Nrei- vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit »urch W« Post bejdgen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf. Erscheint tS-ttch mit «ewAHme brf MovtA-S. WfOs Tchulsiraße 7. WNW den Kostenpunkt bleibt bis nach der Eides- Türkei. Konstantinopel, 14. Beklagter den Eid nicht, so hat bezahlen. Die Entscheidung über leistung ausgesetzt. Me Gemeinde;« hält Herr Prediget Saale des Herrn [Uq Olli d-" *' Schwindel erklärt. Windthorst ist zwar auch für die Vorlage, will aber den Bau des Nordoftseekanals von der Sicherung des Baues des Ems- und Oderkanals abhängig gemacht wissen. Eine Reihe Petitionen und Wahlprüfungen wird nach den Commissionsanträgen genehmigt. Morgen: Nachtragsetat. — Das Herrenhaus erledigte die Secundärbahnvorlage. Bachmann empfiehlt die Anlage von Bahnen Bromberg-Elsenau und Bromberg-Krone-Fuchel, sowie Fortführung der Linie Bromberg-Fordon bis in's Kulmer Land als Hilfsmittel der Germani- sirung des Brombergcr Bezirks. Der Regierungscommifsar Schmidt bemerkt, der Minister würde die im Hause geäußerten Wünsche, ebenso wie den im Abgeordnetenhause geäußerten die wohlwollendste Erwägung zu Theil werden lassen. Die einzelnen Linien werden nach wenig erheblicher Specialdebatte genehmigt und die Vorlage im klebrigen en bloo angenommen. Hierauf nahm das Haus die Berichte der Eisenbahn- oerwaltung zurKemuniß, ertheilte über den Bericht der Staatsschulden-Commission und die Etatsrechnung pro 1882—83 Decharge. Morgen: Ansiedelungsgesetz, Schulversäumuisse und Fortbildungsschulen. — Die Kanalcommission des Abgeordnetenhauses genehmigte die Kanaloorlage mit 11 gegen 10 Stimmen in der Fassung, welche die Regierung ermächtigt, den Rhein- Ems-Kanal zur Verbindung der Unterweser und Mittelweser mit der Elbe zu bauen und eine leistungsfähige Wasserstraße am oberen Oderlaufe von der Neissemündung bis ' Kosel mit einem Umschlaghafen in Kosel tzerzustellen. Der Ausbau der Wasserstraße am oberen Odcrlaufc ist nach Aufstellung des Projectes und Bewilligung der Mittel sofort vorzunehmen und so zu fördern, daß deren Fertigstellung spätestens mit Vollendung des Schifffahrtskanals von Dortmund nach dem Emdener Binnenhafen erfolgt. Die Negierungsvertreter halten gegen diese Fassung Bedenken geäußert. Hirschberg, 14. April. Zacken und Bober sind aus ihren Ufern getreten. Mehrere Ortschaften stehen unter Wasser. Die Niederungen sind hoch überschwemmt. Das Wasser steigt noch. Wien, 14. April. Prinz Alexander von Hessen wurde um 2Uhr Nachm. vom Kaiser in Prtvataudienz empfangen. Um 3 Uhr machte der Kaiser dem Prinzen einen Gegenbesuch im „Hotel Imperial" und verweilte eine Viertelstunde. Für die Dauer der hiesigen Anwesenheit ist dem Prinzen Generalmajor v. Löhne zur Dienstleistung attachirt. London, 14. April. Das Unterhaus hat die zweite Lesung der irischen Verwaltungsbill auf den Antrag Morley's bis zum 10. Mai verschoben. — Lord Shaftesbury erschoß sich gestern Nachmittag in einem Fiaker der Regent- Street. Der Beweggrund ist unbekannt. Nom, 14. April. Depretis verlas in beiden Kammern das Decret des Königs, welches die Session vertagt. Die Sitzungen wurden sofort geschlossen. Brindisi, 14. April. Der Sanitätsrath constatirte das Auftreten sporadischer Cholera Hierselbst in milderer Form. Haag, 14. April. Die erste Kammer nahm mit 20 gegen 8 Stimmen den Gesetzentwurf über die Abänderung der Eingangs- und Ausgangs-Zölle für Nieder- ländisch-Jndien an. Die Erledigung der Vorlage wegen Convertirung der 4proc. Schuld wurde wegen der eingetretenen Ministerkrisis bis zum Wiederzusammentritt des Hauses vertagt. Athen, 14. April. sHavas-Meldung.j Die Vertreter der Mächte überreichten dem Minister Delyannis