Eigner, EL1?**«* Wt in die Lehre Offerten sind bet der 'eichen. n Gießen. Leib. 1 W. November ™ Rudolph'schen r-Ensemble. ten Male: onntment: M WM ’Dofie in 3 Men i Ed Jakobson. Millöcker- 'nen: h Carl Decker. in Lsielte Covpö. Charl. Hohgarth. lter Dora Fricke. " Bertha Schrader. Marie Hattinann. its- Leo Lanflwald. Carl Reidner. Paul Banse. rl- Mar Franke. Fritz Schröder. Anialie Reidner. nmer- n Camilla Krause. Carl Henning. t Edmund TemM- Max Müller. Ihr - Anfang Mise Uhr. liche Preise. , kauf in der Ferber - Buchhandlung dauert Mr. Abonnemenls- ^tauslbvonMonne- . Herr Ferber eben- hen-Mtttbier von 7 «ort« W“'*6' Alr. 269 Donnerstag den 18. November 1886. Weßener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bwreant Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. "^siührlich 2 Marl 20 Pf. mü Srtnjecfata. _________________ ” u Durch bte Poft bezogen vrertcliührlich 2 Mark 50 Pf. Politische Ueberficht. Gießen, 17. November. Der Militär-Etat enthält — wie dies schon osficiöserseits geschrieben wurde — durchaus keinerlei Überraschungen, wenngleich in ihm ansehnliche Mehrsorderungen gegen den vorigen Etat figurircn. Dieselben finden sich namentlich bei den einmaligen Ausgaben vor, wo ein großer Posten für die Vervollständigung des Waffenmatertals und der Munitionsvorräthe eingestellt ist. Dagegen wird die Frage der Präsenzstärke oder der angekündtgten Umbildungen in unserem Heereswesen im neuen Etat nicht berührt, so daß diese Angelegenheit Sache einer besonderen Vorlage sein wird; in derselben werden die neuen Vorschläge für die Friedensstärke, resp. für die Truppen-Formationen nach Ablauf des Septennats enthalten sein. Diese Vorlage steht aber erst für die zweite Hälfte der Reichstags-Session in Aussicht und erst zu diesem Zeitpunkte werden sich im Reichstage die eigentlich kritischen Entscheidungen vollziehen; immerhin wird auch schon der vorliegende Militär Etat mit seinen bedeutenden Mehrforderungen Anlaß zu heftigen Debatten geben. Ueberhaupt verspricht die bevorstehende Reichstags-Session, nach mancherlei Anzeichen zu urtheilen, sich wiederum zu einer recht bewegten zu gestalten. Ueber den Gesetzentwurf, betr. die Ausdehnung des Unfallversicherungs-Gesetzes auf die Erdarbeiter, wird jetzt Näheres veröffentlicht. Derselbe unterwirft alle bei Bauten von Eisenbahnen, Straßen, Kanälen rc, beschäftigten Personen, soweit dieselben nicht Maurer-, Zimmer- und ähnliche Arbeiten ausführen, ferner die bei Regiebauten und schließlich die von Privatpersonen in ähnlicher Weile beschäftigten Arbeiter der UnsalloersicherungSpflicht. Im Wesentlichen lehnt sich der neue Entwurf an die schon bestehende Unfallversicherungs-Gesetzgebung an und entsprechen demnach die Bestimmungen des Entwurfes über die Voraussetzungen und die Höhe der Entschädigungen, die Feststellung der letzteren, die hiergegen zulässigen Rechtsmittel, die Auszahlung durch die Post, das Unfallmeldewesen u. s. w. den bereits in Geltung befindlichen Bestimmungen. Dagegen werden als neu die Baugewerbetreibenden, deren Betriebe sich auf die der Unfallversicherung bisher nicht unterliegenden Arten von Bauausführungen erstrecken, wie Erd- und Wafferbauarbeiten, in gleicher Weife wie die übrigen Baugewerbe zu einer Berufsgenoffenschast vereinigt. Bezüglich der Regiebauten von Privatpersonen schlägt der Entwurf vor, mit jeder Berufsgenoffenschast für Baugewerbetreibende eine Versicherungsanstalt zu verbinden und jeden Bauherrn, welcher einen Bau für eigene Rechnung aus- führt, zu verpflichten, die dabei beschäftigten Personen bei der Versicherungsanstalt derjenigen Berufsgenoffenschast, welche für die Baugewerkbetriebe der betr. Kategorie von Bauten errichtet ist, gegen Prämien nach dem Verhältniß der an die Versicherten gezahlten Löhne durch Vermittelung der Gemeindebehörde zu versichern. Nur geringfügige Reparaturen sollen unbeschadet Der Versicherung der dabei beschäftigten Personen von der Anmeldung und Prämienzahlung ausgeschlossen sein. Der Entwurf enthält dann weiters Bestimmungen über die Prämienberechnung u s. w. und sieht schließlich die Errichtung von Versicherungsanstalten auch für die auf Grund des Unfallversicherungs-Gesetzes bereits errichteten Berufsgenoffenfchaften für Baugewerbetreibende aller Art vor. In der Reihe der beachtenswerteren Kundgebungen zur bulgarischen Frage sind die vom Grafen Kalnoky in der Ausschuß-Sitzung der ungarischen Delegation am Samstag abgegebenen Erklärungen die jüngste, aber vielleicht die bedeutungsvollste. Der Grundton derselben ist ein friedlicher, aber trotzdem fester; von besonderem Gewicht find die Aeußerungen über das deutschösterreichische Bündniß. Zum ersten Male hört man über dessen eigentlichen Charakter von berufener Seite etwas Zuverlässiges; offen erklärt Graf Kalnoky, daß das Bündniß nur dann praktisch in Kraft treten werde, wenn es die Wahrung gemeinsamer Interessen der beiden Parteien gelte. Der Fortbestand Deutschlands wie Oesterreich-Ungarns als starke, unabhängige Großmacht bilde für beide Theile ein wichtiges, eigenes Interesse; in diesem Sinne sei die Gemeinsamkeit