e 12. ’ herein >e und ut der ien: Samstag den 13. März L88G Nr. 61 , . .. jj. . . e . AÄ PreiA vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. intt B>.-tn«rrLlch« vttrez«r Schulstraße 7. Er.chernt tLglich mit N»4rishm. veS Mv«1agS. Durch die Poft bezogen vierte!jährlich 2 Mark 50 F. * j|| |, H ।iiiiMBniTinTTrTy^,,~‘~",MD^TTmTrn~^n-iwriTWMtf^«««BaraEUMWKSE«swMmgF'^'tW,^W Amtlicher Hheil. Betreffend: Die Aufstellung einer Viehfeuchenstatistik. Gießen, am 9. März 1886. Das GroßherZogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichsn Bürgermeistereien des Kreises. In Auftrag Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz weisen wir Sie an, allen Ihnen von Seiten der Grobherzoglichen Kreir- »eterinärämter zur Aufstellung der Viehseuchenstatistik zugehenden Requisitionen vünktlich nachzukommen. Dr. Boekmann. 173t Löhnung Belegs, mern, Küche rc., zu n die Wohnuna bis jt werden. NapcS Mansardenlogis zu iu der Exp. d. Ä fort meines ■ 1. Mai anberiürH Z. M-r. Miner )ii per.- Kdersttvtze 3. ix w vermirihkn. _19, Nedmhans^ möbUrtts Ai« rren zu vermichn. er, Diäusburg 3- ches Zimmer, aui 1. April zu Der Hille'siraße 11 Zimmer mit fiabimt Kanzleiberg 7. Zimmer zu vei- endrs rkN-Gkschäfl >di, Wort |U W IK9ir.21ti aitbit EM errmann- MäN l886, W' ,uie W* , g. 6«11< ^zeigen. ertheilt. such waö- erricht im W ischen sürAnfüMl- Mtn sucht höheren W* kW Politische Ueberficht. Gießen, 12. März. Aus Berlin wird über das Befinden des Kaisers gemeldet, daß dasselbe ein wesentlich besseres geworden ift, nachdem die rheumatischen Beschwerden, durch welche der Schlaf des Monarchen in den letzten Nächten wiederholt Störungen erlitt, nahezu geschwunden sind. Dagegen hat sich der Gesundheitszustand des Reichskanzlers leider wieder verschlechtert, indem sich die rheumatischen Schmerzen erheblich verschärften. Es ist dies anscheinend darauf zurückzuführen, daß Fürst Bismarck gegen den ärztlichen Rath sein Stimmorgan zu großer Anstrengung ausgesetzt hat und steht deshalb auch zu bezweifeln, daß er an den Commissions-Beralhungen über die Branntwein-Monopol-Vorlage noch Theil nehmen wird. Es ist letzteres um so weniger zu erwarten, als die „Nordd. Allg. Ztg." in ihrer Abend-Nummer vom 9. März an leitender Stelle ausführt, es habe für den Reichskanzler keinen Zweck, sich an den Commissions- Verhandlungen zu beteiligen, da er an dem Monopol festhalte, er würde in her Commission doch nur tauben Ohren predigen. Beim Fürsten Bismarck fand am Montag abermals ein parlamentarisches Diner statt, bei welchem nach Meldungen Berliner Blätter u. A. auch die Colonisations-Vorlage den Gesprächsstoff abgab. Fürst Bismarck erklärte sich hierbei gegen den von mehreren Seiten vorgeschiagenen Erbpacht als zu „mittelalterisch-feudal", dagegen könne man bis zu fakultativen Rentengütern unter Zulässigkeits-Erklärung des Zeitpachtes und einfachen Kaufes, gehen. Jn- tereffant ist es, daß der Kanzler die Schwaben als besonders geeignetes Colonisations-Material bezeichnete, da dieser echt deutsche Stamm seine Nationalität mit besonderer Zähigkeit unter fremden Völkern aufrecht erhalte. Unter den Gästen befand sich auch Bischof Dr. Kopp, dem jedenfalls zu Ehren Fürst Bismarck den Stern de» päpstlichen Christus-Oldens angelegt hatte. Der Kanzler soll sich auch in ungemein anerkennender Weise über Papst Leo XIII. ausgesprochen und ihn als einen der scharfsinnigsten und erleuchtetsten Staatsmänner unserer Zeit bezeichnet haben, der erkannt habe, welche Bedeutung ein so con- jerratives und geordnetes Staatswesen im Mittelpunkte Europas, wie Deutschland, gegenüber der allgemeinen Lage der Verhältniffe besitze. Aus den Verhandlungen der verschiedenen Reichstags- Lommissionen verdient hervorgehoben zu werden, daß diejenige zur Vorberathung des Socialistengesetzes die erste Lesung desselben am Montag beendigt und sich mit großer Mehrheit für die Verlängerung des Gesetzes bis zum 30. September 1888, also auf zwei Jahre, statt, wie die Regierung vor- geschlagen, auf fünf Jahre erklärt hat. Im Uebrigen sind sämmtliche vom Abg. Dr. Windthorst gestellten