eine Note, worin die-Mächte das Arrangement betreffs Ost- rumeliens mittheilen und den Wunsch ausdrücken, daß Griechenland den Wünschen Europas auf Erhaltung des Friedens entspreche. — Die Kammer genehmigte sämmtliche von der Regierung gemachten Vorlagen auch in zweiter Lesung. Newyori, 14. April. Außer dem bereits am 18. März verhafteten Zähne sind noch 11 andere Personen, welche dem Gemeinderathe der Stadt Newyork im Jahre 1884 angehörten, unter der Anschuldigung der Bestechung durch die Gründer der Broadway Railway verhaftet worden. Nischneinowgorod, 14. April. Das Wolgaeis riß gegen 40, theils mit Naphtaproducte beladene Barken fort, welche allmälig zerschellt wurden. Das Quantum des verloren gegangenen Naphtas beträgt anderthalb Millionen Pud. Der Gesammtverlust an Barken und Gütern wird ■ auf mehrere hunderttausend Rubel geschätzt. Glasgow, 14. April. Die heute hier stattgehabte Versammlung von Besitzern schottischer Eisenwerke hat sich über die Frage einer Einschränkung der Roheisen-Pro^ duction nicht einigen können. Die Einschränkung der schottischen Eisenproduction ist somit aufgegeben. Pest, 14. April. Unterhaus. Nachdem Jstoczy seinen Entwurf eines Börsensteuergesetzes begründet hatte, erklärte der Finanzminister, daß die Börsensteuer nichts mit dem Antisemitismus zu schaffen habe; der Entwurfsei nichts weiter als eine auszugsweise Uebersetzung des deutschen Gesetzes mit Weglassung gerade des wesentlichsten Theiles über die Erleichterungen, und wäre praktisch unausführbar. Von dem deutschen Gesetze lasse sich bereits sagen, daß das finanzielle Ergebniß hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei und seine volkswirthschaftliche Wirkung noch gar nicht beurtheilt werden könne. Da übrigens die Frage die eingehendste Beleuchtung von allen Seiten erheische, so bittet der Minister, den Entwurf dem Finanz- und Wirthschaftsausschuß zu überweisen. Dieser Antrag wurde angenommen. TelegraMche Depeschen. Woly'S teiegr. Sorrespoadenz-Barea«. Berlin, 14. April. Der Kaiser verlieh dem Justizminister Friedberg anläßlich dessen 50jähriger Dienstjubelfeier das Großkreuz des Rothen Adlerordens. Die Universitäten Tübingen, Berlin und Greifswald übersandten demselben Ehrendoctor- diplome. Seine Geburtsstadt Friedland ernannte tfih zum Ehrenbürger. — Die „Post" meint, die Kirchenvorlage gelange erst nach Ostern im Abgeordnetenhause zur Verhandlung. Das Haus werde morgen bis zum 4. Mai in Ferien gehen. — Dem Bundesrath ging eine Denkschrift zu wegen Einrichtung einer physikalisch-technischen Reichsanstalt für exacte Naturforschung mit dem Anträge, dafür im nächsten Etat einen entsprechenden Betrag einzustellen. Berlin, 14. April. Der Kronprmz tft fett heute ebenfalls an den Masern erkrankt. .. , — Das Abgeordnetenhaus verwies die Nordostseekanal-Vorlage an eine em- ur.dzwanziggliederige Commission. Minister Bötticher hatte die Vorlage, für welche sich auch alle Redner aussprachen, wärmstens befürwortet und die Ausstreuung,als ob chic Negierung kein besonderes Interesse an dem Bau des Emskanals habe, für eitel Politische Ueberficht. Gieße«, 15. April. liebet die diesjährigen Frühjahrs -Reisedispofitiorien des Kaisers sind in letzter Zeit verschiedene Mittheilungen aufgetaucht, die -über noch alle der Begründung entbehren. Am unwahrscheinlichsten klingt diejenige von ihnen, wonach der Kaiser beabsichtigen sollte, kommenden Samstag oder Sonntag, also noch vor Ostern, sich zu einem 14tägigen Aufenthalte nach Wiesbaden zu begeben, schon deshalb, weil der hohe Herr das Osterfest stets noch in Berlin, im Kreise der Mitglieder der töniglichen Familie verlebt hat. Überhaupt dürste erst der Eintritt beständigerer