ein. b \ ‘SVhr, rt 9 bestehend -)) Copcert- atsche) und hydn. • Schubert S e e tho v en; sitz a Ä 3,50) ________3836 1. 19. Mai: certe gtrgefdlfdjaft nntljal, ®N Kchuhylattler). OPf. M Anzeige die liegennuttET, iebenen: in. ittig< ' non läberioD60 ia * Al>"" Sw«**’ L-Ls-- Rr. ? 66 Erstes Blatt. Donnerstag dm 20 Mai LG86 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. •WWM61 e*uift«f« Lvsch.mt «SziW mit ■Mnatr.x W M«i». ®W» »iertefja^n^ S Mart rs W. mit «rck-E« Durch vir Poft bezogen vrertel^IhrUch 2 Mar? 56 Amtlicher Tßeil. Bekanntmachung. Betreff: Die Vertilgung der Raupennester. Die Garten- und Feldbesitzer der Gemarkung Gießen werden hiermit aufgefordert, bis zum 31. l. Mts. an Bäumen, Sträucher und Hecken die Raupennester zu vertilgen. Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht Folge geleistet haben werden, verfallen nach § 368, pos. 2 des Reichsstrafgesetzes in eine Geldstrafe bis zu fechszig Mark oder in eine Haftstrafe bis zu vierzehn Tagen. Außerdem wird die Vertilgung der sich vorfindenden Raupennester auf Kosten der Säumigen angeordnet werden. Gießen, am 18. Mai 1886. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. __Fresenius.__ Bekanntmachung. Herr Hofgärtner Noack auS Darmstadt wird, seinen letzten Bortrag über Obstbauwzucht und Obstverwerthung in Lang-Gons Sonntag den 23. Mai, Nachmittags 3 Uhr, in der Rompfischen Restauration am Bahnhofe halten. Alle Mitglieder des landwirthschaftlichen Vereins, sowie alle Freunde der Landwirthschaft werden hiermit zu diesem Vortrage eingeladen. Gießen, den 17. Mai 1886. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. __Nover.__ Gießen, den 17. Mai 1886. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen an die Herren Bürgermeister des Kreises. Ich ersuche Sie, vorstehende Bekanntmachung zur Kenntniß Ihrer Gemeindeang^örigen zu bringen und dieselben auf diesen lehrreichen Vortrag noch besonders aufmerksam zu machen. Nover. Deutschland. Darmstadt, 15. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 12) enthält: 1. Ueberstcht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Erbach i. O. pro 1886/87. 2. Dienstnachrichten: Am 8. März wurde der Amtsgerichtsdiener in Michelstadt Adam Appel zum Aultsgerichtsdiener in Groß-Umstadt, an dems. Tage wurde der Amtsgerichtsdiener in Nieder-Olm Heinrich Kopp zum Amtsgerichtsdiener in Reinheim, an dems. Tage wurde der Fuß-Gensd'arm Gustav Zotz zu Goddelau zum Amtsgerichtsdiener in Nieder-Olm ernannt; am 10. März wurde dem Schullehrer Karl Ludwig Röder zu Eichelsachsen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rebgeshain, an dems. Tage wurde dem Schullehrer Heinrich Traumüller zu Rebgeshain die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eichelsachen, am 11. März wurde dem Schulamtsaspiranten Adolf Weiffenbach aus Hahnheim eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schornsheim, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Johs. Schlamp aus Neu-Bamberg eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Nierstein, am 16. März wurde dem Schulamtsaspiranten Karl Konrad Diehl aus Eudorf die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Billertshausen, am 19. März wurde dem Schullehrer Heinrich Schiff zu Mainflingen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Laubenheim übertragen; am 24. März wurden der Reallehrer Dr. Adolf Helmsdörfer zu Bingen und der Lehrer an der Volksschule zu Worms Karl Georg Spielmann zu Lehrern, sowie die Privat-Lehrerinnen Amanda