1 Säfeit «eii’s “"ter 3h, Mwot olger. 1 etc. tlc. Ebenbürtig, , r 2742 obrif lorf. me’ne Nma. ®tejen. ließen. 6454 MM' ft Mag Dirigenten z von dem 'n Gatten, bmm. r von den 6451 ben freundliche ilage 15 HI. ohnung lun- nt. Burschen- i Hause- Mit- Gartens. it an die Wed^ it einem Kind hübsche Möv- {immerji nebst linderM- 8ortr«g he und allen Mädchen nnw :su^ itb- d- ___ lAtttW i&8M > L-i». Nr. 214. Mittwoch den 15. September 1886 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Birreanr Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Amtlicher Hheit. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn. Durch bie Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Gießen, am 13. September 1886. Betreffend: Ermittelung der landrvirthschaftlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags im Jahre 1886. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grobherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung unserer Verfügung vom 27. April l. I. — Anzeiger Nr. 98 — int Rückstände sind, werden an Erstattung der Berichte über den Fortgang der Ernteausnahmen mit Frist von 8 Tagen bei Meidung der Zusendung von Wartboten erinnert. _________Dr. Boekmann. ______________________ Bekannt«« chnng. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat der Hospizien-Commisston für Arbeiter und Arbeiterinnen zu Offenbach a. M. die Erlaubniß ertheilt, zum Besten der Errichtung eines Hospizes für jugendliche Fabrikarbeiter und Lehrjungen aller Confessionen zu Offenbach a. M. eine Verloosung von Kunst- und Jndustriegegenständen zu veranstalten. Die Verloosung, zu welcher nicht mehr als 12,000 Loose ä 1 X ausgegeben werden dürfen, muß spätestens innerhalb 3 Monaten vorgenommen werden und es muß der Werth der Gewinngegenstände mindestens 60% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose betragen. Gießen, am 13. September 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. __Dr. Boekmann.______________________________________ Bekanntmachung. Nachdem die räudekranken Schafe zu Langd gehellt sind, wird die verfügte Gemarkungssperre hiermit wieder aufgehoben. Gießen, am 13. September 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen ___Dr. Boekmann.________________________________________ Betreffend: Den im Oktober 1886 vorzunehmenden Wiesengang. Gießen, am 13. September 1886. Das Großhcrzogliche Kreisamt Gießen an die Grobherzoglichen Bürgermeistereien des Kreise-. Nach Artikel 7 der Wiesenpolizei-Ordnung ist int Monat Oktober der Wiesengang von den Wiesenvorständen unter Zuziehung der Feldschützen und Wiesenwärter vorzunehmen. Wir beauftragen Sie deshalb, dieselben hierzu baldigst aufzufordern und die über den Wiesengang aufzunehmenden Protokolle bis längstens zum Ende k. M. anher vorzulegen. In diesen Protokollen haben die Wiesenvorstände, was Sie denselben noch besonders eröffnen wollen, hauptsächlich folgende Punkte aufzunehmen: 1) ob die Anordnungen, welche Sie bei dem int März l. I. vorgenommenen Wiesengang getroffen haben, befolgt worden sind und welche nicht; 2) welche Anordnungen von den Wiesenvorständen zur Beseitigung der bei dem diesmaligen Wieiengang vorgefundenen Mängel von Ihnen getroffen worden sind oder vorgeschlagen werden; hierbei wird den Wiesenvorständen besonders empfohlen, ihr Augenmerk namentlich auch auf die Reinigung der Wiesen von Gestrüpp, Gesträuch, Moos rc.; auf die Entfernung der Herbstzeitlosen, des Erdauswurfs aus den Be- und Entwässerungsgräben, auf die Verebenung der Maulwurfshügel und dergleichen und auf die Unterhaltung der Be- und Entwässerungsgräben zu richten und hierbei nach den bestehenden Bestimmungen zu verfahren; 3) Verbesserungsvorschläge in Bezug auf größere Wiesenfluren, namentlich solche, zu deren Ausführung das Wiesenculturgeseh vom 7. Oktober 1830, Regierungs-Blatt Seite 365, Anwendung findet. Zu Nr. 2 erläutern wir, daß Sie in der Regel, insofern kein besonderer Anstand vorliegt, jedem der betreffenden Wiesenbefitzer speciell eröffnen wollen, welche Mängel der Wiesenvorstand vorgefunden hat und daß diese Mängel binnen der vom Wiesenvorstand zu bestimmenden Frist so gewiß zu beseitigen wären, als sonst die nöthigen Herstellungen auf Kosten der Säumigen angeordnet würden. Nach fruchtlosem Ablauf der gesetzten Frist wollen Sie nach Anhörung des Wiesenvorstandes weitere Anträge stellen. Jedenfalls sind die von Ihnen getroffenen Anordnungen in den von Ihnen einzusendenden Protokollen einstwellen zu erwähnen. Das Protokoll über den Rundgang ist von allen Thellnehmern zu unterzeichnen. War ein Mitglied des Wiesenvorstandes verhindert, am Rundgange Theil zu nehmen, so ist dies am Schluffe des Protokolls zu bemerken. Sollte der Wiesenvorstand, der außer dem Großherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten, mindestens noch aus zwei Ortseinwohnern, welche Wiesen besitzen, oder solche zu benutzen oder zu verwalten haben, bestehen