n. He ® 4469 i L£uunneit^ ar. BIIT »G.Nr.M, I 6. üra»he. iauas. \lMWl. Löhr. 4479 ERT ehnell. inet. 9 4465 58. Löhr. Hof. n Duill- <8i* finden i(tU ** ,frA K xrL-Ä «*’• ,i«. «• ^2-i TZ».-1 ST» sstlhÄ *>,4' t, ik 4458 MN Mr. 136. Zweites Blatt Sonntag den 13. Juni 1886 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ®wmMt Sch»lGraß, 7. Erscheint tkOlich mit »6mchm« M SUnUfi. »reis vierteljährlich 2 Mark 28 Pf. «tt Bxf*g* Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 58 Amtlicher Theit. Bekanntmachung. Nachdem der Frankfurter Versicherungsgesellschaft gegen Wasserleitungsschäden in Frankfurt a. M. durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 1. l. M. die nachgesuchte Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum auf Grund der vorgelegten Statuten aus Widerruf ertheilt worden ist, so wird dies hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Gießen, den 8. Juni 1886. a Großherzogliches Kreisamt Gießen. __________________________________________________Dr. Boekmann-_______________________________________ Nr. 16 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 8. d. M-, enthält: (Nr. 1666.) Gesetz, betreffend die Besteuerung des Zuckers. Vom 1. Juni 1886. Nr. 17 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 9. d. M-, erhalt: (Nr. 1667.) Verordnung, betreffend die Rechtsverhältnisse in dem Schutzgebiete der Neu-Guinea-Kompagnie. Vom 5 Juni 1886. (Nr. 1668.) Bekanntmachung, betreffend die Unfallversicherungspflicht von Arbeitern und Betriebsbeamten in Betrieben, welche sich auf die Aus- 'fführung von Bauarbeiten erstrecken. Vom 27. Mai 1886. Gießen, am 11. Juni 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Wochen - Ueberficht. Gießen, 12. Juni. Das Pfingstfest ist wieder einmal im Begriff, in die Häuser und in die Herzen einzuziehen und um so freudiger begrüßen wir es in diesem Jahre, a'.S es sich uns diesmal schon im sommerlichen Prachtgewande zeigt und gewiß erscheint die stch dem Auge überall entgegendrängende Kraft und Fülle nur geeignet, die Pfingstfreuoe zu erhöhen. Außerdem tritt aber heuer noch ein besonderes Moment hinzu, welches eine srohgemuthe Feier des lieblichen Festes der Maien gestattet, nämlich die Gewißheit, daß nunmehr der Weltsriede ^ach mancherlei bedenklichen Bedrohungen als gesichert zu betrachten ist. Diese Gewißheit ergtebt sich aus der mehr und mehr eintretenden Consolidirung der Verhällniffe im Orient und speciell aus der endlichen Beilegung des türkisch- griechischen Conflictes, die ja noch kurz vor dem Feste erfolgt ist. Ueberdies sind auch die gegenseitigen Beziehungen zwischen den maßgebenden Nationen -Europas trotz mancher hier und da unleugbar vorhandenen leisen Schatten im All- . gemeinen derartige, daß man aus ihnen eine Fortdauer des gegenwärtigen Friedenszustandes folgern kann und diese Ueberzeugung kann nur dazu beitragen, die festliche Stimmung zu vermehren. Nicht recht im Einklänge mit einer reinen, ungetrübten Festesfreude stehen freilich in verschiedenen Ländern die inneren 'Verhältnisse und gerade jetzt sehen wir, wie z. B. in England, in Frankreich, in Oesterreich-Ungarn zum Theil recht seltsame Krisen existiren, welche die ruhige .Fortentwickelung der inneren Angelegenheiten zu beeinträchtigen drohen. Bei uns in Deutschland kann glücklicher Weise von einer schweren inneren Krisis nicht die Rede sein, dennoch giebt es auch bei uns