Ur. 139 Samstag den 19 Juni 1989 Amts- unb Anzeigtblatt für den Kreis Gießen. 6rsH*int t&ßM «* d»S SltttUg». S’Vti# »ierteljührttch 2 Mark 28 Pf. «M urch be^ze« vierteljährlüh 2 ^»as, Gerung. 91- d. M« 8 Ufr?*- 1t. Ufib Stelle BH wr~~ w "8a' Juni b, ui tags 9 Uhr, 4' W H«M btt Er, ’öejg wn ta. ho "! MMe bafeM ‘eigert werben. ■" 16' N 1886. er Sürgtmtijler. Scheren : ******** *> w M«M< l« M> •1,1... « ,7. x iss e. Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen . a« die Schulvorstände -«8 Kreises. gekommen sind, an fofortifle @XbtUgun^b"rfe[ben.eI^e ®Crfu9uns in Iubr- Slpf vom 28. Mai im Gießener Anzeiger Nr. 126 noch nicht nach- Dr. Boekmann. Die englische Wahlbewegung hat mit dem Wahlmanifest Gladstones an seine Wähler in Midlothian eine energischere Förderung erfahren. Das Manifest ist ganz und gar der Vertheidigung der irischen Politik Gladstones gewidmet und legt in unzweideutiger Weise dar, daß der englische Premier M,tz» Der unerwartet^ Tob König Lubwigs II. hat, wie bekannt, in der Nachfolge unb Regentschaft in Bayern insofern Veränderungen hervorge. rufen, als Prmz Lmtpolb nunmehr im Namen des jüngeren Bruders König Ludwigs, des Prinzen Otto, die Regierung führen wird und ist Letzterer als Otto I. bereits zum König proclamirt worden. Geboren am 27. April 1848 l't der nunmehrige bayerische Herrscher schon seit Jahren geistesgestört und deshalb unfähig, die Regierungsgeschäfte Selber zu führen; gleichwohl mußte er nach den Bestimmungen der bayerischen Verfassung zum König proclamirt wer- den. Brs jetzt weilte er vorzugsweise in einem einsamen Waldjchlößchen unweit von Fürstenried. Ueber den unglücklichen König Otto von Bayern ist noch Folgendes zu berichten. Auch er galt für einen geistvollen, liebenswürdigen Prinzen. Er genoß eine sehr sorgfältige Erziehung. Im Jahre 1866 Hörle er mit großem Erfolge auf der Münchener Universität die Professoren Giesebrecht und Riehl bei Ersterem die Geschichte der deutschen Kaiser, bei Riehl die Geschichte der socialen Theorien. Wiederholt äußerte sich Giesebrecht wohlgefällig über die freisinnige Gesinnung des Prinzen in politischer wie auch in religiöser Beziehung. Prinz Otto hörte ferner staatsrechtliche Vorlesungen und besuchte eine zeitkang auch die Vorlesungen des Professors Moriz Carriere über Aesthetik. Trotz seiner liberalen Gesinnung zeigte der Prinz schon als Jüngling eine gewiße Gewandtheit im Verkehr mit den politischen Parteien; er wußte sich mit den Klerikalen zu verhalten und hütete sich ängstlich, sie vor den Kopf zu stoßen. Frühzeitig aber schon ging mit dem Prinzen eine Aenderung vor sich. Im Gegensätze zu seinem königlichen Bruder, der Richard Wagner und die Klassiker bevorzugte, gewann Prinz Otto eine besondere Vorliebe für Jacques Offenbach und für die Priesterinnen der Offenbach'schen Muse. In Folge einer Lebensführung, welcher der zarte Körper des Prinzen nicht gewachsen war, verfiel er rapid in seiner Gesundheit und eine krankhafte Bigotterie begann sich an ihm zu zeigen. Ost sah man ihn in später Abendstunde vor der Statue der Mater dolorosa in dem Herzogspital knien und inbrünstig beten. Einst der lebenslustige junge Mann, verfiel er in tiefe Melancholie und zeigte deutliche Spuren von partieller Geisteszerrüttung. Man constatirte religiöse Monomanie. Man überwachte ihn strenge und suchte öffentliche Austritte zu vermeiden. Da lenkte' mit einem Male ein peinlicher Auftritt die Aufmerksamkeit von ganz München auf den unglücklichen Prinzen. Es