich gegen 11 Uhr Morgens die Leiche eines hiesigen 23iährigen Briefträgers auf einem Scheiterhaufen theilweise angebrannt liegen. Der Schädel des Unglücklichen war zerschmettert, außerdem fand sich ein Stich in der Brust vor. Der Ermordete war gestern Morgen mit einem eingeschriebenen Brief zu dem im Walde wohnenden Förster gesandt und ist auf dem Wege dorthin von den Mördern überfallen, getobtef und beraubt worden. Wahrscheinlich haben sie oermutbet, der Briefträger trage größere Geldsummen für die umliegenden Zechen bei sich; that- sächlich hatte er neben dem eingeschriebenen Briefe keine amtlichen Werthgegenstände. So viel bekannt ist, hatte er nur 3 A Geld bei sich, welches geraubt wurde. Offenbar um die Spuren der That zu vernichten, haben die Mörder die Leiche auf einen Scheiterhaufen geworfen und diesen angezündet. Bei der feuchten Witterung ist aber das Feuer erloschen und so fand man die angebrannte Leiche auf dem ebenfalls zum Theil angebrannten Holze. Die Aufregung über das Verbrechen ist groß. Der Ermordtee war als ein braver junger Mann bekannt. Von den Thätern fehlt noch jede Spur. — lieber die Geistesgegenwart eines 6jährigen Knaben theilt die „Köln. Ztg." Folgendes mit: Am Montag Vormittag waren zwei an der Mariminenstraße wohnende Eheleute ihrer Beschäftigung außer dem Hause nachgegangen, sie hatten ihre zwei Kinder, den Knaben imb einen zweijährigen Kleinen, in ihrer Wohnung, welche sie abgeschlossen, zurückgelassen. Die Kleinen fanden ein Feuerzeug, spielten damit und setzten mehrere Kleidungsstücke in Brand. Der Knabe, als er das Unheil sah, welches sie angerichtet, ergriff sein Brüderchen und brachte es in die nebenanliegende Küche, dort hielt er die Thüre zu und rief um Hilfe. Mehrere Hausbewohner eilten herbei, stießen die verschlossene Thür auf und brachten die Kleinen in Sicherheit. Als die Feuerwehr eintraf, war die Gefahr bereits beseitigt. — Ein Beispiel bewundernswerther Unerschrockenheit, Geistesgegenwart und Entschlossenheit hat, wie nachträglich die „Militär-Zeitung für die Reserve- und Landwehr-Offiziere" mittheilt, die verdiente Anerkennung durch nachstehenden Befehl der General-Jnspection der Artillerie gefunden: „Berlin, den 16. Januar 1886. Es ist zu meiner Kenntniß gelangt, daß der bei der Versuchs-Compagnie der Artillerie- Prüfungs-Commission commandirte Seeond-Lieutenant Warnke K la suite des niederschlesischen Fuß-Artillerie-Regiments Nr. 5 und der Unteroffizier Müller derselben Compagnie gelegentlich eines Schießens mit scharf geladenen Shrapnells aus dem 15 Ctm.-Mörser auf dem Schießplatz Kummersdorf die Geschützbedienung dadurch vor Gefahr bewahrt haben, daß sie ein beim Laden des Geschützes zur Erde gefallenes Shrapnell, dessen Zünder anscheinend in Brand gerathen und nur auf 13 Sekunden tempirt war, aufhoben und den brennenden Zünder aus demselben herausschraubten. Wenn sich demnächst auch herausgestellt hat, daß durch einen glücklichen Umstand beim Niederfallen des Geschosses der Satzring des Zünders nicht Feuer gefangen hatte, sondern, nur die Zündschraube explodirt und dadurch die Raucherscheiuung hervorgerufen war, Jo verliert doch die entschlossene That des Second-Licutenants Warnke und Unteroffiziers Müller nichts an Werth, weil die Genannten von dein erwähnten Umstande im Augenblicke des Handelns keine Kenntniß haben konnten. Indem ich dem Seeond-Lieutenant Warnke und dem Unteroffizier Müller für diesen Akt der Entschlossenheit und Selbstaufopferung meine Anerkennung ausspreche, bestimme ich, daß dies sämmtlichen