Mr. 4UL Erstes Blatt. Sonntag den 21. Februar L88S Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Echu-»r°K«7. «"ch-in. «»«-ich mit Wnu des Amtlicher H lj e i t. Nr. 3 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 17. d. M-, enthält: (Nr. 1632.)» Gesetz, betreffend die Controle des Reichshaushalts und des Landeshaushalts von Elsaß-Lothringen für das Etatjahr 1885/86. Vom '8. Februar 1886. (Nr. 1633.) Bekanntmachung, betreffend eine Abänderung des Verzeichnisses der gewerblichen Anlagen, welche einer besonderen Genehmigung, bedürfen. Vom 15. Februar 1886. Gießen, am 19. Februar 1886. Hroßherzogliches Kreisamt Gießen. ______________________ Dr. Boekmann-__ Gefunden: 1 Taschentuch, 1 Vorstecknadel, 1 Portemonnaie, 1 Reisetasche, 1 leeres Fäßchen, 1 Messinghaken, 1 Handschuh. Im Bazar gefunden: 1 Paar Handschuhe, 1 einzelner Handschuh, 1 Armspange, 1 Fächer. Gießen, am 20. Februar 1886. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. ...................miMMffrwmiriirraMi «iatowmi im I!II'IBIU/ImtMifiiraBMapiwninirwim Berlin, 19. Februar. In der gestern unter dem Vorsitz des Staatsministers, Staatssekretärs des Innern v. Bötticher, abgehaltenen Plenarsitzung ertheilte der Bundesrath dem Gesetzentwurf über das Branntwein-Monopol die Zustimmung. Mit der bereits erfolgten Ueberweisung Des Entwurfs einer Verordnung über die Einfuhr und die Ausfuhr von Gewächsen, sowie von sonstigen Gegenständen des Wein- und Gartenbaues an den Ausschuß für Handel und Verkehr und des Antrags von Schwarzburg-Sondershausen, betr. die Versetzung der Stadt Sondershausen in eine höhere Servisklaffe. an den Ausschuß für Rechnungswesen und an den Ausschuß für das Landheer und die Festungen erklärte sich die Versammlung einverstanden. Sie beschloß, den Entwurf eines Gesetzes wegen Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaushalts-Etat für das Etatsjahr 1886/87 dem Ausschuß für Rechnungswesen, den Entwurf eines Gesetzes über den Verkehr mit Kunstbutter dem Ausschuß für Handel und Verkehr und dem Ausschuß für Justizwesen, den Antrag Preußens, betr. den Entwurf eines Gesetzes über die Begründung der Revision in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten, sowie die Vorlage, betr. bie Erledigung einer Rathsstelle beim Reichsgericht, dem Ausschuß für Justizwesen zur Vorberathung zu übergeben. Einem Anträge auf Ertheilung der Ermächtigung zum strafrechtlichen Einschreiten gegen eine Beleidigung des Bundesraths durch die Presse wurde stattgegeben. Endlich wurde über die Gewährung von Zollerleichterungen bei der Ausfuhr von Oel- fabrikaten Beschluß gefaßt. — Das Abgeordnetenhaus genehmigte in unerheblicher Debatte sämmt- liche Einnahmen des Eisenbahn-Etats. Der Antrag Letocka, den Waisenkindern Militär-Billets für die Ferienreisen zu gewähren, wurde der Budget-Commission überwiesen; nachdem der Minister Maybach erklärt hatte, die Ausführung des Antrags fei bisher durch finanzielle Erwägungen verhindert worden, es empfehle sich, die Tragweite dieses Antrags durch die Budget-Commission prüfen zu lassen. — Nächste Sitzung morgen. , — Dem Abgeordnetenhause ist der Gesetzentwurf zugegangen, betr. die Erweiterung und Vervollständigung des Staatseisenbahn-Netzes und die Bethei- ligung des Staates bei mehreren Privateifenbahn-Unternehmungen. Derselbe enthält die Ermächtigung für den Bau von 23 kleineren Bahnstrecken, sowie zur Beschaffung von Betriebsmitteln und für die Betheiligung am Bau mehrerer normalspurigen Bahnen und die Anlage zweiter Geleise auf mehreren Bahnstrecken, sowie für diverse Bauausführungen 57,742,000 «M. zu verwenden, zu deren Deckung, soweit nicht die Mittel bereits vorhanden sind, Schuldverschreibungen ausgegeben werden sollen. Reichstag. E. R. Berlin, 18. Februar 1886. In der heutigen Sitzung stand der Gesetzentwurf, betreffend die Verlängerung der Gültigkeitsdauer des Socialistengesetzes in Verbindung mit der Denkschrift der Preußischen, sächsischen und hamburgischen Negierungen über die Ausführung des Socialistengesetzes auf der Tagesordnung. Dem Anträge des Abg. Hasenclever entsprechend beschloß das Haus, diese Leiden Materien getrennt zu verhandeln. Es gelangt zunächst der Ziechenschaftsbericht zur Berathung. Abg. Viereck (Socdem.) geht zuerst auf die Bedeutung des Socialistengesetzes und dessen Entstehungsgeschichte ein, wird aber sehr bald vom Präsidenten zur Sache gerufen. Demnächst führte er aus, daß man seit 1874 mit den Kampfmitteln gegen sie Socialdemokratie begonnen, was indessen im Jahre 1875 zu einer Vereinigung Leider socialdemokratischer Richtungen geführt habe. Schon 1877 sei eine halbe Million locialdemokratischer Stimmen abgegeben und in Berlin seien zwei Socialdemokraten gewählt worden. Dies möge den ersten Gedanken zu dem Socialistengesetz hervorgerufen haben und nach den Attentaten wurde das Gesetz zur Thatsachc. In der Denkschrift heißt es nun einmal, das Gesetz habe gewirkt, dann wieder, es habe nicht gewirkt, das sei ein ciroulus vitiosus, den er nicht verstehe. Die Absicht des Umsturzes rverfe man den Socialdemokraten mit Unrecht vor; man sollte ihnen vielmehr dankbar sein, daß man an ihnen eine große Partei habe, die vor dem Anarchismus schütze.. Zur Verhängung des kleinen Belagerungszustandes über Bielefeld habe kein Grund Vorgelegen, die Socialdemokratie habe dadurch nur Zuwachs erhalten. Belagerungszustand und Socialistengesetz