Abünderungs- und Abschwächungs-Anträge gegen die Stimmen der Nationalliberalen und Conservativen angenommen worden, als deren wichtigster der aus Aushebung der Ermächtigung der Centralbehörden zur Verbängung des kleinen Belagerungszustandes erscheint; letzterer soll lediglich auf Berlin und einen Umkreis von 30 Kilometern beschränkt bleiben, lieber dieses Windthorst'sche Amendement erhob sich eine lebhafte und langausgespon- nene Debatte, in Deren Verlause Minister v. Puttkamer die Meinung zurück- " wies, als ob es sich bei der Verhängung des Heinen Belagerungszustandes in Berlin um Den persönlichen Schutz des Kaisers handle und gab ferner seinem Erstaunen Ausdruck, daß die Commissions-Mehrheit glaube, daß durch die Aus- öeifungen eine verstärkte Bürgschaft der Sicherheit nicht gewonnen werde. In parlamentarischen Kreisen hält man an der Meinung sist, daß die zweite Lesung der Vorlage in der Commission gar kein positives Ergebniß zur Folge haben werde, da die Freisinnigen und die Volkspartei das Gesetz trotz der Windthorft'- schen Abänderungen, die Conservativen und Nationalliberalen aber wegen derselben verwerfen würden. Im Plenum würde alsdann das Schicksal des Gesetzes davon abhängen, wieviel Mitglieder des Centrums sich entschlössen, im Vereine mit den Nationalliberalen und den beiden conservativen Fraktionen für die Verlängerung der unveränderten Vorlage auf zwei Jahre zu stimmen. — Im Reichstage sind die beiden vom Bundesrathe einstimmig genehmigten Gesetzentwürfe über die Heranziehung von Militärpersonen zu Den Gemeinde-Abgaben und über die Correction der Unterweser eingegangen. Aus kirchenpolitischem Gebiete ist als neueste Nachricht diejenige von der Unterzeichnung des päpstlichen Decrets, welches den bisherigen Königsberger Domherrn Din der zum Erzbischof von Posen ernannt, zu verzeichnen- Von colonialpolitischen Angelegenheiten verdient die Ernennung des Vice-Admirals v. Schleinitz zum Landeshauptmann für die beut* I jchen Schutzgebiete im Kaiser-Wilhelms-Land und im Bismarck-Archipel registrirt . zu werden. Dieselbe erfolgte auf Vorschlag der Neu-Guinea-Compagnie. । Die Sorge der französischen Regierung wird noch immer durch die Lage der Dinge in Decazeville mit in Anspruch genommen. Am Dienstag beschäftigte sich eigens ein Ministerrath mit den dortigen Arbeiter-Verhältnissen und wenn hierbei gleich der Minister des Innern erklärte, daß sich die Lage in Decazeville nach den ihm ^gegangenen Berichten gebessert habe, so ist die Stimmung unter den Arbeitern noch immer eine ziemlich gereizte und der weitaus größte Theil derselben scheint noch nicht gewillt zu sein, die Arbeit zu den früheren Bedingungen wieder aufzunehmen. Die Regierung sieht sich daher geröthigt, die nach Decazeville beorderten Truppen einstweilen daselbst zu belassen, so wenig dies freilich dazu beitragen mag, unter den Sinkenden freund-- sichere Gesinnungen gegen die Minen-Gesellschaft zu erwecken. In Cochinchina ist seit den letzten Christenmassacres die Ruhe noch nicht wieder hergestellt. Eine Saigoner Depesche meldet, daß die Aufständischen in der Umgegend von Tourane einen Kapitän und 10 Soldaten umzingelt und niedergemetzelt hätten, woraus jene bis Quinhone vorgerückt sein sollen. Die russische Regierung hat gegen das Deutschthum in den Ostsee- Provinzen soeben einen neuen Schlag geführt. Durch kaiserlichen Befehl sind die lutherischen Parochial- und Landgemeinde-Schulen Livlands, sowie die Dorfs- Volksschulen Esihlands und Kurlands und endlich die Lehrerseminare der baltischen Pwvinzen dem Ministerium für Volksausklärung unterstellt. In letzterem sitzen mit die ärgsten Feinde des Deutschthums und hieraus erklärt sich zur Genüge, was die directe Stellung der deutschen Schulen und Lehrer-Bildungsanstalten der Ostsee-Provinzen unter dieses Ministerium bedeutet. Jenseits des Kanals kommt jetzt die irische Frage in rascheren. Fluß. Das Gladstone'sche Probet eines besonderen irischen Parlaments nimmt bestimmtere Umrisse an und weiß der „Daily Telegraph" hierüber mitzuthellen,. daß dem irischen Parlamente vollster Spielraum für