Kd« Setrtu E ^"loos^g nen daselbst bis p Glieder von bin iry sämmWe, dem :n Anhänger der Nachmittag 3 Uhr iligung die letzte 9051 Vorstand. ufe Südanlage 7 werem Leiden sanft h falt WiöAw« btt W TchroatzN tttbliebenen. ***•* lt>l£. __——■ \ J Air. 297 Grstes Blatt. Dienstag den 21. December 1886. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. W«ee««r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit «vßnahme befl MontagS. ^urch^die^Poft^b^ogen ^eÄjüchrl^ Aeutschkand. Darmstadt, 18. Decbr. Se. Königl. Hoheit der Grobherzog empfingen heute den Oberstlieutenant v. Chappuis, beauftragt mit der Führung des ersten Großh. Infanterie- (Leibgarde-) Regiments Nr. 115, den Oberstlieutenant a. D. Spohr von Gießen, den Oberstlieutenant z. D. Viesiell, Bezirks-Commandeur zu Bonn, den Major v. Nippold vom zweiten Garde-Feld-ArÜllerie-Regiment, den Rittmeister v. Scholl vom ersten Garde - Ulanen - Regiment, den Hauptmann v. Werner vom ersten Hannoverschen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 10, den Premierlieutenant Müller vom zweiten Grobh- Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116, den Premierlieutenant Frhrn. Röder v. Diersburg und den Sekond- lieutenant Grafen v. Schweinitz vom Großh. Feld-Actillerte-Regiment Nr. 25 (Großh. Artillerie-Corps), den Hoftheater-Director Münzer, den Kaufmann Fehrer, den Hofmusiker Kugler; zum Vortrag den Staatsminister Finger, den Geheimerath Dr. Becker. ' J Berlin, 18. December. Se. Majestät der Kaiser wohnte gestern der Vorstellung im Schausptelhause bei. Heute Vormittag nahm Allerhöchstoerselbe militärische Meldungen entgegen, arbeitete darauf mit dem Chef des Militärcabinets, v. Albedyll, und empfing Mittags im Beisein der Kaiserin die hier eingetroffene Großfürstin Katharine nebst Tochter. Nachmittags machte der Kaiser eine Spazierfahrt, wobei er der Großfürstin einen Gegenbesuch abstattete. Um 5 Uhr Nachmittags findet zu Ehren der Großfürstin ein größeres Diner statt. Berlin, 18. December. Heute Nachmittag 1 Uhr fand die feierliche Eröffnung des Museums für Völkerkunde in Gegenwart des Kronprinzen statt. Anwesend waren n. a. die Minister Puttkamer, Goßler, Maybach, Friedberg, Lucius, Staatssecretär Bismarck, Bundesbcoollmächtigte, Vertreter auswärtiger Staaten, der Polizeipräsident, der Oberbürgermeister v. Forckenbeck, Vertreter der Universität, der Kunst und Wissenschaft, darunter Professor Mommsen, Rholfs, Siemens, Menzel u. s. w. Um 1 Uhr erschien der Kronprinz mit der Kronprinzessin, vom Cultusminister und dem General- d irector Schöne empfangen, sodann Prinzessin Victoria, die Prinzen Wilhelm. Friedrich von Hohenzollern mit Gemahlin und der Erbprinz von Meiningen. Minister Goßler hielt die Eröffnungsrede, worin derselbe einen Ueberblick über die Entstehung und die Bedeutung der Sammlungen gab. Sodann ergriff der Kronprinz das Wort, um im Auftrage des Kaisers der Freude und Genugthuung über die glückliche Vollendung des Werkes Ausdruck zu geben und den allerhöchsten Dank allen Denen auszusprechen, welche an dem Werke mitgewirkl hatten. Der Kronprinz schloß mit dem Wunsche, daß die «neue Schöpfung jederzeit eine Stätte strenger, unbefangener, auf Wahrheit beruhender Pflege der Wissenschaft bleiben möge. Der Cultusminister schloß die Feier mit einem Hoch auf den Kaiser. Hierauf erfolgte der Rundgang der höchsten Herrschaften. Aus Anlaß der Feier ist der Generaldirector der Museen, Schöne, zum Wirkt. Geh. Ober - Regierungsrath und Professor