Dienstag den 13. Juli 188« N»ktEr Gch-l-raß, 7. Erlcheint LLKlW M-t N«L»schN-e W Mstrt«ßs° echani^- mpfern des <101)11 leise Umerika In, ?tn, rn, »n »teil vierteljährlich 2 Mark LV Pf. «tt Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 56 Keutschland. Darmstadt, 10. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen heute den Geheimerath Professor Dr- Wosserschleben von Gießen, den Professor m der technischen Hochschule Staedel, den MuseumS'Jnspector Pros. Dr. Adamy, den Stabs« und Bataillons - Arzt Dr. Dassow vom 3. Großh. Jnfanterie- Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117, den Notar Billhart von Oppenheim; zum Worttag den Staatsminrster Finger, den Ministerial'Präsidenten Weber, den Gehekmerath Dr. Becker, den Hofjägermeister v. Werner. Darmstadt, 10. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Mergnädigst geruht: . Am 30. Juni den deligirten Kreisarzt Dr. Karl Köhler zu Laubach zum Kreisarzt des Kreisgesundheitsamts Gießen, am 7. Juli den ordentlichen Professor Dr. Kattenbusch zum Rector der Landes-Universität für die Zeit vom 1. October 1886 bis dahin 1887 zu ernennen. Während der Beurlaubung des Unterzeichneten wird derselbe, mit Bewilligung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, Abtheilung für Steuer- Mfen, durch den Großherzoglichen Hauptzollamts-Rendanten Herrn Roßmann vertreten sein. Gießen, den 12. Juli 1886. Großherzogliches Steuer-Commissariat Gießen. ,_____________________________ Süffert. _____________________ Arankreich. Paris, 10. Juli. In der „Armde de Chälons*, aus welchem Werke „Av-nir Militaire" mit großer Hochachtung vor dem ungenannten Versaffer etliche Stellen anzieht, wird die „Verantwortung für Sedan" untersucht und M großen Theil Mac Mahon zur Last gelegt, der zwar ein „brillanter" Oisicier und Corpsführer, aber kein Armeeführer sei. In dieser wissenschaftlich- niilitärischen Beleuchtung erscheint die spätere Erhebung des, um mit Briere de l'Jsle zu reden, durch eine „intelligente Kugel" rechtzeitig Verwundeten zum Präsidenten der Republik als eine ganz wunderliche Thatsache, welche der Folge- rchtigkeit und dem Gerechtigkeitssinne der Franzosen gerade keine Ehre macht. Trotzdem nämlich Mac Mahon und B^zaine, was der vorerwähnte Verfasser mtürlich nicht auszusprechen wagt, beide gleich schuldig oder vielmehr gleich unfähige Armeeführer waren und beide nur die eine und gleiche Schuld trifft, die Lösung einer Aufgabe übernommen zu haben, der sie nicht gewachsen waren< — so wird doch der eine mit der höchsten Ehrenstelle der Republik belohnt, der andere von ihrem Bannstrahl getroffen, schimpflich erniedrigt und zum Verräther gotempelt. Doch hören wir den Verfasser. Er führt aus, daß der General Pllc l'.o zwar den Operationsplan entworfen, der die französische Armee in's Perderben geführt habe, aber daß letzteres doch nur durch die Art, wie er aus- Betresfend: Das Ober-Erfatz-Geschäft pro 1886. Gießen, am 10. Juli 1886. Der Civil-Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. N^it nächster Post werden Ihnen die Ausmusterungs- und Ersatz-Reserve-Scheine II behufs Zustellung an die betreffenden Militärpflichtigen zuqehen. Lie wollen von den Letzteren dagegen die Loosungs-Scheine erheben und solche k. H. hierher einsenden. ‘________________________________________________v Bechtold. ten •echote 479 Gießen^ Kolonial- geführt worden ist, möglich geworden fei. „Ohne Zweifel hat General v. Wimpffm den Untergang der Armee besiegelt, indem