Amts- und Anzeigcklatt für den Kreis M U iS Mi; W 1SS6 Vrn»ea« r Schulstraße 7. Erscheint tLßlich mit AEshme des MontagS. Amtlicher Hheil. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brtngerlch». Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pk. Nr. 1 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 10. d. M., enthält: (Nr. 1629.) Bekanntmachung, betreffend die Bestimniung der Form des Stempelzeichens zur Angabe des Feingehalts auf goldenen und silbernen Geräthen. Vom 7. Januar 1886. Gießen, den 13. Januar 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Das Großhkrzoglichc Steuer-Commissariat Gießrn an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Landbezirks. Wir ersuchen Sie die direct oder durch Vermittelung Großherzoglichen Kreisamtes in letzterer Zeit anher gelangten Brandkataster bei uns abholen zu lassen, die noch rückständigen aber, zur Wahrung der Besitzwechsel, baldigst mit Gelegenheit an uns einzusenden. Gießen, am 12. Januar 1886. Süffert. ««-u |IB| |, BI BBItECJgg°3atWBatgBXM —HMJMÜUMHUIMMPMMJMCJUffl Will aiFlUBWI IWTHIIIEEäZMMMBJUmAJfmTOaa^mLaMMMB5ai Das bisher vor Zanzibar ankernde deutsche Kreuzer-Geschwader, aus dem „Bismarck", dem „Gneisenau" und der „Olga" bestehend, Geschwader- Ches Conlre-Admiral Knorr, hat am 8, Januar Zanzibar verlassen. Man kann hieraus den erfreulichen Schluß ziehen, daß gegenwärtig die Beziehungen zwischen dem deutschen Reiche und dem Sultan Bargasch ben Said nichts mehr zu wünschen übrig lassen. Das Cabinet Taasfe hat offenbar auch die thunlichste Einengung des deutschen Sprachgebietes in Oesterreich mit in sein Programm ausgenommen. Dies documentirt sich deutlich durch das Vorgehen der Regierung gegen den deutschen Schulverein. Ein vom Statthalter von Mähren ausgehender Erlaß erklärt den deutschen Schulverein für einen politischen Verein und unterstellt denselben den Bedingungen dieser Vereine. Gleiche Erlässe sind von den andern Statthaltern wahrscheinlich auch ergangen. EL wird dies zur Folge haben, daß alle jene welche für politische Vereine statuirt sind, für den M"Wiäver-inen (Filiale^ °F"mmen. Politischen Vereinen ist die Bildung unter einander (durch D-legirte oder auch nstr Vereine Vereinsbeschlüsse) ist auch verboten. Di- Sache ists-hr einfach; die slaven. freundlichen Behörden der Kronländer mit gemischter Bevölkerung und die Slaven selbst haben dem deutschen Schulvereme keine er|olgreiche Concurren; machen können und darum soll seine Wirksamkeit möglichst eingeschränkt weiden. Ob dieser Zweck vollständig erreicht wirb, steht bei der ausgezeichneten Organ!' sation des deutschen Schulvereins noch zu bezweifeln. Das neue französische Cabinet Freycinet hat nunmehr iem Programm sertiggestellt und wird mit demselben m ^n nächsten Tagen vor das Parlament treten. Die ministerielle Erklärung wird besonders drei Punkte her- vorheben: Reorganisation der Verwaltung in disc.plinarischer B-ziehung, derselben soll ein „einheitlicher Zug" ausgeprägt werden, dann Herstellung des Gleichgewichts im Budget und endlich Ermäßigung der Ausgaben für die Kolo- ni-in durch die Errichtung verschiedener Protectorate. Alle anderen prägen, welche die Einigkeit der republikanischen Parteien beemtrachtigen konnten, sollen vertaot werden. Unter den obigen drei Hauptpunkten der mrmstenellen Erkla- runq"ist die.Herstellung des Budget-Gleichgewichts em Pastus, der sich m den Programms aller französischen Ministerien der letzten Jahre wiederstndet, aber noch kein Cabinet hat dieses Ziel erreicht. Das Mmrsterium ^repcmet denkt nun die Herstellung des Gleichgewichts durch namhafte Beschränkung der Aus- gaben auf verschiedenen Gebieten zu