>' Band- »■ folgen, fi * B 'den M lle Iffe ken aller *» Wand $ iiisern in ® tlting. 1 Nercene- ’ c Billig- a ^eichniß ® ähseide. coul. Nr 68 Erstes Blatt. Sonntag den 21. März L88G M y W g UW W W W W7 U JSL M , W W *3L w7 WWW w U C5/ " t*!•()> *jJ* * Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ******' «ch-"-r°r«7. Nch-int WM mit W8 »-«»««». Urch^dt°NW^ «w' nÄT Amtlicher Hßeik. Gefunden: 1 Hundehalsband. Zugeflogen: 1 Kanarienvogl- Gießen, am 20. März 1886. Großherzogliches Prlizeiamt Gießen. Fresenius. AeutMand. ][ Darrrrstadt, 19. März. Den neuesten telegraphischen Nachrichten zufolge ist Se. König!. Hoheit der Großherzog mit der Prinzessin Irene gestern Mittag von Petersburg abgereist, um über Berlin nach Darmstadt zurückzukehren. Da nun der fahrplanmäßige Zug, den Se. Königl. Hoheit benutzt, morgen früh in Berlin eintrifft, die Ankunft aber des Großherzogs in seiner Restdenz hier am Sonntag früh erwartet wird, so wird sich der Aufenthalt des Großherzogs und der Prinzessin Irene am Berliner Hose auf einen Tag beschränken. Heute Nachmittag 5 Uhr ist auch der Erbgroßherzog in Begleitung seines militärischen Gouverneurs, Hauptmann v. Schwarzkoppen, zu einem Besuch der Kronprinzlichen Familie nach Berlin abgereist, wo er mit dem Großherzog und der Prinzessin Irene zusammentrifft. Am Samstag Abend reisen dann die Herrschaften zusammen nach Darmstadt zurück. — Prinz und Prinzessin Ludwig von Battenberg beabsichtigen im Laufe des nächsten Mo- nats, nach einem längeren Aufenthalt in der Heimath, nach England zurückzulehren, wr sich der Prinz auf's Neue dem Seedienst widmen wird. Gleich den Prinzen des preußischen Königshauses hat auch Prinz Ludwig von Battenberg ein bürgerliches Handwerk erlernt: er ist ein perfecter Schriftsetzer. Augen- dlicklich setzt und druckt derselbe im väterlichen Palais ein Werk seiner Schwester Marie, Gräfin zu Erbach-Schönberg, welches die hohe Dame über ihre Reise in Bulgarien versaßt hat. England. London, le). März. Zm Unterhaus erwiderte Gladstone auf eine Anfrage, das evang. Bisthum in Jerusalem sei noch nicht wieder besetzt. Die Reihe der Besetzung sei an Kaiser Wilhelm. Derselbe wünschte jedoch eine Modificirung oder gänzliche Aufhebung des Abkommens von 1841. Der Erzbischof von Canterbury hätte sich für Aufhebung ausgesprochen, es sei aber noch keine Entscheidung darüber erfolgt, wodurch das Abkommen ersetzt werden solle. Gladstone bemerkte ferner, er hoffe in nächster Woche einen Tag für die Erklärung über die irische Politik der Regierung angeben zu können. Die umlaufenden bezüglichen Gerüchte anlangcnd, möchte er daran erinnern, daß die Wahrheit ohne Treubruch nicht mittheilbar sei; er möchte betreffs der Gerüchte daher nur Zurückhaltung, wie er sagen möchte: eine gesunde Skeptik anempsehlen. Das Unterhaus verwarf alsdann mit 115 gegen 109 Stimmen den von Gladstone als unpraktisch bekämpften Antrag Richard's, der besagt, daß es ungerecht und unzweckmäßig sei, ohne Genehmigung des Parlaments Krieg zu erklären, Verträge zu schließen und Gebiete zu annectiren. — Das Oberhaus nahm mit 76 gegen 62 Stimmen den Antrag Thur- low's, die Londoner Museen an Sonntagen für die Besucher zu öffnen, an. — Unterhaus. Der Seeretär der Admiralität, Hibbert, theilte bei der fortgesetzten Berathung des Marine-Budgets mit, daß gegenwärtig 103 verschiedene Schiffe im Bau begriffen seien, darunter 20 gepanzerte und 54 Torpedoboote. Die Kosten für dieselben betrügen im Ganzen 13,100,000 Psd. St. Vorläufig seien