Nr. 391 Donnerstag een 19 Nngust 1«. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Dirrearrr Schulstraße 7. VoliLifche Ueberficht. England. London, 17. August. Der Socialist Williams erklärte heute vor dem Richter, er könne die ihm am 13. d. Mts. auserlegte Geldstrafe nicht zahlen. Williams wurde für zwei Monate in's Gefängniß abgeführt. Der socialdemo- kratische Bund beruft nächsten Sonntag eine Monstre-Versammlung in Trafalgar ein. Resolutionen werden vorgeschlagen, welche die Freilassung Williams' unb die Freiheit des Wortes für alle Parteien fordern. ^^W^?r/eierl;chketten des zweihundertjährigen Jahres- tages der Befreiung Ofens von oer Türkenherrschast haben in der unaa- rischen Hauptstadt bereits begonnen, und zwar mit der am Sonntag erfolgten Ausstellung. Die Minister, die Generalität, zahlreiche Relchstagsmitglieder, Consular-Corps u. s. w. wohnten der Feier bei, deren Mittelpunkt dre von Dsza gehaltene Rede bildete. In derselben wies der Mlmster-Prästdent auf die Bedeutung der Rückeroberung Ofens für die gesammte Christenheit hm und dankte den Nationen, die an diesem großen Werke tbeilae- nommen Tisza schloß mit der etwas frappirenden Wendung SV& t>er Roth jeder Feind, der Thron und Vaterland bedrohe, dem vereinten Hu- • «nF -n6 mn^rJ^en Kolkes und.des Heeres begegnen werde. Aus oer Rede des Minlster-Prästdenten iß jedenfalls als bemerkenswerth das Zugeständnis hervorzuheben, daß fremde Hilfe wesentlich zur- Befreiung Ofens mit beigetragen nnm ?nV T*1? Schluß zu ziehen sein, baß stch die Hauptfestlichkeit vom 2. September frei von magyarischem Chauvinismus halten werde. Boulanger in Schrift und Bild wird in Paris für 10 Centimes an allen Straßenecken feilgeboten. „Von mittlerm Wüchse, kräftig gebaut" so heißt es in dieser Verherrlichung des Kriegsministers, „vereinigt General Bou- •Q"9 @ alle Merkzeichen der Jugend und der Kraft. Sein Antlitz athmtt lene Kaltblütig eit, von der er erst kürzlich neue Beweise gegeben; das blaue Auge ist ^lebhaft und klar, unter der scharf geschnittenen Nase ragt ein dichter blonder Schnurrbart, in einen starken Vollöart übergehend, darunter ein Mund ^er selten lächelt, es sei denn, daß der General dem Familienvater weicht' ..n” tiefer kühne Soldat, dieser Offieier, tapfer wie sein Degen und bedeckt mit Narben, welcher im Dienste so scharf, so rauh sein kann, ist der beste aller Vater und wie alle Starken nur schwach gegenüber den Kindern." Diese Probe aus der neuesten Bethätigung des Boulanger-Cultus möge genügen. Der bekannte klerikale Leiter des royalistischen Wochenblattes Triboulet, Saint Patrice, hat eine Geldjammlung veranstaltet um dem Herzog von Aumale einen Ehrensäbel zum Geschenk zu machen Im Rundschreiben, in welchem Saint Patrice zur Betheiligung an der Geldsammluna - der Beitag eines Jeden ist aus 20 Franken festgesetzt - auffordert, wird verlangt, die Angelegenheit solle durchaus geheim gehalten werden. Jetzt nun 5ei£fporrn Schmerz erleben, zu sehen, wie alle Pariser I sem Schreiben, das sie dem Petit Centre von Limoges entlehnt haben, abdrucken. Ueorigens sollen die Royalisten gerade jetzt durchaus keine oroße Lust bezeigen, für dre Orleans in die Tasche zu greifen; wan sängt selbst in diesen Kreisen an, über den Geiz der Prinzen, namentlich des Grafen von Paris ^6 verstimmt zu werden. Besonders verübelt man es dem „Roy", daß er die 19 000 Franken, welche er für Wiederherstellung der Kirche von Eu versprochen W sU^ückzieht und sie erst zahlen will, wenn er aus der Verbannung zuruckgekehrt fein wird. Wie geizig übrigens die Prinzen von Orleans sind, erhell«, zur Genüge aus der Thatsache, daß sie ihre Loge in der Großen Oper ausgeboten haben,. ym ein paar Groschen he.rauszuschlagen! Sie sollen auch in einem gewiffen Lamonta, einem durch Börsen-Speculationen reich gewordenen Emporkömmling, einen Abnehmer gefunden haben. horfoiG?? bie kafferliche Kanal-Commission selbst organisirt und der Sitz für Elchen Rendsburg und Kiel in Frage kommen, bestimmt, so wird ?eÖe J“n9irenüß technische Personal zu beschaffen und erst ehe 'SiU * feilt voran- ge^cn , eye auch nur an den Grunderwerb gegangen werden kann. Abaeleben großen Endschleußen bietet der Kanalbau erhebliche technische Ä'n "uf deniemgen Strecken, in welchen er durch Moorboden Ä muß. Hier wird der Tracirung im Einzelnen auch besondere zu widmen und erst nach der eingehendsten Specialprüfung die end- glltige Feststellung vorzunehmen sein. Es wird daher bei aller Beschleunigung beqonneli^werden fonn Seit ”clfIie6ra' bis mi£ d-m Bau selbst Gm. ■in ^"erer Ferne steht °n!cheinend die Inangriffnahme der Rhein- b’e( Ausführung desselben ist bekanntlich die unentgeltliche Äa? R &e,t8n8 bet Interessenten gesetzlich als Bedingung gestellt. Bevor diese Bedingung nicht erfüllt ist, können die in dem Gesetze be- null gten Kredite nicht flüssig gemacht und daher selbst die speciellen Vorarbeiten «icht in Angriff genommen werden." ?"0arn steht noch unter dem Eindrücke des königlichen Hand- rKfAenr^ini^er,^-ä'?benlen ^a‘ Die Wirkung, welche dasselbe i* * *e ©timmung jenfeits der Leitha ausgeübt, muß eine fast verblüffende genannt werden — vor dem Erscheinen des förhrpifotis u S3MiUn3 befKben n«f/ommen zu lassen, und die Abwesenheit des von Italien, wttche ihrerseits durch die Thatsache vollständig erklärt f°‘u^9c.n m den Verhältnissen gelegen ist, daß der sre'A‘ Ut'9?(rn J61."™ deuischen Freund und Verbündeten auf österreichischem Boden begrüßt und daß zu diesem „Familienfeste" - man kaum- ^^"'i^b'teres so-nenn«!