Offizieren und Unteroffizieren der Artillerie bekannt zu machen ist. gez. v. Voigts-Rhetz." — Die Hofapothekerstellen beim Sultan sind nunmehr besetzt. Zu demselben sind mit dem Prädikat „Excellenz" ernannt: Der Apotheker W. Arnold aus Ansbach und der in der Kronenapotheke zu Kiel angestellte Apotheker Wittich. Die Bedingungen sind, neben freier Wohnung im Palast des Sultans, 20,000 A jährliches Gehalt. — Ein Schulmann, der mit sechszehn Kindern gesegnet ist, geht Abends auf der Promenade spazieren. Da trifft er einen kleinen, weinenden Jungen und spricht zu ihm: „Komm, mein Kleiner, komm, ich will Dich mit nach Hause nehmen!" Und der Kleine geht auch willig mit. Zu Hause angekommen, sagt der naive Schulman« zu seiner Frau: „Liebes Weib, da habe ich einen kleinen Jungen auf gelesen!" Das liebe Weib aber entgegnete: „Mann, wirst Du nie von Deinem Phantasieleben erwachen? Der ist ja schon immer unser!" — sDas Alter der Bäume.^ In einem Aussatz der „Forstl. Bl." spricht der Königl. Forstmeister Gericke in Breslau die Ansicht aus, daß das tausendjährige Alter deutscher Waldbüume eine Fabel sei, daß auch bei den sogenannten historischen Bäumen ein höheres Alter als 700 bis 800 Jahre nicht nachgewiesen sei, und daß kein deutscher Baum dieses Alter in gesundem Zustande erreiche. Bäume von so hohem Alter sind immer hohl und vegetiren nur als Ruinen fort. Was nun die Frage betrifft: Welches ist die Gesundheitsgrenze unserer Bäume? — so ist von vornherein anzunehmen, daß dieselbe nicht blos nach der Holzart, sondern auch nach Klima und Boden verschieden sein wird. Herr Gericke kommt auf Grund eigener Untersuchungen, sowie von Mittheilungen, welche ihm seitens deutscher, österreichischer und russischer Forstakademien über das Alter der ältesten, in den Sammlungen befindlichen Holzscheiben zugegangen sind, zu folgenden Schlüssen. Das höchste Alter, welches Bäume in gesundem Zustande erreichen können, findet sich nicht bei den Laub-, sondern bei den Nadelhölzern. Nachdem dieses Alter erreicht ist, sterben die Nadelhölzer bald ab, während die Laubhölzer, nachdem sie die Gesundheitsgrenze erreicht haben, noch längere Zeit fort; vegetiren können. Das höchste, thatsöchlich durch Zählung der Jahresringe gefundene Alter beträgt 500 bis 570 Jahre und zwar erreichen dieses Alter: die Fichte im Böhmerwald und die Kiefer in Finnland und Schweden. Das nächstniedere höchste Alter scheint der Weißtanne zuzukommen, die es im Böhmerwald auf 429 Jahre brachte. Die Lärche erreicht ein höchstes Alter von 274 Jahren (in Bayern). Von den Lauühölzern scheint die Eiche am längsten zu widerstehen und zwar die Steineiche, von der das älteste gesunde Exemplar (Aschaffenburg) 410 Jahre zählt. Bei der Stieleiche waren die ältesten, bereits den Beginn der Kernfäule zeigenden Exemplare nur 315 und 320 Jahre alt. Doch wird die Stieleiche viel stärker als die Steineiche. Die ältesten Rothbuchen sind 245 Jahre (Aschafsenbung) und 226 Jahre alt (Weitzwasser) gefunden worden. Die Altersmaxima der übrigen Bäume stellen sich wie folgt: Escke 170 Iah Rüster 130 „ Birke 160-200 „ Espe 219 „ Rothcrle 145 „ Bergahorn 224 „ Gerade der unter den historischen Bäumen am häufigsten vertretene Baum, die Linde, findet sich am seltensten in den Sammlungen: vielleicht ist dies ein Zeichen dafür, wie selten sehr alte und gesunde Linden vorhanden sein mögen. Dieberühmteste unter den historischen Linden ist die zu Reustadt am Kocher in Württemberg. Ihre Aeste waren schon im Jahre 1448 mit 67 Säulen gestützt. Sie hat 12V, Fuß