Nn Ur. 92 Erstes Blatt Sonntag den 18. April 1888 Mrei- vierteljährlich 2 Mart 26 Pf. mit Durch die Poft bezogen vierteljLhrlich 2 D Schulstraße 7. Erscheint mit kB Moni«--. Betreffend: Die Einsendung von Tage- und Handbuchsauszügen. Gießen, am 15. Aprll 1886. 5 einen sanften Gießen, am 17. April 1886. Betreffend: Die Nachsuchuug der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst aus Grund von Schulzeugnissen. 2888 TQ-1A. ausgestellt sein müssen. 'der bittet 9e Mittheilung, ' unvergeßliche 'liebenen. Mittags 2 Uhr, 2903 sichtigten Erfolg bleiben, ferner eine Vorlage wegen Revision des Gesetzes über den Gebrauch von Sprengstoffen, endlich ein Gesetzentwurf über die Befugniß zum Waffentragen. Der Finanzminister Bernaert brachte eine Kreditforderung von 1 Mill. Frcs. ein zum Zweck der Unterstützung derjenigen Industriellen, deren Werkstätten und Fabriken bei den letzten Unruhen durch Feuer zerstört worden sind. Charterst, 16. April. Bei den Unterhandlungen wegen der Wiederaufnahme der Arbeit in den Kohlenwerken betheiligen sich die Bürgermeister als Vermittler zwischen Arbeitgebern und Arbeitern. Bisher hatten die Unterhandlungen kein Resultat. In Jumet, Lodelinsart, Marchiennes und Goffelies ist die Arbeit noch nicht wieder ausgenommen. VtM Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutschland. Darmstadt, 16. April. Dar Großherzogliche Regierungsblatt Rr. 10 enthält: Bekanntmachung, die Bildung der Amtsgerichtsbezirke Grünberg und Homberg betreffend. Nachdem des Großherzogs Königliche Hoheit Allergnädigst zu verordnen ßeruht haben, daß die seither zu dem Amtsgericht Homberg gehörige Gemarkung Weitershain abgetrennt und dem Amtsgericht Grünberg wieder zugetheilt werden lalle, so wird diese Allerhöchste Anordnung mit dem Anfügen zur öffentlichen kcnntniß gebracht, daß die angeordnete Veränderung mit Wirkung vom 1. Juli d. Js. in Kcast tritt. Darmstadt, den 9. April 1886. Grobherzogliches Ministerium des Inner» und der Justiz. Finger. Prätorius. lt angrenz. Stube ist zu vermiethen. ittergasse 5, II. St. & Garte» «wes-- Mann, in der Ra» alvaareN'Branlhc ter bescheidenen An- l aus Comptoir per unter M. an die Er- ießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Aelgien. Brüssel, 16. April. Deputirtenkammer. Vom Justizminister Devolder mrde heute ein Gesetzentwurs eingebracht über Die Bestrafung der Aufforderung ZI Begehung von Verbrechen und Vergehen, auch wenn letztere ohne den beab- zsneNl L werden ranh'e- 9* mJL—---" und zu verpflegen; Im Uebrigeu wird aus die Bestimmungen der $$ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatz-Ord. verwiesen. Grobherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. e. ein Unbescholtenheitszeugnitz, welches für Zöglinge von höhere« Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d. das SchulMgniß. Sodamr wird noch besonders bemerkt: Zu pos. d: daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung der Vaters oder Vormundes, iu der Lage zu sein, den Freiwillige» während des einjährigen Dienstes unterhalten zu könne», nicht fehlen darf. ßu pos. d: daß die Schulzeugnis, nut Ausnahme der ReisHAlgniße für die Untvetfität und die besäßen ofleichgestellten HoMWÄr »M Reifezeugnisse Är die Prtzrra der Gymyaften gnd RealschMn I. Ord„ Telegraphische Depeschen. «ES telegr. «orrespondeaz - Bvrea«. Berlin, 16. April. Im Diätenproceß des Fiskus gegen den früheren Neichs- tagsabgcordneten Langhoff verurtheilte das Kammergericht den Beklagten zur Herauszahlung von 1500 JL empfangener Fractionsdiäten, weil Art. 32 der Verfassung nach seiner Entstehung und nach der übereinstimmenden Ansicht der überwiegenden Anzahl der Staatsrechtslehrer ein absolutes Verbotsgesetz enthalte und die bezügliche Bestimmung des allgemeinen Landrechts sich auch auf Handlungen gegen reichsrechtliche Verbotsgesetze beziehe. 