Bastian zum Geh. Regierungsrath ernannt worden. — Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die von hiesigen Blättern gebrachten Wiener Mittheilungen über den Empfang der bulgarischen Deputation durch den Prinzen Reuß als apokryph und erfunden. Auch die umlaufenden Nachrichten über den hiesigen Empfang der Deputation seien falsch. Die Deputation werde als solche in Berlin überhaupt nicht ewpfangen werden, weder amtlich noch privatim; nur dürften die einzelnen Mitglieder der Deputation als Privatpersonen den einen oder andern Beamten des Auswärtigen Amtes besuchen, ohne daß letztere jedoch in einem solchen Falle das Auswärtige Amt vertreten. Holland. Haag, 18. December. Die zweite Kammer nahm ein Amendement zum Marine - Budget an, wonach der Bau dreier Torpedoboote abgelehnt wird. Der Minister erklärte das Amendement, sowie das Marine - Budget selbst für unannehmbar. Belgien. Brüssel, 18. December. Gutem Vernehmen nach werden über die Expedition unter Leitung Stanley's zur Aufsuchung Emin Bey's erst dann endglltige Beschlüsse gefaßt, wenn sich Junker, welcher am 19. September Ouyugi verließ und sich auf der Rückreise nach Europa befindet, über die Lage Emin Bey's näheren Bericht erstattet haben wird. Irankreich. Paris, 18. December. Die Deputirtenkammer hat die Vorlage über provisorische Bewilligung von zwei Zwölfteln des Einnahmebudgets in der vom Senat abgeänderten Fassung mit 486 gegen 13 Stimmen angenommen. Die Session wurde darauf geschlossen. England. London, 18. December. Dillon, Obrien, Harris, Sheehey und Redmond Crilli erhielten heute Vorladungen vor das Dubliner Polizeigericht. Sie erscheinen unter der Anklage, an einer ungesetzlichen Verschwörung betheiligt gewesen zu sein. Dublin, 18. December. In einer besonderen Ausgabe der „Amtlichen Zeitung" wird eine Proklamation veröffentlicht, worin die irische Agrarbewegung ein Feldzugsplan genannt, für eine ungesetzliche verbrecherische Verschwörung erklärt und angekündigt wird, daß alle Diejenigen, welche sich der Bewegung anschließen, sich gerichtlicher Verfolgung aussetzen, und daß das von den Theilnehmern an der Bewegung erhobene Geld oder Quittungen über Geldzahlungen von den Gerichtsbehörden confiscirt werden können. Reichstag. E. E. Berlin, 18. December 1886. Der Präsident v. Wedell-Piesdorf erklärt, er beabsichtige heute die letzte Sitzung vor Weihnachten abzuhalten und die nächstes auf den 7. Januar 1887 an- juberaumem (Rchsp.) ersucht um Anberaumung einer Sitzung auf Montag den 20. c., damit die Militärkommission noch ihre Berathungen beende. Abg. Richter (dfr.) constatirt, daß kein Mitglied der Commission Herrn v Köller zu diesem Verlangen beauftragt habe, überdies könne der Bericht über die Commissionsverhandlungen nicht vor Weihnachten erfolgen. Abg. Windthorst (Ctr.) meint, daß es sich gar nicht mehr um die Militärvorlage, sondern um die Auflösung des Reichstags und die Wahlen zu handeln scheine. Dann sei die Sache aber gar nicht eilig. Vor dem In- und Auslande constatire er, daß das Centrum der Regierung Alles bewilligen wollte; kein Mann fehle und kein Groschen. Mit keiner Silbe sei nachgewiesen worden, daß 3 Jahre nicht ausreichen. Aber auch die Frage, woher das Geld nehmen, müsse geprüft werden und diese Frage werde er in der zweiten Berathung sehr recht stellen. Die Verzögerung liege einfach an der späten Einberufung des Reichstages und daran, daß die Auferlegung so hoher Lasten eingehende Prüfung erfordere. Er sei auf