war am Frohnleichnamstag 1873. Der König hatte seine Theil- nahme wegen Ablebens seines Oheims, des preußischen Prinzen Adalbert, absagen lassen. Prinz Otto war bereits unter Bewachung in Nymphenburg interntrt. Er hörte dort gewöhnlich in der Kirche der englischen Fräulein die Messe. Plötzlich gelang es ihm, zu entkommen. Er fuhr nach München und begab sich in die Domkirche. Während der Erzbischof das Hochamt celebrirte, bestieg Prinz Otto, der bisher ruhig im Presbyterium gesessen war, die Kanzel und sqgte mit lauter Stimme das Confiteor. Die Aufregung war ungeheuer. Zwei Canonici eilten auf einen Wink des Erzbischofs Scherr auf die Kanzel und machten dem 1 Prinzen klar, daß ein Laie in der Kirche nicht das Wort ergreifen dürfe. Es j Politische Ueberficht. m ®’e. ,er^9tt"nbe Schluß-Katastropheiml'cher""b'as in i •femen °°^ufigen Abschluß gefunöen hat, bei frei. “i3, ®ob Sdnl9 Subroigs m ben Wellen bes Starnberger Sees, beherrscht foriwahrenb bte öffentliche Meinung im beutschen Vaterlanbe. Das entsetz- q?b»b«S d?Echen' dessen Name mit bei Wiederaufrichtung bes beut- schen Retches auf immerbar in ruhmvollster Weise verknüpft sein wirb, hat allerorten bas tiefmmgste Bebauern hervorgerufen unb begreiflicher Weise ist namentlich an ben beutschen Fürstenhösen bie Theilnahme an dem traurigen ^Sn3iL öro!e" Kleber bie Einzelheiten desselben ist bereits ein» getjenb berichtet worden und können wir um so mehr von einer nochmaligen __' l.______- , als der genaue Hergang der Katastrophe wohl für immer unaufgeklärt bleiben wird, denn der einzige Mit- betheiligte und Zeuge, der unglückliche Medicinalrath v. Gudden, hat ja selbst hierbei den Tod gefunden. Allseitig wird man aber nach dem Ueberwinden des ersten Eindruckes des tragischen Ausganges König Ludwigs zu der Ueberzeuguna ge angen, daß für den beklagenswerthen Monarchen der rasche Tod eine barm- herztge Erlösung von immerwährendem geistigen Siechthum bedeutete, zumal da c?8r flnen dem Ableben des Königs veröffentlichte ärztliche Gutachten denselben als unheilbar geisteskrank erklärte. - Inzwischen ist die Leiche des Herrschers nach der Residenzstadt München übergeführt und daselbst in der Simstag statt Gu Eden; die feierliche Beisetzung findet am nächsten gAang ihnen, den Prinzen von seinem Vorsatz abzubringen. Er wurde in einen ~ Ehrend im Allgemeinen der körperliche Zustand des Königs als em vortreffiicher gilt und vorausgesetzt ?^d, daß er noch lange leben könne, schildert ein Brief des „Pesther Lloyd" das Befinden Ottos als sehr bedenklich. Anläßlich bes Ablebens König Lubwigs stnb bem Prinz. m :1Ä mU1r •?°^rt)on Den deutschen, wie von ausländischen Fürstenhösen ahlretl^ Beileids^Telegramme zugegangen. In besonders herzlichen Worten rst tue Condolenz-Depesche Kaiser Wilhelms abgefaßt, welche bemerkenswerther Werse auch auf bie lange Freundschaft zwischen Kaiser Wilhelm und dem Prinzen Luitpold . Bezug nimmt. v 9 Die aufregenden Vorgänge in Bayern lassen für die Besprechung der anderweitigen innerdeutschen Angelegenheiten diesmal nur wenig Raum übrig, doch liegt auch zur Stunde nur wenig vor. Zu erwähnen ist die Rückkehr des Reichskanzlers von Friedrichsruhe nach Berlin und bringt man dieselbe theils mit den Ereignissen in Bayern, theils mit der bevorstehenden Fortsetzung der parlamentarischen Thätigkeit zusammen. Es heißt jedoch, daß der Vufent- halt des Fürsten Bismarck in Berlin nur ein kurzer sein werde; über seine diesjährigen Badereisen ist noch nichts Näheres bekannt. Die Wiederbesetzung des erzbischöflichen Stuhles von ^retbbzrg durch den seitherigen Bischof von Limburg, Roos, ist nunmehr N4rr. b?.H«r Roos vom Papste die Anweisung erhalten hat, die Wahl zum Erzbifchof anzunehmen. 