erreichen. Vom Kriegsmimster Boulanger ist bereits eine Reduction des Budgets fernes Refforts ange'bnb gt» M weiter sollen die Ausgaben für die Kolomeen, speciell für die hmterastatischen Besitzungen Frankreichs, aus's Möglichste beschränkt werden und endlich hat der Finanzminister Sadi-Carnot seinen Collegen eine Revision 'brer Budgetcmschlage Zwecks Herbeisührung weiterer Ersparmffe emptohlen Leider stellen stch diesen Wien Absichten schon jetzt allerhand kleine Hinberniffe entgegen; ° stellt stch heraus daß z B die Zölle ,m Jahre 1885 37 Mill. Frcs. weniger ergeben haben, als budgetmäßig veranschlagt war. . Eine der merkwürdigsten Erscheinungen m der Entwickeluns der französischen Republik ist der tiefe Fall, den die Partei Gambetta s, die Opportunisten, gethan haben, die seit dem Sturze Mac!Mahon s die L-ckung der Geschäfte in Händen hatten. Gambetta s Name erfüllte seiner Zeit Frank reich, in seinem Arbeitskabinet war das Couliffenregiment welches die omcielle Regierung in den Schatten stellte, bis der Exdietator schließlich auch osten d,e Geschäft-Übernahm. Von da schwankte dre Waage ^ leme Partei zuruck zuerst der Sturz des Minist-riums Gambetta, dann der u.od des HUhrers di- parlamentarisch- Niederlag- unter F-rrp, di- D-«mrrnng^b-, — imd jetzt ist es bereits soweit gekommen, daß dre ^yaljaa)e genugi, yinei der Freunde Gambetta's gewesen zu sein, um von der Regierung ausgeschlossen, m Eden Den „großen Vergessenen" nannte vor ernrgen Tagen em franzo- t'tirTioä garnff Kp« Mann der seiner Zeit für Europa bre französische Republik rSeSLte Kur^ nach d-m Tod- Gamb-tta^s wurde mit Ausbietung des a-s-m7t-7 R-gi-mngs. und Part-iappar-tes -in- sehr große Geldsumme miammenaebracht um dem Führer bet Opportunisten em Denkmal zu setzen, -s kstng b inah-wie Ironie, wenn jetzt darüber berichtet wird wie weck das Nattonalwerk gediehen ist. Und wer vermöchte vorauszusageitz wie die \ Stimmung und Lag-Frankreichs sein wird, wenn das Denkmal zur Enthüllung Politisch- U-b-rficht. Gießen, 13. Januar. Der Reichstag hat zur ersten Lesung der Nordostsee-Kanal- Vorlage nicht einmal eine volle Sitzung gebraucht — ein Beweis, wie sympa- Ihisch die Vorlage an und für sich allen Parteien ist. Die betr. Debatte am Samstag bewegte sich denn auch in durchaus glatter Bahn, nur die mangelhafte Motivirung des Entwurfes war ein Vorwurf, welcher der Regierung nicht blos von freisinniger, sondern auch von conservativer Sette gemacht wurde. In der Commission, an welche die Vorlage verwiesen worden ist, wird man an dieselbe wohl noch die bessernde Hand legen. Am Montag pausirte das Plenum, um den zahlreichen Commissionen wenigstens wieder einmal einen kleinen Vorsprung zu geben. Am Dienstag ist sodann der Reichstag in die erste Berathung der Vorlage über die Reform der Zuckersteuer eingetreten und dürste es hierbei jedenfalls wieder zu bewegteren Verhandlungen gekommen sein. Der Jnbakt der dp™ V-.-*>,cs«athe zuaeaaMnen Monopol-Vorlage ist jetzt endlich in allen friiwa veMeMcht wor den, wodurch die Bewegung für und wider das Monopol so zremlrch ihren Höhepunkt erreicht Hal. Aus den allgemeinen Grundlagen des 88 Paragraphen umsaffenden Gesetzenlwurses ist die Bestimmung hervorzuheb-n daß d>- Her- stellunq des rohen Branntweins dec privaten, Gew-rbsthätigk-ck uberlaffen blewt und erhellt schon hieraus, daß das Monopol nicht so in's Ung-meff-n- geht, rote zuerst von seinen principiellen Gegnern behauptet worden ist. Diesen gejammten rohen Branntwein bezieht das Reich von den Herstellern und auch aus dem Auslände; es übernimmt seiner die Reinigung des Sptrtius, seine weck-r- Verarbeckung zu alkoholischen Getränken und den