Ur. 160. Mittwoch den 14 Juli i@so Kießwer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ®W*Wt ««»!«<»». 7. «rschemt *» M 2 8^e*$r'! Durch He Post bezogen mertel LhrNch 2 Mark L» M. M«MSWMrW>PINU^IWIMWIDMMUWVWIWW>NIMEEEIMffM^MNMUMkAWVWNV^WWWWWWWWMMMPß^^y^gWMMSWMHMMMßMMM IZM,! ( |JljyggflHpgpB3!CT^g|S^3gaaaWB^aW|^g8|aWJM[IJWJlj2LgJ!!E AmtlicherIheil. Betreffende Der Kleinhandel mit Branntwein oder Spiritus. Gießen, am 12. Juli 1886. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir beauftragen Sie, genau darauf zu achten, daß diejenigen Personen, welche die Concession zum Kleinhandel mit Branntwein oder Spiritus besitzen, dieselbe nicht mißbräuchlich zum Betriebe einer Wirthschast benutzen. Ein solcher Mißbrauch liegt aber dann vor, wenn der zum Kleinhandel mit Branntwein concessionirte Gewerbtreibende in seinem Geschäftslokal Einrichtungen zur Bewirthung einer größeren Zahl von Personen zu längerem Aufenthalt besitzt und in diesem Lokal Branntwein zum unmittelbaren Genuß verkauft. Gegen diejenigen Personen, welche in der vorbemerkten Weise die Concession zum Kleinhandel mit Branntwein mißbrauchen, wird von uns Antrag auf Concessionsentziehung sowie Strafantrag nach Maßgabe des § 147 der Gewerbeordnung gestellt werden. Auch wollen Sie überwachen, ob diejenigen Personen, welchen die Concession ertheilt worden ist, das Geschäft thatsächlich auf eigene Rechnung führen. Zuwiderhandlungen der einen oder der anderen Art sind uns alsbald anzuzeigen. In Ihren Berichten über neue Gesuche um Concessionirung zum Kleinhandel mit Branntwein sind etwaige Vorstrafen des Gesuchstellers und seiner Ehefrau anzugeben. __________________________________________________Dr. Boekmann._____________________________ Nr. 22 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 9. l. M, enthält: (Nr. 1675.) Freundschafts- und Handelsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und der Südaftikanischeu Republik. Vom 22. Januar 1885. Nr. 23 des Reichs-Gesetzblatts, ansgegeben den 10. l. M., enthält: (Nr. 1676.) Bekanntmachung, betreffend die Uebereinkunft mit Serbien wegen gegenseitigen Markenschutzes. Vom 7. Juli 1886. Gießen, am 12. Juli 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ____ Dr. Boekmann. Politische Ileberficht. Gießen, 13. Juli. Kaiser Wilhelm hat am Samstag seine Emser Kur nach fast genau dreiwöchentlicher Dauer beendigt. Dieselbe ist auch diesmal von bestem Erfolge begleitet gewesen und erfreut fich der greise Monarch des erwünschtesten Wohlbefindens, so daß zu erwarten steht, daß der hohe Herr den Anstrengungen auch seiner weiteren Sommerreisen vollkommen gewachsen sein werde. Dieselben führten den Kaiser am Sonntag zunächst nach Koblenz, der gegenwärtigen Sommer,Residenz der Kaiserin Augusta; von Koblenz aus erfolgt die Weiterreise nach der lieblichen Bodensee,Insel Mainau, wo der Kaiser im Kreise der Großh. Badischen Familie zwei Tage weilen wird, um alsdann seine Reise nach Gastein über München und Salzburg sortzusetzen. In der bayerischen Hauptstadt findet bekanntlich eine Begrüßung zwischen dem erlauchten Reisenden und dem Prinz-Regenten Luitpold statt, da das greise Oberhaupt des Reiches es sich nicht versagen konnte, dem Fürsten, der jetzt berufen ist, die Geschicke Bayerns zu lenken, auch mündlich seine Theilnahme an dem Hinscheiden König Ludwigs II. auszusprechen. Jedenfalls wird dieser Besuch als ein bedeutsamer neuer Beweis der zwischen Kaiser Wilhelm