der Stellung Deutschlands und Oesterreich-Ungarns unerschütterlicher, als wenn dieselbe lediglich auf Paragraphen gegründet wäre. Graf Kalnoky hebt hervor, wie Fürst Bismarck auch diesmal eine ersprießliche Tätigkeit zur Erhaltung des Friedens entfaltet habe und wir Deutschen können wahrlich hierauf stolz fein! Von Interesse ist die Ankündigung, daß Oesterreich- Ungarn nöthigenfalls nicht nur auf die Unterstützung Englands, sondern auch Italiens rechnen könne, welch' letzteres bei seinen gewichtigen Mittelmeer-Jn- teressen einer Verschiebung der Machtverhältniffe nicht ruhig zusehen könne. Graf Kalnoky betont schließlich das fortdauernde freundschaftliche Verhältniß zwischen den Cabineten von Wien und Petersburg, wenngleich er hierbei durchblicken läßt, daß über manche Punkte leichte Meinungs-Verschiedenheiten herrschen. Jedenfalls ist die Versicherung Kalnoky's von hohem Werth,' wonach Rußland den übrigen Großmächten die bündigsten Erklärungen abgegeben hat, daß es nicht daran denke, an der internationalen Stellung Bulgariens zu rütteln und daß es überhaupt nur unter Mitwirkung der andern Mächte vorgehen werde. Hiernach lassen sich auch die steten Gerüchte von der angeblich bevorstehenden Besetzung Bulgariens durch die Russen auf ihren wahren Werth zurückführen. In Bulgarien selbst scheint in der weiteren Entwickelung der Dinge wieder eine gewisse Ruhepause eintreten zu wollen. Am Samstag hat sich die Sobranje auf unbestimmte Zeit vertagt, nachdem von ihr die Regenten Stam- buloff und Mutkuroff, welche auf den Empfang der telegraphischen Benachrichtigung , her König von Dänemark lehne für den Prinzen Waldemar die Wahl zum Fürsten von Bulgarien ab, demisfionirt hatten, wiedergewählt worden waren. Außerdem ist für den au-geschiedenen Karaweloff Dukoff als drittes Regentschaftsmitglied gewühlt und Karaweloff hierbei wegen feiner zweideutigen Haltung von der Sobranje ein entschiedenes Taoelsootum ertheilt worden. Eine Deputation, welche an die europäischen Höfe geschickt werden soll, ist beauftragt, den Mächten die Wünsche der Bulgaren klarzulegen; viel wird sie aber wohl nicht ausrichten. Was General Kaulbars anbelangt, so ist derselbe unermüvlich in dem Bestreben, neue Conflicte mit der bulgarischen Regierung herbeizuführen. Jetzt verlangt derselbe die Bestrafung des Präfekten von Philippopel wegen der angeblichen unwürdigen Behandlung, die dem Kawaffen des dortigen russischen Consuls zu Theil geworden ist. Diese „unwürdige" Behandlung besteht darin, daß der Kawaß, als er Nachts mehrere Gensd'armen prooocirte, entwaffnet und sofort dem russischen Consul übergeben wurde — und dafür soll der Präfekt bestraft werden! Kaulbars soll ferner die Amtsentsetzung der Comman» danken von Philippopel, welche die Verhaftung des Kawaffen verfügten, sowie die Salutirung der russischen Flagge durch die Garnison gefordert haben. Die Erklärungen Kalnoky's haben in Petersburg seltsamer Weise unangenehm berührt. Dieselben werden von „Neuzeit" und „Nowosti" abfällig kritisirt und bemerkt hierbei letzteres Blatt, der doppelsinnige Ton Kalnoky's bedeute keine Garantie des Friedens. Auch das „Journal de St. Petersbourg" bedauert die Ausführungen Kalnoky's und meint, zwei Nachbarreiche, die ein gutes Einvernehmen wollten, schuldeten sich freundschaftliche Würdigung der beiderseitigen Interessen. Wie gedenke Kalnoky die geäußerten Anschauungen in Einklang zu bringen mit dem Jdeen-Austausch zur Herbeiführung eines Einvernehmens zur Würdigung der besonderen Stellung Rußlands in Bulgarien? Das officiöse Blatt steht von einem weiteren Urtheile ab, um dis Situation nicht zu verschärfen und kritisirt schließlich scharf den nun vorliegenden Wortlaut der Rede Salisbury's. Dagegen fassen fast sämmtliche Londoner Morgenblätter die Erklärungen Kalnoky's als friedlich und als eine Bürgschaft für die Erhaltung des Friedens auf. Vom Kriegsminister der französischen Republik liegt wieder einmal eine Kundgebung vor. Am Sonntag hat nämlich Herr Boulanger in der Jahresversammlung der Pariser Turnvereine eine Rede gehalten, in der er betonte, die militärische Erziehung her Jugend trage keinen aggressiven Charakter. Jedes Land, welches existiren wolle, müsse stark fein; er, Boulanger, selber treibe unablässig Vorbereitungen zum Kriege, dies sei die beste Garantie eines dauerhaften Friedens. — Das klingt denn doch ein bischen zu naiv! Sir Drummond Wolff ist mit kurzem Urlaube von Egypten nach London abgereist, um der englischen Regierung mündlich Bericht über die Fortschritte seiner Mission zu erstatten und mit ihr über seine Unterhandlungen mit Mukhtar Pascha zu berathen. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Correspondenz-Bureau. Pesth, 16. November. Bei der Diskussion über das Expose des Ministers des Auswärtigen in dem Ausschüsse der ungarischen Delegation erklärte Gras Andrassy, er glaube auch heute noch, daß den Frieden Europas nichts so sehr verbürge, als das Bündniß mit Deutschland, weil die Interessen Deutschlands und Oesterreich-Ungarns in keiner Weise kollidiren. Sobald aber der Ausgangspunkt der auswärtigen Politik der Monarchie dahin gerichtet sei, daß in der orientalischen Frage auch Rußland besonders berücksichtigt werden müsse, so werde die Lage eine veränderte. Das Doppel- bündniß mit Deutschland und mit Rußland sei für Oesterreich-Ungarn nicht mehr das, was es früher gewesen. Bei dem von Tisza aufgestellten Programm sei der Beistand Deutschlands unter allen Bedingungen Oesterreich-Ungarn gesichert. In Bulgarien herrschen legale Verhältnisse, nur die Union mit Ostrumelien müsse noch näher geordnet werden. Rußland besitze Bulgarien gegenüber keinerlei Vorrechte. Bombay, 16. November. Prinz Friedrich Leopold ist mit Gefolge wohlbehalten hier eingetroffen und hat bei dem Gouverneur Wohnung genommen. Das 25jährige Jubiläum des Gabelsberger Stenographen- Dereins Gießen. Gießen, 12. November. Die am vergangenen Samstag und Sonntag, den 6. und 7. November, abgehaltene 25jährige Stiftungsfeier des hiesigen Gabelsberger Stenographen- Vereins legte Zeugniß davon ab, wie große Anerkennung die Bestrebungen des Vereins in der gesammten stenographischen Welt gefunden haben. Zu dem Commers am Samstag Abend hatten sich die hiesigen Mitglieder, sowie eine Anzahl Gäste und früherer Vereinsangehörigen nicht nur aus verschiedenen Theilen unseres Großherzogthums, sondern auch aus weiter Ferne, in dem mit Fahnen, Wappen, der Büste Gabüsbergers und mit frischem Grün sinnig decorirtem Vereinslokal zusammengefunden. Nach einem Musikvortrag und Absingung des Eröffnungs- ltedes hieß der 1. Vorsitzende des Vereins, Herr Reallehrer Alb ach die Versammelten mit herzlichen Worten willkommen und hob in längerer Rede die Bedeutung dieses Tages hervor. 25 Jahre seien verflossen, seitdem in unserer Stadt der Stenographie nach Gabelsbergers System durch Gründung eines Vereins eine Heimstätte bereitet worden; unentwegt habe seither der Verein, dem Vorgang seiner Gründer folgend, der hohen Aufgabe, die £unft Gabelsbergers zu verbreiten durch Unterricht und Belehrung weiterer Kreise nachgestrebt und dürfe heute, wenn ihm auch schwere Zeiten und manche Enttäuschung nicht erspart geblieben seien, doch mit Befriedigung auf die Erfolge seiner Thätigkeit zurückblicken. Redner gedachte sodann der Bemühungen des Vereins, die Schule für die Stenographie zu gewinnen, welche Bestrebungen besonders ihren Ausdruck fanden in der seinerzeit vom Verein verfaßten und von dem damaligen Abgeordneten unserer Stadt, Herrn Professor Sold an, bei der Großherzoglichen Staats- regierung eingereichten und befürworteten Denkschrift betreffs Einführung der Stenographie als ^ehrgegenstandes in den höheren Schulen. Wenn auch dieser Schritt, der von den übrigen hessischen Vereinen lebhaft unterstützt wurde, noch nicht den erwünschten Erfolg gehabt hatte, so hat man doch nach dieser Richtung hin einen bedeutenden Fortschritt zu verzeichnen, indem während des letzten Jahrzehntes durch die Initiative des Vereins und Dank dem Entgegenkommen der betreffenden Directionen zuerst am hiesigen Gymnasium und dann, diesem Beispiel folgend, auch an der Realschule Schülerkränzchen entstanden seien, die in erfreulicher Entwickelung sich befinden und auf deren Anregung nunmehr auch an anderen hessischen Schulen ähnliche Vereine in's Leben getreten seien. Zum Schluß betonte Redner, daß neben der Pflege der Kunst stets auch die Pflege der Freundschaft und Geselligkeit von den Mitgliedern des Vereins hochgehalten worden sei, wofür gerade die Anwesenheit zahlreicher älterer Mitglieder, die zum Theil eine beschwerliche Reise nicht gescheut hätten, Zeugniß ablege. Indem er der Hoffnung Ausdruck verlieh, daß der Verein auch fernerhin nach diesen beiden Richtungen seine Thättgkeit entfalte und es ihm nie an thatkräfttgen Beamten und strebsamen Mitgliedern fehlen möchte, endete er mit einem Hoch auf den Jubelverein. Nach dem Gesang eines schwungvollen Festliedes, welches von einem talentvollen an der Festtheilnahme leider verhinderten Vereinsmitgliede eigens für diese Feier verfaßt war und ungeteilten Beifall erntete, feierte Herr Gasdirector Bergen die beiden größeren stenographischen Körperschaften, den Allgemeinen deutschen Stenographenbund und den Münchener Central-Verein, denen wie alle Zweigvereine auch der hiesige Verein mannigfache Unterstützung und Anregung zu danken habe. Nach einem Toast auf die Gäste ergriff sodann der 2. Vorstand des Vereins, Herr Lehrer C. Müller, das Wort und gedachte der hohen Verdienste, welche Herr Reallehrer Alb ach in den nahezu 12 Jahren seiner Vorstandschaft durch seine liebevolle Hingabe und unermüdliche Thätigkeit als Führer und Lehrer des Vereins, sowie als Vertreter nach außen hin um die Stenographie sich erworben habe, erklärte, daß der Verein als Zeichen seiner Dankbarkeit Herrn Alb ach zu seinem Ehrenmitglied ernannt habe und überreichte dem Gefeierten ein prachtvoll ausgestattetes Diplom, indem er zugleich den Wunsch und die Bitte des Vereins anfügte, daß es dem Verein noch recht lange vergönnt sein möge, seinen bewährten Leiter an seiner Spitze zu sehen. Allmälig trat die ungebundene Gemüthlichkeit mehr und mehr in ihre