Verkauf derselben. Den finanziellen Reingewinn des Monopols veranschlagt bte Regrerung au, 300 lUtli.M., es muß indessen abgewartet werden, ob die finanziellen Ergebnisse wirklich solchen weitgehenden Erwartungen entsprechen. Daß das Monopol eine große Cuv nahme-Erböhung im Gefolge haben wird, ist allerdings wahrscheinlich und bestimmt der Entwurf ausdrücklich, daß dieselbe Den E'.nzelstaaten durch Vertheuung des Reingewinnes nach Maßgabe der Matrikular-Beüräge zu Gute kommen soll. Auch die Gemeinden sollen mit an diesen finanziellen Vortheilen p^rticiplren, denn der Entwurf gestattet ihnen, daß sie unter Genehmigung der Aussich^be- hörde Zuschläge bis zur Hälfte des Monopolpreises erheben dürfen. Noch schwerer wiegt aber der Passus im Entwürfe, welcher aus der Verminderung der Schnaps'Schankstellen unzweifelhaft erhellt, denn die Regierung will den Verkauf des Trinkbranntweins an Stelle der bisherigen Schnapsbudiken und Destillationen selbst übernehmen und daß die Regierung nicht für jede dieser Schankstätten einen Monopol-Verschleiß als Ersatz einstellen wird, ist gewiß. Außerdem läßt die Vorlage den Branntweinschank in Restaurationen, Gastrmrty- schaften u. s. w. bestehen; die Beseitigung der reinen Schnapsknelpen erscheint schon hierdurch als gerechtfertigt und bedeutet letztere unter allen Umstanden einen socialen Gewinn. Schwere Bedenken werden aber selbst von denjenigen Seiten, auf denen man an und für sich Dem Monopol-Projecte Nicht unbedingt feindlich gegenübersteht, gegen die Bestimmungen erhoben, welche sich auf die Regelung der Rohspiritus-Fabrikation und den Ankauf ihres। ProducteS durch die Monopol-Verwaltung beziehen. Es wird befürchtet, daß die Einrichtungen, wie sie in den angedeuteten Bestimmungen niedergelegt sind, die Gefahr einer* jetts unablässiger Interessen-Kämpfe in der Verwaltung und Gefttzgebung, anderseits willkürlicher Begünstigung und Benachtheiligung der Brenner schien m^:n. Jedenfalls ist das Eine gewiß, daß die Monopol-Vorlage un Reichs- taae zu ben heißesten parlamentarischen Kämpsen führen wird, welche daselbst vielleicht je ausgefochten worden sind, die Sprache der oppositionellen Blatter, welche das Monopol jetzt schon nach Krästen „heruntermachen", läßt hierin kaum emen Zweifel, ^s päpstlichen Christuö-Ordens an Den Reichskanzler und das dieselbe begleitende Schreiben des Papstes werden von der Presse noch immer lebhaft commentirt. Die Centrums-Organe wollen hierin nur eine gewöhnliche Höflichkeilserweisung erblicken , aber die Mehrzahl der übrigen Blätter betrachtet diese dem Fürsten Bismarck zu Therl gewordene Auszeichnung wohl nicht mit Unrecht als ein markantes Zeichen sur die ort- schreitende Besserung in den Beziehungen zwischen Berlin und dem Vatikan. Uebrigens ist Fürst Bismarck der erste Protestant, welcher diesen höchsten päpstlichen Orden erhalten hat. fertig sein wird! Am gespanntesten darf man wohl auf die Pläne des neuen Kriegsministers, des Generals Boulanger, der, das Lieblingskind Gambet- üstischer Politik, die Armee mit „Reformen" bedenken will, die nach dem Pro- aramm der Nadicalen zugeschnitten werden sollen. Ersparungen bei der Armee stehen seit 1870 zum erstenmale auf dem Programm einer französischen Regierung; man darf indessen annehmen, daß bis General Boulanger seine Pläne ausgearbeitet haben wird, bereits ein Nachfolger mit anderen Plänen bereit steht, das Portefeuille des Kriegsministers zu übernehmen. Am gestrigen Dienstag hat in England die Eröffnung des neuen Parlaments stattgefunden und hat die Königin diesen wichtigen Act in Person vollzogen. Zur Lage selbst bei Beginn der Session verlautet, daß Lord Grosvenor, der erste „Einpeitscher" der liberalen Partei, welcher aus Ersuchen Gladstones alle Mitglieder um ihre Ansichten über ein irisches Parlament in Dublin befragt hatte, säst lauter ungünstige Antworten erhielt. Richt nur sämmtliche Anhänger der gemaßigt-liberalen Richtung, sondern auch eine Anzahl Radikaler sprachen sich dermaßen entschieden gegen den Gedanken eines selbstständigen irischen Parlaments aus, daß Gladstone seinen „Fühler" — als solchen betrachtet man jetzt allgemein das irische Programm Gladftone'S — ganz zu- rückziehen will. Das Ministerium Salisbury seinerseits soll abermalige Neuwahlen beschloffen haben, salls es in einem Amendement zur Adreffe in der Minorität bleibt. Darmstadt, 11. Januar. Im Saale des Hotels „Zur Traube" fand gestern eine von ca. 60 Vertrauensmännern aus den drei Provinzen des Groß- herzogthums besuchte Versammlung der deutsch-freisinnigen Partei statt, welcher auch der Reichstags-Abgeordnete für Friedberg-Büdingen, Herr Major a. D. Hintze, beiwohnte. Die Versammlung faßte einstimmig eine gegen die Einführung des Branntwein-Monopols gerichtete Resolution. Ferner wurde ein aus 15 Herren bestehender provisorischer Landes-Ausschuß gewählt, deffen Bestätigung einer später abzuhaltenden Landesversammlung vorbehalten bleibt und dessen Ausgabe zunächst in einer allgemeinen Organisation und näheren Verbindung Der einzelnen Vereine bestehen soll. Dieser Ausschuß besteht (alphabetisch geordnet) aus dm Herren Rechtsanwalt Dr. Börkel-Main-, Fabrikant Büchner- Psungstadt, Fabrikant Georgi-Gießen, Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch-Gießen, Kaufmann Hanstein - Friedberg, Kaufmann Langenbach-Darmstadt, Fabrikant Lamp-Vilbel, Dr med. Martin - Sauer - Schwabenheim, Fabrikant Möller- Offenbach, Apotheker Dr. Münch-Worms, Fabrikant d'Orville-Michelstadt, Rechtsanwalt Schödler - Darmstadt, Kaufmann Theyson-Alzey, Fabrikant Waldeck-Alsfeld, Notar Wolf-Ober-Ingelheim. (Neue Heff. Volksbl.) Reichstag. E. R. Berlin, 12. Januar 1886. Auf der Tagesordnung steht die erste Berathung des Entwurfs betreffend die Besteuerung des Zuckers. Abg. Dr. Witte (dfr.) wundert sich, daß diese Vorlage bei Beginn der ersten Berathung nicht vom Negicrungstische aus vertheidigt werde. Bei der Frage der Zuckersteuer sind von der Negierung Jahre hindurch viele Fehler gemacht und die Rcichsfinanzcn geschädigt worden. Die Ergebnisse der Zuckersteuer-Enquete sind durch die Thatsachen längst uingestoßen. Der Grundfehler der neuen Vorlage besteht darin, daß die Materialsteuer beibehalten wird, was zu bcn,MverhfterNlchZft1WMW, führen muß. Die Anualn,^ hnj> -v'L.zou-.ckw bereits 926/1Oo Eentner als ausreichend An neuesten technlschen Verbesserungen sogar nur noch 9 Eentner. Die Expoitbonlsikation hat nachtheilig auf die Entwickelung des Zuckereonsums in Deutschland gewirkt, der Eonsuyl ist wenig gestiegen, während England von Deutschland den m Folge der von unseren Steuerzahlern getragenen Exportbonifikation billigen Mucker bezogen hat. Die Negierung halt an der Materialsteuer fest, ivährend nach den bis- ^r>g°n >mo>n tigcn Molgcn mit berfelbcn bic Forderung noch einer Fnbrikatstcucr jetzt endlich hätte erfüllt werden müssen. (Beifall links.) Bevollmächtigter zum Bundesrath Dr. Lucius: Die Vorlage, die ich hier vertrete, entspricht, wie Sie aus meiner Eigenschaft als landwirthschaftlicher Minister für Preußen ersehen mögen, den Interessen der Landlvirthschaft. Ein Rückgang derselben Yt nicht emgetreten, die Vor theile dieser Vorlage bestehen darin, daß sie sich an das fll[I CÄ ui‘k Jld- Ergebnisse der Enquete stützt. Unter dem f!" )n, b 'Zuckerindustrie rhre jetzige Bedeutung gewoniicn und in