Sonntag den 22 August Erstes Blatt. Nr. M86 icßcncr Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Dreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brtngerkchn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. 5994 Der Kaiser kam Vormittags 9% Uhr nach Berlin, be- Berlirr, 20. August. Geschütze und nahm hierauf im Kaiserpalais militärische Meldungen entgegen. Um Wegen Vornahme baulicher Veränderungen bleibt die Dreihäusergaffe längs der Färber A. Vogt'schen Hofraithe bis auf Weiteres gesperrt. Gießen, den 21. August 1886. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Kraemer. Gefunden: 1 Kriegsdenkmünze, 1 Sonnenschirm, 1 Taschentuch, 1 Kinderkragen, .1 Petschaft nebst Cigarrenabschneider, 3 Manschetten, 1 Strumpf, 1 Sack Kartoffeln. Gießen, am 21. August 1886. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _______________________________________I. V.: Kraemer.___________________________________________________________ Telegraphische Depesche«. BollFI trttair. «orwtworrdem - Vmess«. Ittl. klLack ii. ,en und Dom i^lage 15. Aeutschkand. Berlin, 19. August. Eine Eingabe des Mittelrheinischen Fabrikanten- Vereins an den Reichskanzler, betr. die einheitliche Regelung des Submisstonswesens, ist besonders interessant wegen ihrer Motive und lassen wir daher die letzteren hier folgen: „Für die Industrie ist kaum irgend eine Frage von größerer und einschneidenderer Bedeutung, als die des Submisfionswesens. Der weitaus größte Thell der Arbeits- und Lieferungs-Verträge wird auf dem Wege der Submtsston j vergeben. In erster Linie ist dies bei allen Staatsbehörden, sodann bei Pro- s vinzialbehörden, Städten, Eisenbahnen und in neuerer Zeit auch bei Privaten ■ der Fall. Von dieser Ueberzeugung durchdrungen, hat der Mittelrheinische Fabrikanten-Verein stets die Frage der einheitlichen Regelung des staatlichen Sub- wisstonswesens im Auge behalten und dieselbe wiederholt zum Gegenstand seiner Berathungen in Vorstands- und Plenar-Sitzungen, zuletzt in derjenigen vom 5. Mai d. Js. gemacht. Der Verein ist ungethetlt der Anstcht, daß das Submissionswesen hauptsächlich an dem Mangel einer einheitlichen Behandlung kranke, daß nicht nur die einzelnen deutschen Partikularstaaten, nach verschiedenen Grundsätzen verfahren, sondern daß sogar bei den einzelnen Ministerien desselben Landes eine große Verschiedenheit in Auffassung und Handhabung hervortrete. Ferner wird constatirt, daß in einigen Ländern häufig ein Unterschied zwischen den Angehörigen des engeren Vaterlandes und den übrigen deutschen Submit- \ tenten gemacht werde. Hierzu kommt noch, daß die meisten der bestehenden Submissions-Bedingungen so unvollkommen und von solcher Beschaffenheit sind, daß dieselben der Industrie zum Nachtheil gereichen und die letztere schwer darunter leidet. Dieser Zustand tritt noch schärfer bei allen nicht direct staatlichen Behörden, bei Städten und Privatbahnen, bei welchen ein regelrechtes Submissionsversahren oft gar nicht eingehalten wird, obgleich man ihm den äußeren Anstrich eines solchen verleihen will, zu Tage. Eine rühmliche Ausnahme hiervon machen die Submissions-Bedingungen des Königlich Preußischen Ministeriums für öffentliche Arbeiten. Der Königlich Preußische Staatsminister und Minister für öffentliche Arbeiten Herr Maybach Excellenz hat seit Jahren sich mit dem größten Erfolge mit dem Submissionswesen beschäftigt und Normativ-Bestimmungen aufgestellt, welche den Bedürfnissen und Verhältnissen der Industrie in durchaus zweckmäßiger Weise Rechnung tragen. Es dürfte daher der gesummten deutschen Industrie nur zum Vortheil gereichen und für deren gedeihliche Entwickelung von entscheidendem Einflüsse sein, wenn dieselben in allen Staaten des deutschen Vaterlandes zur Grundlage der Submissions-Bedingungen gemacht würden. Wäre diese Ausdehnung einmal für die staatlichen Ausschreibungen erfolgt, dann würden die übrigen Behörden, Corporationen rc. baldigst Nachfolgen müssen und auch ihrerseits die bei den staatlichen Behörden maßgebenden Normativ-Bestimmungen in Anwendung bringen. Amerika. Chicago, 19. August. Die irische Convention nahm zwei Resolutionen an, welche dem Principe der irischen Lokal-Regierung zustimmen und Gladstone für seine diesfälligen Bemühungen, sowie der Demokratie Englands, Schottlands und Wales' für ihre Unterstützung der Gladstone'schen Vorlagen danken. Der irische Deputirte Redmond hielt eine Rede, worin er