Rechte, Musikvorträge, Gesänge und Reden wechselten in bunter Reihenfolge. Von den Toasten wollen wir nur noch erwähnen die auf die Ehrenmitglieder und älteren Angehörigen des Vereins, auf die, beiden hiesigen Schüleroereine (von denen der Verein am Real- Gymnasium durch seinen Vorstand bei dem Feste vertreten war und einen Glückwunsch in Gestalt eines mit stenographischer Rosettenschrift kunstvoll ausgeführten Tableaus überreichen ließ), auf das deutsche Vaterland u. s. w. Eine von einem Mitglied des Gabelsberger Denkmal-Ausschusses angeregte Sammlung für besagten Zweck ergab das erfreuliche Resultat von 25 JL Die Gesangs-Vorträge der Herren Bauinspector Schi er holz-Roda und Univ. Rentamtmann Schmitt erinnerten lebhaft an längst vergangene schöne Abende und des Herrn stud. Pfaff meisterhaft vorgetragene Botschaft des King Bell of Kamerun an den Jubelverein zeugte von dem Ansehen, dessen sich der hiesige Stenographen- Verein in den weitesten Kreisen erfreut. — Tie Verlesung der von Herrn Professor Oppermann in Dresden (einem Gießener Kinde) eingesandten „Redeblumen gepflückt in der stenographischen Praxis" erregten die giDyte Heiterkeit. Erst in später Stunde trennten sich die Festtheilnehmer trotz der für den folgenden Tag noch in Erwartung stehenden Anstrengungen. Für Sonntag den 7. November war als erster Theil des Programms ein stenographisches Preis-Wettschreiben im Festsaal des Realgymnasiums in Aussicht genommen. Daselbst war auf mehreren Tischen eine kleine stenographische Ausstellung arrangirt, welche ein interessantes Bild von der Vielseitigkeit der Gabelsberger'schen Literaturerzeugnisse bot. Nicht nur waren Lehrbücher, stenographische Zeitschriften, Klassiker-Uebertragungen, Wörterbücher, stenogr. Zeichnungen und dergl. sehr zahlreich vertreten, auch ein unter Glas und Rahmen befindliches Manuscript des sel. Meisters Gabelsberger, Bilder und Broncemedaillen des Meisters, eine Darstellung des projectirten Denkmals, das Motto Gabelsbergers, — von zarter Hand in Gold auf Seide gestickt — die Erzeugnisse anderer Systeme und verwandter Gebiete machten den Besuch der Ausstellung auch für den Nichtstenographen zu einem lohnenden. . Gegen 11 Uhr eröffnete der erste Vereinsvorstand die Versammlung und gab in einem interessanten Vortrag ein Bild von dem Entwickelungsgang, den das st nographische Leben besonders an den hiesigen Lehranstalten genommen, hob mit warmen Dankesworten die Unterstützung hervor, welche die diesbezüglichen Bestrebungen seitens -er jeweiligen Directoren des Gymnasiums und des Real-Gymnasiums erfahren halte, und indem er insbesondere auf den Zweck der heutigen Versammlung hinwies, forderte er die zahlreich erschienenen Mitglieder des Vereins am Realgymnasium auf, bei dem folgenden Wettschreiben ein Bild ihrer Leistungen zu geben und in friedlichem Wettstreit ihre Kräfte zu messen. Das Dictat erfolgte in zwei Abtheilungen und beteiligten sich an der ersten Abtheilung für correcte und schöne Schrift 13, an der zweiten Abtheilung ftir Schnellschrift 11 Schüler. Die Verkündigung der Resultate des Preisschreibens und die Preisoertheilung findet in einigen Tagen statt und sind für jede Abtheilung drei Preise in Aussicht genommen. Unterdessen hatten sich die mit den Morgenzügen noch angekommenen auswärtigen Gäste in der Festversammlung eingefunden, so zunächst der Gründer und langjährige Leiter des Vereins, Herr Kreisschulinspector Müller-Alsfeld, sodann der Vertreter des Frankfurter Vereins, als Vorort der Stenographen des Main-Rheingau- Verbandes, Herr Dr. E. Gantter und Herr Wagner, Vorsitzender des Vereins Mainz. Nach beendigtem Wettschreiben begaben sich die meisten Festgenossen zum Frühschoppen in Stern's Garten, um dann später in's Vereinslocal !Cas4 Ebel) zurückzukehren, wo gegen 2 Uhr das Festessen begann. Die vorzügliche Bewirthung, sowie dre trefflichen Reden bewirkten, daß sich bald eine recht animirte Feststimmung ent- wrckelte. Eröffnet wurde die Reihe der Toaste durch ein Hoch auf unseren allverehrten Heldenkaiser, worauf dann die auswärtigen Vertreter die Glückwünsche der von ihnen vertretenen Corporationen darbrachten. Von den übrigen Toasten seien noch genannt die auf Kaiser und Landesfürst, auf den „Vater Müller", auf die Damen, auf den Main-Rherngau-Verband — dem der Gießener Verein angehört — auf den Vorsitzenden dieses Verbandes, Herrn Dr. Gantter, sowie durch eine Einladung des Mainzer Vereins zu seiner nächstjährigen gleichartigen Jubelfeier. — Nicht zum wemgsten wurde dre Freude erhöht durch die Menge der von allen Seiten eingelaufenen Glückwunschschreiben und Telegramme. Von solchen wurden verleim unter andern die Kundgebungen seitens des Berliner Vereins als Vorort des Allgemeinen deutschen Stenographenbundes, des Münchener Centralvereins, des Dresdener königl. stenoar Instituts, der Vereine Augsburg, Darmstadt, Dresden, Cassel, Coburg, Leipzig, Offen- bach, Wiesbaden, Worms, des Vereins zu Brünn, der an beiden gleichen Tagen cben- salls die Feur seines Wlahrigen Jubiläums beging, seitens der Ehrenmitglieder des Vereins, der Herren St,ftsprwr Gratzmüller - Augsburg, Geheimeralh Haepe- Drcsden, Professor Oppermann-Dresden, Senator Dr. Eggers-Berlin und vieler anderer auswärtiger jetziger und früherer Mitglieder des Vereins Von der Ausführung des im letzten Theil- des Programms vorgesehenen Aus- -flugs auf den Gleiberg mußte in Anbetracht der Witterung und mit Rücksicht aus die auswärtigen Gaste, besonders auch wegen der vorgerückten Tageszeit abgesehen werden und vereinte sich noch der größere Theil der Festgenossen zu anderweitigem gemüth- !