—-auch der im gleichen Orte weil-M deutsche Reichskanzler und sein Wiener College zugezogen wurden." ? Bundesrath wird diesmal frühzeitiger als gewöhnlich, nämlich schon in der zweiten Halste des Monats September, seine Thätiqkeit wieder aufnehmen Emer seiner ersten Berathungs-Gegenstände dürfte die V-r- RnftnnhP? Mn C Hamburg verhängten kleinen Belagerungs- Zustandes sein, dessen Gültigkeitsdauer bekanntlich am 1. Oktober b. Js. abläust. ~ erste Reichspostdampfer „Oder", welcher am 30. Juni die F^r9rt’°rift’9te,ne^aKen "a? 0|lafien “»Betreten hatte, ist in Hongkong am Shnn^n^fn^nS(£^frenflrUnbr ^at 13- August seine Reise nach Shanghai fortgesetzt. Am letzteren Tage hat auch der für die oflafiatische unh67b6U|es SDamPfer Hongkong verlassen, um über Uokohama und Nagasaki wieder nach Hongkong zurückzukehren. J Ausführung des Rord-Ostfee-Kanals und des Rhein- 8'Kanals geben d,e „Äerl Polrt Nachr." folgende Mittheilungen: . Gesetz über den Nord-Ostsee-Kanal ist in Kraft, der Präcipual- d^eußens b-willigt der Bundesrath hat über die Modalitäten^ der Bauausführung und tue Einrichtung einer kaiserlichen Kanal-Commission Be- .= tf ^wartet werden, daß der Bau selbst in 3* schon m Angriff genommen werben wird. Da bedarf es zunächst der Bildung der bezeichneten Kanal-Commission, zu der sich das Reich in Er- Ronde-Ni8 te 8en?r firsäfteQbas technische und administrative Personal^von den Bundesstaaten, m erster Linie von Preußen, überweisen lassen muß. Dasselbe ?lL”on b^r technischen Centralstelle zur Revision der Einzelprojecte und An- schläge und technischen lleberwachung der Bauausführung. ES liegt auf der U-berweisung die Ordnung einer Reihe von Fragen finan^eller und rechtlicher Natur um so mehr verbunden ist, als es stch um eine Bauausführung handelt, welche im Ganzen wohl 8 Jahre in Anspruch iivyinen tüiru* । in iiw i __I V.: v. Bechtold: ’ " ■™”E5SS_____ .____ — Die „Pall Mall Gazette" sagt, die Nachricht des „Standard" von heute über die bevorstehende Rückberufung der englischen Commissare für die afghanische Grenzabsteckung sei keineswegs autorifirt. Die vom „Standard" angeknüpften Commentare gäben ein falsches Bild der damaligen Lage. Dänemark. Kopenhagen, 17. August. Der König von Portugal traf Mittags, über Kiel kommend, hier ein. Er wurde vom Könige von Dänemark, vom Könige von Griechenland, dem Kronprinzen und den Ministern am Bahnhose empfangen. Er reist Donnerstag nach Stockholm ab. Telegraphische Depesche«. CBolff’f tsle-r. Torresporrderrr • Burr««. Berlin, 17. August. Am Denkmal Friedrichs des Großen Unter den Linden 'war am heutigen Sterbetage außer Kränzen mehrerer Vereine auch ein großes prachtvolles von der Studentenschaft der Universität Berlin dem großen Todten gewidmetes Lorbeerlaubgewinde niedergelegt. Pot-dam, 17. August. Bei der Kirchenfeier in der Garnisonkirche hielt Ober- hofrediger Kögel die Gedächtnißrede über Sprüche Salamonis 8, 15. Während des darauf folgenden Gesanges begaben sich unter Vorantritt der Generäle Hahnke und Versen der Kaiser in der Uniform des ersten Garde - Regiments, der Kronprinz in General-Feldmarschalls-Uniform, sowie die Prinzen Heinrich, Albrecht, Alexander, Friedrich, Leopold, der Erbprinz von Meiningen, der Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, der Herzog Günther von Schleswig-Holstein, der Prinz Reuß, der Prinz Friedrich von Hohenzollern, sowie die Kronprinzessin mit den Prinzessinnen-Töchtern und der Prinzessin Friedrich Carl in die Gruft. Der Kaiser und der Kronprinz legten Kräme auf den Sarg des großen Königs nieder, die Kaiserin blieb in der Loge. Rach Beenoigung der Kirchenfeier fuhren die Königlichen Herrschaften nach dem Stadtschlosse. Um 12Va Uhr erschien der Kaiser auf der Rampe des Schlosses, worauf die Kirchenparade begann. Der Kaiser gab persönlich das Kommando zum Präsentiren. Die Kaiserin und die Prinzessinnen sahen der Parade von den Fenstern des Stadt- Ichlosses aus zu. Um 1 Uhr fuhr der Kaiser nach dem Schlosse Sanssouci und verweilte einige Zeit im Sterbezimmer Friedrichs des Großen. Wien, 17. August. Cholerabericht. Es erkrankten, resp. starben in Fiume 1/0, «in Triest 18/7, in Istrien 8/0 Personen. Pari-, 18. August. Die Eröffnung der Session der Generalräthe ist ohne Zwischenfall erfolgt. Die früheren Bureaumitglieder wurden wiedergewählt. Alle Vorsitzenden forderten in ihren Eröffnungsansprachen zum einigen Zusammengehen aller Republikaner auf. — Von 83 Generalrathen, deren Session gestern eröffnet wurde, wühlten 72 republikanische, 11 conseroative Bureaus. Rom, 17. August. Die Ratification des zwischen dem Vatikan und Portugal abgeschlossenen Concordates wurde gestern hier ausgewechselr. OSborne, 17. August. Die Königin ist mü dem Prinzen und der Prinzessin -von Battenbeög heute Nachmittag nach Edinburg abgereist, um die Ausstellung zu besuchen. vermischte 4. Mainz, 14. August. sSlarrkrampf.j In einem Hause der Synagogenstraße ist die Frau eines Arbeiters schon mehrere Tage an einem Starrkrampf erkrankt; die Unglückliche hört und sieht alles, was um sie vorgeht, kann aber trotzdem kein Glied rühren. Der Anblick der Frau ist ein schrecklicher und sind mehrere Aerzte um dieselbe bemüht. Mainz, 14. August. Im Diemer'schen Verlag sind zwei Preßerzeugnisse erschienen, die einzig in ihrer Art sind. Es sind zwei Denksprüche an die Hausbewohner und an die Dienstboten. Ersterer lautet: „Alle Leute, die da wohnen, sind bedacht, das Haus zu schonen, jede Ordnung zu ergänzen und durch Reinlichkeit zu glänzen. Durch Verträglichkeit dem Leben Würde und Geschmack zu geben, der Gefundheit Störung wegen keinen Aerger zu erregen und zu allgemeinem Segen Recht und Billigkeit zu pflegen. Also war's von je bis heute: Gute Häuser — gute Leute!" — Der andere Spruch an die Dienstboten lautet: „Jungfern rein im Kämmerlein, träumet ohne Sorgen, rein das Herz wie Edelstein, schmückt Euch jeden Morgen. Wascht Euch, kämmt Euch, putzt Euch rein, auf den Riß ein Pläckchen, hinter'm Ohr stets sauber sein, sauber Zimmers Eckchen. Reine Küche, reiner Wein laden zum Genüsse ein. — Mädchen sollen wie die Frauen sparen, deren Vortheil wie den eignen wahren. Nicht allein das Beste gut verwenden, sondern auch die Reste nicht verschwenden. Williglich mach herrschaftlichem