487» affe« aroni, oni, PPcnfa^en in Vieler, 16. prelsl Pfund 211 2.50. ife fe Nerfeife Soda M He-Salz ehl enmehl en-Stärke im-Glanz- ugetblau billigen 3405 sei. rie f Rattia« ist Win. Monarchie, i Staaten- aber. )O Mark. Mark. Mark. orf\ 0 Ml, .zu chatte, so- itur erfeld, -hast. II' - Sip 5954 liftcb« i^n. t unpfyW Z Bdchen- »chen, e». iut ortige» ■*S .'S Nr. 213. Dienstag den 14. September 1886. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Vureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. PreiK vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. .......................... ir i i Politische Ueberficht. Gießen, 13. September. Die „Natisn al-Zeitung" knüpft an die Vorlegung des Handelsvertrages mit Spanten folgende Betrachtung: „Anläßlich des neuen Handelsvertrages mit Spanien ist eine bemerkenswerthe Verschiebung in der spanischen ' Handelspolitik zu constatiren, die, während die Verlängerung des bestehenden Vertrages erfreulich ist, für die Zukunft mindestens zweifelhafte Aussichten eröffnet. Jak Gegensatz zu vielen anderen Staaten des europäischen Kontinents hat Spanien, als es im Jahre 1882 die wichtigsten Handelsverträge mit anderen Staaten, vor Allem den Vertrag mit Frankreich abschloß, erhebliche Herab- setzungen seines freilich sehr hohen Zolltarifs vorgenommen. Gleichzeitig wurde damals im Gesetz eine weitere Ermäßigung vieler Sätze des spanischen Tarifs für das Jahr 1887 in Aussicht genommen, deren Verwirklichung der Begutachtung durch eine besondere Commission vorbehalten blieb. Jetzt hat nun aber dasselbe Gesetz, welches die spanische Regierung zur Verlängerung der im Jahre 1887 ablaufenden Handelsverträge ermächtigte, diese für das nächste Jahr stipulirte Ermäßigung der Zölle bis zum Jahre 1892 hinausgeschoben. Alsdann sollen durch eine Special-Commission die Wirkungen der Handelsvertrags-Politik aus die wirthschaftliche Lage Spaniens untersucht und je nach dem Ergebniß in dem Taris, für welchen die Regierung dann nach dem Abläufe aller Tarifverträge wieder völlig freie Hand gewonnen haben wird, die nothwendigen Aende- rungen vorgenommen werden. Wie man sieht, ist durch dieses Gesetz nichts anderes, als eine vorläufige Einstellung der sreihändlerischen Tarif-Reformen in Spanien ausgesprochen worden. Bei der Befriedigung über das Zustandekommen des neuen Vertrages darf also nicht außer Acht gelaffen werden, daß die weiteren Ermäßigungen des spanischen Zolltarifs, aus welche man bisher für das Jahr 1887 hoffen durfte, suspenoirt worden sind. Wie sich die spanische Zollpolitik nach Verlaus von 5 bis 6 Jahren gestalten wird, muß abgewartet werden?" Run, hoffentlich wird die weitere Entwickelung der handelspolitischen Beziehungen zwischen Deutschland und Spanien dieser ziemlich pessimistischen Auffassung des genannten Berliner Blattes nicht entsprechen. Die diesjährigen großen Manöver sollen eine Reihe von neuen Einrichtungen aus dem Gebiete der Feldpost zu bewähren haben. Es wird auch die Feldpost in die Manöver einbezogen und man sieht den Berichten über die neue Einrichtung mit Spannung entgegen. Zum französischen Botschafter in Berlin ist nicht Billot, der Gesandte Frankreichs in Lissabon, ernannt worden — wie es zuerst hieß — sondern Jules Herbette, Director im Pariser auswärtigen Amte. Herbette ist ein Anhänger der gemäßigt-republikanischen Partei und gilt als ein besonderer Vertrauensmann des Conseil-Präsidenten Freycinet — wie dies schon aus seiner Stellung hervorgeht — sowie des Präsidenten Grevy selbst. Der neue Botschafter wird also die politischen Anschauungen der ersten leitenden Persönlichkeiten Frankreichs aus unmittelbarer Quelle am Berliner Hofe zur Kenntniß bringen können und dies wird vielleicht nicht zum Wenigsten dazu beitragen, Herrn Herberte die Einführung in seine neue, viel Tact und Umsicht erfordernde Stellung zu erleichtern. An Stelle Herbette's wurde Rabel, der frühere Cabinets- Ches des Minister-Präsidenten Freycinet, zum Director im auswärtigen Amte ernannt.