>chen Zusammensein, wenn auch die Ab-ndzüge meistentheils schon die auswärtigen Theilnehmer uns entführten. ö So verlief denn die Jubelfeier des hiesigen Gabelsberger Stenographen-Vereins als eine wenn auch in engerem Rahmen gehalten, aber durchaus wohlgelungene. Manche alte Freundschaften, die vor mehr als 20 Jahren geknüpft worden waren wurden wieder erneuert und manche neue Bekanntschaft wurde geschlossen und so das gemeinsame Band zwischen allen befestigt. Wir aber wünschen dem Jubelverein auck fernerhin erfolgreiche Wirksamkeit und kräftiges Wachsen und Gedeihen. — h—. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. Universität- - Ghronik. , “ Wir berichteten kürzlich über die Einführung von Zählkarten mit drei- zehn Fragen über dre persönlichen und Familienoerhältnisse der Studenten in Göttingen. Wie wir erfahren, sind dieselben Karten auf allen preußischen Universitäten < Lokales. I £.. .. Gießen, 16. November. Bei der gestern erfolgten Ausloosung der Geschworenen ! lu^die diesmalige Schwurgerichts - Session gingen folgende Herren aus der Urne 1. Herber, Friedrich Christoph, Landwirth in Angersbach. 2. Streng, Dr. August, Professor in Gießen. 3. Georgi, Friedrich, Rentner in Gießen. 4. Hartmann, Johannes III., Landwirth in Heuchelheim b. Gießen. 5. Schirmer, Bernhard, Kaufmann in Alsfeld. 6. Heß, Georg, Brauereibesitzer in Gießen. 7. Bücking, Heinrich VII., Kaufmann in Alsfeld. 8. Emmerich, Friedrich Adolph, in Petterweil. 9. Kalbfleisch, Kaspar, Landwirth in Altenburg b. Alsfeld. 10. Rahn, Johannes V., Landwirth in Altenhain. 11. Planz, Friedrich, Bäcker in Alsfeld. 12. Feldmann, Heinrich, Bürgermeister in Lauter. 13. Thylmann, Heinrich, Landwirth in Altenstadt. 14. Georg, Karl, Landwirth in Eifa. 15. Emmel, Johannes III., Landwirth in Rieder-Mockstadt. 16. Leopard, Georg, Landwirth in Melbach. 17. Grüninger, Wilhelm Adam, Leimsieder in Butzbach. 18. Will, August, Kaufmann in Gießen. 19. Sack, Eduard, Rentner in Gießen. 20. Wimmenauer, Karl, Fürst!. Forstrath in Lich. 21. Schäfer, Peter Philipp, Landwirth in Höchst a. d. N. 22. König, Jacob, Müller in Lindheim. °° Haberkorn, Albert, Oberförster in Windhausen. Schüßler, Martin, Landwirth in Großfelda. Schäfer, Ludwig I., Beigeordneter in Daubringen. Winter, Philipp I. ift Büdesheim. Sack, Georg, Rentner in Gießen. Wallenfels, Johannes II., Wirth in Allendorf a. d. Lda. Christ, Georg, Förster in Ober-Ohmen. --- Joeckel, Hermann I., Bäcker in Grünberg. Jffiie oerlautet, roerben nach dem bis jetzt vorhandenen Material die Sitzungen etwa eine Woche in Anspruch nehmen. 9 u ,, :r. Gießen, 17. Nov. Unter einer noch niemals wie gestern stattgefundenen Betheiligung wurden die Stadtoerordnetenwahlen vollzogen. Von 1263 Wahlberechtigten stlmmten 908 ab, alfo ca. 7opCt. — Es wurden gewählt: Dr. Gutfleisch mit 796 Rendant Gruneberg mit 784, Fabrikant W. Wallenfels mit 575, Kaufmann H. E. ^ugHardt nut 375, Dr. Ploch mit 349 und L. Petri II. mit 341 Stimmen ~ V^ne^ich"^ Kimmen: Fabrikant Habenicht 323, Fabrikant Heyligenstaedt 249, Prof. Buchner 157, Bäckermeister W. Löber 152, Oeconom Schlenke 121, Prof. Dr. Raumann 118, Wernhandlcr Zinßer 110, Kaufmann C. Wenzel 100, Kaufmann Dr* tQ7' £au mann 92, Fruchthändler A. Katz 87, Jnstitutsvorsteher ™ r« -rCL79' Kaufmann A. Keller 76, Rentner Th. Wortmann 60, Fabrikant W. Gail 59. Außer vorgenannten Herren wurden noch eine größere Anzahl mit weniger als 50 Stimmen bedacht und hatten die Herren der Commission bis heute Nacht gegen 1 Uhr volle Arbeit, um das Resultat im großen Ganzen festzusteüen. withnhA*^em^er* ^h/ater.) Die gestrige Eröffnungsvorstellung des Rudolph scheu Hoftheater-Ensembles hatte sich eines sehr gut besetzten Hauses zu erfreuen und folgte das höchst animirte Publikum den trefflichen Darstellungen mit großem Interesse und lebhaftem Beifall. Die Aufführung des effectvollen Schönthan- M^obertdj Heller" ist durchweg als eine vorzügliche zu bezeichnen. Sammtliche Darsteller waren an ihrem Platze und überraschte ganz besonders das flotte Ensemble und die große Präcision, mit welcher das Stück in Scene ging Ueber die einzelnen Künstler werden wir später ausführlich berichten. Soviel aber können wir schon heute documentiren, daß uns die Künstler der Rudolph'schen Gesell- manchen genußreichen Abend verschaffen werden. Die Regie hatte ebenfalls ihr Möglichstes gethan. Die neue Bühne, künstlerisch ausgeführt, machte einen noblen r Ä uud Isst not least die eleganten Toiletten deckDamen reihten sich dem eleganten Ensemble in jeher Beziehung an. 1 . rrM q" Verflossene Nacht wurde das einen Stiefel vorstellende Aushängeschild deS Herrn L. Suß nach der WettergaNe zu abgerissen nnd entwendet, nachdem es schon einige Tage vorher von bübischer Hand besudelt wurde. 