den Gesühlen des Dankes für Gladstone, der Irland Gerechtigkeit widerfahren lassen wollte, Ausdruck gab und u. A. sagte: Die versöhnliche Politik sei nunmehr wieder verlassen; das ' irische Volk zeigte, daß es ein treuer Freund sein könne; es werde jetzt zeigen, daß es auch ein furchtbarer Feind sein könne. Die Politik Irlands werde künftig eine Politik des Kampfes sein, weil die Regierung Salisbury's die Politik der Zwangsmaßregeln wiederherstellen müsse. — In dem Processe gegen die Anarchisten, welche die Unruhen im Mar ,'.ri.rsachten, wurden sieben Angeklagte des Mordes für schuldig erklärt und M Tode verurtheilt. Einer erhielt eine 15jährige Gesängnißstrase. Das ' Publikum begrüßte das Urtheil sehr beifällig. zeigen. demg. !t sich letzt mann. ’eiling, suchte die Verkaufsräume der königlichen Porzellanmanufactur (Leipzigerstraße), be- W'V, sichtiate die im Zeughause aufgestellten für den Sultan von Zanzibar bestimmten 1 Uhr hatte der Unterstaatssecretär Graf Berchem Vortrag. Nachmittags kehrte der Kaiser nach Babelsberg zurück, wo er die Gesandten Schlözer und Lerchenfeld-Köscring empfangen wird! Gastein, 20. August. Der Kaiser von Oesterreich besuchte gestern Bismarck, in dessen Familie er eine Stunde verweilte. Wien, 20. August. In Triest sind seit gestern bis heute Mittag an der Cholera. 16 Personen erkrankt und 3 gestorben. Bern, 2,0. August. Anläßlich der drohenden Ausbreitung der Cholera in Oberitalien ließ der Bundesrath die üblichen cholerapolizeilichen Maßregeln sofort in Kraft treten, erneuerte die früheren Vorschriften für den Gotthardbahnverkehr, die Dampfschifffahrten des Luganersees und die Postfahrten und untersagte die Ein- und Durchfuhr von ungebeizten Häuten, ungewaschener Wolle, Hadern, alten Kleidern und Reisegepäck, ausgenommen solches Gepäck, das Reifende auf der Fahrt von Italien nach der Schweiz mitführen. Stockholm, 20. August. Der König von Portugal ist Vormittags angekommen und festlich empfangen worden. London, 20. August. Unterhaus. Flogusson erklärt, das Gerücht einer russischen Besetzung von Port Lazare sei unbestätigt. Giers habe am 25. Juli das Gerücht für unbegründet erklärt. Oconnor setzt die Adreßdebatte fort. — Bei der gestern Abend in Reath stattgehabten Versammlung der Con- serv^tiven sprach sich der Staatssecretär des Auswärtigen, Lord Jddesleigh, weiter dahin aus, daß die im Innern Englands zu losenden Fragen den Vorrang vor den auswärtigen haben sollten, jedoch hervorhob, daß auch die einheimischen Interessen nicht gebührend gefördert werden könnten, wenn nicht die auswärtigen Angelegenheiten ebenso wie die einheimischen nach vernünftigen Grundsätzen gehandhabt würden. Die Regierung müsse gleichzeitig die Interessen Englands fördern und auf die Interessen und Ansprüche der anderen Länder Rücksicht nehmen. Rom, 20. August. Im Arsenale von Castellamare bei Neapel brach heute in dem Baugerüste des Schiffes „Umberto" Feuer aus, welches den Hintertheil des Schiffes zerstörte. Der Schaden beträgt ungefähr 800,000 Frcs. Petersburg, 20. August. Die großen Manöver in hiesiger Umgegend, denen deutsche, österreichifche, englische, französische, schwedische, dänische und japanische Offi- ciere beiwohnen, begannen gestern und endigen Montag. Ihretwegen nahmen der Kaiser und die Kaiserin zeitweiligen Aufenthalt in Krasnojeselo. — Die „Neue Zeit" kündigt einen jüngst vom Kaiser vollzogenen Beschluß des Minister-ComitS's an, wonach die vsm Verkehrsministerium an die russischen Eisenbahn- Gesellschaften gestellten Forderungen, neue Tarife für den directen Auslandsoerkehr zur Bestätigung vorzulegen, sowie die Beschlüsse des obersten Eisenbahnraths in sämmtltchen Fragen des Bahnverkehrs mit dem Auslande als obligatorisch anzuerkennen sind. Konstantinopel, 20. August. Meldung des Reuter'schen Bureaus.j Die Berathungen der türkischen und bulgarischen Delegirten in Sofia wurden einstweilen ausgesetzt, wegen einer Meinungs-Verschiedenheit betreffs der Basis der Unterhandlungen. Die türkischen Delegirten erbaten von der Pforte weitere Instructionen, con- statirten dabei jedoch gleichzeitig, daß eine zu gütlicher Vereinigung geneigte Gesinnung unter den Delegirten obwalte. Montevideo, 20. August. Beide Kammern votiren eine Adresse an den Präsidenten, worin sie ihre Entrüstung über das Attentat ausdrücken. Anläßlich des Attentats wurden gegen 50e Personen verhaftet. tslyästs- \W: reamte, sitza arbeiten liefet sich eine t die Provinz Mr den pro- me$ über ganz oorragend bell übernehmen- wie and) von .rinarÄissen- n Landwirlhen allgemein E mlerch°lb,ahr hert dem L efr ision bei reger jen UM' "Ä her Provwz MMte m führt. Cua, er,s?