Ntl e«,. Mgen. 46 I: Wirtes DM" getroffen. Nassauer. 6646 - KreuM 9. °°^gl'ch!QiiE. o..... 6647 "üür- ?Ä”* d». Euler. e^'Mrai 110- ^hr all, eine? -^^Mdr-u'Ä i Dtrmiethtn. Connenstraße 27. immer und (Sabintt 4. Musöurg 4. - mmer mit Pension Jartmstiaße 27. mmtr mit Kabintt, vnmichen. Kaplan^'t 12, 2. St., 5 Zimmer, Reinlichkeiten (wegen i oemiethen- er, Südanlage 7, em Gymnasium. 'Zimmer mit Zube- I, zu vermieden. xhr.^aubach^, M Herrn Dr Fuhr totf meines Hauses miethen und vom * , tz, Sudanlage Hmiethen und pr. n. Katharineng. w. iÄMOTt»«- roiborfoW^ Wohnungen, somit -miethen und gleich stein, MrM. T'^en hergench- «sg£ 55/^ Zubehör j« Jfr' ÄiSj. vemietheN' «ewnjES^ ßberHtL TTocrSi?11 ^kel. —_____ 6120 mitte M. 221 Donnerstag den 23. September 1886. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme deS MonlagS. B«rea«r Schulstraße 7. treiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«. >urch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Webersicht. Gießen, 22. September. Die glänzenden Kaisertage im Elsaß haben mit der am Sonntag erfolgten Rückkehr des Kaisers nach Baden-Baden ihren Abschluß gesunden. Die letzte Huldigung, welche dem ehrwürdigen Oberhaupte des Reiches aus elsässischem Boden dargebracht wurde, bestand in dem am Samstag Abend statt- gesundenen Fackelzuge verschiedener Straßburger Vereine, an welchem mehrere Tausend Personen theilnahmen. Am Sonntag wohnte der Kaiser dem Vormittags halb 11 Uhr stattgesundenen Gottesdienste in der Neuen Kirche bei und reiste Mittags 1 Uhr in Begleitung der Großherzogin von Baden nach Baden- Baden ab. Vor der Abreise drückte der Monarch dem Bürgermeister Back nochmals seine besondere Zufriedenheit mit dem ihm bereiteten Empfange aus; auf dem Bahnhose war eine große Volksmenge versammelt, welche den Kaiser mit stürmischen Zurufen begrüßte. Wie bekannt, hat der Besuch der Stadt Metz, mit welchem die Kaisertage im Elsaß ihren Abschluß finden sollten, aus tos dringende Anrathen der Aerzte unterbleiben müssen, da der greise Monarch durch die verschiedenen Empfänge und Besichtigungen in Straßburg, sowie die mit der Parade und dem Manövertag von Weitbruch verbunden gewesenen Anstrengungen denn doch zu sehr angegriffen war. Gewiß wird man in den Kreisen der Metzer Bürgerschajt dies Unterbleiben des kaiserlichen Besuches tief bedauert haben — hatte man doch dem Kaiser einen außerordentlich festlichen Empfang zugedacht — aber die Rücksichten für die Gesundheit des kaiserlichen Herrn müssen eben über Alles gehen und dieser Erkenntniß wird man sich auch in Metz nicht entziehen. Statt des Kaisers hatte sich nun Kronprinz Friedrich Wilhelm, begleitet von seinem Sohne, dem Prinzen Wilhelm und dem Groß- Herzog von Baden, am Montag nach der lothringischen Hauptstadt begeben, woselbst Prinz Albrecht von Preußen bereits am Sonntag Abend eingetroffen war. Die außerordentliche Reichstags-Session ist am Montag nach erfolgter definitiven Annahme des deutsch-spanischen Handelsvertrages geschloffen morden. Es hätte dies eigentlich schon am vorigen Samstag geschehen können, wenn eben nicht vorher die Socialdemokraten, gestützt aus den Buchstaben der Geschäftsordnung, gegen die unmittelbare Aufeinanderfolge der einzelnen Lesungen Einspruch erhoben hätten. Ganz offen ist auch von