er diejenige Bewegung vei hinderte, welche vielleicht allein noch die Capitulation hätte verhindern können, aber der Marschall ist es gewesen, der sich, trotz der Warnungen der Schlacht von Beaumont, von der drohenden Gefahr keine Rechenschaft gab und dadurch, daß er sich einen Tag in Sedan aufhielt, das Heer in eine Stellung brachte, der es, nicht mehr zu entschlüpfen vermochte, es fei denn in völliger Auflösung' Wenngleich man also dem Minister und dem General v. Wimpffen ihren vollen Antheil. an der Schuld läßt, muß man im Großen und Ganzen doch sagen, daß der Marschall Mac Mahon der Haupturheber der Niederlage von Sedan ist. Er hat einen Austrag übernommen, den er hätte zurückweisen müssen. Er hat bei der Führung feiner Truppen die Befolgung derjenigen Grundsätze verabsäumt, welche nicht nur der gesunde Menschenverstand, sondern auch die militärischen Bestimmungen vorschreiben; er hat den Abgrund, in den seine Armee zu stürzen im Begriff war, nicht gesehen, obgleich er bereits sichtbar war." Dieser letztere Fehler wird als der größte von allen gekennzeichnet. Dann fährt der Verfasser fort: „Es ist in der That dieser Aufenthalt der französischen Armee um Sedan mährend des 31, und während der folgenden Nacht, welcher die unmittelbare Ursache der Katastrophe ist, und zwar eine um so bedeutungsvollere Ursache, als nach der Schlacht von Beaumont noch nicht Alles verloren war. Hätte man sich, wie wir des Weitern ausgeführt, sofort zum Rückzüge auf Mözieres entschlossen, so war man fast sicher, den Preußen zu entschlüpfen. Hätte man sich am 31. darauf beschränkt, auch nur den Thalweg von Falizette zu besetzen, so hatte man zwar weniger Vorsprung, aber man hatte wenigstens noch das Mittel, die Preußen ihren gewagten Vormarsch auf Donchery theuer bezahlen zu lassen. Ja, hätte man nur den Ausgang des genannten Thalweges überwacht, hätte man vielleicht doch die Deutschen aufhalten und die Kampfbedingungen zu unserm Vortheil verändern können. Es begreift sich nur durch eine unerklärliche Sorglosigkeit, daß man alle diese verhältnißmäßigen Vortheile sich entgehen ließ und daß die französische Armee gezwungen wurde, die Schlacht unter den denkbar ungünstigsten Bedingungen anzunehmen...." Es ist allerdings nicht zu leugnen, daß bei diesen Wenn und Aber der Optimismus eine große Rolle spielt. (Köln. Ztg.) — An Stelle Noailles' ist Graf Montebello, bisher in Brüssel, zum Botschafter in Konstantinopel ernannt. — Der Verwaltungsrath der Panama-Gesellschaft genehmigte einstimmig das Circular des Herrn v. Leffeps, worin er die demnächstige Emission von 600 Mill. Frcs. neuer Obligationen anzeigt an Stelle des Entwurfs betreffs Emission einer Prämien-Anleihe, worauf Herr v. Leffeps wegen der langsamen Arbeiten der Kammer verzichtet. England. London, 10. Juli. Die „Times" bespricht nochmals die Batumfrage und meint, obwohl die Frage nicht wichtig genug sei, um einen ernsten Streit zu veranlassen, müsse doch von der Thatsache Kenntniß genommen werden, daß Rußland eine directe Herausforderung an England gerichtet habe, welches seine Politik demgemäß gestalten müsse. Durch den Widerruf des Art. 59 des Berliner Vertrags werde die von England auf dem Berliner Eongresse eingegangene Verpflichtung, den Status quo in Betreff der Dardanellen zu respectiren, zum tobten Buchstaben, und wie Rußland, erlange auch England die Freiheit des Handels wieder. Spanien. Madrid, 10. Juli. Die Kammer genehmigte mit 203 gegen 2 Stimmen die Civilliste und