verschiedene „dunkle Punkte", unter denen der leidige Parteihader, die unter den politischen Parteien herrschende gegenseitige Erbitterung leider immer wieder hervortritt und von der die hinter uns liegenden Sessionsabschnitte der einzelnen Parlamente gar manche unerfreuliche Proben aufzuweisen hatten. Ob es auch hierin einmal besser werden wird? Nun, wir wollen es aufrichtig wünschen und hoffen, denn Einigkeit im Innern, die thut dem deutschen Reiche wahrlich Noth! Nun, nach einer Richtung wenigstens bieten die Verhältnisse im Reiche einen nur erfreulichen Anblick dar — in Bezug auf das kirchenpolitische Gebiet. Der erst jüngst zwischen Preußen und der Kurie erfolgte Friedensschluß hat dieser Tage eine bedeutsame Verstärkung durch das päpstliche Zugeständniß der Erfüllung der vollständigen Anzeigepflicht erfahren und ebenso bedeutet die in dieser Woche erfolgte Inthronisation des neuen Erzbischofs von Gnesen-Posen, Binder, einen markanten Wendepunkt in den kirchenpolitischen Verhältnissen; hoffentlich sind dieselben nun für lange Zeit als stabil zu betrachten. Die Parlamente in den einzelnen europäischen Staaten, soweit sie eben zur Zeit noch versammelt sind, haben meist bis unmittelbar zum Fest getagt und auch bei uns erstreckte sich die parlamentarische Thätigkeit bis weit in die Psingst'Vorwoche hinein. Das preußische Herrenhaus war es, -welches noch allein aus dem Posten aushielt, um noch vor dem Feste verschiedene wichtige, vom Abgeordnetenhause bereits angenommene Vorlagen zu erledigen, wozu jenes auch verhältnißmäßig wenig Zeit gebraucht hat. Am Dienstag und Mittwoch nahm das Herrenhaus das Lehrer-Anstellungsgesetz für Posen und Westpreußen, den Entwurf über die Communal-Besteuerung der Osficiere — beide unverändert nach der Fassung des Abgeordnetenhauses — an und genehmigte auch die Kreisordnung für Westfalen, jedoch unter Ablehnung der Beschlüsse des Abgeorvnetenhauses zu dem vielgenannten § 27, welcher bekanntlich vom Ehrenamtmann handelt. Das Abgeordnetenhaus hatte beschlossen, daß der Oberpräsident den Amtmann aus Grund von Vorschlägen der Amtsversammlung ernennen solle, über welche sich der Kreisausschuß zu äußern habe ; das Herrenhaus blieb jedoch dabei stehen, daß der Amtmann vom Oberpräsidenten aus Grund der vom Kreisausschuß zu machenden Vorschläge zu ernennen sei. In Folge dieser Abänderung muß die Kreisordnung noch einmal die Be- rathung des Abgeordnetenhauses passiven. Die Provinzialordnung für West« salen wurde durchweg nach den Beschlüssen des Abegordnetenhauses genehmst, dagegen der Kropatscheck'sche Gesetzentwurf (Gleichstellung der Lehrer an mcht- staatlichen höheren Lehranstalten mit den Lehrern an höheren Lehranstalten staatlichen Patronats) abgelehnt. Am Donnerstag wurden die Gesetzentwürfe über den Zuschuß Preußens zum Bau des Nordostsee-Kanals und über den Bau von Schifffahrts-Kanälen genehmigt, lieber den Zusammentritt des preußischen Abgeordnetenhauses nach Pfingsten verlautet noch nichts Näheres, dagegen heißt es bezüglich des Reichstages, daß derselbe am 28. Juni seine Sitzungen wieder ausnehmen werde. Das sächsische Königspaar hat am Mittwoch Sibyllenort nach mehrwöchentlichem Aufenthalte wieder verlassen und sich nach Dresden zurückbegeben. Zur gleichen Zeit sind die erlauchten österreichischen Gäste des Königspaares in Sibyllenort, Erzherzog Karl Ludwig und seine Gemahlin Maria Theresia, nach