Nr. 2L2 Erstes Blatt. Sonntag den 17. October 1886 Kießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme de« Montogs. Burteut Schnlftraße 7. Gießen, den 16. October 1886. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius._______ Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit 85rt**d* Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Start Wlj£ Finger. Berlin, 15. Oclober. Der „Reichi'Anz." sagt bezüglich der in neuester Zeit auf preußischen StaatSbahnen in rascher Aufeinanderfolge vorgekommenen Eisenbahn. Unfälle, es sei über jeden derselben sofort eingehende Untersuchung eingeleitet worden. Es habe bisher bei keinem Unfälle eine andere Ursache festgestellt werden können, als ein Verstoß eines Einzelnen gegen klare, einfache, seit lange bestehende bestimmte Vorschriften. Die Staatsbahn-Verrvaltung sei ernsthaft bestrebt, durch allgemeine Einführung bewährtester StcherheitS-Vorrichtungen des Betriebes gefährliche Jrrthümer und Mißverständnisse möglichst auszuschließen. Daß diese Bestrebungen nicht erfolglos geblieben seien, gehe aus der Statistik deutlich hervor. Auch ferner solle Alles ausgeboten werden, um Unfällen thun- lichst vorzubeugen. Selbstverständlich ist von größter Wichtigkeit, an keinen im äußern Dienst beschäftigten Beamten Anforderungen zu stellen, welche er nicht ordnungsmäßig erfüllen könnte, und daß die Rücksicht auf thunlichste Sparsam- keit hiergegen entschieden zurücktreten müsse. Den Eisenbahn-Behörden sei zur Pflicht gemacht, daraus zu halten, daß dieser Grundsatz auch im Einzelnen durch- gesührt; ebenso habe die Centralstelle weitere geeignete Anordnungen getroffen zu möglichst erhöhter Betriebssicherheit aus den preußischen Bahnen. Darmstadt, 14. Octbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 24 enthält: Gesetz, die Abänderung der Artikel 45 bis 50 der allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 betreffend. Vom 5. October 1886. Ludwig IV. von Gottes Gnaden Grobherzog von Hessen und bei Rhein 2C. rc. Wir haben mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und verordnen hiermit, wie folgt: Artikel 1. Der erste Absatz des Artikels 48 des Gesetzes vom 30. April 1881, die allgemeine Bauordnung betreffend, enthält nachstehende Fassung: Bei einer geringeren Entfernung als 3 Meter von der Eigen- thumsgrenze kann die Errichtung einer Brandmauer erlassen werden, entweder wenn angenommen werden kann, daß das angrenzende Grundstück bis zu dem erforderlichen Abstand von 3 Metern unüberbaut bleibt, oder mit Zustimmung der Eigenthümers des unüberbauten Grundstücks, in welch' letzterem Falle die Kosten einer später zu errichtenden Brandmauer Mangels vorhergegangener Vereinbarung der Interessenten nach Maßgabe der Bestimmungen des Artikels 46 der allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 aufzubringen sind. Artikel 2. Dem Artikel 50 der allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 wird nachstehender Artikel beigefügt: Artikel 50a. An der äußeren Brandmauer eines zu landwirth- schaftlichen Zwecken dienenden Gebäudes kann die Anbringung von Oeffnungen, welche aus Gründen der Landwtrthschaft nöthig sind, zugelassen werden. Solche Oeffnungen dürfen im Lichten höchstens ein und einhalb Quadratmeter Fläche enthalten und müssen durch eine starke, fest versteifte, in allen Theilen eiserne Thüre, welche eine mindestens 6 Centi- meter breite Steinfalze überdeckt, dicht verschließbar gemacht werden. Sie sind, solange nicht deren Offenhaltung nöthig ffi, bei Vermeidung der im § 368, 8 des Strafgesetzbuchs vorgesehenen Strafen verschlossen zu halten. Rach Bedürfniß kann an Stelle von Oeffnungen mit eisernem Verschluß die Anbringung von Fenstern gestattet werden. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und des beigedrückten Großherzoglichen Siegels. Balmoral, den 5. October 1886. Ludwig. Handtüch^*f""d*" - 1 ^aar Handschuhe, 1 Brosche, 2 Portemonnaie's mit Inhalt, 1 Armband, 1 Taschentuch, 1 Päckchen Muster, 1 Buch, 2 leinene Zugelaufen r 1 Ente. Commission, inzwischen den bearbeiteten Entwurf der Jnnungssatzungen den Sections Mitgliedern gedruckt zugehen zu lassen. München, 15. October. Gegenüber anderweitigen Blättermeldungen erklärt die „M. Allg. Z.", es sei noch keine Disposition über den Zeitpunkt der Reise des Prinzregenten nach Berlin getroffen. Lingen, 15. October. Bei der heutigen Ersatzwahl zum Abgeordneten- hause^für den verstorbenen Abgeordneten Jacobs wurde Colone Hoppe (konservativ) Triest, 11. October. Cholerabulletin. Es erkrankten, resp. starben seit gestern hier 11/2 Personen. Pari-, 15. October. „Temps" sagt in Beantwortung der Aeußerungen der „Times", wenn Frankreich beschuldigt werde, einen Krieg zu suchen, so verkenne man vollständig die sociale, politische und militärische Lage Frankreichs. Die französische Demokratie mit der Armee, worin jede Familie einen Soldaten zähle, weise eine beträchtliche Defensiokraft auf, sei aber einem Angriffskriege wesentlich abgeneigt und begehe eher einen Fehler mit dem Uebermaß ihrer friedlichen Bestrebungen. Dies sei im Auslande bekannt, deswegen seien auch alle Gerüchte von Jntriguen Frankreichs bei irgend einem Hofe lächerlich. Die Beziehungen Frankreichs zu England oder vielmehr des englischen zum französischen Publikum seien augenblicklich nicht die besten. Man erkenne dies in Frankreich mit tiefem Bedauern. Frankreich habe nicht den bösen Willen vergessen, womit die englische Presse jeden Schritt Frankreichs verfolge, seine Operationen kritisire und seine Erfolge in Tunis, Tongking und Madagaskar herabsetze. Solche gegenseitigen Vorurtheile seien ein großes Unglück für beide Völker, welche bei der gegenwärtigen Lage Europas gleichermaßen zur Jsolirung verurtheilt wären, falls sie nicht lernten, einträchtig miteinander zu gehen. Pari-, 15. October. Grevy empfing gestern Herbette, der morgen nach Berlin abreist. London, 15. October. Auf eine Anfrage über die Authenticität der von der „Pall Mall Gazette" veröffentlichten Denkschrift über das englische Militärwesen soll Lord Beresford erwidert haben, die Veröffentlichung der Denkschrift in der „Pall Mall Gazette" sei nicht zu rechtfertigen; es handele sich um ein für den Admiralitätsrath vorbereitetes vertrauliches Schriftstück. Kopenhagen, 15. October. Das höchste Gericht verurtheilte den verantwortlichen Herausgeber des „Socialdemokraten", wegen Zuwiderhandelns gegen das provisorische Gesetz vom 2. November 1885, betr. Aufhetzung einer Beoölkerungsklasfe gegen eine andere und Erregung von Haß gegen die Regierung durch die Presse zu einer vierzehntägigen Gefängnißstrafe. Die Entscheidungsgründe führen aus, das provisorische Gesetz vom 2. November 1885 sei, obschon nur während der Tagung des Reichstags erlassen, gleichwohl rechtsgiltig; die Rechtsgiltigkeit werde auch dadurch nicht berührt, daß das Folkething sich gegen dasselbe ausgesprochen habe, bevor es dem Reichstage von der Regierung vorgelegt war, ebenso wenig dadurch, daß der Reichstag geschlossen wurde, bevor das provisorische Gesetz die Sanction desselben erhalten hatte. Petersburg, 15. October. Das „Journal de St. Petersbourg" bemerkt bezugnehmend auf ein Telegramm der „N. Fr. Pr." über die Wahlenthaltung in neun bulgarischen Wahlbezirken, die Meldung bestätige die Betrachtungen des Journals über die bedauerlichen Umstände, unter welchen die bulgarische Nationalversammlung gewählt worden. Die Eröffnung der lranalifirten Mainstrecke und des neuen Hafens in Frankfurt a. M. (Specialbericht.) 