Herrn Hasenclever zugegeben worden, daß die Seitens seiner Fraktion herbeigesührte, wenn auch nur kurze, Verlängerung der Session lediglich den Zweck gehabt habe, ben aus Berlin ausgewiesenen socialistischen Reichstags-Abgeordneten einen ungezwungenen Verkehr mit ihren FraktionS-Collegen zu gestatten, da dies sonst fast unmöglich sei. Diese Auffassung soll denn auch von einem Theile der „Senioren" schließlich gebilligt worden sein. Der Schwerpunkt der Verhandlungen dieser kurzen Session lag offenbar in der Samstags-DiLcussion, welche zunächst die erste und zweite Lesung des Handelsvertrages betraf. Von letzterem selbst war aber hierbei weit weniger die Rede, als von der Schutzzollpolitik, die zu langathmigen Erörterungen zwischen Gegnern und Freunden derselben führte, in denen die ersteren wiederum ihren Pessimismus über die Erfolge der Schutzzollpolitik Ausdruck gaben. Die nachfolgende Debatte über den Bericht der sächsischen Regierung, betr. Verlängerung des über Stadt und Amtshauptmannschaft Leipzig verhängten Belagerungs-Zustandes, wurde in der Hauptsache nur zwischen den Socialdemokraten unv den sächsischen Bundesraths-Mitgliedern geführt und hatte selbstverständlich keinerlei praktisches Resultat aufzuweisen. — Die Absicht der Socialdemokraten, auch eine Discussion über die auswärtige Politik, speciell über die bulgarische Frage, herbetzujühren, ist erfreulicher Weise gescheitert. Die Herren vermochten nicht einmal, die betr. Interpellation einzu- brtngen, da sich die zu ihrer Unterstützung ersorderlichen 30 Stimmen durchaus nicht zusammenbringen lassen wollten; selbst die Polen und Welsen scheuten sich, den Herren Bebel und Genossen den Gefallen zu thun. Es ist demnach dem Reichstage eine nochmalige Verlängerung der Session und außerdem eine unnütze und jedenfalls unerquickliche Discussion erspart geblieben. Die dem französischen Kriegsminister zugeschriebene und so viel Aussehen erregende Aeußerung, die er dem orleanistischen „Soleil" zufolge bei den Manövern gethan haben soll, „es sei Zeit, die Desensiv-Polilik auszugeben und eine offensive Politik zu befolgen", wird von General Boulanger selbst wiederholt dementirt. Kriegsminister Boulanger erklärt, von offensiver Taktik, nicht aber von offensiver Politik gesprochen zu haben und es liegt daher die Annahme nahe, daß der Gewährsmann des „Soleil" sich verhört hat. Es ist aber auch die Annahme nicht ausgeschlossen, daß die Redaction des „Soleil" dem General Boulanger diese Aeußerung absichtlich in den Mund gelegt hat, um ihn, den politischen Gegner der Orleanisten, hierdurch möglichst zu discredi- tiren. Nach der ganzen Lage der Sache ist aber nicht daran zu zweifeln, daß das Dementi des Ministers den tatsächlichen Verhältnissen entspricht, denn wenn man auch von dem jetzigen Kriegsmintster der französischen Republik mancherlei Seltsamkeiten nachgerade gewöhnt ist, so wird er sich doch schwerlich zu einer derartigen Aeußerung, wie derjenigen von der Nothwendigkeit einer offensiven Politik, verstiegen haben; er würde hierdurch aus's Schwerste com- promittirt erscheinen. Die Beziehungen zwischen Frankreich und England sollen wieder einmal ziemlich schwieriger Natur sein. Jenseits der Vogesen ist bei der allerdings noch immer nur gerüchtweise austretenden