Durch- messer, theilt sich bei 5 bis 7 Fuß über dem Boden in 7 horizontale Aeste, die durch 94 steinerne und 17 hölzerne Säulen gestützt sind. In der Höhe von 60—65 Fuß gehen zwei Aeste von je etwa 3 Fuß Durchmesser empor. Die Linde, deren Alter Easpari 1868 auf höchstens 691 Jahre schätzte, vegetirt nur noch, ist ganz hohl und innen durch Mauerwert gestützt. Schlesien, Finnland, Bayern. Handel ÄeEeöL'. Gießen, 23. Januar. Aus dem heutigen Markt Miete Butter per Pfund JL 0.70—0 80, Hühnereier pr. Stck. 7—8 Enteneier St. 0—0 Käse pr. St. 5—8 Kasematte 3—0 H, Erbsen pr. Liter 20 H, Linsen 28 Tauben per Paar 0,60 bis 1,10 H, Hühner per Dtück vtk 1-00—1.50, Hahnen pr. Stück JL 1.00—2.00, Enten per Stück 150—2.20, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 Kuh- und Rindfleisch 54—56 Schweinefleisch 50—60 H, Hammelfleisch 50—62 Kalbfleisch 48—50 Kartoffeln per 100 Kilo JL 3.50—0.00, Milch per Liter 12—18 H, Zwiebeln per Centner o4L 5.00-6.00. Farbige, Schwarze und Weiße seidene Atlasse Mk. 1-25 Pfg. pro Meter bis Mk. 16.80 Pfg. (in je 18 verschiedenen Qual.) versendet in einzelnen Roben und Stücken zollfrei in's Haus das Seidenfabrik-Döpot G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pfg. Porto. 561 Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Meße«. Aufgebote. Januar: 16. Bäcker Jacob Horn mit Anna Jacobine Hubeler, Tochter des verstorbenen Bahnwärters Peter Hubeler von Gießen. 16. Schneider Heinrich Ludwig Buchmann mit Elisabethe Hammel, Tochter des Schmieds Wilhelm Hammel von Bersrod. 18. Bezirksfeldwebel Johannes Heinrich Fischer in Alsfeld mit Karoline Sophie Luise Zülch, Tochter des verstorbenen Bäckermeisters Friedrich Zülch von Gießen. Vhefchlietznnge«. Januar: 20. Eioilkrankenwärter Eduard Otto mit Wilhelmine Elisabethe Euler, Tochter des Schneiders Heinrich Euler von Gießen. Geborene. Januar: 12. Dem Gärtner Jobs. Schneider ein Sohn, Wiebert. 13. Dem Schreiner Ludwig Becker ein Sohn, Emil Karl Jacob. 14. Dem Restaurateur Karl Abel eine Tochter, Emma Elisabeth. 17. Dem Expeditionsgehülfen Ludwig Dietz eine Tochter, Anna Marie. 19. Dem Gemüsehändler Christian Meinhardt ein Sohn, Theodor Emil. 19. Dem Professor Dr. Adolf Harnack ein Sohn, Justus Theodosius Karl. Gestorbene. Januar: 18. Margarethe Schmidt, 82 Jahre alt. 19. Fabrikant Eduard Ottens, 50 Jahre alt. 19. Jacob Storck, 21 Jahre ait, von Ober-Roßbach. 20. Engelholde Limpert, 71 Jahre alt. 22. Ackersmann Heinrich Speyer, 57 Jahre alt, von Wiesmar. Auszug aus de« Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 20. Januar. Eduard Otto, Eivilkrankenwärter zu Gießen und Wilhelmine Elisabeth Euler, Tochter des Schneiders Heinrich Euler zu Gießen. Getaufte. Den 17. Januar. Ein außerehelicher Sohn von hier, Anton Wilhelm Carl, geboren den 23. November 1885. Beerdigte. Den 21. Januar. Eduard Oltens, Kaufmann, alt 50 Jahre, starb den 19. Januar. Brodpreise vom 24. Januar bis 7. Februar 1886. der Bäcker $ 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27 2 „ (4 Pfd.) Weißbrod .... 54 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 24 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 48 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 21 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 42 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei K. Haas, L. Keil, Joh. Lein»63 Gießen, den 23. Januar 1886. der Brodverkäufer 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27 2 „ (4 „ ) .......54 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 24 2 , (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 48 3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte — 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 21 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 42 3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 63 Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Holzversteigerung im Wiesecker Gemeindewald. Donnerstag den 28. und Freitag den 29. d. 