-°'L ßroolrtN oder v* es jäT diene M AohMV1) 6 ® 5880.' W cleinftttje. ■tr m't Nb “"mietHen, Ahnung mit «einer LMtot- u oermiefhcn. berstraße 3. 1 nermiefben. rdanlage 6. er, zusammen nhösen 40, wänsärdem 1 per 1. Dc« vermiethen. ^d. «l. r mit Cabinet _9,j’arte_rre_ mit Cabinet üdanlage 3. rde, gute Ein- ■ Mühlhausen. itt Logis, infler) pr. »■ 3«. zu Letter. Lokale«. Gießen, 21. August. fStadtverordnetensitzung vom 19. August, Nachmittags 4 Uhr.j Anwesend die Herren Bürgermeister Bramm und Beigeordneter Keller, sowie die Herren Stadtverordneten Batst, Georgi, Dr. Gutfleisch, Hoch, Homberger, Kauf, Adolf Noll, August Noll, Petri, Scheel, Schopbach, Simon, Vogt und Wortmann. Die Prüfung der Rechnung der Löber'schen Stiftung pro 1885/86 hat keine Anstände ergeben und wird daher auch von der Versammlung gutgeheißen. Anläßlich der Feier des Sedantages wird, wie jedes Jahr, Blasen eines Choral vom Thurme und Beflaggung beantragt und beschlossen. Behufs Anschaffung von Schulbänken wird noch ein weiteres Modell von Schreiner in Herborn, welches für Frankfurt, Cöln und andere Städte geliefert wurde und sich im Preise billiger stellt, vorgeschlagen und vorgezeigt; es wird jedoch auf der Anschaffung des früher angenommenen Modells beharrt, auch eine probeweise Einführung des Schreiner'schen Modells abgelehnt. Einer Eingabe des Schulvorstandes, betr. die Anschaffung von Lernmitteln, insbesondere von Schulbüchern, wird auf Grund des Art. 26 des Volksschulgesetzes entsprochen. Der Antrag von Bewohnern der Schillerstraße um Pflasterung des Trottoirs wird abgelehnt. — lieber weiteren Ausbau der O stau läge wird der Antrag der Baudeputation gutgeheißen. Die von der Baudeputation beantragte Festsetzung von sogen. Richtungslaternen wird nach vorheriger Begutachtung des Beleuchtungs-Jnspectors angenommen. — Zur Beleuchtung des oberen Ntegelpfades wird die Aufstellung einer Laterne am Feuster'schen Hause beschlossen. Eine Offerte des Herrn Ad. Menges auf Lieferung von Wasser-Reservoirs für das neue Schlachthaus wird auf Antrag des Stadtbaumeisters angenommen. Die Intendantur der 21. Division ersucht die Vertretung der Stadt behufs Errichtung einer Feldbäckerei mährend der in der Nähe stattfindenden Manöver um Ueberlassuna 1) von Oswald's Garten, unseres einzigen mit Bäumen bewachfenen, zur Abhaltung der Jahrmärkte rc. dienenden Platzes, 2) des dahinter liegenden Holz- Bnreatt: Schulstraße 7. TTr™.....—winw-immmm Magazins zur Aufschichtung des nöthigen Brennmaterials und 3) des unteren Schul- lokales in der Neustadt zur Aufbewahrung des Mehles und Brodes während dieser Zeit. Die Feldbäckerei für sich beansprucht einen Raum von 130 Meter Länge und 50 Meter Breite, so daß also von genanntem Platze, außer der ringsum führenden Allee wohl wenig übrig blieb und die Abhaltung des in diese Zeit (den 15. September) fallenden Jahrmarktes in Frage stellte. Ferner noch in Betracht zu ziehende Unzuträglichkeiten, worunter in erster Linie die Ausdünstungen der Oefen in ihrer Wirkung auf die nächsten Bäume und die ganze umliegende Nachbarschaft, bei allenfalls etntretendem stürmischen Wetter erhöhte Feuergefährlichkeit und viele sonstige, nicht voraus zu ermessende Unzuträglichkeiteu veranlassen die Versammlung, dieses Gesuch abzulehnen; auch ist man der Ansicht, daß mangels eines anderen in der Nähe der Stadt gelegenen größeren Platzes der Trieb hierzu doch wohl am besten geeignet sein dürfte. Die Unterhaltung des Pflasters auf dem Brand vor dem jetzigen Kreisamtsgebäude wird wiederholt abgelehnt, da die Stadt nach einer früher erhaltenen Entscheidung zweifellos nicht hierzu verpflichtet sei. Die Controle des Gewichts der an die Stadt zu liefernden Kohlen wird auf Antrag der Baucommission dem Beleuchtungs-Jnspector G. Schwan übertragen. — Nöthige Reparaturen an der Thürmerwohnung, Anschaffung eines neuen Pumpenstockes an der Pumpe vor dem Gail'schen Hause in der Neustadt und Versetzung derselben, damit die Passanten durch die Bewegungen des Schwengels ferner nicht mehr belästigt oder gar gefährdet werden, finden ohne Weiteres die Genehmigung der Versammlung. Zum Schlüsse wird noch eine Eingabe an das Polizeiamt, das Baugesuch des H. Eiertänzer betreffend, gutgeheißen und verschiedene Kostendecreturen genehmigt. Schluß der öffentlichen Sitzung 5*/« Uhr. Gießen, 21. August. Gerichts - Assessor Brill ist mit der Vertretung der Amtsanwallsstelle der Großherzogl. Amtsgerichte Gießen, Lich und Hungen betraut worden. — Auf dem Obstmarkte wurden heute Morgen diverse Körbe mit unreifem Obst von Seiten der Polizei confiscirt.