w » Men btn U d. s»ts„ chtungsM Ubach {* « Sierße M ät®* $ .Ar |p* für unteren DM >'ch ™ Theil der g® “me versichere inbem New, zumal es bekaM lmen ;u gemeinnützigen rllverlajßger Nachriji Pen 25 Jahren über 'ecke verausgabt morden. ! a. Lahn. ihtsgeschenk tsche Nähmaschine, a Construction und Ar- £ deren Inhaber laut „ rarantie. öpfe tem Haar, Wie Haari chen unb ßbm’w i biöigft awftttiijt von Fr. Weicker, Neustadt 39. Itransport i. Kessler, izlelberg 9. von . fcatne®’ “nc >-KL« SÄ w*]5- reOO , 'BebaD^la 6u)^ r. P Nr. 291 Dienstag den 14 Dcccmbcr 1886. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bwrratlt Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Nusnehme be5 Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bring erlös n. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar! 50 —BM—LIÄI*. IL Hg!A&-WÜC: ..... Aeutschtand. Berlin, 11. December. In ihrer heutigen Morgensitzung, welche von 10 bis 1 Uhr dauerte, hat die Militärgesetz-Commission nur zwei Redner, den Herrn Richter und den KriegSmmister, gehört, welch' letzterer seinem Vertreter, dem Major Haberling, für die nächste Sitzung die in's Einzelne gehende Wider- legung der Richter'schen Ausstellungen und Berechnungen vorbehielt, während er selber in den großen Grundzügen die Jrrthümer des Fortschritts-Redners richtig stellte und die Lücken ausfüllte, welche Herr Richter in den frühern Darlegungen des Herrn v. Bronsart bemängelt hatte. In letzterer Beziehung entschuldigte sich der Kriegsminister damit, daß er gestern schon so lange gesprochen und nicht geglaubt habe, in der allgemeinen Berathung auf alle Einzelheiten seines Planes eingehen zu sollen. Richter sprach volle zwei Stunden und suchte, während er seine eigenen in der Plenarberathung gemachten Zahlenangaben aufrecht hielt, die in den vertraulichen Mittheilungen des Kriegsministeriums enthaltenen Angaben über Stärke und Formation der französischen, russischen und deutschen Armer zu widerlegen. Heute berief sich Herr Richter auf den Herrn Wtndt- horst bezüglich des Verlangens nach Aufklärung durch das auswärtige Amt. Auch er schien sich zufrieden geben zu wollen, wenn erklärt würde, daß man nichts erklären könne. Bei Licht besehen liegt dieser Standpunkt gar nicht weit ab von der Ansicht der Conservatioen, daß die Lage selbst und das Schweigen des Reichskanzlers deutlich genug sprechen. Der Führer der deutschfreisinnigen Partei nimmt das Zugeständniß an, Daß eine unmittelbare Kriegs- gefahr nicht drohe, und erblickt einen Beweis dafür auch darin, daß Oesterreich nicht stärker rüstet und von den Delegationen nur 4 Mill. Gulden gefordert hat. In der Richtung gegen Frankreich betont Herr Richter unfern Landsturm und behauptet, daß Frankreich jährlich 6000 Mann weniger aushebe als wir. Während man für Frankreich 70,000 Mann Truppen in den Kolonien abziehen müffe, feien bei uns 19,000 Mann Erfatzrefervisten nicht gerechnet. In Frankreich feien feit 1880 nur 8 neue Bataillone formirt, in der Rechnung des Kriegsministeriums feien Truppentheile enthalten, die man in Deutschland nicht mitzähle. Würden Boulangetts Pläne in Frankreich angenommen, fo werde -die Armee im Stadium der Reorganisation mehrere Jahre lang nicht kriegssöhig sein. Von Rußland behauptet der Redner, daß besten HeereSreform schon vor 1880 liege und dort seitdem nur die 8 finnischen Schützen-Bataillone gebildet worden seien, die noch dazu früher bestandene Truppentheile ersetzt hätten. Die Anfrage, wie sich das