die Erledigung aller rein localen Angelegenheiten, möglicher Weife aber auch die Machtbefugniß hinsichtlich, der Erhebung der Zölle und Accife gewährt werden würde. Weiter meldet ba& genannte Blatt, daß Die gegenwärtige irische Polizei zwar Reichspolizei bleiben solle, dagegen die neu zu errichtende Localpolizei den irischen Behörden unterstellt werden würde. Bei Berathungen des englischen Parlaments über Fragen, welche das ganze Reich angehen, würde Irland seine Vertreter nach London, entsenden. Es sind dies schon recht umsassende Zugeständnisse, die Gladstone den irischen Homerulern machen will und wobei sich der englische Premier anscheinend nicht im Geringsten um die Widersprüche kümmert, welche seine irische Politik sogar in den Reihen der Liberalen und namentlich in den Kreisen der Whig-Aristokratie ersährt. Vorläufig wird sich auch Mr. Parnell mit diesen Concessionen zufrieden geben, daß aber der Chef der irischen Nationalpartei, früher oder später mit neuen Forderungen an die englische Regierung heran- treten wird, unterliegt nicht dem geringsten Zweifel. England kann sich an den Früchten seines birmanischen Sieges noch immer nicht erfreuen, wie die jüngst wieder aus Birma eingetroffenen schlechten Nachrichten beweisen. In Demethen sind 300 Mann englische Truppen von nicht weniger als 9000 aufständischen Birmanen eingeschlossen und wenn General Prendergast, der schleunigst zum Entsätze des bedrängten Platzes aufgebrochen ist, Dort mit seiner Abtheilung nicht rechtzeitig eintrifft, so erscheint' das Schicksal der von einer so colossalen Uebermacht eingeschlossenen 300 Engländer besiegelt. Die Lage der Engländer in Birma beginnt demnach mit derjenigen der Franzosen in Tongking eine verzweifelte Aehnlichkeit zu zeigen, nur mit dem Unterschiede, daß die letzteren das Aergste in Tongking bereit« überstanden haben. Durch den Osten der Vereinigten Staaten geht wieder einmal eine größere Strike-Bewegung. Zu den 9000 sinkenden Arbeitern der New- Parker Südwest-Pferdebahn-Gesellschaft haben sich am Montag gegen 4000 sinkende Tischler und Zimmerleute hinzugesellt, doch wurden von einzelnen Arbeitgebern alsbald die Forderungen der Strikenden bewilligt. Auch unter den Kohlenarbeitern in Maryland ist ein Strike ausgebrochen und aus mehreren anderen Gegenden der Vereinigten Staaten werden ebenfalls Arbeitseinstellungen gemeldet. Die Gleichzeitigkeit all' dieser Strike-Bewegungen läßl fast vermuthen, daß man es hier mit einer einheitlichen Organisation zu thun hat. Zur Orient-Assaire liegt heute weder in Bezug auf das türkisch» bulgarische Abkommen, noch hinsichtlich des türkisch-griechischen Zwischenfalles etwas wesentlich Neues vor. Berlin, 11. März. Die zweite Berathung des vom Abg. Dr. Reichensperger eingebrachten Gesetzentwurfes wird fortgesetzt. Es liegen einige Abänderungsantrage vor. Außerdem wollen dieAbg. Träger und Munckel festsetzen, daß das Urtheil der Prüfung des Gerichts unterliegen soll, soweit es auf einer Verletzung des Strafgesetzes beruht und im Uebrigen nur, soweit es angefochten ist. Ist von der Staatsanwaltschaft die Berufung gegen ein Erkenntniß der Strafkammer zum Nachtheil des Angeklagten eingelegt, so soll das Gericht sich auf die Beurtheilung der Erheblichkeit der neu vorgebrachten Thatsachen oder Beweismittel zu beschränken haben. Die Berufung ist zu verwerfen, sobald die Beweismittel für unerheblich erachtet werden. Gegen das darauf ergehende Urtheil ist eine nochmalige Berufung zum Nachtheil des Angeklagten unzulässig. Regierungscommissar Geh. Rath v. Lenthe erklärt sich gegen diese Anträge, denen die Negierung nicht zustimmen könnte. Abg. Dr. Reichensperger (Ctr.) bittet, nach dieser Erklärung von den Anträgen Abstand zu nehmen und eine gelegenere Zeit abzuwarten, da sonst das Zustandekommen deS ganzen Gesetzes gefährdet werden könnte. Abg. Dr. Hänel (dfr.): Die Bewilligung der Berufung bat gar keinen Werth mehr, wenn man auch die Berufung des Staatsanwalts zuläßt; dann steht der Angeklagte in der Berufung ebenso schutzlos da wie vorher; das wäre keine Besserung. Abg. Rintelen (Ctr.): Jetzt erfährt der Angeklagte oft erst durch das Urtheil, worum es sich handelt. Der Vortheil, den die Berufung in dieser Hinsicht gewährt, ist so groß, daß man die Berufung auch ohne die Munckel-Träger'schen Anträge annehmen müsse. Die übrigen Paragraphen werden nach den Beschlüssen der Commission angenommen, sowie auch die Bestimmung getroffen, daß das Gesetz am 1. April 1887 in Kraft treten soll. Der Antrag des Abg. v. Bernuth, betreffend die geschäftliche Behandlung der zum Etat gestellten Resolutionen, über die bisher immer erst bei der dritten Lesung abgestimmt wurde, wird nach kurzer Debatte angenommen. Derselbe bestimmt: „Die bei der Berathung des Etats beantragten Resolutionen kommen nach Beendigung der Berathung über die Resolution zur Abstimmung, sofern deren enger Zusammenhang mit einer Position des Etats nicht die Verweisung der Abstimmung bis nach endgiltiger Festsetzung der Etatsposition angezeigt erscheinen läßt, oder ein dahin gehender von 30 Mitgliedern unterstützter Antrag dies verlangt." Schluß der Sitzung 4 Uhr. Nächste Sitzung Freitag den 12. März. Telegraphische Depeschen. Wolff'» telegr. «orresporrdenr-Bureau. Berlin, 11. März. Das Abgeordnetenhaus erledigte eine Reihe von Petitionen saft durchweg nach den Commissionsbeschlüssen und nahm in dritter Lesung den GesetzReichstag. E. R. Berlin, 10. März 1886. Zur Berathung steht der von den Abgg. Dr. Windthorst und Graf Wald- berg-Zeil gestellte Antrag: „Eine Erklärung dahin abzugeben, daß es unzulässig sei, einen Reichstagsabgeordneten wegen Aeußerungen über Thatsachen, die ihm in dieser seiner Eigenschaft mitgetheilt sind und welche er in Folge dessen im Reichstage vorgetragen hat, einem Zeugnißzwangsverfahren zu unterwerfen. ,r t , Abg. Dr. Windthorst befürwortet diesen Antrag mit dem Hinweise, daß bei einem solchen Zwangsverfahren den.Abgeordneten unter Umständen gar keine Informationen mehr zugehen würden. Abg. v. Bernuth (natlib.) ist bei der weitgehenden staatsrechtlichen Bedeutung der Frage zu einer Erörterung in der Commission bereit. Abg. v. Hammerstein (cons.): Eine Commissionsberathung über diesen Antrag würde eine Parlamentsjustiz sein; eine Aeiiderung des bestehenden Zustandes kann nur durch Abänderung der Paragraphen der Strafprozeßordnung über den Zeugniß- zwang herbeigeführt werden. Abg. Dr. Hänel (dfr.): Weiß Herr v. Hainmerstein denn nicht, daß ein Geistlicher oder ein Vertheidiger für erhaltene Mittheilungen nicht dem Zeugnißzwang unterliegen. Sollen wir weniger Freiheit haben? Man konnte die schiefe Stellung der Conservativen gegenüber dem Parlamentarismus nicht schärfer betonen, als der Vorredner es gethan. ..... . Staatssecretär v. Bötticher hat gegen commmarnche Berathung nichts em- rumenden, aber eine einseitige Erklärung des Reichstags kann doch die Behörden nicht binden; deshalb wäre wohl ein Antrag auf Abänderung des betreffenden Verfassungsparagraphen praktischer. Der Bundesrath hat die Sache noch nicht geprüft, aber die preußische Negierung ist einstimmig der Ansicht, daß $ 30 der Verfassung den Abgeordneten die Zeugnißzwangsbestimmung nicht entzieht. Solch Eingriff des Reichstags ist verfassungsmäßig unzulässig und nutzlos. l m Abg. v. Reinbaben (Reichsp.): Nur wenn eine flagrante Rechtsverletzung vorläge, wäre die beantragte Erklärung angebracht. Es wäre ganz gut, wenn die Gerichte ein wenig Controle über das Parlament ausüben. (Rufe: Oho'. Große Unruhe.) Es könnte bei diesem Antrag die Frage der Redefreiheit geprüft werden, wir haben deren mehr als andere Parlamente. (Lachen links.) Abg. Dr. Hänel (dfr.): Die preußische Regierung hat die Sache ja bereits geprüft, also wollen wir es auch thun. Der Art. 30 ist nicht, wie vorhin behauptet wurde, der belgischen Verfassung, sondern der französischen von 1791 entnommen. Das scheint übersehen worden zu sein bei der Präcisirung. Staatssecretär v. Bötticher; Wir sind von der belgischen und englischen Verfassung ausgegangen, die der deutschen zu Grunde gelegen haben. Die preußische Regierung hat zur Prüfung der Frage ein Recht, weil sie die Freiheit der