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur danu anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. feinen dauernden Ausenthütsort hat. 2. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar deS Jatrres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zm» einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis za« 1. April desselben Jahres zu erbringen. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst gHchrieden sein und ist hierzu ein Bogen in Actevsormat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. Dem Gesuche find folgende Papiere beizufüge«: *. Gebvrlszeugniß; d. ein EinwMguugs - Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwillig«! während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bskkiden, auszurüsten ursche auf sofort gc- itö, Marktplatz 21. Mann, verh., rotlier eigenes Geschäft bestelle auf einem Offerten bittet man mederjulegen^.. u. Möbel te und billigste auf. Cansteiberg^ Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werde» hierdurch aus die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige besuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. Anzeigen. '.5 Hospital, ä-chen für die Ä, i etwas bewandert, für bit chirurgische gesucht. 2895 tiltnro Das Großherzoglichc Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien, die Kirchen« und Stiftungsvorstände, sowie die Vorstände der israel. Religionsgemeinden des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserem Amtsblatt Nr. 5 vom 26. August v. I. noch nicht entsprochen und die Protocolle über vorgenommene Kaffen- stürze bis jetzt nicht eingesandt haben, werden mit Frist von 8 Tagen an deren Vorlage errinnert. Dr. Boekmann. Betreffend: Die Bau- und Culturveränderungs-Verzeichniffe. An sämmtliche Großh. OrtSgerichte des Bezirks. Wir ersuchen Sie alsbald dafür Sorge zu tragen, daß bezüglich derjenigen Gebäude, welche in den, Ihnen dieser Tage k. H. zugehenden, Bau- veränderungsverzeichniffen als rückständig bezeichnet sind, Meßbriefe ohnfehlbar bis zum 1. Juli l. Js. an uns abgeliefert werden und erwarten von Ihnen, daß Sie, in Befolgung des Ausschreibens Großh. Amtsgerichts Gießen vom 20. August 1885 in Nr- 198 des vorjährigen Anzeigers, Strafanträge gegen die säumigen Grundbesitzer, dem § 4 der Verordnung vom 8. Dezember 1852 gemäß, bei genanntem Gericht stellen werden. Gießen, den 15. Aprll 1886. Großh. Steuer-Commiffariat Gießen. Süffert. Gefunden. 1 Wagenrad, 1 Regenschirm, mehrere Kleidungsstücke in einen Teppich eingebunden, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 2 Halstücher, 1 Taschentuch. Zuerst wurde die absolute Gefahrlosigkeit des Sprengstoffes und seine vollkommene Unempfindlichkeit gegen Stöße, Reibung und Entzündung demonstrirt. Die Schieß- versuche wurden bei Schlagwettern unter Beimengung von Kohlenstaub vorgenommen, wobei die Schlagwetter im Schacht sich nicht entzündeten. Anwesend waren officielle Vertreter des Ackerbauministeriums, Bergräthe und Directoren. - (Auflösung eines Kommerses.) Aus Graz wird berichtet: „Die hiesige akademische Burschenschaft „Francania" veranstaltete dieser Tage anläßlich des Semesterschlusses einen Festcommers, welcher von dem anwesenden Regierungsvertreter, Polizeikonzipisten