Kriegsministerium die Ausfüllung der neuen Cadres denke, führte zu der Erinnerung, daß zur Zeit des Pausch-Quantums eine wesentlich geringere Dienstzeit bestand. Eine Reihe Fragen bezog sich auf Gegenstände vertraulicher Natur. Der Kriegsminister wiederholte zunächst die Erklärung, daß eine „actuelle" Kriegsgefahr nicht vorhanden sei, berichtigte aber den Jrrthum des Vorredners, als wenn das etwa um Neujahr beschlossene Gesetz nicht schon am 1. April einen großen Theil seiner Wirkung äußern könnte. Es sei ein großer Unterschied zwischen auf dem Papier oder in Wirklichkeit for* mitten Cadres. Auch der Kriegsminister berührte Punkte, die fich der Mittheilung entziehen, erinnerte aber daran, wie wenig sich der Coefficient innerer Tüchtigkeit bei der Vergleichung mit andern Armeen berechnen lasse. Wenn Oesterreich vorgeblich nichts thue, so sei es um so mehr unsere Pflicht, selber zu sorgen. Mit Unrecht ziehe der Vorredner die französischen Truppen in Algier nicht mit in Rechnung; wie das Jahr 1870 gezeigt, seien algerische Truppen schon in den ersten Schlachten gegen uns verwendet worden. Ebenso nehme Herr Richter mit Unrecht keine Rücksicht auf die französische Marine- Infanterie, welche sich bei Sedan tapfer geschlagen, und auch die Kriegsmatrosen seien kein unbrauchbares Material. Sehr eingehend wurde das Verhältniß der deutschen und französischen Attillette besprochen. Wenn Herr Richter gemeint, daß die Annahme des Boulanger'schen Organisationsplans deshalb unwahrscheinlich sei, weil soviel dagegen geredet und geschrieben werde, so sei dies ja auch bei unserer Vorlage der Fall und er, der Kriegminister, hoffe doch, daß sie Annahme finde. Anlangend die Meinung Richters, daß der Plan Boulan- ger's, wenn angenommen, mehrere Jahre zur Durchführung brauche, machte sich der Kriegsminister anheischig, vielleicht abgesehen von der Bildung einiger neuen Kavallerie-Regimenter, wenn dafür die Remonten etwa noch nicht eingeritten seien, die Organisation in wenigen Monaten durchzuführen. Der Beginn der Plenarsitzung veranlaßte den Abbruch der Verhandlungen, welche morgen früh, je nachdem das Plenum Sitzung hält oder nicht, um 10 ober 11 Uhr beginnen soll. Die „Civilminister" waren nur durch den Minister v. Puttkamer als Zuhörer vertreten. (Köln. Ztg.) Dresden, 11. December. Der König verlieh dem Prinz-Regenten Luitpold das dritte sächsische Infanterie-Regiment Nr. 102 (Zittau). Der Oberst desselben, zwei Hauptleute und ein Premier-Lieutenant überbrachten bereits heute dem Prinz-Regenten die Huldigung des Regiments. Nachmittags stattete der Regent dem bayerischen Gesandten einen Besuch ab und besichtigte das Panorama. Die Abreise erfolgte Abends 8 Uhr mit einem Extrazug über Regensburg. Von der Königin und der Prinzessin Mathilde verabschiedete sich der Regent im Schloß. Der König, Die Prinzen Georg, Friedrich und August begleiteten den Regenten auf den Bahnhof, wo sie fich sehr herzlich verabschiedeten. Eine Deputation des Zittauer Regiments war am Bahnhose anwesend. Irankreich. Paris, 11. December. Nachdem Billot die Uebernahme des Mniste- riums bcfl Auswärtigen abgelehnt hat, traten die Mitglieder des neuen Cabinets zu einer Sitzung zusammen, in welcher beschlossen wurde, daß Goblet das Ministerium des Auswärtigen interimistisch übernehmen solle. Gleichzeitig wurde der Wort'.aut einer Erklärung sestgestellt, welche in der Kammer verlesen werden soll. Paris, 11. December. Deputirtenkammer. Goblet verlas eine Erklärung des