ber hallV 1 kUnLlY)l?n • V-! große Mehrheit der Sachverständigen für die Bei- behaltung der Materialsteuer ausgesprochen. Die Bemängelung der Berechnung der hi°pnf?AHf^2r nßo geforderten Nohsteuerfätze ist nicht berechtigt; man darf eben nicht AÄen eines Jahres oder einer Gegend nehmen, sondern eine Reihe ^".,Ulcn und die Verhältnisse von ganz Deutschland berücksichtigen. Die Industrie ill durch die Enquete und durch die Vorlage von 1884 vorbereitet. Die Krisis ist vontber und bei Annahme der jetzigen Reform nicht wieder zu befürchten. Dic un- gemesene UeberproducUon des Rübenbaues bringt der Landlvirthschaft die größten Äfe r® ClcU? %Liroöv bic D'^is im Ganzen noch glücklich überstanden, aber U-nniL9CmSCIV,?citci1cbrcitciL Trotz des nahen Zusammen- stehens der Zuckerfabriken m der Magdeburger Gegend will man jetzt in Magdeburg hiL r Nnlnben, bod) so sanguinisch ist, als daß die Industriellen : W Vorlage Nicht gewarnt werden sollten. Für die Fabrikatsteuer haben sich imh ausgesprochen; ein sofortiaer Systemmechfel ist überhaupt nicht möglich h ?bci L^brimJtrCll-rr Uld p^ktische Bedenken entgegen. Auch ” \ Ö.e w r « Besteuerung der Melasse scheitert immer an der Frage, was thatsächlich hrhhm/iur^ir Erstehen ist. Ich empfehle die Vorlage in ihren Hauptpunkten iln- beringt zur Annahme, weil sie die Interessen der Landlvirthschaft fördert. Scheitert rtnÄ'°(w5?”ti|£ bei tabicaiere Matzr-g-ln er. ,r VJnda (nat.-lib.). Meine Partei ist einstimmig darüber, daß die Er- minHm1 * ° ‘fr1 ^baeschafft werden muß, für jetzt aber der Vorlage in ihren »aupt- m», « Zuzultunmen fei. Mit der Frage, ob and) die aus dem Auslande eingehende ,tcillfVl.cl bo»tbcn f?1!» flch die Commission näher beschäftigen, auch die Rihfcrfrific!3 ftClCid^Spl Sri? 'werben. Bei dem gegenwärtigen Zllstaude der Sm. is uiu düngende Rothwendlgkelt, daß die Commission die Vorlage Dem Hause annehmbar macht. ” Abg. Dr. Reichens Perger (Centr.). Die Vorlage beweist, daß die Regierung üumer auf ihrem alten Standpunkt verharrt. Der Reichstag >vird aus derselben etwas Brauchbares zu machen haben, gleichviel ob sich der Bundesrath durch das ?°. ^ickrrinbüsÄ' Sp“' ,U‘*L Ä*. "nt öie Wcvunfl bic << nt.virfct unä bi Smfumb“!hie mit Aufmerksamkeit vcrsolnt, bic, 1868 hat sic bei, Steuersatz inner- halb kurzer Zeit siebenmal erhöht, während seitdem der Satz unverändert geblieben nrnrbm i6("s ift* -""tz»cchiiltnib zwischen Konsuln unb Peobuction immer idräv er uHI T.P1Gt ''mCrhlibsnr' "dl "icht an bic Fabeikatstencr hcrann.achcn will, Hinweis auf die Solidarität der Landlvirthschaft und der 8uckerllldiistrie sei äuzugebe.i, aber doch nur in gewissem Maße, welchH Interesse aber könne die erhalte?d, unter den Gestorbenen sich nur 2 Einwohner Gießens befanden, während drei Personen von auswärtigen Orten schon krank hicrher- gekommen waren. Gießen, 13. Januar. Auf Weihnachten 1885 ha: der hiesige Thierschutzverein jedem Rachstebcnden 10 Jt. als Prämie ausgezahlt 1) für gute Behandlung des ihnen anvenraulen Viehes: Ludwig Köhlinger, Adolf Hillgärtner, Heinrich Bellof, Johann Meißner, Earl Schmidt, Conrad Pfuhl, Andreas Eidmann, Hermann Bender, Heinrich Zahrt, Heinrich Pfeil, Elisabethe Grieb: 2) für Anzeigen wegen Thierquälerei: den Gensdarinen Lotz, Haus, Ploch, Bücher und Dörr und den Schutzmännern Hinter, Otterbein, Weiß, Göbel und Bommershcim. — Ein Kohlenhändler, welcher den Centner zu 81 Pfund bei Lieferungen rechnete, wurde bei dieser Manipulation ertappt und wird sich derselbe wegen Betrug zu verantworten haben. — Mehrere nicht concessionirte Laternenausmacher wurden heute Nacht abgcfaßt und zur Anzeige gebracht. Vermischtes. Mainz, 10. Januar. Der „N. M. Anz." schreibt: Die Bankerotte hiesiger Geschäft mehren sich in der letzten Zeit ganz erschreckend und kaum eine Woche vergeht, daß nicht einige Bankerotte zu registriren sind. Die auf's Höchste getriebene Concurreuz, theure Laden- und Wohnung -miethe, theure Spesen und großer Aufwand für den eigenen Bedarf, die in keinem Verhältniß zu den Erträgen des Geschäfts stehen, sind wohl, nebst einer gewissen Flauheit in den Geschäften, die Hauptursache dieser Fallimente. — Bei mehreren Firmen sieht man in aller Bälde Falliinents- erklärungen entgegen und „wackeln" thun noch mehr Geschäfte, als man sich wohl denkt. Marburg, 11. Januar. Ein bei einem Lohgerbermeistcr in Weidenhallsen in Arbeit stehender Geselle wurde heute Morgen in einem Hintergebäude feines Meisters erhängt aufgefunden. An dem Verstorbenen, dem in jeder Beziehung von seinen: Meister das beste Zeugniß ausgestellt wird, waren seit Kurzem Spuren von Geistesstörung bemerkt worden und hat er unzweifelhaft in diesem Zustande seinem Leben ein Ende gemacht. Marburg, 11. Januar. Ein Säbelducll zweier hiesigen Studenten, welches heute Morgen in dem nahen Dorfe Marbach stattfinden sollte, wurde durch rechtzeitiges Hinzukommen von Polizcibeamten vereitelt. Cassel, 10. Januar. Bei der gestrigen Treibjagd in Wolfsangcr ereignete sich der Zufall, daß eine gesunde Häsin ihren bereits erlegten Gefährten bis in's Dorf vor die Frant'fche Gastwirthschaft, wo letztere bereits vor dem Haufe lagerten, folgte, hier über dieselben hinweg- und die Treppe hinaufsprang, wo sie jedoch von einem in der Thür stehenden Kutscher festgenommen wurde, jedoch gelang es ihr nach einigen Anstrengungen, wieder zu entkommen, aber leider sollte die Freiheit nicht von langer Dauer fein, denn ihren Weg nach der Naab'schen Scheune nehmend, wurde sie bald nachher vom Jagdpächter W. aus ihrem Zufluchtsort herausgeholt und mußte trotz der Fürsprache des Herrn Bürgermeisters N. unter lautem Wehklagen sterben. (K. Ztg.) Coblenz, 8. Januar. Von hier aus wird folgender kleiner Weihnachtsvorfall berichtet: Ein junger Eheinann von hier beging mit seiner jungen Frau die ersten Weihnachten. Er schenkte seiner Frau außer einigen anderen Sachen auch ein Paar Schuhe und in einen derselben steckte er, in viel Papier eingedreht, zwei Zwanzigmarkstücke. Die Schuhe schickte er mit den übrigen Geschenken am heiligen Abend in seine Wohnung, in welcher er selbst etwas später erst eintraf. Das Frauchen hatte geglaubt, das Papier habe nur den Zweck, die Schuhe in Fa§on zu halten und warf es in den glühenden Ofen. Als der Ehemann nun sein Weibchen begrüßte und es fragte, ob die Schuhe paßten und was es in denselben gefunden habe, erfuhr er zu seinem Schrecken das Geschehene. Man kann sich denken, wie das Frauchen den Schrecken theilte. Rasch^entschlossen nahm der Ehemann einen vollen Eimer Wasser und goß den Inhalt mit einem Male in die Gluth des Ofens. Mächtiger Dampf erfüllte das Zimmer, aber die Gluth ivar erstickt und in der schwarzen nassen Asche lagen die zwei Goldstücke unversehrt und fröhlich funkelnd. Trier, 6. Januar. Der seltene Fall, daß ein Heeresflüchtiger als 46jähriger Mann nach wildbewegtem Leben in die deutsche Heimath zurückkehrt, um sich hier freiwillig zu stellen, ist hier vorgekommen. Der Schuhmacher Sch. von hier war im Jahre 1860 als Rekrut des 70. Infanterie-Regiments nach fechswöchentlichcr Dienstzeit entflohen. Fünf Jahre hat er in Algier unter der französischen Fremdenlegion gedient. Mit dem Wanderstabe hat er alsdann fast den ganzen Erdball durchmessen. Als mettergestählten Mann ergriff ihn die Sehnsucht nach der deutschen Heimath. Vor einigen Tagen kam