Röger, in Folge der Absingung des Scheffel'schen Liedes: „Als die Römer freck geworden" (?) aufgelöst wurde. Der Sprecher der Burschenschaft erklärte, daß er gegen diese Verfügung den Recurs anmelden werde." — (Aus der Schule.) Lehrer: „Wer von Euch kann mir einen Satz sagen, in dem zwei ähnlich lautende Wörter vorkommen, z. B.: Bei der gestrigen Feier entstand ein großes Feuer." Der kleine Hans, dessen Vater ein Damenkleiderverfertiger war, hebt den Finger und sagte: „Zur Zeit der Turniere gab cs noch keine Tournüre." — (Verdächtiges Urtheil.) Vorsitzender des Schwurgerichts (zu dem von den Geschworenen freigesprochenen Angeklagten): „Angeklagter, Sie haben gehört, Sie sind freigesprochen. Ich rathe Ihnen aber, thun Sie's künftig nicht mehr'." — Die Anwendung charakteristischer, leicht in das Auge fallender Schutzmarken liegt sowohl im Interesse des Producenten, wie des Konsumenten. Namentlich sollten derartige Marken nie fehlen, wenn es sich um Maaren handelt, durch deren Fälschung der Käufer Schaden an seiner Gesundheit nehmen kann. Von diesem Gesichtspunkte aus verdient es Anerkennung, daß unsere vaterländische Bitterquelle Friedrichshall als Schutzmarke auf dem Etikett der Flasche ein großes, rothes, mit einem Pfeile durchbohrtes F angebracht hat. Durch eine derartige weithin leuchtende Marke erscheint der Versuch der Fälschung, zu dem der dauernd steigende Konsum dieses natürlichen Heilmittels leicht herausfordern könnte, von vornherein ausgeschlossen.. Harrdel und Verkehr. Gießen, 17. April. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund X 1.00—1.10, Hühnereier 2 Stuck 9—0 H, Enteneier St. 5—6 Käse pr. St. 5—8 4, Käsematte 2—3 Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen 30 H, Tauben per Paar 0,60 bis 0,90 Hühner per Stück X 0.85—1.30, Hahnen pr. Stück X 1.00—1.50, Enten per Stück X 1.60—2.00, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 Kuh- und Rindfleisch 52—56 H, Schweinefleisch 54—60 Hammelfleffch 50—66 H, Kalbfleisch 40—48 Kartoffeln per 100 Kilo X 4.00—4.50, Mich per Liter 12—18 Zwiebeln per Gentner X 7.50-8.00. 20- M WfX*. ®i( vonl0 von 4 b) 3°”f” von 8 von 51 Die D-st-H dreimal w M " mal um $Vi $ofrl? Dem Landest deßelbezirke des Po Ludwigshöhe, Unrve M und Wem Darmstadt, de Bremen. 16. April. Der neue Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd „Aller" vassirte auf seiner Reise von Greenock nach Bremen heute Morgen um 10 Uhr 4a Mm. i'harfe Durchschnittliche Geschwindigkeit bis dahin 18Vz Knoten. M Sprottau, 16 April. Der Bober, der fast 3 Meter gestiegen ist, hat die Boberaue^vollständig überschwemmt. , , . , . _ London, 16. April. In einer heute stattgehabten Versammlung der Hutten- befiker von Süd-Wales, West-Kumberl«nd, Nordwest - Lancashire, Lmcolnsyire: und Northamptonshire wurde eine Resolution angenommen, die Production von Roherien einzuschrankun ^pxil. Im Unterhause erklärte Gladstone, er glaube am Montag nicht im Stande zu sein, irgend welche Mittheilung bezüglich Griechenlands zu machen, er sei aber überzeugt, daß der zwischen Griechenland und.der'Pforte und zwischen Griechenland und den Mächten stattfindende Schriftwechsel kem solcher sei, daß davon irgend welche Verschiedenheit der Gefühle im Unterhause zu gewärtigen sei. ^m weiteren Verlaufe der Sitzung begründete Gladstone die irische Landankaufsvorlage. Der Hauptzweck der Regierung sei, die sociale Ordnung herzustellen. Die Regierung erstrebe daher eine endgiltige Lösung der Landfrage. Die Ursache der ^örarverbrechen sei die Unterdrückung der Pächter