Räder, Bertha Schulz, Marie Haller, Anna Schulz in Worms zu Lehrerinnen — an der höheren Mädchenschule zu Worms, sämmtlich unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, bezw. -Lehrerinnen und mit Wirkung vom 1. Mai l. Js. an ernannt; am 26. März wurde der von dem Herrn Grasen von Schönborn-Wiesentheid auf die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Heusenstamm präsentirie Schullehrer Mathias Joseph Rauen zu Vynen für diese Stelle bestätigt; am 29. März wurde dem Schullehrer Konrad Hahn zu Bad Nauheim die Lehrerstelle an der Volksschule zu Gießen, am 31. März wurde dem Schulamtsaspiranten Josef Moser aus Haltenhofen, im Königreich Bayern, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Jügesheim übertragen; am 1. April wurde der Hülfsheizer Otto Müller auL Chemnitz zum Heizer bei den Oberhessischen Eisenbahnen ernannt. 3. Concurrenzeröffnungen: Erledigt sind: Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Höcgenau mit einem jährl. Gehalt von 900 Darmstadt, 17. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 12 enthält: 1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, die Erbauung der Nebenbahn von Darmstadt nach Griesheim betreffend. 2. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, die Erbauung der Nebenbahn von Darmstadt nach Eberstadt betreffend. Darmstadt, 18. Mai. sZweite Kammer der Lcmdstände.j Nach längerer Unterbrechung nahm die II. Kammer heute ihre Berathungen wieder auf. "Nach Verkündigung einer Reihe von neuen Einläufen und Berichtsanzeigen Ling man zur Tagesordnung über und bestätigte zunächst die Neuwahl eines Landtags- «bgeordneten für oen Bezirk Darmstadt-Großgerau, die in Folge des Ausscheidens des nunmehris.n Ministerialrathes Baur aus der II. Kammer stattgefunden hatte und auf Herrn Earl Hechler, Secretär bei Großh. Brandversicherungs-Commission, gefallen war. Hierauf fand die Vereidigung des betr. Herrn statt. Einstimmig wurde sodann beschlossen, einer Beschwerde des Gastwirths Kübel in Herbstein wegen der Gerichtsfahrten nach Freiensteinau und dem Ansuchen desselben an Großh. Regierung, diese Fahrten durch Submission an den Wenigstnehmenden zu vergeben, keine Folge zu geben. Bezüglich der Vorstellung der Revisions-, Buchhaltungs- und Calculaturbeamten der Großh. Oberrechnungskammer, der Buchhaltung Großh. Ministeriums der Finanzen, einschließlich des Katasteramtes, der Großh. Hauptstaatskasse, sowie der Main-Neckar- Bahn, dahin gehend: „Hohe II. Kammer der Landstände wolle die Eintheilung der 94 in Betracht kommenden Rechnungsbeamten nach Dienstaltersklassen mit einem Maximal- gehalte von 3600 JL bei der Großh. Regierung hochgeneigtest in Anregung bringen", wurde der Ausschußantrag einstimmig angenommen, der rubr. Vorstellung keine Folge zu geben. Der Ausschuß wurde dabei von der Erwägung geleitet, daß es bedenklich sei, nach so kurzer Zeit eine abermalige tiefgreifende Aenderung in der Gehaltsregulirung der fraglichen Beamtenklasse vorzunehmen. Außerdem hält er es für unthunlich, daß das von den Petenten gewünschte System nur bei ihnen und nicht zugleich auch bei allen anderen Beamtenkategorien eingeführt werde. In ähnlicher Weise erklären sich die Herren Abgg. Schröder und Wolfs kehl. Letzterer würde es freudig begrüßen, wenn Großh. Regierung die Durchführbarkeit der in Frage stehenden Einrichtung in Erwägung ziehen wollte. Bezüglich der Abänderung des Art. 5 des Gesetzes vom 12. Octobcr 1870, die Pensionirung der Volksschullehrer betr. waren von den Abgg. Küchler, Möhn