9 t i tn U t ( I ~ . ,>< Darmstadt, 16 November. Heute Morgen ist der als Hauptagitator der ?hnp p fiem9rC uef,?n-nt£ Bildhauer und Wirth Müller zur Verbüßung seiner Strafe ^te Etliche Anzahl seiner Genossen eingefunden, welche bei der Abfahrt Hochs auf Muller und die Socialdemokratie ausbrachlen. Die ^"-hutzmannschaft war m starker Zahl anwesend. — Heute Nacht wurde die Wirtschaft von Muller, in welcher eine Abschiedsfeier stattfand, polizeilich geräumt, weil der Aufforderung des Feierabend bietenden Schutzmanns keine Folge gegeben wurde. c. Mainz, 15 November. sVerhÜteter Unfalls Am Sonntag Nachmittag wurde die Seiltänzerin einer wandernden Truppe von einem Unfall wie durch ein Wunder ^.rettet Die Truppe zog die Landstraße nach Osthofen, welche sich in der Nähe des Elsenbahndamms hlnzieht, entlang, als plötzlich eines der Pferde scheu wurde und sarnmt seiner Trägerin durchrannte. In der Nähe des Bahndammes sprang das Pferd über TMyarr-HrC gerade intern Augenblicke, als ein Bahnzug daherbrauste. Während das ^.hier mitten auf dem Geleise liegen blieb, halte die Reiterin Geistesgegenwart genug SA”0?, Rucken des Pferdes zu schwingen, während das Pferd, der Last led^ig, in ^olge einer Wendung die Böschung des Bahndamms hinabrutschte — im selben Moment paffirte der Zug die Stelle. Reiterin und Pferd waren gerettet. Aus der guten alten Zeit.) Daß vor 75 Jahren in unserer Stadt die geschickten Clavierspieler noch sehr rar gewesen fein müssen, geht aus einer in der Grotzherzogl. Hessischen Zeitung von 1810 enthaltenen Annonce hervor Dieselbe lautet: v Aufforderung an einen geschickten Clavierspieler. In Gießen der der Grotzh. Provinz Hessen, würde ein geschickter, fertig und mit Geschmack spielender Clavierspieler seinen reichlichen Unterhalt finden. Wer sich in der Lage befindet, eine solche Versorgung zu suchen, wer einen gutbezahlten Privatunterricht geben will auch in einem aufbluhendcn Liebhaber-Concert auf diesem Instrumente Solo spielen kann, wird es Nicht bereuen, damit einen Versuch u machen Als Musikfreund werde ich Demt-nigen mit Vergnügen durch Rath und Thai an die wenden^wM.' M *" 'Wirten Briefen oder p°7s°nlich deßhalb an mich Giessen, im Juni 1810. Georg Friedrich Heyer, . ändern sich; wir haben jetzt geschickte, ^aber noch weit mehr ungeschickte Clavierspieler und die Worte Hofmann's von Fallersleben' „In jedem Haus ein Klimperkasten, c , Än jedem Hause Stimm' und Hand, sind auch hier am Platze. l's Der kleine Hans war ein kluges Kind und fragte bei dem täglichen Svazier- gange viel mehrmals seine Bonne beantworten konnte. Deßhalb sparte er viele Fragen t Mutter vorzulegen. „Mama", fragte er neulich, „warum gehm""dt"" e $flfcrncn immer da gebaut, wo so viele Kindermädchen spazieren SÄ» x wer Urne Ifelb. ldt. Lda. die Sihu^ »^gefundenen Be- |ÄS6 A8r UHeyllgenstaedt249 Schlenke 121, Pros AEHOO, Kaufmann ", Jnfhtut^Dorfteber 60, Fabrikant größere Anzahl mit Emission bis heute "M festzustellen. nungsvorstellung des r gut besetzten Hauses i.m Darstellungen mit WM Schönthan- i^g^che zu bezeichnen, ^ganz besonders das §tück in Scene ging. Wen. Soviel aber ftNWen (hielt We Nte ebenfalls machte einen noblen en sich dem eleganten : Aushängeschild des :t, nachdem es schon ihlkarten mit drei- der Studenten in ußischen Universitäten ils Hauptagitator der rbüßung seiner Strafe Genossen eingefunden, tie ausbrachlen. Die wurde die Wirtschast »räumt, weil der Aussen wurde. ag Nachmittag wurde sie durch ein sich in der Nähe des heu wurde und sammt ,rmg d-s M Ä-r 0* AWwd das isicskiegenwart genug, M Last ledig, m _ im selben Moment in unierit 6t«M acht aus einer m M W6 ®“‘ iewn, ber S°«M 5 mit «er sich in ber W Sen SriMlu”11"1*1 ltoch bit ) H-?", rf-** den: sparte er ^grum — Daß auch die Abschrift einer durch einen Postboten über eine Zustellung -errichteten Urkunde den Character einer öffentlichen Urkunde hat und daß eme eigenmächtige und widerrechtliche Aenderung derselben als Fälschung anzusehen, ist kürzlich von dem Reichsgericht entschieden worden. Dem Postboten sind bei der Wahl dieses Zustellungsmodus ein Theil der Functionen des Gerichlsoollziehers als Zustellungsbeamten übertragen; es liegt ihm daher auch die Beurkundung des Zustellungsactes ob. Zur Amtspflicht des zustellenden Postbeamten gehört auch die Uebergabe einer von ihm auszustellenden Abschrift der Zuftellungsurkunde an den Zustellungscmpsänger, welche demselben einen Beweis über den Act, die Modalität, Zeil und Ort der er- l folgenden Zustellung gewähren soll. Da sowohl Original und Abschrift der Zustellungsurkunde, zu deren Ausstellung der Postbote in seiner amtlichen Funktion als Zu- ftellungsbeamter berechtigt und verpflichtet ist, als beweiskräftige Urkunden gelten, so sind dieselben zweifellos als öffentliche Urkunden anzusehen. — [Sin brennender Eoaksberg.] Aus London, 13. November, wird uns mitgetheilt: In der Nachbarschaft von Saltley, wo die Haupt-Gasanstalt