und dem Prinzen Luitpold bestehenden freundschaftlichen Beziehungen auszusassen sein, wie denn die letzteren sich auch schon durch den warmen und herzlichen Ton des Antwort-Schreibens documentiren, mit welchem der Prinz-Regent dem Kaiser auf dessen Beileids-Schreiben gedankt hat. Erst mit der Ausgangs voriger Woche erfolgten längeren Vertagung des Bundesrathes find die parlamentarischen Geschäfte vollständig zum Abschluß gelangt und nun erst kann man von dem vollständigen Eintritte der sommerlichen Ruhepause auf diesem Gebiete sprechen. Wann der Bundesrath wieder zusammentreten wird, ist vorläufig noch ganz unbestimmt und wird sich jedenfalls danach richten, bis wann das erste Material für die neue Session des Reichstages zusammen ist. Wunderlicher Weise durchlief in der letzten Zeit das Gerücht die Presse, der Reichstag solle noch in den letzten Tagen des Spätsommers einberufen werden, um über eine neue Branntweinsteuer-Vorlage zu berathen, obgleich er doch kaum erst seine Thätigkeit geschlossen hat. Jetzt erklären denn auch Berliner osstctöse Preßstimmen, daß die Regierung sich mit der Frage der Wiedereinberufung des Parlaments noch gar nicht besaßt habe und daß eine solche, falls nicht ein außerordentlicher Anlaß, wie er im Sommer 1883 durch die nothwendige Erneuerung des deutsch-spanischen Handelsvertrages gegeben war, eintreten würde, kaum vor Ende November zu gewärtigen sei. Aus der Werft des „Vulkan" bei Stettin fand am Samstag unter entsprechenden Feierlichkeiten und unter Theilnahme von Vertretern der preußischen Regierung und verschiedener Reichsbehörden, des Bundesrathes, des Reichstages u. f. w. der Stapellauf des neu erbauten ersten großen Reichspost- Dampfers „Preußen" statt. Die „Preußen" war ursprünglich dazu bestimmt, die Fahrten auf der ostasiatischen Linie zu eröffnen, doch da das Schiff bis zum 30. Juni noch nicht vollständig fertig gestellt werden konnte, so ließ der Nordd. Lloyd dafür die „Oder" die Fahrten auf der Linie nach Ostasien beginnen. Die ablehnende Antwort des Prinz-Regenten aus das Entlassungsgesuch des Ministeriums Lutz hat selbst in einem Theile der klerikalen bayerijchen Presse vollste Anerkennung gesunden. Sogar das „Vaterland" des Herrn Sigl, das doch über dem Verdacht eines Kokettirens mit den Liberalen thurmhoch dasteht, stellt sich aus die Seite des Ministeriums. Das Blatt schreibt u. A.: „Das Heer der patriotischen Streber ist heute im Lager des nebulösen „Ministeriums Franckenstein" und vertheilt in Gedanken heute bereits die Stellen unter sich, die noch gar nicht erledigt sind. Wo immer ein Tropf im Lande ist, der unter dem „System Lutz" es zu nichts brachte, weil er zu dumm war, der hofft heute unter einem „Ministerium Franckenstein" sein Glück zu machen, weil er glaubt, daß unter der Herrschast der „Patrioten" die Dummheit an Werth steigt." Man sieht, Herr Sigl pflegt auch seinen politischen Freunden gegenüber kein Blatt vor den Mund zu nehmen. In der Schweiz beging man in voriger Woche die 500jährige LrtnnLrungs-Feier an die Schlacht bei Sempach. Am 9. Juli 1386 war es, daß bei dem Städtchen Sempach im heutigen Kanton Luzern 1400 Schweizer Bürger 6000 Mann Oesterreicher, unter denen sich 4000 geharnischte Reiter befanden, die von dem ritterlichen Herzog Leopold von Oesterreich persönlich geführt wurden, vollständig schlugen, durch welche Niederlage die Herrschaft der Habsburger in Helvetien gebrochen wurde, wenngleich dieselbe erst