________________________________________________ Universität- - Chronik. — Gymnasialprofessor Dr. Sigm. Günther in Ansbach, der frühere freisinnige Reichtags'Abgeordnete in Nürnberg und Berlin V., ist als ordentlicher Professor der Erdkunde an die technische Hochschule zu München berufen worden, an die Stelle Natzel's, der nach Leipzig geht. Wie man sich erinnern wird, war die vor einiger Zeit erfolgte Wahl Günther's zum Director der Realschule zu Wiesbaden von der preußischen Negierung nicht bestätigt worden. — Nach 2jähriger Suspension ist die altrenommirte Burschenschaft „Brunsviga" in Göttingen zu neuem Leben erstanden, schreibt die „G. Z.". Damit bestehen jetzt drei Burschenschaften an der Hochschule. — Der außerordentliche Professor Dr. Emil Schrutka v. Recht en stamm zu Wien ist zum ordentlichen Professor des Cioilprocesses an der dortigen Universität ernannt. Darmstadt, 19. August. Zum Zweck der Herbstübungen wird das 2. Großh. Infanterie-Regiment Nr. 116 vom 31. August bis einschließlich 6. September d. I. in unserer Stadt Eantonnement beziehen. Der größere Theil der Mannschaft wird in der Jnfanterie-Caserne Aufnahme finden, während das Offiziercorps und uoch 344 Unteroffiziere und Gemeine, sowie 30 Pferde in der Stadt einquartirt werden sollen. (Tgbl.) Berlin, 16. August. Der Mörder Keller hat ein vollkommenes Geständniß abgelegt, daß er die Schiffling'schen Eheleute getödtet hat, er bestreitet jedoch energisch, das Motiv des Raubes gehabt zu haben, will vielmehr in augenblicklicher Aufwallung die That aus Rache verübt haben. Der Mörder macht äußerlich einen ziemlich harmlosen Eindruck und trägt große Gelassenheit zur Schau. Auch auf der ganzen Fahrt nach Berlin hat er mit den ihn begleitenden Polizeibeamten längere Gespräche über die That selbst geführt und sich ohne Weiteres zu derselben bekannt. Aber auch bei dieser Gelegenheit hat er behauptet, daß er von Schiffling schlecht behandelt worden sei und aus Aerger und Haß gegen seinen Brodherrn zu der That getrieben worden sei. Wie weit diese Behauptung richtig ist, wird die weitere Untersuchung ergeben. Auch über seine Lebensschicksale und die Art, wie er sich zu verbergen wußte, hat Keller mährend der Fahrt den Polizeibeamten eingehende Schilderungen gemacht. Danach hat er 14 Tage lang Stellung bei einem Obstpächter in der Gegend von Merseburg gehabt und ist dann vier Wochen bei einem Obstpächter in der Gegend von Wittenberg beschäftigt gewesen. Nach seiner Angabe rührt die bei ihm gefundene Pistole von seinem letzten Arbeitgeber her, welcher ihm dieselbe zum Verscheuchen der Vögel übergeben hatte. Zuletzt will er mit der Bahn bis Kohlfurt gefahren und zu Fuß sich dann bis in die Gegend von Breslau durchgeschlagen haben. Keller, der übrigens während der Fahrt einen ganz gesunden Appetit entwickelt und mehrere Schinkenstullen verzehrt hat, bestätigte die schon geschilderte Art seiner Verhaftung nach seiner Necognition durch einen Knaben, der ihn noch aus der Zeit kannte, als er als Knecht in jener Gegend diente. Es ist danach ein völliges Kesseltreiben auf ihn veranstaltet morden. Auf die Frage, ob er denn die zehn Gebote nicht kenne und nie die Kirche besucht habe, antwortete er, daß er seit seinem sechsten Jahre nicht mehr in der Kirche gewesen sei und von den Geboten keine Ahnung mehr habe. Heute ist dem Verhafteten u. A. auch das blutgefärbte Messer, mit welchem er die That vollbracht, vorgelegt worden und Keller hat ohne Weiteres zugestanden, daß dasselbe das Mordwerkzeug gewesen. — Landgerichtsrath Hollmann tritt übrigens zur Zeit einen Erholungsurlaub an und die weitere Handhabung der Untersuchung dürste zunächst an den Untersuchungsrichter Landgerichtsrath Pochhammer übergehen. Keller ist in Moabit in diejenige Zelle gebracht, die zur Aufnahme derartiger schwerer Verbrecher bestimmt ist und in welcher zuletzt Kowalski gesessen hat. Hannover, 16. August. Ein Dynamitdiebstahl im Bantorfer Bergwerk bei Hannover regt das Publikum zu lebhaften Erörterungen an. Die Ansicht, daß ein