'M-, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, soll im Wiesecker Gemeindewald, Distrikt Badenburgerwäldchen, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Bau-, Werk- und Nutzholz. 130 Eichenstämme mit 59,37 Festm. 2 Virkenstämme „ —,80 „ 2 Buchenstämme „ 2,51 „ 13 Nadelstämme „ 6,32 „ 2 Eichenderbstangen „ —,08 „ B. Brennholz. Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Rmtr. Nmtr. Rmtr. Wellen. Buchen 552 106 114,2 7405 Eichen 32 34,6 21 1002 Bemerkt wird, daß sämmtliches Stamm- und Stangenholz zuerst versteigert und dann mit dem Brennholz fortgefahren wird. Die Zusammenkunft ist oberhalb des Schützenhauses zur Badenburg. Wieseck, am 22. Januar 1886. Großherzogl. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. 570 Bekanntmachung. Die Holzversteigerung vom 18. I. Mts. ist genehmigt Die Abfuhrscheine können vom 1. Februar l I. an bei der Freiherr!. Rentei zu Londorf in Empfang genommen werden. Papiermühle, am 20. Januar 1886. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau. Ebel. 574 Aeikgeöotenes. Betten. Strohsäcke. Matratzen, Weiß;eua. Federn u. Roßhaare. Louis Rothenberger, 79 Neuenweg 2 549 Ein gepolsterter Kiuderschlitten zu verkaufen- Bahnhofstraße 56. Allgemeiner Anzeiger. Verein für freiw. Armen-u.Krankenpflege. Zur Ausführung des bereits an dieser Stelle angekündigten Unternehmens ist jetzt endgültig beschlossen, daß die Eröffnung des Bazars Mittwoch den 10. Februar, Nachmittags 4 Uhr, iw große« Saale des Gesellschaftsvereines stattfinden soll. Die Dauer desselben wird auf 3 Tage incl. Verloosung festgesetzt, welch' letztere Freitag den 12. Februar- Nachmittags 5 Uhr beginnt. — Alle Bewohner Gießens und der Umgegend werden hierdurch nochmals freundlich zu reger Betheiligung eingeladen. Eintrittspreise: Mittwoch von 4 Uhr an 50 i Donnerstag von 2—4 Uhr 20 j ä Person. „ von 5 Uhr an 50 H s Zum Besuch der Gallerie berechtigen die Billets zum Saale nur mit Zuschlagbillets, die am Eingang zu ersterer gelöst werden können. Wer gesonnen ist, irgend welche Gaben zu spenden, wird gebeten, dieselben spätestens bis zum 1, Februar an das Comitö gelangen zu lassen, oder doch wenigstens bei den Damen desselben anzumelden, damit bei den nöthigen Einkäufen darauf Rücksicht genommen werden kann. _____________________________Das Comite* Zur Beachtung. Vor circa zwei Jahren wurde im „Gießener Anzeiger" publizirt, es wären drei Stück Kammsteine, welche durch ein Geschenk Eigenthum der Gemeinde Wieseck seien, widerrechtlich in unserm Besitz. Wir machen nun hierdurch bekannt, daß in dem darauf erfolgten Streitverfahren die Gemeinde, als Klägerin gegen uns (auf Herausgabe der Steine), nach einjährigem Prozesse vom Großh. Amtsgerichte Gießen vollständig abgewiesen und in die Kosten verurtheilt wurde. Wieseck, den 23. Januar 1886. 