mit der Schlacht bei Näfels (9. April 1388) ihr vollständiges Ende erreichte. Mit Fug und Recht können daher die heutigen Eidgenossen das Andenken dieses Tages, an welchem die glänzende Tapferkeit ihrer Vorfahren das Land von drückender Fremdherrschaft befreite, feiern und auch in Oesterreich selbst wird man schwerlich Anstoß an der Sempach-Feier genommen haben. An die Sem- pacher Schlacht knüpst sich die bekannte Erzählung von dem Opfertod Arnold von Winkelried's, doch haben ernste historische Forschungen längst ergeben, daß man es hier mit einer Sage zu thun hat, denn die eidgenössischen Chroniken wissen nichts von dem poetisch so oft verherrlichten Opsertode Arnold von Winkelried's. Erst nachträglich werden Einzelheiten über abermalige, am Sonntag den 4. Juli in Amsterdam stattgesundene socialdemokratische Ruhestörungen bekannt. Dieselben knüpfen sich an einen öffentlichen Vortrag des socialistischen Agitators Domela Nieuwenhuis an und es mußte schließlich die Polizei durch Einhauen mit der blanken Waffe in die tumultuirenden Massen die Ruhe wieder Herstellen. Am gleichen Tage hielt Nieuwenhuis auch im Haag eine aufregende Rede vor vielen Hunderten seiner Gesinnungsgenossen^ doch kam es im Haag zu keinerlei Tumulten. Die an der ganzen Ostküste Italiens herrschende Cholera-- Epidemie greift nun unverkennbar auch nach dem gegenüber liegenden österreichischen Küstenland hinüber. Aus Fiume werden täglich einzelne Cholera-Erkrankungen gemeldet, nur soll die Krankheit bis jetzt noch keinen epidemischen Charakter angenommen haben. Das ist freilich nur ein schlechter Trost, denn auch in den gegenwärtig von der Cholera ergriffenen ostttalienischen Küstenstädten trat die Krankheit erst sporadisch aus, um dann aber rasch den unleugbaren Charakter einer Epidemie anzunehmen. In Triest sind seit einigen Tagen keine Cholera- sälle mehr vorgekommen, so daß man die Seuche an diesem Platze als erloschen betrachtet. In Frankreich scheint die Prinzen-Ausweisungs-Ange- legenheit nunmehr einstweilen gänzlich zur Ruhe gekommen zu fein. Die Kammer-Commission zur Berathung des Gesetzentwurses gegen das Anschlägen aufrührerischer Schriftstücke nahm am Freitag einstimmig den Beschluß an, welcher erklärt, daß die Regierung durch die bestehenden Gesetze genügend geschützt und die weitere Prüfung der Frage bis zum Herbst zu vertagen sei. In den Kreisen der französischen Republikaner ist man demnach der Meinung, daß etwaige neue Manifeste der ausgewiesenen Prinzen der Republik gerade nicht besonders gesährlich fein würden und der geringe Eindruck, den das Manifest des Grasen von Paris in Frankreich gemacht hat, bestätigt nur die Richtig- 'eit dieser Anschauung. Darmstadt, 10. Juli. Das Großherzogliche Regiemngsblat (Beilage Nr. 19) enthält: 1. Summarische Uebersicht der Rechnung der Regierungsrath Manschen Schulunterstützungs-Stistung für 1884. 2. Bekanntmachung Großh. Provinzial - Direction Oberhessen, de Aufbringung der Mittel zur Bestreitung der Bedürfnisse der Landjudenschaft der Provinz Oberhessin für 1886/87 betreffend. 3. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1886/87 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Comriunal- Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Heppenheim. 4. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Darmstadt, die Erhebung einer Umlage zur Bestreitung der Communal-Bedürfnisse in der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt betreffend. 