und Schröder Anträge gestellt worden. Die Abgg. Küchler und Möhn hatten ihre Anträge^zurückgezogen zu Gunsten des Antrages Schröder: dem Absatz 1 des Art. 5 folgende Fassung zu geben: „Die Dienstzeit wird bei Bestimmung der dem Schullehrer gebührenden Pension für die Schullehrer, die vor dem Jahre 1870 ihre Schlußprüfung bestanden haben, von dem Ablauf von 3 Jahren nach ihrer ordnungsmäßig erfolgten Entlassung aus dem Seminar an gerechnet." Für diesen Antrag sprechen die Abgg. Möhn, Han st ein, Schröder, Wolfs- kehl, Wasserburg, während der Ausschuß im.Einverständniß mit Großh. Regierung denselben abzulehnen bittet. Einstimmig wird endlich beschlossen, den Antrag an den Ausschuß zurückzuverweisen, da sich Großh. Regierung bereit erklärt, der Frage näher zu treten, wie etwa, vorkommende Härten und Ungleichheiten zu vermeiden seien. Bei Berathung über das Gesuch des Georg Pfeifer IV. zu Wohnbach, die Er- theilung eines Jagdwaffenpasses betr. stellte Abg. Ohly den Antrag, die Sache an den Ausschuß zurückzuver.weiscn. Derselbe wurde jedoch abgelehnt und der Ausschußantrag, dem Gesuch des Bittstellers keine Folge zu geben, da derselbe schon dreimal wegen Jagdvergehen bestraft sei, angenommen. _ Desgl. wurde der Vorstellung des Georg Zöppritz een. ans Stuttgart bezüglich des Verhaltens des Generalsecretärs Dr. Weidenhammer zu dessen Anerbieten, seine Kenntnisse zur Hebung der Milchviehzucht im Großherzogthum in anspruchlosester Weise zu Dienst zu stellen, keine Folge gegeben, da der Beschwerdeführer eine Abhülfe seiner Beschwerde durch das dem Generalsecretär vorgesetzte Ministerium des Innern und der Justiz herbeizuführen nicht ersucht hat und sich in Folge dessen II. Kammer noch nicht für zuständig hält. „ Desgl. beschließt man, der Vorstellung der Gemeinde Kirtorf, die Herstellung eines Feldwegs betr., keine weitere Folge zur Zeit zu geben. Das Gesuch des Philipp Metzger zu Darmstadt, entlassener Eondueteur der Main-Neckarbahn, um Rückzahlung von Beiträgen zur Civildiener-Wittwenkasse, wurde abschläglich beschieden. Die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, um Bewilligung von 654 JL zur Bestreitung der Kosten für die Beschaffung von Mobilien für daS Schullehrerseminar zu Bensheim aus den bei Errichtung von 2 Lehrsälen erzielten Ersparnissen, wurde einstimmig genehmigt. Man beschloß ferner Beitritt zum Beschluß I. Kammer, „aus den bei dem Neubau des Kreisamtsgebäudes zu Offenbach erzielten Ersparnissen zur Mobiliaraus- stattung des gedachten Gebäudes (nach Antrag der Herren Küchler und Kugler) die Summe von 600 zu bewilligen"; außerdem Großh. Regierung um eine Vor- läge zu ersuchen, nach welcher die Beschaffung und Unterhaltung der Mobiliarausstattung für die Kreisamtsgebäude in ähnlicher Weise wie für die Amtsgerrchtsgebaude ^^"D^Gesuch des Meyer Isaac Joseph zu Reichelsheim i. O. um Bewilligung einer Entschädigung für ein ihm getödtetes rotzkrankes Pferd wird abgelehnt. Die Beschwerde des Peter Hertel zu Unterschonmattenwag, Rückzahlung der von seiner Mutter zur Abhaltung von Seelenämtern an die katholische Kirche daselbst gemachten Schenkungen betr., wird gegen 6 Stimmen für erledigt erklärt, indem man dem Beschwerdeführer anheimgibt, den Rechtsweg zu betreten Abg Franck ergreift die Gelegenheit, sich über die betreffenden Krrchengesetze auszulassen. Staatsminister Finger Exc.: So lange ein Gesetz bestehe, müsse man sich daran halten. Er habe schon früher darauf hingewiesen, daß eine Revision der Kirchengesetze