Attentat gegen das Bantorfer Bergwerk beabsichtigt werde, findet die wenigsten Vertreter. Viel allgemeiner ist die Annahme, daß Anarchisten den Diebstahl auf Anordnung ihrer Führer ausgeübt haben und der Sprengstoff schon unterwegs nach England, Belgien oder Holland war, als der Diebstahl entoeckt wurde. Am Freitag Abend hat Me Controle stattgefunden und ist alles in Ordnung gefunden morden. Am anderen Morgen Vzv Uhr fand ein Beamter eine Dynamitkiste im Vorkeller stehen und als er seinen Buck auf die Thür warf, war dieselbe erbrochen, ebenso die zweite zum Lager führende. Aus demselben waren zwei Kisten entwendet. Beide aus dem Bergwerk- berelch zu bringen, ist den Dieben wohl zu schwer geworden und so ließen sie eine vor dem Ausgange zuruck. Die andere trugen sie eine Strecke fort, öffneten dieselbe und uahmen -o Pfund Dynamit, sowie eine Hauptpatrone mit Zündschnur. Die Diebe sind über die Lagerung des Sprengstoffes nicht genau orientirt gewesen, was sich daraus ergibt, daß sie erst den Pulverkeller erbrochen haben, ohne aus demselben etwas zu entwenden. Der Verwaltung ist nachträglich aufgefallen, daß jüngst einige Arbeiter nur kurze Zelt blieben und ohne Ursache und Abmeldung wegblieben. Eine bei denselben sofort vorgenommene Haussuchung hat zu keinem Resultate geführt. Gestern .ledoch ist ein in Linden wohnender Arbeiter verhaftet worden, welcher vor kurzer Reit im Bantorfer Bergwerke in Arbeit getreten war und seit einigen Tagen vor Äus- suhrung des Diebstahls sich nicht wieder hat sehen lassen. Gegeil denselben sollen belastende Momente vorliegen. . u ~ In München ist ein von der Heidelberger Jubelfeier zurückkehrender „alter Herr plötzlich wahnsinnig geworden. Derselbe versuchte, mit einer Studentenmütze bedeckt beim Prinz-Regenten einzudringen. Als er abgewiesen worden war, tobte er am Odeonsplatz, entsprang aus dem Wagen, in den ihn ein Polizei-Commissar ausgenommen hatte, worauf ihn eine Anzahl Gensdarmen unter großem Volksauflauf verfolgten, einfingen und zur Polizei verbrachten. Als hier sein Irrsinn constatirt war. wurde er in die Irrenanstalt nach Giesing gebracht. . Bamberg, 19.August. Bei der Abfahrt des hiesigen 5. Infanterie-Regiments zu den Manovern stieg ein Soldat, um sich eine Cigarre zu holen, aus dem Wagen Hälfte einem eben vorbeifahrenden Rangirzug erfaßt und thatsächlich in zwei Metz, 16. August. Gestern fand programmmäßig die Schmückung der Kriegergräber bei Metz durch den hiesigen Kriegerverein und Turnverein statt. Dieselben hatten sich unabhängig von einander in verschiedene Touren eingetheilt, die in früher Morgenstunde per Wagen unternommen wurden. Der Kriegerverein ■ legte 60 massive und 1500 mit weißen Schleifen versehene Kränze auf die Gräber der gefallenen Helden nieder. Außerdem hat der Kriegerverein, dem zu diesem Zwecke aus Alldeutschland ziemliche Geldmittel zugeflossen sind, die im Lande befindlichen Kriegcrvereine in Novöant, Ars, Longeville, Diedenhofen, Bolchey, Forbach, Chakau-Salins und Bitsch in den Stand gesetzt, auch die dort befindlichen Kriegergräber geziemend zu schmücken. Der Turnverein legte aus eigenen Mitteln 700 und 30 zum Theil prachtvolle von auswärts eingesandte Kränze nieder. Nach gethanem Werk wurde in der Schlucht von Gravelotte, auf dem Weg nach der einst heißumstrittenen Ferme St. Hubert, Halt gemacht, woselbst sich bald auch die Bevölkerung von Gravelotte zugesellte und an rasch improvisirten Spielen Theil nahm. Welcher Contrast zwischen heute und jener Zeit! Die Verbrüderung ging so weit, daß die Gravelotter Schönen den Vorschlag machten, zwei Musikanten aus dem nächsten Dorfe zu holen, die zum ländlichen Tanze aufspielen sollten, ein Vorschlag, der wegen der vorgerückten Zeit nicht mehr zur Ausführung kommen konnte. — Ein grausiger Fall von Lynchjustiz wird aus dem polnischen Flecken Prishtssucha (Russisch-Polen) gemeldet. Dort hatte in der Nacht vom 27. zum 28. Juli ein Brand mehr als 120 Häuser vernichtet; drei Kinder und eine Frau kamen in den Flammen um, etwa 2000 Personen blieben ohne Obdach. Am anderen Tage brach in dem Nachbardorfe gleichfalls Feuer aus, welches 30 Häuser einäscherte. Die Bewohner bemerkten den Juden Woljanskij von dem Brandorte weglaufend und schlossen aus irgend einem Grunde auf eine von ihm verübte Brandstiftung. Um ihn zu schützen, wurde W. von der Polizei im Arresthause eingesperrt. Doch die erbitterte Volksmasse erbrach die Thür