5. Dienstnachrichten: Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 16. Juni dem evang. Pfarrer Ferdinand Ludwig Pabst zu Fürselo die evang. Psarrstelle zu Sprendlingen zu übertragen; am 21. Juni dem, mit Wirkung vom 1. October l. Js. ab, nach Darmstadt versetzten Postinspector Meyer aus Frankfurt a. d. O. in gedachter Eigenschaft die landesherrliche Bestätigurg zu ertheilen. Am 24. Mai wurde dem Schullehrer Andreas Schlipper zu Winterberg, im Königl. Preuß. Regierungsbezirk Arnsberg, eine Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Nackenheim, am 17. Juni wurde der Schulverwalterin Lina Paren- dier zu Darmstadt eine Lehrerinnenstelle an der Volksschule daselbst, am 21. Juni wurde dem Schulamtsasviranten Konrad Wetzel aus Hofheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wersau übertragen. 6. Abwesenheitserklärung. 12. Concurrenzeröffnungen: Erledigt find: Die evang. Psarrstelle zu Altenstadt. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Beerfelden mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000 bis 1250 e/#. Dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentations- recht zu derselben zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Beerbach mit einem Gehalt von 900 JL; mit der Stelle ist ein Theil des Organistendienstes, sowie die Verpflichtung zur Abhaltung von Lesegottesdienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eimsheim mit einem Gehalt von 900 «X; mit der Stelle ist Kirchendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unter-Ostern mit einem Gehalt von 900 Dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Eine Lehrerinnenstelle an der Volksschule zu Gießen mit einem nach dem Dienstalter der betr. Lehrerin sich bemessenden Gehalt von 1200 bis 1900, bezw. 1600 «A jährlich. Telegraphische Depesche«. Wolff'S teile-r. «erttfötmbtm « Bmeeav. Berlin, 12. Juli. Der „Kreuzzeitung" wird die Meldung der Blätter, daß in der nächsten Landtagssession außer der Kreis- und Provinzialordnung für die Rhein- prooinz auch eine solche für die Provinz Posen vorgelegt werden solle, als unrichtig bezeichnet. **•' München, 12. Juli. Der Minister v. Lutz und v. Crailsheim sind heute früh nach Kissingen abgereist. — Der Flügeladjutant Graf Dürkheim ist zum Hauptmann im 8. Infanterie- Regiment, welches in Metz garnisonirt, ernannt worden. Kisfingen, 12. Juli. Um 31/« Uhr Nachmittags trafen Lutz und Crailsheim hier ein und begaben sich sofort zum Fürsten Bismarck. Metz, 12. Juli. In den hiesigen Gemeinderath, welchem bisher 4 Deutsche als Mitglieder angehörten, sind bei den gestrigen Wahlen 12 Deutsche gewählt worden: Der Bürgermeisterei-Verwalter Halm wurde mit großer Mehrheit gewählt. Es haben 20 Stichwahlen stattzufinden, da in 4 von den 5 Wahlsectionen keiner der Wahl- candidaten die erforderliche Stimmenmehrheit erhielt. Lippehne, 12. Juli. Heute fand hier die feierliche Enthüllung des Denkmals des Fürsten Bismarck statt, welcher zahlreiche Vereine und Korporationen, auch Dele- girte des Berliner Vereins „Fürst Bismarck" beiwohnten. Landrath Dr. Weiß hielt die Festrede und übergab das Denkmal der Stadt, für welche es der Bürgermeister Arlt übernahm. Mit Musik und Gesang begann und schloß die Feier. Paris, 12. Juli. Der Herzog von Aumale hat bei Empfang der Nachricht, daß er aus der Armeeliste gestrichen sei, Berufung an den Staatsrath eingelegt. Das Schreiben, welches der Herzog unterm gestrigen Datum aus