nur möglich sei, wenn der Bischofsstuhl besetzt wäre. Nur mit diesem Bischof der die Verhältnisse Hessens genau kennen müsse, könnten Verhandlungen gepflogen' werden, die zu ersprießlichem Ende führten. Daß wir den Bischof noch nicht haben sei nicht die Schuld der Regierung. Es seien keine Schritte gethan worden, bis vor 4 Jahren. Eine Einigung sei erst in allerkürzester Zeit erfolgt, die Designation durch Se. Heiligkeit den Papst habe aber noch nichtstattgefunden. Abg. Franck: Den Aeußernngen des Herrn Staatsministers nach zu urtheilen, sollten für Hessen wieder besondere Zustände geschaffen werden, wie sie in Preußen nicht beständen. Er erkläre dem Herrn Staatsminister, daß, solange solches im Auge behalten würde, er den gewünschten Frieden nicht erhielte. c . Bei Berathung über den Gesetzentwurf, betr. Abänderung der Art. 4a—50 der allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881, werden die Anträge des Abg. Schönberger abgelehnt, dagegen folgende Ausschußanträge angenommen: Art. 48 rote folgt zu fassen: Bei einer geringeren Entfernung als 3 Meter von der Eigenthumsgrenze kann die Errichtung einer Brandmauer erlassen werden, entweder wenn angenommen werden kann, daß das angrenzende Grundstück bis zu dem erforderlichen Abstand von 3 Metern unüberbaut bleibt, oder mit Zustimmung des Eigentümers des Grundstücks, in welch' letzterem Falle die Kosten einer später zu errichtenden Brandmauer Mangels vorhergegangener Vereinbarung der Interessenten nach Maßgabe des Art. 46 der Bauordnung aufzubringen wären. Ferner dem Art. 50 folgende Fassung zu geben: An der äußeren Brandmauer eines zu landwirthschastlichen Zwecken dienenden Gebäudes kann die Anbringung von Oeffnungen, welche aus Gründen der Landwirtschaft nolhtg sind, zugelassen werden. Solche Oeffnungen dürfen im Lichten höchstens ein und einhalb Quadratmeter Fläche enthalten und müssen durch eine starke, fest versteifte, in allen Theilen eiserne Thür, die eine mindestens 6 cm breite Steinsalze überdeckt, dicht »erschließbar gemacht werden. Sie sind, so lange nicht deren Offenhaltung nothlg ist, bei Vermeidung der in § 368,8 des Strafgesetzbuches vorgesehenen Strafe, verschlossen zu halten. Für Stallungen kann nach Bedürfniß an Stelle von Oeffnungen mit eisernem Verschluß die Anbringung von Fenstern gestattet werden. Nächste Sitzung: Morgen Vormittag 9 Uhr. Rußland. S-bastopol, 17. Mai. Der Kaiser hielt heute eine Truppenschau ab. Am Dienstag, dem Geburtstag des Thronfolgers, wird das Kriegsschiff „Tschesme" vom Stapel lausen. Amerika. Washington, 18. Mai. Das amerikanische Fischerfahrzeug „Ella Doughiy" aus Portland ist gestern aus Anordnung der kanavischen Behörden bei Cap Breton wegen Uebertretung der Fischereigesetze mit Beschlag belegt worden. Die Eigenthümer reklamirten bei den hiesigen Bundesbehörden. Telegraphische Depesche«. ttUflt. «»rrespondem»»«-«an. Berlin, 18. Mai. Reichstag. Ein dem Reichstage zugegangener Rechenschaftsbericht der Regierung über die Mvtive der Verordnung vom 11. Mai, betreffend die Beschränkung des Versammlungsrechts, weist namentlich auf die Lohnbewegungen unter der Arbeiterbevölkerung hin, welche den wirthschaftlichen Eharacter verlieren und zu socialdemokratischen Agitationen ausgebeutet werden. Außerdem liegen bestimmte Anzeichen vor, daß unter der in den öffentlichen Verkehrsanstalten beschäftigten Arbeiterbevölkerung fortgesetzte socialdemokratische Aufreizung stattfinde, welche die verhängniß- vollsten Folgen für die öffentliche