0. K. Frankfurt a. M., 16. Oktober. Unsere Stadt prangt im Schmucke wallender Fahnen und Wimpeln. Sie hat ein gar buntfarbiges Festgewand angelegt, wie wir sie lange nicht mehr gesehen, wie es uns nur noch aus den Tagen des letzten hier gefeierten Schützen- und Turnfestes, des Einzugs der Truppen im Jahre 1871 und der letzten Anwesenheit unseres greisen Kaisers erinnerlich. Das frohe Ereigniß, dem zu Ehren sich die alte Stadt Karls des Großen so estlich herausgeputzt hat, steht in seiner weittragenden Bedeutung wohl an der Spitze aller dieser vorgenannten Ereignisse. Handelt es sich doch heute um die Eröffnung der Mainkanalisirung und der Frankfurter Hafenanlagen. Von diesen großartigen Verkehrs-Einrichtungen, welche heute feierlich der öffentlichen Benutzung übergeben werden, verspricht sich Frankfurts Handel und Industrie sehr viel. „Die Herstellung einer leistungsfähigen Wasserstraße", so sagt der Syndikus der hiesigen Handelskammer, Herr O. Puls, in seiner zur Erinnerung an dieses freudige Ereigniß verfaßten Denkschrift, „war die unerläßliche Vorbedingung für die kommerzielle und industrielle Entwickelung von Frankfurt, für das Gedeihen der landwirthschaftlichen Produktion des ganzen Maingaues, für die Wiedergewinnung der verloren gegangenen Verkehrsgebiete, sowie für die Erstarkung des Wasserverkehrs vom Rhein zur Donau". Tief eingehende Wandlungen in Frankfurts Verkehr und außerordentlich mühsame und zeitraubende Verhandlungen geschahen, ehe die seit 15 Jahren projektirte, jetzt zum Abschluß gelangte Kanalisirung des Maines eine reale Gestalt annehmen konnte. Schon in frühesten Zeiten war der Mainfluß eine sehr belebte Wasserstraße gewesen und die Schifffahrt auf demselben war schon im Mittelalter zu beträchtlicher Entwickelung gelangt, lieber Frankfurt bewegten sich die den Rhein aufwärts gehenden Waarenzüge auf dem Main nach Würzburg, Bamberg und Nürnberg, oder mit Benützung des Neckarthals nach den schwäbischen Städten Ulm, Memmingen und Augsburg, oder auf der Bergstraße über Darmstadt, Heidelberg nach der Schweiz und nach Frankreich hinein. Im Norden führte Frankflirt seine Handelslinien über Gießen in s Westfälische, über Kassel, Münden, Göttingen in's thüringische Land. Das Aufblühen der Eisenbahnen brachte einen vollständigen Niedergang der Mainschtfsfahrt mit sich. Dazu kam die fortschreitende Verschlechterung des Mainfahrwassers. Die verschiedenen Systeme der Flußregulirung erwiesen sich ohne jeden Lelegrsphische Depesche«. »öWt «orrespondem. Brrs-m«. Berlin, 15. October Eine Cabinetsordre, betr. die Ernennung des Grafen ' olko von Hochberg auf Rohnstock zum Intendanten der königl. Theater, ist heute eingegangen. Berlin, 15. October. Der „Reichsanzeiger" meldet: Dem Grafen Hochberg ' .rde durch Cabmetsordre vom 10. ds. die einstweilige Intendantur der königlichen Schauspiele mit allen Rechten und Pflichten eines Generalintendanten commissarisch übertragen. " , Düsseldorf, 15. October. Die gestrige Versammlung der Buchdruckereibesitzer