verwarf den Antrag Romero auf Erhöhung der Eivilliste der Regentin, welchen Antrag die Regentin schon vorher zurückgewiesen hatte. Rumänien. Bukarest, 10. Juli. Die Meldung des Pesther „Nemzet", wonach in Bukarest anwesende höhere russische Officiere eine russisch-rumänische Convention zur Sicherung des Durchmarsches russischer Truppen durch Rumänien für den Fall einer Besetzung Bulgariens durch Rußland abschließen sollen, wird als voll- ständig erfunden bezeichnet. chen ,4t. *K" d. „jleiber^ .N16. ,n 5035 Weßener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Berlin, 10. Juli. Nachdem im Bundesrathe die Bildung einer kaiser- li^n Kanal'Commission zur Ausführung der Arbeiten für den Nordostsee.Kanal gebilligt worden ist, werden diese Arbeiten alsbald ihren Anfang nehmen; die Bereisung der ganzen Strecke theils zu Wasser, th-ils zu Lande ist bereits unternommen worden uud das Ergebniß der anzustellenden Erhebungen wird dazu führen, weitere Anordnungen über die Arbeiten zu treffen. In der Zuschrift an den Bundesrath bezüglich der kaiserlichen Kanal-Commission ist schon betont worden, vaß Preußen bautechnische Kräfte für die Ausführung der Arbeiten hergeben würde, auch die erwähnte Bereisung der Kanalstrecke ist durch Beamte des preußischen Ministeriums für die öffentlichen Arbeiten erfolgt, die mehrfach verbreitete Angabe, wonach in der Errichtung der kaiserlichen Kanal- Commission eine Uebergehung des preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten siegen sollte, erscheint daher als durchaus hinfällig. Stettin, 10. Juli. Im Beisein der Staatsminister v. Puttkamer und Bötticher, Mischer, württembergischer, badischer, hessischer und hanseatischer Würdenträger, mehrerer Admiralitätsräthe, des chinesischen Gesandten, des Consuls H. H. Meier vom Norddeutschen Lloyd, der Spitzen der Provinzial-, Militär- und städtischen Behörden sowie zahlreicher Zuschauer fand Mittags 12 Uhr der Stapellauf des ersten großen Subventionsdampfers statt. Der Taufacl wurde von der Frau Gräfin Behr-Regendank Ivoilzogen. Der Dampfer erhielt den Namen „Preußen". Dresden, 10. Juli. Der gestern Nachmittag von Wien nach Dresden ab- igMNgene Courierzug ist heute früh um 2 Uhr bei Pirna nuf durch heftige Regengüsse herabgespülte Erdmassen gefahren und theilweise entgleist. Drei Wagen sind den Damm hinuntergestürzt. Niemand ist verletzt. Der Güterverkehr ist stark gestört. Vorläufig werden die Züge über die andere Linie geleitet. Die Passagiere müssen !umsteigen. v , Hirschberg, 10. Juli. Aus Warmbrunn und Kunersdorf werden neue Ueber- , jreier W Ickwemmungen durch den Zacken gemeldet. Auch die hiesige Sandvorstadt ist über; . .nie ruW schwemmt, der Bober gleichfalls steigend. L i. Octbr 1 der i 5029 r. io. — Der außerordentliche Professor in der philosophischen Facultät zu Erlangen gt fcyiagen. . e 1 Dr. Pöhlmann ist zum ordentlichen Professor der Geschichte, speciell der alten Kietzen, 12. 3uli. Bei dem gestern m Wiesbaden abgchaltenen Rennen Geschichte, befördert worden. a d f a b r - V e r e l n G r e ß e n durch sein Mitglied H a m e l dm ersten Preis, ... Um rasch zu räumen 6 «3 9 AN» crrang de?Radfahr-Verein Gießen durch sein Mitglied Hamel dm ersten Preis, bestehend in einer silbernen Weinkanne mit do. Untersatz, die demnächst im Erker des Uhrmachers Zimmer ausgestellt sein wird. Ausführlicher Bericht wird morgen folgen. Gießen, 12. Juli. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag machte sich ein junger Mann das seltene Vergnügen, mit einem Faß zum Fenster seiner Kneipe heraus auf das Dach eines Nebengebäudes zu steigen und das Faß dort herum zu schieben. Auf einmal kollert Faß und Mann in den gepflasterten Hof und verletzte sich der junge Mann so erheblich, daß er besinnungslos weggetragen werden mußte. — Ein wegen"fortgesetzter Ruhestörung gestern verhafteter Mann von hier hat sich heute Nacht im Arreftlokal erhängt. — Drei Burschen machten heute früh 5 Uhr in einem Nachen bei der Badenburg eine Lustfahrt auf der Lahn, wobei das Boot in's Schwanken gerieth und einer der Insassen in's Wasser fiel und ertrank; der Ertrunkene ist von Annerod und heißt Pfeffer. Velvet KrEe : Ml mer^enißa§ zwischen dm verschiedenen Sphären des Wissens und des Könnens, des technischen und nichttechnischen Forschens und Schaffens ehedem Trennendes gelegen haben mag, das ist untergegangen in dem gewaltigen Aufschwung, den seit der Neu- aründung von Kaiser und Reich unser ganzes nationales Bildungsleben genommen hat. Alle Lehranstalten dieses unseres nationalen Bildungslebens, wie verschieden ihre Richtung und ihre Farbe sein mag, sind gewachsen mit ihren größeren Zwecken, gewachsen mit ihren größeren und ernsteren Pflichten. Auch von diesen Anstalten gilt das wahre und tiefe Wort, mit dem ich schließen will: „Getrennt marschiren und vereinigt schlagen!" Temperatur der Lahn. Am 12. Jul«, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15°, Lust 16° R. im Schatten. L. Ehr. Rübsamen. - Messer iwbir Söiunii Klei. Spitzen Fichus, Barber Schleie TW Universität- - Chronik. — Der außerordentliche Professor Lic. theol. Dr. phil. Cornill ist vonu 1. October d. I. ab von Marburg in die theologische Facultät von Königsberg versetzt worden. Seine Berufung ist insbesondere für das Fach der alttestamcntlichm Exegese zur Ergänzung der Lehrthätigkeit des betreffenden Ordinariums erfolgt, außerdem wird Cornill die Unterweisung der Studirenben im Hebräischen übernehmen. — Der Privatdocent Dr. Johann Schrörs zu Freiburg i. B. ist zum ordentlichen Professor in der katholisch-theologischen Facultät zu Bonn berufen, worden. Lokales. Gießen, 12. Juli. Nachträgliches zur Jubelfeier der technischen Hochschule in Darmstadl. Die Ansprache, mit welcher Herr Prof. Dr. Duden am 1. $ult btt Ueberreichung des Festgrußes der Landesuniversitat begleitet har, t|i nach einer mehrfach fehlerhaften Nachschrift veröffentlicht worden, welche dem Redner vor dem Abdruck nicht acreigt worden ist. Der authentische Wortlaut ist folgender: Königliche Hoheit! Hochansehnliche Festversammlung ! . rc Der Senat der Großherzoglichen Ludewigs-Universität hat Herrn Professor Hetz und mich hierher gesandt, um Zeugniß abzulegen von den Gesinnungen, m welchen die Landes-Universität die heutige Feier mit begeht und Se. Magniflcenz der Rector derselben hat mich beauftragt, an seiner Statt die Adresse zu verlesen und zu überreichen in der er den Ausdruck dieser Gesinnungen zusammengefatzt hat. — — Der Verfasser und Unterzeichner dieser Adresse hat, bevor er nach Gießen berufen ward, an einer der ersten technischen Hochschulen Deutschlands mehrere Jahre gewirkt. Der Festredner der heutigen Feier, der gegenwärtige Director der technischen Hochschule hat bevor er hierher berufen ward, an der Landesuniversität mit Auszeichnung aewirkt. Die Thatsache nun, daß die beiden Häupter der beiden höchsten Lehranstalren des Landes wörtlich und buchstäblich übereinstimmen in ihren Ansichten über das Recht der