^ russischen Hauptstadt geht wieder einmal das Gerücht um, die Stellung des Ministers v. Giers fei bedenklich erschüttert. Kaiser Alexander soll mit dem Gange der nun schon seit Jahr und Tag Bulgariens wegen geführten diplomatischen Campagne höchst ungehalten sein und seine Unzufriedenheit mit der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten durch Herrn v. Giers deutlich zu erkennen gegeben haben. Es heißt deshalb, daß in den politischen Kreisen Petersburgs die Möglichkeit eines Rücktrittes des Ministers ganz ernsthaft erwogen werde und nenne man als seinen eventuellen Nachfolger schon den russischen Botschafter in Paris, Baron Mohrenheim. — Von der angeblichen Erschütterung der Stellung des Herrn v. Giers ist schon mehrfach die Rede gewesen, ohne daß sich die Prophezeihungen seines Sturzes bis dato erfüllt hätten; daß derselbe den Wünschen und Neigungen gewisser panslavisti- scher Politiker entsprechen würde, mag freilich richtig sein. Uebrigens nimmt sich die Behauptung, daß der Czar über den Gang der bulgarischen Angelegenheit gereizt sei, jetzt, wo mit der freiwilligen Entfernung des Fürsten Alexander aus Bulgarien die russische Politik einen offenbaren Triumph gefeiert hat, zum Mindesten doch recht sonderbar aus! Deutschland. Darmstadt, 12. September. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom Heutigen geruht: Dem Ministerialrath im Staatsministermm Karl v. Werner den Charakter als „Geheimerath" zu verleihen. Darmstadt, 12. Septbr. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Dem Kreisarzt des Kreisgesundheitsamte» Gießen, Dr. Köhler, den Charakter cüs „Medicinalrath" —, dem ordentlichen Professor an der Landes- Universität, Dr. Konrad Eckhard, den Charakter als „Geheimer Medicinalrath" —, dem ordentlichen Professor an der Landes-Universität, Dr. Etienne La spe y r e s, den Charakter als „Geheimer Hofrath" —, dem Kreisschul- Znspector bei der Kreisschul-Commisfion Gießen, Friedrich Büchner, den Charakter als „Schulrath" —, dem Rechtsanwalt Karl Diery zu Gießen den Charakter als „Justizrath" — und dem Präsidenten der Handelskammer zu Gießen, Eduard Silbereisen, den Charakter als „Commercienrath" — zu verleihen. Darmstadt, 12. September Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 12. September dem Kreisrath Alfred Klietsch zu Büdingen, dem ordentlichen Professor an der Landes-Universität, Dr. Bernhard Stade, dem ordentlichen Professor an der Landes-Universität, Dr. Gustav Kretschmar» dem Landgerichtsrath Dr. Ludwig v. Schmalkalder zu Gießen, dem Ober-- Amtsrichter Karl Sellheim zu Friedberg — das Ritterkreuz 1. Klaffe —, dem seitherigen Oberlehrer Nicolaus Bitsch zu Friedberg das silberne Kreuz des Verdienst Ordens Philipps des Großmüthigen —, den Gefangen-Aussehern im Landeszuchthause Marienschloß, Johann Jacob Dem und Jacob Grünewald — das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für treue Dienste" — zu verleihen. — Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Dem Steuerausseher Georg Röder zu Gießen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für treue Dienste" —, den Oberförstern Ferdinand Vigelins zu Grünberg und Karl Koch zu Maulbach den Charakter al» „Forstinspector" —, dem Rentamtmann Karl Welcker zu Gießen den Charakter als „Domänenrath" zu verleihen. Berlin, 11. September. Nach einer vom Minister v. Bötticher erlassenen Bekanntmachung findet die Eröffnung des Reichstages am 16. ds., Nachmittags 2 Uhr, im Reichstagsgebäude statt. — Den „Berl. Polit. Nachr." zufolge ist im Befinden des Reichskanzlers wesentliche, wenngleich zunächst nur leichte Besserung eingetreten. Derselbe vermag aus kurze Zeit sich vom Sopha zu erheben und einige Minuten aus- und niederzugehen. Wiesbaden, 11. September. Der