Willen, treu und fleißig ihre Pflicht erfüllen, und gewinnen so des ernsten Strebens wohlverdienten Preis: Das Glück des Lebens!" — Schön in oer Ausführung und in ansehnlicher Form empfehlen sich beide Blätter als Wandschmuck und dürften originellere Hausgesetze noch nicht erschienen sein. Jeder Bogen kostet 50 Pfg. Worms, 16. August. sTurnfest. Dampfdroschke.j Zum Turnfest wurden im Ganzen 13 210 Karten für Erwachsene und 6744 Karten für Kinder, ferner 5500 für die ganze Dauer des Festes gütige Eintrittskarten ausgegeben. — Gestern Mittag wurde von dem Erbauer der Dampfdroschke, Herrn Hoffmann, mit dem neuen Vehikel die erste officielle Fahrt durch die Hauptstraßen der Stadt veranstaltet. Die auf dem Wege befindlichen Steigungen nahm die Maschine bei Aufwand von nur 3 Atmosphären mit großer Leichtigkeit, ebenso leicht wurden die Schwierigkeiten der verschiedenen Biegungen und Wendungen mittelst der sehr geschickt angebrachten Steuerung und Bremse überwunden. Die Schnelligkeit war je nach den Weghindernissen eine zwischen der eines Ein- und Zweispänners wechselnde. Irgend welche Beschwerden beim Fahren, sei es durch das Ausströmen von Dampf, sei es durch das Stchßen der Maschine, chatten die Insassen keine zu erleiden, trotzdem nach Angabe des Herrn Hoffmann der Gesammtapparat ein Gewicht von etwa 40 Centnern repräsentiren mag. Die der Dampfdroschke begegnenden Fuhrwerke waren kaum merklich von der befremdlichen Erscheinung der Dampfdroschke irritirt. Groß war dagegen das allseitige Erstaunen des Publikums über den ungewohnten Anblick der Straßenlocomotive. (W. Z.) Biedenkopf, 15. August. sGrenzgangfest.j Nach einer Unterbrechung von 14 Jahren wird in den Tagen des 19., 20. und 21. August wieder einmal der Grenz- -aang gefeiert, ein historisches Fest, das schon hunderte von Jahren sonst alle sieben Jahre wiederkehrte. Wie auch früher so freut sich Alt und Jung auf dieses ächt volks- thümliche Fest und überall ist man mit den Vorbereitungen dazu beschäftigt. Während die Vormittage dem Umzüge über die Grenzen seiner etwa 10 000 Morgen haltenden Wälder gewidmet sind, wird sich an den Nachmittagen auf dem comfortabel her- ^erichteten Festplatz ein munteres frisches Leben entfalten. Altem Herkommen gemäß werden die Festzüge, welche früh Morgens um 6y2 Uhr und Nachmittags 2 Uhr beginnen, abwechselnd von der Schuljugend und den Damen eröffnet, denen die Bewohner der Stadt, nach Straßen geordnet, unter ihren Führern, die einem Obersten zu Pferd unterstellt sind, folgen. Ebenso erscheinen in dem Festzuge die Burschenschaften unter der Leitung ihres Obersten mit seinen Offizieren, welche ebenfalls beritten sind und zur Abwechselung sieht man überall und nirgends die historischen und lustigen Gestalten des Mohren und der beiden Wettläufer. Zwei Musikchöre werden die Hüge verherrlichen. Freunde der Natur, Wälder und volksthümlicher Feste machen wir auf unseren Grenzgang aufmerksam und sind sicher, daß auswärtige Gäste sich mit uns freuen würden. Unser malerisch gelegenes Städtchen mit seinen herrlichen Wäldern, die, Dank der Wirksamkeit unseres früheren Oberförsters Herrn von Zangen überall mit bequemen Wegen versehen sind, wird jedem Besucher unseres Grenzgangsfestes in freundlicher Erinnerung bleiben, denn seine Bewohner verstehen es, Feste zu arrangiren und den Gästen das Verweilen in ihrer Mitte angenehm zu machen. Karlsruhe, 17. August, 4 Uhr Nachmittags. Soeben stürzte in der Uhland- straße ein Neubau ein, welcher acht Arbeiter begrub. Drei davon, die eben an das Tageslicht befördert wurden, geben noch Lebenszeichen; für die andern befürchtet man das Schlimmste. (Fr. Ztg.) Karlsruhe, 17. August, 5 Uhr Nachmittags. Der Einsturz des Hauses in ver Uhlandstraße forderte leider mehr Opfer, als man im ersten Augenblick übersehen konnte. An Ort und Stelle wurden bis jetzt 9 Todte und 7 Schwerverletzte auS- gegraben, von den Letzteren starben 2 auf dem Transport zum Krankenhaus, darunter der Bauführer des Neubaues. 2 bis 4 Mann, darunter ein Speisbube, sollen noch unter den Trümmern begraben liegen. Die Katastrophe ereignete sich kurz nach 1 Uhr Mittags und zwar ohne jedes wahrnehmbare Vorzeichen. Im Ganzen waren etwa 30 Arbeiter — Maurer, Zimmerleute und Asphalteure beschäftigt; davon hatten etwa 22 die Arbeit begonnen und zwar Zimmerleute, welche mit dem Dachaufschlagen beschäftigt waren, und Maurer. Von diesen konnten sich 2 Mann bei Eintritt der Katastrophe an den Gerüststangen festhalten. Erste Hülfe war rasch zur Hand. Herr Dr. Ludwig Gutsch, der Chef des Karlsruher Krankenträgercorps, war mit seinen Leuten und Hülfsmitteln sofort zur Stelle; ebenso militärische Unterstützung zum Abräumen: Mannschaften des hiesigen Leibgrenadierregiments unter Commando eines zur Zeit diesem Regimente aggregirten Pionier-Offiziers. Auf der Unglücksstelle waren ferner eingetroffen der Bezirksbauinspector, die Staatsanwaltschaft, der Landescommissär, ferner die Feuerwehr. Das Haus selbst ist Eigenthum der Herren Schütt und Goldschmidt, Blechner hier. Baumeister ist Bernhard Kirchenbauer. Als Ursache der Katastrophe werden gerüchtweise angegeben: schlechtes Bindematerial, Nachgeben der Fundamente, überhastete Arbeit. Ein fachmännisches Urtheil bleibt abzuwarten. Tausende von Neugierigen umstehen die Unglücksstätte. Soeben treffen die ersten Angehörigen der Verunglückten ein. Es sind herzzerreißende ©eenen, welche sich dabei abspielen. (Fr. Ztg.) — In Heidelberg sind 26Taschendiebe verhaftet worden, die in ihrer Weise am Feste „theilnahmen". München, 17. August. Heute Morgen sind auf der Linie München-Augsburg vor Bahnhof Pasing drei Frauen, die auf dem Bahnkörper beschäftigt waren, als sie dem von Augsburg kommenden Schnellzuge ausweichen wollten und auf das zweite Geleise sprangen, von der Maschine des von München nach Augsburg verkehrenden Schnellzugs, der hier 7 Uhr 15 Min. abgeht, überfahren und