neuen Ministeriums, in welcher es heißt, daß dasselbe hinsichtlich der auswärtigen Politik die von dem vorigen Cabinet eingeschlagene, von der Kammer gebilligte Richtung einhalten werde. Die innere Politik anlangend, so würden die gewünschten Reformen in der Session von 1887 vorgelegt werden. Das Ministerium werde übrigens bemüht fein, das Vertrauen der Kammer weniger durch zahlreiche Versprechungen zu erreichen, als es sich zur Aufgabe machen werde, jede Zusage mit Gewissenhaftigkeit zur Ausführung zu bringen. Die Kammer möge ihr Vertrauen zu dem neuen Ministerium dadurch an den Tag legen, daß sie demselben die provisorischen Zwölftel der Jahreseinkünste bewillige. — Goblet beantragte hierauf die Vettagung der Kammer bis Dienstag, um alsdann diese provisorischen Kredite zu bewilligen. — Die Kammer vertagte fich diesem Anträge gemäß bis Dienstag. Italien. Rom, 11. December. Der Kardinal Franzelin ist gestorben. — Die Quarantäne für die Provenienzen aus dem gesammten österreichisch-ungarischen Küstengebiet ist aufgehoben. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Corresponderrr - Brrrearr. München, 12. December. Der Prinz-Regent ist mittelst Sonderzuges heute Früh kurz nach 8 Uhr hierher zurückgekehrt. Derselbe wurde am Bahnhofe von dem Prinzen Arnulf und der Generalität empfangen und von dem sehr zahlreichen Publikum, welches sich am Bahnhofe und in dessen Nähe versammelt'oatte, mit lebhaften Hochrufen begrüßt. Sofia^ 12. December. Die russische Regierung hat dem hier zurückgebliebenen Secretär der russischen Agentur, Sonow, befohlen, sich zur Abreise bereit zu halten. Petersburg, 12. December. Die in Kiew erscheinende Zeitung „Sarja" ist auf Grund des Preßgesetzes durch einen Beschluß des Ministeriums verboten worden. Lokales. Gießen, 11. December. Herr Amtsrichter Gebhardt wurde heute mit bedeutender Majorität zum ersten Director des hiesigen Gesellschaftsveretns gewählt, ein Zeugniß dafür, wie dieser Beamte auch in seinem außerdienstlichen Wirken schätzt wird. Gießen, 13. December. sTheater.) Für die große Beliebtheit der Rudolph'schen Gesellschaft sprach wiederum der glänzende Besuch bei der gestrigen Aufführung von Moser-Schönthan's unverwüstlichem Lustspiel „Krieg im Frieden". Man bedauert in unseren theaterfreundlichen Kreisen allgemein, daß die mit so anhaltendem Beifall begleitet gewesene Theatersaifon bereits am Montag ihren Abschluß finden soll. Die hervorragendste Lustspiel-Novität dieser Saison, G. v. Moser's „Der Bureaukrat", welcher augenblicklich mit großartigem Erfolge über alle hervorragenden Bühnen geht, bildet am Dienstag Abend die drittletzte Abonnementsvorstellung. Wir haben auf den Inhalt dieses reizenden Stückes bereits an dieser Stelle hingewiesen. Am Mittwoch hat unser beliebter Komiker, Herr Becker, sein Benefiz und gelangt bei dieser Gelegenheit die humorvolle Räder'sche Gesangsposse „Robert und Bertram" zur Aufführung. Bei den großen Sympathien, welche sich der geschätzte Künstler während der kurzen Zeit seines Hierseins durch sein vortreffliches Spiel erworben, kann dem Beneficianten Becker gewiß ein volles Haus an seinem Ehrenabend nicht ausbleiben. Herr Becker hat uns durch seinen Humor so manche vergnügte Stunde bereitet — also wollen wir ihm Meiches mit Gleichem vergelten. Weihnachtsaufführung des evangelischen Kirchengesangvereins. Gießen, 13. December. Wir lasen in einem Vortrage, welcher auf dem diesjährigen evangelischen Kirchengesang-Vereinstage in Bonn