9 "c^ing^eiertage in Belgien ohne die ange- kündlgt gewesenen großen Arbeiter-Kundgebungen verlaufen sind, so präsentkrt sich doch die Lage in diesem Lande fortgesetzt in gerade nicht besonders günstigem Ochte Der am Pfingstsonntag in Brüssel stattgefundene Congreß der Delegirten ™ Aschen Arbeitervereine hat bekanntlich für den 15. August eine große Manifestation zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts und im Falle des Ver- dors derselben eine sofortige allgemeine Niederlegung der Arbeit in Aussicht gestellt — Grund genug zu neuen Besorgniffen. Dieselben erscheinen um so gerechtfertigter, als am Dienstag die Arbeit in den Kohlengruben von Flenu fast vollständig eingestellt worden ist. k _ Der „uu mittel bar nach dem Pfingstseste erfolgte Zusammentritt des neugewahlten italienischen Parlaments hat zunächst eine Darlegung der Orientpolitik des Cabmets Depretis gebracht. Aus dem hierüber veröffent- lichten Grunbuche geht hervor, daß Italien aufrichtig mit zur Beilegung der jüngsten Orientkrisis mitgewirkt hat, worüber man nur Befriedigung empfinden Weiter empfiehlt das Grünbuch als ersprießlichste italienische Mittelmeer- Politik das Einvernehmen Italiens mit England und Frankreich. ., , Die in Venedig grassirende Cholera-Epidemie hat nun doch die italienischen Grenzen überschritten. In Triest ist in zwei Fällen das Au^ treten der Cholera und ihre Einschleppung von Venedig constatirt worden. Die österreichische Regierung hat sofort energische Maßregeln gegen eine Weiterverbreitung der Seuche angeordnet. an . Drientsrage liegt heute die bedeutsame Nachricht von dem am Montag in Sofia stattgefundenen Zusammentritte der bulgarischen Sobranje oder Nationalversammlung vor. Fürst Alexander eröffnete die Versammlung mit einer Rede, welche das Andenken an die Heldenthaten der bulgarischen Armee m dem Kampfe mit Serbien preist und auch die Hingebung und den Patriotismus des Bulgarenvolkes rühmend anerkennt. Die ganze Rede zeugte von unverkennbarem Stolze auf die Errungenschaften der bulgarisch-rumelischen Union. Der Fürst wurde bei seinem Erscheinen wie bei seinem Weggange aus der Ver- ammlung von den Deputirten begeistert begrüßt. Die Ausweisung der Thronprätendenten aus Frankreich droht plötzlich in dem Senate ein ungeahntes Hinderniß zu finden. Am Dienstag wählten die Bureaux des Senats die Commission zur Vorberathung der Prinzenvorlage und ergab sich, daß sechs Commissions-Mitglieder Gegner und nur drei Mitglieder für die Ausweisung der Prinzen sind. Die Gesammtabstimmung in den Bureaux selbst ergab 116 Stimmen gegen und 109 Stimmen für die Vorlage und sind mithin deren Chancen im Senate sehr ungünstige, indessen steht zu erwarten, daß sich die genannte Körperschaft unter dem Drucke der öffentlichen Meinung wohl zum Anschlüsse an das Kammervotum in der Prinzenfrage noch wird entschließen müssen. Ntenes. Äs Lager in bbüten und Mädchen naben, sowie' lautes kkiWlM mit zu räumen, beeis. angmann, lirchenplatz. butyr i Hachf. unb WM du* M SLackfische, Hechte, Beesem, Makrelen her Fish), . , u. Zchlkien, ioldfische. thungen. nm-r i" les Zinmer zu vcr- bne Zlost- —7-7* cermittocn- äSS nicht gesonnen iß, von seinen aus Irland bezüglichen Pläun auch nur um ein Jota zurückzuweichen. Offenbar wird diese Kundgebung'den Mittelpunkt der ganzen Wahlcampagne bilven und mit berechtigter Spannung dars man deren Ausgang entgegensehen. Telegraphische Depeschen. 