Chantilly an Grevy richtete, besagt: „Dadurch, daß Sie mich aus der Armeeliste streichen, rühren Sic an dem Grundgesetz der Armee. Ohne den im Kriege erworbenen Titeln Rechnung zu tragen, schlagen Ihre Minister Männer ohne Tadel, die in Ehren stehen durch ihre Dienste und durch ihre der Geschichte angehörige Ergebenheit an das Vaterland. Ich überlasse es meinen Beiräthen, meine Sache zu vertheidigen, welche die Sache aller Officiere ist. Was mich betrifft, so steht es mir als Doyen des Gmeralstabes zu, Sie daran zu erinnern, daß die militärischen Grade über Ihrer Machtvollkommenheit stehen und ich bleibe General. Henri d'Orleans, Herzog von Aumale." Der Herzog von Chartres hat gleichfalls Berufung an den Staatsrath eingelegt. Triest, 12. Juli. Von Samstag Mittag bis heute Mittag sind 8 Erkrankungen an Cholera vorgekommen. Unter den Erkrankten befinden sich zwei Militärs. Gestorben sind zwei Personen, darunter ein Militär. Konstantinopel, 12. Juli. Nach einer officiellen Mittheilung werden, nachdem die griechische und die ostrumeltsche Frage beigelegt sind, die Redifbataillone (Reservisten) verabschiedet. 1 Lokale». Gietzeir, 13. Juli. Das vom hiesigen Radfahr-Verein in Wiesbaden belegte Rennen war das ogen. Kurhausfahren, 6 Runden, offen für Mitglieder des deutschen Radfahrbundes, die noch keinen ersten Preis errungen hatten. Es waren 13 Anmeldungen ergangen und zwar von Mainz, Frankfurt, Worms, Mannheim, Darmstadt, München, Gießen und mußte das Rennen in 2 Abheilungen gefahren werden. 0 Hamel (Gießen) fuhr in der ersten Abteilung als letzte Nummer und ging als zweiter (nicht rote im Frankfurter General-Anzeiger zu lesen, als erster) fast gleich- reiüg mit Siegel (Worms) in 6 Min. 2VS Sec. durch's Ziel, während Siegel als roarVukr^ "* 2 $iel passirt hatte. Ehrhardt (Frankfurter Bicycle-Club) * wx D 2;«?J&^c!IunA.ftC0tfeil Müller (München) 5 Min. 55 Sec., Heyl (Darm- stadt), Hamein (Mainz). Diese sechs Fahrer hatten nunmehr um die Preise zu stechen Hamel (Gießen) hatte das Mißgeschick, abermals die letzte Nummer bei der Ausloosuna in erhalten und mußte von vornherein 5 Radlängen überholen. Er nahm schon in per ersten Runde die Führung und setzte sich durch einen guten Spurt in einen Vorsprung von etwa 5 Meter. In der 4. Runde löste sich Müller (München) von den übrigen 4 ab und setzte Hamel arg zu, holte ihn bis auf Radlänge ein und war der Kampf zwischen Gießen und München der hartnäckigste und interessanteste des ganzen Tages. Kurz vor dem Ziel spurtete Müller, Hamel setzte jedoch gleichfalls ein und ging als erster in 5 Min. 48 Sec., Müller in 5 Mm. 48!/6 Sec., Siegel in 5 Min. 54 ^^Bei^der^sehr^primitiven Rennbahn — es standen stellenweise sogar Bäume in derselben — war die Leistung Hamel's eine sehr gute zu nennen und wurde dies auch bei der Preisvertheilung von dem 2. Vorsitzenden des Deutschen Radfahrbundes, Herrn Schubert (Frankfurt) lobend angedeutet. „ Gießen, 13. Juli. Mit Bezug aus unsere Mittheilungen betr. Veränderungen im Offiziercorps des hiesigen Regiments wird uns von competenter Stelle die Nachricht, daß dieselben verfrüht waren. Richtig ist nur, daß Herr Oberftlieutenant Bertram durch Allerhöchste Cabinetsordre mit der Führung des Infanterie-Regiments Nr. 56 (zu Wesel) unter Stellung ä la suite dieses Regiments beauftragt worden ist. — In einer hiesigen Schneidemühle gerieth gestern ein Arbeiter in die Maschine. Dem Unglücklichen wurde ein Arm bis zum Ellenbogen