Witterung abzuwarten sein, ehe die Aerzte dem Beginn der Frühjahrs-Badereisen des greisen Monarchen keine Bedenken mehr entgegenzusetzen haben werden. Aus Hamburg wird die unmittelbar bevorstehende Verschmelzung der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actiengesillschast mit den unter dem Namen „Union" bestehenven Niederläudisch'Amerikanischen Dampfer-Linien Sloman und Carr siznalisirt. Zwischen Sofia und Konstantinopel hat soeben ein Notenwechsel siattgesunden, der nur dazu beitragen kann, die Aussichten aus eine baldige definitive Beilegung der ostrumelischen Affaire zu vergrößern. Aus die vom Großvezier osficiell gemachte Mittheilung von den Beschlüssen der Konstantinopeler Conferenz antwortete nämlich Fürst Alexander, daß er sich, unter Ausrechthaltung seines bekannten Vorbehaltes, der einstimmigen Entscheidung der Mächte füge. Weiter erklärte der Fürst seine Bereitwilligkeit, Delegirte für die in dem Conserenz-Protokolle vorgesehenen Commissionen zu ernennen. In der hierauf in Sofia eingelausenen türkischen Antwortsnote giebt der Sultan seiner Befriedigung über die Nachgiebigkeit des Bulgaren-Fürsten Ausdruck und beglückwünscht denselben zu seiner jetzigen neuen hohen Stellung als General- Gouverneur Oft-Rumeliens. Zugleich zeigt die Note die bevorstehende Ernennung der Grenzabsteckungs'Commission an und macht schließlich noch die Mittheilung, baß Gadban Effendi mit einer Verständigung über die Bildung einer Commission behufs Revision des ostrumelischen Statuts beauftragt worden sei. Der Wortlaut des großherrlichen Firmans, welcher den Fürsten von Bulgarien zum General-Gouverneur OstÄumliens ernennt, soll im Einverständniß mit dem Fürsten Alexander sestgestellt werden. Deutschland. Hamburg, 14. April. Die „Hamb. Börsenhalle" empfing über die Beschießung BimbiaS im Kamerun-Gebiete birecte Berichte, aus denen Folgendes hervorgeht: Der König von Money-Bimbia hatte einen Oheim des König- Bell ermordet, worauf der deutsche Gouverneur Soden sich mit dem „Cyclop" nach Money-Bimbia begab unv den dortigen König aufforderte, an Bord zu kommen. Letzterer weigerte sich und verlangte, der Gouverneur solle zu ihm kommen. Am folgenden Morgen beschoß der „Cyclop" die Ortschaft und landete einen Theil der Mannschaft, welche die Stadt zerstörte. Der Gouverneur in* stallirte einen neuen König und setzte einen Preis aus die Einbringung des geflüchteten früheren Königs aus. (Fr. Ztg.) Darmstadt, 12. April. fZweite Kammer der Stände.) Der Abgeordnete v. Nabe na u hat einen Antrag eingebracht, „die Stände wollen die Regierung ermächtigen, für jedes Jahr der Finanzperiode einen weiteren jährlichen Zuschuß zunächst von 1000 zur Unterhaltung der Arbeitercolouie Neu-Ulrichstein an den Verein zur Beschäftigung Arbeitsloser auszahlen zu lassen". Jetzt ist im Staatsbudget für 1885—88 ein jährlicher Zuschuß von 2000 JL eingestellt. In feinen Motiven führt der Antragsteller aus, daß die bisherigen Mittel unzulänglich seien und daß die Verhältnisse voraussichtlich dazu nöthigen würden, die Aufnahmefähigkeit der Colouie« k j nun geh"' gl Konstantinopel, 14. April. Das signalisirte Rundschreiben der Pforte an die Mächte, betr. die Abrüstung Griechenlands, weist noch darauf hin, daß, da die internationale Flotte in der Nähe der griechischen Gewässer, es wimschenswerth wäre, wirksame Maßregeln zu ergreifen, um Griechenland zur zwingen. Die Pforte ersucht die Mächte, ihr die den Commandanten des Geschwaders gegebenen Instructionen mitzutheilen. KönisSberg, 14. April. Im Diäten - Proceß Fiskus gegen Dirichlet verurtheilte das Oberlandesgericht den Beklagten zur Zahlung von 500 nebst Zinsen an den Fiskus und legte Dirichlet den Ueberzeugungs-Eid darüber aus, wie viel er aus der Kasse der Forlschritts-Parlei erhalten habe. Leistet derselbe fernerweit 1500 nebst Zinsen zu Lokales. Gießen, 15. April. Samstag den 17. l. M., Vormittags 9 Uhr, findet int Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung: 1. Streitsache des Ortsarmenverbands Homburg v. d. H. gegen den Ortsarmenverband Stockhausen wegen Unterstützung des Johann Helfend ein. 2. Beschwerde des Joh. Bellinger und Genossen zu Rixseld gegen einen Beschluß des Gemeinderaths daselbst über die Benützung der Hutwelden. 