technischen Wissenschaft, über den Bildungsweg, den Emporgang der technischen Hochschulen zu der Stellung, die sie heute einnehmen, diese Thatsache, die ich mit Freude constatire, gibt rein an sich die Bürgschaft dafür, 'daß die Wünsche, welche sie für das Zusammenwirken der beiden Hochschulen geäußert haben, m Erfüllung gehen Dienstag der Nachmit Msetzno W in drr Pfarm unbtonunenuräb Soyha, SG Waschkornmor», bank, Bücher ( faß, Weißzeug Ausgckot. Hoffman, Postalische-. Unter dem Publikum herrscht vielfach die Meinung, daß seit dem 1. Juli d. I., von welchem Zeitpunkte ab die Bestimmungen der vorjährigen Berliner Telegraphen- Conferenz in Kraft getreten sind, die äußerste Wortlänge bei Telegrammen auf zehn Buchstaben für das Wort eingeschränkt sei. Dies ist unrichtig. Die äußerste Wortlänge bei gewöhnlichen Telegrammen im europäischen Verkehr beträgt nach wie vor fünfzehn Buchstaben. Die Einschränkung auf zehn Buchstaben findet nur bei Telegrammen in sogenannter verabredeter Sprache und, wie bisher, bei außereuropäischen Telegrammen statt. Bersrod, am Gi°tzherz«gl.BM B0 HüpllH DM Freitag den Vormittags mchkjkichnetes $ werben" 17 EicheMm 40 Derb- u. 2 23 Rrn- Knüp 6230 Wellen. Gr. Rechtenbai 5085 Das • - Weh ltllNeb Schiffs uachrichteu. Bremen, 10. Juli. fPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Ems, Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am, 30. Juni von Bremen und am 1. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern 2 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 10. Juli. Wer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Hermann, Capt. G. Reimkasten, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 23. Juni von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten in Baltimore angekommen. Vermischte-. Berlin, 8. Juli. Am Montag Mittag überreichte der in dem Hause Max IaffS jr. angestellte Commis Karl Wißmann bei der Casse der Disconto-Gesellschafi eine Quittung nebst Schreiben. Da beide Papiere mit dem Geschäftsstempel und der Unterschrift Max JaffS jr. versehen waren und trotz sorgfältiger Prüfung Bedenken nicht erregten, Wißmann auch bet der Casse persönlich bekannt war, so wurde der quittirte Betrag von 12 000 ausbezahlt. Am Dienstag früh stellte es sich jedoch heraus, daß die Unterschriften unter der Quittung und dem Briefe täuschend nach- gemacht waren. Wißmann ist seit Montag Abend mit seinem Freunde, dem Super- numerar Hugo Gobisch, unter Mitnahme der unterschlagenen Summe verschwunden. Beide werden steckbrieflich verfolgt. Wißmann ist von kleiner Figur, blasser Gesichtsfarbe, trägt das Haar glatt gescheitelt und hält sich militärisch stramm. Gobisch ist groß, hat gelocktes blondes Haar, große Füße, eine Narbe über die etwas geröthete Nase und stößt beim Sprechen mit der Zunge an. Beide sind nahezu 19 Jahre alt. Im Interesse der Gerechtigkeitspflege muß es erwünscht erscheinen, daß Jeder, der über den Verbleib der Beiden Auskunft ertheilen kann, bei der Direction der Disconto- Gesellfchaft oder der Königlichen Staatsanwaltschaft beim Landgericht I Alt-Moabit 11—13 davon Anzeige macht. Würzburg, 7. Juli. In Betreff des Eisenbahnunglücks verlautet von der Suspendirung des Stationsmeisters Qberlechner, des Wechselwärters Meixner und des Bahnwärter Nanninger. Am Faulenberg-Einschnitt wurde heute mit Aufstellung eines neuen Wärterhauses, welches vor Jahren beseitigt worden war, wieder begonnen. Fast täglich kommen neue Verletzte, die sich unverletzt