Juristentag hat sich in seiner heutigen Plenarsitzung unter Ablehnung des Abtheilungs-Beschluffes, dahin ausgesprochen, daß die Schöffengerichte sich im Allgemeinen in der Praxis bewährt hätten, daß jedoch die dermalige Einrichtung des schwurgerichtlichen Versahrens uner Reform dringend bedürftig sei. München, 11. September. Ein Erlaß des Regenten ordnet neben geringen Aenderungen in Betreff der Adjustirnng des bayerischen Heeres die Ersetzung des Raupenhelmes durch den preußischen Helm an. Straßburg i. E., 11. September. Die Kaiserparade des 15. Armeecorps ist glänzend verlaufen. Se. Majestät der Kaiser fuhr die Fronten der in zwei Treffen, aufgestellten Truppen ab und ließ, im Wagen stehend, dieselben einmal an sich vorüber- marschiren, die Infanterie in Compaaniefront, die Kavallerie in halben Schwadronen. Der Großherzog von Baden führte oas Rheinische Manen-Regiment Nr. 7 und das 1. Badische Leib-Dragoner-Regiment Nr. 20, der Großherzog von Hessen das Großh. hessische Leib-Dragoner-Regiment Nr. 24, dessen Chef er ist, an dem Kaiser vorüber. Se. Königl. Hoheit Prinz Albrecht begleitete das braunschweigische Infanterie-Regiment Nr. 92. Se. Majestät der Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin verließen nach 1V3 Uhr das Paradefeld. Allerhöchstdieselben wurden bei der Hinfahrt, wie bei ber Rückfahrt überall mit stürmischem Jubel begrüßt. Um 5 Uhr fand im Offiziercasino das Paradediner statt, an welchem Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, alle anwesenden fürstlichen Gäste nebst ihrem Gefolge, sowie die Generäle und die bei der Parade in der Front gestandenen Stabsoffiziere theilnahmen. Irankreich. Paris, 11. September. Die Wahl Herbette's als ftanzösischer Gesandter anr Berliner Hofe wird in den Zeitungen als ein Beweis für die ausgezeichneten Beziehungen zu Deutschland angesehen. — Der französische Forschungsreisende Soleillet ist in Aden gestorben. England. Loudon, 11. September. Das Unterhaus nahm in erster Lesung Parnell's irische Bodengesetzbill an und setzte die zweite Lesung auf Dienstag fest. — Wie die „Morning - Post" erfährt, wird der heutige Cabinetsrath über die Antwort auf die letzte Note der Pforte bezüglich Bulgariens berathen. Es handle sich um eine sehr ernste Frage, ob die Signatarmächte Rußland gestatten wollen, die Unabhängigkeit Bulgariens zu zerstören und sich die Straße nach Konstantinopel auf- zuschließen. Aus einem Vergleich des neuesten Artikels des „Journal de St. Petcrs- bourg" mit der türkischen Note folgert die „Morning-Post", daß das viel behauptete Einvernehmen zwischen Rußland und der Pforte über die bulgarische Frage nicht existiren könne. — Der Botschafter Sir Edward Thornton ist gestern aus Konstantinopel abgereift. Kparüea. Madrid, 11. September. Der Gesundheitszustand der Königin und des Königs ist ausgezeichnet, gegentheiltge Nachrichten sind unbegründet. Rußland. Petersburg, 11. September. Das Kaiserpaar Ist gestern Vormittag in Br- gleitung des Großfürsten in Brest-Litowsk eingetroffen und am Bahnhofe von den Spitzen der Behörden und Deputationen der Stadt, des Adrls und der Bauernschaft begrüßt worden. Giers, welcher bereits gestern bei den Majestäten in Wyssoko-Lrtows eingetroffen, begleitet dieselben nach Brest. Rumänien. Bukarest, 11. September. Dem „Etoile Roumaine" zufolge ist der Chef des Consular-Departements Lahovary anstatt des nach Rom versetzten Roseiti zum ersten Gesandstchastsseeretär in Petersburg ernannt. Der bisherige Gesandtschastssecretar in Rom, Papiniu, ist auf den Posten Lahooary's berufen. MtgrsphMs Drprschrs. teSr-r. Lorrrspatt-eVS'tvunss«. Straßburg i. E., 12. September. Bei dem gestrigen Paradediner brachte Se. K. u. K. Hoheit der Kronprinz im Namen Sr. Majestät des Kaisers einen Toast auf das 15. Armeecorps, das sich bei der Parade die Allerhöchste Anerkennung in gewohnter Weise erworben