gehalten wurde: „Unsere Kirchengesangoereine wollen im Heiligthum dienen; — das ist die Wurzel ihrer Kunst, das ist ihre Legitimation, das ist ihre Freude, das ist ihre Ehre." Auch bei der gestrigen Weihnachtsaufführung in unserer Lrtadtkirche wird die evangelische Gemeinde es dankbar und wohlthuend empfunden haben, wie unser Kirchengesangverein in diesem seinem innersten Zweck: im Helligthume zu dienen, gerecht geworden ist. Wmn weltliche Gesangvereine die Kunst zum Zweck sich stellen und deßhalb nach der höchstmöglichen künstlerischen Leistung streben, so stellt sich der Kirchengesang ein bescheideneres Ideal in Bezug auf die Kunstausübung — ein höheres in Bezug auf die innerliche Erbauung. Der weltliche Gesang kann nicht leben und gedeihen ohne Beifall, der geistliche bedarf dessen nicht, — hat er die Seelen für die Empfindung des Heiligen und Ewigen gestimmt, um sie durch das Kyrie eleison zur ernsten Einkehr, durch das Hosianna zum Preise des Herrn Himmels und der Erden geleitet: so hat er sich genug gethan. — Wir haben an Der Hand dieses Maßstabs auch-die gestrige Weihnachtsaufführung gemessen und glauben im Sinne der evangelischen Gemeinde unserem Gießener evangelischen Kirchengesangverein warmen und von Herzen kommenden Dank dafür aussprechen zu dürfen. Wir enthalten uns der Beurthellung von Leistungen Einzelner, betrachten überhaupt diese Art der Kritik als unangebracht bei einer kirchlichen Aufführung — ein Jeder dient mit der Gabe, die ihm geworden, dem Herrn. Aber auch dem berufenen Musikkenner, und wir zweifeln nicht, daß auch solche gestern anwesend waren, wird die Wiedergabe jener alten und neuen herrlichen Lieder und Weisen, volle Ve- ftiedigung in Bezug auf Auswahl der Eomposition, Präcision der Ausführung und e 8 , uv uo L U I I Uol i\öLULi\u [ I ö U iL Ojuratis nummern u.brosch. Quartale in allen 3D Buch u, Musikalienhandlungen,Verlag v.Pl.Tonger Köln, Allgemeiner Anzeiger 8922 00 Tonretnheit der Harmonie gewährt haben, haben wir doch nur selten in Gießen Gelegenheit, einen vollen Chorgesang a capella zu hören. Auch der Gesang der erst seit Kurzem bestehenden Chorschule fügte sich passend in das Ganze ein und ließ namentlich Fortschritt in der Ausbildung der Stimmen und Aussprache erkennen. Möchte, das wünschen wir von Herzen, unsere evangelische Gemeinde dem Verein ein recht bereites Herz immer mehr entgegenbringen und ihn dadurch auf seinem nicht mühelosen Wege ermuthigen und fördern. Nur durch Gegenseitigkeit gedeihen kirchliche Bestrebungen, auch in der edlen Musica. r. Humoresken, nebst 8 Musikstücken 80 PF. Nach § 5 der Statuten ist die Neuwahl des Vorstands des Gustav- Adolf-Frauenvereins dahier nothmendig. Derselbe besteht aus 7 Damen die von den Mitgliedern des Vereins, d. h. allen Frauen und Jungfrauen,' die einen jährlichen Beitrag leisten, gewählt werden. Wir laden darum die Mitglieder des Vereins ergebenst auf Miltwi'ck den 15. December, Nachmittags, in das Conferenzzimmer der höheren Mädchenschule, Schillerstraße, zur Vornahme der Wahl ein. Gießen, den 12. December 1886. Im Auftrag des Vorstandes: Vigelius, Schriftführer. ftpfa ist Widtfeldt's beliebter Magenbehagen ein stets gerne gesehener, bewahrter Hausfreund. Nieder!, u. A. b. Emil Fischbach. [8926 MM Biographien^ in sehr schöner Auswahl. Wilh. Hosch Neuen-Baue. sondern besitze in Paris ein Haus. Wie ich dasselbe erworben, nachdem mein Vater ein armer Burger war? — Mein Oheim ist Besitzereines ™ ac?art$* Itb selbst habe bei ihm equilibristische Studien gemacht und da Mädchenhaftes ist, so ließ mich mein unternehmender Oheim all- !