Sicherheit und für die gesammten Verkehrsverbindungen mit der Reichshauptstadt haben könnten. Graf Herbert Bismarck hat wegen seiner Beförderung im Dienste sein Mandat als Reichstagsabgeordneter niedergelegt. Der Bericht der Reichsschulden - Commission wird der Rechnungs - Commission überwiesen. Es folgte sodann die erste Lesung der Zuckersteuer. Witte ist gegen eine Steuererhöhung und kündigt einen Antrag an, den jetzigen Steuersatz von 1 JL 60 bei- zubehalten. Nachdem noch Buhl und Helldorf für die Vorlage, Härle und Bock gegen dieselbe gesprochen, erfolgte der Schluß der Debatte. Die zweite Berathung findet Donnerstag im Plenum statt. Das Gesetz über die Begründung der Revision in bürgerlichen Nechtsstreitigkeiten wird in erster und zweiter Lesung angenommen. — Die Preßgesetznooelle wird von der Tagesordnung abgesetzt. Pari-, 18. Mai. Anläßlich des am Samstag im Palais des Grafen von Paris vor dessen Abreise nach Portugal stattgehabten Empfangs soll, wie in Depu- tirtenkreisen verlautet, von den Radicalen in der Kammer eine Interpellation eingebracht und zugleich die Ausweisung der Prinzen beantragt werden. Paris, 18. Mai. Die „Agence Haoas" bemerkt gegenüber der gemeldeten Absicht der Regierung, die Prinzen auszuweisen, es liege bis jetzt kein Anzeichen dazu vor. London, 18. Mai. Im weiteren Verlaufe der Unterhaus-Debatte über die Home Rule Bill erklärte der Unterstaatssecretär des Aeußern, Bryce, die Regierung sei nicht abgeneigt, die Wähler über die Nothwendigkeit der Bill zu befragen. Dänemark habe sich Island erhalten, weil der Insel eine besondere parlamentarische Vertretung gegeben wurde, dagegen hätten die Holländer Belgien und Dänemark Schleswig-Hol- tein verloren, weil diesen Ländern mäßige Zugeständnisse verweigert wurden. Die Demokratie könne nicht nach despotischen Grundsätzen regieren und die irische Partei wisse jetzt, daß die neugeborene englische Demokratie auf ihrer Seite fei. Er hoffe, dieselbe werde in friedlicher Haltung verharren, bis ihr Gerechtigkeit werde. — Die weitere Berathung wurde nach achtstündiger Debatte auf heute Nachmittag vertagt. — Der seitherige Generalsecretär des Unterhauses, Erskine May, welcher jüngst bei der Niederlegung seines Amtes zum Lord Farnborough ernannt wurde, starb gestern Abend, nachdem er noch kurz vorher der Unterhaus - Sitzung beigewohnt hatte. London, 18. Mai. Das Bureau Reuter meldet aus Zanzibar, Frankreich habe die ganze Komorogruppe in Besitz genommen. Der Vertrag ist am 21. April in Johanna unterzeichnet worden. London, 18. Mai. Im Unterhause erklärte Bryce, die Blockade der griechischen Häfen verhindere fremde Schiffe nicht, die griechischen Inseln zu besuchen, daher sei es nicht möglich, daß Mangel an Nahrungsmitteln entstehen und die Deputaten verhindert werden könnten, sich nach Athen zu begeben. Uebrigens sei der Befehlshaber des englischen Geschwaders angewiesen, nöthigenfalls besondere Vorkehrungen zu treffen. — Das Unterhaus nahm den Negierungsantrag an, wonach die irische Verwaltungsbill an vier Tagen in jeder Woche berathen wird. Gladstone glaubt, daß auch noch der größere Theil der nächsten Woche für die Berathung erforderlich sei, da viele Deputirte ihr Votum nicht nur im Hause abzugeben, sondern auch ihre Wähler davon zu verständigen wünschen. Lefevre befürwortete hierauf die Verwaltungsbill. Madrid, 18. Mai. In der Deputirtenkammer sprachen der Kammerpräsident Martos und der Ministerpräsident Sagasta ihre hohe Freude über die Geburt eines Königs mit der