3. Die Beigeorduetenwahl zu Sichenhausen. x ec'1"6'1 tvoyrr g> und Bekäme, g chelhriy. Freitag den 16. April 'fit?. 90 1886 ießtrm Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. -welche jetzt auf 100 Colonisten berechnet ist, bis auf mindestens 120 auszudehnen. Die Colonie diene dem öffentlichen Interesse in eminentester Weise. Von dem für bie Colonie gesammelten Betrag von ca. 108,000 X sind bereits säst 61 000 X für bauliche Einrichtungen, Mobiliar rc. verausgabt. Die Zahl der Eolomsten betrug Ende 1885 (die Eolonie wurde am 1. Juli 1885 in's Leben gerufen) 6, August 8, September 11, October 23, November 63, December 98, Januar 1886 100, Februar 94, März 77. In einer Anlage zum Antrag wird nachgewiesen, daß fast alle anderen Arbeitercolonien wesentlich höhere Zuschüsse als Neu-Ulrichstein erhalten. — Von der hessisch-badischen Grenze. Don einem eigentümlichen Mißgeschick wird die Tochter eines wohlhabenden Geschäftsmannes aus E. verfolgt. Dieselbe lernte vor einigen Jahren, als sie in Frankfurt in Dienst war, einen jungen Mann kennen und verlobte sich mit ihm. Bei Ausstellung der zur Heirath erforderlichen Papiere kam es aber zu Tage, daß der Bräutigam fahnenflüchtig war. Er wurde eingezogen und muß drei Jahre nachdienen. Dadurch löste sich das Verhalt- niß und das Mädchen knüpfte andere Bande mit einem Ortsangehorrgen. Dreier erhielt aber von einem Bruder in Brasilien die verlockende Einladung, dorthin aus- zumandern- da das Mädchen nichts davon wissen wollte, dampfte er allem nach Amerika ab. Zum dritten Male verlobte sich das Mädchen und schon mar das Auf- gebo: geschehen? als der neue Verlobte in der Kirche beim Gottesdienste einen epileptischen Anfall bekam; die Braut entsetzte sich darob dermaßen, daß sie, von unüberwindlicher Abneigung ergriffen, das Verlöbniß sofort löste und von keinerlei Herrath mehr wissen wollte. Doch gelang es der Ueberredungskunst der Eltern, das Mädchen zur Heirath mit einem älteren, sehr reichen kinderlosen Wittwer zu bestimmen. Am Donnerstag sollte die Hochzeit stattfinden und am Morgen dieses Tages fand man derr 63jährigen Bräutigam vom Schlage getroffen tobt im Bette. Wird das Mädchen doch noch unter die Haube kommen? xfl r Marienborn, 10. April. Gestern hielt Herr Oberwachtmeister Engel aus Mainz mit dem Adjunkten und einem Gensdarmen Haussuchung bei unserem Wasenmeister und fanden bei demselben nicht allein ca. 30 Stück Cervelatwürste, welche eingestandenermaßen aus dem Fleische einer crepirten Kuh, die dem Wasenmeister zur Vernichtung übergeben mar, angefertigt sind, sondern auch auf dem Speicher ein fchsn vor mehreren Tagen verendetes Schwein, welches wahrscheinlich ebenfalls in. Wurst rc. umgewandelt werden sollte. Marburg, 11. April. Der gestern früh von Frankfurt nach Kastel abgelaffene Personenzug der Main - Weser - Bahn stieß bei der Station Cölbe mit einem schwer mit Kies beladenen, mit zwei Pferden bespannten Wagen zusammen und wurden an mehreren Waggons die Trittbretter abgerissen. Weiteres Unheil wurde glücklicherweise nicht angerichtet. , . — Ein schauerlicher Vorfall spielte sich am Samstag Nachmittag m der