getödtet worden. Eine der Unglücklichen war Mutter von 5 Kindern. (F. Z.) Regensburg, 12. August. Ueber einen Kampf zwischen Civilisten und Militär, welcher vorgestern bei Regenstauf stattfand, wird dem „Regensb. Morgenbl." gemeldet: Um während des Bivouakirens der zwei Bataillone des 11. Infanterie- Regiments, die nach dem Abkochen auch Bier erhielten, die Ordnung aufrecht zu halten, waren acht Posten aufgestellt, um den Zudrang von Civilisten abzuhalten. Nichtsdestoweniger wollte ein Bursche von Regenstauf in das Bivouak eindringen, beschimpfte den ihn abwehrenden Soldaten und bedrohte ihn mit seinem Messer, worauf der Posten den frechen Eindringling mit dem Gewehr zurückstieß. Hierauf griffen noch einige andere Regenstaufer die als Posten aufgestellten Soldaten an, eine allgemeine Rauferei entstand, bei der es auf beiden Seiten Verwundungen gab; die Angreifer traten höchst excessiv auf, vergriffen sich thätlich an den Offizieren und bewarfen sie mit Maßkrügen und Steinen. Endlich gelang es den Soldaten, der Excedenten, worunter sich sogar der Bürgermeister (!) von Regenstauf befunden haben soll, Herr zu werden. Nur dem Eingreifen eines Stabsoffiziers, der die Truppen sofort antreten und abmarschiren ließ, ist cs zu danken, daß der Exceß keine größeren Dimensionen annahm. — sZahlenlj Wie den „M. N. N." mitgetheilt wird, sind anläßlich des Eisenbahnunglückes bei Würzburg am 1. Juli bis jetzt Entschädigungsansprüche von zusammm 1,300,000 JL angemeldet. Berlin, 14. August. Nach einer aus Amerika der Polizeibehörde in London vor Kurzem zugegangenen Nachricht haben sich drei Jndustrieritter von dort nach Europa begeben, um hier großartige Fälschungen auszuführen. Einer derselben nennt sich William Bartlett, Ww. H. van Höven, auch Bill Bartlett, ist etwa 47 Jahre alt, 5 Fuß.10 Zoll groß und stark gebaut. Dieser Mann sendet gewöhnlich andere, um die gefälschten Schriftstücke zu veräußern, doch geht er selbst, wenn er sich sicher glaubt. Der Zweite heißt John Riley, nennt sich auch Ryan Edwards und Miller, ist etwa 43 Jahre alt, 5 Fuß 8 Zoll groß und hat dunkelbraune, grau werdende Haare und eine röthliche Narbe über dem rechten Auge. Der Dritte nennt sich Walter Sheridan, Costmann, H. Stafford, auch I. P. Scott, ist 52 Jahre alt und 5 Fuß 7 Zoll groß. Köln, 16. August. Zu Bickendorf wurden vergangene Woche zwei Ziegelarbeiter von den ausströmenden Gasen eines Ziegelofens getödtet. Die Leute waren am Abend ausgegangen; als sie spät auf das Ziegelfeld zurückk^hrten, batte der Bas, um sein Eigenthum zu sichern, die Thür zu der Hütte von innen verschlossen. Sie mußten im Freien campiren und legten sich, um sich zu erwärmen, hart neben einem Ziegelofen nieder. Arn anderen Morgen fand man beide vorn Kohlendamps des Ofens, der durch den Wind nach der Seite hingetrieben worden war, auf der sie sich befanden, erstickt. Amsterdam, 12. August. Im Jahre 1799 sank an der niederländischen Küste bei Terschelling ein mit etwa 25 Millionen Gulden baar Geld beladenes Schiff, die „ßutine", von der ganzen Mannschaft rettete sich nur ein Matrose, der die Stelle anwies, wo das Unglück geschehen war und wo die Goldbarren zu suchen seien. Im Anfang dieses Jahrhunderts gelang es in der Thal, einige Millionen zu Tage zu fördern, aber seit dieser Zeit sank das Schiff tiefer und tiefer in den Sand, so daß jede Spur desselben verloren schien. Nur wenige, darunter ein Einwohner von Terschelling, Ter Meulen, trugen sich noch mit der Hoffnung, daß es doch noch möglich sein werde, den reichen Schatz zu heben. Letzterer hat eine Schrift darüber veröffentlicht und den vergeblichen Versuch gemacht, eine Actiengesellschast zu gründen, um die „ßutine" zu heben. Vor wenigen Tagen nun liefen die zwei Boote, welche Ter Meulen zu diesem Zwecke mit den nöthigen Gerätschaften hatte bauen lassen, in festlichem Flaggenschmuck in den Hafen ein, da sie nicht nur die ßage des Schiffes deutlich und genau erkundet hatten, sondern außerdem noch zu der Ueberzeugung gekommen waren, daß die Sandschichten, welche die „ßutine" bis jetzt bedeckt hatten, wahrscheinlich infolge der Küstenstürme verschwunden und das Schiff theilweise blvßgelegt sei. Fraglich ist natürlich, auf welche Weise und mit welchen Kosten das Schiff gehoben werden kann und ob nicht das Meerwasser im ßaufe einer so langen Zeit vom (Selbe so viel weggespült und weggewaschen hat, daß die aufgewandten Kosten noch vergütet werden. — Der Kaufmann Heinrich Hoffmann in Herdorf, gelegen nach eigener Angabe in der Nheinprovinz, erläßt in der „Köln. Ztg." folgendes Inserat: „Einen tüchtigen Zuschneider nach Maß, auch ohne Anprobe (ledig) sucht per 1. Juli C. H. Hoffmann u. s. w." Ob Hohl- oder Längenmaß, darüber mag sich Die Schneiderkunst den Kopf zerbrechen; aber ohne Anprobe ledig zu sein, das dürfte doch selbst für Herdorf zu viel sein. — Ein Fall von Menschenfresserei ist durch ein amerikanisches Gericht ab- geurtheilt worden, indem ein Mann Namens Alfred Packer deshalb des Todtschlags für schuldig befunden und zu 40 Jahren Gefängnißstrafe verurtheilt wurde. Packer war einer von sechs Bergleuten, die im Jahre 1874 in ihrem Lager in der Gegend der jetzigen Lake City, Colorado, ihre ganzen Lebensmittel erschöpft hatten, worauf Packer seine Gefährten töbtete unb mit bereit Fleische sein Leben fristete. Nach seiner Rückkehr zu civilisirten Menschen anberte er seinen Namen und trieb sich als Flüchtling bis zum Jahre 1883 umher. — ^Geistlicher Humors Unter bem Titel: „Geistlicher Humor in Wort, Drama unb Bilb" ist von W. be Porter (Münster, W. Adolph Rnssel's Verlag, 1886.) ein kleines Buch erschienen, bas uns einer besonberen Beachtung wertb erscheint, weil es in knapper Zusammenstellung eine reiche Fülle heiterer Dinge enthält, bic für den Character ihrer Zeit unb in Folge besten auch für bas Stubium ber Culturgeschichte von mehr ober minberem Werthe sinb. Die erste