8Sol1P# telegr. Torresporr-errz • Vurrarr. München- 17. Juni. Einem amtlichen Bulletin vom 16. Juni zufolge schreitet die Besserung im Befinden der Königin-Mutter fort. Das erschütternde Ereigniß hat glücklicherweise keinen Rückfall im körperlichen Befinden hervorgerufen. — Die Ausgabe des „Berliner Tageblatts", welche die geälschte Proklamation des verstorbenen Königs veröffentlichte, wurde durch Gerichtsbeschluß beschlagnahmt. München, 17. Juni. Abgeordnetenkammer. Anwesend sämirtliche Minister unb 156 Abgeordnete. Der Präsident v. Ow richtet eine Ansprache an die Kammer, in der er auf die schweren und verhängnißvollen Ereignisse der jüngster. Zeit, namentlich auf den Tod des Königs hinweist, der begeistert und begeisternd berufen war, entscheidend in die Geschicke und die Geschichte des deutschen Reich; einzugreifen. Gottes Schicksalsschläge hätten Bayern getroffen und Volk und Dyna'tie in gemeinsamen tiefsten Schmerze vereint gefunden. Ministerpräsident v. Lutz verliest darauf die bekannte Proklamation und theilt mit, der Regent habe das Ministerium beauftragt, der Kammer das vollste Material zu unterbreiten und, falls es die Kammer wünsche, noch weiter zu vervollständigen. Der Minister empfiehlt die Einsetzung eher geheimen Kommission, deren Verhandlungen die übrigen Abgeordneten unter Diskretion beiwohnen können. Auf Ruppert's Antrag wird durch Acclamation eine cus 28 Mitgliedern bestehende Kommission gewählt, welche sich sofort nach Schluß der Sitzung -constituirt. Nächste Sitzung unbestimmt. — Abgeordnetenkammer. Die bereits signalisirte Erklärung des Mmisterpräsi- denten Dr. v. Lutz lautet: „Wir werden Ihnen erschöpfendes Material mittheilen, welches Sie Ihrem Urtheile darüber zu Grunde legen werden, ob das Veffahren des Prinzen Luitpold seit dem 10. Juni bis heute ein verfaffungsmäßiges und gerechtes gewesen ist oder nicht. Die Prüfung wird sich nicht nur auf die Fragt erstrecken dürfen, die jetzt allein noch practische Bedeutung hat: ob nämlich unser jetziger König Otto an der Regierung verhindert ist oder nicht, und ob für ihn eine Regentschaft zu bestellen ist oder nicht, sondern sie wird sich auch auf die Frage erstrecken mässen, ob es gerechtfertigt war, zur Zeit des Lebens und der Regierung Königs Ludwig II. die Regentschaft zu ergreifen. Das Material, welches Ihrer Einsicht unterbreitet werden wird, ist von einer Art, welche, wie wir glauben, nicht gestattet, Alles zu veröffentlichen. Mindestens wird es einer gewissenhaften Prüfung bedürfen, wie weit die Tatsachen, die Ihnen vor Augen geführt werden, veröffentlicht werden dürfen. Wenn Sie sich anschicken, die Frage zu discutiren, in welcher Weise die Angelegenheit in der zweiten Kammer zu behandeln ist, so möchte ich Sie bitten, jedenfalls zunächst eine Kommission zu bestellen, welcher wir das Material zunächst unterbreiten, und dieser Kommission aufzulegen, daß dieselbe in geheimer Sitzung verkehre, also strengste Discretion bewahre. Diese Kommission wird dem Hause schließlich nicht blos einen Antrag über die materielle Frage unterbreiten, sondern auch die Frage prüfen oder Vorschläge vorlegen, inwieweit dem Lande das gebotene Material zugänglich gemacht werden kann. Wir werden Ihnen stets mit vollster Offenheit entgegenkommen, mit jener Offenheit, welche durch den furchtbaren