beschloß ferner, den Secttonsvorstand zu beauftragen, mit soliden deutschen Privat- verstcherungsgesellschaften in Verbindung zu treten, nm eine Invalidenversicherung für bas Personal in den Officinen der Sectionsmitalieder einzurichten. Die Versammlung bestätigte den früheren Secttonsbeschluß bezüglich möglichst rascher Gründung von Innungen für den Umfang des Regierungsbezirks. Die Section beauftragte eine nachhaltigen Erfolg, woran allerdings nicht, wie behauptet wurde, der Wassermangel des Mains, sondern nur die unrichtige Behandlung des Flußbettes die Schuld trug. Nach vielen Projekten, die sich mit der Ausführung eines schiffbaren Mainkanals beschäftigten, deren Ausführung indessen an den ungünstigen allgemeinen Zeit- und Geldverhältnissen scheiterten, nach wiederholten Petitionen der hiesigen Handelskammer an das Abgeordnetenhaus, erhielt nach mannigfachen Hindernissen und Verzögerungen am 7. Mai 1882 die Handelskammer von der Kgl. Negierung in Wiesbaden die offizielle Nachricht, daß der Staatsoertrag über die Mainkanalisirung nunmehr Seitens der betheiligten Negierungen ratificirt und die Einleitung der Bauten angeordnet worden sei. Am 15. Mai 1883 begann nach Ueberweisung der ersten Baurate von 800 000 JL. die eigentliche Bauausführung. Herr Negierungs- und Baurath Euno zu Wiesbaden wurde mit der Oberleitung beauftragt. Das nach der Idee des Herrn Euno ausgearbeitetc Projekt zur Kanalisirung des Mains bezweckte im Wesentlichen, dem Main auf der Strecke zwischen Frankfurt und Mainz mittelst Stauanlagen und Schleusen eine durchgängige Minimalwasserliefe von 2 Meter zu geben,welche ausreichend erscheint, um den bisher auf dem Rhein verkehrenden größten Schiffen bis über 1000 Tonnen Tragfähigkeit den Weg bis Frankfurt zu ermöglichen. Es sind jedoch die Kunstbauten, insbesondere die Schleusen, bereits jetzt derart angelegt, daß man diese Wassertiefe bis zu 2,5 M. steigern kann. Die Schleusen haben zwischen den Thoren eine Länge von 85 M. und eine lichte Weite von 10,50 M. Die Höhe des Aufstaues der Wasserflächen beträgt am Nadclwehr 2,70 und die Höhe des Oberwassers ist gleich 4- 92.30 über Amsterdamer Pegel. Das Hafenbassin hat in Folge der Stauungen eine Länge von 2800 M. Das Nordufer des Hafenbeckens ist 1850 Meter lang, das Südufer 560 Meter. Das linke, bei den Hafenanlagen mit in Betracht kommende Flußufer hat eine Länge von 1060 M. und dient zum Löschen der auf die dortigen Lagerplätze zu verbringenden Güter, insbesondere Kohlen, Holz und Erze. Das rechte Ufer ist 1750 Meter lang und dient zum Umschlagsverkehr auf Bahn- und Lastfuhrwerk. Der Sicherheitshafen dehnt sich in einer Länge vsn 560 Meter und einer Breite von 75 Meter aus, kann demnach 50—60 der größten Nheinschiffe von 70 Meter ' Länge und 10 Meter Breite bergen. Der Hafendanun soll wesentlich zur Bewältigung des Umschlagsverkehrs mitbenuht werden. Im Anschluß an die Hafenbauten wurde mit der Errichtung eines Lagerhauses begonnen, dessen Mittelbau alle Vorrichtungen zum Entladen aus den Schiffen und Eisenbahnwagen, ferner zur Behandlung, zum Transport, Reinigung, Verwiegen, Trocknen von feucht gewordenem Getreide u. s. w. besitzt, mährend die beiden Flügel zur Aufnahme von Colonialwaaren, Stückgütern, wie zu Lagerräumen überhaupt bestimmt sind. Ferner werden von der Stadt Frankfurt entweder zunächst auf dem rechten Mainufer an dem unteren Theile des Hafenbassins oder in ausgedehnterem Maßstabe auf dem linken Ufer Petroleumlager errichtet. Eine Werfthalle von 