habe, aus. Der commandirende General von Heuduck gab dem Danke des Armeecorps Ausdruck und schloß mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, in welches die Theilnehmer an dem Diner enthusiastisch einstimmten. Ihre Majestät die Kaiserin ertheilte heute Mittag einige Audienzen und gedenkt morgen die Vorstände der hiesigen Wohlthätigkeitsvereine zu empfangen. Heute Nachmittag wohnten Se. K. u. K. Hoheit der Kronprinz, die übrigen Fürstlichkeiten und der Statthalter Fürst Hohenlohe dem Offizier-Wettreiten auf der Sporeninsel bei Kehl bei. — Heule Vormittag 10V, Uhr sand in der protestantischen Thomaskirche Gottesdienst hatt, welchem Ihre Majestät die Kaiserin, Se. K. u. K. Hoheit der Kronprinz, der Großherzog von Baden und andere Fürstlichkeiten beiwohnten. Divisionspfarrer Herrmann sprach das Gebet, Divisionspfarrer Steinwender hielt die Predigt. Auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers, der sich ein wenig ermüdet fühlt und deshalb auch gestern bei dem Galadiner, sowie in der Theater-Vorstellung nicht erschienen war, ist der auf heute Mittag 121/, Uhr angesetzt gewesene Empfang des Ministeriums, der Geistlichkeit, des Staatsrathes, des Landesausschusfes und des Gemeinderathes auf einen der nächsten Tage verschoben worden. Der Grobherzog von Hessen erhielt heute früh 8 Uhr anläßlich seines Geburtstages den Bestich des Kronprinzen und begab sich um 8Va Uhr nach Darmstadt, von wo er Nachts zurückkehren wird. Am frühen Morgen hatte Staatsminister v. Hofmann dem Großherzog, der bei ihm abgestiegen ist, eine Morgenmusik durch die Kapelle des Württembergischen Regiments bringen lassen. Bromberg, 12. September. Nach dem amtlichen Resultat erhielt bei der Hiesigen Reichstags-Stichwahl Hahn (cons.) 6019, Koinierowski (Pole) 4200 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. Marseille, 12. September. Marquis Tseng, welcher heute nach China ab- reisen wollte, hat seine Abreise in Folge des Gesundheitszustandes seines Sohnes verschoben und wird sich heute Abend nach der Schweiz begeben. Brüffel, 12. September. Vandersmissen wird sich nach dem Elsaß begeben, -um den Kaiser Wilhelm im Namen des Königs zu begrüßen. Petersburg, 12. September. Heber die am 10. ds., Abends, 8 Uhr, in Brest- Litowsk erfolgte Ankunft des Prinzen Wilhelm von Preußen berichtet der „Negierungsbote" Folgendes: Auf dem Bahnhofe, auf welchem eine Ehrenwache von dem 11. Re- seroe-Jnfanterie-Bataillon mit der Fahne und der Musik aufgestellt war, waren zum Empfange des Prinzen anwesend der Kaiser, der Großfürst Thronfolger, sowie die übrigen Großfürsten. Der Kaiser und die Großfürsten hatten preußische Uniform mit Preußischen Ordensbändern, der Prinz Wilhelm russische Uniform angelegt. Bei der Ankunft des Prinzen Wilhelm intonirte die Musik der Ehrenwache die preußische Hymne. Vom Bahnhofe aus fuhr der Kaiser mit dem Prinzen Wilhelm nach der Festung, wo letzterer die Kaiserin begrüßte. Hierauf fand bet dem Kaiserpaare zu Ehren des Prinzen ein Diner von 70 Gedecken statt, an welchem auch das Gefolge des Prinzen theilnahm. Bei der Tafel saß der Prinz rechts von der Kaiserin, links von derselben der Kaiser. Auf Befehl des Kaisers sind dem Prinzen während seiner Anwesenheit der Generaladjutant Fürst Schachowskoj und der Flügeladjutant Fürst Bjelosselsky attachirt. Bald nach dem Diner wohnten das Kaiserpaar, Prinz Wilhelm und die übrigen Herrschaften der nächtlichen Armirung einer Lünette bei. Für den Prinzen Wilhelm ist in einem Hause nahe dem Nikolaithore (Festungsthor) Wohnung hergerichtet. Gestern fand anläßlich des Namenstags des Kaisers Vormittags in der Festungskathedrale ein Tedeum und Kirchenparade statt. Zu derselben erschienen der Kaiser und die Kaiserin, Prinz Wilhelm, sämmtliche Großfürsten und Prinz Alexander ] von Oldenburg. Gegen 1 Uhr Nachmittags fand im Officicrsclub ein Dejeuner zu 