Wien zurückgekehrt. Am-Donnerstag ist die französische-Deputirtenkammer in die wichtige Berathung des Mehrheitsberichts der Commission für die Hrinzenvorlage eingetreten. Der Bericht empfiehlt die sofortige und unbedingte. Ausweisung der Prinzen, während das Ministerium Freycinet nur den Prinzen Napoleon und dessen Sohn Victor, sowie den Grasen von Paris und dessen ältesten Sohn, den Herzog von Orleans, ausgewiesen wissen will. Der Entscheidung der Kammer wird mit um so größerer Spannung entgegengesehen, als ihr Votum im Sinne des Mehrheitsbeschlusses der Commission höchst wahrscheinlich die Demission des Cabinets nach sich ziehen würde. Die von englischen Blättern gebrachte Nachricht von der beabsichtigten französischen Besetzung der „Neuen Hebriden" wird von der „Agence Havas" officiell für unbegründet erklärt. Die Nachricht ist darauf zurückzuführen, daß der Gouverneur von Caledonien in Folge der Nieder- metzelung von Franzosen auf den „Neuen Hebriden" zwei Kriegsschiffe nach dieser Inselgruppe absandte, um die dort wohnenden Unterthanen Frankreichs in Schutz zu nehmen. Die parlamentarische Krisis, welche in England durch die Ablehnung der Home-Rule-Bill seitens des Unterhauses herbeigesührt worden ist, wird wohl noch einige Zeit andauern. Gutem Vernehmen nach hat die Königin den Vorschlag Gladstone'S, betr. die Auflösung des Parlaments, angenommen, doch ist über den Zeitpunkt der Auflösung noch nichts Bestimmtes bekannt, wenngleich verlautet, daß letztere am 25. oder 26. Juni erfolgen solle. Sofort nach der officiellen Bekanntgabe des Entschlusses der Königin wird Gladstone ein Manifest veröffentlichen und soll der Schluß der Session so viel wie möglich beschleunigt werden. Seit der Aufhebung der über Griechenland verhängt gewesenen Blokade ist die neueste Orientsrage auch in ihrem letzten Theile, dem türkisch-griechischen Conflicte, als glücklich ausgetragen zu betrachten. Dies erfreuliche Resultat ist jedenfalls in erster, Linie dem ein- müthigen Zusammenwirken der Mächte — die eigenthümliche Absonderung Frankreichs in der griechischen Frage kann nicht in's Gewicht fallen — zu verdanken und hierin liegt zugleich eine Bürgschaft dafür, daß auch künftige „Zwischenfälle" auf der Balkanhalbinsel, die sicher nicht an§b(eiben werden, durch die Einmüthigkeit der Mächte ihres für den europäischen Frieden bedrohlichen Characters entkleidet werden. Die russische Kaiserfamilie hat am Dienstag ihre bevorzugte Sommerresidenz Peterhof bei Petersburg bezogen. Von einer Reise nach Kopenhagen, wie in den vorhergegangenen Jahren, verlautet diesmal noch nichts. _____________________________________________ Pfingstgebräuche. Von Alters her war es die Freude an der frischen grünen Natur, welche den Menschen veranlaßte, junge Baumzweige aus dem Walde zu holen und sein Heim damit zu schmücken, und das Pfingstfest war das Fest der „Maien". Unsere Vorfahren feierten in den Tagen, da der Frühling mit all' seiner Pracht an Laub und Blumen und an Hellem Sonnenschein hereingebrochen war, ein großes Fest zu Ehren des obersten Gottes Wotan, welcher als Naturgott die Macht über Frucht- und Erntesegen hatte und dessen gütiges Walten sich in der vollen Entfaltung der Natur in Wald und Feld, auf Wiesen und Aeckern so deutlich offenbarte. Das christliche Pfingstfest knüpfte, wie alle unsere Kirchenfeste, geschickt an die heidnische Tradition au, und obwohl