keine weiteren neuen Schiffe in Aussicht genommen. Die Position „Löhnung" wurde nach mehrstündiger Debatte mit 2,900,000 Psd. Sterl. angenommen. London, 19. März. Die amtliche „Gazette" macht bekannt, daß auf Grund der englisch-deutschen Packetpost-Convention mittelst Abkommen mit der Schweiz die Packetpost-Verbindung von und nach der Schweiz via Deutschland vom 1. April er. ab hergestellt wird. Ausland. Petersburg, 19. März. Ein Circular des Ministers des Innern weist die Gouverneure an, darauf zu achten, daß auch bei den Beerdigungen Andersgläubiger — Protestanten wie Katholiken — keine Kränze und andere Zeichen ohne kirchliche oder osficiell Zaatliche Bedeutung angewendet werden dürfen. Reichstag. E. B. Berlin, 19. März 1886. Vor Eintritt in die Tagesordnung verlas Abg. Rickert einige Briefe aus dem Wahlkreise des verstorbenen Abg. Hüter, wonach die Vorsteher verschiedener Wahl- comitäs und Gastwirthe des Hüter'schen Wahlkreises die vom Abg. Graf Behr erhobene Behauptung als unrichtig erklären. Abg. Graf Behr bemerkt, daß er gegen die Ehrenhaftigkeit des Verstorbenen einen Vorwurf nicht habe erheben wollen und spricht sein Bedauern aus, seiner Zeit die, wie er sich nun überzeuge, unrichtigen Aeußerungen gemacht zu haben. Es folgt die dritte Berathung des Entwurfs, betreffend die Erhebung einer Schifffahrtsabgabe auf der Unterweser. Abg. Windthorst und Abg. Gebhardt machten auf die Nachtheile aufmerksam, welche, den Plätzen unterhalb Bremens aus der Wesercorrection erwachsen würden. Abg. Barth (dft.) bezweifelte, daß eine dauernde Benachtheiligung der Plätze an der Untcrweser eintreten werde. Die Vorlage gelangte danach definitiv utr Annahme. Es wurde dann die zweite Berathung der Zuckersteuervorlage fortgesetzt. Abg. Gehlert (Reichsp.) polemisirte mit großer Schärfe gegen die Rohmaterial- steuer und das System der Exportprämie, die allein den Engländern Dorthell gebracht hätte. Abg. Graf Hacke (liberal) bedauert, daß die Regierung nicht weiter entgegen- kommen wolle; die Melassebesteuerung sei schwierig, aber keineswegs unmöglich. Abg. Müller (Sangerhausen) will der Melassebesteuerung noch Gewinn lassen; die Exportprämie dürfe nicht beseitigt werden, weil das Ausland solche nach deutschem Muster eingerichtet habe. Geh. Reg.-Rath Boccius wiederholt, daß die Vorschläge der Commission mit einer Melassesteuer für die verbündeten Regierungen unannehmbar seien. Abg. Pfaffe rott (Etr.) empfiehlt die Herabsetzung der Materialstener ix Verbindung mit einer Eonsumsteuer. Abg. Trimborn (Etr.) hält die Regierungsvorlage für den zur Zeit annehmbarsten Vorschlag. Die Debatte wird geschlossen. In der Abstimmung werden alle Abänderungsvorschläge, desgleichen aber auch die Paragraphen 1 und 2 der Regierungsvorlage abgclehnt. (Große Heiterkeit.) Nächste Sitzung Samstag den 20. März. Telegraphische Depeschen. ®oHP8 teleg«. rorrespoudenz - Bureau. Berlin, 19. Marz. Das Abgeordnetenhaus erledigte in heutiger Sitzung ausschließlich Petitionen fast durchweg nach den Anträgen der Commission. Die Petition des Schänkers Filpiak in Posen wegen Zulassung seiner Kinder zum polnischen Sprach- uute-cricht wurde, entgegen dem Antrag der Commission. dieselbe der Staatsregierung zur nochmaligen Erwägung zu überweisen, durch Uebergang zur Tagesordnung beseitigt. — Morgen dritte Etatslesüng. — Die Commission des Abgeordnetenhauses für Beförderung der deutschen Ansiedelungen in den -Ostprovinzen erledigte die 2. Lesung unter Annahme mehrerer Aenderungen, namenckich