Gerichte wahren müssen und ein Verfahren bei einem preußischen Gerichte gegen einen Abgeordneten schwebt. Abg. Dr. Hänel (dfr.): Ich habe mich nur über die schnelle Stellungnahme der preußischen Regierung gewundert. Die Regierung schützt also, wie sie eben erklärt hat, die Selbstständigkeit der Richter, wenn sie in einer Streitfrage Stellung nimmt. (Heiterkeit.) Der Antrag wird' an die Geschäftsordnungs-Commission verwiesen. Es folgt die erste Berathung des vom Abgeordneten Grafen Moltke eingebrachten Entwurfes, betreffend die Abänderung des Militärpensionsgesehes. Abg. Graf Moltke: Der Antrag ist keineswegs ein Schachzug gegen das Beamtenpensionsgesetz. Die Officiere dürfen wir aber nicht länger warten lassen. Durch die inzwischen vom Vundesrath gemachte Steuervorlage der Officiere ist für meinen Antrag ein Stein des Anstoßes fortgefallen, zumal er durch keine Bedingungen belastet ist. Die Officiere dienen jetzt oft länger, als es ihren Kräften nach empfehlens- werth erscheint. Nach einem großen Kriege ist unsere Armee das Fundament des / Friedens und der politischen Wachsamkeit. Wollen Sie die Armee stark und jugend- kräftig erhalten, so geben Sie ihr das Pensionsgesetz. (Beifall rechts.) Abg. v. Benda (natlib.), Dr. Baumbach (dfr.), Dr. Windthorst (Ctr.), Freiherr v. Manteuffel (cons.) beantragen die Verweisung des Gesetzentwurfs an eine Commission, in der auch die Communalsteuerfrage der Officiere geprüft werden soll. Kriegsminister v. Bronsart dankt dem Grafen Moltke für diesen Antrag, mit dem er seinem unverwelklichen Ruhmeskranze noch ein neues Blatt hinzugefügt habe. Die Communalbesteuerung der Officiere habe nach Ansicht der verbündeten Regierungen mit dem Militärpensionsgesetz nichts zu thun. Abg. Richter (dfr.): Es handelt sich hier weniger um eine militärische, sondern rein gesetzliche und finanzielle Vorlage, wofür der hochverehrte Abg. v. Moltke -och nicht ohne Weiteres Autorität ist, wie diese ja auch nicht beim Nord-Ostsee- Canal von der Regierung beachtet ist. Vor Allem wäre eine Reform der Militär- pensionsmethode nothwendig, damit nicht mit Rücksicht auf die Dienstzeit, sondern auf die körperliche Beschaffenheit pensionirt wird. Der Gesetzentwurf wird an eine Commission von einundzwanzig Mitgliedern »erwiesen. Nächste Sitzung Donnerstag. entwurf, betreffend die Feststellung des Geschäftsbereichs mehrerer communalständischer Anstalten in Hessen-Naisau, an. — Morgen Cultusetat. — Die Reichstags-Commission für die Anträge Ackermann, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung (Befähigungsnachweis), nahm dieselben in zweiter Lesung an, ebenso auch die Strafbestimmungen. — Die Commission des Abgeordnetenhauses für die Ansiedelungsvorlage in Westpreußen und Posen hat sich für die Zulassung von Rentengütern und Zeitpacht entschieden und dementsprechend die einschlägigen Paragraphen abgeändert. Ferner wurde bezüglich der dem Staate zufließenden Schadloshaltung (§ 3) beschlossen, die Beträge, welche der Staat als Schadloshaltung erhält, sollen, soweit sie nicht aus der Veräußerung von Domänen und Forsten herrühren, dem 100 Millionenfonds zufließen und sind alljährlich in den Staatshaushalt aufzunehmen. Nach Ablauf von zwanzig Jahren kann über diese Einnahmen im Staatshaushalt auch anderweitig verfügt werden. Die Commission macht nach Beendigung der ersten Lesung eine achttägige Pause. Der Präsident Tiedemann fuugirt als Referent der Staatsrathsabtheilung für Landwirthschaft und Inneres für die Berathung der Colonisationsangelegenbeit. Karlsruhe, 11. März. Der Erbgroßherzog hat die vergangene Nacht gut verbracht. Heute Morgen war das Fieber nur gering. Die im Verlaufe des gestrigen Tages eingeiretene Minderung der übrigen Krankheitsspmptorne hält weiter au. Naumburg a. d. S., 11. März. In dem Diätenprocesse des Fiskus gegen den Reichstagsabgeordneten Heine hat der 3. Civilsenat des hiesigen Oberlandesgerichts dahin erkannt, der Beklagte Heine sei schuldig anzuerkennen, daß er die ihm als Abgeordneten von seiner Fraktion gewährten Gelder an den Fiskus erstatten müsse. Wien, 11. März. Anläßlich