im I Laufe der Zeiten manche alte Sitte und herkömmliche Gebräuche verloren ginyen oben fld) änderten, es blieb dem Pfingstfeste jener freudige Grundton, und so gelten noch deute, wie vor Jahrtausenden, in Deutschland die frischgrünen Zweige an Thür und Fenster, in Flur und Stube, an Wagen und am Huie des Wanderers als ein Beweis dafür, daß die milden Götter des Wetters und der Winde wieder zur Herrschaft gelangt sind, und ihre Gegner, die finsteren Reif- und Frostriesen des Winters, siegreich verjagt sind. So ist von jeher ein Pfingstfest ohne „Maien" nicht denkbar! Tas Bestreben, am schönsten aller Feste ein schwaches Abbild wenigstens von der in Blüthenduft und Blumenschmuck prangenden Natur in die dumpfen Wohnräume zu zaubern, bleibt besonders unter den nicht auf der stolzen Höhe des Mammonsüberflusses stehenden Volksschichten ein allgemeines. In vielen Gegenden wird schon am Vorabende des Psingst-Sonntags das ganze Haus mit sogenannten Pfingstbesen, Büscheln aus getvblühendem Ginster, gescheuert und gefegt und mit Birken (Maien) und Kalmus festlich herausgeputzt. An diesem Tage ist auch in Schwaben die Weihe des Taufmassers und dc^ Weihbrunnens. Fast in ganz Deutschland und Deutsch-Oesterreich ist es üblich, daß am Pfingst-Sonntage die Kühe geschmückt von der Weide heimgetrieben werden. Hierbei spielt der Pfingst- lümmel oder die Pfingstbraut eine besonders hervorragende Rolle und wird sonderbarer Weise oft der Mittelpunkt des ländlichen Festes. So nennt man nämlich den Knecht oder die Dirne, die am Pfingst-Sonntage am spätesten aufgestand.n ist und also zuletzt das Vieh auf die Weide treibt. Dies gilt als eine große Schande. Auch in Bayern findet sich der Pfingstlümmel, im Lüneburgischen der Psingst- ferl, in Steyermark der Pfingstlucken, im Schwarzwalde der Psingstbutz u. s. w. Anderwärts wird bei dem Pfingstritt fleißig das Peitschenknallen geübt, es wird dabei gejohlt, geklappert, gequiekt, geschossen und derber Spaß getrieben. An die bei dem heidnischen Frühlingsfest üblich gewesenen Opfer erinnert der Pfingstochse". Vielfach ist noch die Redensart bezüglich eines Mädchens, welches mit Putz überladen ist, gebräuchlich: „Sie ist geputzt wie ein Pfingstochse". Bekannt^sind die „Pfingstbiere", so in den Dörfern zwischen Leipzig und Halle, wo auch die Sitte besteht, daß die jungen Burschen in der Nacht vor Pfingsten eine Art Sittsamkeits- censur über die jungen Mädchen des Ortes üben, indem sie, wie am Rheine, den unbescholtenen Dirnen Birken, denen aber, die in üblem Rufe stehen, Hollunderbäume oder einen Strohmann vor die Thüre aufpflanzen. Sehr beliebt sind die Wettrennen, welche alljährlich am Pfingst-Montage im Böhmerwalde abgehalten werden und die durch die Scherze des Spaßmachers, der dabei nicht fehlen darf, auch einen besonderen Reiz für das unverwöhnte Landvolk erhalten. Am Morgen des ersten Festtages schleicht sich noch jetzt manch abergläubisches Jungfräulein auf die Wiese, um sich mit Pfingstthau, der von altersher berühmt ist unb dem man wunderbare Heilkräfte zuschreibt, ihr welkes Kaffeegesicht zu waschen und den Wangen eine blühende Rosenfarbe zu geben. An vielen Orten sammeln die Umherziehenden Eier, Honig, Schmalz zum „Fuchsmahl", ein beliebtes Pfingstgebäck sind Hollunderkarpfen. Mit Peitschenknallen vertreibt man die Hexen, mit den Schüssen das böse Wetter. Die Schützenfeste sind zu Pfingsten am meisten