durch die Gutsbesitzer. England, welches als Machthaber anzusehen sei, blieb Zuschauer und unterstützte sogar die Handlungen der Gutsbesitzer England müsse daher auch die Bodensrage losen. Gladstone erwart, bie Landankaufsbill würde gleichzeitig mit dem irischen Verwaltungsgesetz m Kraft tteten. Die Dubliner Legislatur ernennt eine Körperschaft, die mit der Staatsbehörde verhandelt. Der Bodenankauf geschieht mittelst zu pari auf Verlangen der Landescommission auszugebenden dreiprocentigen Consols. Die Bill gibt allen Grundbesitzern die Option, ihren Grundbesitz zu verkaufen. Der Bauer wird sofort nach Verkauf Eigenthümer, aber der Pächter nicht gezwungen, Grundbesitzer zu werden. In be- völkerteten Districten ist der Staat nicht nur Vermittler des Ankaufs, sondern wird Eiaentbümer. Die Frage, ob in solchen Districten zwangsweise die Expropriation ein- rufubren sei, bleibt reservirt. Der verkaufende Grundbesitzer wird von Hypotheken und Staatslasten frei. Nur dem unmittelbaren Grundeigenthümer steht die Verkaufsoption ru Der Netto-Pachtzins wird als Basis des Kaufpreises auf zwanzig Jahre hinaus normirt Das pekuniäre Risiko wird durch die Vorlage nicht vermehrt, sondern vermindert' Es wird beabsichtigt, in 1887/88 zehn Millionen, in ,1888/89 zwanzig Millionen und 1889/90 zwanzig Millionen Consols, zusammen fünfzig Millionen auszugeben. Die Rückzahlung ist einfach gesichert. 5)er ®encr(ll^teueretnne^mcr roirb unter Englands Autorität ernannt, durch dessen Hande alle Pachte und Einkünfte gehen wovon nichts für Irland angewandt wird, bis die Jahreszinsen von 6,242,000 Pfd. bezahlt sind. Die Rede dauerte zweieinviertel Stunden. — Das Oberhaus vertagte sich bis zum 6. Mai. Rom, 16. April. Die Cholera ist von Bnndlsi nach Monopol! verschleppt worden woselbst mehrere Erkrankungen und 1 Todesfall vorgekommen sind. Ein Hilfscomitd ist gebildet worden. Sollte das Hebel einen epidemischen Eharacter «nnehmen, so werden die Provenienzen von Brindisi einer Quarantäne unterworfen toer6C1|lom, 16. April. Es wird versichert, die Cholera sei vor etwa zehn Tagen durch ein Schiff aus Indien nach Brindisi eingeschleppt und der Ausbruch derselben von dem Bürgermeister und den Aerzten vertuscht worden. Brindist, 16. April. Die Cholera verbreitete sich auch nach Masagne, Sanvuo und Urmanni. Hier ist eine leichte Zunahme zu constatiren. Im Kapuzinerkloster ist «in Hospital eröffnet worden. ...... Madrid, 16. April. Der Ministerrath hat sich gegen die von der Königin gewünschte Begnadigung des Herzogs von Sevilla ausgesprochen und sich statt dessen für die Verbannung desselben nach den balearischen Inseln entschieden. Belgrad, 16. April. Ein Erlaß des Königs beauftragt während Franassovics Abwesenheit Garaschanin mit der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten. Athen, 16. April. Gegen die Provenienzen der adriatischen Küste Italiens rourdeVeine elftägige Quarantäne verhängt. Konstantinopel, 16. April. Die bisherige lOtagige Quarantäne für die Provenienzen aus Venetien ist aus die Provenienzen von der italienischen Küste des adriatischen Meeres einschließlich Brindisi ausgedehnt worden. Die Quarantäne für >te Provenienzen aus Tarifa und der Provinz Cadix ist auf 5 Tage herabgesetzt "ordt"Äihen, 16. April. Für die Provenienzen von der italienischen Küste des adriatischen Meeres ist eine lltägige Quarantäne angeordnet worden. Lokale-. Gießen, 17. April. Heute Morgen fand auf dem Exercierplatze Vorstellung der $., 5. und 12. Compagnie des hiesigen Regiments statt, welcher Se. Großh. Hoheit