glaubten, in Behandlung. Auch liegen im Militärlazareth drei verwundete Lehrer. — lieber die Ursache des Unglücks wird amtlich bekannt gegeben: Von dem Signalwärter wurde aus bis jetzt noch nicht aufgeklärter Ursache das von ihm ursprünglich gezogene Signal „Ausfahrt nach Bamberg frei" nach Ingangsetzung des Courierzugs noch vor dessen Eintreffen am Signalbaum zurückgezogen und durch das Signal „Ausfahrt nach Nürnberg frei" erseht. Dies bestimmte den Wärter der Ausfahrtsweiche, den ausfahrenden Zug statt in das Bamberger in das Nürnberger Geleise einlaufen zu lassen, auf welchem Führer, Ober- Conducteur und Wagenwärter den Zug auch ruhig weiterlaufen ließen. Auch von den betheiligten Bahnwärtern wurde das Haltezeichen nicht gegeben, obwohl der Postzug, als auf dem Geleise der Nürnberger Strecke kommend, von Rottendorf durch das Läutewerk dieser Strecke schon geraume Zeit abgeläutet war. Es sind mithin ganz bestimmte, klare Sicherheitsvorschriften unbeachtet gelasfen. Die Untersuchung ist im vollsten Gange. Verhaftet ist bisher Niemand. Saarlouis, 8. Juli. Einem schrecklichen Unglück sind zwei hiesige Familien Ivie durch ein Wunder entgangen. In dem Hintergebäude des in der Silberherzstraße gelegenen Brach'schen Hauses stürzte die nach dem Commandanturgarten gelegene «v Utto och ® VomM- M .»« S »w,® daß HM " Mnunl * Einbecken " Steine, die Herstellung Hauswand kurz nach 1 Uhr Nachts in der Höhe und Breite .von etwa 8 Meter mit hudem Getöse in den besagten Garten hinein. Hilferufe erschallten, alle ringsum Wohnenden aus dem Schlaie reißend. Tie beiden Familien entgingen nur dadmch einem großen Unglück, daß die Zimmerdecken nicht mit hinabstürzten. Em Hdlien- vater erfaßte bei dem Ereignisfe noch raicy die neben 1 einem Bette ftepenbe Wiege, sonst wäre diese mit zwei Kindern von dem herabfallenden Gestem ^Erschuttet woiden. Die Kinder der anderen Familie waren mit der schrägen Senkung des Fußboden^ nach dem Garten zu herabgerutscht, ohne irgend welchen Schaden den^mmen zu haben. Die eingestürzten Wohnungen selbst, welche sich m dem ersten Stockwerke befinden, bilden ein Gewirr von durcheinandergeworfenen Hausgerathcu. Bei au oresen Vorkommnissen spielte auch etwas Heiteres mit. Die Kinder wurden von dem Inhalt umgestürzter Einmachgläser gänzlich begossen und labten sich an den Süßigkeiten, während die Eltern in größtem Schrecken nach den Kindern jammerten. — Bei der Feuersbrunst in Eiche, das etwa 20»IDiinuten vom Reuen Palais in Potsdam entfernt ist, hat sich außer dem Kronprinzen auch die Kronprinzessin^aus die Brandstätte begeben und traf dort Anordnungen für die Unterbringung der obeawlo^ gewordenen Familien, namentlich der in den brennenden Häusern an den Mostrn krank darnieder liegenden Kinder, die nach dem St.. Hedwigs-Krankenhause gebracht wurden. Die Antheilnahme der erlauchten Herrschaften an dem Schicksal der ^gebrannten ging so weit, daß sie eine Sammlung veranstalteten. Es geschah dies bet Gelegenheit eines großen Nachmittags-Thees, zu dem die Einladungen an die Potsdamer Gesellschaft ergangen waren. Während die aus etwa hundert Geladenen bestehende Gesellschaft sich in den unteren weiten Sälen des Neuen Palais bewegte, erfolgten Die Sammlungen für die Abgebrannten, die auf diese Weise eine dankenswerthe Hilfe m der ersten Noth erlangten. — Der Kronprinz war vom Nachmittag bis Mitternacht auf der Brandstätte, gab Anordnungen zur Anwendung der Löschapparate, um die umliegenden Gehöfte vor dem Feuer zu