1*86 Mr. 39 Dienstag den 16 Februar Erscheint 1L-6Ä ent N«8n«Hme ve8 Morrt^KA. Gchulfiraße 7. SW In der ’fi' im A0g»- ftmg >urch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar- 58 Pr. rdchen 119. >eri koo- WM Men- gerne Han n; ter Gar lüd) bei W. soll a«S. . 954 Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Socialdemokratie um fernere 5 Jahre. Dar von dem deutsch-österreichischen Club im Abgeordnetenhause eingebrachte neue Sprachengesetz wird von den Wiener parlamentarischen Kreisen lebhaft erörtert. Die officiöse Presse bespricht den. übrigens vom deutschen Club unterstützten Sprachen-Antrag in ziemlich wohlwollender Weise und das „Fremdenblatt" meint hierbei, der Antrag müsse als der erste eingehende und von einem Grundprincip beherrschte Versuch, die nationalen Conflicte in Oesterreich entweder zu lösen oder durch den Machtspruch des Gesetzes zum Schweigen zu bringen, sehr ernsthaft genommen werden. Die czechischen Blätter sprechen sich dagegen sehr abfällig über den Antrag der Linken aus und hier- tritt stimmt der Entschluß der Mehrheit des Czechenclubs überein, gleich in erster Lesung gegen den Entwurf entschieden Front zu machen. Hoffentlich werden sich aber die anderen Fraktionen der Rechten des österreichischen Abgeordneteen- Hauses hierdurch nicht abhalten lassen, die in dem Sprachen-Antrage der Liberalen gemachten Vorschläge zur endgiltigen Lösung der Sprachenfrage einer objecttven Prüfung zu unterziehen. Madjid Pascha, der türkische Bevollmächtigte bei den serbisch-bulgarischen Friedens'Verhandlungen, hat endlich seine Vollmachten erhalten. Hoffentlich werden nun die Verhandlungen den erwünschten raschen Fortgang nehmen und diese Hoffnung wird durch die Bukarester Meldung verstärkt, daß von der Friedens-Conserenz am Donnerstag der Seitens Madjid Pascha vorgeschlagene erste Artikel angenommen worden ist. Derselbe repräsentirt allerdings nur eine Formalität, da "er lediglich die in Friedens-Instrumenten/übliche Erklärung über die Absicht des Friedensschlusses enthält. q. Rernib i Carl I unserer tgen iß. Politische Uebersicht. Gießen, 15. Februar. Die dreitägige „Währungsschlacht" im Reichstage hat am Donnerstage der vorigen Woche mit dem Siege der Bimetallisten geendigt. Mit 145 gegen 119 Stimmen wurde der Antrag v- Huene angenommen, welcher die Regierung ersucht, die Währungssrage einer eingehenden Prüfung zu unterziehen und vom Resultate s. Z. dem Reichstage Mittheilung zu machen; die Mehrheit setzte sich aus dem Centrum, den Conservativen und dem größeren Theile der Reichspartei zusammen. Ob sich aber Die Anhänger der Doppelwährung ihres Erfolges groß werden freuen können, darf man füglich bezweifeln. Nachdem schon am Dienstag die Reichsregierung durch den Geheimerath Schraut hatte erklären lassen, daß für sie vorläufig kein Anlaß vorliege, von dem gegenwärtigen Währungssystem abzugehen, ergriff am Donnerstag auch der preußische Finanzminister v. Scholz wiederholt das Wort, um zwar hauptsächlich der Rede des Herrn v. Kardorff in der Mittwochssitzung entgegenzutreten, daneben aber doch erkennen zu geben, daß er kein besonderer Freund des Bimetallisten sei. Auffällig war nur, daß Herr v. Scholz, im Gegensatz zu den bestimmten Erklä- rungen, die er neulich im preußischen Abgeordnetenhause gegen die Doppelwährung abgab, die Währungsfrage diesmal ziemlich „dilatorisch" behandelte, wenigstens hat er sich im Reichstage nicht so entschieden gegen die Doppelwährung ausgesprochen, wie im Abgeordnetenhause. Es läßt dies fast darauf schließen, daß Herr v. Scholz vom Reichskanzler noch keine bestimmten Directiven bezüglich der Währungssrage empfangen hat, für jetzt deutet indessen die Aeußerung des Finanzministers, daß er eine gleichgiltigere Resolution wie diejenige der -Bimetallisten, noch nie gesehen habe, daraus hin, daß trotz der Annahme des Hueneffchen Antrages derselbe keine praktischen Consequenzen haben wild. Im Üebrigen hat die Dreitägige Debatte über die Währungssrage lediglich gezeigt, daß die Anhänger wie die Gegner der Goldwährung starr auf ihren respectiven Anschauungen verharren und die Reichsregierung hat daher um so weniger Anlaß, von dem gegenwärtigen Münzsystem Deutschlands abzugehen. In der Begründung zu der dem Reichstage zugegangenen Vorlage betreffs Verlängerung des SocialistengesetzeS heißt es: Es wird die Frage aufzuwerfen sein, ob etwa seit dem Erlaß des letzten Verlängerungsgesetzes thatsächliche Momente in die Erscheinung getreten sind, aus denen die Folgerung gezogen werden könnte, daß die