Prinz Heinrich von Hessen und Generalmajor v. Wulfen beiwohnten. V Gießen, 17. April. (Allgemeiner Richard Wagner-Verein.) Als ein erfreuliches Zeichen der Zeit darf es betrachtet werden, daß das wahrhaft Große und Schone überall nach Kräften unterstützt wird und daß der Verein zur Förderung Wagncr'schen Interessen in Bayreuth immer mehr und mehr an Verbreitung durch Zweigvereine zunimmt. Selbst in unserer Stadt wurde im Anfang dieses Jahres von einigen Herren die Idee gefaßt, einen Zweigverein, der obigen Tendenzen huldigen soll, iu gründen, und die Idee hat sich nunmehr verwirklicht. Eine für nächste Zeit geplante Versammlung wird die Constitution des Vereins bewerkstelligen und später soll derselbe durch musikalische und rhetorische Vorträge seine Mitglieder und Freunde mit Wagner's Schöpfungen eingehender bekannt machen.^ Wir wollen hoffen, daß der junge Verein in seinem Streben viele Anhänger finden möge und behalten uns vor, über die Versammlungen näher zu berichten. — Das gestern wegen Verdachts des Kindesmordes verhaftete Dienstmädchen, Marie Buß von Watzenborn, 21 Jahre alt, hat sein scheußliches Verbrechen bereits eingestanden. Sie gibt an, in der Nacht vom 13. auf 14. Februar geboren zu haben. Das Kind habe sie alsbald nach der Geburt gelobtet, die Leiche mehrere Tage im Keller aufbewahrt und sodann in ihrer Stube in Watzenborn im Ofen ver brannt. Nniverfitäts - Chronik. — Dr. Kobold aus Hannover, ein Schüler der Sternwarte zu Göttingen, ist zum Observator an der Sternwarte zu Straßburg ernannt worden. K. machte im Winter 1882—83 die deutsche Expedition nach Süd-Karolina (N.-A.) zur Beobachtung -es Venusdurchganges mit. — Die Universität München verleiht für 1886 an bayer. Untertanen drei Reisestipendien und zwar 2 zu je 900 X für philosophisch gebildete Lehrer der französischen und englischen Sprache behufs weiterer Ausbildung in Frankreich und England und ein Reisestipendium im Betrage von 2160 X für Philologen zum Besuche des archäologischen Instituts zu Rom und dessen Filiale zu Athen. Gesuche um diese Stipendien sind bis zum 30. April beim Senate der Universität München einzureichen. — Die Nachricht von dem Hinscheiden des Lieblingsdichters der deutschen akademischen Jugend, Scheffel, traf die Wiener Studentenschaft in dem Momente, da eben die Osterferien begannen. Man beabsichtigt daher, nach den Osterferien eine Trauerfeierlichkeit zu Ehren Scheffel's zu veranstalten. Die deutsch-akademische Landsmannschaft „Markomannia" hat die erste Anregung zu einem Trauercommers für Scheffel gegeben und die betreffende Einladung an die ihr befreundeten Couleurs, Verbindungen und Vereine gerichtet; auch der deutsch-österreichische Leseverein der Wiener Universität wird sich an diesem Trauercommers beteiligen. Vermischtes. Darmstadt, 16. April. Gestern Abend um 8 Uhr verunglückte der Dienstknecht Jacob Wenner aus Biebesheim dadurch, daß er von einem schwer beladenen Wagen, auf welchem er saß, in der Hermannstraße herunterfiel, wobei er das Genick brach und sofort eine Leiche war. — Gestern wurde von einem Dienstmädchen ein 4 Wochen altes Kind in einen Bäckerladen ausgesetzt. Wien, 16. April. Im „Wilhelmsschacht" in Mährisch Ostrau sind Versuche mit einem neuen Sprengstoff „Hellhofit" (Erfinder Hauptmann Hellhof) gelungen. Statt Eisen gegen Blntarmuth wird jetzt Lchter Magenbehagen von August Widtfeldt in Aachen von renommirtften Aerzten erfolgreich verordnet. 2912 «roße Auswahl, sol. Ausführung, müßige Preise. Photographien z. Ansicht. Dio. gebrauchte Wagen. L 6. Rumpf, Wagenbauer, Frankfurt a/M., Eisernehand 18. 