Abtheilung bes Merkchens handelt von dem Humor auf der Kanzel. Einer der frühesten Kanzelhumoristen ist Johann Geiler von Kaisersberg, Domprediger in Straßburg von 1470—1480, hauptsächlich berühmt durch die Predigten über Brandt's „Narrenschiff", in welchen die Schwächen und Thorheiten aller Stände und am stärksten die seines eigenen Standes gegeißelt werden. Einmal heißt es darin: „Ter alte Haß zwischen den Mönchen unb ben Weltgeistlichen kommt nur von ben Eiern her. Wie Die Pfaffen die Hühner essen, so essen die Mönche die Eier; nun hasten die Mönche die Pfaffen, daß sie so viele Hühner essen, und darumb die Eier so theuer sein; und so hasten die Pfaffen die Mönche darumb, daß sie viel Eier essen und die Hühner theuer machen." Er will damit ohne Zweifel darthun, daß die Ursachen zur Eifersucht zwischen Welt- und Klostergeistlichen lediglich kleinlicher und durchaus materieller Art seien. — Nach ihm predigte gleichfalls in Straßburg um die Zeit von 1510 der Guardian des Minoritenklosters, Joh. ' Pauly, in ähnlicher Weise. Erzürnt über die Gottlosigkeit seiner Beichtkinder, schilderte Haus unu5: LU ."'Klagen be Antritt d° r Mb. rI ; fc&uS "a6r-‘-min: ,nc5 zur S«1S «Sie ,/Mwcirteu. DL n 'Ker Weise "Nchen-Augs- wareu, Oß r m Wt "rrkehrenden «V* ‘öiUften und • Morgenbl." -Infanterie- M zu halten, ten. Nichts! 'beschimpfte us der Posten ,noch einige -'ne Rauferei traten höchst ' Matzkrügen r sich sogar zu werben, "treten und Dimensionen h des Eifm- 'n zusammm ‘ in London dort nach eiben nennt Jahre alt, andere, um icher glaubt, er, ist etwa ende Haare sich Walter und 5 Fuß zwei Ziegel- leute waren e btt Äas, iffen. Sie t>en einem damps des dn sie sich ischen Küste Schiff, die • die Stelle seien. Im |U Tage zu nd, so daß ohner von och möglich ■ veröffent- n, um die serMeulm i festlichem eutlich und nen waren, >lich infolge fraglich ist erben kann > viel lveg- oerden. ifltiier An- t: r 1. Julr Schneider- ) selbst für Bericht ab- odlschlags Packer "r Gegend , ^voraus i'acb seiner Aüchtl'Ng - Johann Zchlich be- -chwächen gegeißelt und den M o t Hühner . Böncve 'mit ohne geistlichen L (i eid)' L in a? N heint, weil iic für.ben er einmal, wie am jüngsten Tage alle seine Amtsgenossen mit ihrer Gemeinde vor bas Himmelsthor kommen und einer nach dem andern mit ihnen eingelassen werden. Darnach kommt die Reih' an mich", fährt er fort. „Sei willkommen, lieber Johannes, Pfarrherr zu Kolbingen", schallt es mir vom Throne Gottes entgegen. „Laß uns Deiner Gnade empfohlen sein", antwort ich ihm, und wenn er nun fragt: „Wo sind Eure Schäflein?" so schaue ich hinter mich und gewahre, daß Euch alle der Teufel geholt hat, und ich dastehe, als wär' mir in die Hände gespieen." — Hamburg besaß im folgenden Jahrhundert in Pastor Balthasar Schuppius, genannt der Fabelhans, einen Geistlichen, der zuweilen ganz in demselben Stile predigte, aber zugleich ein so erleuchteter Kopf war, daß Gervinus ihn zu den ausgezeichnetsten Männern seiner Zeit zu zählen sich veranlaßt sieht. Er pries Hamburg vor allen Städten Deutschlands und rühmte von ihm, „daß während des dreißigjährigen Krieges seine Einwohner darin in so guter Ruhe und Sicherheit saßen, wie die Kinder Israel im Lande Gosen." Er rühmt: „Die Schifffahrt macht, daß Hamburg ist ein klein Spanien, ein klein Portugal, ein klein Frankreich, ein klein Schweden, ein klein Dänemark und Norwegen. Ich bin Jahr und Tag in Hamburg gewesen und habe nicht gewußt, was in Hamburg zu thun sei. Ich habe nicht gewußt, wie mancher kluge Kopf darin verborgen liege. Ich habe nicht gewußt, daß Hamburg eine kleine Welt sei." Trotz dieses Lobes kanzelte er jedoch dann und wann diese „kleine Welt" mit einschneidendstem Humor ab, wenn er sie glaubte „auf faulem Pferde" ertappt zu haben. — Der Ausbund aller Kanzelhumoriften ist aber der Augustiner-Pater Ulrich Meyerle aus Schwaben, weltbekannt unter dem Klosternamen Abraham a Santa Elara. Erstaunliche Bibelgelehrsamkeit und strotzende Phantasie ergehen sich in seinen Predigten in witzigen Einfällen, geistreichen Anspielungen, burlesken Anekdoten und dergleichen. Wien war der Platz seines Wirkens von 1669 bis 1709. Einstmals wettete er mit dem Grafen Trautmannsdorf, ihn ohne alle Beleidigung einen Esel nennen zu wollen, und gewann diese Wette, indem er in seiner nächsten Predigt, auf eine Schulzenwahl in benachbarter Gemeinde anspielend, um die Unfähigkeit des Gewählten zu kennzeichnen, dreimal pathetisch ausrief: „Dem Esel traut man's Dorf!" — Ebenso gewann er eine namhafte Wette, dahin gehend, daß er auf der Kanzel eine Kanne Wein austrinken und dann die Kanne der ganzen Gemeinde zeigen wolle. Er nahm in der That dieselbe gefüllt unter seiner Kutte mit auf die Kanzel, trank sie während des stillen Gebetes, niedergekniet, aus und wies sie dann der Gemeinde mit den Worten: „Es ist gestern diese Flasche vor der Kirchenthüre gefunden worden, wem sie zugehört, der mag sie holen." Alle Welt wußte, daß er den Schelm im Nacken trug, und Niemand verargte ihm seine Possen, weil sie, an sich harmlos, nie dem Ernste seiner Geünnung Schaden thaten, sondern nur als drollige Arabesken derselben erschienen. Er fand natürlich viele Nachfolger, die indeß, wie es stets zu gehen pflegt, seine Laune übertrieben. ,— Ein Franziskaner, der über die Auferstehung predigte, leitete seine Pre- vigt damit ein, daß er dreimal mit einer Courierpeitsche auf der Kanzel tüchtig knallte. Ein Kapuziner, der vom jüngsten Tage sprach, ahmte mit seinen Fäusten dem Rumpumper der auferweckenden Trommel auf der Kanzelbrüstung nach und sein Küster fiel mit dem Tarandata der Trompete ein, um auch die Kavallerie aus dem Todesschlafe emporzureißen. — Ein Weltpriester in Franken schloß seine Predigt folgendermaßen: „Noch drei Stücke möge Eure christliche Liebe vernehmen: Das erste weiß ich allein, das zweite wißt Ihr und ich nicht, das dritte weiß nur der, den