Versicherung aus, daß alle Spanier in treuer Gesinnung um den neuen König als den Vertreter des Friedens und der Ordnung sich zufammenschaaren würden. Das Haus nahm diese Erklärungen mit lebhaftestem Beifall auf. Eine ähnliche Erklärung wurde int Senate abgegeben und auch dort enthusiastisch aufgenommen. Der König wird den Namen Alfonso erhalten. Madrid, 18. Mai. Die Spitzen aller Staatsbehörden übermittelten der Königin tetegraphisch ihre Glückwünsche. Stockholm, 18. Mai. Der Reichstag ist heute ohne Thronrede geschlossen morden. Catania, 18. Mai. Der Aetna ist seit 11 Uhr Vormittags in Eruption; auf der Westseite des Centralkraters findet eine sehr starke Dampfentwickelung und Aschen- regen statt. Lokales. 6l. Gießen, 19. Mai. ^Sterblichkeit in Gießens Die Zahl des Todesfälle während der Woche vom 9. bis 15. Mai belief sich im Ganzen auf 8. Es wurde nur ein Kind betroffen, ein Knabe von zwei Jahren, welcher einer Bronchienentzündung erlag. Von den 7 erwachsenen Personen starben 4 an Lungenschwindsucht, eine an Verschwärung der Wirbelsäule, eine an Altersschwäche, eine an Herzbeutelentzündung. — Das gestern Abend in Stein's Garten stattgefundene Concert der Tyroler Sängergesellschaft Schöpfer aus Telfs erfreute sich eines guten Besuches. Sämmt- liche Piöcen des reichhaltig abwechselnden Programms wurden da capo verlangt, gewiß ein gutes Zeugniß für die Leistungen der Gesellschaft und werden die noch folgenden Concerte der günstigen Aufnahme und des guten Erfolges sicher sein. Gießen, 18. Mai. Der hiesige Turnverein (gegründet 1847) unternimmt am Sonntag, den 23 d. Mts., in Gemeinschaft mit andern benachbarten Vereinen, eine Turnfahrt nach Kloster Arnsburg. Diejenigen Mitglieder, welche die Tmn- fahrt zu Fuß mitmachen wollen, marschiren um 6 Uhr Morgens von der Turnhalle ab. Für die älteren Mitglieder und deren Familien soll ein Extrazug Mittags zur Hin- und Rückfahrt eingelegt werden. Um denselben rechtzeitig bestellen zu können, ist es nöthig, daß sich Diejenigen, welche sich daran betheiligen wollen, in den bei den Herren Daniel Heil, Lindenplatz, Louis Lind, Kirchenplatz, Fr. Kühn, Seltersweg und Carl ©Heber, Marktstraße aufliegenden Listen bis längstens Freitag Mittag 12 Uhr einzeichnen. Der turnerische wie musikalische Theil verspricht ein recht gelungener zu werden und bedarf es nur des heute eingetretenen prächtigen Frühlingswetters. Universität- - Chronik. Gießen, 19. Mai. Unterm 15. d. M. wurde Herrn Dr. F. A. Müller die venia legendi für das Lehrfach der Philosophie ertheilt; derselbe kündigt für das Sommer semester folgende Vorlesungen an: „Methodische Einleitung in die kritische Philosophie mit besonderer Rücksicht auf moderne Probleme" und „Ausgewählte Capitel aus dem Gebiete der Psychophysik". Geschichts-Kalender. 20. Mai. 1506. Christoph Columbus, der Entdecker Amerikas, gestorben. 1795. Jakobiner-Aufstand in Paris gegen die Convents-Regierung. 1798. Heinrich August Wilhelm Stolze, der bekannte Stenograph, geboren. 1871. Austausch der Ratifications - Urkunden des „Frankfurter Friedens" zu Frankfurt. Stiftung ber deutschen Kriegsdenkmünze. 