die Auflösung vorbereitet und sehe ihr mit Ruhe entgegen. Der Aufruf sei schon fertig. Staatssecretär v. Bötticher: Die Regierungen und Se. Majestät der Kaiser werden sich zu einer Auflösung von keiner Weise drängen lassen; der Entschluß werde nach eigener Initiative und unter Prüfung der gegebenen Verhältnisse gefaßt werden. Die verbündeten Regierungen bedauern es lebhaft, daß die wichtige Frage nicht so zeitig zum Abschluß gebracht ist, daß die Verstärkung der Armee schon mit Beginn des neueren Etatsjahres hätte fertiggestellt werden können; lebhaft sei es zu bedauern, daß die in der Thronrede enthaltene Zuversicht, das Haus werde die Nothwendigkeit dieser Vorlage im Interesse der Sicherheit des Vaterlandes anerkennen, getäuscht worden sei. Die Regierungen hegen den dringenden Wunsch, die Vorlage recht bald zum Abschluß gebracht zu sehen. „ , Abg. Dr. M^arquardsen (natlib.) bittet die nächste Sitzung bald nach Neujahr anzuberaumen. , , a Abg. v. Helldorf (cons.) sieht gar keinen Zweck darin, die Commissionsverhandlungen noch länger hinzuziehen; das Plenum allein werde die Sache zum Abschluß bringen. , . Q Abg. Richter (dfr.) meint, daß die Conservativen nur des Lärms und eines rhetorischen Feuerwerks willen Widerstand leisten, im Innern hoffen sie auf eine Ablehnung ihres Verlangens. Der Kriegsminister hat in der Commission erklärt, daß auch beim jetzigen Stadium der Dinge die Neuformationen am 1. April k. I. in's Leben treten können. Die scharfen Erklärungen des Ministers v. Bötticher, welche sich gegen die Einigkeit des Reichstags wenden, bezeugen, daß es nach außen hin sehr friedlich aussehen müsse. x „ Minister v. Bötticher betont nochmals den Standpunkt der verbündeten Regierungen und rechnet die Tage vor, welche nothwendig werden würden, um die Vorlage fertig zu stellen. , . . Abg. Rickert (dfr.) verwahrt sich gegen diese Behandlung der Abgeordntten durch die Regierung wie die Schulknaben. Um die Abwendung einer augenblicklichen Gefahr -hele es sich nicht; eine Verzögerung der Fertigstellung trete durch die Vertagung abssut nicht ein. , Abg. Dr. Windthorst (Ctr.) erklärt, daß die Rücksichten auf die Finanzen es sind, welche für einen Theil der Vorlage nur die einjährige Bewilligung erforderlich gemacht habe. Abg. v. Helldorf widerstreitet, daß seine Freunde auf eine Auflösung hin- arbeitem^ d)ter (j>fr.) Betont, daß jedem Abgeordneten freie Entschließung überlassen bleiben müsse, an der Wünsche der verbündeten Regierungen und der Krone, wenn der Abgeordnete sich nicht diesen anschließen könne, nichts zu ändern vermögen. Hiermit ist die Geschäftsordnungsdebatte, die fast zwei Stunden gedauert hat, beendet. In der danach folgenden Etatsberathung wird die Forderung von 200,000 JL zur Hebung der Hochseefischerei bewilligt. c Gelegentlich eines darauf folgenden Antrages auf Vertagung der Sitzung bezweifelt der Abg. v. Köller (cons.) die Beschlußfähigkeit des Hauses, um durch den infolgedessen nöthig werdenden Namensaufruf feststellen zu lassen, welche Mitglieder heute gefehlt haben. t _ Der Namensaufruf ergiebt die Anwesenheit von nur 163 Mitgliedern; das Haus ist somit nicht beschlußfähig. Der Präsident beraumt infolgedessen die nächste Sitzung auf den 4. Januar 1887 an. Telegraphische Depeschen. Wokff's telegr. Corresporrdenz - Drrrrarr* Metz, 19. December. Das Hochwafser der Mosel hat einen sehr hohen Stand erreicht, zwischen Novöant und Siereck sind weite Thalstrecken überfluthet. Auch von der