betreffs der Rentengüter, welche Wehr, Enneccerus und Rauchhaupt gemeinschaftlich gegenüber den Beschlüssen der ersten Lesung beantragt hatten. Kantak erklärte Namens der polnischen Commissionsmitglieder, das Gesetz involvire eine Verfassungsverletzung, weßhalb dieselben ihr Mandat zur Commission nicdcr- gelegt hätten. — Die Reichstagscommission zur Vorberathung der Officierspensionsnovellc beende'' die erste Lesung des Moltke'schcn Gesetzesantrags und stimmte den Amendements Manteuffel und Delbrück, welche der Pensionserhöhung rückwirkende Kraft bis 1870 resp. 1864 geben wollen, bei. Zur genaueren Fassung der Amendements wird eine Redactionscommission eingesetzt, deren Vorschläge der zweiten Lesung zu Grunde gelegt werden sollen. Die zweite Lesung findet nächste Woche statt. -- Die in Folge von Schnecstürmen und Schneeverwehungen eingetretenen Unterbrechungen der Postoerbindungen auf Eisenbahnlinien in den Provinzen Preußen, und Posen, sowie den angrenzenden Theilen Schlesiens sind zum größten Theilc beseitigt. Ebenso ist in Vorpommern, auf Rügen und in Mecklenburg der Betrieb auf den Eisenbahnen großentheils wicderhergestellt. In Schleswig-Holstein verkehren die Züge von Flensburg nach dem Süden wieder regelmäßig. Nördlich von Flensburg ist der Eisenbahnbetrieb noch gestört. Pssen, 19. März. Der Verkehr auf den hier einmündenden Eisenbahnlinien ist gegenwärtig wieder frei und geregelt. Bromberg, 19. März. Die Eisenbahnlinie nach Dirschau ist wieder frei. Die Linien nach Jnowrazlaw, ebenso die von Insterburg nach Allcnstein sind noch gesperrt. Hamburg, 19. März. Der Postdampfcr „Rhaetia" der Hamburg - Amerikanischen Packetfahrt - Actien - Gesellschaft ist gestern Abend 7 Uhr in Ne» - York ein- getroffen. Bremen, 19. März. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd, „Werra", ist» heute früh 4 Uhr in Southampton eingetroffen. Karlsruhe, 19. März. Ueber das Befinden des Erbgroßherzvgs wird mit- getheilt: Unter mäßigem Ansteigen des bis gestern wieder eingetretenen Fiebers erfolgte ein Nachschub des Rheumatismus in mehrere Gelenke. Die inneren Veränderungen sind theils vollständig verschwunden, theils in anhaltender Besserung begriffen. Lüttich, 19. März. Erst gegen Mitternacht war die Ruhe wieder einigermaßen hergestellt, doch durchziehen noch jetzt Patrouillen die Stadt. Unter den Verhafteten befindet sich ein Mann mit Namen Wagner, welcher die Menge durch eine Rede zur Plünderung aufforderte. Der verursachte Schaden wird auf mehrere 100,000 Francs geschätzt. Bei dem Zusammenstöße der bewaffneten Macht mit den Ruhestörern wurden zahlreiche Polizeicommissare, Gcnsdarmen und Bürgergardisten, auch der Commandant der Bürgergarde durch Steinwürse verletzt. Petersburg, 19. März. Das „Journal de St. Petersbourg" schreibt: Es wird durchaus nothwendig sein, daß Fürst Alexander von Bulgarien auf die von ihm erhobenen Ansprüche verzichtet, denn wie wir wissen, halten es alle Mächte für nothwendig, daß das von der Pforte vorgeschlagene Arrangement, betreffend die Aufrechterhaltung der 5jährigen Frist bestätigt werde. Wenn der Fürst sich einbildete, daß er bei seinem Vorgehen Sympathien begegnen würde, durch welche die Karten anders gemischt würden, wenn er annahm, daß die durch Griechenland veranlaßten Schwierigkeiten Europa entgegenkommender machen würden, so befand er sich durchaus auf falschem Wege. Lokale-. Gießen, 20. März. Mittelst Eindrückens eines Fensters wurden in einer Cigarrenfabrik aus'der Marburgcrstraße eine