des Gefängnisses, holte den W. heraus, schleppte ihn, ungeachtet des Widerstandes der Dorfbehörde und Polizei, zur Brandstätte und warf ihn in die Flammen. Es gelang dem Unglücklichen dreimal, aus dem Feuerherde herauszuspringen, er wurde aber jedesmal von der Menge wieder in die Flammen zurückgestoßen, wo er umkam. Er hinterläßt eine große Familie. Vor etwa zwei Jahren soll er schon eine Brandstiftung verübt haben; er galt übrigens für schwachsinnig; nach anderer.Lesart soll er sogar nach der ersten Brandstiftung als irrsinnig dem Jrrenhause übergeben und von dort erst vor Kurzem entlassen sein. — (Vacante Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 11. Armec-Corps.j Cassel, Stadtrath der Residenz, ein Thurmwächter der St. Martinskirche, auf vierwöchentliche Kündigung, 900 JÄ jährlich, für Dienstwvhnung werden 10 Procent des Gehaltes in Abzug gebracht. — Eschwege, Stadtrath, Stadtkämmerer, vorerst auf Kündigung, 1650 JL. Gehalt jährlich. — Frankfurt a. M., städtisches Polizei- und Verkehrsamt, Nachtwachtmeister, auf vierteljährliche Kündigung, 1200 X jährlich. — Homberg (Bezirk Caffel), Postamt, Landbriefträger, auf Kündigung, 480 JL Gehalt und 72 JL Wohnungsgeldzuschuß. — Kirchhain (Kreis Hersfeld), Postagentur, Landbriefträger, auf Kündigung, 480 Gehalt und 60 JL Wohnungsgeldzufchuß. — Offenbach a. M., Postamt, Postpacketträger, auf oierwöchentliche Kündigung, 750 «X Gehalt und 180 JL. Wohnungsgeldzufchuß. — Ein interessantes Schulprogramm ist das der bekannten höheren Fachschule für Maschinenbau — des Technikum zu Mittweida (Sachsen), auf welches wir unsere Leser hierdurch aufmerksam gemacht haben wollen. Diese Schule bildet a) Maschinen-Jngenieure, b) Werkmeister vollständig aus und ist unsers Wissens unter allen ähnlichen Anstalten die älteste und besuchteste. Die gegenwärtige Jahresfrequenz beträgt 585 Besucher, von denen der jüngste 16, der älteste 38 Jahre zählt und 6 verheiratet sind. Vertreten sind Europa, Asien, Amerika, Afrika und Australien, so daß fast jeder Neueintretende Landsleute findet. Programm und alles' Nähere ist von dem Director Weitzel in Mittweida (Sachsen) zu haben. — g. Auszug aus den Standesamtsregisteru des Slandesamls GießkA. Aufgebote. August: 14. Johann Friedrich Kranz, Großh. Kreisbaumeister zu Friedberg, mit Emilie Neidhari zu Gießen. 14. Heinrich Müller, Nealgymnasiallehrer zu Gießen, mit Lina Liehr von Maulbach. 18. Jacob Formhals von Allendorf a. d. Lumda, Maurer dahier, mit Wilhelmine Karoline Reinhardt, geb. Stoll, Wittwe von Korbmacher Christian Reinhardt zu Gießen. 19. WicoIauS Rausch von Rebgeshain, Taglöhner dahier, mit Katharine Wagner von Roßbach. 20. Karl Friedrich Wilhelm Müller von Leubus, Bierbrauer dahier, mit Maria Schmitt von Albach. _ Ehefchtietzungeu. August:' 18. Dr. Friedrich Carl Wilhelm August Möller, practischer Arzt zu Heppenheim a. d. B. mit Margaretha Elisabetha Johanna Bertram von hier. 19. Ludwig Wilhelm Müller aus Wernersdorf, Feldwebel und Zahlmeister-Aspirant dahier, mit Anna Frank von hier. Geborene. August: 10. Dem Bureaudiener bei der Main-Weser-Bahn Heinrich Graf ein Sohn. 11. Dem Uhrmacher Wilhelm Böger eine Tochter, Johanna Georgine. 17. Dem Locomotivheizer bei der Main-Weser-Bahn Heinrich Amend ein Sohn, Wilhelm Bathasar. 18. Dem penfionirten Schaffner Konrad Kuhl ein Sohn, Alexander Konrad. 20. Dem Photograph Ludwig Orth eine Tochter. n Gestorbene. August: 14. Die Privatin Henriette Conradi, 77 Jahre alt. 16. Elisabethe Faulstich, geb. Mank, 61 Jahre alt, Wittwe des Landbriefträgers Heinrich Faulstich. 17. Ludwig Zörb, Lehrer, 29 Jahre alt. 17. Hermann Carl Konrad Lenninger, 7 Jahre alt, Sohn von Obertelegraphen-Assistent Michael Eduard Lenninger. 18. Louis Wilhelm Karl Walter, 10 Monate alt, Sohn von Installateur Peter Walter. 