Hof- raithe des Mühlenbesitzers Eduard Stein in Gerstungen ab. Letzterer, nach längerer Abwesenheit seit Kurzem wieder aus Amerika zurückgekehrt, lebte, wie wir der „Eisen. Ztg." entnehmen, schon seit einiger Zeit in Streiligkeiten mit dem Pächter seiner Mühle, dem Müller Voigt in Gerstungen. An dem gedachten Tage entspann sich abermals ein Streit zwischen den Genannten und im Verlauf desselben ergriff Stein ein doppelläufiges Jagdgewehr und gab aus demselben einen Schrotschuß auf Voigt ab, der Letzteren am rechten Unterkiefer, an der linken Schulter nicht unerheblich, wenn auch anscheinend nicht tödtlich, verletzte. Während der herbeigerufene Großh. Amts- phyfikus Dr. Stegmann in Gerstungen mit dem Verbinden Voigts beschäftigt war, wurde diesem plötzlich gemeldet, Stein habe soeben seine Ehefrau erstochen. In der Thal lag die Stein'sche Ehefrau leblos vor dem Margraf'schen Hause in Gerstungen und bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, daß Stein — die Veranlassung hiervon ist noch nicht ausreichend aufgeklärt — derselben tödtliche Messerstiche in die linken Schläfe und in die linke Brust versetzt hatte. Unmittelbar darauf ertönte in dem einen oberen Zimmer der Stein'schen Mühle abermals ein Schuß. Stein hatte sich mit einem Revolver eine Kugel in den Kopf geschossen. Stein ist zwar sehr schwer verletzt, immerhin ist aber die Möglichkeit seiner Wiederherstellung nicht ausgeschlossen. Die Untersuchung ist bereits eingeleitet. — Die Arbeiterkravalle in Belgien, welche im Allgemeinen als eine Folge niedriger Löhne angesehen werden dürfen, zeigen wie richtig die belgische Negierung handelte, als diese und speciell der König Leopold sich bemühten, durch Zugeständnisse die deutsche Negierung zu veranlassen, die subventionirten Dampfer in Antwerpen anlegen zu lassen, weil dadurch den Antwerpener Hafenarbeitern ein großes und gut bezahltes Quantum Arbeit zugeführt wird. Wir Deutsche haben keine Ursache, dies zu beklagen, denn der Norddeutsche Lloyd verproviantirt seine Schiffe fast ausschließlich mit deutscher Waare und da Antwerpen für Rheinland, Westfalen und Süddeutschland sehr günstig gelegen ist, werden sich unsere Exportindusttiellcn durch Benutzung der einheimischen Linie erkenntlich zeigen. Die bereits in Antwerpen anlegenden vielen deutschen Dampfer für Brasilien und den La Plata finden meist bedeutende Ladung, desgleichen auf der Rückfahrt die vom La Plata nach hier bestimmten Schiffe, welche bekanntlich meist Ladung für Deutschland haben; ein beträchtlicher Theil derselben besteht aus Waarensendung der bekannten Kemmerich Compagnie, deren Producte als Fleischextract, concentrirte Bouillon und besonders das von den Aerzten so sehr empfohlene Pepton immer mehr und mehr Verbreitung finden. Schiffs nachrichten. Bremen, 13. April. (Per transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Hermann, Capt. H. Baur, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 25. März von Bremen abgegangen war, ist am 10. April wohlbehalten in Baltimore angekommen. Bremen, 13. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Habsburg, Capl. Fr. Pfeiffer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 28. März von Bremen und am 31. März von Southampton abgegangen war, ist heute 5 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Handel nnd Verkehr. Limburg, 14. April. Rother Weizen X 15.00, weißer Weizen X 14.90, Ksrn X 10.90, Gerste 8.00, Hafer X 6.40, Saathafer X 0,00, Kartoffeln ä 100 Pfund X 0.00, Erbsen ä 100 Pfund X 00.00. Frankfurt, 14. April. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter X 5.00—6.00, Eier das Hundert X 5.00—7.00, Butter per Pfund vH. 1.20 bis 1.30, Weißkraut per Stück 00—00 H, Rothkraut per Stück 30—00 H, Kohlrabi per Stück 0—0 H, Ochsenfleisch per Pfund 65—00 H, Kuh- u. Rindfleisch 50—60 4» Kalbfleisch 40—60 H, Schweinefleisch 70—75 H, Hammelfleisch 50-70 H, 1 Hahn X 0.70-1.50, 1 Huhn X 1.50—2.00, 1 Ente X 3.00-0.00, 1 Gans X 0.00—0.i9 1 Taube 40-50 H, Welsche X 5.00-10.00.__________________________________ Geschichts-Kalender. 16. April. 1521. Dr. Martin Luther hält seinen Einzug in Worms — der fast großartiger als der des Kaisers war. 1525. Am ersten Ostertag erstürmten 6000 bis 8000 Bauern das feste Weinsberg, nachdem Graf Helfenstein mit seinen Rittern und einem Theil der Bürger es tapfer vertheidigt; allein am kleinen Thor bei der Kirche half ein Weinsberger öffnen, während die Bauern außen am Erbrechen arbeiteten und dann in die Stadt eindrangen. Graf Ludwig von Helfenstein gerieth mit mehreren Rittern in Gefangenschaft und verschiedene Reisigen versteckten sich, um der Wuth der Sieger sich zu entstehen. Heftig entbrannte in der Thai auch der Rachedurst der Bauern und man forderte insbesondere die Hinrichtung des Grafen Ludwig von Helfenstein. Wohl suchte der Anführer Wendel Hipler den Grafen mit den übrigen gefangenen Rittern zu retten, indem er den Landlenten das Bündniß mit dem Adel gegen die Fürsten empfahl; doch der Feldhauptmann des schwäbischen Bundes, Georg von Waldburg, batte bei seinen Siegen bereits Todesurtheile wider gefangene Bauern vollstrecken lassen und ein Theil der Sieger von Weinsberg, Jack Rohrbach an der Spitze, forderte darum Repressalien. So wurde der Graf Ludwig mit 14 Rittern und mehreren Reisigen zum Tode mittelst des Spießes verurtheilt. Die ergrimmten Bauern bildeten zu dem Ende eine Gasse, in welche die Verurteilten hineingezogen wurden. Da erschien plötzlich die Gemahlin des Grafen von Helfenstein mit ihrem zweijährigen Knaben auf dem Arme und bat flehentlich, ja, knieend für das Leben ihres Gemahls. Vergeblich bot auch der Graf selbst ein Lösegeld von 30,000 fl.; die rachsüchtigen Bauern wollten Blut. Erbärmlich starben also Graf Ludwig und 14 Ritter. Von einem kleinen Theil des versammelten Haufens war die Gewaltthat verübt worden und die Mehrheit von etwa neun Zehnt- theilen erfuhr sie erst nach der Vollbringung. Jetzt sollte die ganze Stadt Weinsberg geplündert werden; aber auf die Abmahnung der Führer ward der Raub auf die Klöster, die Häuser der Geistlichen, der vornehmsten Beamten und der eifrigsten Anhänger der ermordeten Ritter eingeschränkt. 1871. Verkündigung der Verfassung des Deutschen Reiches. M «*»; •*> & 5'»* ut ,u hfl DCl 1 fflX ”t ,on Wito Set C-MlgibulM Gießen, GwWzogw AimimstraliM 2785 Dr'0 Berte Folgende öteser eines 2ocomoW Bahnhose Gieße a, 430 cbm K' theilt in 4 ! b, 355 Mille Baäsmne, e c, 157,2 cbm d, 348,1 cbm sollen am 2ti Vormittags 111 des Unterzeichnete geben weckn. l können daselbst Verdingungsunter freie Einsendung hort bezogen tve 3 Wochen. königliche Eisenboi Mrt NN im Gießene 2419 Tapeten s mit paffenden Dekorationen, neueste Deffins, empfiehlt in größter Auswahl zu außergewöhnlich billigen Preisen Ernst Blödner, MhnhoMhe 12. Reste bis zu 20 Stück sowie zurückgejetzte Muster werden zur Hälfte des Preises abgegeben. 165» EE führung, empfiehlt 1 1 fernes strotze A Elch* SchaffslaeM Metaliwaaren - Fabrik und. Giesserei. 