100 Meter Länge und 26,5 Meter Breite ist in Ausführung begriffen. Die Anlagen auf dem rechten Flußufer erhalten mittelst der städt. Hafen- und Verbindungsbahn Anschluß mit dem seiner Vollendung immer näher rückenden Centralbahnhof. Die Kosten der Canalisirungsarbeiten belaufen sich beiläufig auf JL 5 500 000, diejenigen der Hafenanlagen auf JL 6 300 000. Im Allgemeinen ergibt sich aus den Darstellungen der Eingangs dieser Zeilen erwähnten Denkschrift des Syndikats unserer Handelskammer, daß Angesichts der Ausführung des Centralbahnhofs, der Mainkanalisation und der Lagerhäufer unsere Stadt an einem außerordentlichen Wendepunkt ihres Geschickes steht. Der Thatkraft des Kaufmanns- und Jndustriestandes liegt es nun ob, dahin zu wirken, daß Frankfurt nicht nur als Verkehrs-Centrum eines intensiven Consumtionsgebietes, sondern auch als Mittelpunkt einer lebhafteren industriellen Produktion seinen Platz auf dem Weltmärkte gegen gleich gerüstete Mitbewerber wieder gewinnen und für alle Zukunft behaupten wird. — Neber die Feier der Eröffnung selbst werden wir in einem folgenden Artikel kurz zu berichten baden. Lokales« Gießen, 16. October. sStadtverordnetensitzung vom 14. Octockzr, Nachmittags 4 Uhr.j Anwesend Herr Bürgermeister Bramm, Herr Beigeordneter Keller, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Bai st, Georgi, Grüneberg, Dr. Gutfleisch, Haustein, Hoch, Homberger, Kauf, Lüdeking, Adolf Noll, Petri, Scheel, Schopbach, Simon, Vogt und Wortmann. Auf der Tagesordnung stehen: Die Wahlen zur Stadtverordneten-Versammlung pro 1887/95. Als Beisitzer zu den demnächst vorzunehmenden Wahlen, deren Termin nach Offenlegung der Wahllisten bestimmt werden soll, wurden die Herren Gg. Conr. Simon und H. Vogt ernannt. Neubau von Kliniken. In der heutigen Versammlung wurden die Preise für die hierfür baldigst zu erwerbenden Grundstücke, theilweise auf Antrag der Bau- deputation, theilweise durch heutigen Beschluß, je nach Lage und Güte des Bodens auf 60 H bis 1 pr. lIMtr. festgesetzt. Da mit vorstehenden Preisen die Grundstücke bedeutend über ihren Ertragswerth taxirt sind, so soll im Weigerungsfälle das Expropriationsverfahren eingeleitet werden. Vorläufige Unterbringung von Geisteskranken. Für diesen Zweck muß ein Lokal entsprechend eingerichtet werden. Eine dieserhalb an die Direction nach Heppenheim gerichtete Anfrage wurde dahin beantwortet, daß eine Beaugenscheinigung derartiger Einrichtungen unumgänglich sei. Dieser Ansicht wurde bcigestimmt, jedoch beschlossen, den Augenschein in der viel näher gelegenen Marburger Anstalt zu ermöglichen, welches viel leichter und mit billigeren Rersekosten zu erreichen ist. Bau von Lazarethen im Mobilmachungsfall. Eine Anfrage der Intendantur des XI. Armeecorps in Cassel, ob von Seiten der Stadt in gedachtem Falle etwa 3 Morgen städtisches Gelände in der Nähe der Caserne pachtweise für genannten Zweck abgegeben werden könne, wurde bejahend beantwortet und der Pacht- prers pro Jahr und Morgen auf 20 JL festgesetzt. Ausführung der Waldculturarbeiten für das Etatsjahr 1887/88 uud Erweiterung des Pflanzgartens. Beide Angelegenheiten werden, erstere nach dem Antrag der Oberförsterei, letztere nach dem Antrag des Stadtgärtners unter Zustimmung der Baudeputation erledigt. ug von städtischen Triebvierteln zu Wiesen. Einige am alten Steinbacher Wege durch ihre tiefe Lage häufig unter Wasser stehenden Triebviertel ver- sprechen einen besseren Ertrag, wenn dieselben zu Wiesen angelegt werden. Der desfalls