französischen Grenze wird fortwährendes Steigen des Flusses gemeldet. Konstantinopel, 19. Decemaer. Der Minister der Civillifte Agob Pascha ist zum Finanzminister, der bisherige Finanzminister Zihni Effendi ist zum Handelsminister, der bisherige Handelsminister Haki Pascha ist zum Präsidenten der Beamtencommission ernannt worden. Lokale-. Gießen, 20. December. (Schwurgericht). Die vorletzte Sitzung des Gerichts nahm den Samstag bis um 8 Uhr Abends, sowie den Sonntag bis 2 Uhr Mittags in Anspruch. Unter der Anklage der vorsätzlichen Brandstiftung steht der Müller Conrad Schreiner n. von Feldkrücken. Der Angeklagte ist Besitzer einer dicht beiFeldkrückeu gelegenen Schlag- und Schneidemühle, welche sich in einem sehr baufälligen, reparatur- bedürfttgen Zustande befindet. Der Angeklagte ist durch Leichffinn nach und nach in Vermögensrückgang gerathen, so daß ihn eine bedeutende Schuldenlast drückte, die ihn seit Jahren nicht aus den Händen der Executionsbeamten kommen ließ. Sein sämmtliches Vieh und seine Erndte war zwangsweise versteigert worden; Aussichten auf einttetende Besserung seiner Verhältnisse hatte er nicht, er ließ deßhalb alles gehen wie es wollte und sein Anwesen gerieth immer mehr in Verfall. Da er die ausgewachsenen Zinsen eines auf demselben ruhenden Kapitals auch nicht mehr decken konnte, so stand die Aufsteckung der Hofraithe und wohl auch seine demnächstige Ausweisung aus derselben zu erwarten. Die Hofraithe war in der Brandversicherung mit 7530 JL versichert. Am 11. August d. I. begab sich der Angeklagte des Abends gegen 8 Uhr mit seinem Fuhrwerk nach Frankfurt, um den dortigen Markt am anderen Tage zu besuchen, während seine Frau, wie sie das öfter zu thun pflegte, nach Stumpertenrod auf Arbeit ging und die 15 Jahre alte Tochter sich die Nacht über bei einer Freundin aufhielt. In derselben Nacht gegen Vsl2 Uhr gewahrte ein aus der Spinnstube heimkehrender Bursche, daß in der Schreiner'schen Besitzung Feuer ausgebrochen war, er machte alsbald Lärm im Dorfe und es gelang den Einwohnern nach längerem Bemühen des Feuers Herr zu. werden. Schreiner, welcher bereits auf der Rückreise von Frankfurt Kunde von dem Vorgefallenen erhielt, vermißte bei seinem Große Preise. ScharrspieLharrS. rungen zu bewältigen, sein Anschlag bei aller Kraft weich und gesangsvoll, sem Spiel stets, auch wo die schwierigsten Passagen dazwischenrollen, so musikalisch und melodisch, daß es eine Freude ist, ihm zuzuhören. Reicher Beifall lohnte ihn. Herr Oscar Zack hatte die zur Weberfeier bestimmte erste Abtherlung des Programms durch einen ebenso sinnigen wie gemüthvollen Prolog eingelettet, der den Genius des Jubllaren feierte und dabei in interessanter Weise auch auf das Textliche seiner Opern einging. Daß er ihn schön gesprochen, ist eigentlich bei ihm selbstverständlich. Sein weiches, sympathisches Organ befähigt ihn vor allem zum Deklamator. Unser Orchester, das diesmal ganz besondere technische Schwierigkeiten in Webers Ouvertüren zu überwinden hatte, spielte vorzüglich. Es war überhaupt ein erfreulicher Zug in dem Ganzen zu bemerken und, als noch zum Schluß die Jubelouverture mit der Nationalhymne durch den Saal brauste, war der reich gemessene Beifall gerecht und wohlverdient. Der verehrte Eoncertoorstand wie Dirigent verdient drum vollen Dank für die gestrige Aufführung. Sie war das schönste Weihnachtsgeschenk für dre musikalische Welt Gießen's. Gieße«, 20. Deccmber. Die Rudergesellschaft hat nunmehr über die