Bedingungen für das Fortbestehen jener Ueberzeugung nicht mehr vorhanden seien. Es könnten als solche Momente in Betracht kommen, einmal das Anwachsen der Zahl der socialdemokratischen Abgeordneten bei der letzten Reichstagswahl, sodann die Ermordung des Polizeiraths Rumpff zu Frankfurt a. M. Wenn — fo wird argumentirt werden — das Socialistengesetz weder das durch die wachsende Zahl der socialdemokratischen Reichstags-Abgeordneten erwiesene Anschwellen der Bewegung, noch die Verübung anarchistischer Attentate zu verhindern im Stande gewesen, so ist damit seine Erfolglosigkeit erwiesen, so liegt es klar vor Jedermanns Augen, daß sein etwaiger Werth für den Schutz der bestehenden Staats- und Gesellschasts.Ordnung außer Verhältniß steht zu den schweren politischen Bedenken, welche jedes Ausnahmegesetz, geschweige denn ein gegen die ungehinderte Ausübung wichtiger Freiheiten gerichtetes erregen muß. Beiden Einwänden ist indessen entgegenzuhalten, daß ein Gesetz nicht um deswillen von vornherein als unnöthtg zu verwerfen ist, weil es den erwarteten Erfolg nicht vollständig erzielt hat. Die verbündeten Regierungen sind jedesmal bei der Vorlage der die Verlängerung des SocialistengesetzeS bezweckenden Entwürfe von der Ueberzeugung ausgegangen und sie haben auch gegenwärtig feinen Anlaß, an dieser Ueberzeugung nicht sestzuhalten, daß gegenüber den Zuständen, in welche Deutschland ohne den Erlaß des Gesetzes vom 21. October 1878 durch die ungehinderte Entfaltung der Umsturz-Bestrebungen gerathen sein würbe, die heutige durch dieses Gesetz und seine energische Handhabung geschaffene Lage ungeachtet des nur theilweise erreichten Zieles immerhin als eine sehr hoch anzuschlagende Verbesserung betrachtet werden muß. Freilich sind die Führer der Socialdemokratie aus dem Reichstage nicht verschwunden, sie sind sogar in doppelter Zahl in demselben erschienen; aber es wird nicht fehlgegangen sein, wenn man annimmt, daß, was die socialdemokratische Bewegung an Breite gewonnen, sie an Intensität und revolutionärer Energie wenigstens zum Theil eingebüßt hat. Die großen Massen der hinter den socialdemokratischen Abgeordneten stehenden Wähler beginnen die ernsthafte Betheiligung ihrer Vertreter an den Aufgaben der legislativen Gewalten, namentlich zur gesetzgeberischen Lösung Der socialpolitischen Probleme der Gegenwart zu verlangen. Es muß an der Hoffnung festgehalten werden, daß vor dem Ernste dieser Aufgaben die revolutionären Tendenzen auch bei der Parteileitung allmälig in den Hintergrund treten ober, wenn nicht, die zur Zeit den socialdemokratischen Führern blindlings folgenden Massen zu der Einsicht gelangen werden, daß auf dem Wege der gewaltsamen Aenderung der bestehenden staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung kein Heil für sie zu erwarten ist. Es wäre aber eine Illusion, zu glauben, daß dieser Zeitpunkt bereits gekommen oder auch nur in naher Aussicht stehend sei. Deshalb vermögen die verbündeten Regierungen ihrerseits die Verantwortung dafür nicht zu übernehmen, im gegenwärtigen Augenblicke durch den Verzicht auf die ihnen anvertrauten außerordentlichen Vollmachten den Agitationen der Umsturzpartei wiederum Thor und Thür zu öffnen. Durch diese Erwägungen rechtfertigt sich der Vorschlag einer abermaligen Verlängerung des Deutschland. Darmstadt, 13. Februar. (Zweite Kammer der Stände.) Namens des zweiten Ausschusses erstattete Herr Abg. Ohly Bericht über die Anträge der Abgg. Küchler, Möhn und Schröder, die Pensionirung der Volksschullehrer betreffend. Der Artikel 5, Mena 1. des Gesetzes ? 12. October 1870, betreffend die Pensionirung der Volksschullehrer, lautet: „Die Dienstzeit wird bet Bestimmung der dem Volksschullehrer gebührenden Pension von der ersten dienstlichen Verwendung nach bestandener Schulprüfung an gerechnet. Bei solchen Schullehrern, welche die Prüfung nicht bestanden haben, wird in jedem einzelnen Falle bestimmt, ob und welche Zeit vor der definitiven Anstellung dem Schullehrer angerechnet werden soll." Hierzu haben zunächst die Abgg. Küchler und Möhn den Antrag gestellt, der angeführten Gesetzesbestimmung folgende Fassung zu geben: „Die Dienstzeit wird bei Bestimmung der dem Schullehrer gebührenden Pension von der ersten dienstlichen Verwendung an gerechnet. Bei denjenigen Schullehrern, welche nach Erlaß dieses Gesetzes zur definitiven Anstellung gekommen sind, wird bei Bestimmung der denselben gebührenden Pension die Dienstzeit von der ersten dienstlichen Verwendung nach bestandener Schlußprüfung an