des stärkeren Auftretens der Cholera im Vene- tianischen ordnete der Handelsminister gegen die italienifchen Provenienzen aus dem Gebiete von der österreichischen Grenze bis einschließlich Ankona eine siebentägige Observationsreserve an. Paris, 11. März. Die Einnahmen an indirecten Steuern im Monat Februar sind um 10Va Mill. Frcs. gegen den Voranschlag zurückgeblieben. Die Minder-Ein- nahmen seit dem 1. Januar betragen 23 Mill. Frcs. — Zwischen Mentone und Monaco sind zwei Eisenbahn-Personenzüge auf: einandergestoßen. Es wurden etwa 10 Wagen zertrümmert, mehrere Personen getobte! und viele verwundet. — Bei dem Eisenbahn-Zusammenstoß zwischen Mentone und Monaco sind, wie die Bahnverwaltung mitthcilt, 2 Personen gelobtet und etwa 20 verwunbet würben. Außerbem wirb eine Person vermißt. Konstantinopel, 11. März. (Telegramm der „Agence Havas".j Nachdem die Angelegenheit wegen der türkisch - rumelischen Zollgrenze in befriedigender Weise erledigt ist, sind nunmehr sämmtliche Botschafter ermächtigt worden, an der Conferenz theilzunehmen, welche am Samstag hier zusammentreten soll. Es sind noch einige Punkte untergeordneter Bedeutung zu erledigen; doch gilt es für wahrscheinlich, daß noch vor Samstag ein Einvernehmen erzielt werden wird. Newport, 11. März. Einem Telegramm aus Valparaiso zufolge ist daselbst das Quartier, in welchem sich die größten Handlungshäuser befinden, durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Der Schaden beläuft sich auf eine Million Dollars. Teresina Tua. *** Unter den zahlreichen interessanten Erscheinungen, welche in letzter Zeit in den Concertsälen Deutschlands mit bedeutendem Erfolge wirkten, nimmt ohne Zweifel die jugendliche Violinvirtuosin Teresina Tua den ersten Rang mit ein; und da die Künstlerin auf ihrer aegenroärtigen Tonrnäe auch unserer Stadt die Ehre ihrer Anwesenheit zu geben geoenft, so glauben wir unseren Leserinnen und Lesern einen Gefallen zu erweisen, wenn wir schon heute eine kurze Lebensskizze des jungen Mädchens bringen. Teresina Tua wurde am 22. Mai 1867 in Turin geboren und zwar unter dürftigen Verhältnissen. Der Vater spielte Geige, die Mutter sang und begleitete, die Vorträge auf der Guitarre. Als fahrende Musikanten wanderten sie von Land zu Land, sich mit der Musik das tägliche Brod verdienend und die kleine Teresina sammelte von der ruhörenden Menge das Geld ein, es geschah dies meist mit so liebreizendem Lächeln, daß Mancher mehr gab, als er beabsichtigte. Als die Kleine 5 Jahre alt war, führte sie der Vater allmälig in die Geheimnisse des Violinspicls ein und mit ihrem Talente war sie bald im Stande eine ganze Anzahl kleiner Lieder auf der Violine wiederzugeben. Mit dem sehnlichsten Wunsche, auch öffentlich spielen zu können, unterhielt sie sich mit ihrer kleinen Freundin, der Geige, von Morgens früh bis spät in die Nacht hinein und so hatte sie durch Fleiß und Talent die innige Freude, schon in ihrem 6. Jahre vor das Publikum treten zu dürfen. Sie spielte in Mentone u. A. die Rigoletto-Fantasie von Singels und wohl Niemand hätte damals in der kleinen 6iährigen gedrungenen Erscheinung mit den trotzigen Zügen und den höhnisch blickenden Augen die heute so berühmte und an- muthige, graciöse „Geigenfee" vermuthet. Und doch mußte sie wohl gut gespielt haben; denn nach dem üblichen Ein- sammeln waren die Eltern, die nur an die kärglichen Einnahmen einiger Sous gewöhnt, nicht wenig erstaunt, als sie die ansehnliche Summe von 58 Francs im Teller gewahr wurden. Mit Sorgfalt förderte der Vater das Talent seines Kindes und später trat • Teresina, durch die Opferwilligkeit des Professors L. Massart unterstützt, als 10jährige gewandte Spielerin in das Pariser Conservatorium ein. . Massart sorgte nicht nur für Teresina, sondern auch für ihre Eltern und somit gebührt ihm wohl der größte Dank, das hervorragende Talent des jungen Mädchens zur frühzeitigen Entwicklung gebracht zu haben. Nach 3jährigem eifrigem Studium erhielt die Kleine bei der Prüfung die höchste Anerkennung, den „premler prix“. Ihr darauf erfolgtes erstes Auftreten erregte ungemeines