1344 Auszug aus den Staudesamtsregister« des Standesamts Gieße«. Aufgebote. April: 10. Heinrich Martin Muskulus, Schlosser von Gießen mit Mathilde Margarethe Adolfine Elise Christiane Wilhelmine Krämer von Gießen. 14. Friedrich Christian Karl Leo, Kaufmann von Gießen und Karoline Marie Bertram von Gießen. 16. Georg Conrad Fischer von Josbach, Schneider dahier, mit Wilhelmine Exner, geb. Schäfer, Wittwe des verstorbenen Schneiders Johann Gottlieb Julius Exner von Gießen. 16. Johannes Stein von Climbach, Restaurateur dahier mit Hermine Fich von Reichelsheim i. d. W. Eheschließungen. Aprll: 14. Wilhelm Fink von Herrnhaag, Ausläufer dahier, mit Katharine Sophie Leichtweiß von Katzenelnbogen. Geborene. April: 13. Dem Professor der Theologie vr. Bernhard Stade eine Tochter. 13. Dem Zimmermann Johannes Kuba eine Tochter. 13. Dem Händler Gustav Ringsdorf ein Sohn, Gustav Ferdinand. Gestorbene. April: 13. Bertha Hesse, geb. Zimmermann, 71 Jahre alt, Ehefrau des Professors der Theologie i. P. und Geheimen Kirchenraths Dr. Friedrich Hermann Hesse dahier. 14. Elise Wilhelmine Müller, 4 Tage alt, Tochter des Hülfsweichen- stellers an der Main-Weser-Bahn Johannes Müller dahier. 14.' Christian Emil Hexamer, 3 Monate alt, Sohn von Schneider Peter Hexamer dahier. 15. Henriette Debus, geb. Treppinger, 43 Jahre alt, Ehefrau des Schuhmachermeisters Heinrich Debus von hier. Auszug aus den Kirchenbücher« der Stadt Gieße«. Evangelische Gemeinde. Gttrante. Den 11. April. Christian Karl Ludwig Heinrich Reitz, Schreiner dahier und Katharine Stehr, ledige Tochter des verstorbenen Handarbeiters Wilhelm Stehr von Ulrichstein. Den 14. April. Wilhelm Fink, Ausläufer dahier, und Katharine Sophie Leichtweiß, ledige Tochter des verstorbenen Chausseeaufsehers Franz Wllhelm Leichtweiß in Katzenellenbogen. Getaufte. Den 11. April. Dem Postassistent Christian Christoph Löwer ein Sohn, Christian Heinrich Wilhelm Albert, geboren den 22. März. Denselben. Dem Cigarrenarbeiter Philipp Weiß ein Sohn, Heinrich Ludwig, geboren den 20. März. Denselben. Dem Schlosser Wilhelm Gießler ein Sohn, Friedrich Karl Wilhelm, geboren den 31. Januar. Denselben. Dem Uhrmacher Martin Vogt eine Tochter, Sophie Katharine Ernstine, geboren den 22. März. Denselben. Dem Schlosser Leopold Atzelhöfer eine Tochter, Minna Auguste, geboren den 23. November 1885. Den 15. April. Ein unehelicher Sohn, Karl, geboren den 21. März. Den 16. April. Eine uneheliche Tochter, Luise, geboren den 21. März. Beerdigte. Den 10. April. Margarethe Hoos, geb. Debus, Wittwe des verstorbenen Disttictseinnehmers Ludwig Hoos, alt 74 Jahre, gestorben den 8. Äpril. Den 15. April. Bertha Hesse, geb. Zimmermann, Ehefrau des Geh. Kirchenraths Professor Dr. Hesse, alt 71 Jahre, gestorben den 13. April. Brodpreise vom 18. April bis 2. Mai 1886. der Bäcker 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27 2 „ (4 Pfd.) Weißbrod .... 54 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrot» 1. Sorte 24 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrot» 1. Sorte 48 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrot» 2. Sorte 21 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrot» 2. Sorte 42 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrot) 2. Sorte bei K- Haas, I. Lein, L- Schneider . 63 Gießen, den 17. Aprll 1886. Großherzogliches der Brodverkäufer 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . . . . 2 h (4 „ ) „ ..... 