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Sammt: verlangt, gewiß ? noch solgcnden t 1847) unter: inachbarteil Vn- wclche die Tnrn: n der Turnhalle tug Mittags zur eilen zu können, in ben bei den Zckersweg und Mittag 12 Uhr : gelungener zu swetters._______ A. Muller die kündigt für das n in die kritische ^gewählte Eapitel geboren. er Friedens" zu rk. L9° ben und ZM -uuM'L l im »*■ übiamen. Brennmaterial- Lieferung. Die Lieferung des für die Universitäts-Anstalten und das Gymnasium im Winter 1886/87 erforderlichen Bedarfes an Buchen- und Tannen- Scheitholz, sowie an Braunkohlen soll im Submifssonswege vergeben werden. Die bezüglichen Bedingungen können in unserem Geschäftszimmer, im Uni- versitäts - Kanzleigebäude, eingesehen werden, woselbst die Offerten, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 26. Mai, Vormittags 11 Uhr, einzureichen sind. Gießen, den 18. Mai 1886. Großh. Universitäts-Rentamt. ■3885 Schmitt. Bekanntmachung. Betr.: Revision der Handelsregister. Auf befugten Antrag sind im Firmenregister heute gelöscht nachstehende Firmen: 1. Hch. Seibert I. in Gießen. 2. JohS. Blitz in Gießen. 3. Louis Scharmann das. 4. David Stein in Heuchelheim. 5. W. H. Löber, Cigarrengeschäft en-gros in Gießen. 6. Georg Grieb in Gießen. 7. Heinrich Frech das. 8. Ludwig Hosch das. 9. Hch. Bepler das. 10. Abraham Stein in Heuchelheim. 11. Ludwig Lang in Gießen. 12. Johann K. Brühl das. 43. E- Hainbach das. 14. Andreas Weidig III. das. 15. August Plank das. 16. Klara Frodien das. 17. Karl Reinhardt das. 18. Valentin Wurmes das. 19. Susanne Marg. Weiß das. 20. Anton Bauer das. 21. Carl Rich. Textor das. 22. Ludwig Senner das. 23. H. Hoffmann das. 24. Konrad Pfeiffer III. in Großen- Buseck. 25. Löb Katz in Wieseck. 26. Hona Wallenstein in Großen- Buseck. 27. Amsel Stiebet in Allendorf a/Lda. 28. Josef Josef das. 29. Jonas Katz in Wieseck- 30. Salomon Meyerfeld Wittwe in Beuern. 31. Moses Löwenberg in Reiskirchen. 32. Meier Stiebet in Allendorf a/Lda. 33. Ph. Karl Schmidt in Gießen. 34. Friedrich Kreuder das. 35. W- E. Kegel das. 36. Simon Goldschmidt das. Gießen, den 13. Mai 1886. Großh. Amtsgericht. ________Müller. 3877 Bekanntmachung. Der Nachlaß des Landwirths Konrad Wenzel VI. von Lang-Göns ist von dessen Jntestaterben nur unter der Rechtswohlthat des Inventars angetreten und gerichtliche Rachlaßregu- lirung beantragt worden. Alle Interessenten werden demnach aufgefordert, ihre Ansprüche an diesen Nachlaß binnen 3 Wochen schriftlich oder mündlich bei der Gerichtsschrei- derei dahier anzumelden bei Meldung der Nichtberücksichtigung. 1 Gießen, den 17. Mai 1886. Großh. Amtsgericht. Müller. '3864 flefrornes täglich in verschiedenen Sorten empfiehlt die Conditorei von 3870 Heinrich Kinkel. Allgemeine Rentenanstalt zu Stuttgart Versicherungs-Gesellschaft auf volle Gegenseitigkeit ---------unter Aufficht der K. Württ. Staatsregierung. ■ ■■■■ Lebensversicherung, Renten-, Militär- und Aussteuer-Versicherung. 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Die Abfahrt des Ertrazuges wird Freitag bekannt gemacht. 3890___________________________Der Vorstand. Nübsamen sehe Baflp- M Mlfflll-Mlt ist eröffnet. Ganz ergebenst JL. JRii6>s«Maeüt, Turn- und Schwimmlehrer. LlederEränZ Sonntag den 23. Mai: Parthie nach Staufenberg. Abfahrt mit Extrazug nach Lollar 2 Uhr 45 Min. Rückfahrt 9 Uhr 15 Min. Billets ä 60 können von 2 Uhr ab am Bahnhof in (Smpfang genommen «erden. Kinder von Mitgliedern unter 14 Jahren fahren frei. 3869 DerBorstan d. Pianinos, Flügel u. Tafelklaviere. Vorzüglichste Fabrikate Deutschlands in bedeutender, sorgfältig getroffener Auswahl von über 100 Instrumenten, vom einfachsten bis zum hochfeinsten Concertpiano, nur neueste Systeme in Eisenconstruction. Preise: 450, 480, 500, 530, 560, 600 bis 2500 JL ------5jährige Garantie. Franco-Lieferung. 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