bewahren, ja legte selbst mit Hand an, so ba§. fein Gesicht vom Rauch ganz dunkel war. , . . - sDie blaue Grotte im Linderhof.) Eins der größten Wunderwerke in den Schlössern des verstorbenen Bayernkönigs ist die sogenannte blaue Grotte in dem einsamen Schlosse Linderhof. Der Hügel, der dieses Wunderwerk birgt, thut äußerlich in nichts das Geheimniß kund; da macht sich der Führer an einem Felsen etwas zu thrm und siehe da, es dreht sich ein Stück des Berges und aus thut sich der Höhle Eingang; künstlicher, täuschender Tropfstein bildet die Wände, Decken und Träger, gedämpftes röthliches Licht erhellt den Weg und plätscherndes Geräusch schlägt an die Ohren;. einige Stufen führen auf eine kleine Anhöhe und nun bietet sich das Innere den überraschten Blicken dar. Die Grotte ist so weit, daß ein anderthalbstöckiges Haus darin Platz hätte; um dieselbe ziehen sich Wege mit Ruhesitzen, dort zeigen sich auch Nebengrotten, Pfeiler und im Hintergründe eine Erhöhung, auf der bei näherem Besehen ein prächtiges Tischchen nebst Stühlen von lauter Muscheln steht, das zum Beschauen der Grotte von hier aus einlabet. In der Mitte erglänzt ein See, in den ein Bergstrom rauschend niederstürzt und auf welchem der zierliche Lohen grinkahn sich schaukelte Das Ganze ist magisch beleuchtet durch gedämpftes, weiches blaues Lickt, ein feenhafter Anblick, der diese Welt vergessen niadit und in andere Sphären versetzt. Plötzlich streift ein Lichtschein eine bisher dunkle Wand, es wird Heller und Heller und es erscheint in immer klareren Umrissen ein Bild des Innern des Venusbergs: Tannhäuser, von Liebe ganz erfaßt, sich voll seiner Göttin ergebend, ein Bild, besonders schön in der Composition und ergreifend durch seine plastische Darstellung. Aber ba- mit nicht genug, es erscheint auch noch der wandelnde Mond und der Regenbogen. Wahrhaftig, mehr, soll man meinen, kann die Phantasie nicht erdenken und die Kunst nicht ausführen; wie mit umflorten Sinnen verläßt man die Grotte. TelML-Wr Deprscheu. WoLff'S teLrgr. Tsrerspondsur * Gsr-rsu. EMS, 11. Juli. Seine Majestät der Kaiser ist Nachmittags 4 Uhr mittelst Extrazug^ nach Coblenz abgereift. Auf dem Bahnhofe waren v. Wurmb, der Bade-Commisfar v. Lepel, der Landrath v. Rolshofen, der Burger meister Spangenberg und zahlreiche Badegalte anwesend. Auf der.^ahrt zum Bahnhofe wurde der Kaiser von einer großen Menschenmenge enthusiastisch bePMöt 9 Auastmrg, 11. Juli. Heute Vormittag wurde die internationale Ausstellung von Mascymen und Bedarfsartikel für Mühlenindustrie hierselbst eröffnet. Wien, 11. Juli. Die Leiche des holländischen Gefanbtschaftsfecretars Crom- melin joroie die des Führers Rangetiner, welche bei der Besteigung des Großglockner verunglückten, sind ausgefunden worden. Nach der Leiche des Markgrafen Palavicini wird noch 0=W-c meIbet| tr.|t in ber näd)flm W-ch-«m Ministerium d°s Zleußern eine österreichisch - ungarische Zollconferenz wegen des Zollkampfes mit Ru- tnSnun äüiammen. Zu ber Gonferenj «ollen außer haudelsMttschen Nertreiern der Regierung auch Delegirte der Eisenbahntarif.Abtheilungen der beiderseitigen Ministerien Wiooen werben. ZE. Bis geifern gegen Mitternacht waren 572 Wahlen be- faniit ES sind gewählt: 290 Confervatioe, 62 disfentirenbe Liberale,148 Glad- ftonianer und 72 Parnelliten. Lord Hartington ist m Rosfenball mit a399 elimmen aeaen einen Anhänger Glabstone's, ber 3949 Stimmen erhielt, gewählt worben, gegen Diersburg, 11. Juli. Der „Regierungs-Anzeiger" veröffentlicht emen kaiserlichen Ukas, wonach die Schließung des Freihafens von Batuur vorn 17. b. M. ab an- georbnetmvrb. Der König traf gestern Abenb in Begleitung särnmtlicher Minister hier ein. Morgen finbet bie erste Sitzung ber Skupschtincr statt. * Handel und Verkehr. Grünberg, io! Juli. lFruchtpreise.) Weizen JL 17.10, Korn JL 1370, Gerste JL 11.70, Hafer JL 12.60, Erbsen 00.00, Linsen 00.00, Lein JL 00 00, Samen A 20.00, Kartoffeln A 4.00, Wicken 00.00. ' Frankfurt, 10. Juli. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter A 4.00—6.00, Eier das Hundert A 4.50—5.00, Butter per Vfund A 0 90 bis 1.20, Weißkraut per Stück 00—00 4/ Rothkraut per Stück 00—00 KoblrM- per Stück 3-5 A, Ochsenfleisch per Pfund 45-70 Kuh- u. Rindfleisch 45-60 Kalbfleisch 40—60 H, Schweinefleisch 65—70 Hammelfleisch 50—70^5) 1 Hahn A 0.70-1.80, 1 Huhn A 1.00-2.50, 1 Ente A 2.00-3.50, 1 Gans A 600-8 50 1 Taube 40-50 Welsche A 5.00-10.00. w Rrprrtoir der vereinigten ÄadttheaterFn Iranksurt a. M. Opernhaus. Ensemble-Gastspiel des k. k. priv. Theaters an der Wien zu Wien, unter Leitung des^ Directors Franz Jauner. Dienstag den 13. Juli: Der Zigeunerbaron. Mittwoch den 14. Juli: Zum ersten Male wiederholt: Eine Nacht in Venedig. Donnerstag den 15. Juli: Der Zigeunerbaron. Freitag den 16. Juli: Eine Nacht in Venedig. Samstag den 17. Juli: Vorletztes Ensemble-Gastspiel des k. f. priv. Theaters an der Wien zu Wien. Der Zi ieunerbaron. Sonntag den 18 Juli: Letztes Gastspiel des t. k. priv. Theaters an der Wien- zu Wien. Eine Nacht in Venedig. 5044 n n Hauptsaal, 2. Hälfte 3.— Wintermäntel Kindermäntel. Bocher. 5082 Kassenöffnung 5y2 1. Eingang für die 2. KE 3. 4706 zu haben. Liebigstraße 63. Julius Wallach. SMS”* Neueste Damen-Regeumautel 3l,än’aU Um mit meinen vorräthigen ,rammen in st- TIUlUi in f ropäislhe« eu 6- O «- Preisen zu empfehlen. 3486 r- Hermann Katz empfiehlt 5018 holl. Astcrweg 13. wird gesucht. Anbau Gallerie Der Stadtrechner: H. Enders. irnitl ist vm i Königsberg ilutftamentlidjm folgt, au&eibm timen. i. 28. ist Zonn berufen |u Erlangen eciell der allen Carl Schwaab’s Delicateffenhandlung. Setzen, Klopfen und Eindecken der erforderlichen Steine, die Herstellung von 4 Abfahrten, versteigert werden. Bersrod, am 9. Juli 1886. Großherzogt. Bürgermeisterei Bersrod. rog3 3 <5 55 r» §.= LT, Eintrittskarten sind bis Dienstag Abend 4 Uhr Lei Herrn E. Balser Mäusburg 11 und Abends an der Kaffe zu haben. Alle Plätze sind Sitzplätze und nummerirt. Krausen, Knöpft, Tricottaillen, Kinderkragen, Atlasband, Seidene Tücher rr Le« rr PostdamB welcher mgm war, s tr Postdampsek en, welcher o« Baltimore w Meine Wohnung befindet sich Sonnenstraße 141, (dem Club gegenüber) 2 St. 4963 Wilh. Böhling, Tapezierer. Durch einen- außergewöhnlich vortheilhasten Einkauf bin ich in Stand gesetzt, hochmodernste und feinste Damen-Kleiderstoffe und abgepaßte Roben in garantirt reiner Wolle zu staunendbilligen 4665 Hermann Katz, Seltersweg 20. Heute Zufuhr wirklich prima neuer Dsllhärin-e (Superior) bei Versteigerung. Mittwoch den 14. d. Mts., Vormittags um 9 Uhr, sollen auf hiesiger Bürgermeisterei verschiedene Arbeiten, als: Weißbinder-, Dachdecker- und Pflasterarbeit, Anfertigung eines Canals, Anfertigung eines Stückes Chauffee, das Anfahren, Wohlthätigkeits-Korstellungm Steiu's Garten — Gießen. Die große Nachfrage nach 2 und 3 ^t.-Billets für Mittwoch den 1«. Juli C2. Abend) veranlassen uns, nachstehende Aenderunq in den Plätzen eintreten zu lassen. «W C.