projectirten Winterfestlichkeiten definitiven Beschluß gefaßt und wird dieselbe am 1. Weihnachtsfeiertage einen Familten-Abend mit Christbescheerung bezw. Verloosung im Saale des Hötel Einhorn abhalten. Zur Feier ihres zehnjährigen Bestehens find größere Festlichkeiten, bestehend aus Concert, lebenden Bildern, theatralischen Aufführungen, Ball rc. in Aussicht genommen und werden dieselben am 8. Januar in Stein's Saardau stattfinden. Dienstag den 21. December geschlossen. , Mittwoch den 22. December: Das Recht der Frau. Unter vier Augen. Große Donnerstag den 23. December: Für den ausgefallenen Dienstag (den 21. d. M.) Maria Stuart. Große Preise. Freitag den 24. December geschloßen. . . . - . Samstag dm 25. December: Sromont junior. Riesler senior. Große Preise'Sonntag den^26. December: Der schwarze Schleier. Große Preise. ^^Montag den 27. December. Der Hüttenbesitzer. Große Preise. Anfang 7 Uhr. _ A nkunft in seiner Behausung seine und seiner Frau Kleider sowie sein Jagdgewehr, i B ei der eingeleiteten Untersuchung stellte sich nun heraus, daß das Feuer an 2 Stellen ausgebrochen und durch größere Mengen Flachs, welche an Orten nredergelegt waren, welche gewöhnlich nicht zum,Aufbewahren desselben benutzt werden, Nahrung erhalten ? hatte °tm ßaufe der Untersuchung fand man, daß verschiedene Stellen de^ Hauses, Las G°bM und die Dachsparren^der Scheuer und der M-hlkast-n in der Müh e mit ; «räßeren Quantitäten Petroleum oder I°nstigem Oel getränkt waren; auch em Gebund Stroh unter der Treppe hingelegt war; offensichtlich um dem umstchgreifenden Feuer I neue Nahrung zu^geben.^^^ ^erschast und st-M di-Sache si> dar, als sei l während seiner Abwesenheit in die Mühle eingebrochen, dre Kleider und Flinte gestohlen 1 und das Haus in Brand gesteckt worden. Die abhanden gekommenen Gegenstände 1 wurden später zufällig durch einen Knaben m dem m der Nahe von ^eldkrucken i Lelegenen Walddistricte Poppenstruth gefunden. Für die Auffassung des Angeklagten haben sich nicht die geringsten Beweise ergeben; es ist vielmehr eher anzunehmen, daß i er selbst die That verübt, insbesondere wenn man erwägt, m welcher gedruckten Lage sich Schreiner befand und wie er sich durch die ihm, durch das Abbrennen zu theil ; werdende Entschädigung auf einige Zeit helfen konnte und weiter, daß er stetsZeinen ■; Vorrath von Petroleum im Hause hatte, eine Täterschaft durch einen Dritten aus- , geschlossen erscheint, da beim Erscheinen der Löschmannschaften das Haus wohl ver- ] schlossen gefunden ward, so wie es Schreiner beim Wegfahren verlaßen hatte • Schreiner hat bereits vor drei Jahren wegen Brandstiftung in Untersuchung ■ gestanden, wurde jedoch wegen mangelnder Beweise außer Verfolgung gesetzt. Die ■ Geschworenen bejahten die ihnen vorgelegte Schuldfrage und wurde Angeklagter in eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr 6 Monaten verurtheilt. Gießen, 19. December. In den Räumen der höheren Mädchenschule sand heute die Christbescheerung des Herrn Curschmann statt. Derselbe wiederholte in diesem Jahre sem edles Werk zum sieben und dreißigsten Male, und es konnten 176 Kinder, fast ausschließlich Mädchen, meist nut neuen I Kleidern bedacht werden. Wahrlich, es ist eine Riesenarbeit, welche Herr Curschmann mit seinen Schülerinnen in wenigen Wochen beendigte. Es gebührt demselben dafür der tiefgefühlteste Dank, welchen wir im Namen der Bescheerten hiermit offent- I lid) °"swrechm^chmE hat sich in ben Herzen der Bescheerten ein