ich heute hier nicht fehe. Meine Hosen haben Löcher, das weiß nur ich allein; das zweite, ob Ihr mir Tuch zu einem Paar neuen chrtstmildest verehren wollt, das wißt Ihr und ich nicht; und das dritte, ob er solche mir um Gotteswillen umsonst machen will, das weiß allein Meister Bügeleisen, der heute nicht in der Predigt ist." — In neuerer Zeit alänzte zu Lirnnttr im Hannoverschen ein protestantischer Prediger Jobst Sackmann, der in platter Mundart zu sprechen liebte. Die Anzüge der Frauen in damaliger Zeit empörten ihn besonders und erließ sich darüber eines schönen Sonntags folgendermaßen aus: „De Hengers dreget ja nu gar keene Folen (Falten) meer, sündern se heft uppestund Kükenkörve an üm den ©teert; bat mot styoe henstahn; eenen groten Balterjaan hengt se üm ben Stinkerjaan, ben legen Püsterjaan. Et is rechte Sünne un Schanne, Feen eerlik Minsche kann daby hergaan; et mot öhnen alles utem Wege gaun, sei nehmet fast be ganze ©träte in." Ein anderes Mal äußerte er: „Bi di Stadt Neapel liegt en hoogen Barg, den nennt se Besuvium. Wat harr bet vor'n flrot Muhl! ©e beiten et in öhre Sprake: Krater. Was geschah, meine geliebten Zuhörer, an buffen Krater? Ein näsewiesen Engländer tratt so dicht heran un — perdauz! was hei weg. So soll es meiner lieben Gemeinde Limmer nicht gehen. Ihr seid mit Kraters umgeben, wenn Ihr auch nicht am Besuvio wohnet, sondern bei dem ehrlichen Deister. Wat ick damit meent heff, bet will ick Jück seggen: da sind erstens ber Auto-Kraters, bat sind bei slimmsten von allen; wahrt Jück davor! — denn kahmt bei Aristo-Kraters, bei böget ok noch nich alltoveel; den drüdden Slag nennt se Dämo- Kraters, bat sind Glattsnacker; wenn se haben kahmt, sind se just as be annern. Hütet Euch also, baß Ihr nicht von einem dieser Krater verschlungen werdet." — Da eben von Neapel die Rede war, so sei erwähnt, baß dort ein Pater Noeco zur Zeit Napoleons ein Volksprediger von hinreißender Gewalt war. Einmal kam er auf einen Platz Neapels, auf dem ein großer Haufen Zuschauer ein Puppentheater umstand. „Steig' herab!" bornierte er dem Marionettenspieler zu, und seine Stelle einnehmend und ein Crucifix hochhaltend, rief er: „Sehet hier Euren wahren Polichinelle!" Der Menge in strenger Bußpredigt ihre Sünden vorrückend, sprach er: „Laßt sehen, ob Eure Sünden Euch leid sind! Hebe die Hand auf, wer im Ernste bereut." Aller Hände fuhren in die Höhe. „Heiliger Erzengel Michael," sagte er nun weiter, „der Du mit dem Flammenschwerte am Thore des Allmächtigen stehst, haue allen die Hände ab, die sie in Heuchelei erhoben haben", — und alle Hände sanken. — In Frankreich hat ein Bischof von Bellay, Camüs mit Namen, durch Geist und Witz feine Kanzelreden gewürzt. Gegen nichts eiferte er mehr, als gegen die entblößten Brüste der Damen, eine Mode, die damals im Schwange war. Die Frauen und Mädchen trugen Busentücher von durchsichtigem holländischen Leinen, und darauf anspielend, sagte er schneidend: „Qaand la Hollands est prise, adieu leg pays bas!“ (Deutsch etwa: „Ist Holland erst in Noth, dann wehe den Niederlanden!") — England hatte unter Karl dem Zweiten einen sehr sarkastischen Hofprediger South. Mitten in einer Predigt bemerkte er, daß der König eingeschlafen war und laut schnarchte. -Alsbald unterbrach er seine Rede und sich an Lord Lauderdale wendend, der dem 'Monarchen zur Seite saß, sagte er: „Verzeihung, Mylord, daß ich störe; aber ich «glaube, Sie schnarchen so vernehmlich, daß Sie Gefahr laufen, damit Seine Majestät aus dem erhabenen Schlummer zu wecken." - Die zweite Abtheiluna des Ruckes schildert humoristische Kirchenfefte, bet denen es oft sehr toll und übermüthig her- gegangen ist- die brüte bespricht ben Humor in der christlichen Kunst, d. h im Bau- ^ajjere/ und .Heiligen-Malerei. In der letzteren werden die verschiedenen Todtentanze und einige Bilder von Albrecht Dürer in's Auge gefaßt, z B Me heilige Famtl e in Egypten in ihrer Arbeit", worauf Maria spinnt Joseph einen Balken behaut und den kleinen Heiland in der Wiege eine Schaar von Kstckerenae n ,mut Wai0 den großen Hut von Joseph auf den kleinen llIm, damit gravitätisch umher. Auf Giuli Romanos herrlichem Gemälde ^Die Madonna mit dem Becken" (in der Gallerte in Dresden) sieht man -cn Amen Christus wäscht, den kleinen Johannes mit scherzhafter Anspielung auf seinen Tauserberuf voll heiterer Kinderlust denselben neckisch mit Wasser begiefeen. Correggio auf seinem berühmten Bilde „Die Hochzeit zu Kanaa" läßt in fneAt?QpienCtM»etCr Betteljungen, bellende Hunde und betrunkene Lanzen- n-Ä!- ernmischen. Daß an den berühmten Domen und Münstern sich oft die aus- Str n11 xCn allsten Fratzen angebracht zeigen, ist eine bekannte Thatsache. Nicht nur an der auszeren Decoration und Ornamentik des Baues, selbst im inneren Heilig- d".gottgeweihten Kanzel, an den Kapitälen der Säulen, den Chorstühlen, ^iatnrpmCn treibt der Humor sein neckisches Spiel, ja, sogar am ÄAfc 2^gen Wache neben dem Göttlichen hält, damit der Mensch immer Wes Abstandes von demselben eingedenk bleibe. Zu verwundern ist, daß der Ver- die Musik außer Acht ließ, die, wie bekannt, doch zuweilen dem Humor auch iT(f 9npIr^P eh?UI1T J.n Kirchenliedern und Motetten manchen frommen m Qa h" ' selbst die Göttlichkeit verschmähte nicht das Lachen und die LauM' wo sie in voller Unbefangenheit und Gesundheit zum Vorscheine _______—_____ (Hamb. Ref.) Universität- - Chronik. n li Der Senior der Universität Würzburg, der frühere Reichstags- und LO^GeburtstaOg^^ Professor Dr. 0. Edel, feierte am 10. August seinen — Der Domprobst Dr. theol. et phil. Johann Kaiser in Rr eslon ift UntortfS in ber katholisch-theologischen Fakultät der dortigm Der ordentliche Professor Dr. Wieger in der medicinischen Fakultät zu Straß- bürg ift auf feinen Antrag emeritirt roorben. B ... ~ Die Prioatdocenten Dr. Franz und Dr. Henry Settegast, der erstere für romanische Sprachen, der letztere für Thierzucht und Pflanzenbau, sowie Dr. Her- mann $on)arb für landwirthschaftliches Rechnungswesen rc., sind zu außerordentlichen Professoren an der Leipziger Universität ernannt worden. Der außerordentliche Professor an der Universität in Wien, Dr. Anton Wolfler, ist zum ordentlichen Professor der Chirurgie an der Universität in Gr ar ernannt worden. 