er hier an und rncldete sich freiwillig als Fahnenflüchtiger. Gestern Nachmittag wurde er zu seinem inzwischen nach Diedenhofen verlegten Regimente gebracht. Als 46jähriger Rekrut dürfte er wahrscheinlich noch einmal in des Kaisers Rock gesteckt werden. — In Geisweid, einem Orte Westphalens, feierte die dortige Hebamme Frau Lorsbach, am 3. d. M. ihr 25jähriges „Amtsjubiläum". Die Einwohnerschaft brachte der verdienstvollen Frau zu Ehren einen solennen Fackelzug, an welchem fast alle Corporationen, wie Kriegerverein, Turnverein, Feuerwehr und Gesangverein Theil nahmen! Eine solche Huldigung einer Hebamme dürfte auch noch nicht da- gewescn sein! Aus Bayern, 7. Januar. ^Schwieriges Unternehmens Vor einigen Tagen rückte die Feuerwehr Appersdorf aus, um — die aufgehende Sonne zu löschen! Die starke Morgenröthe hatte den Alarm veranlaßt. Nachdem jedoch die Feuerwehr eine ziemliche Strecke zurückgelegt hatte, gewahrte sie ihren Jrrthum. Die Löschmaschine wurde nach Hause gebracht, mährend eine Anzahl Feuerwehrmänner das Löschgeschäft beim Wirth in Obermarchenbach den Tag über ausübten. Erfurt, 7. Januar. In vergangener stacht sind hier außergewöhnlich große Mengen Schnee gefallen, so daß derselbe 2—3 Fuß hoch liegt. Gleichzeitig ist erhebliche Kälte eingetrcten. Das Quecksilber des Thermometers fiel auf — 17 Gr. R. Die hiesige Pferdebahn hat deßhalb ihren Betrieb bis auf milderes Wetter eingestellt. — Aus Eisenach wird unter dem 8. Januar geschrieben: Heute früh traf die von Wanfried über Treffurt und Kreuzburg nach Eisenach fahrende Post in Kreuzburg ohne Postillon ein. Ausgesandte Schlitten fanden ihn erstarrt auf dem Schnee liegen. Es war früh bitter kalt — 20 Gr. R. — und der arme Mann, schon starr auf dem Bock, wollte sich durch Gehen neben den Pferden erwärmen, blieb aber liegen. Er wurde wieder in's Leben gerufen und nachdem er sich etwas erholt, heute Nachmittag nach Eisenach gebracht. , — In den letzten Jahren sind von vielen Selten her Klagen über ein besonders starkes Auftreten des Frostnachtschmetterlings (Geometra Lrnmata) eingelaufen. In einigen Gegenden stellen sich die Räupchen so massenhaft ein, daß durch sie ganze Bäume entblättert und sogar junge Früchtchen an- und durchgefressen wurden. So ging es vielfach in den Kirschenpflanjungen am Rhein, wo in einzelnen Fällen die Räupchen d:e ganze Kirschenernte zerstörten. Gewiß sind im Rheingau in den letzten drei Jahren für viele Tausend Mark Kirschen dem Jnsecte zum Opfer gefallen. Blickt man auf die so zahlreichen Veröffentlichungen über den Frostnachtschmetterling in den Fachschriften und bedenkt man, wie oft schon bei Versammlungen die Mittel zur Bekämpfung des Schädlings besprochen und vorgezeigt, auch der gemeinschaftliche Bezug derselben angeregt und auf jede Weife erleichtert wurde, so vermag man nicht zu begreifen, wie trotzdem der Frostnachtschmetterling sich in so enormer Zahl vermehren und so großen Schaden anrichten konnte. Es fehlt leider immer noch so vielen Obstzüchtern an der nöthigen Energie, um sich gegen Feinde und Krankheiten der Obstbäume zu mehren. Gar Manche scheuen die kleine Mühe oder Ausgabe und überlassen den Kampf der Witterung und anderen unberechenbaren Einflüssen. Dabei klagen sie aber bitter über den Ausfall, den sie in ihren Einnahmen erlitten haben, und erklären sogar, keine Obstbäume mehr pflanzen zu wollen, weil das Ungeziefer- alles Obst zerstöre. Und doch ist es so leicht, gerade dieses Jnsect mit dem besten Erfolge zu bekämpfen. Die Unkosten eines Klebgürtels von Polborn'schem Raupenleim (Berlin, Kohlenufer 1—3), dem wirksamsten der von uns probirten Mittel, belaufen sich auf 4, 6 und bei ganz