215 Gedecken statt, an welchem die Herrschaften und deren Gefolge theilnahmen. Am Samstag Vormittag stattete der Prinz Wilhelm dem Kaiser und den übrigen Herrschaften Besuche ab. Sofia, 12. September, In Philippopel haben, hier eingegangenen Nachrichten zufolge, unbedeutende Ruhestörungen stattgefunden, indem eine Anzahl Anhänger des Fürsten Alexander sich vor dem russischen Consulate zusammenschaarte, wo sich gleichzeitig auch Gruppen von russisch gesinnten Bulgaren gebildet batten. Die Polizei schritt sofort ein und zerstreute die Anwesenden. Lokale-. Gieße«, 13. September. Samstag den 18. l. M., Vormittags 9 Uhr, findet eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhesfen statt, in welcher zur Verhandlung kommt: 1. Klage des Ortsarmenverbandes Bettenhausen gegen den Ortsarmenverband Muschenheim wegen Unterstützung rc. des Christian Wirth. 2. Klage des Ortsarmenverbandes Bremen gegen den Ortsarmenverband Appenrod wegen Unterstützung der Marie Anna Margarethe Kirch. 3. Klage des Ortsarmenverbandes Friedberg gegen den Ortsarmenverband Zell wegen Unterstützung des Georg Wehnes. Gieße«, 13. September. Zur Feier des hohen Geburtstages Sr. König!. Hoheit des Großherzogs wurde gestern im Hötel Einhorn ein Fest-Essen abgehalten. Die öffentlichen Gebäude waren beflaggt. — Eine allen Gießenern wohlbekannte unv allgemein beliebte Persönlichkeit, Herr Philipp Bauer I., unser langjähriger treuer Thürmer, wurde gestern plötzlich durch einen Schlaganfall von diesem Leben abgerufen. Der Verewigte war vor Kurzem erst in sein 70. Jahr eingetreten, verfügte über bedeutende musikalische Kenntnisse und war längjährigcr Dirigent mehrerer Vereine, insbesondere des nach seinem Namen gemannten Bauer'schen Gesangvereins. Verwischte-. Bad Nauheim. Der „W. A." schreibt bezüglich der Angelegenheit Pacher: Die Militärbehörde hat über das Ableben Pacher's weitere Erhebungen gemacht und hierbei festgestellt, daß das Portemonnaie des Pacher auf einem Anbau der Schimpf'schen Hofraithe hier aufgefunden wurde. Dieser Umstand führte zu weiteren gerichtlichen Erhebungen und ist am 8. September das Divisionsgericht von Darmstadt hierher- gekommen. Eine Ausgrabung der Leiche hat nicht stattgefunden; die Gerüchte über einen vorliegenden Mord sind sicher unbegründet, wie ja auch die Leiche keine Spuren von Verletzungen an sich trug. Am 8. September Nachmittags wurde das Neben- dassin des Soolsprudels abgelassen, in welchem die Leiche Pacher's gefunden worden war. Es fand sich da ein Portemonnaie mit Geld, ein Taschentuch und eine Cigarren- fpitze. Wenn diese Gegenstände, wie anzunehmen und wohl festzustellen ist, Pacher's Eigenthum sind, so entfallen alle Verdachtsgründe für ein gewaltthätiges Ende desselben. Wenn der Tod des Unglücklichen eine wohlthätige Wirkung hatte, so dürfte es die sein, daß das lichtscheue Gesindel, das sich jeden Abend von Frankfurt hier einzufinden und die harmlosen Spaziergänger zu belästigen pflegt, in Folge der verstärkten Thätigkeit "der Polizei ausbleibt. Darmstadt, 11. September. Heute Nacht um 2 Uhr brach in der chemischen Fabrik der Firma Merk Groß-Feuer aus. Die Ursache der Entstehung soll in der Explosion eines Aether-Ballons zu suchen sein. Nur dem thatkräftigen und mutbigen Eingreifen unserer Feuerwehr ist es zu danken, daß das Feuer auf seinen Herd beschränkt blieb und keine weiteren Dimensionen in dem an Brennstoff so reichen Etablissement annahm. X Darmstadt, 11. September. Unsere Dampfstraßenbahn forderte heute ihr erstes Opfer, indem in Bessungen ein etwa 5 Jahre alles Kind überfahren wurde, welches auf der Stelle tobt blieb. — Der Geburtstag Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs wurde, wie auch in den früheren Jahren, durch ein Festessen im Hotel Traube, an welchem alle Stände der Bevölkerung Darmstadts Theil nahmen, sowie durch ein solches im Offiziercasino