abgerissen. Er fand in der Klinik Aufnahme. Gießen, 13. Juli. sZum Hagelwetter vom 1. Juni.) Bekanntlich wurden an vielen Stellen der Stadt von verschiedenen Leuten die gefallenen Eisstücke gemessen und gewogen; aber die Wissenschaft begnügte sich hiermit allein nicht. Herr Professor Dr. Str eng hatte rasch Gypsabdrücke von frisch gefallenen Stücken genommen und eine größere Parthie Exemplare davon Herstellen lassen, welche in der Pelikan-Apotheke bei Herrn Th. Lommel für wenige Pfennige zu haben sind. Die so gewonnenen Gypsabgüsse haben genau die Größe und Form der an genanntem Tage gefallenen Hagelstücke, welche, wie es scheint, an allen Stellen des Hagelfeldes fast gleiche Form hatten. Das uns vorliegende Exemplar hat dieselbe Form, wie auch wir sie beobachtet haben, und etwa die Größe eines Hühnereies. Es wird gewiß für manchen Hausbesitzer von Interesse sein, ein Modell jener kostspieligen Eisstücke vom 1. Juni, welche den Dächern und Fenstern so verhängnißvoll waren, dauernd aufbewahren zu können. Vermischte». — In Berlin hat am Donnerstag ein 12jähriges Mädchen ein 3jähriges Kind aus dem 2. Stockwerk eines Hauses geworfen, wodurch dasselbe einen Schädelbruch erlitt und bald darauf starb. Die 12jährige Tochter der in dem Hause Pallisaden- straße 77 wohnenden Wittwe Schneider war es, welche folgendes Geständniß ablegte: Sie sei von ihrer Mutter gegen Abend nach der Waßmannstraße geschickt worden, um eine Besorgung zu machen. Dort traf sie die kleine Dietrich, welche ein Paar goldene Ohrringe in den Ohren trug. Diese Ringe erweckten ihren Neid und ihre Habgier. Um in Besitz derselben zu gelangen, lockte sie das Kind mit nach Der Pallisadenstraße. Dort hakte sie ihm die Ohrringe aus und beschloß, um ihre That zu verdecken, das Kind zum Flurfenster hinauszuwerfen. Sie hob dasselbe auf das Fensterbrett, öffnete den Fensterflügel und führte die entsetzliche That aus. In ihrem Geständniß gab sie den Umstand zu, daß sie die That mit voller Ueberlegung ausgeführt habe. Coburg, 7. Juli. Eine der aufregendsten Vorstellungen in dem zum Schützenfeste hier anwesenden Circus Holzmüller fand gestern Abend während der Abschiedsvorstellung ein jähes gräßliches Ende. Ein Schwarzer mit einem Löwengebiß wiederholte das stets mit großem Beifall gezeigte Kunststück, daß er, mit den Füßen oben an der Spitze des steilen Zeltdaches an Ringen hängend und mit dem Kopfe abwärts in der Luft schwebend, mit seinen Zähnen einen etwa 12jährigen Knaben an einem um dessen Leib geschlungenen Gurt festhielt und in eine solche Bewegung setzte, daß der Knabe in rasender Geschwindigkeit sich rote ein Kreisel um sich selbst drehte. Da mit einem Male durchgellte ein hundertfacher Schreckensschrei die Luft: die Gurt roar geplatzt und der Kleine mit einem klatschenden Geräusch hinab in die Bahn gestürzt, aus der er bewußtlos und blutend hinweggetragen wurde. Ein anwesender Arzt leistete dem armen Kinde die erste Hilfe, während die Vorstellung zu Ende geführt wurde. Wie zu seiner Rechtfertigung zeigte der aus seiner Höhe herabgestiegene Mohr dem Publikum das Leder mit dem Daran befindlichen Haken, an dem er den Knaben mit seinem Gebiß festgehalten hatte, denn wirklich hatte man in der ersten Bestürzung geglaubt, der Schwarze habe losgelassen und so das Unglück verschuldet. Diez, 8. Juli. Am letzten Samstag kaufte sich ein junger Mann von 20 Jahren, aus Frankfurt a. M. stammend, Schreibgehilfe auf dem hiesigen