soll, nicht mehr vollständig sein, so wollen Sie den Gemeinderath wegen Ergänzung des Wiesenvorstandes vernehmen und uns die Anträge des Gemeinderathes in besonderer Verhandlung vorlegen. Dr. Boekmann. Mi81J—■! zwei Jahrhunderten die französische Fahne übermüthig von den Wällen der urdeutschen Stadt Straßburg wehte und Deutschland in seiner damaligen nationalen Zerrissenheit diese Schmach ohnmächtig mit ansehen und dulden mußte, beherbergt heute Straßburg, das wieder deutsch gewordene Straßburg, unfern greifen Heldenkaiser in seinen Mauern und schickt er sich an, auch den übrigen Theilen der wiedergewonnenen Provinzen einen Besuch abzustatten — wahrlich, diese für uns Deutsche so erhebende Wandlung der Zeiten bedarf keines Commen- tars! — In der elfäfsischen Hauptstadt begrüßt den Kaiser Heuer auch zum ersten Male ein regelrecht gewählter Gemeinderath, in welchem neben dem einheimischen auch das altdeutsche Element seine vollberechtigte Vertretung gesunden hat und dem ein altdeutscher Bürgermeister vorsteht und somit gewinnt der Kaiserbesuch in Straßburg auch nach dieser Richtung hin eine erhöhte Bedeutung. Vom Bundesrat he ist, wie zu erwarten stand, der Gesetzentwurf über die Verlängerung des deutsch-spanischen Handelsvertrages unverändert genehmigt worden. Die viel ventilirte Frage, wer den bisherigen französischen Botschafter am Berliner Hofe, Baron de Courcel, ersetzen solle, ist durch die Ernennung Herbette's, des Ministerial-Directors im französischen auswärtigen Amte, in ziemlich unerwarteter Weise zum definitiven Austrag gelangt. Eine Menge Candldaten waren für diesen Posten genannt worden, nur Herr Herbette nicht, galt er doch für Die rechte Hand des Minister-Präsidenten Freycinet und Politische Uebersicht. Gießen, 14. September. Elsaß-Lothringen bildet den Schauplatz der diesjährigen Kaisermanöver, welche in diesen Tagen ihren Anfang nahmen und aus diesem Anlässe weilt denn Kaiser Wilhelm, begleitet von der Kaiserin und dem Kronprinzen des deutschen Reiches und umgeben von einem außergewöhnlich glänrenden Kreise deutscher Fürstlichkeiten, wiederum aus dem Boden der Reichslande. In der Landeshauptstadt Straßburg ist dem kaiserlichen Paare, welches Kronprinz Friedrich Wilhelm, die Großherzogin von Baden und Prinz Ludwig, der künftige bayerische Thronerbe, begleiteten, am Freitag ein außerordentlich festlicher Empfang zu Thell geworden. Zum dritten Male ist es nun, daß der greife Schirmherr des Reiches in den Mauern Straßburgs weilt und diese wiederholte Anwesenheit unseres Heldenkaisers in der Hauptstadt der vor 16 Jahren wiedergewonnenen alten südwestlichen Grenzlande Deutschlands kann die Herzen diesseits wie jenseits des Rheins nur mit freudiger Genugthuung erfüllen. Der heurige Besuch des Kaisers in Straßburg erhält noch dadurch eine besondere Bedeutung, daß gerade in den Septembertagen vor 16 Jahren, am 27. September 1870, die altberühmte Veste und ehemalige deutsche Reichsstadt capitulirte, nachdem sie vor 187 Jahren ebenfalls an einem Septembertage (30. September 1683) durch jchmählicheri Verrath in die Hände der Franzosen gefallen war. Während vor de-halb als unentbehrlich im Pariser auswärtigen Amte; es scheint demnach seine Ernennung bis zur letzten Stunde geflissentlich als Geheimniß behandelt worden zu sein. Der neue französische Botschafter ist 47 Jahre alt und hat nach einer kurzen Wirksamkeit im Consulatsdienste seine ganze Carriöre im auswärtigen Amte gemacht, wo er unter Freycinet die einflußreichste Persönlichkeit des ganzen CabinetS geworden ist. Herr Herbette wird sich gegen Milte des nächsten Monats, nachdem der Kaiser von Baden-Baden zurückgekehrt sein wird, nach Berlin begeben, um sein Beglaubigungs-Schreiben zu überreichen. Daß die Liebe zu dem gemeinsamen Herrscherhause immer wieder dasjenige Band ist, welches mit am stärksten die verschiedenen Völkerstämme der österreichisch-ungarischen Monarchie umschlingt, beweist die geradezu enthusiastische Stimmung, welche in der galizischen Bevölkerung anläßlich der bevorstehenden Gegenwart des Kaisers Franz Joses bei den Manönern in Galizien herrscht. Dieselbe dürste sich überall, wo der Monarch erscheinen wird, namentlich Seitens der Landleute, in stürmischer Weise äußern. An allen Stationen, welche der kaiserliche Zug passiren wird, sind bereits großartige Empsangs-Vorbereitungen getroffen. In Lancut werden den Kaiser nach polnischer Art bäuerliche Reiterschaaren begrüßen und den Hofzug und die Hof- Equipagen begleiten. Es werden Bemühungen ausgebolen, die durch den militärischen Charakter der Kaiserreise den Begrüßungen des Monarchen durch die Bevölkerung gezogenen engen Schranken einigermaßen zu erweitern und den Aufenthalt des Hofzuges in mehreren Stationen zu erwirken. Die Christen-Massenmorde in Cochinchina und Anam bilden ein dunkles Blatt in der neueren Geschichte der französischen Herrschaft in Ostasien. Denn selbst den