tragen dazu bei, die Eoalitionsfreihcit illusorisch zu machen nnd schon dieser Gesichtspunkt müsse genügen, den Grund zur Aufhebung dieses Gesetzes Lu bieten. Abg. Frohme (Socdem.) führte einen Fall aus Altona an, in welchem ein Staatsanwalt deswegen eine Beschuldigung als unbewiesen nicht habe gelten lassen, weil sie von Socialdemokraten ausgegangen sei, dadurch habe sich die Justiz zur feilen Dirne der Polizei herabgewürdigt. (Präsident v. Franckenftein ruft den Redner der letztenAeußerungwegen zur Ordnung.) Alles, was man den Socialdemokraten an Aufhetzung der einzelnen Bevölkerungs- klassen rc. vorwerfe, reiche lange nicht an die frivolen Hetzereien der Stöckerschen antisemitischen Presse heran. (Präsident v. Franckenftein ruft den Redner wegen des Vorwurfs bev Frivolität zur Ordnung.) Redner bespricht dann mehrere Fälle von Mißbrauch der Amtsgewalt gegen Socialiften, sowie die Vorgänge auf dem Friedhöfe in Frankfurt a. M. Nicht aus freiem Willen, sondern der Noth gehorchend habe man die Socialreform begonnen, das Volk werde aber eine Socialreform aus Furcht nicht billigen; es fordere eine Reform aus Erkenntniß der unhaltbaren Zustände. Minister v. Puttkamer hält sich für verpflichtet, die von dem Vorredner verdächtigten Polizeibeamten in Schutz zu nehmen, die hier schnöde und ungehörig angegriffen werden. Der Mord des Polizeiraths ist die Folge der Aufstachelung.durch Socialiften und Anarchisten. Die einzelnen Fälle kann er hier nicht erörtern; in dem Falle in Frankfurt sei gegen den betheiligten Beamten die Disciplinaruntersuchung. eingeleitet, deren Ergebniß abzuwarten sei. Der allerdings traurige Vorfall ist für die Socialdemrkraten ckaracteristisch, die das Leichenbegängnis zu politischen Demonstrationen benutzen, während Gelegenheit genug vorhanden sei, in Versammlungen zu sprechen. Abg. Singer (Soc.) bestreitet dem Minister das Recht, die Verantwortung für die Frankfurter Friedhofsaffaire abzulehnen, der Minister mache ja in gleicher Werse immer bie socialdemokratische Fraktion für Ausschreitungen der Partei im Reiche verantwortlich. Das Leichenbegängniß ist doch nicht nur, wie der Minister behauptet, eine öffentliche' Versammlung, sondern auch eine Ehrenbezeugung für den Todten. Redner bespricht die Verbote von Versammlungen über Vortragsthemata, die an anderen Orten von Socialdemokraten unbeanstandet erörtert werden konnten. Warum also zweierlei Maß? Auflösungen von Versammlungen auf Grund unrichtig erfaßter Aeußerungen durch die überwachenden Organe seien gleichfalls vorgekommen; die Bestimmungen des Gesetzes oft in Berlin rücksichtslos in Anwendung gebracht. Die Neigung 511 Excessen und zur Verrohung liege auf ganz anderer Seite. In einem Falle habe sich ein Crirninalbeamter, Namens Jhring, unter der Maske eines Metallarbeiters Mahlo in Arbeiterkreise geschlichen und einige Arbeiter, unter dem Scheine, mit ihnen übereinzustimmen, zu einem Attentat auf den Kaiser zu verleiten gesucht, doch habe man den Fuchs im Schafspelze erkannt; das spricht dafür, daß die Regierung künstlicher Mittel bedarf, um derartige Ausnahmemaßregeln gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Minister v. Puttkamer kennt den vorgetragenen Fall nicht genau genug, um sofort antworten zu können; die Regierung halte sich keine agents provocateurs, aber der geheime Polizeidienst behufs Ueberwachung ist nothwendig. Hat sich ein untergeordnetes Organ der Polizei Derartiges erlaubt, so werde er das schärfstens rügen. In die Berathung über den Verlängerungsantrag eintretend, erklärt als erster Redner Abg. Mayer Württembergs (Volkspartei), gegen das Ausnahmegesetz nach wie vor stimmen zu wollen. Abg. Bebel (Soc.) hebt in anderthalbstündiger Ausführung hervor, daß gerade durch den Ausfall der letzten Wahlen bewiesen sei, daß das Gesetz seine Zwecke verfehle. Bei der nächsten Wahl wird sich ein weiteres Anwachsen der Sozialdemokratie zeigen. Die socialdemokratische Presse wird regierungsseitig in falschem Lichte dargestellt; man soll .uns nicht die Auslassungen der „Freiheit" vorhalten; unser Organ ist der „Socialdemokrat". Wie erbärmlich ist das große Deutschland gegen die kleine Schweiz. Der Präsident ertheilt hierfür einen Ordnungsruf. Der Redner appellirt an das Centrum; es sei ihm jetzt schon klar, daß von dieser Partei, die ja zum größten Theil aus Edelleuten und Geistlichen bestehe, bei der Abstimmung gerade so viel dissentiren werden, als zum Zustandekommen einer Majorität für die Verlängerung nöthig ist. Warten wir die Zukunft ab. Man denkt unS zu vernichten, aber wir werden siegen. Fortsetzung der Berathung morgen. Berlin, 19. Februar. Vor Eintritt in die Tagesordnung wies Abg. Dirichlek (dfr.) die seitens des Abg. Graf Behr bei Berathung des Antrags Rintelen gegen den verstorbenen Abg. Dr Hüter erhobene Anschuldigung zurück, daß dieser in den Wahlkreisen herumgereist sei und den Wirthen 100 JL in die Hand gedrückt habe. Er verlas zu diesem Zwecke ein Schreiben des Professors Eulenburg, in welchem dieser dem Abg. Hüter aus eigener Wahrnehmung bezeugte, daß von unerlaubter Wahlbeeinflussung nicht die Rede feilt könne. Abg. Graf Behr (Reichsp.) stellte den Vorwurf der unerlaubten Wahlbeeinflussung in Abrede; im Uebrigen gebe er zu, daß er in der Erregung der Diskussion vielleicht schärfer gewesen sei, als er es eigentlich gewollt habe. Das Haus setzte darauf die erste