1 „ (2 „ ) Schwarzbrot) 1. Sorte 2 , (4 * ) Schwarzbrot» 1. Sötte 3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sötte 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sötte 2 „ (4 , ) Schwarzbrod 2. Sötte 3 , (6 , ) Schwarzbrod 2. Sorte Polizeiamt Gießen. Fresenius. A X A 21 4° 21 4 Strpad) Am! 8JN bei Aei! Eine । "«SitiroJ verkaufe?..! 2933 1 Stra Wal Dienstag b, Nachmittag ntrben im uerMmeiflerd benau, Urik Treis a/L 1 2921 d werden die i 4 Schachts WgewiiiW Die Be pachmOm ittbtiftmn eiligesehen we Wetzla Königlich Mq Die Rechnungen und Arbeiten fül Mute aus beul mgsjahr -1.1 H soweit dies I alsbald bei bei tuts-Directoren el ließen, den 11 Großh. Unil SW Druck von Zeitschriften. basier, mit Mot Wetzlar, den 13. Älpril 1886. 2916 D Königliche Eisenbahn - Bau - Inspektion I. 8 w ladt 8M Schmitt. 2954 ■= E In Giessen bei 2914 Herrn Frledr. Seibel. 2920 Exped d. Bl. zu richten. 2933 LS« Bl cd Stadt tint Tvchr Dm handln Gch C. Hohmeier, Schlosser, Sonnenstraße 11. ganzer Werke. 1 ♦ Uetaahme Verlag des .Giessener Anzeiger. Wmnti ßitjit >n Gießen mit MEr «.Hießen. 14. FriÄ irie Bettrnn von GiM mit Wilhelmine W, rttlitb Aulinsta'wr. lchier mit Hermine Fuji Zussorüerung. Die Rechnungen über Lieferungen und Arbeiten für die Universitäts- Institute aus dem abgelaufenen Rechnungsjahr — 1. April 1885/86 — sind, soweit dies noch nicht geschehen, alsbald bei den betreffenden Jnsti- tuts-Directoren einzureichen. Gießen, den 15. April 1886. Großh. Universitäts-Rentamt. Mit den neuesten Schriften, Einfassungen und Maschinen ausgestattet, sind wir in der Lage, auch den weitgehendsten Anforderungen in Bezug auf geschmackvolle Herstellung der uns übertragenen Arbeiten genügen zu können. Zahre alt, Mau k । Dr. Friedrich Herme: achter des HulssuBr r. 14.'Christian & er dahier. 15. Hem lhrnachmneisters HciT 2938 Einen Lehrling und einen Ge- hülfen sucht W. Diehl, Schreiner, Kaplansgaffe 12. Verpachtung von Schachtgruben! Am Dienstag, den 20. April, Mittags 1 Uhr, werden die in der Nähe von Klein-Linden gelegenen 4 Schachtgruben an Ort und Stelle auf 5 Jahre zur Eisgewinnung öffentlich meistbietend verpachtet. Die Verpachtungsbedingungen werden im Verpachtungstermine bekannt gemacht, können auch vorher bei Herrn Bahnmeister Sircoulomb zu Gießen eingesehen werden. Matzen l zu haben bei Stein, Wetzsteingasse 8. 2958 Ein solider Mann kann Kost u. Logis erhalten. Offerten unter Nr. 143 an die Exped. d. Bl. ______________ Für Fuhrleute. Eine Wohnung nebst Scheuer u. Stall zu vermiethen u. am 1. Juli zu beziehen. 2940 Georg Hammel, Müblgasse 8. Ieikgeöotenes. Eine Wandpumpe mit Bleirohr und Schlammseie, fast neu, zu verkaufen. Pflrsfichbliitheii-Seife Veilchen-Äbfall-Seife Kosen-Abfall-Seife In vorzüglicher Qualität empf.: ä Packet (3 Stück) 40 H Carl Schwaab. 1107 W W K V Ä! ?,r- 2866 Zur Unterstützung im Haushalte für etwa drei Monate wird ein gesetztes ^Enzimmcr, welches kochen kann, gesucht- Näheres in der Exped. d. Bl- Bekanntmachung. Am 20. April wird die im Landbestellbezirk des Postamts Gießen be- legene Posthülfstelle zu Großen-Linden in eine Postagentur umgewandelt, deren Verwaltung Herrn Gemeinderath Johannes Menges I. daselbst übertragen worden ist. Der Postverkehr der neuen Postagentur wird durch die Landpost Gießen-Großen-Linden, welche wochentäglich zweimal, an Sonntagen dagegen nur einmal verkehrt, und durch einen Landbriesträger zu Fuß vermittelt werden. Die Dienststunden für den Verkehr mit dem Publikum werden wie folgt, festgesetzt. a) an Wochentagen: von 10 Uhr Vorm. bis 12 Uhr Vorm. und von 4 Uhr Rachm. bis 6 Uhr