^rlich nach Paris kommen und als „fliegende Dame" debutiren und als solche hatte ich derartige Erfolge zu verzeichnen, daß ich bald der Stern der Gesellschaft wurde Nicht genug daran; in Paris, Marseille, Lyon, Genua, Mailand und Rom war die Dfwunderer und — Anbeter Legion. Ich wurde von Liebesbewerbern verfolgt, erhielt die reizendsten und kostbarsten Geschenke und war ob meiner Standhaftigkeit und Kalte bald ebenso berühmt wie als „fliegende Miß". Die Prä- machte ich zu Geld und für dieses, sowie für meine bedeutende Gage kaufte ich § rcin Hous und behielt mir so viel zurück, um meinem Studium kü",^^/ner Werse obliegen zu können. Ich hätte Ihnen, Herr Professor, schon Li gfnftnh ^beichtet, allein die Furcht, daß die „fliegende Dame" aus vusgeschieden werden konnte, hielt meinen Mund verschlossen. Nun kennen Sie das Gehetmmß meines Lebens und ich hoste, daß Sie mich nicht verurtheilen : „fliegende Dame" wird an der Prager Universität Medicin t. 'C aber J2n bei! Serien wieder im Circus Herumfliegen und ihre Anbeter und Liebhaber neuerdings berücken und bestricken wird, wissen wir nicht." fnitimt'?" diese grüne Farbe an meine flefra^t i" mt Prinzipal: „Sie haben sich wahrscheinlich hinter den Ohren ~ Handel und Verkehr. i9Qßr6(< V* lFrnchtp reise.) Weizen JL 16.90, Korn JL 13.20, ^afcZ* "-00, Erbsen JL 13.60, Linsen 24.00, Lein JL 00.00, Damen 00.00, Kartoffeln JL 0.00, Wicken 12 00 Malt-?^^furt 11 December. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per R 5o00mft^0, i?aä Gelcheid 8-10 A, Eier das Hundert M 5.00—8.00, das MS Butter im Großen M 90.00-92.00, im Detail das Pfund 1.10 n ? i 10-15 L, Rothkraut per Stück 20-25 H, Kohlrabi enrnff.HA ArTerA C^fenfTeif^ per Pfund 45-70 A, Kuh- u. Rindfleisch 45-60 A. fialBffeifii 40-65 ^ Schweinefleisch 65-75 A, Hammelfleisch 50-70 A, 1 Hahn 2-00-3-00- Gans Pfund 50 65 Ai Hermine Spies. Deutschland hat augenblicklich zwei Vertreterinnen des Altgesangs, die beide um den Kranz ringen und ihn beide verdienen, Amalie Joachim und Hermine Spies. Haben wir in dem letzten Concert Gelegenheit gehabt, erstere zu hören und zu bewundern, so wird, wenn kein tückischer Zufall hereinbricht, Hermine Spies uns am nächsten Sonntag mit ihrem Gesang erfreuen. Ihr Name ist auch unserer Stadt nicht mehr fremd, nicht blos die Leser der „Neuen Musikzeitung" kennen ihn und ihren Ruhm, wir alle haben selbst die Künstlerin schon vor zwei Jahren in unserem Clubsaale gehört und freuen uns herzlich, daß ein glücklicher Stern sie uns wieder zuführen wird. Was sie bet ihrem ersten Auftreten versprochen, hat sie gehalten; ihre Stimme hat sich herrlich und herrlicher entwickelt, ihre geistige Auffassung noch vertieft; wo sie drum singen mag, in Berlin, Leipzig, Cöln, Dresden, auf allen Musikfesten tönt ihr Ruhm. Das hiesige Concert muß, da es namentlich von Umwohnenden sehr besucht werden wird, — denn wer hat Gelegenheit, Hermine Spies so bald wieder zu hören, wer Amalie Joachim und ihre Rivalin in zwei kurz auf einander folgenden Concerten? — in Stein's Garten abgehallen werden, dessen großer Saal uns ja schon oft zu künstlerischen Genüssen vereinigt hat. Nicht in den Ocean der Kritiken will ich mrch stürzen, dort aus der Fluth in nothdürftigen Excerpten herauszuschöpfen, was einstimmig die Presse über die junge Altistin in sich überbietenden Urtheilen die Jahre hindurch schon