Berathung des Gesetzes betr. die Verlängerung des Socialistengesetzes fort. .., <■ Minister v. Puttkamer kam auf das „hört! hort!" zuruck, das ihm gestern entschlüpft sei, als Abg. Bebel von der wünschenswerthen Zerstörung aller Illusionen bezüglich eines Umschwungs nach einem Thronwechsel gesprochen hatte. Herr Bebel habe dadurch seinem Hasse gegen die Monarchie Ausdruck gegeben und von seinem Standpunkte auch mit Recht; denn in der Monarchie besitzen wir das stärkste Bollwerk gegen alle Umfturzbestrebungen, die Herr Bebel und seine Partei verfolgen, obwohl fie behaupten, den Umsturz mit friedlichen Mitteln erreichen zu wollen. Er, der Minister» Meile die Ansicht des Herrn Bebel, daß das Gesetz verlängert werden würde, keineswegs; indessen hätten die Regierungen dann jedenfalls ihre Schuldigkeit gethan und können das Weitere abwarten. Die Klagen der Socialdemokraten über die Einschränkung der bürgerlichen Freiheit sind unberechtigt; von ihren Versammlungen sind höchstens ein Drittel verboten worden und auch publicistisch könnte die Partei thätig sein, in Berlin allein erscheinen drei socialistische Blätter. Das Gesetz hatte den Zweck, was Dr. Bamberger z. B. vor acht Jahren anerkannt habe, den revolutionären Cha- raftcr der Partei einzudämmen; das ganze^Problem liege darin, die Socialdemokratie -von den revolutionären Elementen zu trennen, so daß sie allmählich zu einem linken Flügel der Volkspartei werde. Die große Mehrheit der Nation stehe in dieser Frage hinter den Regierungen. Bezüglich des Falles Mahlow-Jhring gebe er zu, daß ein Beamter der politischen Partei behufs besserer Ueberwachung sich in einen Bezirksverein habe aufnehmen lassen, dagegen habe der Beamte bei seiner gestrigen protokollarischen Vernehmung den Vorgang am Palais des Kaisers bestritten. (Gelächter bei den Socialdemokraten.) Wenn jetzt nur die Sozialdemokraten lachten, sei er, der Minister beruhigt; es scheinen aber auch einige Herren das Gesichts zum Lachen verzogen zu haben. In diesem Falle wünsche er dringend, daß das Gelächter auch im Laude gehört werden möchte. (Ruf links des Abg. Barth: Der reine Komödiant!) Präsident v. Wedell ruft den Abg. Barth zur Ordnung. Minister v. Puttkamer ersucht den Abg. Singer nunmehr, ihm Details zu geben, da es sich hier um die Verdächtigung eines intacten königlichen Beamten handle. Abg. Dr. Meyer-Halle (dfr.) betonte, daß die Freisinnigen gegen das Gesetz -seien, weil sie es für gefährlich halten; Abg. Dr. Bamberger habe sehr wohl vor Z Jahren für das Gesetz sein und heute dagegen stimmen können. Den Gährungs- proceß, von dem der Minister v. Puttkamer gesprochen habe, befördere man nicht durch ein Gesetz, das die Arbeiter auf's Höchste erbittere. Die Fessel des Gesetzes sei so drückend, daß die Fortdauer des Gesetzes jenen Gährungsprozeß nur in der nicht friedlichen Richtung beeinflussen werde. Äls der Minister von dem Falle Mahlow sprach, hätten die Freisinnigen nicht gelacht, sie wurden vielmehr sehr ernst, als sie vom Minister hörten, der Beamte habe geleugnet und deshalb sei er schuldlos. — Was für eine Wirkung haben denn die Ausweisungen auf Grund dieses Gesetzes gehabt? In die vierte Dimension können die Leute doch nicht, also werden sie an anderen Orten nur mit vermehrter Kraft und Erbitterung auftreten. So lange es Menschen giebt, wird über menschliche Interessen mit Leidenschaft gekämpft werden. Wir werden gegen das Gesetz stimmen. Abg. Dr. Schlieckmann (ksv.) tritt für die Regierungsvorlage ein, wenn nicht die Agitation durch die Bestimmung des Socialistengesetzes eingeschränkt werden würde, würde ihr Auftreten in der Presse ein ganz anderes sein und die Anhänger würden mit anderen Forderungen hervortr'eten. Abg. Dr. Windthorst ((Str.). Ich verstehe nicht die Behauptung Bebels, daß wir dem Ausnahmegesetze sympathisch gegenüberständen. Wir sind feste Anhänger der Monarchie, als der einzigen rechten Staatsform, dieser widerstreitet die Socialdemokratie; wir sind Anhänger des positiven Ehristenthums, das die Socialdemokratie in ihren Schriften bekämpft; wir werden mit allen Anhängern der Monarchie, mit allen positiven Christen, den Kampf gegen den gemeinschaftlichen Feind aufnehmen. Es kommt nur auf die Kampfesinittel an, über die man freilich verschiedener Ansicht ist; jedenfalls sind Alle darin einig, auch Diejenigen, die dafür gestimmt, daß das Socia- listengesetz keine dauernde Einrichtung sein darf. — Ich habe Abänderungs- anträge gestellt, die das Gesetz normiren und allmählich den Uebergang zu anderen Verhältnissen anbahnen sollen. Früher mußte ich auf solchen Versuch verzichten; jetzt nehme ich ihn wieder auf und erkläre schon heute, daß ich im Einverständniß mit sämmtlichen Mitgliedern meiner Fraktion in der Commission die frühsr gestellten Anträge erneuern werde. Dieselben bezwecken eine größere Bewegungsfreiheit auf dem Gebiete der Versammlungen und der Presse, die Beseitigung des Belagerungszustandes, doch dessen Beibebaltung für Berlin, die Dauer der Verlängerung auf zwei Jabre. Die Gründe dafür werde ich in der Commission darlegen. Ich habe den Wunsch, oas Gesetz allmälig zu bestätigen und normale Zustände wieder herzustellen. Wer nicht sprungweises Arbeiten in der Gesetzgebung liebt, wird mir beistimmen. Der Herr Minister hat Zweifel über das Zustandekommen der Vorlage geäußert. Ich glaube, diese Zweifel beseitigen zu können. (Hört! hört!) Ich füge das hinzu, um dem Minister ernstlich die Erwägung nahe zu legen, ob es nicht gerathen sei, auf den von mir bezeichneten Weg zu treten. (Sehr gut! im Centrum.) Bei Annahme meinep,Vorschläge erhält die Regierung, was nöihig ist, und die Zeit wird gewährt, die benutzt werden muß, um auf dem Wege der Gesetzgebung durch das gemeine Recht die nöthigen Vorkehrungen zu treffen. Abg. Dr. Marquardsen (nat.