Aufsehen und so stand der mit allen Reizen blühender Weiblichkeit ausgestatteten Kunst-Novize fein Hinderniß zum Aufwärtsstreben mehr im Wege. Bei ihrem erstmaligen Auftreten in Berlin (1882) eroberte sie im Sturm Aller Herzen und überall, wo der Gesang ihrer Geige ertönte, folgten Beifall und Enthusiasmus; sogar Badenstedt, Livius, Fürst u. A. priesen die liebenswürdige, graciöse „Geigenfee" Teresina Tua. Die Königin von Spanien ernannte sie zu ihrer Kammervirtuosin und Hofdame mit dem Recht, die Ordensfarben tragen zu dürfen. Die Königin Margarethe von Italien stiftete zu Ehren der damals kaum 14jährigen Teresina eine Decoration und verlieh ihr mit diesem sternartigen Orden das Prüd'cat „Stella d'Jtalia". Die Königin Mutter Isabella von Spanien verehrte der Künstlerin eine wepthvolle Amati- Geige; der Prinz von Wales übersandte der Künstlerin eine vollständig mit Diamanten besetzte Violine aus Gold. Der Kaiser von Rußland beehrte sie mit einem wahrhaft fürstlichen Geschenk, einem Haarschmuck von großem Werth rc. rc. Ihr Ruhm erhöhte sich mit jedem Jahre, ihre in der vorigen Saison veranstaltete Eoncert-Tournöe durch Skandinavien gestaltete sich zu einem wahren Triumphzuge, indem man ihr wie einer Königin huldigte. Auch in Rußland wurde die Künstlerin mit immensen Beifallsovationen ausgezeichnet. — Lokales. Gießen, 12. März. Dem Vernehmen nach ist die Stelle des nach Darmstadt zum Ministerialrath ernannten Herrn Obersteuerinspector En gisch Herrn Ministerial- secretär Hörr übertragen worden. Vermischtes. — (Schwarzer Lack, um glanzlose körnige Schultafeln herzustellen.) Da wir von einigen Lehranstalten befragt wurden, auf welche Weise die schwarzen glänzenden Schultafeln verbessert und wieder schreibfähig gemacht werden könnten, so sei hiermit nachstehendes Recept, welches bereits in einer großen Schule zur Anwendung gebracht wurde, empfohlen: Schwarzer Lack für Holztafeln, auf welchen man entweder mit Griffeln oder Kreide schreiben will, besteht nach Mittheilung in der „Fundgrube" aus einer Lösung von 20 Theilen Kopal, 40 Theilen Aether, 100 Theilen Schellack, 50 ichMgelbann jiiflullb abgcl^ «><«"•$/ Heilmittel g Wle W‘n,tS s*q “ di- 8» ^nuitg Auren. n freu br Frage, dieser bcant®°r unterer Leser Znierts'c U Men IKZSÄ Bs» Sni6M",a||,n LLS-r Mannt Mr.: Revision' Ans Wen folgende Firmen regisier gelöscht: 1. A. K. Warm; 2. Louis König Z. Karl Heuzerot 4. Markus Simm Linden 5. Ludwig Spies 6. Gebriider Bin 7. Kaufmann Bä 8. S Katz II. in 9. Friedrich Zörb 10. H. von Kügel-r 11. Jakob Stern h 12. Jakob Edelmut 1-1- Hirsch Lowenr 14. Abraham Me 15. Aron Katz 11 16. Herz Weinbei Lumd 17- *o. Hammers 18. C. Roloss in Gießen, den 4 Großh. Amt M 7 BirkeiM "M-D-l v, Wm * 87?”in Rir’,“ I §2! 1759 92 W Am W 10^1 flammen ? Wim » ®ro6en.ßinben ___J! mit £ geändert tiVsi'h :&S LL-K Sfr*1 2M LH- In b!" Sistet ’ ®JoIfr« im VA "Lenzen aufij t,ne hebtntagi^ ^Äöt W* ®le Minder-^ 'Unenzüge aui e ^frl°ntn getobte: ' Monaco smb, ui. 5ern,unbet iDurbtn W/M Mfin 'Wiq* W ^“•Mental <-J Nnd noch einicf lvahrschkinlich, b:r '? zufolge ist dc l,er befinden, burö auf eine Mr f)e in letzter Zeit u limmt ohne Ziveiir nit ein; und da fe die Ehre ihrer L Lesern einen GefaLr jungen MM en unb iwar unter I unb begleitete bit sie von Land zu lerefma Rammelte it so Ittbxdynh Üg in die Geh« Stande eine ganze men, unterhielt sie i spät in die Nach! le, schon in ihm 5mgd& und M cickeinmig mit den berühmte und an- en Sckon verau- ^nbren !rium^ ’Ss** im Sturm Alin lidGiithusiasmus! ciösc „Gkigenftt merüirtuoim un nigin'Mgarch M Lecor-'A d'Jtalm'. orrchvolle Am . 