gestellte Antrag erhalt die Zustimmung der Versammlung. ar t Neustädter Feldes. Die Vergebung einiger Arbeiten zu Schutzvorrichtungen wird genehmigt. , „ .Den Viehmarktplatz betreffend liegt eine Eingabe vor, den daselbst befindlichen Weg durch Entfernung mehrerer der schönsten Bäume zu verbreitern, welches Ansinnen jedoch abgelehnt wird. Bei dieser Gelegenheit macht Herr Stadtverordneter Georgi darauf aufmerksam, daß gegenwärtig die Ausbaggerung am Schwememarkt in einer Art und Weise betrieben würde, welche die Ufer an dieser äußerst gefährlich macht. Herr Stadtbaumeister Stief wird angewiesen, diese planlose Arbeit zu controhren eoent. sofort Einhalt zu gebieten Gesuch der Firma Heyligenstädt & Comp. um Erlaubniß zur Ehaussirung eines Weges an deren im Bau begriffenen Eisengießerei. Diesem Gesuche wird unter den üblichen Bedingungen auf Befürwortung durch die Baudeputation entsprochen. Feststellung der Baufluchtlinien an der Grünberger Chaussee. Diese ist anläßlich des Neubaues des Herrn Eiertänzer nothwendig geworden und wird nach dem vorgelegten Plane genehmigt. Ausbau der Ludwigsstraße, hier die Herstellung am Neubau des Herrn Gg. Hetz wird auf Befürwortung durch die Baudeputation beschlossen. Eine abermalige Eingabe um Trottoirpflasterung in der Schillerstraße wird, als mit der ursprünglichen Vereinbarung im Widerspruch, wiederholt abgelehnt <^.4 - such des Spenglermeisters Herrn Karl August Faber wegen °;mP f Iu r Der Gesuchsteller wünscht für seine an die Stadt abge- kleine Flache Herstellung des Trottoirs vor seinem Hause in Cement-Beton • ’rfmSjoenJann ."cht entsprochen werden, jedoch soll demselben für die Fläche pr. uiVietcr 2 vergütet werden. Das Gesuch des Herrn Architect Jakob Stein behufs Pflasterung deS Trottoirs vor seinem Hause unter der üblichen Zuziehung zu den Kosten, wird genehmigt. Gesuch des Weißbindermeisters Georg Möhl um Aufdämmung; dieses Gesuch wird genehmigt und dre Arbeit gegen eine Vergütung von 30 Jt dem Gesuchsteller übertragen; dageaen wird die geplante Ueberbrückung des Schorgrabens von Seiten des Herrn Israel Klebe abschltzglich beschieden; ferner wird die Ueberbrückung emer Gosse dem Herrn Louis Petri III. in der vorgeschriebenen Weise gestattet- erne Beschwerde über Straßenversperrung in der Mühlgasse bezüglich eines dort stattfindenden Umbaues wird als unbegründet zurückgewiesen. Die Kosten des diesjährigen Jugendfestes überstiegen die Einnahmen um ca. 636 v4L, welches Deficit zu Lasten der Stadt übernommen wird. Eine Klage gegen den Ortsarmenoerband Arnshain wird als gerechtfertigt anerkannt und demgemäß beschlossen; die weiteren Ausbauarbeiten in der neuen Stadtmädchenschule nach Antrag des Stadtbaumeisters gutgeheißen. Nach Genehmigung mehrerer K o ste.nd ecreture n wird die öffentliche Sitzung 51/* Uhr geschlossen. c Gießen, 16. October. Heute Vormittag wurde in der Wetzsteingasse ein Kind überfahren und am Kopfe nicht unbedeutend verletzt. Den Fuhrmann trifft keine Gingesaudt. p Gießen, 16. October. Dem Einsender im Gießener Anzeiger vom 12. dss. Mls. sei erwidert daß fraglicher Bacillen bildender Schlamm keineswegs seit zwei Monaten lagert sondern daß überhaupt Schlamm im Sinne des Wortes nicht vorhanden war. 