576 Heinrich Lang, Gemeinde-Einnehmer. Philipp Becher, Gemeindcrath u. Ieldgeschnwrner Johannes Deibel VI., Grtsgerichtsmann. Extras. Wiener Msrrsroni, Aechte ital. Macrsroni, Extras. Wiener Gemüscnudeln Feine Gemüsenudeln, Bordeaux-Pflaumen, Türkische Zwetfchen, Apfklspalten, Apfelscheibrn, Brünellen empfiehlt 562 Emil Fischbach. Neue Schlitten Butzbach. Georg Frank 1r., 555 Huf- und Wagenschmied. Darmstädter Pferdeioose ä 2 J-t. — Loose zum Butzbacher Zuchtviehmarkt ä 1 bei 572 C. Aehrmurrd, Neuenweg. Körbe billig zu verkaufen in der Hamburger Fischhandlung von A. Koch. 565 I Hamburger Fischhaudlg. \ § V0N A Koch. Backfische, Pfund 20 Pf., Grüne Häringe sum Braten, Pfund 20 Pf., Seezungen, Pfd, 1 Mk, Schollen, Pfd. 40 Pf., Holländische Bratbückinge, Kieler Sprotten und Bücklinge, Flundern. Geräuch. Aale, Aal in Gelee, Caviar, Sardinen, Sardellen, Rollmöpse, Anchovis, Apetit Sild re. PMstermsbeL Stühle, Spiegel, Dettvorlageu, Rouleuux, Wachs-Ledertuche empfiehlt 511 W. Kutzfchrad, Tapezier, Kaplansaasse 27. Nur echt mit dieser Schutzmarke: HusteNicht Malz-Extract u. karamellen*) v. L. H. Pietsch & Co, Breslau. Herren L- H. Pietsch & Co.: Meine Fran, 75 Jahr alt, litt seit mehreren Jahren an ungeheuerem Husten ii. Lirftröhrerr-Berschlei- mung und spürte nach dem Gebrauch einer Flasche ihres Malz-Ex- tractes (Huste-Nicht) schon am dritten Tage Hilfe, jetzt ist sie fast ganz davon befreit. 559 Vcrlinchen, Berg, den 12. Jan. Der Hausvater des Rettungshauses. *) Extract ä Flasche JL 1, 1,75 u. 2,50. karamellen k Beutel 30 und 50 — Zu haben in Gießen bei Ferd. Drehes. Neue Apselspalten. türkische Zmetschen, feinste Grmüsnudel und Marcsroni empfiehlt 209 Ilse - Verein. Zweiter Vortrag. ZN ittwoch-, den 27. Januar 188(5, Abends 8 Uhr, im großen Saale des Gymnasiums über: Ein Göthefches Fastnachtspiel. Herr Professor I9r. Siebeck. Karten für alle Vorträge: 1 Karte zu 2 Jl., 2 Karten zu 3 3 Karten zu 4 u. s. ro., sowie Einzelkarten für einen Vortrag a 1 «A sind zu haben bei Herrn Ferber (Kirchenplatz), Herrn Rudolph (Neuenweg) und Herrn Balz (Fehsenfeld — Seltersweg). 546 Der Vorstand. Vortrüge in örr Herberge jur Heimsth. Sonntag, den 24. Januar 188«. Abends 8 Uhr Friedrich der Große und seine Zeit. I. Seine Jugendzeit. Junge Leute (Gesellen, Kaufleute u. s. w.) sind freundlich eingelaoen- 566 Diugeldey, Pfarrer. Geschäfts-Eröffnung. Wir eröffneten an hiesigem Platze ein Bindfaden, Seilerwasren Schuhgarnen, Dochten, Watten wollenen und baumwollenen Strickgarne«. Band, Zwirnen Seide, Nadeln, Knöpfen und Kurzwaaren etc. etc. Ladengeschäft in Rothamel & Petry Lindenplatz früherer Laden des Hrn. Sattler Ferber. Durch langjährige Thätigkeit in dieser Branche sind wir im Stande, allen Anforderungen entsprechen zu können. 569 Sonntag den 22. Januar, Nachm. 2 Uhr 552 M t liillzillihTllilllllllii ™________________Kari Rühl, Neustadt. Grosser Maskenball des W (W ohlthätigkeits verein) Samstag den B. Februar1886 Abends 7 Uhr 61,5 Minuten. Im Saale des Cafe Leib. (Ende des Balles 5 Uhr 11,3 Minuten.) Karten ä Mik. 1.20 sind von heute ab bei Herrn Gustav Gerhardt und (Abends an der Casse) zu haben. Geheimkarten werden bei Herrn G. Mook, Photograph, Neuen Baue, ausgegeben. Den Mitgliedern ist freier Zutritt nnr gegen Borzeigen der Mitgliedskarten gestattet. Der Vorstand. NB. Gesellschaften, welche Gruppen bilden oder sonstige Aufführungen veranstalten wollen, werden ersucht, solches bei Herrn G- Mook anzumelden. Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß Costüme bei unserem Mitgliede Herrn G- Gerhardt in großer Auswahl zu haben sind. 550 Jebensverstcherungsbantr f. D. in Gotha. Größte Deutsche Lebensversicherungs-Anstalt. Niedrigste Prämiensätze, höchste Dividende, z. Zt. 44pCt. der Jahresprämie, oder nach Wahl steigende Dividende- Dividenden werden von allen Versicherungsjahren gewährt, worauf sehr zu achten. Verwaltungskosten nur 5,09 pCt. der Jahreseinnahme. Alles Nähere bei Herrn F. Gros, Bahnhofstr. 