für Birmingham belegen ist, herrscht beträchtliche Aufregung, weil durch irgend einen Zufall ein ungeheurer Haufen Coaks in Brand gerathen ist, und man nicht mit Unrecht befürchtet, daß der Gasometer in die Luft gesprengt werden könnte. Durch den geringeren Begehr in der letzteren Zeit hat der Goakshaufen sehr große Dimensionen angenommen; er bedeckte einen Flächenraum von 300 Fuß Länge bei 200 Fuß Breite und erhebt sich 30 bis 60 Fuß hoch. Nach bereits viertägigem Brande bildete gestern die ganze Front eine ungeheure glühende Masse, worauf die aus sechs großen Schläuchen geschleuderten Wassermassen kaum irgend welchen Eindruck hervorzubringen schienen. Gingesandr. Gießen, 16. November. Bezugnehmend auf das Eingesandt Ihres geschätzten Blattes vom 5. d. Mts., womit auch wir uns einverstanden erklären und wünschen, daß die Arbeit recht bald in Angriff genommen werden möge, damit bei eintretender Kälte der betreffende lieber? gang passirbar ist, bringen wir hier einen andern Uebelstand zur Sprache, welcher zu beseitigen ebenso dringend, wenn nicht noch dringender ist. Wir meinen die Höherlegung des Wiesenwegs nach dem schönen Philosophcnwald. Es muß jedem Spaziergänger daran gelegen sein, und deren wird es nicht wenige geben, den möglichst kürzesten Weg in den Wald zu erreichen, und das ist doch nur aus dem Wiesenweg nach dem Philosophenwald möglich. Bei dem jetzigen Zustande und bei eintretender schlechter Witterung ist genannter Weg jedoch nur sehr mühsam und bei Ueberschwemmungen überhaupt nicht zu passiren, wenn man nicht das Schuhwerk mit Koth beschmutzen und mit Wasser füllen will. Abgesehen davon, daß man Hals und Bein brechen kann, wenn hier und da bei Uebergängen von ruchloser Hand Planken weggenommen werden, was ja schon vielfach vorgekommen ist. Diesem Uebelstande könnte von Seiten der Stadt und des Staates mit wenigen Kosten abgeholfen werden, wenn der betreffende Weg nur N/r Fuß höher gelegt würde. Es würde dadurch einem längst gefühlten Bedürfniß Rechnung getragen und der Dank vieler Spaziergänger unserer Stadt gesichert. An ©tabt und Staat deßhalb die ergebenste Bitte, diesem Uebelstande baldigst abhelfen zu wollen. H. Zur Haarpflege! Von unübertroffener Wirkung ist das vom königl. Staatsministerium u. Ober- medicin«lausschuß geprüfte u. genehmigte, sowie von allen Autoritäten begutachtete Haarwasser v. Retter, München, 1877 welches statt Oel ob. Pomabe täglich gebraucht, bas Haar bis in's höchste Alter glän- zenb, geschrneibig unb Scheitel haltend macht, die Kopfhaut von allen Unreinigkeiten, Gchuppen rc., befreit und dadurch die Thätigkeit der Kopfhaut und Haarwurzeln erhöht- Zu haben um 40 H und JL 1,10 bei I. H. Fuhr, Sonnenstraße, Gießen. Schiff- - Bewegung der Post-Dampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft. Hamburg, 13. Noobr. Das Hamburg-New-Aorker Postdampfschiff „Wieland", Capitän Hebich, welches am 31. October von hier und am 2. November von Havre abgegangen, ist am 12. November, 2 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in New-Nork angekommen. Hamburg, 13. November. Das Deutsche Dampfschiff „Polynesia", EapitLn Kühn, ist am 5. November, 9 Uhr Abends, wohlbehalten in New-Z)ork angekommen. Laut Fahrplan sollte „Polynesia" am 27. October expedirt werden, dieselbe ist jedoch an Stelle ber „Austrcuia" am 20. Lctober gegangen und „Australia" erst am 27. October. Wöchentliche Ueberlicht der Todesfälle in der Stadt Gießen. 46. Woche. Vom 7. November bis 13. November 1886. Einwohnerzahl: 19 327. Sterblichkeitsziffer (auf das Jahr berechnet): 13,45«/«. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr Gefäßentzündung 11 — — Organischer Herzkrankheit 11 — — Verunglückung durch Sturz in einem Bergwerk 11 — Diphtherie 2——2 Summa: 5 3 — 2 Handel und Berketzr Leipzig, 15. November. Die Stadt Leipzig beabsichtigt, eine neue 3^/rvrocentige Anleihe im Betrage von 30 Millionen aufzunehmen unb unterließt der Finanzplan, nachdem sich der Rath darüber schlüssig gemacht bat, noch der Zustimmung ber Stadt- Derorbneten. Wie bas „Leipziger Tageblatt" erfährt, soll aus Dem neuen Anlehen zunächst die Rückzahlung ber 4procentigcn Anleihen von 1850, 1856 unb 1864 im Betrage von 6,600,000 «X erfolgen unb ferner von ber Anleihe von 1884 der noch nicht begebene Rest von 3,300,000 JC. außer Cours gesetzt werden. Es handelt sich sonach um Umwandlung ber verschiedenen Anleihen in 3V2procentige. Aus den weiteren Mitteln der Anleihe sollen ferner die Kosten für den Bau des neuen Schlachthofes, der Wasserleitung, den Umbau der Gasanstalt, die Errichtung einer Markthalle, den Neubau des Natbbauses, sowie die Einverleibung der Vorstadtdörfer bestritten werden. Der allmäligen Lösung dieser Fragen entsprechend, dürften jetzt im Ganzen 16 Millionen der neuen Anleihe zur Ausgabe gelangen. Neue Winterstoffe für Damenkleider. Wir sahen einen sehr hübschen, reinwollenen, warmen Winterstoff »Malmö", für Hauskleider besonders zu empfehlen, in geschmackvollen carreaux-2)effin3. — Zu beziehen ist berselhe in jedem Metermaaß (2 v4L pr. Meter, 100 cm breit) von der Firma: Seyffert Sohn in Greiz (Wollwaarenfabrikation). 