gerechnet. Bei solchen Schullehrern, welche die Schlußprüfung nicht bestanden haben, wird in jedem einzelnen Falle bestimmt, ob und welche Zeit vor der definitiven Anstellung dem Schullehrer angerechnet werden soll." Außerdem brachte Abg. Schröder folgenden Antrag -- in Abänderung des Art. 5, Abs. 1 des Gesetzes vom 12. October 1870 — ein: „Die Dienstzeit wird bei Bestimmung der dem Schullehrer gebührenden Pension für die Schullehrer, welche vor dem Jahre 1874 ihre Schulprüfung bestanden haben, von dem Ablauf von 3 Jahren nach ihrer ordnungsmäßig erfolgten Entlassung aus dem Seminar an gerechnet." Gegen beide Anträge erklärte sich die Großh. Regierung in ablehnendem Sinne; auch der Ausschuß beantragt, beide Anträge abzulehnen. (Darmst. Ztg.) Berlin, 13. Februar. Das Abgeordnetenhaus hat heute das bisherige Präsidium wiedergewählt. Bei Der Wahl Köllers wurden 27, bei der Heere- mann's 118 und bei der Benda's 32 unbeschriebene Zettel abgegeben. — Die „Kreuz-Zeitung" erfährt glaubwürdigerseits, daß die Regierung nicht beabsichtige, dem Landtage noch weitere politische Vorlagen bezüglich der Polenfrage zu machen, dagegen sei die Frage noch nicht entschieden, ob noch ein weiterer Betrag von mehreren Millionen gefordert werden soll zur besseren Dotirung schon bestehender Schulen oder zur Erleichterung der dieselben unterhaltenden Commune«. t _ — Der vom OberlanDesgericht beschlossene Beweis in dem Diätenprozeß» gegen Lerche soll darüber erhoben werden, ob und welche Beträge Lerche aus den Fonds der Fortschrittspartei und der freisinnigen Partei erhalten hat. Als Zeugen sind zu vernehmen: Bamberger, Parisius, Langerhans, Zelle, Virchow, Hänel, Bankie, Schönseldt-Nordhausen und Justizrath Löbnitz-Nordhausen. Naumburg a. d. S., 13. Februar. In dem Diätenprozeß gegen Den Reichstags-Abgeordneten Hasenclever ist der neue Termin wegen neu ausgestellter Behauptungen auf den 14. April verlegt worden. Karlsruhe, 13. Februar. Anläßlich der Erklärung, welche Minister Turban bei Beantwortung der wegen des Branntwein.Monopols an ihn gerichteten Anfrage abgegeben, ist Seitens der liberalen Kammer-Mehrheit der Antrag eingebracht worben: Die Kammer wolle die Resolution zu Protokoll geben, das Bestreb^, aus dem Branntwein höhere Erträgnisse zu ziehen, sei bei der Belastung'des Reichs und der Einzelstaaten, sowie im Interesse der Sittlichkeit unb 979 ttokal octo Lauf- ! 19. iw larttn5 rtrib Gesundheit als erwünscht anzusehen. Das Aufgeben des Refervatrechts werde einer gewissenhaften Prüfung unterzogen werden. Oesterreich. Wien, 13. Februar. Die „Polit. Corresp." meldet aus Bukarest: Die Pforte verlangte von Madjid Pascha die Vorlesung der zwischen ihm und Geschow vereinbarten Friedensvorschläge und wies gleichzeitig Madjid an, vor Eintreffen ihrer diesbezüglichen gutachtlichen Ansicht sich auf keinerlei Verhandlungen einzulassen. Die auf heute anberaumte Sitzung ist demzufolge unterblieben und die Verhandlungen sind bis auf Weiteres sistirt. England. London, 13. Februar. Der Wiener „Times"-Correspondcnt will aus amtlicher Belgrader Quelle erfahren haben, daß König Milan endgültig beschlossen hat, einen Frieden mit Bulgarien zu schließen und sofort nach dem Friedensschluß die Demobili- sirung erfolgen zu lassen; Garaschanin werde demissioniren und Mijatovics in das Eabinet eintreten. * London, 12. Februar. Wie verlautet,-hat die Negierung neuerlich beschlossen, von einem Vorgehen gegen die Führer der Sozialisten, welche am Montag zu den Cxcesseu aufreizten, Abstand zu nehmen. — Aus Leicester wurde gestern Abend gemeldet, daß die Ruhestörungen während des ganzen Abends fortdauerten; die Polizei wurde durch Mannschaften aus den Nachbarstädten vermehrt, aber die Lage sei so ernst, daß die Behörden beschlossen, die Absendung von Truppen zu erbitten. Späteren Nachrichten zufolge ist es jedoch der Polizei, nachdem sie ausreichende Verstärkungen erhalten hatte, gelungen, die Ruhestörer ohne militärische Hilfe zu zerstreuen und 27 Verhaftungen vorzunehmen. Die Arbeitgeber machten den Arbeitern einige Concessionen und schlugen vor, andere streitige Punkte einem Schiedsrichter zu unterbreiten. — Auf Anordnung des Ministers des Innern Ehildcrs wird eine Commission eingesetzt, welche den Ursprung und die Natur der Vorgänge am letzten Montag, sowie die Haltung der Polizei hierbei untersuchen soll. Childers wird der Commission präsidiren. — Die vom Lord- Mayor angeregten Sammlungen für die Arbeitslosen in London ergaben bis gestern Abend 20,000 Pfd. St. London, 13. Februar. Wegen