8 Schiffs- Bewegung der Postdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschast. oo ^aormtna", ob Hamburg, 31. Juli in New-York angekommen. „Wieland" 22- 'oU“ von New-York, 2. August in Hamburg angekommen. „Rhenania", 15. Juli von St. Thomas, 4 August in Hamburg angekommen. „Gothia", 2. August von Z^ttm nach New-York, 4. August von Gothenburg weitergegangen. „Rhaetia", 24. Juli von New-York, 5. August in Hamburg angekommen. „Suevia", 5. August von New-York nach Hamburg. „Holsatia", 2. August von Hamburg nach Mexico, 5 August von Havre wettergegangen. „Bohemia", 5. August von Hamburg nach New-York „Lessing , 25. Juli von Hamburg, 6. August in New-York angekommen. 'kHungaria" 8 August von St. Thomas nach Hamburg. „Polaria", von Hamburg nach New-York, 8. August Lizard passirt. „Allemannia", 9. August von St Thomas nach Hamburg. „Aldingia", 21. Juli von Hamburg nach Westindien, 9. August in. "^°mas angekommen. „Thuringia", 6. August von Hamburg nach Westindiern 9. August von Havre weitergegangen. „Gellert, 29. Juli von New-York, 10. August n New-York angekommen. „Rugia", 8. August von Hamburg nach New-York, 10. August von Havre wettergegangen. „Saxonia", 26. Juli von St. Thomas nach Hamburg, 11. August in Havre angekommen. „Moraoia", 28. Juli von New-York nach Stettin, 11. August in Copenhagen angekommen. „Lessing", 12. August von New-York nach Hamburg. „California", auf der Reise von Hamburg, 12. August in New-Yort angekommen. „Hammonia", 1. August von Hamburg, 13. August in New-York angekommen. Schiff-nachrichten. Bremen, 17. August. Wer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser Ems, Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. August von Bremen und am 8. August von Southampton abgegangen war ist heute 2 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. ' Ei" köstlicher u. gesunder ErfrischungStrank ist kaltes kohlens. Wasser mit ca. y6 achtem Aachener Magenbehagen. Niederlage bei Emil Fischbach. 5872 Dr. Gensch, pr»kt u. Speeialent rar Hast-, Frauen- u. Ge- ychleohtskr&nkheltan (Syphili»je*o. Fraakfwi a.M. Stiftetr. 22, fr. Äsaist. Prof. *eew. briefL Z N Temperatur der Lahn. Am 18. August, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15°, Lust 13° R. im ©chatten. L. Chr. R-übsamen. Berichtigung. In unserer gestrigen Uebersicht, zweiter ©atz, zweite Zeile von oben, hat die Hand eines Setzers ans dem Todestage Friedrichs des Großen dessen Geburtstag hingesetzt und der Herr Corrector hat den lapsus auch nicht entdeckt. Wir bitten solches gütigst entschuldigen zu wollen. D. Red. Jingtmtinet Anzeiger. Lessers „Diirable“; Gesundheit-- Ä fe Herrensocken H und P5 Strümpfe. LESSER’S dürable Bestes Mittel, um q sich in jeder Jahres- | zeit die Füsie warm £ zu halten. — Un- £ entbehrlich für Fuß- reisende, Recon- ® valescenten rc. g. Un gemein weich und £ angenehm im £ Tragen. 5195 Alleinverkauf für Gießen: Fxiedr, Teipel, Markt 16 la. Tafelgelee Per Pfund 40 Pfg., empfiehlt Ford. Drebea, 5886 Marktplatz 21. 5885 Geflügel lmilchgernästet) in jeder Art stets zu haben bei Hch. Karpf, Wetzsteingasse 31. Dianinos billig, baar oder Raten. [2177 i Fabrik Weidenslaufer, Berlin NW. I Das Jnstallations - Geschäft von P. 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( 5893 Größte, veröreiietste deutsche Monatsschrift, alle Gebiete umfassend. Musterhafte Gediegenheit und äußerst amü- Dem Wiederbringer Belohnung in der Exp- d. Bl. Vor Ankauf wird gewarnt. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, dass unser geliebter Bruder, Schwager und Onkel gestern Abend gegen 8 Uhr nach langem schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Giessen, den 18. August 1886. Ke Erlaube n Rh Liter r über die St ruempsM ebenso einen son der A .ßlaschenl 5597 Gin gutes neues Haus mit Hinterhaus. Scheune und Garten, ist zum Preise von «AL 28,000 unter günstigen Bedingungen zu verkaufen durch I- Blitz. Stein’s Gartest Donnerstag Sen 19. August Donnerstag den 19. 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Abnahme o« ggüetz gegen oa L«mdd- btr W * W N* "nb.. trugen auf 6 solchen Verbote belr.HinMl ° schlagen ilU0 U Heidelv Hauroth DuM- ernannt worben, ^ubiläuinswoche Abend durch He 71/2 Stück, verzc liegen sicham Fasse credenzen zapf wird über 19. jiochwals er Karlsri Stelle geworden Die Großherzol Herzog Platz n< Holzarbeit ist gefertigte Gold Leitung des $ Ferner hat die bare Schreibm Scholl in Dui Mappe befinde der Universität Herzogin hat ei, einem Handschl Werthgeschätztei sichtbare Gabe versität in die' entspreäMerc die Stelle zu der llniversiti steht. Ich V bleibendes Zl folgenden Sc der Uniotrfitt welcher Ich l ernsten und ti (gez.) Luise. - z Polizeipräsidö 2 Treppen, v Zahnextract" Fabrikat, wtl Aether besteh Preise von 1 beträgt. Dcn mit gewarnt.1 8 fe ^psiehlt <0 GROSSES CONCERT (Letztes Concert vor Ausmarsch zum Manöver) ausgefllhrt von der Kapelle des 2. Großh. Hess. Jnf-Keg. Ur. 116, unter Leitung des Großh. MuflKdirectors Herrn C. 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Sie hatten aus dem Anhalter Bahnhofe eine Dame zu einem Frauencoupö begleitet und da in demselben eine sonstige Mitfahrende sich nicht befand, gleichfalls in demselben Platz genommen Aus dieser Thatsache entspann sich ein Conflict mit dem Stationsbeamten und beide Herren wurden nut einem Strafmandat von je 5 bedacht Sie ! A l?enchMche Entscheidung an und machten geltend, daß ihnen von eimm so chen Verbote nichts bekannt sei. Da aber der Stationsbeamte bekundete daß d?! QU an zwei Stellen zur Nachachtung angeschlagen ist, so verurtheilte der Gerichtshof beide Herren zu je 6 Strafe. , ^b elberg, 12. August. [23om Universitäts-Jubiläum.s Die Herren Ober; baurat^ Durm-Karlsruhe und Professor Hoff sind zu Ehrenbürgern Heidelbergs ernannt worden. — Aus dem großen Fasse im Heidelberger Schlosse wurden in der ^btsUxm^°5e ^Tase des Anstiches, Mittwoch den 4. August, bis Sonntag 7t/Cn glaubte keine Ihnen Allen und Mir pe?