Rachm. b) an Sonntagen und den nicht auf einen Sonntag fallenden gesetzlichen Feiertagen: von 8 Uhr Vorm. bis 9 Uhr Vorm. und von 5 Uhr Rachm. bis 6 Uhr Rachm. Die Bestellung der Postfendungen in Großen-Linden hat wochentäglich dreimal um 8Va Vorm., 23/< Rachm. und 7Vi Rachm.; an Sonntagen einmal um 8V4 Vorm. stattzufinden. Dem Landbestellbezirke der Postagentur werden die zur Zeit zum Land- bestellbezirke des Postamts Gießen gehörigen Wohnplätze Leihgestern, Neuhof, Ludwigshöhe, Universitätsmühle, Hörnsheim, Hochelheim, Dorfmühle, Kunstmühle und Giesenmühle zugetheilt. Darmstadt, den 15. April 1886. Ter Kaiserliche Ober-Postdirector. In Vertretung. Plaz. AndeFs neu entdecktes überseeisches Pulver tödtet Wanzen, Flöhe, Schwaben, Schaaben, Russen, Fliegen, Ameisen, Asseln, Vogelmilben, überhaupt alle Insectea mit einer nahezu übernatürlichen Schnelligkeit und Sicherheit derart, dass von der vorhandenen Insektenbrut gar keine Spur übrig bleibt. Echt und billig zu haben in Prag in J. ANDELS Droguerie, 13 „zum schwarzen Hund“, Hussg. 13. ptt gjfai W pr. St. 5-81 11S1-00-M ft« \ V'und 9Hnbto 40-48 J * Wein per gentnn Ein Wort an Alle, welche Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch oder Russisch wirklich AM- sprechen lernen wollen. Gratis und franko zu beziehen durch die Rosenthal'sche Verlagshandlung 2918 Einen Lehrling sucht ___Ehr. Eise, Schneider. Aufrichtig! Ein feingebildeter streng solider Mann, technischer Beamter, 29 Jahre, wünscht die ehrenhafte Bekanntschaft einer Dame behufs eoent. baldiger Verheiratung zu machen. 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April, Abends halb 9 Uhr, im Vereins-Lokale (Cafe Schwinn.) Tagesordnung. 1) Bericht des Vorstandes und Vorlage der Jahresrechnung. 2) Neuwahl des Vorstandes. 3) Erledigung weiterer Vereins-Angelegenheiten. Indem wir hinsichtlich Beschlußfähigkeit auf § 42 und Punkt 3 der Tagesordnung auf § 45 unseres Statuts Hinweisen, ersuchen wir dringend Redaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei lFr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Rmvmer enthält 3 Blätter rr. 1 Beilage. Das Marmor- u. Steinmetz-Geschäft von empfiehlt sich dem hiesigen und auswärtigen Publikum im Anfertigen von Grabdenkmälern, Monumenten, Grabkrenzen, Schrift-Tafehi ete. sowie Grabeinfassungen von allen Sorten Marmor und Sandstein zu de# billigsten Preisen. Waschtischaufsätze, Tisch- und Nachttischplatten, sowie Reparaturen werden schnellstens und billigst besorgt. 2922 qffl den höh I-Mh-E litb auch ni der noi rchil Saphli unö • Wich ent®* wie luten; M'A soeben. Ein Zslii» WwElcheinungeit i H nimmt die Kram hochstehende Pecknlrä Zachien-Meiningen, Mjern erkrankt. Die Entiche kilchenpoWche sBoxb scheu Osteipause, ent kanntlich mit großem LommiisionS'Fasfunl Moss Kopp Seite Debatten vom Mo Wrst Bismarck mi eingetreten war uni liebe und Versohnli Direckve für die j unter ihnen übeiw davon überzeugen vreutzische Staat de wertes gemacht, nu gegen die beiden bek Gunsten der Kurie i lich gegen das gab tmtgetheilte Endres ändern und dieses wenigstens in seine eignisse den Oplim Concordia. Samstag, den 1. Mai 1886, AbeudS 8 Uhr: Ieier des 21. Stiftungsfestes 2929 verbunden mit Tamzunterhaltung in Stein'S Garten. Mckerkrünzchm am 2. Dsterfeirrtage Abends im Safe Leib. Nidda Echzell Nähe des Fried- Hauptstrasse, hofs. Vertr.: Gebr. Mogk. h. • der Ai ZL'S W-Z 7 1 m l?“ btt d und i Hersteller,Tn S*. sb abe $ vom 'n,Li Ä‘e b|t«, ba6 s ®°S Mirthichasts-Erössnlmg. 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