der Unruhen, welche am Montag im Westende stattfanden, sind verschiedene gerichtliche Citationen für Mittwoch angeordnet, jedoch sind weder die Namen noch die Anzahl der Vorgcladenen bis jetzt bekannt, da Verschwiegenheit für rathfam erachtet wird. Spanien. Madrid, 13. Februar. In Folge Entdeckung eines Patronendepots in einer hiesigen Vorstadt haben einige Verhaftungen stattgefunden. - Die gestrigen republikanischen Banketts waren weniger zahlreich besucht als im Vorjahre; die Ordnung wurde nirgends gestört. Rumänien. Bukarest, 13. Februar. Die Regierung unterbreitete der Kammer einen Gesetzentwurf, betreffend die Errichtung zweier neuer Dorobanzen - Regimenter und eines Calarasi-Regiments in der Dobrudscha. Wen. Bangkok, 13. Februar. Drei Kriegsschiffe des englischen China-Geschwaders trafen in den siamesischen Gewässern ein. Der erste König von Siam besuchte heute das britische Admiralschiff in der Menam - Mündung und wurde gastlich ausgenommen. Reichstag. E. R. Berlin, 13. Februar 1886. Der Reichstag beschäftigte sich heute mit dem Anträge des Abg. Rintelen (Centrum), welcher mit Gefängniß von drei Monat aufwärts'und Verlust der büMr- lichcn Ehrenrechte den Arbeitgeber bestraft wissen will, der durch Lohnkürzung, Entlassung oder Bedrohung mit diesen Nachtheilen seine Arbeiter veranlaßt, das Wahlrecht in einer bestimmten Form auszuüben oder von der Ausübung Abstand zu nehmen. So weit dieser Antrag den Zweck verfolgt, Wahlbeeinflussungen hintanzuhaltcn und den Arbeiter davor zu schützen, daß seine wirthschaftliche Abhängigkeit für politische Zwecke gemißbraucht werde, begegnete er fast allseitig einer lebhaften Sympathie. Abg. v. Puttkamer-Plauth (cons.) machte der öffentlichen Meinung das Zugeständniß, die Beamtenbeeinflussung zu verurtheilen; die Beeinflussung der Arbeiter aber erschien ihm als eine berechtigte und kaum entbehrliche Institution, da er das Antoritätsverhältniß des Arbeitgebers zum Arbeitnehmer in Parallele stellte mit dem Verhältniß des Monarchen zum Volke. Abg. Traeger (dfr.) legte dar, daß die Monarchie das lebhafteste Interesse daran habe, die Wahlen frei zu wissen, denn durch die Wahlen lege sie dem Volke Fragen vor, und wer die Antworten auf diese Fragen fälsche, versündige sich an der Krone. Die Manneswürde, die sich in dem lauten Bekennen der politischen Uebcr- zeugung bethätigen solle, gerathe immer da in Bedrängniß, wo der Hunger anfange. Abg. v. Vollmar (Socdem.) äußerte einiges Mißtrauen gegen die Fractions- genossen des Antragstellers, weil gerade vom Centrum aus im bayrischen Landtage die schärfsten Angriffe gegen die Wahlfreiheit ausgegangen. Abgg. Graf Behr, v. Köller und v. Helldorf glaubten den Antrag dadurch als überflüssig oder schädlich hinstellen zu können, daß auch auf liberaler Seite Mißbräuche und Versuche zu Wahlbeeinflussungen vorkämen; Abg. Graf Bbhr sprach sogar die Behauptung aus, daß der verstorbene Abg. Hüter sich einer erschwerenden Wahlbeeinflussung schuldig gemacht hätte. 'Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Windthorst, Munckel und Meyer- (Iena) wurde der Antrag zur Vorberathung an eine Commission von 14 Mitgliedern verwiesen. Der Präsident ertheilte im Laufe der Sitzung drei Ordnungsrufe, den ersten dein Abg. Rickert, weil er die Behauptung des Grafen Behr bezüglich des Abg. Hüter als Verleumdung bezeichnet hatte, den zweiten dem Abg. Windthorst, der die Mittheilung des Abg. Meyer, Geistliche übten im Beichtstühle Wablbeeinflussung, als eine Unwahrheit gekennzeichnet, und den dritten dem Abg. o. Helldorf, nachdem er von dein vorliegenden Anträge gesagt, daß er unsinnig sei. Die nächste Sitzung findet Montag den 15. d. statt. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Eorrespondenz-Burrars. DreSlau, 14. Februar. Die „Schlesische Ztg." meldet: Die Vorstände des deutsch-conseroativen, des nationalliberalen und des neuen Wahloereins haben an den Reichskanzler eine Adresse gerichtet, in welcher der Dank für den kräftigen Schutz des gefährdeten Deutschthums in den östlichen Provinzen ausgesprochen und die Bitte hinzugefügt wird, auch im Interesse der Verhinderung der in den letzten 40 Jahren erfolgreich betriebenen Polonisirung Oberschlesiens in der Durchführung der in der Debatte über den Antrag Achenbach ausgesprochenen Grundsätze fortzufahren. Belgrad, 14. Februar. (Telegramm der „Agencc Havas".) Der russische Gesandte empfing Instructionen, im Einvernehmen mit den Vertretern der anderen Mächte energische Vorstellungen wegen der serbischen Rüstungen zu