Eisenbahn- bnreau, einen Revolver. Bald nachher hörte man in seiner Wohnung einen Schuß fallen und fand den jungen Mann schwer verwundet. Eine Kugel war ihm in die Brust gegangen und soll die Lunge verwundet haben; dieselbe ist nicht herauszuholen. Heute soll sich der Verwundete etwas besser befinden; ob aus Absicht oder aus Unvorsichtigkeit der Schuß abgefeuert wurde, ist noch nicht ermittelt. — Eine Nudergesellschaft von Wetzlar roar am vorigen Sonntag Morgen mit ihrem Ruderboot unterwegs, um der Kaiser-Regatta in Ems beizuroohnen. Gleich unterhalb Diez rannten sie auf einen Felsen, der im Lahnbette lag, und das Ruderboot zerschellte. Die Ruderer kamen mit einem nassen Bade glücklich davon; das Boot wurde geländet und per Eisenbahn zurück- birtgirt. Die Ursache des Unfalles soll die gewesen fein, daß die Diezer Rudergesell- schaft gerade an der Stelle zu Berg ruderte und die Ruderer von Wetzlar, diesen ausweichend, dem Ufer zu nahe kamen. . —Mus der Rednerliste des Abgeordnetenhauses.) Unmittelbar nach der Redner- Si Reichstages ist nun auch diejenige für die letzte Landtagssession veröffentlicht. Die „Freis. Ztg." entnimmt dem amtlichen Verzeichniß folgende Angaben. Es sprachen im Hanse der Abgeordneten während der letzten Session: Dr. Windthorst (Centrum) 109mal, Dr. Freiherr von Schorlemer-Alst (Centrum) 84mal, von Eynern (natiönal- Iiberal) 75mal, von Rauchhaupt (conservativ) 69mal, Freiherr von Minnigerode 68ma Dr . W-Hr-Dt.-Cr°ne (sreiconservatio) 67mal, Dirichlci (freisinnig) 62inal Wert (fr-tsmmg) S8mal Kantak (Pole) 41ma[, Freiherr von Zedlitz uni N-ukirch (freiconfcrea it>) 40tnaI, Berger-Wltt-n (liberaler Wilder) 35mal, ®r. ßänet (freisinnig) und Lchrciber-Marbura (cons-roatiu) je 34mal, Er-mer-Teltow (consernativ), Dr- Lieber (Centruin) und Schmidt-Stettin (freisinnig) je 29mal, Büchtcmann (freb finni0) Wmal Freiherr von Hu-ne (Cmtrum) 27mal, Spahn (Ccnirum) 26mal, Dr Langerhans (freisinnig) 2Smal, Dr. Mithoff (nationalliberal) und Zelle (freisinnig) je Wmal, -r. von Jagdzewski (Pole), Dr. Meycr-Br-slau (freisinnig), Dr. Sattler und Richtk/7fr-isinni^j-S(£e™ ,c24maI- E-m-c-rus(nationalliberal) - ^Fisenbahnzug im Wirbelsturm.) Aus Odessa wird Folgendes geschrieben. Der Fall, daß ein Eisenbahnzug von einem Sturme erfaßt und fortgerissen wurde, ere gnete sich in der Nacht vom 23. Juni nach Erzählungen vonAugen^ ??rCAr?Cr rUl) ^9ni^U^roCk6a^ zwischen Birsula und Elisabethgrad. Als nämlich der Guterzug Nr. 301 vor der Station Noroo-Ukrainka anlanate ° wurde er ??Cmr Dcrart s?1kti0iCll Wirbelsturme erfaßt und von demselben fortgeriffen daß sechszehn leere und drei befrachtete Waggons von dem hohen Damme berabftünten und zertrümmert wurden. Die Passagiere des alsbald nachi>er Rataft?«rte7n8eSt " P-rson-nzugs, welche auf der genannten Stell- umsteigen muhten mäblen datz es Stelle anzusehen i Ein Tr"mmerhaÜsm lag da und ??? "och die lauten Hilferufe der unter den Trümmern begrabenen Rabn- bebtenfteten doh d-n-n d-r Wag-nschmicrer und der Bremsen "Conducleur saft zur ka!?kf° E"d-?