-lib) spricht sich für eine zweijährige Dauer der Verlängerung des Gesetzes aus; er sei bereit, die Windthorst'schen Vorschläge in der Commission zu prüfen und er hofft das Zustandekommen des Gesetzes. Abg. Geiser (Soc.-Dem.> erwartet noch immer den Nachweis, daß die Socialdemokratie in gemeingefährlicher Weise agitire; seine Partei verlange Nichts, als in friedlicher, objectiver Weise ihre Lehre propagiren zu können. Die Debatte wird hierauf geschlossen und die Vorlage an eine Commission von 21 Mitgliedern verwiesen. Nächste Sitzung morgen- Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Eorresporrderrz ■ Drrrearr. Jena, 19. Februar. Der General der Infanterie, Seneraladjutant Sr. Maj. -es Kaisers uud Königs, von Boyen, ist heute Hierselbst an der Lungenentzündung gestorben. London, 19. Februar. Im weiteren Verlaufe der Sitzung des Unterhauses bedauerte der Minister des Innern, Childers, die jüngsten Ruhestörungen und hob hervor, die in den Straßen von London getroffenen Maßregeln würden eine Wiederholung derartiger Vorgänge unmöglich machen; übrigens sei jetzt der Bericht der Untersuchungscommission abzuwarten und festzustellen, wen die Verantwortlichkeit treffe. Das Haus begann sodann wieder die Adreßdebatte. Die Opposition tadelte die Vertagung der irischen Frage. Gladstone wies diese Tadel zurück und erklärte, die irische Frage werde sorgfältig geprüft; die Regierung widme sich dieser schwierigen Aufgabe nnd sei entschlossen, dieselbe so schnell wie möglich zu lösen. Das Haus verwarf dann mit 234 gegen 104 Stimmen ein von der Regierung bekämpftes Amendement zu Gunsten der Suspendirung der Exmission der Kleinbauern in Schottland und die Adresse wurde dann ohne besondere Abstimmung angenommen. Anläßlich des Antrags, den Bericht über die Adresse anzunehmen, betonte Mac Carthy bezüglich Irlands, es sei absolut nothwendig, die Home-Rute - Frage vor jeder anderen Frage zu lösen. Der Adreßbericht wurde genehmigt und die Bill, den unabhängigen Frauen das Wahlrecht zu gewähren, in zweiter Lesung angenommen. — Jrn Oberhause fand eine lebhafte Debatte über die jüngsten Straßenunruhen in London statt. — Lord Rosebery gab in Beantwortung einer Aiffrage Lord Salisbury's bezüglich der griechischen Frage Erklärungen ab, welche mit denjenigen von Gladstone im Tlnterhause übereinstimmten. Lord Rosebery betonte ferner, die Regierung wünsche nicht nur den europäischen Frieden zu wahren, sondern auch Griechenland gegen sich selbst zu schützen und sie sei deßhalb entschlossen, die von ihren Vorgängern ein- gegangenen Verpflichtungen aufrecht zu erhalten und mit Festigkeit danach zu handeln. . — Die Morgenblätter betrachten die Erklärungen Gladstone's und Rose- dery's allgemein als eine hochbefriedigende Bürgschaft für die Aufrechterhaltung des Friedens. — Wie die „Times" erfährt, hat die Herzogin von Roxburghe den ihr von der Königin angetragenen Oberhofmeisterin-Posten abgelehnt, weil chr Gemahl außer Stande sei, Gladstone's irische Politik zu unterstützen. Lissabon, 19. Februar. In mehreren Städten, namentlich Oporto und Traga sanden Versammlungen statt, die sich gegen die Octrotsteuern aussprachen. Konstantinopel, 19. Februar. Nach Beschluß des Sanitätsraths unterliegen die Provenienzen aus Venetien vorn 15. Februar ab lOtägiger Quarantäne in den Lazarethen von Valona, Clazomene, Beirut und Tripolis. — Von Seiten der Negierung wird bekannt gegeben: Das Gerücht, wonach Lie Pfssrte Vorbesprechungen eingeleitet habe behufs einer Verständigung mit Griechenland, ist gänzlich unbegründet. Die Pforte hat nichts mit der griechischen Regierung zu verhandeln, hält vielmehr ihre in den bekannten Circularnoten niedergelegten Erklärungen aufrecht. Lokales. Gießen, 20. Februar. (Warnung für Schlittschuhläufer.j Am Freitag Nachmittag brach der junge Sohn eines hiesigen Lehrers beim Schlittschuhlaufen auf der Lahn in der Nähe des sogen. Felsens ein und gerieth bis an den Hals in das Wasser» Es dauerte längere Zeit, bis Leute den Unfall bemerkten und helfen konnten. Jedoch- war der Junge beim Herausziehen bereits erstarrt, so daß ein Arzt zugezogen werden mußte, welcher leider es nicht verhindern konnte, daß der Verunglückte auf dem Wege zu seinen Eltern an einem Herzschlage verschied. Bei dieser Gelegenheit möchten wir darauf aufmerksam machen, daß es von Eltern fast unverzeihlich zu nennen ist, roenn dieselben gestatten, daß ihre Kinder sich auf der dünnen Eisdecke der Lahn herurn- bewegen. Die Eisbahn deS Eisvereins bietet doch wahrlich gerade diesen Winter so viel des Erholens am Schlittschuhlaufen, daß vielleicht ein Tag, welcher zur Herstellung der Bahn verwendet werden mutz, ausgesetzt werden darf. Muß denn immer ein Unglück, wie das vorstehende, passiren, damit Vorsicht angewendet wird? * Ueber vorstehenden traurigen Fall wird uns des Weiteren von einem Augenzeugen berichtet: Leider haben wir wieder ein hoffnungsvolles Menschenleben zu beklagen, welches, wenn von Seiten der Behörde