erheben. Bukarest, 14. Februar. (Telegramm der „Agence Havas".) Ueber die serbischbulgarischen Friedensoerhandlungen verlautet in hiesigen unterrichteten Kreisen: Nach der am Donnerstag erfolgten Annahme des Eingangs-Artikels, wonach zwischen Serbien und Bulgarien definitiver Frieden wieder hergestellt werden solle, habe der serbische Delegirte Mijatovich Madjid Pascha und Geschoss ausgefordert, ihre Vorschläge betreffs des zweiten Artikels, betreffend die Festsetzung der Grenze, schriftlich zu formuliren, letztere hätten aber gebeten, zunächst an die Pforte referiren zu dürfen, um deren Zustimmung zu ryehreren an dem ursprünglichen Entwurf von ihnen oorgenommenen Aenderungen einzuholen und Madjid Pascha habe sich zu dem Ende alsbald telegraphisch mit der Pforte in Verbinoung gesetzt. Berlin, 15. Februar. Mrivat-Depesche.^ Eine neue Kirchenvorlage ist soeben im Herrenhause eingegangen. Die Vorlage hebt den Nachweis einer wissenschaftlichen Staatsprüfung von Geistlichen auf und läßt Convicte zu, welche der Staatsaufsicht nur nach den allgemeinen Bestimmungen unterliegen. Ferner hebt die Vorlage den kirchlichen Gerichtshof auf und beschränkt die Berufung an den Staat gegen Entscheidung der Kirchenbehörden nur auf Fälle von Amtsverlust. Eine Minderung des Einkommens, Berufung an den Staat im öffentlichen Interesse soll nicht mehr stattfinden. Ueber die Berufung an den Staat entscheidet das Staatsministerium auf dem Verwaltungswege. Univerfitäts c Chronik Marburg, 12. Februar. Herr Professor Dr. Röstell, Senior der hiesigen Universität, bat vergangene Nacht das Zeitliche gesegnet. Geboren zu Berlin aut 9. October 1799, so daß er das hohe Alter von 86 Jahren überschritten hat. Der Verblichene war Doctor der Rechte und der Philosophie, seit 1847 gehörte derselbe der hiesigen juristischen Fakultät als ordentlicher Professor an, bekleidete wiederholt in derselben das Amt des Dekans wie auch das des Prorectors der Universität. 8 TFTrTT Gießen, 15. Februar. Heute Nacht kurz nach 12 Uhr entstand im Mittelbau der Rübsamen'schen Badeanstalt Feuer, welches in kurzer Zeit solche Dimensionen annahm, daß an eine Löschung nicht zu denken war und das ganze große Etablissement,, mit Ausnahme des Baues, wo im (Sommer die Badewäsche aufbewahrt wird, ein Raub der Flammen wurde. Die beiden Feuerwehren unserer Stadt sowie die Heuchelheimer Wehr wie auch Mannschaften des Regiments waren bald zur Stelle. Die Feuerwehren konnten jedoch nicht voll zur Action kommen, weil das Löschen durch das Gefrieren der Ventile an den Spritzen sehr erschwert wurde. Wie das Feuer zum Ausbruch gelangte, ist zur Stunde noch unermittelt. Betmffdbtei. —1. D armsta dt, 14. Februar. Heute Morgen Vzll Uhr tagte im Saale des Ludwigsbahnhofs dahier eine zahlreich besuchte Versammlung des Vereins ehemaliger Studircnder, sowie eine Anzahl der angesehensten Einwohner Darmstadts, berufen zum Zweck einer Beschlußfassung über die 50jährige Jubelfeier der technischen Hochschule. Nach einem vom Präsidenten, Herrn Stadtverordneten Rückert, gegebenen Rückblick auf die seitherige Thäligkeit des Comil^'s, theilte der Director der technischen Hochschule, Herr Professor Dr. Schmitt, mit, daß die Tage vom 1.—4. Juli für die Abhaltung der Feier in Aussicht genommen seien und das vorläufig festgesetzte Programm folgendermaßen laute: Am Vorabend, 1. Juli: Fackelzug; Begrüßung der Festtheilnehmer in Ritsert's Brauerei durch beit Verein ehemaliger Studireuder. Am 2. Juli: Empfang der Gäste im Festsaal der technischen Hochschule, Besichtigung der Ausstellung graphischer Arbeiten, Modelle rc. daselbst; Gang nach dem Saalbau, woselbst 1/a12 Uhr Festactus; Nachmittags 3 Uhr Festessen; Abends 8 Uhr Gartenfest mit Ball im Saalbau. Am 3. Juli: Morgens Versammlung ehemaliger Studircnder, Frühschoppen mit Concert im Saalbau; Nachmittags Besichtigung von Bauarten und industriellen Anlagen Darmstadts, des Museums :c.; Abends Großer Festcommers. Am 4. Juli: Ausflug in die Bergstraße. Zum Schlüsse wurden noch die verschiedenen Ausschüsse für die einzelnen Veranstaltungen gewählt und ein Ausruf an die früheren und jetzigen Studirenden genehmigt. Verein für Hebung der Pferdesucht für Heffen-Naffau und das Großherzogthum Heffe«. (Trabrennverein.) Hiermit laden wir alle Freunde der Pferdezucht und des Trabrennsports ein, der conftituirenden Versammlung des Vereins am 17. Februar 1886, Abends 8 Uhr, im Hotel Schwan in Frankfurt a. M. beiwohnen zu wollen. Nachdem schon einige Hundert Mitgliederanmeldungen vorliegen, steht