berichtet hat und namentlich neuerdings bei ihrer jetzigen Concerttournee berichtet, nur erinnern will ich an das enthusiastische Referat von Eduard Hansl ick in der „Neuen freien Presse". Daß unser berühmter Aesthetiker und gestrenger Kritiker am Lobeparoxismus leide, läßt sich doch wahrlich nicht behaupten. Nun lese man fernen Bericht nach ihrem ersten Auftreten in Wien- ich würde ihn einen „Geleitsbrief" nennen; doch Hermine Spies bedarf keines solchen mehr, sie hat sich schon längst den Weg in die Herzen aller Musikfreunde erobert. X Darmstadt, 10. Decbr. Das Großh. Polizeiamt Darmstadt warnt heute wiederum vor dem wieder auftretenden Geheimmittel-Schwindel, indem es zwei dieser Ritter und deren Treiben öffentlich an den Pranger stellt. Es sind dies ein gewißer Th. Ko netz ky in Berlin, sowie ein früherer Lederhändler I. Heiden in Stuttgart. Der erstere will die Trunksucht im höchsten Stadium heilen und bedient sich dazu nach vorgenommener Analyse eines spirituösen Auszugs aus Aloe, Rhabarber und Safran Der Preis beträgt incl. einer Broschüre 17.50 je Heiden heilt Brust-, Lungen- und Schwindsuchtleidende. Seine Mittel sind Thee und Brust-Gelee. Dieser besteht in mit Zucker versetzten unreinen Pflanzenabkochuuaen, in welchen sich bei der Untersuchung Mücken vorfanden. Beide Mittel sind völlig wirkungslos und der Preis von 6 at em ungewöhnlich hoher. Die Menschenretter wurden wiederholt wegen Uebertretung der Medicinalpolizei- Verordnung mit Haft von 3 Wochen und 4 Wochen bestraft. Wir warnen eindringlichst vor Ankauf und Gebrauch dieser Geheimmittel. ™ ~ Die endgültige Eröffnung der Strecke Eberstadt-Pfungstadt für den Personen- Verkehr sindet nunmehr am 18. d. M. statt. Es werden in jeder der beiden Richtungen im Anschluß der Main-Neckar-Bahn 12 Züge verkehren. /X Mainz, 12. December. Die vor Monatsfrist von Gießen hierher über- gesiedelte „Hessische Volkszeitung" ist gestern das letzte Mal erschienen. JhMn Herausgeber sind vor seinem Hiersein von verschiedenen Seiten Versprechungen gemacht worden, die nachträglich nicht gehalten wurden, so daß man sich wegen Mangel an Abonnenten zum Eingehen entschließen mußte. Frankfurt a. M., 9. December. Eine hiesige Firma suchte einen Commis. Es meldeten sich nicht weniger als 361 Bewerber schriftlich. Der Neuangestellte correspondtrt in vier Sprachen und bezieht einen Gehalt von monatlich „75" Mark Es hattten sich Leute gemeldet, die mit 50, ja sogar mit 42 Mark zufrieden sein wollten. — [Reichsgerichtsentscheidung.^I Verweigert eine Ehefrau die Rückkehr in die von ihr verlassene Wohnung ihres Ehegatten bis zur Entfernung ihrer Schwiegermutter aus dieser Wohnung, weil die gegen ihren Willen mitwohnende Schwiegermutter unter wissentlicher Duldung des Ehemannes sie wiederholt beschimpft oder verächtlich behandelt hat, so können nach einem Urtheile des Reichsgerichts diese Thalsachen sehr wohl der Weigerung der Ehefrau zur Rückkehr den Charakter der Böslichkeit entziehen. Lübeck, 11. December. Wie den hiesigen Zeitungen gemeldet wird, sind an den dänischen Küsten folgende deutsche Schiffe gestrandet: Die Rostocker Brigg „Johannes" die Rostocker Bark „Scharnhorst", die Elsflether Brigg „Aradus", der Emdener Schooner „Hilka" und die Bark „Neptun" von Vegesack. Die Mannschaften wurden sammtlich gerettet, diejenige der Brigg „Aradus" mit großer Lebensgefahr durch Soldaten von Kronborg. Die Brigg „Johannes" ist total Wrack. i. ~ [Stuben! und „fliegende Dame".) Aus Prag weiß