'Eine gepflasterte Rinne im Hofe eines Hausbesitzers, in welchem Hause „bessere" Leute wohnen, kann überhaupt ein Bacillen bildender Schlammfang nicht werden. Wenn der Regen zufällig etwas Schmutz aus dem Hose zusammenführt, so ist das wohl kein Schlamm iui Sinne des Einsenders zu nennen. Literarische-. Universum. Jllustrirte Zeitschrift für die deutsche Familie. Bereits das 2. und 3 Heft des neuen (3.) Jahrgangs dieser von I. v. Puttkamer redigirten vortrefflichen Zeitschrift liegen uns vor. Außer den Novellen „Ebbe und Flnth" von Wilhelm Berger, welche fortgesetzt, und W. Jensen's „Um ein Menschenalter später" die zum Abschluß gebracht wird, enthält das 3. Heft den Anfang einer viel- verheißenden größeren Novelle „Jorinde" von Ernst Eckstein. Wir heben sodann hervor: „Jnschallah". Eine morgenländische Erzählung von Dr. Heinrich Brugsch-Pascha — „Rouen". Von Eugen v. Jagow. Mit Original-Illustrationen nach der Natur gezeichnet von Fr. Stoltenberg. — „Friedrich der Große und das deutsche Volk" Von Karl Koberstein. — „Heidelberger Jubiläumsbilder." Von Dr. Waltz Mit Originalzeichnungen von E. Horstieg und E. Unger. — „Die Erziehung einer neuen Generation. Von Dr. med. Hermann Klencke. Eine bedeutungsvolle Abhandlung welche, gesundem Denken entstammend, socialreformatorische Bestrebungen anbahnt zur Herstellung der sittlichen und leiblichen Gesundheit des Volkes. — „Was sich schickt." Von Franz Schlinkert. — „Die amerikanischen Friedhöfe." Von Dr. Emil Deckert — Die Illustrationen, Kunstbeilagen sowohl wie Textbilder sind durchweg künstlerisch vollendet und von ungemein anziehendem Reiz. Obenan die beiden sehr werthvollen Lichtdruckbilder: „Aennchen von Tharau". Originalzeichnung von Woldemar Fried- ÄV?- Lenbach. - Ferner die Original - Reproduktionen in Holzschnitt: „General Seidütz auf Recognoscirung." Nach dem Gemälde von Werner Schuch. — „Der Geburtstagsgratulant." Nach dem Gemälde von Albert Raudnitz - Sieger rn der Preisregatta." Von Fred. Vezin. - „Wir wünschen Glück, Herr Forster!" Von C. Henseler. — „Erstes Abenteuer." Von C. Nielsen — ^Stille Ecke". Von Julius Ehrentraut. - „Das Gobelinzimmer des Schlosses Llnderhof/ — „Rendezvous." Originalzeichnung von Th. Graetz. — Nack literarischer und künstlerischer Seite hin gleich ausgezeichnet, liefert diese Keilschrift mit jebem neuerscheinenden Hefte immer besser den Beweis, wie sorgfältig sie ihr Dro- gramm zu verwirklichen bestrebt ist. HauLri Seefest. OA® Aef-enVn!6- °,cto6er- Aus dem heutigen Markt tofte-x : Butter per Pi und ■* 0.80-083, Hühnereier pr. St. 7-0 H, Enteneier St. 0-0 KLse pr. St 5-8 A mfTa; bitfe 6il”*tn W«. mb[r °"°"^-SiK»g >*,?g littet per $innb pt. St. 5-8 4, r Paar 50 bi- 50-0.90, Enten und Nindflc.sch fleisch 45-50 4 bdn per Gentner M @ie6m -) iglöhner dahier, löthier, gebürtig ouise Weiß von dore Ehristiane npirä von hier, von Lauterbach, the Weder von lisabethe Keller lhelm- 5. Tein iritb Hnhn eiii in U. ?e°- eine 2* . Är< 116 flS - < Websl- | kosten 20 Pf. Port^ der Bäcker der Brodverkäufer . 54 2 Im Namen des 7378 7361 ArbeiMersteigmmg. 7389 241.34 // 3 1 2 3 H> <»> ❖ JL 3757.44 3568.33 165.87 2165.35 ♦ ♦ ♦ Der Landesbauinspektor. Wolff. Engel, Gerichtsvollzieher. Der Stadtrechner: H. Enders. Gbkrhksßsche Cisenbahnetl. ' L-L-.dMts.-n .ritt im QI.r- Großherzoglichez Polizeiaint Gießen. _____ Fresenius. 4 . 