zu hoffen, daß die Betheiligung der Sportsfreunde und Interessenten eine allgemeine sein wird. 1048 Das prov. Cornitö. Kirchliche Antigen der eosnZet. Gemeinde. Heute, Montag, Abend 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinderschule, 1. Jo- hannesbrief Kap. 4, von Vers 7 an, Pfarrer Dr. Naumann. wüi ii im 1 iiiimi wn ii mii। ■jilmiiiiiiw—mn—rr.i Allgemeiner Anzeiger. Die Partialschuldscheine hiesiger Freimaurer-Loge vom 6. März 1857 über 50 Gulden werden zur Rückzahlung beim Bankhause Heichelheim Pro 1. Juli 1886 berufen. Einlösung erfolgt auch von jetzt an mit Zins bis zum Zahlungstage. Später zur Einlösung kommende Schuldscheine werden nur bis 1. Juli 4886 verzinst. Gießen, den 12. Februar 1886. 1047 s 03 o cn Ueberall vorräthiq ä 2 b Pf. pr.vv5 O-?rton ' AI lei niger Fabrikant H . M ao?; in Ulm. / Wohnungsveränderung. Meinen werthen Kunden zur Nachricht, daß sich mein FlasefBeiBSiiergescliäfS von heute an im „Gramblinu©“ befindet. io4i JLouis ScfttM&e. Für Kapitalisten! Gegen hypothekarische Sicherheit (erste Hyv.) werden 8000 Mark zu leihen gesucht. Offerten durch die Exped. d. Bl. auf G. D. E. 1008 791 Ein stud. ertheilt Unterricht int Französischen und Englischen und der Mathematik, auch übernimmt derselbe spec. Vorbereitung für Beamten- und höhere Schulexaminas. Näheres Frankfurterftraße 69 L Holzversteigerung. Donnerstag den 18. Februar 1886, von Vormittags i/210 Uhr an, soll in dem Gemeinde- wald zu Watzenborn-Steinberg, Distr. Goldkopf, Drisch und Pohlheimerwald, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 25 Eichenstämme von 6—10m Länge u d 30—49 cm Durchmesser mit 18,86 fm, 36 Nadelstämme mit 6,79 fm, 25 Nadelstangen mit 1,74 „ 10 rm Buchen-Scheitholz, 21 „ Elchen- „ 2 „ Nadel- 12 „ Buchen-Knüppel, 26 „ Eichen- „ 11 „ Nadel- „ 9 „ Buchen-Stöcke, 38 „ Eichen- „ 15 „ Nadel- „ Bemerkt wird noch, daß sich das Eichenstammholz besonders zuSchreiner-, Glaser- und Küferwerkholz eignet und nach 12 Uhr im Pohlheimerwald zum Ausgebot kommt. Zusammenkunft ist am Goldkopf. Steinberg, den 15. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterel Watzenborn- Steinberg. 1078 Heß. Holzversteigerung. Freitag den 19. d. M., Vormittags von 10 Uhr an, kommt im Beuerner Gemeindewald in verschiedenen Distrikten folgendes Holz zur Versteigerung: 1. 229 Nm. Buchen-Scheitholz, 2. 10 „ „ Knüppel, 3. 5750 Wellen Buchen-Neisholz, 4. 650 „ Nadel- „ 5. 115 Rm. Buchen-Stockholz, 6. 4 „ Nadel- „ Die Zusammenkunft ist oberhalb Fünshausen. Beuern, den 13 Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Beuern. Otto. 1049 Holzversteigerung. Montag den 22. Februar, soll im Langsdorfer Gemeindewald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 12 Stämme Eichen - Schnittholz von 40 bis 50 Ctm. Durchm., enthaltend 16 Festm., 124 Stämme Eichen-Schwellenholz, von 27 bis 44 Ctm. Durchm-, enthaltend 72 Festm., 10 Stämme Nothbuchen - Schnittholz von 50 bis 70 Ctm. Durchm., enthaltend 15 Festm., 115 Stämme Weißbuchen (Hainbu- *djen) üon 14 bis 30 Ctm. Durchm., enthaltend 20 Festm., 18 Birken-, 7 Lindenstämme von 14 bis 36 Ctm. Durchm-, enthaltend 14 Festm., 100 Fichtenstämme von 20 bis 24 Mr. Länge, 13 bis 40 Ctm. Durchm., enthaltend 72 Festm., 19 Kiefern-Stämme Schnittholz von 25 bis 50 Ctm. Durchm., enthaltend 17 Festm-, 226 Eichen-Stämme Wagnerholz, enthaltend 36 Festm., 850 Fichten-Stangen, 80 Langwieden. Der Anfang ist Morgens 9 Uhr am Nonnenroderweg. Langsdorf, den 15. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Langsdorf. Köhler. 1058 Dienötag den 16. Februar, Nachmittags 2 Uhr, 904 wird Flügelsgasse 20 der Nachlaß des 3. Horn: Kleiderschrank, Schrank mit Glasaufsatz, Küchenschrank, Kommode, I Tische, Stühle, gutes Bettwerk und Weiß- i Leu-, Küchengeschirr u. sonst, versteigert. ( Im Auftr-: Müller, Ortsgerichtsmann. ’ । Holzversteigerung. . .™erben versteigert: Freitag den 19. Februar l. I. aus den Abthellungen Zellenrod 8. 29, Tempel 10. 11. 12. 25. 26. 27: Scheiter: 1 rm Eichen 4 rm, Nadel 218 rm; Knüppel: Buche 2 rm, Eiche 1 rm, Nadel 643 rm; Reisig: 9960 Nadel- und Dornwellen: Stöcke: Nadel 157,8 rm. Das in der Abtheilung Tempel 10 11. 12 an der Kreisstraße von Gießen nach Hausen sitzende Holz wird nicht vorgezeigt, sondern kommt gegen Mittag zum Ausgebot. Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr auf der Kreisstraße von Gießen nach Hausen an der Sackschneise. Gießen, den 10. Februar 1886. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. 