dauerndes Denkmal gesetzt. Möge es ihm vergönnt sein, das edle und humane Werk noch eme I Reihe von Jahren fortzusetzen! , — Gießen, 20. December- Die Weihnachtsferien der höheren Schulen beginnen I am Donnerstag den 23. d- M- und dauern bis zum Mittwoch den 5. Januar- — Eine in vielen Kreisen der hiesigen Bevölkerung stets mit Freuden begrüßte I Feier hat gestern Abend eine große Menge von allerlei Volk, reich und arm, hoch und niedrig alt und vor allem — jung in der städtischen Turnhalle vereinigt. Wir meinen die Christbescheerung der Kleinkinderbewahranstalt. Es war eine herzerquickende Stunde, die man da verlebte. Für 225 Kinder war der Weihnachtstisch gedeckt- Wie fröhlich klangen ihre Lieder, wie frisch ihre Spruche, wie klar ihre Antworten; welch ein Sonnenschein lag auf den oielenhundert Klnderaugen, I dazu neben den schönen, die Heiterkeit erregenden Spielen das Wesentlichste nicht ver- I »essen, der weihevolle Hinweis auf den Heiland der Menschen, von dem alle Liebe kommt und dem die Lieder galten- Dabei die musterhafte Ordnung, kurz - eine Volks-Kinderbescheerung, ein Volks-Christfest, wie es kaum schöner sein kann. In der That, alle diefemgen Personen, Vereine, Anstalten und sonstige I Korporationen, die der Kleinkinderschule ihre Unterstützung gewahren, haben sich hier I überzeugen können, welch' ein Segen auf ihren Gaben ruht- Und wie viel Muhe, An- I strengung und Geduld, wie viel selbstoerleugnende Hingabe gehört dazu, um eme solche I Kinderschaar nicht nur an diesem Abend, sondern alle Tage leiten, pflegen und erziehen I ui können. Die Gewißheit hat wohl ein Jeder gehabt: die. Anstalt ist, zumal in I ihrer jetzigen Organisation, eine wahre Wohlthat für unsere ganze Gemeinde, und die Hunderten von Kindern sind bei unseren, mit un- I ermüdlichem Fleiße, Treue und Umsicht arbeitenden hochgeschätzten Nonnenweier Diakonissen in den allerbesten Händen. Mögen der Anstalt I nur immer die alten Freunde treu bleiben und mögen noch recht viele neue hin- I Lukommen, der Vergangenheit zum Danke, der Zukunft zum Segen. Gießen, 20. December. [Concert] Die Aufführungen des hiesigen Concert- I Vereins sind recht eigentlich die Glanzpunkte im gesellschastlichen Leben unterer Stadt. Die hohen, künstlerischen Genüsse, die uns das scheidende Jahr ui Jo reicher, uner- I vmrteter Fülle hat zu Theil werden lassen, haben durch das gestrige Concert einen I Würdigen, weihevollen Abschluß gefunden. Die Weberfeier verlieh ihm noch einen besonders feierlichen Charakter, und war der erste Theil des Programms nur aus Werken des Jnbilaren zusammengesetzt. . Fräulein Spies, die ein glücklicher Zufall uns seit langer Zeit wieder einmal rugeführt, hat in glänzender Weise ihren weitverbreiteten Ruf gerechtfertigt Ihre metallreiche, weiche und doch klangvolle, sympathische Stimme, ihre tadellose Aussprache, ihre ausgezeichnete technische Schulung bei tiefer Durchgeisttgung des Inhalts stellt sie | ebenbürtig an die Seite der Amalie Joachim. Vielleicht hat sie gerade von die er es gelernt, das Tonliche im Lied nicht in der meist Virtuosenhaft betriebenen Manier hervortreten zu lassen; ihr ganzes Bestreben war darauf gerichtet, alles Einzelne so zu mäßigen, daß es sich zu einem reinen, ungetrübt harmonischen Gesammtemdruck vereinigte. In keiner Weise ließ sie den Umfang oder die Kraft ihrer Stimme zum Schaden des Schönen hervortreten, und gerade dies Maßvolle mochte ich ihr besonders hochanschlagen und als einen wichtigen Schritt