Anzahl von Cigarrenkisten nebst Inhalt gestohlen. SUiew# 20. März. An der Stadtverordnetensitzung am 18. März waren c- schienen Herr Bürgermeister Bramm, die Herren Beigeordneten Keller und He, sowie die Herren Stadtverordneten Bai st, Georgi, Dr. Gutfleisch, Hanstei, Hoch, Homberger, Kauf, Ad. Noll, Petri. Schopbach, Simon, Vogt uO Wortmann, und wurde die Tagesordnung erledigt wie folgt: Die Erbauung eines städtischen Schlachthauses, hier das Eintreffen der g- nehmigten Schlachthausordnung. Herr Stadtbaumeister Stief erklärt, daß in Fole deS ungünstigen und langen Winters die Anlage in diesem Jahre noch nicht fertz gestellt werden kann, und daß besonders die nöthigen Röhrenanlagen sehr riskirt feie, weil sich die Auffüllungen noch zu wenig gesetzt haben. Es wird daher beschlösse,, mit der Veröffentlichung des Schlachthausreglements zu warten, bis die Uebergabe de Anlage zum Betrieb in näherer Aussicht steht. — Ein Ansuchen der Polizei, den Flur schützen Munition zur Abschießung von Raben und Dohlen zu verwilligen. wurd abgelehnt. — Ein Protest des Herrn G g. Schultheis gegen die festgesetzte Baufluchtlim der Marktstraße bett., fpeciell hier gegen den Neubau des Herrn Earl August Faber wird der Antrag der Baudeputation genehmigt, daß wegen der vorzeschlagenen, de Reclamation des Georg Schultheis erledigenden neuen Baulinie, mit den Br rheiligten zu verhandeln sei. — In der Sitzung vom 4. März wurde das Ersuche Großh. Kreisbauamtes um Fortsetzung der Baufluchtlinie der Sonnenstraße von de Dreihäusergasse bis zur Schulstraße abgelehnt: da dies jedoch mit Artikel 4 der allge meinen Bauordnung nicht harmonirt, wird die Flucht der daselbst bereits stehender Häuser als Baulinie festgestellt. — Herr Schreinermeister Jac. Wacker erhebt Ein spruch gegen die für die große Mühlgasse festgesetzte Baufluchtlinie und bietet der Stad sein Haus daselbst zum Preise von 20 000 X zum Kauf an. Es wird beschlossen, bk der festgestellten Baulinie zu bebarren und den offerirten Kauf abzulehnen. — Eine, Gegenstand von großem Interesse bietet der nächste Punkt der Tagesordnung, Neubai eines chemischen Laboratoriums für die Universität betreffend, worüber sich eine lang Verhandlung entwickelt. Es liegen 3 Projecte vor, ein großes und ein kleines uni ein von der Baudeputation aufgestelltes mittleres, und handelt es sich speciell hier un die Platzfrage und einen von der Stadt zu leistenden Zuschuß. Von den gegenüber der neuen Aula liegenden Gelände» werden die verschiedenen Angebote zur Kenntnis gebracht und gleichzeitig darauf aufmerksam gemacht, daß das für Gießen bestimmtr Liebigdenkmal jedenfalls auf denr freien Platze vor der Aula aufgestellt werden soll die Errichtung des chemischen Laboratoriums gegenüber der Aula nach dem größeren Projecte würde für alle Zeiten sowohl der Stadt, als auch der Universität im fpecietlcii, zur Zierde gereichen; da aber die Ausführung des einen oder des anderen Projecter nicht von der Entschließung der Stadt abhängig ist, so wird beschlossen, falls das frag!. Gebäude an der betreffenden Stelle errichtet werden soll, hierfür von Seiten der Stadt einen Beitrag von 5000 X zu leisten. — Erbauung der Herberge zur Heimath Einem von dem Vorstande der Herberge zur Heimath vorgelegten Kauf- und Tausch- vertrage mit den Herren Ehr. Haubach I., Gg. Conr. Simon und der Stadt, sowie dem Bauprojecte selbst werden die Genehmigung ertheilt. — Das genehmigte Bauerlaubniß-Gesuch des Herrn Directors Gg. Heß betreffend, weigert sich derselbe