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Die Lieferung der Steinkohlen zur Heizung sämmüicher Institute Großh. Lanoes-Universitäl Gießen: 3900 Ctr. Anthracitkohlen, 400 Ctr. Nußkohlen erste Korngröße und 4200 Ctr. melierte Kohlen mit mindestens 60% Stücken soll im Wege öffentlicher Submission vergeben werden, und sind Offerten bis Mittwoch, 28.April 1886, Vormittags 10 Uhr, zu welchem Zeitpunkte die Eröffnung der Submission stattsindet, verschlossen unter der Aufschrift „Submission für Kohlenlieferung" bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Die Lieferungsbedingungen können auf dem Büreau Großherzoglichen Universitäts - Sekretariats eingejehen oder von demselben gegen Erstattung der Copialgebühren bezogen werden. Gießen, am 9. April 1886. Großherzogliche akademische Administrations - Kommission. 2785 Dr, Gar eis. Verdingung. Folgende Lieferungen zum Neubau eines Locomotivfchuppens auf dem Bahnhose Gießen a, 430 cbm Kalkbruchsteine, einge- theilt in 4 Loose, b, 355 Mille rothe Ofenbrand- Backsteine, eingetheilt in 3 Loose, c, 157,2 cbm fetter Kalk, und d, 348,1 cbm Mauersand, sollen am 29. April 1886, Vormittags 11 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten in M a r b u r g vergeben werden. Bedingungen u. s. w. können daselbst eingesehen und die Verdingungsunterlagen gegen kostenfreie Einsendung von je 0,50 «M. von dort bezogen werden. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Königliche Eisenbahn - Bau - Jnspection Marburg. 2859 HölzversteigeLMg im Gießener Stadtwaid. Montag den 19. April 1886, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in den Districten Faulerboden und Brauhof nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz. Scheith. Prügelh. Stockh Reish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen Buchen 49,9 105,8 24,8 2820 Erchen 57 65,2 43,9 340 Nadel 8 86 18 910 Erlen 2 7 3 — B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 104 Eichen stamme mit 25,90 Festm., 50 Nadelftämme „ 16,04 . „ 2 Ellenstämme „ 0,77 „ 13 Eichenstangen „ 0,81 „ 385 Nadelstangen „ 7,46 „ Die Zusammenkunft ist an der Licherstraße, 6. Schneise. Gießen, am 13. April 1886. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 2821 Versteigerung. Dienstag den 20. April L I., Nachmittags 2 Uhr, läßt die Unterzeichnete in ihrer früheren Brauerei dahier: 3 Bottiche von je 21—22 Hektoliter Inhalt, 1 Maischbottich von 35 Hektoliter Inhalt, 1 eisernes Kühlschiff und 1 große Schrotmühle, zum Handbetrieb, welche Sachen noch gut erhalten sind, öffentlich versteigern. Lich, den 14. April 1886. 2867 I. Ihring Wwe. Salz gon bet Großherzogl. 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I bilhetigen BW S • enblii J Ail ■ Sopp 1 MntSl tzr fl ä6ir6aupt I ffWes mit ■ pithOei**e lbltt WM welches Hausarbeit versteht, wird nach auswärts gesucht- Zu erfragen Bahnhofftraße 15, parterre- 2866 Zur Unterstützung im Haushalte für etwa drei Monate wird ein gesetztes Frauenzimmer, welches kochen kann, ge- sucht. Näheres in der Exped. d. BI- Wie ich leider erst jetzt erfahre, hat mein früherer Laufbursche Jesfing häufig die ihm zum Austragen gegebenen Bücher verschleppt; theils in Wirkst- schäften liegen gelassen, theils zu seinen Bekannten gebracht, so daß die Sendungen nicht in die Hände meiner wertsten Kunden gekommen sind. Indem ich dies öffentlich bekannt mache, fordere ich zugleich diejenigen Personen auf, welche solche Bücher von dem Iesssng zum Aufbewahren erhalten haben, selbige an mich abzuliefern, resp- mir Nachricht zu senden, damit ich dieselben abholen lasten kann. Fehsenseld's Nuiversitäts-Buchhaudluuq und Antiquariat 2854__________________(Mi Baitz)._____________ Geschäftsverlegung. Indem ich verehrlichem Publikum hierdurch ergebenst mittheile, daß ich mein Geschäft von Markt 12 nach Bahnhofstraße 41 verlegt habe, bitte ich meine werthen Kunden, das mir dort geschenkte Vertrauen auch hier bewahren zu wollen. Mich in Lieferung von Papier- und Schreibmaterialien , sowie in allen vorkommenden Buchbinderarbeiten bestens empfohlen haltend, zeichne