8245 Altkstholischkr Gottesdienst. Sonntag den 21. November findet in der Stadtkirche Morgens um 11 Uhr altkatholischer Gottesdienst statt. Abends vorher, Samstag den 20. November, wird um 8 Uhr Herr Kaplan Menn aus Offenbach im Saale des Lenz'schen Felsenkellers einen öffentlichen Vortrag halten über das Thema: „Was ist und was will der Altkatholicismus", wozu alle, die es interessirt, freundlichst eingeladen sind. Freitag den 19. d. Mts., Morgens 9 Uhr, soll die Wegfuhr der auf der Staatsstraße Gießen—Frankfurt in Abth. 3—13 befindlichen Abraumerde und des Kothes wenigstnehmend an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist am Uebergang der Ober- heffifchen Eisenbahn und wird von da aus in der Richtung Klein-Linden fortgesetzt. Gießen, den 15. November 1886. Großh. Kreisbauamt Gießen. Walter. 8236 Zur Vergebung der Ausführung der Pflanzungen in dem neuen Kasernement Hierselbst, veranschlagt zu 917 J12 H, ist ein unbeschränkter Submissions- tenttin auf „Sonnabend den 20. November, Vormittags 10 Uhr" in dem Garnison-Verwaltungs-Bureau anberaumt , woselbst Bedingungen und Kosten-Anschlag zur Einsichtnahme aufliegen. [8129 Gießen, den 12. November 1886. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. Aeilgeöotenes. 8250] la. Schellfische täglich Sendungen bei C. G. Kleinhenn. Leinene Taschentücher in großer Auswahl. Das Sticken derselben wird rasch und billigst besorgt. Aufträge hierin, sowie in Wäsche, werden noch bis Anfang Dezember entgegen genommen. Gescbw. Heerz, 8244 Neuenweg 7. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Bei der am 16. dieses Monats stattgehabten Ergänzungswahl der Stadtverordneten für die Stadt Gießen sind gewählt worden: II. Es wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht 796 784 575 375 349 341 mit n m re ff n Stimmen, »f rt if ff 1) Herr Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch 2) „ Rendant Grüneberg 3) „ Fabrikant Wilb Wallenfels 4) „ Kaufmann H E, Iughardt 5) „ Dr. Ploch, Arzt 6] „ Weißbindermeister Louis Petri , daß das Wahlprotokoll und die Abstimmungsliste drei Tage: Donnerstag, Freitag und Samstag den 18., 19. und 20. dieses Monats zur Einsicht der Stimmberechtigten aus unserem Bureau offen liegen und binnen dieser Zeit Einwendungen gegen die Wahl und gegen die Gewählten, sowie gesetzlich zulässige Ablehnungen bei Meidung Ausschlusses bei uns vorgebracht werden können Gießen, am 17. November 1886. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 8262 Bekanntmachung. Die Liste der bei der Wahl des Vertreters der Forensen stimmberechtigten in der Gemarkung nur Begüterten, beziehungsweise nur Gewerbetreibenden wird drei Tage lang, nämlich den 18., 19. und 20. November, auf dem Bureau der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen offen gelegt werden, damit während dieser drei Tage, nicht aber später, Jedermann Einsicht davon nehmen und bei der Wahlcommission deshalb Einwendungen vorbringen könne. Gießen, den 15. November 1886. Die Wahleommisflon: Keller, Vogt, Simon, 8248________________________Beigeordneter._______Stadtverordnete._________ Ausverkauf/ Wegen bevorstehender Vergrößerung meines sonstigen Waarenlagers will ich nachstehende Artikel: Tischdecken in Wolle und Leinen, wollene Decken (Colter), Neisedecken, Bügeldecken, Pferdedecken, weiße Gardinenstoffe, Möbel-Damast eingehen lassen und verkaufe dieselben zum Einkaufspreise. . Auf wollene ^nd halbwollene Kleiderstoffe, Tuche und Buckskins vergüte bis Weihnachten Iv pCt. Seto. 8256 Martin Scheel, Marktplatz 5. 8251] Apfelsinen, Cilronen, Tafel- mandeln, Tafelrosinen, Zeigen, Co- rinthen, Rosinen, Mandeln, Sultaninen, ital. unb frönt. Brünellen, Maronen, Haselnüsse, alles von neuester (Srnbte, in schönster Waare, zu billigsten Preisen bei C. G. Kleinhenn. 8237 ichts-Geschenken Nürnberger die erste Stelle ein; sie sind von Gros; und Klein stets gern »eschen unk, fehlen selten unter dem Wei huochtSbaum. Die Erzeugnisse der Lcbkuchen-Fabrit von F.Ad.R'chterLTie. K. K. Hoflieferanten in Nürnberg geniehcn infolge ihrer ganz ausgezeichneten Qualität und hocheleganten Verpackung einen besonberi fluicu Ruf. Jedes Packet ist mit der Marke „Anker" versehen und wolle man diese vorzüglichen Fabrikate gefälligst in den Geschäften a>lS drückt ich als: ^lürnbrrfler Anlreo-Levlrrrchen verlangen und auf die Marke Anker achten. Ein Haus, mitten in der Stadt, worin seit Jahren eine gute Wirthschaft betrieben wurde, ist unter günstigen Bedingungen zu verkaufen- 8240 Näheres in der Exped. d. Bl. 8252] Aechte Firantf. Würstel, Goth. Wurst- u- Fleischwaaren, abgef. u. rohen. Schinken empfiehlt C. G. Kleinhenn. Scillitin-Latwerge von H. 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Karten ä 1 jl., 2 Personen 1.50 JL., 3 Personen 2 JL sind in der Ferber'schen Universitätsbuchhandlung zu haben. 8246 _____2l. Petri, Neuenweg 41. - 799,1 Eine neue 'Wohnung^an'stille Famme, 6 Plecen, zusammen oder ae? therlt, zu vermiethen. Lahnstraße 14. „ §156 Qstanlage 15 ist der 2. Stock, W t Ml TM AV* unk O < < f. t 1! . Y . .