angestrengtesten Bemühungen der französischen Regierung ist es bis jetzt nicht gelungen, diesen Greuelscenen Einhalt zu thun und das ist im Grunde genommen für Frankreich, welches sich so gern als die christliche Vormacht im östlichen Asien aufspielt, doch recht beschämend. Erst im vergangenen August haben sich diese Metzeleien einer Depesche des Bischofs Puginier in Tongking zufolge wiederholt, indem in der Provinz Tanhoa 30 christliche Ortschaften niedergebrannt und hierbei 700 eingeborene Christen von tongkingnesischen Banden ermordet wurden. Vielleicht wird Frankreich doch noch genöthigt sein, den unverkennbar im Wachsen begriffenen Einfluß des Vatikans in Ostasien in Anspruch zu nehmen, um diesen fortgesetzten Massacres durch die Vermittelung des heiligen Stuhles bei China ein Ende zu machen; denn daß China in irgend einer Weise hinter diesen Metzeleien steckt, kann kaum bezweifelt werden. Die beiden in Central-Asien mit einander rivalisirenden Mächte, Rußland und England, fechten dort gegenwärtig eine Art Eisenbahnkamps mit einander aus. Rußland baut bekanntlich eine zum Theil schon vollendete wichtige strategische Eisenbahn mit verschiedenen Seitenlinien mitten durch das Turkmenen-Gebiet bis hin zur afghanischen Grenze. England dagegen baut von Indien aus durch den Bolanpaß nach Quetta, diesem starken englischen Beobachtungsposten an der Grenze von Beludschistan und Afghanistan, eine ebenfalls in strategischer Beziehung wichtige Bahn. Wer von den beiden Rivalen als Sieger aus diesem eigenthümlichen Kampfe hervorgehen wird, läßt sich indessen noch nicht sagen. Das englische Unterhaus nahm in der Nacht vom Freitag zum Samstag da» von Parnell eingebrachte irische Bodengesetz in erster Lesung an. Mit der Abreise des Fürsten Alexander aus Bulgarien ist in den bulgarischen Angelegenheiten eine gewisse Stille eingetreten, wenigstens fließen die bezüglichen Meldungen lange nicht mehr so reichlich als zuvor. Von b-merkenswertheren Nachrichten ist da lediglich eine Mittheilung der Londoner „Morning Post" zu verzeichnen. Das genannte Blatt erfährt, der letzten Samstag in London stattgefundene Cabinetsrath habe über die Antwort auf die letzte Note der Pforte bezüglich Bulgariens berathen. Es handelte sich um die ernste Frage, ob die Signatarmächte Rußland gestatten wollen, die Unabhängigkeit Bulgariens zu zerstören und sich die Straße nach Konstantinopel auf- zuschließen. Aus dem Vergleiche des neuesten Artikels des „Journ. oe St. Pötersb." mit der türkischen Note folgert die „Morniq Post", daß das viel behauptete Einverständniß zwischen Rußland und der Psorte über die bulgarische Frage nicht exiftiren könne. — Nun, dem sei, wie ihm wolle; jedenfalls wird jetzt die englische Hintertreppen-Politik an dem Gange der bulgarischen Ereignisse nichts mehr ändern können. Deutschland. Darmstadt, 13. Septbr. Se. Königl. Hoheit der Großherzog nahmen gestern Vormittag in Straßburg die Glückwünsche des Staatsministers v. Hofmann und dessen Familie zu Allerhöchstihrem Geburtsseste entgegen. Der Herr Staatsminister ließ Sr. Königl. Hoheit durch eine Militärkapelle ein Ständchen bringen. Daraus gratulirten Allerhöchstdemselben Se. Kaiser!, und Königl. Hoheit der Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen. Um halb 9 Uhr fuhren Se. Königl. Hoheit der Großherzog nach Bickenbach, wo Allerhöchst- derselbe von Sr. Hoheit dem Fürsten Alexander von Bulgarien und Sr. Durchl. dem Prinzen Ludwig von Battenberg empfangen wurde. Demnächst sand in Jugenheim, wohin sich von Friedberg aus auch Se. König!. Hoheit der Erbgroßherzog und Ihre Großh. Hoheiten die Prinzessinnen Irene und A!ix begeben hatten, Großh. Familientasel statt. Die Rückfahrt Sr. König!. Hoheit des Großherzogs nach Straßburg erfolgte um halb 6 Uhr. Darmstadt, 12. September Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst zu verleihen geruht: 1) das Comthurkreuz 2. Klasse des Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthigen: dem Oberst Baron v. Collas, Commandeur des 2. Infanterie-Regiments (Großherzog) Nr. 116; 2) das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens: dem Stabsarzt Dr. Rabenau im 2. Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116; 3) das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens: dem Zahlmeister Kronbauer im 2. Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116. Außlaud. Petersburg, 12. September. Der Prinz Wilhelm ist gestern früh §on Brest-Litow»k abgereist. Aus dem Bahnhose verabschiedeten sich dar Kaiserpaar, der Thronfolger, die Großfürsten Georg und Wladimir herzlichst vom Prinzen, welchen der Kaiser wiederholt umarmte. TeiegrcrMche Depesche«. «ul«’» te8s-r. Ssrrts-orrdML - Straßburg, 12. September, Abends. Der Kaiser machte heute Nachmittag eine Spazierfahrt. Um 5Vr Uhr fand bei den Majestäten ein Diner statt, an welchem die hier anwesenden fürstlichen Personen mit ihrem Gefolge theilnahmen. Straßburg, 13. September. Der Kaiser weilte nach dem Diner einige Zeit auf dem Balkon des Statthalterpalais und wurde von der draußen harrenden Volksmenge jubelnd begrüßt. Der Kronprinz begab sich Abends nach der Freimaurerloge, das badische Großherzogspaar wohnte der Vorstellung von „Carmen" bei. — Der Kaiser ist mit einem Extrazug um 10 Uhr 10Min. zum Corpsexerciren nach Brumath abgereist. Straßburg, 13. September. Morgen Vormittag beabsichtiat der Kaiser, den Münster zu besuchen, Mittags den gestern abgesagten Empfang der Behörden und Körperschaften und Nachmittags die Huldigung der Landleute der Umgegend anzunehmen. Für 5Vz Uhr ist ein großes Diner in Aussicht genommen, woran die Civilbehörden, der Landes-Ausschuß und der Gemeinderath theilnehmen sollen. Berlin, 13. September. Der „Kreuz-Ztg." zufolge würde dem Reichstag in der Herbstsession die Unfallversicherung für die Seeleute vorgelegt, auch seien Er- wäaungen im Gange über die Unfallversicherung für die bei Canalbauten beschäftigten Bodenarbeiter. Berlin, 12. September. Der Afrikareisende Robert Flegel ist gestern in Braß (Nigermündung) gestorben. — Der allgemeine deutsche Congreß zur Förderung überseeischer Interessen wurde durch Peters eröffnet. Jannasch bezeichnete als Zweck des Kongresses die Bildung einer starken colonialpolitischen Partei, welche gewillt sei, die colonialen Bestrebungen der Reichsregierung zu unterstützen. Den Vorsitz führen neben den Genannten Graf Behr-Bandelin, Viceadmiral Livonius, KnollPrag, Wolff-Siebenbürgen, v. Kosseritz Porto Allegre. Vier Sectionen wurden gebildet: Für praktische Colonisation, für deutsche Auswanderung, für deutsche Missionen, für Erhaltung der deutschen Sprache und Art in der Fremde. Danzig, 13. September. Wie die „Danziger Ztg." meldet, wird das große Uebungsgeschwader der deutschen Marine am 16. September auf der hiesigen Rhede und zwar vor Zoppot eintreffen, wo der Schluß der Manöver- vor dem Chef der Admiralität, Generallieutenant v. Caprivi, stattfindet. Wien, 13. September. Das „Fremdenblatt" schreibt: Kaiser Franz Josef brachte am Sonnabend bei dem Galadiner zu Ehren des Zaren einen Toast auf das Wohl desselben aus. Die Capelle spielte die russische Nationalhymne. Im Laufe der Nacht traf ein Danktelegramm des Zaren ein. Dem gestrigen Kaiserdiner wohnte Sturdza bei, welcher den Besuch Kalnoky's empfing und erwiderte und Nachts nach Lemberg zurückreiste. Marseille, 13. September. In vergangener Nacht explodirte unter dem Haupt- thore des Docks eine Dynamitpatrone. Der Schaden ist unerheblich. Es heißt, die Patrone sei böswillig gelegt worden. London, 13. September. Die „Morning-Post" schreibt: Die britische Antwort auf die türkische Note werde mit den Interessen des europäischen Friedens und den Traditionen Englands übereinstimmend befunden werden. Der Zweck der britischen Politik sei nicht einfach, einen zeitweiligen Frieden zu schaffen, der nur momentane Verwickelungen abwende, aber einen Zeitraum folgen lasse, wo politische oder militärische Vorbereitungen eintreten, die zu einer Katastrophe führen würden. Was England anstrebe, sei die Sicherung eines dauerhaften Friedens, welcher den ganzen Continent von den Befürchtungen und Bürden erlöse, die ihm durch die gegenwärtigen' Zustände auferlegt seien. London, 13. September. Das Bureau Reuter erklärt die Nachricht, der englische Consul in Srfia, Lascelles, sei nach London zurückberufen worden, für unbegründet, mit dem Bemerken, daß der ehemalige Geschäftsträger in Sofia, Stevens, nach London zurückgekehrt sei. Rom, 13. September. Gestern Abend fand eine nicht unerhebliche Bodensenkung vor dem Hauptthore der deutschen Botschaft (Palast Caffarelli) statt. Niemand ist verunglückt; nach demUrtheil der Architecten ist auch für den Bolschaftspalast selber keine Gefahr vorhanden. Sofia, 13. September. Die Sobranje wurde von Stambulow mit einer Rede eröffnet, worin es heißt: Sie kennen die letzten traurigen Ereignisse, welche das Land ertragen mußte und das Manifest des Fürsten, worin er erklärt, daß er in der Ueberzeugung, die Unabhängigkeit und die Rechte des Landes würden nicht verletzt werden, beschlossen habe, dem Throne zu entsagen, um die guten Beziehungen zwischen Bulgarien und Rußland, welchem Bulgarien seine Befreiung verdanke, schnell wieder herzustellen. Angesichts der kritischen Lage sind mir überzeugt, daß alle Bulgaren ohne Unterschied der Race, der Religion und der Partei durch ihr patriotisches Zusammenwirken die Regierung kräftig unterstützen werden, damit einerseits Ordnung, Ruhe und Sicherheit im Innern gewahrt werden, andererseits das Land die gegenwärtige Krisis unter voller Wahrung seiner Interessen überstehe. Damit der jetzt erledigte Thron nicht zu lange unbesetzt bleibt, wird die Regierung verfassungsgemäß in kürzester Zeit die große Sobranje einberufen. Vor der Bureauwahl äußerte ein Deputirter, der erste Gedanke müsse dem fortgegangenen Fürsten gelten. Die Versammlung erhob sich mit dem Rufe: Es lebe der Fürst Alexander! Sofia, 13. September. Auf das Glückwunschtelegramm anläßlich seines Namenstages beauftragte der Kaiser von Rußland den russischen Consul, der Regierung und den angesehensten Personen der hiesigen Bevölkerung zu danken und sprach die Hoffnung aus, daß Bulgarien, dessen Wohl dem Kaiser so sehr am Herzen liege, es verstehen werde, die Ruhe und Ordnung, deren es dringend bedürfe, zu sichern. Je mehr Bulgarien sich der Höhe dieser Aufgabe gewachsen zeige, desto mehr werde es sich die wohlwollende Protection des Kaisers sichern. Lokale-. Gießen, 14. Septbr. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 16. September 1886, Nachmittags 4 Uhr. 1. Verpachtung der Gemeindejagd. 2. Besetzung der Schuldienerstelle in dem Stadtmädchenschulgebäude. 3. Gesuch der Firma Goldenberg und Markus um Octroirückoergütung. 4. Quellwasserleitung. 5. Herstellungen in dem neuen Realschulgebäude. 6. Gesuch des Zugführers Franz Gerhards um käufliche Ueberlassuna städtischen Geländes. 7. Erbauung einer Tonhalle. 8. Die Aufnahme des Hamm in den Bauplan der Stadt Gießen. 9. Den Bau und die Unterhaltung der Kunststraßen. 10. Baugesuch des Gastwirths Heinrich Eiertänzer. 11. Gesuch des Vorstandes der katholischen Kirche um Wasserabführung. 12. Baugesuch des Tapeziers Wilhelm Reiber. 13. Gesuch des Kaufmanns Georg Emil Möhl um Wasserabführung. 14. Unterhaltung der Canäle auf dem Brand. 15. Erbauung eines Hauses für die Herberge zur Heimath. 16. Erbauung eines Schulhauses für die Stadtmädchenschule. 17. Bestellung eines Hilfsschützen. 18. Die Abschätzung der durch Truppenübungen entstandenen Flurschäden in der Gemarkung Gießen. 19. Grundzinsen. 20. Kostendecreturen. ® lerere«« -zsü ’ feien tzr- en beschastitzlen ^ern in Br^ Interessen 3 Kongresses die ■e colonialen Be- den Ge.' ^Sebenbürgen praktische Colo! m der deutschen wirb das große ‘cfaen Rhede und der Admiralität, ser Franz Josef 1 Toast aus das 3m Lause der ferbiner wohnte mb Nachts nach iter dem Haupt- Es heißt, die le britische Ant- n Friedens und cck der britischen nur momentane ische oder mili- ien. Was Cng- m ganzen Con- gtgtniMrtigen' it, der entzMr x Md^xüudet, ß, nach London hebliche Bodm- statt. Niemand astspalast selber mit einer Rede ertragen mußte berzeugung, die den, beschlossen Bulgarien und ier herzustellen. in ohne Unteres Zusammen- ffdnung, Ruhe ie gegenwärtige er jetzt erledigte Mgsgernäß in müsse dem fort? ■t; Es lebe der nläßlich fernes der Regierung mb sprach die erzen liege, es u sichern. A r werde es sich HW»* r UeberlasM 1L chrung- ihrung- nia BermSschteS. Friedb'erg, 10. September. Gestern Vormittag besichtigten Se. Kgl. Hoheit 1)er Großherzog mit Allerhöchster Familie die Ausgrabungen, welche der historische Verein zur Feststellung der römischen Reichsgrenze in Oberhessen ausführen läßt. Zuerst fuhren die höchsten Herrschaften nach Ober-Florstadt, wo sich Bürgermeister, Gemeinderath und die Schüler mit ihrem Lehrer zum festlichen Empfange aufgestellt hatten. Der Leiter der Ausgrabungen, Herr Friedrich Kofler, zeigte zunächst auf „der Warte", dicht bei dem Orte, eine 90 Meter lange, gegen 4 Meter breite Mauer, welche durch Einschnitte freigelegt worden war, und sprach dabei die Vermuthung aus, daß dieselbe einen Thcil der Westseite eines sehr großen Castells bilde, das sich von der Warte aus nach der Stadener Straße ausdehne. Dasselbe sei von einer großen Niederlassung umgeben, die wohl eine Fläche von 100 Morgen bedecke. Von hier aus begaben sich Höchstdieselben nach dem benachbarten Staden, auf dessen Südseite ein vollständiges Kastell von 54 Meter Länge und Brette fretgelegt worden war. Das Städtchen hatte sich festlich geschmückt zum Empfange der hohen Gäste und fast alle Einwohner hatten sich zur Begrüßung des Landesfürsten bet dem Triumphbogen eingefunden, den man in aller Eile am Eingänge des Ortes errichtet hatte. Die kleine römische Grenzbefestigung gab Gelegenheit, die Bauart der römischen Castelle genauer kennen zu lernen. Durch das festlich geschmückte Stammheim, in welchem die Schulkinder von ihren Lehrern in Reihen aufgestellt waren und mit Blumensträußchen winkend, die höchsten Herrschaften mit lautem Hoch aus den jugendlichen Kehlen begrüßten, fuhren die Wagen bei herrlichem Herbstwerter nach dem überaus reich geschmückten Altenstadt, .das die Ankunft seines geliebten Landesfürsten durch frohes Festgeläute verkündete. An den ersten Häusern des Orts hatten die Großh. Beamten, der Bürgermeister mit .dem Ortsvorstand, der Kriegerverein und die Lehrer mit den Schülern Aufstellung genommen und es hielten daselbst Herr Oberamtsrichter Arnold, sowie Herr Bürger- .meister Wagner kurze Ansprachen, die mit einem Hoch auf den verehrten Fürsten endeten. Der Zug bewegte sich dann durch die Straßen des Fleckens, die mit Triumphbogen geschmückt waren, nach dem