über eine Berührung mit städtischem Eigenthum einen Revers auszustellen, wovor Kenntniß gegeben wird. — Die Herstellung der Baufluchtlinie für die Löwengasse wirt beschlossen, sich aber gegen das Gesuch des Herrn Hch. Becker zum Bauen in Holz ausgesprochen. — Das Baugesuch des Herrn L. Petri III. wird wegen der zu geringen Fa-adcnbreitc des projectirten Baues nicht befürwortet. — Die Herstellung eines Eanales in der Kornblumengasse stößt bei einem der Bewohner derselben auf hartnäckigen Widerstand; die Versammlung beschließt, hiervon Großh. Kreisamt Kenntniß zu geben. — Die Ueberbrückung des Schoorgrabens zwischen den Häusern der Herren Ehr. Haubach I. und Aug. Zöckler auf der Westanlage auf ca. 40 Mtr. Länge wird genehmigt, um so mehr, da die Erbauung der Schule an dieser Stelle von der Ueberbrückung des Grabens abhängig gemacht wurde. — Der nächste und letzte Punkt der Tagesordnung wird für eine spätere Sitzung vertagt. Gießen, 20. März. Zwei Dienstmädchen, welche sich des Diebstahls schuldig gemacht, wurden gestern verhaftet. Die eine verstand es, sich bei ihrer Herrschaft, einem Schuhfabrikanten, ausreichend mit neuen Schuhen zu versorgen. Bei der Verhaftung stellte sich heraus, daß letztere bei ihrer früheren Herrschaft 40 X aus der Ladenkasse sich zugeeignet hatte. — Ihre Eollegin hatte ihrer Herrschaft einen ganzen Berg von Kleidungsstücken rc. gestohlen. Gestern und vorgestern wurde in der Stadt ein Blumenkörbchen, aus gemachten Blumen hergestellt, zur Verloosung ausgeboten. Mit diesen Loosen ist von den Veranstaltern arger Schwindel verübt worden. Es waren nämlich doppelte Listen von den Veranstaltern dieser Lotterie benutzt worden. Die Polizei kam hinter diesen Schwindel, einer der Herren, welche das Körbchen ausspielen wollten, ein Ueberbleibsel der Rheinberger'schen Theatertruppe, verputzte sich, mährend sein Eompagnon eingesteckt wurde. Die Leute, welche Loose genommen, sind einfach um ihr Geld gebracht, da das Körbchen nicht ausgespielt werden kann. Sie mögen sich jedoch auf dem Polizeiamt melden, um die Untersuchung fördern zu helfen. — Wegen Obdachlosigkeit und Trunkenheit sind heute Nacht gerade ein halbes Dutzend „Pennbrüder" eingesteckt worden. — Ein junger Mann von Frankfurt, 16 Jahre alt, welcher seinem Principal 1100 X gestohlen, wurde vorgestern Nacht hier verhaftet und auf Requisition des Frankfurter Polizeipräsidiums nach Frankfurt abgeliefert. Ein Eompagnon desselben hat sich aus dem Staube gemacht. Farbige, Schwarze und Weiße seidene Atlasse Mk. 1.25 Pfg pro Meter bis Mk. 16.80 Pfg. (in je 18 verschiedenen Qual.) versendet in einzelnen Roben und Stücken zollfrei in'S Haus das Seidensabrik-Däpöt G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pfg. Porto. 561 Der köstlichste nnd zugleich gesündeste Erfrischungstrank ist kohlensaures Wasser mit Ve achtem Magenbehagen von August Widtfeldt in Aachen. 1979 HarrLel und Verkehr Gießen, 18. März. Auf dem am 16. und 17. d. M. abgehaltenen viehmartt waren aufgetrieben: 1223 Stück Rindvieh und 331 Stück Schweine. Die Preise bei Zuchtvieh blieben unverändert, dagegen Schweine und Kälber billiger als am letzten Markte. Nächster Markt Dienstag den 6. und Mittwoch den 7. April d I. Gießen, 16. März. Auf dem heutigen Markt kostete? Butter per Pfund X 0.85-1.00, Hühnereier 2 Stück 9-0 H, Enteneier St. 5-6 Käse pr. St. 5-8 4fr, Käsematte 3—0 Erbsen pr- Liter 20 4, Linsen 30 H, Tauben per Paar 1,00 bis 0,00 H, Hühner per Stück X 0.80-1.50, Hahnen pr. Stück X 1.30-2.00, Enten per Stück X 1.70—2.20, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 H, Kuh- und Rindfleisch 54—56 H, Schweinefleisch 52-60 H, Hammelfleiich 50-66 H, Kalbfleisch 45-50 4,, Kartoffeln per 100 Kilo X 4.00—4.50, Milch per Liter 12—18 H, Zwiebeln per Centner X 8.00-0.00. Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen. Ellnfgrbotr. März: 15. August Wilhelm Ringel, Scribent, mit Friedrxike Wilhelmine Balser. 15. Heinrich Georg Meister, Metzgermeister, mit Philippine Sophie Plank. 16. Wilhelm Fink, Ausläufer, mit Katharine Sophie Leichtweiß. 17. Friedrich Röse, Großh. Universitäts-Fecht- und Tanzlehrer dahier mit Friederike Marie Selma Juliane König zu Butzbach. 18. Heinrich Graf, Bureaudiener zu Gießen mit Anna Elisabethe Schäfer zu Lich. 19. Johannes Thörner, Gelbgießer, mit Elisabethe Schmitt. 19. Emil Eduard Holoch, Kaufmann dahier, mit Ottilie Bertha Langer zu Leipzig. Eheschließungen. März: 19. Kaufmann Moses Bär zu Hamm an der Sieg mit Thekla Wolf dahier. Geborene. März: 8. Dem Königl. Güterkassier Wilhelm Dauernheim eine Tochter. 11. Dem Schriftsetzer August Holland eine Tochter, Emma Auguste Juliane. 11. Dem Bäcker Friedrich Noll eine Tochter. 12. Dem Schneider Reinhardt Greb ein Sohn, Karl Adam Johannes. 12. Dem Schlossermeister Martin Dörr eine Tochter. 12. Dem Drechslet August Stotk eine Tochter, Marie. 16. Dem Schuhmacher Adam Kraft eine Tochter, Anna Marie Louise Mathilde. 17. Dem Kaufmann Louis Walther ein Sohn, Julius. Gestorbene. März: 13. Johann Georg Erdmann, 72 Jahre alt, Polizeidiener in Pension. 14. Auguste Bötz, 4 Monate alt, Tochter des Kaufmanns Gerhard Bötz. 16. Helene Franz, geb. Klingelhöffer, 28 Jahre alt, Ehefrau des Badeanstaltsbesitzers Georg Franz III. 17. Luise Adolfine Lindenstruth, 2 Jahre alt, Tochter des Bierbrauer« Philipp Lindenstruth. 17. Ernst Ludwig Wilhelm Pirr, 2 Jahre alt, Sohn des Metzgermeisters Ludwig Pirr. 19. Henriette Boekmann, geb. Erößmann, 58 Jahre alt, Ehefrau des Großh. Provinzialdirectors Dr. Karl Boekmann. • Auszug aus de« Kirchenbüchern der Stadt Gieße«. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Den 14. März. Dem Kaufmann Ludwig Pfeil eine Tochter, Luise Elise, geboren den 5. Februar. Denselben. Dem Feldwebel Otto Günther eine Tochter, Christine Marie Lina, geboren den 3. Februar. Denselben. Dem Handelsmann Philipp Heinrich Köhler eine Tochter, Marie Katharine, geboren den 3. Januar. Denselben. Dem Hautboisten Johannes Gröninger eine Tochter, Jenni Susanne, geboren den 22. Februar. Denselben. Dem Fabrikaufseher Earl Drescher ein Sohn, Albert Adolf Wilhelm Earl, geboren den 1. Februar. Denselben. Dem Zimmermeister Heinrich Ruckstuhl II. eine Tochter, Johanna Sophie Barbara, geboten den 26. Januat. Den 16. März. Dem Schlosset an der Obethessischen Bahn, Wilhelm Schumann eine Tochter, Caroline Elisabeth Mathilde, geboten den 13. Februar. Beerdigte. Den 15. März. Johann Georg Erdmann, Polizeidiener i. P., alt 72 Jahre, starb den 13. März. Den 18. März. Helene Franz, geb. Klingelhöffer, Ehefrau des Badeanstaltsbesitzers Georg Franz, alt 28 Jahre, starb den 16. März. Brodpreise vom 21. März bis 4. April 1886. der Bäcker der Brodverkäufer $ 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . ... 27 2 „ (4 Pfd.) Weißbrod .... 54 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrot) 1. Sorte 24 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrot) 1. Sorte 48 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 21 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 42 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei K. Haas, L- Keil, I. Lein . 