°St'mm'°'L ÄXte ®a6mS nid,t 0tW1Offeli Dametihllte^S »Ä »i? «Si taH0e werden. Eine jüngst- statistische Zusammenskllung d,? iäbrttck^ Ein 'ÄSSVL'LÄV«SfeS S*«- Englisch-Indien wurden für 30,452^000 1mSt öebeT ggwp s w E-Srme ffirÄ -SZL 2---S» M «* f V&t Sä malt und J000?So/Mol beamfer, M jQn ganbbrieftrager, 480, gtn^ürmertecomman aufroanboergütung. Mlilh- ___ Gühen, 12.J karte der lnimtatl Exemplare an das Pr Der Preis dies Icstcllmgen werden t In Gemäßhev und Beßemg der । und sonstigen Freu Rchhause in Gießei Mittwoch i hierdurch emzeluden DurnlsiLdt Gl Montag werden, wegen Ah den Milien re. l MM Hntlich an verden, als: 2 sehr bn und 4 Ges 1 Oekonon 1 *9, 1 einjähril Wasch, ui und 3 -Töpfe und ^versörstet 5110 1 Ieikgeöf 5115 ,8iatt'S??ss ; Va6?n 5109 Ehr., xcher, ? t/’Wt r Allgemeiner Anzeiger 5110 5115 v v 5109 5043 Frischer Zwiebelkuchen jeden Mittwoch, Freitag und Montag bei F. J. Müller, Restaurateur im Postkeller. 5120 Ein tüchtiger Pferdeknecht ge-^ sucht von Martin LangSdorf, Maurermeister^ Aeikgeöotenes. Geflügel. Gütige Aufträge für bevorstehende Festlage werden prompt und in bek. hochfeiner Maare ausgeführt durch 5114 C €?• Äleinhenn. . ... — Heber eine Blutvergiftung durch Strümpfe berichtet man aus Berlin: Die •Wthn cincö hiesigen Börsenmannes, welche infolge eines Trauerfalles in ihrer Familie " Badeaufenthalt unterbrechen und plötzlich heimkehren mußte, hatte einen Tag vor ihrer Abberufung auf einer Partie sich eine geringfügige Verletzung bezw. Abschürfung am rechten Fuß zugezogen, die sie weiter nicht beachtete. Aber schon während der Eisenbahnfahrt am nächsten Tage empfand sie, wie dem „B. Tgbl." mrtgetheilt wird Sr11, T. ^rIeA^ ^ftige Schmerzen, die sich dermaßen steigerten, daß sie bei ihrer Ankunft hicrfelbst raum noch das Coups zu verlassen im Stande war. Der hier sofort zugezogene Arzt conftatirte eine Blutvergiftung, die er gleichzeitig auf die modern geerbten Strümpfe zurückführte, welche die an sich unbedeutende Fußwunde zu einer so fritifdjen gemacht haben. Trotz der sorgfältigen Behandlung der Patientin war erst nach Verlauf von acht Tagen die Gefahr derart beseitigt, daß ein drohender operativer Umgriff ausgeschlossen erschien, und noch heute — nach weiteren acht Tagen — ist die Dame noch nicht völlig wieder hergestellt. — sVacante Stellen für Militäranwärter im Bezirk des 11 Armeecorps 1 Battenberg, Amtsgericht, Kanzleigehilfe, ca. 55—60 monatlich. Cassel, Strafanstalt se£aIt Miethsentschädigung ober freie Wohnung,' bis zu 1200 JL Gehalt und dem gesetzlichen Wohnungsgeldzuschuß. Frankfurt (Main) Postamt 1, Briefträger, 800 jfc Gehalt und 240 WohnLngs-^ 6 Auguste liess, geb. Draemann, Eintrittskarten sind bis Dienstag Abend 4 Uhr bei Herrn E. Balser, Mäusburg 11 und Abends an der Kasse zu haben. Kassenöffnung oV2 Uhr. Anfang 6 Uhr. Ende gegen 9 Uhr. 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Morgens 6 Uhr: Weckens mit Kanonendonner. 10 Uhr: Frühconeert im Standquartier (Restauration Stein, Seltersweg), sodann^Abholen der fremden Schützen an den Bahnhösen. Mittags 12 Uhr: Gemeinsamer Mittagstisch im Standquartier. 2 Uhr: Ausstellung des Festzuges nach der Zug- ordnung. i/23 Uhr: Abmarsch durch die Hauptstraßen der Stadt nach dem Festplatz. Beginn des Preis-Schießens. 4 Uhr: Großes Concert. ■s Tanz und Volksbelustigung. ■ Samstag den 17. Juli. Abends 8 Uhr: Bankett in der Festhalte. Sonntag den 18. Juli: 8—12 und 2—4 Uhr: Preis-Schießen. 10 Uhr; Früh-Concert auf dem Festplatz. 8 Nachmittags 4 Uhr: Schluß des Preis- £i iy sSchießenS. **xx*x***xx*xx*XM***m*«**x***********g I Erstes Gau Schützensest | « Hessen und Nassau § * am IS., 19. und 20. Juli 1886 in Gießen. « fz Karten zum Banket 50 Pfg. Tageskarten gültig für 1 Taa h Person 60 Pfg, Festkarten (für die Dauer X von 3 Tagen) Mk. 1.50. 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