Castelle, das zu einem Drtttheil im Felde, zu zwei Drittheilen im Orte selbst gelegen ist. Die mächtigen Mauern mit ihren abgerundeten Ecken und das Hauptthor, die porta decumana, mit seinen Thürmen boten einen im- 'vosanten Anblick. Auf der Nordmauer des Castells weiterschreitend, wo Kinderhände den Weg auf sinnige Weise mit Blumen und grünen Zweigen bestreut hatten, gelangte man rechts umbiegend und an den ärmlichen Wohnungen der Truppen vorüberschreitend an das Praetorium und die Hauptstraße des Castells. In der Hofraithe der Wittwe Schmitt, mitten im Ort, wurde dann noch die östliche Abschlußmauer, sowie .Lin Rest des äußeren Walles gezeigt, der sich bis heute erhalten hat. M. Ferienheim Schönberg a. d. B. Die dem Verein hessischer Lehrerinnen von Ihrer Durchlaucht der Frau Gräfin zu Erbach-Schönberg zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellte Wohnung wurde von Pfingsten d. I. bis jetzt von 10 Lehrerinnen benutzt, von welchen 4 sich gegenwärtig noch dort aufhalten. Zwei Lehrerinnen werden ihre Herbstferien dort zubrtngen. Die Wohnung besteht aus 4 Zimmern und einer Küche. In der letzteren findet sich das zur Bereitung von Frühstück und Abendbrod nöthige Geschirr. Holz zur Feuerung, sowie die nöthige Wäsche werden ebenfalls geliefert. Auch ist eine Dienerin angenommen, welche die Zimmer ordnet, Feuer anzündet, das Geschirr wäscht und Ausgänge besorgt. Das Mittagessen bereitet auf Wunsch die 'Frau des im Hause wohnenden gräflichen Kammerdieners. Das Haus nebst Garten, unter dem Namen Mathilden haus in der Umgegend bekannt, liegen am Fuße des Schloßberges an der Dorfstraße, welche von einem rasch dahinfließenden Bache begleitet wird. Gegenüber liegt der schön bewaldete Petersberg, welchen man über eine Brücke gehend auf einem zwischen zwei Anwesen hinführenden schmalen Wege mit .100 Schritten erreicht. Bequeme Fußwege, an denen Holzbänke öfter zur Ruhe ein- laden, führen bergan durch den Wald zu Rast- und Aussichtspunkten. Bekanntlich ist ja auch der parkartige Schloßgarten allen Besuchern geöffnet. Zu weiteren Spaziergängen bietet die malerische Umgegend hinlänglich Gelegenheit. Alle die Damen, welche längere oder kürzere Zeit dort weilten, waren von dem .Aufenthalte sehr befriedigt und kehrten neugestärkt in ihre Heimath und zu ihrem Berufe zurück. Nicht genug zu preisen wissen dieselben die liebenswürdige Freundlichkeit der Frau Gräfin und ihres erlauchten Gemahles, welche sich öfters persönlich nach Lern Ergehen der Damen erkundigten. Darmstadt, 11. September. Der vorgestern Nachmittag 3 Uhr 4 Min. von Hier abgehende Zug der Dampfstraßenbahn schwebte auf der Abzweigung nach dem Schießplätze in ernster Gefahr, indem an der Curve ein etwa 10—15 (Zentimeter dicker und 3 Meter langer Baumstamm quer über die Schienen gelegt war. Der Heizer der Maschine muß an dieser Stelle absteigen. um die Weiche zu chedienen, so daß die Aufmerksamkeit des Führers ganz auf die Maschine gerichtet sein muß und ist es nur der Aufmerksamkeit des Schaffners vom letzten Wagen, dessen Name öffentlich genannt zu werden verdient, zu verdanken, daß ein größeres Unglück Verhütet wurde, indem er noch rechtzeitig Signal zum Bremsen geben konnte. Der Baumstamm muß zwischen 2 Uhr 18 Minuten und 3 Uhr über die Schienen gelegt worden sein, da derselbe bei der Fahrt hierher noch nicht bemerkt wurde. . Frankfurt a. M. Ein hiesiger Banquier ist von einem seiner ehemaligen ^Commis auf Herauszahlung von 5500 X verklagt worden und zwar, weil der Banquier bis vor Kurzem den jungen Mann wegen einer im Jahre 1873 vorgekommenen Unregelmäßigkeit, wo es sich um 27 Gulden, die der junge Mann angeblich unterschlagen hatte, handelte, mit einem monatlichen Gehalt von 35 X abgefunben hatte. Sobald der arme Mensch eine bessere Stellung gefunden hatte, drohte ihm sein Herr mit Gefängniß und sofortigem Verhaftenlassen. Dies zwang den armen Teufel vom Jahre 1873 bis 1886 (31. August) auszuharren. Vor einiger Zeit entdeckte nun der alte Vater des Commis einem hiesigen angesehenen Herrn die Situation seines Sohnes, worauf sich der Herr erbot, den jungen Mann sofort in Stellung zu nehmen und ihm 120 X monatlichen Gehalt zu geben. Am 1. September trat der endlich Gerettete seine neue Stellung an und reichte sofort, auf Veranlassung seines neuen Herrn, gegen seinen ehemaligen Prinzipal Klage ein. Letzterer bot bereits, um der furchtbaren Blamage aus dem Wege zu geben, 1000 X Entschädigung, womit sich jedoch der so lange geplagte und geängstigte Mensch nicht zufrieden erklärte. Er verlangt mindestens 5500 X ober besser für jeben zu 35 X gebienten Monat eine nachträgliche Zulage von je 35 X (O. Z.l Aus Sachsen, 10. September. Der erste Staatsanwalt bei bem Lanogerichte tn Leipzig erläßt folgenbe amtliche Kunbmachung: „In ber Zeit vom 1. bis 2. September 1886 sind in Leipzig Exemplare bes Flugblattes „Marschlieb für bie deutschen Truppen" verbreitet