19. Anna Margarethe Elisabethe Otto, 1 Jahr alt, Sohn von Taglöhner Philipp Otto. Temperatur der Lahn, Am 21. August, zwischm 11 und 12 Uhr: Wasser W, Lust 21° R. im Schatten. L. Chr. Rübsamen. Auszug aus drn Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. ±, Den 15. August. Johann Christian Kraft, Schaffner dahier und Anna Katharine Fernau, ledige Tochter des verstorbenen Schmieds Heinrich Fernau in Ulfen. Denselben. Dr. Friedrich Karl Wilhelm August Möller, praktischer Arzt in Heppenheim an der Bergstraße und Margarethe Elisabeth Johanna Bertram, ledige Tochter des Locomotivführers Ludwig Bertram in Gießen. Denselben. Ludwig Wilhelm Müller, Zahlmeister-Aspirant in Gießen und Anna Frank, ledige Tochter des Bataillonstambours i. P. Karl Frank. Getaufte. Den 15. August. Dem Bauunternehmer Georg Koch ein Sohn, Richard Heinrich Otto Hermann, geboren den 28. Juli. y . Denselben. Dem Mechaniker Wilhelm Graf ein Sohn, Wilhelm Karl Adolf, geboren den 10. Ium. " Denselben. Dem Schneider Johannes Trank ein Sohn, Karl Louis Hermann, geboren den 1. Juni. y * Denselben. Dem Postschaffner Karl Schroeder eine Tochter, Bertha Dorothea, geboren den 24. Juni. ' * , 6. August. Dem Hautboist Hans Klaus Gringel ein Sohn, Leonhard Hermann Martin Max Ludwig, geboren den 24. Juli. Beerdigte. - . . Elisabeth Faulstich, geb. Mank, Wittwe des Landbriesträgers Heinrich Faulstich, alt 60 Jahre, gestorben den 16. August. 17 August 19' Ladung Zörb, Lehrer in Gießen, alt 29 Jahre, gestorben den _A t?cn n.0' August. Jost Müller, Maurer aus Odersbach, verheirathet, alt 70 Jahre, gestorben den 17. August. ' 2 '4 2 (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 48 (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte — (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 21 "H (4 f, ) Schwarzbrod 2. Sorte 42 (6 ) Schwarzbrod 2. Sorte 63 /-t 1 . prakt u. Bpeeialarzt für Hast-, Fräsen- n. Se- 8 IT ( -rPTl SCH . »chlechtskrankhelten (Syphilis)etc. Frankfurt a. M. 8Uft>tr. 22, fr. XieUt. Prof. Kicor#., *®ev. briefl. C9 Allgemeiner 1 2 1 2 3 1 2 3 HarrLeL rmd GeEehr. Gießen, 20. August. Der am 17. und 18. d. M. abgehaltene Viehmarkt war stark befahren und meistens von Vieh Vogelsberger Nace, welches gut genährt war. Es waren aufgetrieben: 1 Pferd, 1581 Stück Rindvieh und 372 Stück Schweine. Der Handel war lebhaft, welches sich am Tage vor dem Markte schon zeigte und wurden viele Käufe an Handelsleute aus Bayern abgeschlossen. Nächster Markt Dienstag den 31. August und Mittwoch den 1. September d. I. Gießen, 21. August- Auf dem heutigen Markt kostete. Butter per Vfund •A 0.70—0 85, Hühnereier pr. St- 5—6 Enteneier St- 6—0 Käse pt. St. 5—10 4fr, Käsematte 3—0 Erbsen pr. Liter 18 Linsen 30 Tauben per Paar 0,45 bi- 0,65 \ Hühner per Stück X 0.85—1.30, Hahnen pr. Stück X 0.45—1.00, Enten per Smck X 1.20—1.60, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 Kuh- und Rindfleisch 52—56 Schweinefleisch 54—60 Hammelfleisch 50—66 Kalbfleisch 46—50 Kartoffeln per 100 Kilo X 3.00—5.00, Mich per Liter 12—18 Zwiebeln per Centner X 4.00—5.00. 1 2 1 2 3 ;; (6 Pfd., _,._0________ bei L. Keil, L- Schneider, K- Haas, I. Lein 63 Brodpreise vom 22. August bis 5. September 1886. der Bäcker H 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27 3 Pfd.) Weißbrod .... 54 2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 24 4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 48 2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 21 4 Pfd.> Schwarzbrod 2. Sorte 42 >warzbrod 2. Sorte der Brodverkäufer 4 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27 ) .....54 ) Schwarzbrod 1. Sorte 24 Gießen, den 22. August 1886. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Kraemer- Bekanntmachung. Die Quartierträger der vom 5. bezw. 6. bis 17. Juli 1886 dahier einquartiert gewesenen Mannschaften des 2. Großherzoglich Hessischen Infanterie-Regiments (Großherzog) Nr. 116 (Landwehr-Uebungs-Bataillon) werden hierdurch ausgefordert, ihre Vergütungen binnen 4 Wochen vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an, an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag auf dem Bureau der Stadtkasse in Empfang zu nehmen, gegenfalls solche unter Abziehung einer Zustellungsgebühr von 10 H durch den Stadtkaffediener überbracht werden. 5989 Gießen, den 21. August 1886. Der Stadtrechner: , H. Enders. 9n brfle Kaffee Aeikgeöotenes. 5974 9 Hühner und 1 Hahn (reine Italiener), sowie 6 Paar sehr edl- Kropftauben sind umzugshalber billig zu verkaufen bei Lehrer Prätorins in Steinbach. wird erzielt, indem man bei der Bereitung desselben dem gemahlenen Bohnen-Kaffee ein kleines Quantum echten Feigen-Kaffee von Andre Hofer in Salzburg (Oesterreich) und Freilassing (Bayern) zusetzt. Ein Versuch bestätigt. Vorräthig in allen besseren Colonial- u. Delikateßwaarenhandlungen, in Gießen bei den Herren: Ferd. 