66. 68 Stein’s Garten, Sonntag de» 24. Januar: GROSSES CONCERT ausgeführt von der Kapelle des 2. Großh. Hess. Inf-Reg. Nr-116, unter Leitung des Grchh Musikdirektors Herrn E. Mr au he. Anfang S Uhr, Entree 30 573_________Wb Bier im Glas. "WesWph a&teeh&r Mdbf* Sonntag den 24. Januar: TA^Z-MUSIK 577 J. Haus. 2 Uhr, statt. 553 Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß unsere liebe Gattin, Mutter, Schwester und Schwägerin Frau Katharina Rau heute Morgen 7 Uhr nach langen schweren Leiden sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Kirchberg, den 22. Januar 1886. Die Beerdigung findet Sonntag den 24. d. M., Nachmittags 548 Ein freunbl. Logis zu vermiethen. H. DebnS, im Schiffenberger Thal. 560 Eine Wohnung von 3 Zimmern zu vermiethen.________Hammstraße 7. 551 Ein Zimmer zu vermiethen. ______________________Schüpenstraße 4. 558 Eine Stube zu vermiethen. __Tiefenweg 16._ 563 Die durch den Wegzug des Herrn Majors von Porembsky frei werdende Wohnung im HL Stock meines Hauses, Frankfurter Straße 12, ist nebst Zubehör anderweitig zu vermiethen und am 1. Mai, eventuell früher zu beziehen. ___________Holzapfel, Geh. Baurath. 568] Laden pr. 1- Mai, auf Wunsch auch fiüher zu vermiethen. E. Kreiling Wwe., am Kreuz. 556 Ein zuverlässiger Maschinist findet dauernde Beschäftigung. »Albrecht Stein, Wetzlar. Mit den neuen Schnelldampfern des s Bö *3 M» T S s 8 ie A 'O-l AI L Norddeutschen Aoyd kann man die Reise von Bremen nach Amerika machen. Näheres bei dem General-Agenten M. Abraham» Mainz, und dessen Agenten r 575 Carl Loos, Gießen, Kirchenplatz. Hermann Vogt, Reichelsheim. Heinrich Stobmann, Sellnrod. 557 Unterzeichneter empfiehlt sich für alle in das Schneiderfach einschlagende Arbeiten in und außer dem Hause. P. Leilich, Schneidermeister, __________________Neustadt 3.___________ 554 Ein Armband gefunden. Abzuholen bei Frau Rothe, Kindergarten. Sortirerinnen gesucht. 564 Aug. Schlesainger. Gesucht Parterrelogis (5—6 Zimmer) in stiller Lage auf 15. März oder 1. April v. e. ruhigen kinderlosen Familie. Gef. Off. m. Preisang. unter R. K. an die Exped. d. Bl. 545 Grosse saubere Eisbahn vor dem Mdschlößchen. Sonntag den 24. Januar, Abendsj Grosses Feuerwerk, wozu ergebens! einladet 571 die Gefellfchaft. Entree 10 Kinder die Hälfte. F. G. F. Ts Montag: Cafe Leib. Fahrplan. Abfahrt von Gießen nach: Frankfurt 2". W 5™*, 6™, S1®*, 11«, IM, 4U 76*, 87. Marburg 12«*, l29, 3«, 8«, 951*, 11", {•«* 441 ß44*, 855. Cassel 12«*, '1« 3«, 8«, 9"*, 11", l«•, 4", 8" *. Wetzlar 530, 6^, 821*, 9«, 12\ 12«, 4« 450, 7»*, 8«, (bis Weilburg), 9° (bis Betzdorf). Gms-Coblenz 530, 8"*, 9«, 12«, 4«, 7°*. Deutz 637, 1228, 4«. Fulda 6« 11«, 7«. Alsfeld 6«, Hs«, 5, 730. Gelnhausen 8’, 12«, 4«. Nidda 8«, 12«, 4«, 7«. Ankunft in Gießen von: Frankfurt l13, 8, 9-"*, 11", 1«*, 2« 432, 722, 857*, 10«, 125*. Marburg 2«, 531*, 6", 8«*, IV9, 4" ß.58*, 757, 1125 Cassel 2«, 521*, 8«*, ll29, 4", 658* 7”, 11 s Wetzlar 7.« (von Weilburg), 7" (von Betzdorf), 9«, 11", 12^*, 3«‘, 4«, 8", 829 *, 11«, 11«. Cms-Cobleuz9« 12«*, 3",6rs, 8»*, 11«. Deutz 11", 4 -2, 11«. Fulda 758, iao, 429, 10. Alsfeld 758, 130, 429, 10. Gelnhausen 9«, 335, O50. Nidda 625, 930, 335 g-56. * bedeutet Schnellzug. Die fetten Ziffern die Nachtstunden. Nedartion: A. Scheyda- — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei lFr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer enthält 2 Blätter.