worben. Für bie Ermittelung ber an Abfassung, Herstellung unb Verbreitung dieser Druckschrift Betheiligten wird hiermit eine Belohnung von 1000 X ausgesetzt. , „ Schiffs- Bewegung üer Postdampfschrffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft. ~ . Hamburg, 12 Septbr. Das Hamburg-New-Yorker Postdampfschiff „Rhaetia", Capt. Vogelgesang, welches am 29. August von hier und am 1. September von Havre abgegangen, ist am 12. September, 5 Uhr Morgens, wohlbehalten in New-York angekommen. ,int„ Aubapcst, 13. September. Vorgestern unb gestern haben sich 4 Todesfälle Sfr LS m*°niCnJ,er Alcra eignet. Professor Scheu,Hauer erklärte zwei Fälle RAmmr t ®Jaafabrtäort Maria Raima (Arader Komitat) war gestern ber r <5,aUs!aVl’\er furchtbaren Katastrophe. Als am Morgen um 6 Uhr in der Kloster- Decke eines Wh V'Ä rourbeL fil'9 eine Don brennenden Wachskerzen umgebene ®ecfe eines Nebenaltars Feuer und zugleich begann das Tuch eines Weibes zu brennen. Dement stieß Jemand den Schrei „die Kirche brennt!" aus, worauf in bem dlchtgefullten Gotteshause eine furchtbare Panik entstaub. Bei bem Tumulte und ungeheueren Gedränge war eine Rettung durch die Kirchenthüren unmöglich. Von der dauerte wrangen Leute unter markerschütterndem Wehegeschrei auf die dichtgestaute .IJccnge. Die Zahl der Verwundeten ist noch nicht bestimmt, doch soll dieselbe mehrere Hunoert betragen. Ob und wie viele Personen bei der Katastrophe ihr Leben ein? 'onnte bis jetzt nicht genau conftatirt werden. Bei dem entsetzlichen Oeorange wurden sechs Frauen erdrückt. Es war fürchterlich anzusehen, wie auf ber ganjen Flache bes Kirchenbobens schwerverletzte Personen ächzend unb stöhnend herumlagen. ) n 13: September. Bei bem gestrigen Feuer in ber Wallfahrtskirche ,u Jtabua find, wie bisher festgestellt, 6 Tobte ermittelt worben. Die Zahl ber Ver- nmnbeten ist unbekannt. Handel und BerSetzr. m - 7 Eilens der Königl. Eisenbahndireetionen zu Elberfelb unb Köln ist folgende Bekanntmachung erlassen worden, welche wir im Interesse des Publikums hiermit veröffentlichen: , .. Die Rheinisch-Westfälischen Eisenbahnverwaltungen haben alljährlich vor Eintritt des stärkeren Herbstverkehrs durch öffentliche Bekanntmachungen und Schreiben an die Handelskammern, landwirthschaftlichen Vereine und sonstige wirthschaftlicke Körperschaften das verkehrstreibende Publikum aufgefordert, die Bestrebungen ber Eisenbahn- unterstützen^ Bewältigung bes gesteigerten Güterverkehrs in wirksamer Weise zu Es muß anerkannt werden, daß diese Aufforderung nicht vergeblich gewesen ist und daß die von dem beteiligten Publikum entgegengebrachte Unterstützung wesentlich dazu betgetragen hat, baß auch währenb ber lebhafteren Verkehrsperiobe den Anforderungen entsprochen werden konnte. 2n Gemeinschaft mit den Bergbehörden haben bie Eisenbahnverwaltungen, gleichwie tn den verflossenen Jahren, auch in biefem Jahre Erhebungen über die wahrend des Herbstes und Winteis voraussichtlich zum Versande gelangenden Massengüter anstellen lassen, um etwa erforderliche Betriebs- und Verkehrseinrichtungen noch rechtzeitig treffen zu können. Diese Ermittelungen, welche nach den gemachten Erfahrungen der Vorjahre als annähernd zutreffend angenommen werden können, lassen erkennen, daß die in diesem Jahre während der Herbst- und Wintermonate zu bewältigenden Massengüter die im verflossenen Jahre beförderten Transporte übersteigen werden. Nicht allein für Kohlen- und Cokestransporte und zum Versande anderer für bie Berg- unb Hütteninbustrie in Betracht kommenden Güter, sondern auch zur Beförderung von landwirthschaftlichen Probucten, namentlich zur Fortschaffung von Zuckerrüben wirb ber Staatsbahn- Wagenpark in biefem Jahre in erheblich größerem Maße, wie im vorigen Jahre in Anspruch genommen werben. Obschon bie Staatseisenbahnverwaltungen unausgesetzt barauf Bebacht nehmen bie Betnebsemrichtungen den jeweiligen Verkehrsverhältnissen anzupassen, so wirb ungeachtet bes vorhanbenen bebeutenben Locomotiven- unb Wagenparks, ber vorgesehenen neuen Zugoerbinbnngen unb ber sonstigen verbesserten Einrichtungen ben Anforderungen nur bann genügt werben können, wenn das verkehrstreibenbe Publikum bie Bestrebungen ber Eifenbahnverwaltungen wirksamer Weise wie bisher unterstützt. Da erfahrungsmäßig mit Beginn bes Monats October die zu bewältigenden Verkehrsmafsen von Tag zu Tag einen größeren Umfang annehmen, so empfiehlt es sich, mit dem Bezüge von Kohlen und Cokes für den Winterbedarf, soweit dies irgend angängig, schon jetzt zu beginnen. Insbesondere muß dringend empfohlen werden, daß mit dem Bezüge an Haus- brandkohlen schon jetzt begonnen wird und daß bie Kohleühänbler ben Bedarf ihrer Verkaufsvorräthe nicht hauptsächlich während derjenigen Monate beziehen in welchen der gefammte Wagenpark ohnedies in erhöhtem Maße in Anspruch ae- notnmen ist. ö Ferner müssen wir anrathen, daß die Gasanstalten und sonstigen industriellen Werke, soweit bei letzteren bie Art ihres Betriebes bies gestattet, schon jetzt barauf Bebacht nehmen, mit ber Ansammlung eines Vorraths zu beginnen, welcher bei etwa eintretenben Stockungen für einige Zeit vor Verlegenheiten schützt. Enblich machen wir bas verkehrstreibenbe Publikum barauf aufmerksam daß bie Eifenbahnverwaltungen nur bann in ber Lage fein werden, währenb ber gesteigerten Verkehrsperiobe von einer Verkürzung der Ladefristen absehen zu können wenn allseitig für eine beschleunigte Be- und Entladung der Güterwagen gesorgt wird. ö Temperatur der Lahn. Am 14. September, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser I6V20, Luft 24’ R. im Schatten. L. Cbr. Rübsamen. , Gieken, 14. September. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Mund X 1.10—120, Hühnereier pr. St. 5—7 H, Enteneier St. 6—7 X Käse pr. St. 5-9 L» Äöfematte 3—0 H, Erbsen pr. Liter 18 X. Linsen 26 H, Tauben per Paar 0 50 bis 0,60 X Hühner per Stück X 0.80—1.00, Hahnen pr. Stück X 0.50-0.80,' Enten per Stück £ 1.30-1.70, Ochsenfleisch per Pfund 62-64 X Kuh- und Rindfleisch 54—55 X Schweinefleisch 56—60 X Hammelfleffch 50-66 X, Kalbfleisch 46—50 Kartoffeln per 100 Mlo X 3.50—6.00, Milch per Liter 12—18 X, Zwiebeln per Zentner X 4.00—6.00. Frankfurt, 13. September. Der heutige Viebmarkt war stark befahren. Anae- trieben waren 334 Ochsen, ca. 26 Bullen, ca. 357 Kühe und Rinder, ca 304 Kälber Die Preise stellten sich: Hchsen 1. Oual. X 66-68, 2. CuaL 5&-60, Mhe und Ander 1. Qual. X 54-56, 2. Qual. X 42—50 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kalber 1. Qual. 60—65 X. 2. Qual. 50—55 X per 1 Pfund Schlachtgewicht. A llgrMe iKer Anzeiger. Grossh. Realgymnasium und Realschule zu Giessen. Das Wintersemester beginnt Montag den 20. d. Mts., Vormittags 8 Uhr. Etwaige Anmeldungen werden Samstag den 18. d. M., Vormittags von 10—12 Uhr entgegengenommen. Die Direktion. §460 NodnageL Iandwirthschaftsschule ?u Weilburg a. d. Mn. Oeffentliche Prüfung zum Schluß des Sommer-Semesters 8. October. Das Winter-Semester beginnt für bie Abtheilung ber Anstalt, bereu Abgangszeugnisse zugleich zum einjährig-freiwilligen Militärdienst berechtigen, am 21. October, für bie andere (Wintercurse) am 3. November Anmeldungen für beide bis zum 17. October an Director Matzat in Weilburg, welcher auch Programme (kostenfrei) versendet unb weitere Auskunft ertheilt. Das Curatoriumr 6463 gez. v. Wururb, Regierungs-Präsident in Wiesbaden. tifad) preisgekrönt in Jahresfrist Düsseldorfer Punsch- und Liqueur-Fabrik B. Heising, Düsseldorf. 2911 Mpüt bei Ferd. DrebeS, vor«. Gg. W«lh. Weidig in Gi»ße«. OberheWe Eiseubahluu. Vergebung von Schottermaterial. Die Lieferung von 300 cbm Klein- strinschlag zu Bettungsmaterial in die Bahnmeisterei Gießen soll im Submissionsweg vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen liegen zur Einsicht der Interessenten in Zimmer Nr. 4 des diesigen Verwaltung? - Gebäudes bis zur Submissionseröffnung am 15. September I. I. Vormittags 10 Uhr, offen, wohin auch die Offerten abgegeben werden können. Gießen, den 11. September 1886. Der Eisenbahnbaumeister. 6441 Roth. Mittwoch d. 15. September, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich auf meinem Bureau — Schillerstraße 5 — gegen Baarzahlung: a. Sopha's, Kommode, Kleider schränke, Console, 1 vollständiges Bett, Spiegel, Bilder, Wanduhren, 1 kupferner Kessel, 4 Pferde, 1 Wagen, 1 Stoß- karren u. a. m.; b. Pierer'S Eonversatious-Lexikon (vollständig). Die Versteigerung unter b. findet bestimmt statt. Gießen, den 13. September 1886. Geißler, 6450 Gerichtsvollzieher. Iieikgeöotenes. 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Schmücker, Marktstr- 8. 6476 Ein Dienstmädchen 'gesucht von ___________Frau Albert »ehrend. 6477 Wir suchen zur selbstständigen Verwaltung unserer Verkaufsstelle Wetzlar- Bahnhof eine gewandte zuverlässige cau- tionsfähiqe Verkäuferin. Eintritt zum 1- October. Angebote zu richten an Wetzlar-Braunfelser Gon» sumverein, e. G., in Wetzlar. 5709 Einen Jungen nimmt in die Lehre Glasermeister Luh, Neuenweg 20. Schüler-Penfionat. Schüler hiesiger höherer Lehranstalten finden gute Aufnahme bei solidem Pensionspreise. Auch wird Nachhilfe in fremden Sprachen geboten. 6414 Näheres Frankfurterstraße 36, I. St. Nähmaschinen gegen Baar oder in Raten. Eigene Reparatur-Werkstätte. Feinstes Maschinenöl. Da ich die Reparaturen selbst ausführe und zum Verkauf keinen Laden halte, kann ich die weitgehendste Garantie leisten und die billigsten Preise stellen. S. Kraft, Mechaniker, 5391 Neuenweg 46. 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W. zu seinem Q O heutigen Geburtstage ein donnern- Q des Hoch, daß die ganze Ederftraße O O wackelt. 6479 Q O Die Kneipe, die es nicht vergißt, O O Wenn Herrn Wagner sein Ge- D O burtstag ist. O O Gelle, mir sein Kerle! Ö aDooDocioa ooaooooaa Redactton: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.