27 Quitten sowie feine Winteräpfel empfiehlt 7QQn «nx • z* , AerheWe Eisttldahnen. Di- Anbauten und Lieferungen zur Her- JUung eines Waschküchen-G-bäubes auf Station Groß en-Buseck sollen au dem Wege des schriftlichen Angebots vergeben werden. Plane. Kostenanschlag und Bedingungen liegen in dem Expedittons. l0fsn Mr®rto6cnr, fedt -wr Einsicht offen. B-rschlossen- schriftliche Angebote sind bis zum 20. ö- Mts. portofrei bei dem Unterzeichneten einzureichen. Alsfeld, den 13. October 1886. ®er Großh. Eisenbahnbaumeister. Schobert h. Bekanntmachung. ÄmWÄSKS In »er prioalktagelache des Heinrich Wagenbach von Heuchelheim, Privatklägers, gegen den Jakob Böhmer III. von da Angeklagten, wegen Beleidigung, hat das Großherzogl. Schöffengericht zu Greßen in seiner Sitzung vom 2. Avril 1886, an welcher Theil genommen haben: 1. Großh. Amtsrichter vr. Schäfer als Vorsitzender, 2. Gemeindeeinnehmer Velten von Großen-Linden, 3. Kaufmann Karl Wenzel von Gießen als Schöffen, Gerichtsschreiber-Aspirant Block als Gerichtsschreiber, I für Recht erkannt: I Montag öen 18. d. Mlg., Nachmittags 2 Uhr, In der Louis Flett'schen Hofraitbe dahier sollen gegen Baarzahlung versteigert werden: ö 1 Wagen, 1 Hundewägelchcn, 1 Nähmaschine, 1 .Ladentheke, sowie diverse Mobilien Hansl. Einrichtung. Gießen, am 15. October 1886 ge-2 , , Briliant-KefiTee der Deutschen Kaffee- lir ii Brodpreise oom 17. bis 31. October 188 6. Angeklagter wird wegen Beleidigung in eine Geldstrafe von drei Mark, im Uneinbringlichkeitsfalle einem Tag Haft, sowie in die Kosten des Verfahrens einschließ- l dbr Privatkläger erwachsenen nothwendigen Auslagen verurtheilt. Zugleich wird dem Privatklager die Befugniß zuge- fprochm, das Unheil binnen 14 Aagen, von Rechtskraft des Urtheils an gerechnet, im „Gie- I ßener Anzeiger'- veröffentlichen zu dürfen. 7351 gez. Dr. Schäfer. » ^^-denftvffe^von MkTHz biö Js<65 - »«f. r0^munriftü(fmCif^Cfto“5in-s’ Haifas ________________ 7337 -mterleich.emngstir^t-LrkL° 'ÄÄÄ lämmMch- Detzem den 14. October 1886 Großherzogliche Tirection. /ß < ----0*-vw x. * " < Schwarzbrod 1. Sorte " ca " < Schwarzbrod 2. Sorte 21. " ) Schwarzbrod 2. Sorte 42 ' * 1° * J Schwarzbrod 2. Sorte 63 Bekanntmachung. ; seMlen BauffuchMnim “f'ik bi. ran',ni,tpr^tnblDKror.nele!’’SSer-omm[u,i3 M' i t.FF'FF; an idt WttiSFÄfl LI Ä»a anzubringen sind. 9 Ausschlusses bei der unterzeichneten Behörde Gießen, den 15. October 1886. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen ------A. B ramm. 2 ' !>t Schwarzbrod 1. Sorte 24 1 " o ffi Schwarzbrod 1. Sorte 48 Bekanntmachung. ». Quartal ^!W6/87 * kann in' de^MMen" 8 “ Ott» Sperber eine Tochter, Elsa Helen-, Mathilde Marga7tthc^^bo»n"dm^I8/AÜg^ 3Ibo[p6 cine Tochter, Anna Ottilie Beerdigte. Krämer, alt 20 3aC^re,e^^^arT^nena 7^^Oc^o^)erebl0C £o^tcr be§ ßoconlo»t)^ü^rer§ ^ir^er^t 8. Dct®eernfeIbC'L 3°6anneS Schl-uning, FÜhr-nunt-rn-hm-r, alt 53 Jahre, starb den ■alt 59 3a6re1,1hm-6lbmr-9. CcS®“66116*14' H°"d-lsmann aus Frankfurt a. M des Rentners Christian am Stein"verstorbene^Gastwirths^Jakob^tieAe^att' °dkn 11. Mr! ■ KaflAP?» —--— I H u 16-° pr. i/2 Ko. beiUDd K°’ Packeten zum Preise von JL 1 20, 1.40 I |L_^ " Koffer in Giessen. jj und NntAaisö^ großer Auswahl. f n^e ro^en unD empfehle solche in ----A- Fangmann.2“ 1 Kgr. (2 Pfd.s Weißbrod . 1 " ) » ....■’ 5 " y- " 1 Schwarzbrod 1. Sorte (4 - ) Schwarzbrod 1. ro m i. öone 4ö 2 " 4 F?') Schwarzbrod 2. Sorte 21 3 " (t E-t Schwarzbrod 2. Sorte 42 fipt rö a b M-) Schwarzbrod 2. Sorte bei ^b. Hartmann, KHaas, J-Lein, L.Keil 63 Greßen, den 16. October 1886. Herzog!. BaugewerkÄle Holzminden -damitvorbnndcp Maschinen-,Mühlenbau- U. älüilersclirlp ♦ PreWekr°nt mit der goldenen Medaille. t polkllkirt in affen Staaten. % entsprechend. " § Erseht öas etectrische Ficht, riug-r- Kosten für An7ag?7nd C-ns?.m. """ VU‘73^ Ju OrjgWgl-Mnk-preiscn bei Christian Höike. ♦ königlicher Hoflieferant, 9 | ®ro®se Fnedrichastrasae IS -äT ♦ ♦ Vt°fp