Ernst der Lage geboten ist. Sollte das Material nach Ihrem Dafürhalten noch nicht als ein erschöpfendes angesehen werden, so sehen wir Ihren Anträgen auf Ergänzung und weitere Vermehrung entgegen. Die Specialkommission der Kammer der Reichsräthe hielt heute Mittag ihre erste Sitzung. Zum Referenten wurde Dr. v. Neumayr gewählt. München, 17. Juni. Heute fand eine 3 Stunden dauernde geheime Sitzung der Kammer der Reichsräthe statt, welcher auch der Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürst Hohenlohe, beiwohnte. München, 17. Juni. In einer weiteren Erklärung des früheren Leibarztes des Königs, Geheimrath Gietl, heißt es: Nach den erfolgten Beobachtungen sehe mich zu der Erklärung gezwungen, daß ich durch Jahre hindurch den Geistesznstzrnd des Königs als getrübt und gestört erkannt habe und erklärte, die Katastrophe werde eintreten. Es war immer mein Grundsatz, nach keiner Seite hin Erklärungen über den Geisteszustand des Königs abzugeben; nur mit Medicinalrath Bratller, welcher 7 Jahre den Prinzen Otto ärztlich zu überwachen und zu behandeln hatte, sprach ich öfters über den Geisteszustand des Königs. Wir waren beide darin einig, die Geistesstörung des Königs sei eine tiefe, ähnlich jener des Prinzen Otto. München, 17. Juni. Nach dem officiellen Programm beginnt die Leichenfeier am 19. d. M., Nachmittags 1 Uhr. Das Militärcommando führt Infanterie-General Horn und es folgt, die dicnstthuendc Generalität, zwei Regimenter Cavallerie, zwei Regimenter Artillerie, das Cadettencorps, die Kriegsschüler, die Bruderschaften, die Schulen, die königlichen Beamten, das Domkapitel, sämmtliche bayerische Bischöfe; hinter dem Eeremonienmeister fährt der achtspännige Leichenwagen mit den Reichs- insignien und den sämmtlichen Orden des Königs. Hinter dem Crucifix geht der Prinzregent mit sämmtlichen Prinzen und den Kronbeamten. Darauf folgen dann die Reichsräthe, die Abgeordneten, die Standesherren, die Hofchargen, die Staatsminister, die Generalität und die Georgiritter. In der Michael-Hofkirche empfängt die getarnte Geistlichkeit die Hülle des Königs; der Erzbischof von München nimmt die Einsegnung vor und hierauf wird der Sarg unter Begleitung des Oberhofmeisters Grafen Castell und des Hausministers v, Crailsheim in die Gruft beigesetzt und Verschlossen. Paris, 17. Juni. Präsident Grevy überreichte heute Morgen den drei neuernannten Cardinälen das Barett. Cardinal Bernadou sagte in seiner Ansprache: Die neue Würde macht uns die Pflichten gegen die Kirche und Frankreich noch heiliger, als französische Cardinäle werden ,wir nicht aufhören, zu Gott für Frankreich zu beten. Unsere Lehre wird die Lehre Christi sein: Gehorsam gegen göttliche und menschliche Gesetze, Achtung vor den eingesetzten Obrigkeiten!" Grevy dankte für den Ausdruck dieser Gesinnungen, welche die Interessen der Kirche mit den Interessen Frankreichs versöhnen. — Der Arbeitsminister Baihaut bringt heute in der Kammer einen Gesetzentwurf ein betreffend die Ermächtigung der Panama-Gesellschaft zur Ausgabe einer Prämien- Anleihe. Paris, 17. Juni. Prinz Victor Napoleon hatte einen Unfall mit dem Wagen, wobei das Pferd durchging und der Wagen umstürzle. Der Prinz erlitt eine anscheinend nicht schwere Contusion des Kopfes. — Dem „Temps" zufolge hätte Freycinet ausführliche Mittheilungen über die Organisation der orleanistischen Partei gemacht. London, 17. Juni. Das Oberhaus nahm in erster Lesung die Medicinal- Bill an. — Unterhaus. Bryce erklärte: Die einzige amtliche Mittheilung über das Massacre der Franzosen auf den Neuen Hebriden sei die Erklärung Freycinets vom 10. d- M. an Lord Lyons; ersterer habe hinzugefügt, es fei unmöglich, daß ein vorübergehender Posten errichtet werde, bis die Ruhe hergestellt sei, aber die getroffenen Maßregeln hätten keine politische Bedeutung. Auch sei keine Rede von einer Occupation der Inseln oder irgend etwas, welches die Verpflichtungen Frankreichs gegen England verletzen würde. Freycinet habe am 14. ds. Mts. in bestimmtester Weise diese Versicherungen wiederholt, daß Frankreich keine Pläne habe, welche den politischen Zustand auf den Neuen Hebriden berührten, daß es nicht die Absicht habe, diese Inseln zu besetzen. Frankreich halte sich durch Vertrag gebunden, die Unabhängigkeit der Inseln zu achten; falls Truppen gelandet, würden dieselben zurückgezogen werden, sobald der Anlaß dazu beseitigt sei. Lord Lyons sei jetzt angewiesen, über das Gerücht von dem Hissen der französischen Flagge Erkundigungen einzuziehen, das Haus möge versichert sein, daß die Regierung den Ernst der Sache erkenne. — Das Haus nahm in dritter Lesung die Weinzoll-Bill an. London, 17. Juni. Gladstone hat sich heute nach Edinburgh begeben, von wo em geschätzten nfr erlaubte, Wen B M leimen, hier ’it schenken wollen, i vorliegt. Dieser lange von 11 6m., Das Gefieder des- 'zgrünem Schimmer i Zehen, welche alle in Dmtschland, wo ßt ms schon wieder altes Gemäuer und lchen Vögeln gehört, ine schwere Anklage Hinten Erfahrungen n Staaren widmen, hrere Thurmsegler gers angebracht ist, dem Kasten zu ver- nen ihre Wohnung le, nahm ein recht g die alten Staare ungen Staare nicht -H man Schlimmes orgezeigten Thurm- Tieselbm warm ewesm wären, nach ren Mn * m, M» * ,ii MW Kirr md m km rn smd. >>"d d jn(6 SDlnurrf*5 Äloti« * Wö»««' msöru4r§ l*eli 8 «5® «.“"’S tiä -s iir "S mirilirr'1'"' mfäirlWi* El '(bnen derartige 2 Uhr: Andacht. Jingemetoer KnzeigVr 4550 4553 Reitz. 4549 •fo®» Mark 8 Schulstraße 8. 4547 Eine fast neue NähmafchiUE billig zu verkaufen bei w Frau Sammerlab, TiefenmeL-. Donnerstag den 24. Juni. F roh nl e ich nams fest. Mannheimer Lagerhaus-Gesellschaft. 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Juni, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 12°, Luft 13° N. im Schatten. ..................iw,,,........... n■■■■■»■ n■ ____ & r- Rübsamen. pro 1886 ifi soeben erfchienen und in der Exped. d. Bl. für 3 zu erhalten. Gchiff-nachrichten. Tr°°°, ML. L LdL°S'LlI'^7Ur°m?n" --st-?,"5 Mr ^LLgs"?p°Lha'iteZÄ roar' « te*ls teile Z rn neuester Facon cingetreffen, von Mk. 1 pr. Stück an bis -u den hochfeinsten. Zurückzeseßte altere zur Hälfte des früheren Preises. Geschichts-Kalender. I WSMM-W-s- IRin ?^?ob Dichter und Schriftsteller, geboren. i J2' deutscher Virtuos und Componist geboren 877 K°-s°r °°n Mexiko, wird in Queretaro'-? chos n '877. Sieg der Nus,en über die Türken bei Sedekan. W " SBrnÄ e-üi ?? ngestkr Achkig A L7 ii Eawpobello, der Carabinieri und eine Comnaani °S ldalen^„V (“or7n~ ®er Durch di- Reibung beim ©nfiu?? c^ünb 7 l°'orL™ Ort und Stelle geeilt. Rauch wurde bis Campobello — 8 Kilometer meN ' :n b-r Mme; der kein einziger der verunglückten 9Irhpitpr noroUot • ^ktneben; man furchtet, daß Alessandro Chiaramonte Bordonaro denen'ein ^beil Die Erben des Barons lur^nterstüüung der ibr-ZES-r^L-^^n"^'^ ^"en 5000 Fr. Evangelische Gemeinde. ~ „ ® 0 X t e § b i e n st. ^rmUtag" 9y2 Uhr^1 Pfarr^r^D?ngeldey Di- Kinderkirche "sollt'a"8? 