956 Heyer. Holzversteigerung in Gräflicher Oberförsterei Lallbach. Donnerstag den 25. Februar d. I. kommt im Schutzbezirke Oberseenerhof folgendes Holz zum öffentlichen Ausgebote: 1) Im Masserwald vorgezeigt: 332 rm Buchen-Scheitholz, 168 rm -Prügel, 156 rm Eschen-Prügel, wovon 50 rm in Schichten von 3—4 m Länge, 96 rm Buchen-Stöcke, 51 rm Eschen-Stöcke, 128 rm Buchen-Astreiser, ferner 14 starke Buchenstämme mit 23,59 cbm, 2 Eichen — 0,36 cbm, 6 Ahornstämme — 1,14 cbm; 2) während der Versteigerung nicht vorgezeigt: Im Pcterswald: 23 rm Buchen-Scheitholz II El., 125 rm -Prügel, 59 -Stöcke, 277 rm * Ast - und -Zopfreisig, 190 rm -Stammreiser in Schichten, 7 rm Fichtenstangen; im Kändetrar» : 10 rm Buchen-Scheit- und Prügelholz II. Cl , 50 rm - Stöcke, 44 rm -Reiserprügel; im Mushau: 5 rm Eschen-Scheit- und -Prügelholz, 6s rm abständig Buchen-Stammreisig in Schichten; im Wintersberg: 3 Eschenstämme — 0,69 cbm; in den genannten Distrikten, sowie im Dickenbusch: Kohlreiser und Lesholz abtheilungsweise Zusammenkunft: Vormittags 91/2 Uhr am Altenhainer Teich. Laubach, den 10. Februar 1886. 1052 Gräfliche Forsiverwaltung. Nutz- uni) Brennholz - Versteigerung der Königlichen Oberförfterei Roßberg. Dienstag den 23. Februar 1886, Vormittags von 11 Uhr ab, im Wirthslokale zu Bellnhausen bei Fronhausen, aus den Forstorten Rotherstrauch und Hassenberg: Eichen: 40 Schneide-, Bau- und Nutzholzstämme HL, IV. und V. Cl. — 19,47 fm haltend, 3 rm starke 2 m lange Nutzholz-Nollen, 8 rm Scheite, 6 rm Astknüppel, 12 rm Stockholz I. Cl. und 190 rm Stamm- und Zopfreis; Buchen : 28 rm Scheite und Knüppel, 6 rm Stockholz I. Cl. und 445 rm . ö. Prof. a. d. Universität Würzburg. Zu haben bei den Herren Hch. Kinkel, Eonditor, Hch. Lind, Conditor, Emil Fischbach und Earl Schwaab. 364 Ball-Numm in großer Auswahl zu sehr billigen Preisen. 806 Phe Kllimger. Gegcn Husten u. Heiserkeit sind die wirksamsten Mittel: Altheewurzel, Brombeerblätte«, Carraghsenmoos, Emser Pastillen, Hustatig, HustenkeDer, Isländisches Moos, Lakritz, Malzextrakt, Malzextractbonbons, Malzzucker, Salmiak, Süßbolz, Wollblumen, Alaun, \ Borsäure, I Chlorsaures f zum Kali, / Gurgcln. Salbei, i Tannin. / Zu haben in der 660 Medmnal-Drogerie von Otto Schaaf, Seltersweg 39. An die Bewohner Gießens! An dem glücklichen Abschlüsse des von uns veranstalteten Wohlthätig- keitsbazars stehend, ist es unsere erste Pflicht, allen Denjenigen, welche uns mit Wort und Werk, mit Rath und That beigestanden, unseren herzlichsten Dank auszusprechen. War es ja doch nur durch die allseitige Unterstützung, welche unser Unternehmen im gesammten Gießener Publikum fand, möglich, das so günstige finanzielle Ergebniß des Bazars zu erzielen. Konnte doch nur durch die Opferwilligkeit von vielen Einzelnen neben dem Gelderträgniffe das stimmungsvolle Gesammtbild des Bazars erreicht werden. Es ist uns hier unmöglich, alle Damen und Herren einzeln aufzuzählen, denen wir Dank schulden. Aber wir dürfen nicht unterlaffen, zunächst dem Gesell« schafts verein für die gütige Ueberlassung der schönen, für den Bazar so vorzüglich geeigneten Räumlichkeiten, dem verehrlichen Regimenttzcommando für die Militärkapelle, welche an den Bazarabenden trefflich spielte, dem Director des Gaswerks, Herrn A. Heß, für die unentgeltliche Gewährung des Gases, Herrn Gabriel für die freie Heizung, den Herren Reiber, Hoch, Petri und Möhl für die Ausschmückung der Festräume öffentlich unseren besten Dank zu sagen. In gleicher Pflicht stehen wir den beiden verehrlichen Redactionen: „Gießener Anzeiger" und „Oberhessische Nachrichten" gegenüber, die in bereitwilligster Weise ihre Spalten frei unseren Mittheilungen an das Publikum öffneten. Wir wiederholen, daß es uns hier nicht gelingen kann, alle Wohlthäter des Bazars zu nennen, an die Bewohner Gießens richten wir darum unsere Dankesworte. Besseren Lohn aber und reinere Befriedigung, als all' diese Worte es vermögen, gewähre im Herzen all' Derer, die den Bazar förderten, das Gefühl: Wohlthaten erwiesen, Noth gelindert zu haben. Gießen, den 15. Februar 1886. Frau Kaufmann Bach. Frau Regierungsrath v. Bechtold. Frau Oberstlieutenant Bertram. Frau Oberst v. CollaS. Frau Steuerrath Engisch. Frau Kanzler Garers. Frau Amtsrichter Gebhardt. Frau Kauf. Fräulein W Metten beimer. Frau Pros. Dr. Wiegel. Fräulein P. Stanrrrrler. Herr Professor Fromme. Herr Amtsrichter Gebhardt. Herr Kaufmann Plank. Herr Eisenbahnbaumeister Roth. Ukssenltiche Dorträge des Gewerbe- uod Volksbildungs-Vereins. Dienstag den 16 Februar, Abends S1/2 Uhr präeis, im Saale des Lenz’schen Felsenkellers. Vierter Vortrags Herr Dr. Sonne von Darmstadt über: Wein und seine Bereitung* Jedermann ist zur Theilnahme eingeladen. 