gefeiert. Sämmtllche öffentliche, sowie Privatgebäude sind mit Fahnen geschmückt. Hanau, 9. September. Nach einer Depesche aus Kassel bewilligte der Lcmdes- ausschuß zum Grimmdenkmal zunächst aus disponiblen Mitteln in laufender Finanz- periobe 3000 JL Köln, 8. September. Das hiesige Oberlandesgericht hat nun auch in der Frage, ob die Theilnehmer an einer Controlversammlung nur während der Dauer derselben oder den ganzen Tag dem Militärgesetze unterworfen sind, Stellung genommen. Die Sache selbst betrifft einen Handwerker, welcher von der Controlversammlung kommend, an der Neumarktskaserne einen Posten und einen Unteroffizier beleidigte. Das Schöffengericht hatte sich in dieser Angelegenheit für incompetent erklärt, weil es der Ansicht war, der Beschuldigte gehöre vor das Militärgericht. Das Landgericht erklärte bieje Anschauung für irrig und verwies die Sache an das Schöffengericht zurück, welches nunmehr den Angeklagten in eine Geldstrafe verurtheilte. Die Staatsanwaltschaft, welche in dieser Sache den Standvunkt des Landgerichts einnahm, hatte gegen das Urtheil Berufung eingelegt und die Strafkammer das erste Urtheil bestätigt. Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein und nun trat das Oberlandesgericht in seiner letzten Sitzung den in den Vorinstanzen klargelegten Gründen bei, nach welchen der Controlbesuchende „nur während der Versammlung dem Militärgesetze unterstellt sei, nach Beendigung derselben aber wieder in sein Civilverhältniß zurücktrete." Es ist diese Entscheidung um so wichtiger, als unsere oberste Militärgerichtsbarkeit, entsprechend verschiedenen Reichsgerichtsentscheidungen, bislang den entgegengesetzten Standpunkt vertreten hat. — sAuch ein Jubiläums Aus Hamburg schreibt man der „Königsberger Hartung'schen Zeitung": Es werden in diesen Tagen 25Jahre verflossen sein, seitdem das heute über den ganzen Erdball verbreitete Petroleum in Deutschland eingeführt ist. Es war im Jahre 1861, als in Europa die ersten Versuche gemacht wurden, das Petroleum gegenüber dem bis dahin allein herrschenden Rüböle Eingang zu verschaffen. In den 25 Jahren hat das „Steinöl", wie es in den ersten Jahren der Einführung hieß, das Bürgerrecht in allen Haushaltungen erobert. Im Jahre 1861 wurden in Hamburg kaum 50,000 Gentner als erster Versuch eingeführt und der Preis mit etwa 25 JL pro Centner notirt. Im letzten Jahre belief sich die Einfuhr von Petroleum auf 2,876,000 Centner mit einem Werthbelrage von 22 Mill. JL Der Preis ist auf 7Vr pro Centner gefallen. Es war eben durch diesen billigen Preis möglich, das Petroleum zu einem Allgemeingut zu machen. Gleichzeitig ist Hamburg der erste Platz in diesem Einfuhrartikel auf dem (Kontinent geworden; es hat London im Petroleumhandel längst überholt. — Im „Militär-Wochenblatt" wird das in diesem Jahre besonders häufige Vorkommen von Unfällen durch Hitzschlag besprochen und daran erinnert, daß ärztlicherseits als Ursache von Hitzschlag die directe Einwirkung von Sonnenstrahlen auf das Genick, also den zwischen Hinterkopf und Schultern gelegenen Theil des Halses, angesehen werde. Zur Verhütung einer derartigen schädlichen Einwirkung wird vorgeschlagen, den bereits bei Manöver rc. in der Armee eingeführten weißleinenen Helmüberzügen, biejur Unterscheidung von Freund und Feind dienen sollen, nach dem Genick zu die Form eines Schleiers zu geben, der bis zu den Schultern reicht. In ähnlicher Weise schützt sich bekanntlich auch bereits seit langer Zeit die englische Armee in Indien und Egypten gegen die Sonnenstrahlen. Neben frühzeitigem Ausrücken, rechtzeitigem Rendezvous und öfterer Verabreichung von nicht zu kaltem Trinkwasser, würde das „Mil.