3 U»r: $farra Schluss-?' 2 Uhr in der'ki^che"Pfa?rcr°<§ch?!ss°/r° °" Unb Stadtschüler, Nachmittags WamS^Ibel" fÜr bie R-alschül-r. B.rmittags 8 Uhr in der Kirch- PfarrekL^Lk^ann'^ bk ®iiib(6en " Uhr in der Kl-inkinb-rschule. Pf°rrekDin^eld?^^°"° in ber Woche vom 20. bis 26. Juni besorgt vertheilung in ... tage findet Concert in oer ^eltüalle und Wnfif sl?rturn-n;. zugleich 7. August. Sitzung d-S Kreisausschutses Turnta» Auptseier Samstag den der Festhalle. Sonntag,^ZT bÄ!1^ 8 Uhr F-st-omm-rs in Hcugras- Vkrstkigernng. I , Mittwoch »ett 23. F«ni l. «ta | ^ren ^"8°"8 Don bcn Wiesen der I ÄÄT D. Ebel Erben, । Medicinalrath Dr. Kebrer. I Dr. Melchior, • Dr. Vogt, I Fritz Schwan, Christian Jughardt, den Meinigen und noch anderen meistbletend versteigert werden. Der Anfang ist Morgens 9 Uhr am Neuenweger ^hor u. Nachmittags 2 Ubr auf der Stefansmark. 9 u°r , Gleßen, den 17. Juni 1886. __Müller. Versteigerung. Montag den 21. Jnni l. c . Nachmittags 3 Uhr werben tni städtischen Psandlokal (Selters- weg Nr. 11) nachstehende Gegenstände steigert.^e^^ 660611 Baarzahlung ver- J Kommoden, 2 Klei- M?fc' dSopha's, 1 Consol- schrankchen, 1 Kommode m't Aufsatz *J Garten- stUhle, 2 Lehnbanke, 3 Tische, 7 Bilder ^Smegel, 22 Stühle, 4 Lampen, 1 Mehlkasten, 1 Ladentheke mit Real 2 Zeitungshalter, 2 Trichter, 23 Eleruniersätzc, 4 Feuerzeugbehälter, 1 Alkoholometer, 1 Anneroid-Baro- Meter, eine Anzahl Diehlen, Bretter, ^llen, Oefen, 6 kupferne Töpfe, 1 Dtzd. silberne Lössel, 1 Dtzd. Messer miö Gabeln, 1 Glasschrank und eine Kommode. Die Versteigerung ist sicher. Gießen, im Juni 188o. Heugras- Versteigming bei der Stadt Gießen. Montag den 21. und Dienstag den 22. Juni d. I., jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, soll des Heugras von den städtischen Wiesen versteigert werden und zwar: Montag den 21. Juni von den Wiesen vor der Neustadt, am Neuenwegerthor, am Fürstenbrunnen, Wieseckthal und im Hegstrauch. Dienstag den 22. Juni von den Ochsenwiesen, den Wiesen im vorderen und Hinteren Stohenmoraen und am Altentisch. Die Zusammenkunft ist Montag den 21. Juni am ')''eustädterthor und Diens- : tag den 22. Juni in den Ochsenwiesen. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, am 12. Juni 1886. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. B r a m m. 4473 Heugrasversteigerung. Montag den 21. d. MtS , des Vormittags um 10 Uhr, soll das Heugras von den Gemeinde- Wiesen zu Trohe an Ort und Stelle versteigert werben. Drohe, am 17. Juni 1886. Großh. Bürgermeisterei Trohe. ___Sch warz. 4539 Mittwoch den 23. d. MtS., Vormittags 10 Uhr anfangend, soll das der Gemeinde zustehende Heugras sowie 12 Loose neu angelegt mit Klee -und Gras, an Ort und Stelle sffent- !lch versteigert werden. Inheiden, den 17. Juni 1886. Großh. Bürgermeisterei Inheiden. bei 3932 Heinrich Rübsamen 6 i 6 8 s e n Mäusburg 16. f/orma/rr/cot-ünterk/e/i/er FABRIK-NIEDERLAGE Heugras- Bersteigerung. Nächsten DienStag, aiS den 22. Juni, soll das. Heugras auf den von Grolmanischen Wiesen in Gemarkung Burkhardsfelden und Reiskirchen an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Der Ansang ist Morgens 9 Uhr am Aschenpfuhlsweg über der Kiß- wiese. Im Auftrage 4544 Rechner Heuser. Jeilgeöotenes. 100000 St. Vickumrzpflaiym per 1000 JL 2, sind zu haben. 43-11 Hofgut Friedelhausen. Spitzen aller Art, Knöpfe in größter Aus- (p wähl, L Perlenbefatz, ~ Plüsch, » Sammetband m.Atlas- gr rücken, Z. 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