im Gebrauch. Die jungen Burschen stellen ihrer Liebsten Blumentöpfe auf das Fenster. Die größte Freude, welche Pfingsten bereitet, sind die herrlichen „Pfingstausflüge" in Wald und Feld. Die Pfingsttage erfüllen die Herzen mit Lust und froher Zuversicht; auch in die einsamen und traurigen Gemüther fällt ihr erwärmender Strahl. Du glaubst, wie Berthold Auerback schrieb, an solchen Tagen den Schlüssel gefunden zu haben, der alle Herzen öffnet. Du glaubst die Zauberruthe in der Hand zu halten, die alle Quellen erschließt und jedem Mitathmenden Dich nahe bringt als einen Genossen und Bruder. Die Welt erscheint Dir durchklärt. Du fühlst die Seele Dir erlabt vom Gefühle reinen Glückes. Das Dasein ist Dir Leben, Lieben. Das ist für die Tausende bewußt fühlender Seelen, die befreiende Kraft des Pfingstgeistes, dessen Wehen diesen Glücklichen mit läuternder und befreiender Kraft die Seelen durchbraust. Möge Jupiter Pluvius uns gnädig sein und die festlichen Vergnügungen mit seiner Sundfluth verschonen; möge sonniges Wetter den Pfingstgeist begleiten, so daß das Fest Jedem Freude bringe; in diesem Sinne rufen wir Allen zu: „Frohes Pfingsten. — Vergnügte Feiertage!" Vermischtes. — Zehn Gebote für Badende und Schwimmer, welche der Beachtung in weitesten Kreisen zu empfehlen sind, hat der Verein für öffentliche Gesundheitspflege soeben ver- önentlichl. Dieselben lauten: 1) Bei heftigen Gemüthsbewegungen bade nicht! 2) Bei plötzlich eintretendcm Unwohlsein oder dauerndem Uebelbefinden bade nicht! 3) Rach durchwachten Nächten und übermäßigen Anstrengungen bade nicht, bevor du nicht einige Stunden geruht hast! 4) Nach reichlichem Genuß von Speisen und besonders von geistigen Getränken bade nicht! 5) Den Weg zur Badeanstalt lege in mäßigem Tempo zurück! 6) Bei der Ankunft erkundige dich nach der Tiefe und der Strömung des Wassers! 7) Entkleide dich langsam, gehe dann aber sofort in's Wasser! 8) Springe mit dem Kopf voran in's Wasser oder tauche wenigstens schnell unter, wenn du das Erste n$t kannst oder magst! 9) Bleibe nicht zu lange im Wasser, zumal wenn du nicht sehr kräftig bist! 10) Nach dem Bade reibe den Körper zur Beförderung des Blutumlaufs, kleide dich rasch an und mache dir eine mäßige Bewegung! Der Verein begleitet diese 10 Gebote mit folgenden Bemerkungen: Baden und Schwimmen kräftigt den Gesunden, stärkt die Brust und die Lungen, heilt Blutarmuth und Schwäche der Nerven, öffnet die Poren, befördert das Wachsthum, trägt zur Erzielung eines schönen Körperbaues bei. Das Schwimmen ist niemals schädlich; es gibt in der Stunde der Gefahr Muth und Entschlossenheit und bietet die Kraft, Anderen Rettung und Hilfe zu bringen. Baden und Schwimmen ist nicht nur bei heißem, sondern auch bei kühlem Wetter, nützlich und heilsam für Körper und Geist, wenn obige Vorschriften: beherzigt werden. Einem Ertrinkenden komme man möglichst in den Rücken rind' treibe ihn durch Stöße vor sich her. Das Wasser dringt nicht in die Lunge ein. Ertrunkene lege man flach auf die Erde und suche durch sanftes Reiben die AthmunK wieder henuftetten. 