die „Politik" folgende pikante Studentengeschickte zu erzählen: „An einer hiesigen Mittelschule studirt seit Jahren ein junger Mensch, der mit seinen schönen mädchenhaften Zügen nicht selten den Verdacht erweckte, ein Mädchen zu sein. Der junge, überaus bescheidene Mensch war schon vaterlos und seine Mutter — eine Prager Bürgersfrau — lebte in überaus bescheidenen Verhältnissen. Um so mehr mußte es also auffallen, daß der junge Mann eine sehr sorgfältige Toilette machte und in seinem Auftreten keineswegs den Eindruck eines armen Studenten machte. Ja, noch mehr, alljährlich in den Ferien nach gut absoloirtem Studienjahre unternahm unser Held eme größere Reise in's Ausland, um dann um so freudiger das neue Studienjahr anzutrcten. Diese Umstände webten um den schonen Studenten ein förmliches Geheimniß. — Vor einigen Wochen fanden an der bezeichneten Prager Mittelschule die Maturitäts - Prüfungen statt und unter den Abiturienten, welche das Examen besonders günstig bestanden haben, befand sich auch unser räthselhafter Student. Nachdem er das Zeugniß der Reife in den Händen hatte, begab er sich zu seinem Klassenlehrer und sagte demselben beiläufig Folgendes: „Ich weiß, daß man mich an unserer Anstalt, sowohl Lehrer als auch Collegen mit zweideutigen Blicken angesehen, und daß man fick angesichts der Mittellosigkeit meiner Mutter über meinen verhältnißmäßig großen Aufwand wunderte. Ich fühle mich nun gedrängt, Ihnen beim Scheiden von der Anstalt eine Aufklärung zu geben. Ich bin I Literarisches. Weihnachtstisch. Zu den sinnigsten und vornehmsten Weihnachts- fh h htn offenbar diejenigen literarischen Erzeugnisse, welche dazu bestimmt Lif hJa resr CI£ Empfindungen rm menschlichen Herzen wachzuhalten und den Geist £ £ E°le und Schone zu richten. Nach dieser Richtung hat C. A. Koch's Verlags- ftr*nnnn^m1!9h(3'll^eMb»fd,)~i5 ?eipii9 bin-Reihe sehr glücklicher Griffe gcihan, indem 1 »ber?ellcbteften Schriftstellerinnen, Elise Polko und Helene Stökl, h^"sgab, welche in reizender Mannigfaltigkeit jeden Weihnachtstiich m Herz erfreuen durften. Diesen Werken voransteht zumal Elise Polko's 9 2 Sn attm (Leipzig, C. A. Koch's Verlag. Preis eleg. geb. fiiwLr Är LCU! tiefempfindendes Frauengemüth in ebenso anmuthiger als ° § ^rühmte Thema vom menschlichen Herzen und seinen Räthseln t'E sick von derselben Verfasserin ein ganz neues, reizendes Aussen Cm,a mit Sprüchen für das weibliche Leben und eleg^ausgestattet 3 'St)™"5 Fachersprache. (Leipzig, C. A. Koch's Verlag. Preis nhPt "Wte^ebt man glücklich Ein Handbuch der mehr ß SBege gu innerem und äußerem Wohlbefinden. Preis 1 JL E. Koenitzer's Verlag m Frankfurt a. M. Empfehle goltaie Brilhii ii- Pinmiez Repertoir der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. M. Opernhaus. Dienstag den 14. December: 2. Vorstellung des Weber-Cyclus. Silvana. Mtttelpreise. Mittwoch den 15. December geschlossen. m Donnerstag den 16 December: Dritte Vorstellung des Weber-Cyclus. Neu Neu einstudirt: Abu Hassan. Hierauf: Preciosa. Mittelpreife. Freitag den 17. December geschlossen. . ?cn 18- December: Vierte Vorstellung des Weber-Cyclus. Prolog zur WOjabngen Geburtstagsfeier Webers von Friedr. Stoltze. Neu einstudirt: Der Frersckutz. Große Preise. Sonntag den 19. December: Fünfte und letzte Vorstellung des Weber-Cyclus. Oberon. Große Preise. _ Gcharrspielharrs. Dienstag den 14. December: Drei Paar Schuhe. Große Preise. Mittwoch den 15. December: Hamlet. Große Preise. Donnerstag den 16. December