Meldung, England beabsichtige, sich wegen des russischen Vorgehens auf der Balkan-Halbinsel an Egypten durch dessen Annexion schadlos zu halten, die alte Eisersucht gegen de» Nachbar jenseits des Kanals wieder in Hellen Flammen aufgelodert, denn man betrachtet dort das Pharaonenland noch immer als eine alte Domatne des französischen Einflusses. Außerdem herrscht aber auch wegen der Hebridenfrage noch immer eine gewisse Spannung zwischen London und Paris und wenn die Franzosen — wie es den Anschein hat — sich wirklich dauernd aus den Neuen Hebriden sestsetzen wollten, so könnten sich in der That ernste Trübungen in dem gegenseitigen Verhältnisse der beiden Westmächte einstellen. Der neue Vicekönig von Irland, Marquis v. Londonderry, hat, wie bereits gemeldet, am Samstag seinen feierlichen Einzug in die irische Hauptstadt gehalten. Bekanntlich war von dem seiner Mehrheit nach parnelli- stisch gesinnten Dubliner Gemeinderathe beschlossen worden, dem Einzüge de» neuen Vtcekönigs fernzubleiben; ob dieser Entschluß durchgeführt worden ist, läßt sich jedoch der Depesche über den Einzug nicht entnehmen. — Gladstone ist am Sonntag von seiner mehrwöchentlichen Erholungsreise durch den Eon- tinent nach London zurückgekehrt und werden nun wohl die Verhandlungen des Unterhauses ein lebhafteres Tempo annehmen. Eine Londoner Depesche vom 20. September enthält eine bemer- kenswerthe Aeußerung des „Standard" bezüglich Egyptens. Dar Blatt sagt, daß England Egypten nicht räumen werde, selbst wenn seine dortige Aufgabe gelöst wäre. Frankreichs Drängen nach Räumung Egyptens könne nur zur vollständigen Jsolirung Frankreichs, führen. Von russischer Seite wird jetzt auch der Feldzug gegen die Anhänger des „Battenbergers" in Bulgarien eingeleitet. Die „Mosk. Ztg.", welche gegenwärtig den Ton in der auswärtigen Politik Rußlands anzugeben scheint, fordert das Ausscheiden Stambuloff's und Mutkuroff's aus der provisorischen bulgarischen Regierung, da sie Gegner Rußlands seien und werden von dem Moskauer Blatte zum Beweise dessen den Genannten verschiedene antirusfische Maßregeln untergeschoben. Nach diesem Beginne des Jntriguenspieles gegen die nicht unbedingt russisch gesinnten Mitglieder der gegenwärtigen bulgarischen Regierung darf man sich wohl aus stärkere Leistungen Seitens des Herrn Katkoff gefaßt machen. Die noch vom Fürsten Alexander kurz vor feiner Abreise verfügten Strasacte gegen die aufständischen Regimenter sind am Sonntag vollzogen worden. In Sofia wurde die Fahne der Cadettenschule verbrannt, nachdem Major Popoff an die Zöglinge derselben eine Ansprache gehalten und in derselben das verrätherische Benehmen der Cadetten gegenüber dem Fürsten gebrand- markt hatte. In Radomir wurde die Fahne des Regiments Stromski vernichtet. ________________________________________________________________________ Petersburg, 21. September. Das „Journal de St. Pstersbourg" sagt: Die letzten Nachrichten aus Bulgarien sind durchaus nicht befriedigend, die erwartete und im allgemeinen Interne des Landes liegende Beruhigung ist noch fern. In jeder Beziehung wäre T6 paffender und von größerem Nutzen gewesen, sich so wenig wie möglich mit der Vergangenheit zu beschäftigen, um Anschuldigungen, Erkaltungen und Conflicte zu vermeiden. Weit entfernt davon