die nöthigen Vorsichtsmaßregeln getroffen worden wären, noch unter uns weilte. Ein junger Mann brach gestern Nachmittag oberhalb des- Schäferbrunnens auf dem Woog ein. Der Junge hielt sich beständig oben, aber das Eis brach immer nach; verschiedene Versuche scheiterten, endlich kam Musiker Eckenbrecht hinzu, welcher sofort ein Boot, welches auf dem Rübsamen'schen Baggerplatz, im Trocknen lag, mit Hilfe Anderer auf das Eis brachte und nach der Stelle schleifte. Nur dadurch wurde es möglich, den Jungen hcrauszuziehen, welcher wohl über eine halbe Stunde im Wasser sich gehalten hatte. Der Junge lebte noch und wurde auf dem Rücken eines Mannes nach dem Bahnwärterhäuschen am Rodberg getragen. Leider wurde er hier in ein kaltes Reseroehäuschen gebracht, anstatt in die Wohnung des Bahnwärters. Er wurde hier entkleidet und mit Kleidern des Sohnes vorn Wärter des Tonnenschuppens frisch angekleidet. Vierheller, der Wärter, und dessen Frau, sowie der Bahnwärter Massing, gaben sich alle erdenkliche Mühe, den Jungen zu sich zu bringen, leider vergebens. Der später hinzugekommene Arzt konnte auch nicht weiter helfen. Fragen: 1) Es ist hinlänglich bekannt, daß auf dem Woog Stellen sich vsr- finden, die äußerst selten zufrieren und nur dann mit einer dünnen Schichte Eis. Müßte nicht hier ein Warnungszeichen angebracht werden? 2) Warum wird vom Eiswart des Eisvereins, der meines Wissens gestern auf dem Woog seine Bahn hatte, das Eis nicht auf seine Festigkeit geprüft? Ein Freund des Eissports. — Herr Friedr. Röse, Sohn des verstorbenen Herrn Univ.-Tanz- und Fechtmeisters H. Röse, ist zum Großherzogl. Univ.-Tanz- und Fechtlehrer ernannt worden. — Bekanntlich war projektirt, das neu zu erbauende chemische Laboratorium neben der Aula auf der Seite nach dem Ludwigsplatze hin, zu errichten. In den letzten Tagen soll nun, wie man uns mittheilt, ein neues Projekt ventilirt werden, welches, wenn es sich verwirklicht, nur zu begrüßen wäre. Anstatt neben der Aula, soll das Laboratorium derselben gegenüber zu stehen kommen und würde der Platz in der Mitte zwischen beiden,Gebäuden zur Aufstellung des Liebig-Denkmals benutzt werden können. Die Stadt soll hierzu einen Zuschuß leisten und darf man erwarten, daß die Herren Stadtverordneten einem billigen Verlangen wohl Rechnung tragen werden. * Gießen, 19. Februar. (Historischer Verein. Schluß.) Im Weiteren schilderte Herr Prof. Dr. Buchner die verderbliche Wirthschast, welche in der Bibliothek um sich gegriffen hatte und durch welche ein großer Th eil der kostbarsten Werke verloren gegangen war. Eine später angestellte gründliche Untersuchung brachte Vieles an den Tag: Leichtsinn und sogar Diebstahl hatten dazu beigetragen, daß Bücher und Münz- fammhingen verschwunden waren. Freilich war an den Bibliothekar, der sein Amt eigentlich nur nebenbei betrieb, eine starke Zumuthung insofern gestellt, als er in ungeheizten Räumen seinen Pflichten obliegen mußte und in Folge dessen wohl besonders im Winter sich nicht allzusehr für die Sache begeistern konnte. Redner hatte seinen Vortrag vortrefflich ausgearbeitet und mit vielem Humor gewürzt. Herr Dr. Haupt, der zeitige Universitätsbibliothekar, sprach über den angeblichen Pfahlgraben im Spessart und klärte die Versammlung über die Nichtigkeit der bisher glaubhaft gewesenen Behauptungen auf, indem er seine Entdeckungen, auf Kenntniß von Land und Leuten bauend, mit voller Ueberzengung kundgab. Nach früheren Aufzeichnungen sollten im Spessart eine große Anzahl Pfahlgraben resp. Grenzwälle vorhanden gewesen sein und noch in neuerer Zeit wurden diese Forschungsergebnisse als maßgebend anerkannt. Redner hat sich auf seiner Forschungsreise aufs Genaueste überzeugt, um die Überlieferungen von früher für nichtig zu erklären; selbst der berühmte römische Ringwall, der in der Gegend von Butzbach in den Spessart entlaufen und bei Freudenberg den Main erreichen sollte, ist nur ein Gebilde^ der Phantasie, und so lebt denn alles nur in der Sage, wie Herr Dr. Haupt zum iLchlusse seines hochinteressanten Vortrags betonte. Den Schluß der Sitzung bildete der Vortrag des Herrn Professor Gareis, welcher fick das Thema: Raubritter und Fehden gewählt hatte und seine Rede damit einleitete, daß die meisten Raubrittererzählungen nur als Sagen aufzufassen seien. Ein Emicho von Nieder-Jngelheim habe jedoch wirklich exiftirt, wenn er auch ein schnurriger Kauz von einem Raubritter gewesen sei. Er zeichnete sich nämlich vor seinen Collegen dadurch aus, daß er weniger mordete und plünderte, als seine Macht geltend machte, indem er den Landleuten verbot, die Felder zu bebauen, oder ihnen im Herbst die Kelterpressen fortnahm, damit sie den Zehnt an Wein nicht an die Lehnsherrn (meist Klöster und Stifte) abliefern konnte und so den letzteren schweren Schaden zufügte. Besonders litt!>as Mainzer Stift von St. Stephan dabei und setzte endlich beim Erzbischof eine Sühne für Emicho durch. Mit 50 Rittern sollte er einen öffentlichen Büßergang vor der Kirche thnn und den angerichteten Schaden durch Ratenzahlungen ersetzen. Ob dies aber geschah, darüber verlautet nichts. Redner eröffnete uns einen Einblick in die damaligen Rechtsverhältnisse und stattete seinen Vortrag ebenfalls mit vielem Humor aus. Daß die Versammlung mit großem Interesse den Vorträgen folgte, bedarf wohl keiner weiteren Erörterung. — Der Westphälische Hof (Windhof) wurde heute für 19 000 JL von Herrn Ehr. Duill in Wieseck gekauft. Die Wirthschaft kommt durch diesen Kauf in gute Hande. Herr Duill ist als gewandter und reeller Wirth bekannt. BerMöschles. ][ Darmstadt, 19. Februar. Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Ihre Großherzogliche Hoheit die Prinzessin Irene sind heute Abend 10 Uhr nach Petersburg abgereift, um der Großfürstin Elisabeth einen Besuch abzustatten, welcher voraussichtlich nicht unter vier Wochen andauern wird. Im Gefolge der Höchsten Herrschaften reisten die Hofdame von Grancy und der Flügeladjutant Oberft- lieutejiaiit Wernher. — Heute Abend geht, und zwar mit einer Aufführung der Darmstädter Lokalposse „Datterich" seitens Mitglieder des Melomanenvereins, der Bazar zum Besten eines Asyls für verwahrloste Kinder zu Ende, welcher von Dienstag an im hiesigen Saalbau abgehalten worden. Die Betheiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung war eine sehr rege; dementsprechend sind ganz stattliche Summen für den beregten milden Zweck flüssig geworden, am ersten Tage allein schon beinahe lOOOOjfc Der Großherzog und die Grobherzogliche Familie beehrten den Bazar täglich mit ihrem Besuche und die Prinzessinn.'n Victoria und Irene waren selbst in bulgarischem Nationalkoslüm in einer Bude al.> Verkäuferinnen thätig. Sie verkauften fast ausschließlich Gegenstände, welche die Großfürstin Elisabeth und der Fürst von Bulgarien für den Bazar gespendet hatten. In dieser Bulgarenhütte wurden allein am ersten Tage 1400 Jt., am zweiten 2000 gelöst. Das Arrangement befriedigte allgemein. Handel und Derl?ehs Gießen, 20. Februar. Auf dem heutigen Markt Mete. Butter per Pium JL 0.80—0.95, Hühnereier pr- Sick. 5—6 Enteneier St. O—O Käse pr. St. 4—8 Käsematte 3—0 3b Erbsen pr. Liter 23 H, Linsen 32 Tauben per Paar 0,80 bis 1,10 /H, kühner per Stück X 130—1.80, Hahnen pr. Stück JL 1.50—2.20, Enten per Stück' X 1 80—2.20, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 H, Kuh- und Rindfleisch 54—56 Schweinefleisch 52—60 H, Hammelfleiich 50—66 Kalbfleisch 48—50 Kartoffeln per 100 Kilo 3.70—4.00, Milch per Liter 12—18 H, Zwiebeln per Centner vtt 7.00-7.50. Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gieße«. A«7gebote. Februar: 17. Kaufmann Heinrich Wilhelm Fritsch mit Johanna Henriette Auguste Katharine Fürst, Tochter des »erstorbenen Möbelfabrikanten Friedrich Fürst von Gießen. Geborene. Februar: 7. Dem Pumpenmacher K»nrad Hamel ein Sohn. 10. Dem Schuhmacher Julius Richter ein Sohn, Hermann Karl Friedrich. 10. Dem Schutzmann Peter Mulch eine Tochter. 11. Dein Metzger Georg Scherf eine Tochter. 11. Dem Steinbrecher Wilhelm Valentin eine Tochter, Marie Katharine. 12. Dem Bremser Ernst Franz eine Tochter, Marie Susanne Karolinc. 13. Dem Schlosser Wilhelm Schumann eine Tochter. 17. Dem Schreinermeister Philipp Müller eine Tochter. Gestorbene. Februar: 13. Ludwig, 4Vr Jahre alt, Sohn des Schreiners Philipp Hofmann VI. in Heuchelheim. 15. Georg Wilhelm, 7 Monate alt, Sohn des Oeconomen Philipp Schwan I. 16. Anna, 3 Jahre alt, Tochter des Musikers Philipp Laucht in Gleiberg. 16. Der Küfer Jacob Georg Bopp, 60 Jahre alt, von Assenheim. 16. Christine Scharmann, 74 Jahre alt. 17. Otto, 5 Jahre alt, Sohn des Wirths Wilhelm Feuser von Gleiberg. 17. Der Taglöhner Leopold Betz, 48 Jahre alt, von Ober-Erlenbach. 17. Henriette Valentine Louise Rosalie Kuhn, 75 Jahre alt. Auszug aus deu Kirchenbücher« der Stadt Gieße«. Evangelische Geineinde. Getaufte. Den 14. Februar. Dem Schlosser Josef Huber eine Tochter, Johanna Friederike Julie, geboren den 21. November. Denselben. Dem Kaufmann Gerhardt Bötz eine Tochter, Auguste, geboren den 7. November. Den 18. Februar. Dein Wirth Georg Konrad Karl Abel eine Tochter, Emma Elisabeth, geboren den 14. Januar. Beerdigte. Den 19. Februar. Christine Scharmann, geb. Spieß, Wittwe des Schlossermeisters Philipp Scharmann, alt 74 Jahre, starb den 16. Februar. lieber Netter'S Haarwasser. Es kann nicht genug wiederholt werden, und ist auch darüber schon Vieles von Autoritäten geschrieben worden, daß Oele und Pomaden die Hautooren nur verstopfen, in Folge Zutritts des Staubes sich eine Schichte bildet, welche oie Hautausdünstung verhindert, die Haarwurzeln erstickt und dadurch Kopsleiden und kahle Stellen erzeugt. Und dennoch gibt es noch eine Unzahl Leute, die int bLncen Vertrauen auf schwindelhafte Neclame — unbedacht, ob das Versprochene zu erfüllen möglich sei — Hunderttausende für schädliche Haarmittel ausgeben und in dem Wahne leben, neue Haare auf kahlen Stellen zu erzeugen, während sie damit doch nur den Charlatanismus unterstützen und ihrer Gesundheit schaden. Wäre es denn nicht viel vernünftiger, bei Zeiten von dem unnatürlichen Dressiren der Kopfhaare abzulassen und dafür ein wirklich gutes conservirendes Haarmittel statt der insgesammt schädlichen Oele und Pomaden zu gebrauchen? Als ein solch' verläßliches und unschädliches Mittel kann das Haarwasser von Carl Retter in München nicht genug empfohlen werden, da dasselbe laut Gutachten hervorragender Autoritäten, wie Professor Dr. v. Wittstein rc. re-, Alles enthält, um das Haar feucht, weich, glänzend und die Kopfhaut immer thätig und weich zu erhalten, sowie die lästigen Schuppen innerhalb acht Tagen gänzlich zu entfernen. — Zu beziehen per Flac»n ä 40 und «74 1.10 bei Herrn I. H- Fuhr, Sonnenstraße 25, Gießen- Broöpreise vom 21. Februar bis 7. März 1886. der Bäcker H 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27 2 „ (4 Pfd.) Weißbrod .... 