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Programm zum Herzigstes Sllflnogsftsl des Turnvereins Giessen am 28. und 29. August in Stein1» Etablissement. Samstag den 2S. August: Commers in Steinl Saal. Anfang Abends 8 Uhr. Sonntag den 99. August t Morgens 6 Uhr: Weckiuf, „ 8 „ : Preiaturnen der Zöglinge des Vereins und Frühconcert. „ 11V2 n - Sitzung des Preisgerichts. Nachmitt. iy2 „ : Aufstellung des Festzugs in Oswald's Garten, Zug durch die Stadt nach dem Festplatz, Festrede, Vorführung von Freiübungen des Giessener Turnvereins, sodann Beginn des Freis- turnens der activen auswärtigen und hiesigen Turner. Hierauf Schau- fechten, bestehend in Schul- und Con- trafechten mit Floretts, Säbel und Schläger. Abends 9 Uhr: Aufführung eines grossen FackelreigenS. Preisvertheilung und Ball. Das Turnen besteht in a) Gerätheübungen an Reck, Barren und Pferd, b) volksthümliche Uebungen, Freiweit- und Stabhochsprung und Stemmen. Für das Fest ist die ganze Kapelle des 116. Inf.-Rgts. (40 Mann) unter Leitung des Grossherzogi. Musikdirektors Herrn Krausse engagirt. Ausserdem hat sich zur Verherrlichung des Festes ein <*esammtchor hiesiger Männergesangvereine gebildet und dürfte somit auch der musikalische Theil der Feier in jeder Beziehung würdig ausgefüllt werden. Mitglieder und deren Familienangehörigen (äusser erwachsenen Söhnen) sowie eingeladene Gäste haben freien Zutritt. Commers und Ball können nur von Mitgliedern und eingeladenen Gästen besucht werden. Nichtmitglieder können für den Sonntag durch Karten Eintritt erhallen und sind hierfür Familienkarten (für 5 Personen) zu Mk. 1.50, sowie Einzelkarten zu 40 Pfg. im Vorverkauf bei den Herren D. Heil (Lindenplatz), L. Lind (Kirchenplatz), C. Stieber (Marktstrasse), C. Schwaab (Seltersweg) und W. Muhl (Bahnhofstrasse) zu haben. An der Kasse werden nur Einzelkarten zu 50 Pfg. ausgegeben. 5964 Oer Vorstand; Wiener Hoff. 5976 Montag den 23. August: Abschieds-Concert ausgeflthrt von der Kapelle des 2. Großh. Hess. Inf.-Reg. Nr- 116* unter Leitung des Großh. Mufikdirectors Herrn C- Krauß e. Anfang 7 IThr. —- Entree 30 Pfg. 5970 yy • »f f ' Preisermäßigung der König!, dclg. Postdampftr Red Star Tinte in Antwerpen nach New-York Mk. 60. „ Philadelphia „ 30. durch den alleinigen Agenten Chr. Wallenfels. Kirchweihfest zu Heuchelheim. Sonntag den 22. August: 5990 T AMZ-MUSIK, wozu ergebenst einladet Wilhelm Steinmüller» Sonntag den 22. und Montag den 23. August: Mrchweihsest zu Vieseck mit Tanzmusik wozu ergebenst einladet 5968 J. Kauss. Danksagung Familie Lenninger. 5991 Für die vielen Beweise der aufrichtigen Theilnahme an dem schweren Verluste unseres innig geliebten Sohnes Carl sowie für die vielen Blumenspendungen bei dessen Beerdigung und tröstende Worte des Pfarrers Schlosser sprechen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank aus. Heute Sonntag -en 22. August, von 4 Uhr ab: Tanzunterhaltung bei Carl Rühl, Wirth, 5987 Neustadt. § Regenmantel | | 5„stutl,c Kleiderstoffe | § emW A. Docter, Seltersweg 57. | Sonntag den 22. und Montag den 23. August: HWfllfel ZU WM wozu ergebenst einladen 5973 Die Mirthe: Carl Dorfeld. Georg Dorfeld. Adam Ziegler. Wermietyungen. 5955 Ein schönes Logis zu vermiethen. C. Atzbach, neben der Actienbrauerei. 5953] Möbl. Zimmer, ev. mit Pension, zu vermiethen-_________Mäusburg 17. 5577 Ein freundliches, fein möblirtes Zimmer zu vermiethen. _______Robert Stuhl, Neustadt 21. 5979 In meinem neu erbauten Hanse Licherstraße 5, ist der mittlere Stock, 4 Zimmer mit Zubehör, zu vermiethen. ________________________I. Nickel. 5972 Ein kleines Familien-Logis zu vermiethen.__________Schützenstraße 19. 5980 Ein gut möblirtes Zimmer zu vermiethen.________________Neustadt 48. 5981 Mehrere Herren können Logis und Kost erhalten._________Neustadt 48. 5988 Ein großer Laden, nebst Wohnung und Zubehör, für Metzger geeignet, ist zu vermiethen. Näheres bei I. Thoma, Marktstraße 7. 5958 Zwei Mansarden-Wohnungen zu vermiethen. 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F. dem Dem Ä.( den Kaisertage mit Rücksicht a so wird sich do beabsichtigt wa 13. September 19. Septemde' In dies lager der I denen es den l gtWene fran Hrnirungslinien Frankreich abzu Krieger, und M rühm« und bebe morden. Ein en gleichzeitig drei' Kriege einen h Jubiläum feiert v. Dannenberg Letzterer wurde des Großkomthm Kronprinz üfcria Der gre Morgen des 18. Jettrat Mtz MWe sich ab. IWf 3« Karls N Met, the 5 etl beläuft (k Km sind, Qtt[ ?Uröen vom Gro' 81111 ®«, ant M “"hm?*“« «id ffi, knur d Ä SÄ 6 fei I« mJ®, feilt i * ies h9ebt^ eiCe” .lr»g htit .V®c Oftl 6,Ä «i