63 Gießen, den 20. März 1886. 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . . . .N 2 „ (4 „ ) „ .....54 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 24 2 , (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 48 3 >, (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte — 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 21 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 48 3 „ (6 , ) Schwarzbrod 2. Sorte — Großherzogliches Polizeiamt Gieße«. Fres enius. All gemeiner Anzeiger. A SCHfe -V. | In neuerer Zeit wird | j nrtlilll n I öäufig versucht, wenig llllll llllllll Werth habende Stärke- V/VJ WistuuDW ■ N* Der W Fri Seiferst A von Uhl _ Die in der «taud, und Z Double-, Si M'-Sverkaust. 1917 Aiiswah Artikels NB. Soule, < 1984 steigert. 1995 Frink. 2002 in Damen - Mäntei - Fabrik F. Hoffmann, Konkursverwalter. « 1970 Fouls, Crepe, Cheviot, Croise und Loden. 1923 im GambriuuS. 1962 fr fr halber billig -u »erkaufen. Wo? sagt die Exped- b. Bl. P., alt 12 Jchk, i des ÄadunW NB. AlS 9le«l»etten in schwarzen Stoffen empfehle Etamins, Grenadins, Spitzenstoff, Nopps, Rm. Rin. Rm. Rm. ausverkauft- 1917 rfaufer irob • Strohhüte werden gewaschen, gefärbt und nach den neuesten Formen sa^onnirt. Den Empfang der Neuheiten in Kleiderstoffen in großer Auswahl zeigen ergebenst an. Holzversteigerung. Montag, den 29. März d. 3, Morgens von 10 Uhr anfangend, sollen in den hiesigen Gemeinde-Waldungen District Kirschberg, Tretthardt und Kriegwald öffentlich versteigert werben: 32 Eichenstämme 2—10 m lang, 30—60 cm Durchmesser, zusammen 29,08 im. 32 rm Eichen-Scheit, 6 rm Eichen- Knüppel, 30 rm Eichen-Reiser, 75 rm Buchen-Scheit, $ rm Buchen-Knüppel, 137 rm Buchen-Astreiser, 57 rm Buchen-Stockholz. Der Anfang sowie die Zusammenkunft ist im District Kirschberg. Roßbach, am 19. März 1886. Der Bürgermeister. Mittwoch, den 2». März^ Nachmittag- 2 Uhr, werden Wegzugshalber bei Unterzeichnetem 2 gute, schwere Wagenpferde (Schimmel- Wallach, 6 Jahre alt, und schwarzbraune Stute), 2 Esel, 1 hochträchtige Kuh und 1 Mutterschwein mit 10 Stück 5 Woche« alten Ferkeln, Kartoffeln, eine Quantität Heu, Dünger und sonstige Qeconomie-Geräthschasten, ss- wie auch einen schweren Frachtwagen gegen gleich daare Zahlung Verdiener in Pension, o 16. Helen? Keschers Georz ■T °es $ierbraut[* fr? Sohn bfi fOBmann, 58 Jahn dessen Seltersweg u. Plockstrassen-Ecke. Maulbach, den 20. März 1886. Großherzogliche Oberförsterei Maulbach. Koch. Birketibalsam - Seife von Bergmann & Co., Frankfurt a. M vorzüglich gegen Hautunreinigkeiten k Stück zu 30 und 50 H bei 1138 Carl Srhwaab. Patent-Gummiwäsche empfiehlt 2014 Heb. Riibsamen, Mäusburg 16. AttheWt Aseabilhm. Vom 1. April d I. ab werden Reiour- billets auf unseren Stationen Nidda, Stockheim und Büdingen nach Frankfurt a-,M- > Ostbahnhof, Westbahnhoi und Sachsenhausen) ausgegeben. Näheres ist bei den genannten Stationen ju erfahren. Gießen, den 16. März 1886. 2028 Grstzherzogliche Direetion. Gesimdheits-Normai- Hemdcn, Jacken ö Hosen für Damen und Herren, wie Professor Dr. Jäger, empfiehlt 2021 H. Rüb »amen. 588 Rm. Buchen-, 26 Rm. Birken-, 6 Rm. Eichen-, 122 Nadelholz und 6 Rm. Aspen-Scheiter; 258 Rm. Buchen-, 6 Birken-, 644 Rm. Kiefern-Knüppel; 46 Rm. Buchen-, 10 Eichen-, 33 Rm. Kiefern-Reifig; 86 Rm. Buchen- und 18 Eichen-Stöcke. 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