965 Die Borstände. Geslhästsübernahme und Empfehlung. Der ergebenst Unterzeichnete bringt hiermit zur gefälligen Kenntnißnahme, daß er unterm Heutigen die Hamburger Fischhandlung von Alb. Koch übernommen und unter der Firma A. Koch Nachfolger, Hamburger Mbandliing weiterführen wird. Das meinem Vorgänger geschenkte Zutrauen bitte höflichst auch auf mich übertragen zu wollen. Durch langjährige Thätigkeit mit der Fischwaaren- branche vertraut, wird es mein Bestreben sein, mir durch stets frische und gute Waare und reelle Bedienung dauernde Zusriedenheit zu erwerben. Hochachtungsvollst [ 1062 A. Weinmar, in Firma: A. Koch Nachfolger, Hamburger Nschhandluug. Das Wäsche-, Weisswaaren- u. Ausstattungsgeschäft von M. Kann, Lindenplatz, empfiehlt zu Fabrikpreisen: Große Posten fertiger Wäsche, Leinen, Chiffons, Piquv's, Damaste, Bettzeuge, Barchente, Cattune, Gardinen, Handtücher, Tischtücher, Servietten und Taschentücher rc. 1077 Historischer Verein. Sitzung Donnerstag den 18. Februar 1886, Abends 8 Uhr, im Safe Ebel. Borträge: 1) Herr Dr. Buchner über die Geschichte der Univ.- Bibliothek. 2) Herr Bibliothekar Dr. Haupt über den angeblichen Pfahlgraben im Speffart. 3) Herr Kanzler Dr. Gareis über Raubritter und Fehde. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt. 1079 1069 Einige Paave rothe und gelbe sehr edle Kröpftauben zu verkaufen. Wiesenstraße 1. Lebrndsrifch ein getroffen: Holländer Schellfische, i Hechte, Zander, Wesersalm, Backfische und empfiehlt zu geneigter Abnabme A« Koch Wachfolger, Hamburger Mschhandlung. NB. Auf Vorausbestellung werden Fische rein geputzt in's Haus geliefert. 1032 Ein Schmiedgeschirr zu verkaufen. Näheres Frankfurlerstraße 165. Vermietungen. 1061 Ein kleines Logis zu vermiethen. _____________________Wallthorstraße 57. 1059 Ein Familien-Logis im 2. Stock vermiedet Earl Heil, Schützenstraße. 1u7l Ein schön möblirtes Zimmer zu vermiethen.________________Neustadt 22. 1070 Schützenstraße 11 ein Logis zu vermieden.___A. Hotz. 1067 Eine in der Nordanlage gelegene freundliche Wohnung, aus 5 Zimmern nebst Zubehör bestehend, zu vermiethen- Näheres durch die Exped- d- Bl. zu er- fahren._____________________________________ 676 Zwei möblirte Zimmer zu ver- miethen.______________Wallthorstraße 5. 139 Eine schöne Wohnung, bestehend aus 5 Zimmerti und allem Zubehör, Bleichplatz, auf Wunsch Gartenantheil, ist bis 1. April b- I. zu vermiethen. ___ Schillerstraße 16 I. _ 989 Ein fein möbl. Zimmer zu ver- miethen. Auguste Frieffe, 9teuenweg4. 1031 Eine neu hergerichtete Familienwohnung ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen bei Wildhändler Ebel. Hlermrschte Anzeigen. 1076 Zwei Schreinergesellen werden gesucht von __Ludwig Müller, Schillerstraße 28. 1675 Ein Student gesucht zur Nachhülse im Latein. _____________Sellcrsweg 19, im Laden. 1074 Ein goldenes Medaillon (mit Photographie) nebst Kette vom Felsenkeller bis zur Grünbergerstraße verloren. Abzugeben gegen Belohnung in der Exped- d. Bl. _____________ 1073 Ein Mädchen von 15 bis 16 Jahren, am liebsten vom Lande, zu einem Kinde, ev. zu leichter Hausarbeit auf sofort gesucht. Kreuzplatz 4. 1072 Ein junges Mädchen aus achtbarer Familie, in Küche und Hausarbeit gut bewandert, sucht Stelle als Stütze der Hausfrau oder bei einer älteren Dame. Offerten erbittet man unter Chiffre D. 20 an die Exped. d. Bl- 1057 Eine wohlangesehene, leistungsfähige Weinhandlung sucht für den hiesigen Platz, nähere und weitere Umgegend einen soliden, thätigen Agenten. Beste Referenzen erforderlich. Solche, die bei der Privatkundschaft eingesührt sind, erhalten den Vorzug- Offerten unter Y. 30 an die Exped. d. Bl. erbeten._____________ Aus der Habcrkorn'schen Stiftung können 2600 Mark ansgeliehen w erden- 1051 Masenkmntcheiten “ (auch Bettn., Stein rc.), Geschlechts- kr., Schwäche, Impotenz, Frauen- krankh. rc-, selbst in den verzw. Fällen, heilt sicher in kurzer Zeit. — Prosp. gratis. — F. C. Bauer, Specialarzt, Basel- Binningen (Schweiz). 1056 Chilisalpeter-Agentur. Ein erstes Hamburger Haus hat die Vertretung in Chilisalpeter für Gietzen zu vergeben. Nur mit den allerbesten Referenzen ausgestattete und bei der Kundschaft vorzüglich eingeführte Bewerber wollen Offerte einreichen sub H. Y. 248 an Rudolf Mosse in Hamburg. 892 1039 Für mein Barbier- und Friseur- Geschäst suche einen Lehrling. Gustav Gerhardt. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.