in ihrer Entwickelung bezeichnen. Wollte ich mich auf die Besprechung her einzelnen Gesangsnummern emlassen, ich könnte nur wiederholen, was schon Hanslick und hundert Andere gesagt haben, so verschieden ihr Charakter, so streng war er bei jedem einzelnen gewahrt. Der ^ubel der Zuhörer war darum ein wahlberechtigter und, als die Künstlerin, die schon Lieder wiederholt hatte, noch Beethoven's „Ich liebe Dich" am Schlüsse zugab^ erreichte der Enthusiasmus seine Maximalhöhe. — Herr Dr. Carl Walter hatte die Begleitung der Lieder übernommen. — - Herr Laz. Uzielli hatte neben der gefeierten Sängerin einen schweren Stand; doch löste er sowohl in den Solostücken, wie in Weber's Concertstuck seine Aufgaben in glänzender Weise. Vielleicht erschien gerade bei letzterem Manchem sem Spiel zu bescheiden und einfach, doch möchte ich ihm eben diese Art des Vortrags hoch anrechnen. Die Mehrzahl der Klavierspieler treibt heutzutage nach dieser Seite hin einen derartigen Mißbrauch, daß ich mich immer wieder freue, diesen Solisten zu Horen. Seine Technik ist sauber bis in's Detail ausgefeilt und groß genug, um alle Ansorde- und Berketzr. Grünberg, 18. December. (Frachtpreise.) Weizen JL 16.90, Korn JL 13 30, Gerste 13.20, Hafer M 11.10, Erbsen 13.80, Linsen v4L 00.00, Lein JL 00.00, Samen 00.00, Kartoffeln JL 0.00, Wicken 00.00 Frankfurt, 18. December. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter JL 5.00-5.50, das Gescheid 8-10 H, Eier das Hundert JL ^40—9.50, das St. 6-10 H, Butter im Großen^ 90-00-92.00, im Detail das Pfund 1.10 bis 1.30, Weißkraut per Stück 16-20 H, Rothkraut per Stück 20—30 H, Kohlrabi per Stück 3-4 H, Ochsenfleisch per Vfund 45-70 H, Kuh-u. Rindfleisch 4o-60 Kalbfleisch 40-65 H, Schweinefleisch 65-75 H, Hammelfleisch 50-70 ^,1 Hahn 0.70—1.80, 1 Huhn JL 1.00—2.50, 1 Ente Jü 2.00-3.00, Gans Pfund 4a—6o 1 Taube 40-60 H, Welsche JL 5.00—12-00. Repertoir der vereimgten Stadttheater zu Frankfurt a. M. Opernhaus. Dienstag den 21. December: Abu Hassan. Preciosa. Mittelpreise. Mittwoch den 22. December: Einmaliges Gastspiel des Herrn Emil Götze. Margarethe. (Faust: Herr Götze.) Außer Abonnement. Erhöhte Preise. Donnerstag den 23. December: Mignon. Große Preise. Freitag den 24. December, Nachmittags 3Vz Uhr: Zum ersten Male: Sneewittchen. Weihnachtsmärchen von Görner. Außer Abonnement. Ermäßigte Preise. Samstag den 25. December, Nachmittags 3V2 Uhr: Zum ersten Male wiederholt: Sneewittchen- Ermäßigte Preise. Abends7Uhr: Linda von Chamounix. Wiener Walzer. Große Preise. Sonntag den 26. December, Nachmittags 3Vs Uhr: Sneewittchen. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Carmen. Große Preise. Montag den 27. December, Nachmittags3V2Uhr: Sneewittchen. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Trompeter von Säkkingen. Außer Abonnement. Wer zweckmässig amionciren will, d. h. seine Anzeigen in effectvoller Form durch die für den jeweiligen Zweck erfolgreichsten Blätter zu verbreiten beabsichtigt, wende sich an die allgemein bekannte, leistungsfähigste Annoncen» Expedition von Frankfurt a/M., Rossmarkt 3. 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Zum Schutz gegen die zahlreichen Nachahmungen ^hrtjede Büchse die Unterschrift des Erfinders Henri J¥estl6. 