Äch d?e Stäle^rusck^ückk-n^nnen. als indem Ich in Ihrer neu erstandenen Aula Dte ©teile -u schmucken suchte, von welcher aus der Großherzog mit der Gesammtbeit fte6tU“^4 habe 'ferner S !'ifLbr.troiirbi(,c 8ekr mitzuerleben im Begriffe a or tcrncr ^"Wunsch gehabt, für das Senatszimmer der Universität ein fnSnhpn5 an ^••^beIfLicr 3U stiften und thue dies in Gestalt der bci- Tolgenden Schreibmappe. Mochten ©ie, werthgeschätzter Herr Prorector, als Vertreter au§ cbelb£n Gliben den Ausdruck der Empfindung entnehmen mit welcher Ick die großen Tage, in denen wir stehen, voll bewegter Erkenntnis ibrer *C Cn ^deutung in Dankbarkeit feiere! Karlsruhe, den 2. August 1886. ■CUl|V. m ."~_...3ur Warnung gegen den Geheimmittelschwindel erläßt das könialick., Polizeipräsidium m Berlin folgende Bekanntmachung: „Ein hier, Blücherstraße Nr 57 „wohnhafter gewisser G. Bäuchler hält unter der Bezeichnung Indischer Zahnextract ern angeblich gegen Zahnschmerzen wirksames Gehetmmittel feil. Das Fabrikat, welches zufolge amtlich veranlaßter Untersuchung aus Nelkenöl Alkohol und Aether besteht, hat keinerlei specifische Heilwirkung. Dasselbe wird in'Flaschen zum M ? "erkauft während der reelle Werth des Mittels nur 8H mit gewamst" dubl-kum wird daher rar dem Ankäufe des „Indischen Extracts" Schwarzseideno Faille Francaise, Surah, Satin merveilleux, Satin Luxor, Atlasie, Damaste, Rips- und Taffete Mk. 1.80 per Meter verschied. Qual.) vers. in einzelnen Roben u. Stücken wll- Haus das Selden-Fabrik-Dspöt G. Henneberg (K- u. K. Hoflief.^ Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 $ Porto. ’ 135 Mit dem E^Uitt^d/^Ab^ gewähren gegenwärtig die Elbufer zur Abendzeit. ^aP^, Abenddämmerung werden auf der ganzen Stromstercke von aufwärts bis über Königstein hinaus, hart an den Ufern der Elbe zahl- ^^"ndet, die sich im Wasser wiederspiegeln und den Strom weithin H v ?er .biefc nächtliche Illumination noch nicht gesehen, robben1 btCr ®lbufcr c(ln überraschend schönes Bild. Diese Feuerchen unterhalten und haben den Zweck, durch ihren Schein rtmnTnrfLbCt "nbrcchender Dunkelheit schwärmende große Motte, den sog. Weißlvurm, F amme^vers^ großen Massen auftretende Jnsect umschwärmt die leuchtende r? babrl 9rlu0eI unb fdat halbgeröstet zur Erde nieder. Dort baft nieder fallen de lD^fe $üdbcr ausgebreitet, auf denen das maflen= eä ^MeVJam? JC,4ton r?effn 3usammengefegt und gesammelt wird, um unsere^ ins cteu^nd^ Zustande als em willkommenes Winterfutter für FmStubenvogel zu verkaufen. Der Weißwurmfang bietet Erwerbszweig"0Qr DlcIc ber ärmeren Elbuferbewohner einen gut lohnenden 12‘ ^"6ust. Ein beinahe unglaublicher Vorfall wird aus dem wurde die^e^Tm^^ii^^0^atAdet. In einen Gasthof ziemlich untergeordneten Ranges ^Jstanb^ ^^-0^acht, h«r welchen mit Rücksicht auf seinen geistigen fremde mar Ärmitt Cr m genommen werden mußte. Der genannte Hremoe war durch Vermittelung des nieoeclandischen Consuls in London nach ^mmUn0enr-0l-»lcfVUOrrcCn,r nachdem er von einem englischen, aus Melbourne an- 0^rh ^aenre bcnl 6onfuJ übergeben worden war. Die föeinaniiung btefJs den fremden mitten im Ocean auf einem Stück Wrack mehr tobt als inbW0/h Unrbcn' Unn a!§,er Qn Bord gebracht war, zeigte es sich, daß wahrscheinlich rütM L er 2n0Cs ^utbehrungen und der ausgestandenen Todesangst sein Geist ze^ ma^^nnr in nkF Ä roe"l0en h$tc!1 Augenblicken, die der Gerettete hatte, vernahm £ CV^eriSanb e Schevemngen habe. Da der Zustand desselben nlfn^a s §0 3- ^er Verpflegung auf dem Schiffe sich einigermassen gebessert hatte, L" ^chevenmgen herbeigerufenen Arzte, den Namm einer geachteten “Wf llie au§ feinem Munde zu vernehmen. Die alsbald angestellten Sjnie-n !u^ten denn auch zum gewünschten Ziele und bald stellte sich eine baC tn hbNl Fremden ihren Sohn erkannte, der vor langen Jahren nach nnn^bpm fi u 0Cn)?"llbert wa*'b°x* cin Geschäft gegründet und geheirathet hatte und °or längerer Zett nur gehört hatte, datz er spurlos verschwunden und setthem nicht wieder zum Vorschein gekommen sei; man vermuthete, datz er ertrunken sei, da er häufig tm Meere badete. Der ihn behandelnde Arzt hat Hoffnung, ihn TollkübJbtt?°unb0 mn6infea^n* “ Scheventngen wird über die stets zunehmende Tollkühnheit und maßlose Verwegenheit der Badegäste, die sich zu weit in die See ^uau^wagen, geklagt Vorigen Sonntag ist ein Badender ertrunken und die Bade- «I 4« £ t- 1 j-ebln Augenblick einen Schwimmer zurückbringen. Was sehr auffallend lA ist bw Thaffache, daß das schone Geschlecht die Gefahr leidenschaftlich aufsucht und bedenkliche Proben seiner Schwimmkunst zum Besten gibt. Notiz! Man kann bei den sich massenhaft mehrenden zweifelhaften Mitteln gegen £>aar= 6en5äOrenbc' “t&ten tmpWrae’ Haarwasser v. Netter, München aufmerksam machen, welches wirklich leistet, was es verspricht: Conservirung und Kräftigung der vorhandenen Haare, Reinigung von Schuppen, weich und glänzend machen der Haare nebst Festhalten des Scheitels. 1117 Zu haben um 40 Pfg. und Mk. 1.10 bei I. H. Fuhr, Sonnenstt'aße. Aeilgeöotenes. Erlaube mir meine Rheinweine ä V2 Liter von 40 bis 70 Pfg., über die Straße 3 Pfg. billiger, in empfehlende Erinnerung zu bringen; ebenso einen guten ©djoppen Apfel- wein, sowie ein gutes Glas Hier aus der Aktien - Brauerei Gießen. Flaschenbier frei in's Haus geliefert 22 Pfg. ä Flasche. PA. Bauer JFJT. 5387 Bahnhofstraße 57. la. frildje butter' bei 10 Psd. ä 75 5358 H» F. Nassauer. 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