alten dicken Bäumen auf höchstens 10 Gemeinschaftlicher Bezug des Klebstoffes vermindert auch noch diese geringe Ausgabe. Und welcher Erfolg wird erzielt? Wir legen seit einer Reihe von Jahren Klebgürtel nicht nur an Acpfelbäume, sondern an die Stämme aller Obstarten, weil die Erfahrung gelehrt hat, daß das Räupchen alle Obstbäume ohne Ausnahme befällt. Während in diesem Herbste das Insekt ringsum in überaus großer Zahl auftritt, finden sich an unseren Bäumen nur noch wenige Exemplare. An den Klebgürteln eines Apfel- und zweier Kirschenbäume wurden vor einigen Wochen gezählt 492 Männchen und 322 Weibchen. Nimmt man für jedes der letzteren ganz gering gerechnet nur 50 Eier an, so können daraus im nächsten Frühjahr 16,100 Räupchen hervorgehen. Jede: Obstzüchter weiß aber, daß auch 10,000 Räupchen genügen, um die Ernte dieser drei Bäume auf die empfindlichste Weise zu schmälern. Zwischen St. Goar und Boppard liegt am Rhein der Ort Salzig, welcher durch seine Kirschenculturen bekannt ist und jährlich bedeutende Summen für Frühkirschen einnimmt. Dort tritt seit einigen Jahren der Frostschmetterling in so enormen Massen auf, daß der Erlös aus Kirschen erheblich reducirt wird. Im vorigen Jahre machte man den ersten Versuch mit Klebgürteln und verbrauchte ungefähr 20 bis 30 Pfund Polborn'schen Raupenleim. Der Erfolg war so durchschlagend, daß ein Kaufmann in dieser Gemeinde in diesem Herbste 4*/2 Ctr. Leim verkauft hat, womit ca. 3200 Obstbäume umgürtet wurden. Kein einziger Klebgürtel blieb frei von den Schmetterlingen; an einigen großen umfangreichen Stämmen der am meisten befallenen Districte der Gemarkung hat man bis über 300 Weibchen gezählt. Es liegt auf der Hand, daß bei einem derartigen Erfolge das Mittel nur einige Jahre hintereinander angewendet zu werden braucht, um die Zahl der Schädlinge auf ein Minimum zu reduciren. Vielleicht ist es bei solchen Massen von Schmetterlingen rathsam, noch einen zweiten Klebgürtel oberhalb anzubringen, um auch etwa überkletternde Thiere aufzufangen. Bei stärkeren Stämmen kann inan den Leim ohne Bedenken auf die vorher etwas zu glättende Rinde auftragen, bei jüngeren Bäumen binde man Papierstreifen von mindestens 10 Clm. Breite mit 2 Bindfaden (oben und unten) um den Stamm und streiche den Leim auf das Papier. Soweit die Erfahrungen bis jetzt reichen, fliegen die Schmetterlinge auf den Anhöhen früher als in der Niederung; da sich der Polborn'sche Raupenleim über vier Wochen und länger klebrig erhält, lege man die Gürtel, um sicher zu geben, schon Mitte October an und erneure lieber den Anstrich später noch einmal, wenn etwa der Leim hart geworden wäre. Newyork, 10. Januar. Die atlantischen Staaten sind von starkem Schneefall heimgesucht worden, wodurch zahlreiche Unalücksfälle zu Wasser und zu Lande verursacht wurden. In den an den Golf von Mexiko grenzenden Staaten herrscht eine beispiellose Kälte. — In den Staaten südlich vom Potomac wütbet ebenfalls ein fchreckliches Unwetter. In Wilmington. Delaware, bat ein Zusammenstoß von Bahnzügen stattgefunden, wobei 3 Personen getödtet und 9 verletzt wurden. Schwarz Satin xneiveilleux Mk. 1.90 per Meter bis Mk. 11.65 vers. in einzelnen Roben und ganzen I Stücken zollfrei in's Haus das Seiden- fabrik-Döpot 6. Henneberg (K- u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 H Porto. 336 prakt. u. Specialarzt für Hant-, Frauen - n. Ge- schlechtskrankheiten (Syphilis)etc. Frankfurt a. M. cd ’ Stiftarr. 22. fr. Assiat. Prof. Ricord’«. Aurw. briofl. Für die Hinterbliebenen des verunglückten Conrad Keßler sind weiter eingegangen: Von I. Vaupel 1 Jt., W. Mosler 2 X, Prof. Dr. Braune 3 JL, Oberförster Heyer 3,60