-Wochenbl." die Einführung des Schleiers für geeignet halten, um eine ganz bedeutende Abnahme der erwähnten Unglücksfälle herbeizuführen. — In Sofia haben sich viele deutsche Handwerker niedergelassen auf die Kunde hin, daß dort ein großer baulicher Umschwung eingetreten sei. Als aber die Bulgaren und namentlich die in Sofia stark vertretenen Macedonier den Deutschen die einzelnen Handwerke genugsam abgeguckt zu haben glaubten, bewirkten sie folgenden Erlaß der Regierung: Sofia, 22. Januar 1886. Da uns die fremden Unterthancn viele Schwierigkeiten durch ihre Consulate machen, so beauftragen wir die Postojana, ständige Commission, und die Upravlijemen, Präsecturen, daß man fremden Unterthanen in ihren unternommenen Arbeiten so viele Schwierigkeiten und Umständlichkeiten mache, wie nur möglich, damit dieselben gezwungen sind, weitere Unternehmungen zu unterlassen. Bei Licitativnen soll man, was nur irgend möglich ist, beanstanden oder verzögern, damit Fremde abgehalten werden, ferner auf Arbeiten zu licitiren. (gez.) Popow, Direetor der öffentlichen Bauten. Die deutsche Colonie in Sofia wünscht, daß diese Thatsachen in deutschen Zeitungen bekannt gemacht werden. — sVacante Stellen für Militäranwärter im Bezirk des 11. Armeecorps.) Cassel, Postamt, Postschaffner im inneren Dienst, zunächst auf vierwöchenlliche Kündigung, 800 JL Gehalt und 180 Wohnungsgeldzuschuß. Gelnhausen, Postamt, Packetträger, auf vierwöchentliche Kündigung, 750 JL. Gehalt und 72 JL Wohnungsgeldzuschuß. Weimar, Postamt, Postschaffner, auf vierwöchenlliche Kündigung, 800 JL Gehalt und 144 JL Wohnungsgeldzuschuß. — Im Bezirk der Großh. hessischen (25.) Division: Mainz, Großh. Oberstaatsanwaltschaft in Darmstadt, Gefangenenwärter am Großh. Provinzialarresthause Mainz, auf Widerruf, eine baare Remuneration von 800 JL jährlich. Schiffs- Bewegung der Postdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellfchaft. Hamburg, 11. Septbr. Das Deutsche Dampfschiff „Polynesia", Capitän A. Kühn, ist am 10. September, 6 Uhr Abends, wohlbehalten in New-Aork angekommen. Handel und Werketzr. Grün berg, 11. September. (Fruchtpreise.) Weizen JL 16.70, Korn JL 14.00, Gerste Jt. 12.00, Hafer 10.60, Erbsen 00.00, Linsen 00.00, Lein JL 00.00, Samen 21.00, Kartoffeln JL 0.00, Wicken 00.00. Frankfurt, 11. September. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter JL 4.00—5.00, Eier das Hundert JL 5.00—5.50, Butter per Pfund JL 0.90 bis 1.10, Weißkraut per Stück 12—20 H, Rothkraut per Stück 15—25 Kohlrabi per Stück 3—4 H, Ochsenfleisch per Pfund 45—70 H, Kuh- u. Rindfleisch 45—60 H, Kalbfleisch 40—60 H, Schweinefleisch 65—70 H, Hammelfleisch 50—70 H, 1 Halm JL 0.70-1.80, 1 Huhn JL 1.00—2.50, 1 Ente Jt 2.00-3.00, 1 Gans JL 3.00—7.00 1 Taube 40—70 H, Welsche JL 0.00-00.00. Kepertoir der Vereinigten Stadttheater ju Iranksurt a. K. Opernhaus. Dienstag den 14. September: Silvana. Große Preise. Mittwoch den 15. September: Trompeter von Säkkingen. Außer Abonnement. Große Preise. Donnerstag den 16. September: Lohengrin. Große Preise. Freitag den 17. September: Madame Favart. Außer Abonnement. Kleine Preise. Samstag den 18. September: Königin von Saba. Große Preise. Sonntag den 19. September: Oberon. Große Preise. Schauspielhaus. Dienstag den 14. September: Krieg im Frieden. Große Preise. Mittwoch den 15. September: Ein Freund der Frauen. Große Preise. Donnerstag den 16. September geschlossen. Freitag den 17. September: Egmont. Große Preise. Samstag den 18. September: Neu einstudirt: Die Geier-Wally. Große Preise. Sonntag den 19. September: Die Geier-Wally. Große Preise. Tewpevstur der Lahn. Am 13. September, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16Va", Luft 22° R. im Schatte«. L. Cbr. Rubi am en. Zur gefi. Beachtung. Schriftliche Anfragen wegen AuskunftserchrtruAg über Inserate rc. können wtr mir dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegt ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten einzurercken find, ist die bition w» keinerlei Auskunftsertheilungen befugt. Offertenbrisfe sind — soweit Mne bestimm««» gegentheiligev Abmachungen getroffen wurden — m der Erpeditton abzuboten. Depötschilder kenntlich. Roth. 6441 offerirt 6358 5695 Mäusburg. 