21 Verkauf in allen Apotheken und Drogen-Handlungen. im Kleinkinder-Bewahranftalt. Nachdem gestern die Christbescheeruug für die 225 Kinder unserer Anstalt unter außerordentlich zahlreicher freundlicher Betheiligung der Einwohner Gießens in der Turnhalle stattgefunden hat, ist es heute unsere angenehme Pflicht, den herzlichsten Dank Allen auszusprechen, die uns zur Ausführung der Bescheerung freundlichst unterstützt haben. Insbesondere danken wir den Herren Besitzer und Nedacteur des „Gießener Anzeigers" für die unentgeltliche Aufnahme aller unserer Annoncen für die Christbe- scheerung, sowie das ganze Jahr hindurch, wodurch uns eine sehr bedeutende Unterstützung gewährt wurde. Wir danken Herrn Bürgermeister Bramm für die Ueberlassung der Turnhalle und eines Christbaumes zu unserer Feier. Wir danken der Freimaurer-Loge, dem Concertverein und dem Turnverein für die Ueberlassung von Stühlen, Bänken und Tischen. Wir danken dem Polizeiamt und den Schutzmännern, die durch freundliche Handhabung der Ordnung zur Sicherung des dichtgedrängten Publikums mitwirkten. Wir danken auch Allen, die durch ihre Betheiligung an unserer Feier ihr Interesse für unsere Anstalt bekundet und dieselbe unterstützt haben. Ganz besonders danken wir endlich Allen Denen, die durch chre Gaben an Geld, an Bekleidungsgegenständen, Kleiderstoffen, Confekte u. s. w., sowie durch freundliche Handarbeit, besonders Stricken von Strümpfen, es uns ermöglichten, daß wir unseren Anstaltskindern eine große Freude und deren Eltern eine bedeutende Unterstützung und Wohlthat bereiteten. Wir haben diesmal für die besonders vielen Kinder auch besonders viele und große Gaben, hauptsächlich an Geld, empfangen. Wir empfingen nämlich an letzterem durch Fräulein Bansa 118 A, durch Frau Bürgermeister Bramm 116,50 A, durch Frau Dr. Brüel 43 A, durch Frau Amtsrichter Gebhardt 37,60 A, durch Frau Pfarrer Köster 19 A, durch Fräulein Langermann 54,50 A, durch Frau Pfarrer Naumann 125 A, durch Fräulein Wortmann 20,50 A, durch die Schwestern unserer Anstalt 75,70 A\ außerdem als gesammelt von den Mädchen ihrer Schulklassen durch Fräulein Koch 77,70 A und durch Fräulein Müller 14,90 A Möge die unserer Anstalt und deren Kindern so reichlich bewiesene Liebe und Hilfe auch fernerhin, Gebern und Nehmern zum Segen, uns erhalten bleiben! Gießen, den 20. December 1886. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt: Dr. Naumann. Empfehle mein enormes Lager 9109 selbstgefertigter Regenschirme welche sich bekanntlich als die dauerhaftesten bewahren. Ich verkaufe ohne Zweifel billiger als alle Konkurrenz, indem ich mir durch Ersparung des Arbeitslohnes die Schirme bedeutend billiger herstelle. Schirmfabrik M. LCVl Seltersweg 25. Nicht zu übersehen. Den verehrlichen Herrschaften Gießens und Umgegend diene zur Nachricht, daß ich neben meinen weiblichen Dienstboten auch männliche jeder Branche vermittele. Bitte die geehrten Herrschaften sowie auch Dienstsuchende bei Bedarf sich zu wenden an das Vermiethung-Büreau von? 9101 F» MfiBBer, Wwengasse. Fostkeller. Heute Abend: 8173 Bayrische Leberknödel mit Sauerkraut u. Erbsenpuree. 9100 Zwei tüchtige Pferdeburschen aus achtbarer Familie und mit guten Zeugnissen suchen Stellen auf Weihnachten oder auch später. Näheres auf dem Vermieth - Bureau F. Müller, Löwengasse. Stein’s Garten. Dienstag, den 21. December: VI. und letztes Abonnements-Concert. 2. Theil: R« Wagner. 3. Theil: €. ML von Weber. Anfang V2$ Uhr. Entree 50 Pfg. 9086 Kransse, Großh. Musikdirector. Es wird gebeten, die Billets an der Casse abzugeben. Weihnaclits- Ausstellung in Kinder-Spielwaaren von 8532 J. II. Fuhr, Sonnenstrasse 25. 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