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Ebenso erscheint der von 5 auf 6 Pfennig pro Wort und dessen Abrundung aufwärts auf eine durch 5 theilbare Pfennigsumme erhöhte Gebührentarif eine Erhöhung der Telegrammgebühren im Allgemeinen zu bezwecken. Dem ist jedoch nicht so. Es hat sich nämlich bei Festsetzung, der einheitlichen Gebühren hauptsächlich darum gehandelt, die Grundtaxe zu beseitigen, deren bisheriges Vorhandensein zu allerlei Mißständen geführt hat. Dabei wurde erkannt, daß das Institut der Telegraphie der Menschheit im Allgemeinen und dem Staate insbesondere zum größten stutzen gereiche, daß aber dasselbe keineswegs auch in finanzieller Hinsicht dem Staate von Nutzen sei, da die Ausgaben die Einnahmen noch immer überschreiten. Von einer eigentlichen und wirklichen Erhöhung der Telegramm- Gebühren mußte trotzdem abgesehen werden, wenn dieses allgemein nützliche Verkehrsmittel auch in Zukunft von Jedermann benützt werden sollte und könnte. Es mutz aber auch selbst den weniger Eingeweihten einleuchten, daß 35 oder 40 Pfennige für ein Telegramm, das in der denkbar kürzesten Zeit gewünschten Falles von einem Ende. Deutschlands bis zum andern geleitet wird, mitunter 4—5 Verwaltungen durchlaufen und ebenso oft umtelegraphirt werden muß, im Allgemeinen zu wenig sind. Deshalb hat man zu der Minimaltaxe von 60 Pfg. gegriffen. Diese Bestimmung hat aber auch den praktischen Dortheil für das Publikum, daß nicht mehr so oft wie bisher durch Ersparung eines oder zweier Wörter für den Empfänger das Verständniß des Telegramms erschwert wird, da der Ausgeber in den meisten Fällen die ihm für die Minimaltaxe von 60 Pfennig gestatteten 8 Worte auch schreiben und sich nicht so viele- widersinnige Zusammenziehungen und Auslassungen erlauben wird. Auch den Schalterbeamten wird diese Einrichtung sehr zu Statten kommen. Die Hauptsache besteht aber in Folgendem. Während man bei dem bisherigen. System für 9 Worte 65 Pfennig, „ 10 „ 70 „ „ 11 „ 75 „ „ 12 „ 80 „ „ 13 , 85 „ „ 14 „ 90 „ „ 15 „ 95 zu bezahlen hatte, hat man nach dem neuen System vom 1. Juli ab für 9 Worte nur 60 Pfennig, » lo ,, „ 90 ,, zu entrichten, so daß man z. B. bei 10 Worten sogar 10 Pfennige weniger bezahlt als seither. Was erst wird man gar erwidern, wenn wir an der Hand der Statistik nachweisen, daß weitaus die größte Anzahl sämmilicher Telegramme sich in den Wortzahlcn 9—15 bewegt und daß die durchschnittliche Wortzahl aller Telegramme nicht mehr und nicht weniger als gerade die Zahl 12 beträgt, die in vorstehender Scala in der Mitte steht? Das Resultat besteht also nicht in einem Nachtheile, sondern in einem finanziellen Vortheile des telegraphirenden Publikums gegenüber der bisherigen Taxe. Andere nahestehende Zahlen waren noch 16—20, für die aber in beiden Systemen gleich große Gebühren erhoben werden. Nur diejenigen Telegramme, welche mehr als 21 Worte umfassen, kosten in Zukunft einige Pfennige mehr als seither, was gewiß von Niemanden, der ein Telegramm von dieser Ausdehnung aufgibt, wird beanstandet werden. Der Hauptvortheil kommt also, abgesehen von anderen "Neuerungen, die vom 1. Juli ab erfolgen werden, durchschnittlich denjenigen zu, welche in ihren Telegrammen 9—15 Worte gebrauchen, diese aber sind die Meisten. Allgemeiner Anzeiger. 8 4435 Islim 4183 Vorsitzende des Kurvereins: Apotheker K. Lotze. 4403 Ein Kindermädchen sucht Spengler Schneider, Wallthor 43. Etocter, Seltersweg 37, dem Hokcl „Prinz Carl" gegenüber. Kreisstadt im Hoch- Ulk Taunus. Gesunde Lage (nicht im Thal). Schloß-Park mit Weiher. Zwei Stunden von Bad Homburg u. Nauheim. Kalte Bader. Waldreiche Umgebung. Evangelische und katholische Kirche. 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