6450 6455 stehen zu verkaufen bei . 6416 Chr. Waldschmidt in Krofdorf. Medicinal-Tokayer Schutzmarke. 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PrS. p. $1(1$. nebst @ebr.« Anwsg. 2 Mark. Zu bez. allein echt durch d. Drvguenbandlung v. Alfred Blembel, Dresden, Wllsdrufferstrasse. _______________________________6444__ 6452 Ein großer Keller zu vermiethen. Wolkengasse 24. Von Bremen nach Newyork in ■■ 9 Tagen mittel» den neu eingerichteten Dampfern des Norddeutschen Lloyd. Zur Beförderung von Auswanderern nach allen Häfen Amerika’s und Australiens ;u gleichen Preisen wie an Safenplätzen hält sich unter Zusicherung reeller Bedienung bestens empfohlen 1819 Carl Loos, am Kirchenplatz. C. W Dietz Nachfolger. Zusammenkunft zur Beerdigung im Vereinslokal. 6454 6447 Exped. d. Bl. 6212 6449 Ein HauSbürfchchen für leichte Arbeit gesucht. Emil Noll. 6380 Ein die höheren Lehranstalten in Gießen besuchender Schüler findet freundliche Aufnahme und Pension in gesunder schöner Wohnung bei einer kleinen Familie- Offerten bes. die Exped. d. Bl. 6426 Ein in der Küche und allen Hausarbeiten bewandertes Mädchen wird zu Michaelis zu miethen gesucht- Zu erfragen bei der Exped. d- Bl- 6445 Ein in der Küche durchaus erfahrenes Mädchen bis 1. Oktober gesucht von Frau Prof. Ludwig, Alicestr 23. 6448 Ein Schüler findet gute Pension in gesunder freier Wohnung, bei einer ruhigen Familie. Näheres bei der Exped. d. Bl- Guten Verdienst verschaffen sich thätige Leute, welche den Vertrieb einer landwirthschaft- lichen Zeitung übernehmen wollen- Off- unter Nr- 6447 befördert die 6187 Ein tüchtiger Schneidergefelle findet dauernde Arbeit bei Heinrich Döll, Schneidermstr-, Laubach. 6446 Die gegen Heinrich Walther in Vetzberg in Uebereilung ausgesprochene Beleidigung nehme ich hiermit zurück. Jacob Schupp, Vetzberg. Unseren Mitgliedern, sowie allen Sängern des Lahnthalsängerbundes hiermit die schmerzliche Nachricht von dem gestern Mittag 3 Uhr erfolgten plötzlichen Hinscheiden unseres langjährigen Dirigenten Herrn Philipp Bauer I. Der Bauer'fche Gesangverein Gießen. Statt besonderer Anzeige. Verwandten und Freunden die schmerzliche Mittheilung von dem plötzlich erfolgten Hinscheiden unseres lieben unvergeßlichen Gatten, Vaters, Großvaters und Schwiegervaters Philipp Bauer I. mit der Bitte um stille Theilnahme- Gießen, den 12. September 1886. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Dienstag Nachmittag 3 Uhr von den Eichgärten 27 aus statt. 6451 Stach preisgekrönt in Jahresfrist. Deutschen Chartreuse und Benedirtiner, Salvator- und Admiral -Liqueur etc. etc-, Cognacs, Arsc. Rum etc., den feinsten und theuersten ausländischen Marken ebenbürtig, dabei wesentlich billiger, liefert die 2742 Düsseldorfer Punsch- und Liqueurfabrik B. JUeising in Düsseldorf. Käuflich in den feineren Geschäften. — Jede Flasche trägt meine Firma. Döpot bei Ferd. Drebes vorm. Gg. Wilh. Weidig in Gießen. Oeffentlicher Vortrag über die Lust an der Ungerechtigkeit in unserer Zeit. (2. Thess. 2, 11-12). DienStag, den 14. d., Abends 8 Uhr, im Saale des Cafs Leib. Zutritt frei. 6453] Pensionäre finden freundliche Aufnahme. Südanlage 15 III. 6408 Gesucht eine Wohnung sun- möblirt) von 2 Zimmern. Burschenquartier, wenn möglich, im Hause. Mitbenutzung des Hofes ober Gartens. Offerten mit Preisangabe an die Exped- dieses Blattes. 6388 Eine Familie mit einem Kind sucht zum 1- October eine hübsche möb- lirte Wohnung von 3 Zimmern nebst Küche. Offerten sub W. abzugeben in der Expedition dieses Blattes. Dn Paul Wigand. iTechnicum Mittweida \Ä\ \ - a*t*M*. — y"\ *) Meeehlaeo - tarealear • Male \ b) Werkaelrt# jr • Male. \ - Verofayriaht frt - ] Nedaction: A, Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.