54 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 24 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 48 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 21 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 42 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei K- Haas, L- Keil, I. Lein . 63 der Brodverkäufer H 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27 2 „ (4 „ ) „ .....54 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 24 2 (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 48 3 ■„ (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte — 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 21 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 42 3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 63 Gießen, den 20. Februar 1886. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Altkalholischer Gottesdienst. Sonntag -en 21. Februar findet in der hiesigen Stadtkirche um 11 Uhr altkatholischer Gottesdienst statt. Die Hostoersteigerung vsm 19. d. Mts. in der Oberförsterei Schiffenberg ist genehmigt. Die Abfuhrfcheine können vom 27. d. Mts. an bei Großh. Rentamt Gießen bezogen werden. Die Ueberweisung des Holzes erfolgt Montag, den 1. März d. I. Gießen, am 20. Februar 1886. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. 1219 Holzversteigerung im Ettingshäuser Gemeindewatd. Donnerstag den 25. Februar soll in den Distriktes Kohlstrauch und Altelicherweg nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 57 Stück Fichten-Derbstangen mit 2,66 Festm. Inhalt, 1223 Stück Fichten-Reisstangen mit 10 Festm Inhalt, 48 Rm. Buchen-Scheitholz, 83 w „ Knüppel, 14000 Buchen-Durchforstungswellen, 2374 „ Wellen Astreisig, 53 Rm. Buchen-Stockholz. Freitag den 26. Februar in dem Distrikt Klingezüpfen: 193 Rm. Nadel-Knüppel, 2 Meter lang (Grubenholz), 21 Rm. Eichen-Knüppel, 9025 Eichen- und Nadel-Wellen, 267 Eichen- und Nadel-Stockholz. Der Anfang ist jedesmal Morgens 9V2 Uhr, am ersten Tage im Kohlstrauch, am zweiten Tage im Klingezüpfen. Ettingshausen, 18. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. Launspach. 1201 Dienstag den 2. März, Nachmittags 2 Uhr, werden im Hause des verstorbenen Glaser- Meisters Chr. D. Fillrnanrr, auf dem Kirchenplatz, die zu dessen Nachlaß gehörigen Gegenstände: gut erhaltene Möbel, Betten rc., namentlich 1 Glasschrank mit Spiegelscheiben, Commode, Kleiderschränke, Sopha's, Tische, Stühle, Bettstellen und sonstiges Mobiliar versteigert. 1226 Im Auftrag: Müller. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Betr.: Die Stiftungen der Frau Hofgerichts-Rath von Krug und ihres Sohnes des Hofgerichts-Raths Dr. Karl von Krug. Anmeldungen zum Bezüge von Zinsen aus den oben bezeichneten Stiftungen, welche nach Beschluß der Stadtverordneten-Bersammlung vom 16. September 1875 an 30 Stadtarme, deren Auswahl dem Stadtvorstande zusteht, ausbezahlt werden sollen, sind bis 1. März schriftlich oder mündlich bei der unterzeichneten Stelle einzubringen. Gießen, den 18. Februar 1886. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ___________________________A. Bramm._______ 1229 Bekanntmachung. Betr.: Die Stiftung des Gemeinderaths Friedrich Lony. Anmeldungen zum Bezüge von Zinsen aus der oben bezeichneten Stiftung, welche nach § 3 des Testaments resp. nach Beschluß der Stadtverordneten- Bersammlung vom 16. September 1875 an 18 Stadtarme, deren Auswahl dem Stadtvorstande zusteht, ausbezahlt werden sollen, sind bis zum 1. März schriftlich oder mündlich bei der unterzeichneten Stelle einzubringen. Gießen, den 18. Februar 1886. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 1230 Bekanntmachung. Das 5. und 6. Ziel Communalsteuer pro 1885/86 kann in den nächsten 8 Tagen an den Zahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkasse bezahlt werden. Gießen, den 20. Februar 1886. Der Stadtrechner: 1213____________________________________H. EnderS. Wegen Aufgabe des Geschäfts der Frau Auguste Frieffe haben wir die Annahme der Gegenstände für unsere Hof-Schönfärberei und chemische Waschanstalt Herrn Albert Behrend, dort übertragen und halten uns bestens empfohlen. 1215 A. & G. Dreyer, Hannover. 323 Carl Loos, am Kirchenplatz. C. W Dietz Nachfolger. Bon Bremen nach Newyork in 9 Tagen mittels den neu eingerichteten Dampfern des Norddeutschen SLJoyd. Zur Beförderung von Auswanderern nach allen Häfen Amerika’s und zu gleichen Preisen wie an Dafenplätzen hält sich unter Zusicherung reeller Bedienung bestens empfohlen Holz-Versteigerung im Albacher Grmeindrwald. Donnerstag den 23. d. M«, Vormittags von 9V2 Ubr an, sollen in den Distrikten Mühlberg, Eisernhand und Kreuzholz nachstehende Holzsortimente versteigert werden: 70 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 74 „ „ Knüppel, 29 „ „ Stöcke, 1000 Buchen-Wellen, 18 Rmtr. Eichen-Knüppel, 4 „ Nadel- „ 17 „ Eichen- und Nadel-Stock- holz, 500 Eichen-Wellen, 900 Nadel- „ 70 Eichenstämme von 17—40 Ctm. Durchmesser, 5—11 Mtr. Länge enthaltend 30 Festm., 150 Naselstämme von 14—36 Ctm. Durchmesser, 5—18 Mtr. Länge, enthaltend 50 Festm., 11 Festmeter Nadelstangen von 5 bis 10 Mtr. Länge. Die Zusammenkunft ist im Distrikt Mühlberg, und wird noch bemerkt, daß das Brenn- und Lagerholz zu gleicher Zeit zur Versteigerung kommt. Albach, den 19. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Albach. ___________Balser._______1208 Brermholz- Versteigerung in dem Licher Gemeindewald. Donnerstag den 23. L M. werden in den Districten Mönchköpfe und Eisenkaute versteigert: 66 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 501 „ „ Knüppel, 70 „ Eichen- u. Aspen-Knüppel, 853 Eichen- und Weichholz-Wellen, 235 Rmtr. Buchen-, Eichen- u. Weichholz-Stöcke. Die Zusammenkunft findet statt am Burkhardsfelder Weg, zunächst am Licherfeld bei dein Steinbruch. Der Anfang ist in den Mönchköpfen Morgens 9 Uhr. Lich, den 17. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Lich. Walz. 1146 ZM- Dkarktstraße 32. -MG Marktstraße 32. Marktstraße 32 1196 Marktstraße 32. "ZAG wwt W »WM « und Vortheilhaft kaufen will, der komme Marktstraße 32 in billiaen ftl* 8«Öen, da ich nur noch bis Ende dieses Monats da bin und den Rest <*9 meines Lagers zu jedem annehmbaren Preise abgeben werde. Heute frische Sendung Helgoländer Angel-Schellfische, Ungar. Capaunen, Kieler Sprotten und Bücklinge bei 1222 C. HLleinhetm. Die Dampf-Kaffee-Brennerei von A. Zuntz sel.Wwe., bringt ihre Spezialitäten Gebr. Java-Kaffee’s in empfehlende Erinnerung. Sorgfältigste Auswahl und Mischung nur feinster Rohsorten, veibanden mit rationeller Brennmethode garantiren ein stets gleichmässig vorzügliches Product, das allen anderen Sorten gegenüber eine Ersparniss von 25% gestattet. 124 Alleinige Niederlage in Glessen bei Herrn J. 91. SehuBtoof, in Lieh bei Herrn Otto StÖCkicht. Proben auf Verlangen gratis. Die schönsten pr. Stück 20 1233 __A Koch Nachfolger. Geschäfts- und Wohnhäuser in schönster Lage stehen zu verkaufen. Näheres bei 1204 K. Klees Ludwigstr. 5. 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Heute Sonntag den 21. Februar 1886: Gross©® Conoert ausgesiiljrt von dec G-eB@Hsoh.aft Schäfer, gen. Ohr. Anfang Nachm. 4 Uhr, Abends 8 Uhr. — Neues Programm. Für Platz ist bestens gesorgt. Director Schäfer. Sonntag den 21. Februar: Theatralische Abendiinterhaliimg auf Lony’s Bierkeller. Anfang 8 Uhr. — Entree 25 Pfg. 1211 Der Vorstand. TANZ-MUSIK Sonntag den 21. Februar bei 1212 _______ H. Schmidt II , Grünbergerstraße. 1214 Or. phil. Leopold Königer hierdurch mit. Gießen, den 20. Februar 1886. 1224 Die Beerdigung findet Montag Nachmittag um 3 Uhr statt. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag, Nachmittag um 3 Uhr, vom Sterbehause Schillerstraße 23, aus statt. Statt jeder besonderen Anzeige theilen nur Freunden und Bekannten den heute morgen 9 Uhr erfolgten Tod unseres innigstgeliebten Vaters, des Heinrich Pfaff im Alter von 13 Jahren plötzlich zu sich zu rufen. Gießen, 20. Februar 1886. Wilhelm Königer. Marie Königer. Todes-Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten theilen wir hierdurch statt jeder besonderen Anzeige mit, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, gestern Nachmittag unseren innigst geliebten Sohn und Bruder 1206 Ein mit guten Zeugnissen versehener, angehender Commis, in der Kurzwaarenbranche tbätig, sucht Engagement für Eomptoir oder Lager- Gest. Offerten befördert die Exp. d- Bl. Ein Junge kann sofort in die Lehre treten bei Karl Ludwig, 1231 Schmiedemeister in Lich. 1221 Ein Logis zu vermiethen bei Metzger Hofmann, Wallthorstraße 13. 1217 Zwei schön möbl. Zimmer, zusammen oder getrennt, auf Mitte März zu vermiethen. Bahnhofstraße 24 I. 1228 Ein kleines Logis zu vermiethen, sowie zwei Arbeiter können Schlafstelle erhalten.________‘_________Löwengasse 19. 1207 Die Parterre-Wohnung meines Vorderhauses ist Wegzugshalber pr. 1. Mai zu vermiethen. C. Seipp Wwe., Südanlage 21. 1203 Ein Logis, 1. Stock, 4—5 Zimmer an ruhige Leute zu vermiethen. Georg Lüdeking, Teufelslustg. 8. 1218 Eine Wohnung in meinem Vorderhaus, bestehend aus 3 Zimmern und Corridor nebst Zubehör, ist zu vermiethen und am 1. April zu beziehen- Casp. Schomber, an der Rodheimerstraße. Mermischte Anzeigen. 1133 An hiesigem Platze wird ein angehender Commis mit guten Zeugnissen für kl. Reisen und Comptoir gesucht- Offerten befördert die Exped. d- Bl. Die Lieferung der zur Einfriedigung unseres Fabrikgebäudes in Heuchelheim erforderlichen Lungstein-Sockelplatten — 52,15 Meter, — 17 Postamentsteinen, sowie 3 Pfeilern, ferner die Herstellung eines eisernen Geländers mit Thor, in gleicher Länge, soll vergeben werden. Offerten erbitten unter „Heuchelheim" an die Expedition dss. Blattes. Zeichnung auf unserem Comptoir in Heuchelheim. 1234 Busch ö» Mylius. 1200 Zwei bis drei Zimmer, mit oder ohne Küche, auf der Sommerseite auf 1. April zu miethen gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl._________ Vorträge in der Herberge zur Heimath. Sonntag den 2t. Februar, Abends 8 Uhr, Friedrich der Große nach dem siebenjähr. Kriege. 1210 Dingeldcy. Pfarrer. 1216 Die neuesten Muster, nach denen Damen- und Mädchenftrohhüte für kbsssb 60—80 Pfg. eraeQD gewaschen, gefärbt und moderniffrt werden, sind eingetroffen und werden Umänderungshüte jetzt schon angenommen. Auch werden die feinen Farben, wie nilgrün, beige, tabock, gold rc. hergestellt. Albert Behrend. Äusseryerichtl. Vergleich. Alle Gläubiger des Th. K. Schmidt hier, werden ersucht, mir unverzüglich ihre Forderungen anzuzeigen. e 1225 O. Weidig, Rechtsanwalt. Montag: Löwen. -H- 98 A Redaction: A. Schcyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer enthält 3 Blätter.