geschlossen. Freitag den 17. December: Die Geier-Wally. Große Preise. Samstag den 18. December: Der schwarze Schleier. Große Preise. Sonntag den 19. December: Der Hüttenbesitzer, Große Preise._________ Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde Heute, Montag, Abend 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinderschule, Markus Kap. 3, von Vers 20 an, Pfarrer Dr. Naumann. Donnerstag den 16. December, Abends 8 Uhr, in der Kirche, 3. Advents- Wochengottesdrenft; der Advent des Herrn in Herrlichkeit am Tage seiner Zukunft, Pfarrer vr. Naumann. Einzig« König!. Belg. Postflampfer der rrwnwwiM Giessener Coneertverein unter Zur 8924 Hamburger Asch- u. Delicatessen-Handlung. i. C. M. v. Weber. 3. 4. Jos. Haydn. von 5. fC-Ä 6. 7. Begleitung der Lieder hat Herr Dr. K. W alther gütigst überund Fahrvorriehtun£r. o o Job. Brahms. Franz Schubert Bugg. Giovannellk Eugen d'Albert » r> U 0 © © • L- 1 iioyapw, noresken, jckenßOPf. rtale in allen des Laz. i i 2 IL 1 vollständ. Bett, Bilder, Spiegel. Kassaschrank, 1 Stoßkarren und Pferde. .,W' Geißler, Gerichtsvollzieher. 8 e v Der fortelager stimmt statt. 8920 MlM a. M. M-Lyclus. eil»1”1' Ouvertüre zur Oper „Oberon“ Direkte Postlinie Bedeutendes Lager in : TriiimpliKhippsttililen, Kl.18meElfischen in Holz und Eisen, Nähtischen. Servistischen. Hnbenstischen, Rauchtischen, Salontischen, Nipptischen, Krankentischen, Danienschreibtischen, Patentklapptischen, Kleiderständer, Bin menst än erhalten habe. Durch die vermehrte Anzahl der Walzen bin ich nunmehr in der Lage, möglichst viel Abwechslung in Las tägliche Concert bringen zu können. Aus der reichen Fülle der verschiedensten Musikpiecen hebe ich neben den Musikstücken leichteren Genres, als Tänze von Strauß, Millöcker, Faust u. a., ferner Lieder, Potpourri's, Märsche rc. ganz besonders die vorzüglichen Ouver- turen hervor, von welchen ich unter anderen erwähneQuoerture zur Oper „Zampa" von Herold; Ouvertüre zur Oper „Weiße Dame" von Boieldien; Ouvertüre zur Oper „Dichter und Bauer" von Supp6; Ouvertüre comique non Kcker-Bela; Ouvertüre zur Operette „Banditenstreiche" von Suppe rc. Vorstehendes zur geneigten Kenntnißnahme bringend zeichnet mit vorzüglicher Hochachtung 6936 Pb. Kreiling, ____________Restauration, zum Gi-ana.brin.us. ” Bekanntmachung! Beschlußfassung der Generalversammlung der Vorschußocreinskasse E- G. zu -Ettingshausen und zwar: „ 1) Neue Einlagen werden vom 1. Januar 1887 zu 3Vr °/o verzrnst; 2) Gegen Hypotheken wird zu 4y2% ausgeliehen; 3) Gegen Bürgschaft wird zu 5 °/o ausgeliehen ; 4) Kaufschilling werden zu 5% Zmsen und V2% Hebegebuhren angekauft; 5) Lur Empfangnahme oder Beischreibung der am Ende d. I. fällig gewordenen Zinsen von den eingelegten Kapitalien sind nachstehende Geschäftslage festgesetzt und ^ar Mittwoch -en 15. December 1886 Mittwoch „ 22. „ H Mittwoch „ 29. „ m Mittwoch 5. Januar 1887» Der Rechner der Borschußver-.askaffe EttrngShausen. Hahn. o9I9 8938] Lebendsrische Schellfische u. j Backfische . Nothaugen), dtv. Alutz- u. t Seefische empfiehlt heute und täglich eintreffend A. Koch Nachf., Hamburger Fisch« u. Delikateffenhandl. Eine in untadelhaftem Zustand sich befindliche Jtnrmer Douche (kaum gebraucht) wird billigst abgegeben. [8913 Näheres in der Expedition d. Bl. 8918 Eine junge graue Hündin mit weißen Vorderfüßen und Brust, zugelaufen auf dem Braunstein-Bergwerk. Der Eigenthümer hat sich alsbald zu melden. 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