bringt jeder Tag die Nachricht von irgend welcher unzeitgemäßen Manifestation, welche kein gutes Vorzeichen für die Zukunft gewährt, indem sie zeigt, daß die Politiker des Tages ihre Augen mehr auf die Vergangenheit, als auf die Zukunft gerichtet haben; daß sie Kampf und Streit und nicht Frieden und Versöhnung in's Auge fassen. Der Sobranje ist ein Gesetz vorgelegt, welches dem Kriegsminister gestatten würde, die Kriegsgerichte nach seinem Belieben, ohne Unterschied der Grade, zusammenzusetzen. Wenn man sich vergegenwärtigt, wie lebhaft die Kämpfe und Anfeindungen der Parteien geworden sind, so kann man sich die Ungeheuerlichkeiten vorstellen, zu denen ein solches Gesetz Anlaß geben wird, wenn es mit der in Revolutionszeiten charakteristischen Leidenschaftlichkeit zur Ausführung gelangt. Die Überstürzung, mit welcher die Wahlen zur großen Sobranje angeordnet sind, gewährt ebenfalls kein gutes Vorzeichen. Wie es scheint, will man der Bevölkerung keine Zeit zur Ueberlegung lassen. Zum Ueberfluß hat man noch das Wahlgesetz derartig umgeändert, daß auch die kleinste Zahl von Wählern genügen würde, um ein Mandat zu übertragen. Man würde dadurch leicht dahin gelangen, die Mehrheit der Wähler einzuschüch- Lern und in solchen Districten, wo diese Majorität den Machthabern verdächtig erschiene, dieselbe ganz von der Wahlurne fernzuhalten. LelkgraMsche Depesche». Wvlff's UU^u Ssrireworrderrr - Vmrs««. Berlin, 21. September. Der Bundesrath hielt am gestrigen Tage unter dem Vorsitz des Staatsministers, Staatssecretärs des Innern, v. Bötticher eine Plenarsitzung ab. In derselben legte der Vorsitzende eine Mittheelung des Präsidenten des Reichstags vor, nach welcher der letztere beschlossen hat, dem zu Madrid am 28. v M. -wischen dem Reich und Spanien abgeschlossenen Vertrage, betreffend die Verlängerung des Handels- und Schifffahrtsvertrages vom 12. Juli 1883, Genehmigung zu ertheilen. Der Vertrag wird zur Allerhöchsten Ratifikation vorgelegt werden. Sodann wurde noch über den dem Kaiser Wi^erbesetzung einer Rathsstelle zu unterbreitenden Vorschlag, sowie über die geschäftliche Behandlung mehrerer Eingabm Beschluß ^Amber. Dem „B-rl. Tagebl." gegenüber conftatirt di- „Nordd. ata" dak wie Graf Herbert Bismarck, alle Vorgänger delselben und zwar Bülow durch kaiserliche Ordre'oom 29. April 1878, Hohenlohe durch kaiserliche Ordre vom 30 Ap7il 1880, Hatzseldt durch kaiserliche Ordre vom 3. Juli 1881 mit dew Vertretung des Reichskanzlers im Bereiche des Auswärtigen Amtes beauftragt ge- wesen 21 September. In dem Diätenprocesse gegen den Reichstags- abgeordneten Kräcker hat das hiesige Oberlandesgcricht das die Klage des Fiskus abweisende Urtheil des hiesigen Landgerichts vom 24. November v. I. aufgehoben und Nkklaalen rur Zahlung von 1501 X verurtherlt. b n «reslau. 21 September. Die Entscheidungsgründe des oberlandesgerichtlichen UrtMfa in Sacken Diskus contra Kräcker heben hervor, die Verfassung enthalte eine ausdrückliche Verbotsbestimmung, überdies ,-i durch B-weisausnahmc fefWctlt, dag Svctatisteneonaretz in Gotha den Abgeordneten zur Pflicht gemacht habe, mit Xfr Partei ru stimmen; durch die Diätenannahme binde sich daher der Abgeordnete wenigstens moralisch in verfassungswidriger Weise hinsichtlich der Abstimmung. , WCn 8 «U