25t diamanten &SSS dem ublichm Gim i einiger Sous ge- Francs im !elln i und später trat mtzt, als lOzahnge Eltern und somit jungen Mädchens trürung die höchste [treten erregte M _jk Darmfi^ , N"l ft«*» 50 Theileir Sandarak, 400 Theileu starkem Alkohol, 3 Theilen venetianischem Ter- »eiitin, welcher Lösung 15 Theile Kienruß, 5Theilc Ultramarin unb lOO THeile Raxos- fchmirgel beigemischt sind. Die Mischung wird aufgetragen und der noch nasse lieber; zug angezündet, dann nochmals überstrichen und dieser Ueberzug trocknen gelassen, geschliffen und abgewaschen. — sBriefliche Kuren.s Der Umstand, daß bei der Redaction der „Gartenlaube" täglich Briefe einlaufen, in welcher die ärztlichen Mitarbeiter derselben um Heilmittel gegen diese oder jene Krankheit ersucht werden, veranlaßt dieselbe, einen der hervorragendsten Aerzte Deutschlands um ein Urtheil über den Werth der brieflichen Kuren zu bitten. Die hierauf erhaltene Antwort druckt nunmehr die „Gartenlaube" in-Nr. 8 dieses Jahrganges als selbstständigen Artikel unter dem Titel: „Briefliche Kuren. Als Warnung mitgetheilt von einem langjährigen praktischen Arzte". Die Frage, was von den brieflichen Kuren zu halten sei, wird darin auf das Absprechendste beantwortet. Da dieses Thema von der größten Wichtigkeit ist, glauben auch wir im Interesse unserer Leser einige Auszüge aus denr obengenannten Artikel bringen zn müssen. „Den größten Schaden", schreibt der Verfasser, „sah ich von brieflichen Kuren bei chirurgischen Leiden. Bei einem Knäbchen, dessen Haltung sich täglich verschlimmerte, dessen Rücken sich krümmte, dessen Kniee sich bogen, wurde brieflich gerathen, mit Strenge auf gute Haltung zu sehen und täglich Gymnastik zu treiben. Da aber daraufhin das kranke Kind täglich schlechter wurde, brachte man es zu mir und ich fand, daß die angewandte Gymnastik in traurigster Weise den Beinfraß der Rückenwirbel zum vollsten Ausbruche brachten, während wir Aerzte uns in solchen Fällen Tag und Rocht mühen, dieses schreckliche Leiden durch Ruhe und Schonung zu verhüten. Rach Mittheilung eines zweiten ähnlichen Falles fährt der Verfasser fort: Wenn es nun bet so einfachen, sichtbaren und greifbaren liebeln solch' unglückliche Irrungen gibt, rote roird es erst bei Krankheiten, deren Symptome schwerer von einander zu unterscheiden sind! Aerzte, welche 10 und 12 Jahre fleißig gelernt und dasj Lesen und Studiren nie auf: gegeben haben, müssen alle ihre Sinnesorgane anstrengen, Gesicht, Gehör und Gefühl im höchsten Maße ausnützen und nebst sorgfältiger Beobachtung mit mikroskopischer und chemischer Untersuchung nachforschen, um die krankhaften Veränderungen des corn- plicirten, wunderbar organisirten menschlichen Körpers richtig herauszufinden. Wer es weis;, welche Schwierigkeiten hierbei zu überwinden sind, der kann von brieflichen Kuren mit sehr wenigen Ausnahmen nur mit Abscheu sprechen und wird darin meist nur eine verbrecherische Ausbeutung der armen Kranken erblicken." Kirchliche Anzeigen der Gtadt Gieße«» Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag Jnvokavit, 14. März. Vormittags 9V, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags, 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienst. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. Montag, den 15. März, Abends 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinder- schule, 1. Johannesbrief Kap. 5, von Vers 13 an. Pfarrer Dr. Naumann. Mittwoch, den 17. März, Abends 6 Uhr, 2. Passionsandacht, Pfarrer Dingeldey. Die Pfarrgeschaftr in der Woche vom 14. bis 20. März besorgt Pfarrer Dr. Nauman n. Katholische Gemeinde. Erster Fastensonntag (Invocabit). Don 7 Uhr an Beichte. Um 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion. „ VslO Uhr: Hochamt und Predigt. „ 2 Uhr: Fasten-Andacht. Freitag um 6 Uhr: Jubiläums-Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 530 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 645 Uhr. Niedrigste Temperatur in der Nacht vom 11. zum 12. März: —14° R. im Freien. Bekanntmachung. Vetr.: Revision des Firmenregisters. Auf befugten Antrag sind heute folgende Firmen im hiesigen Firmenregister gelöscht: 1. A. K. Worms in Gießen. 2. Louis König daselbst. .3. Karl Heuzeroth daselbst. 4. Markus Simon Wittwe in Großen- Linden. 5. Ludwig Spies in Lang-Göns. 6. Gebrüder Bing in Lang-Göns. 7. Kaufmann Bar in Leihgestern. 3. S- Katz II. in Lang-Göns. 9. Friedrich Zörb in Beuern. 10. H. von Kügelien in Lollar. 11. Jakob Stern in Burkhardsfelden. 12. Jakob Edelmuth in Reiskirchen. 13. Hirsch Löwenstein in Daubringen. 14. Abraham Meyer in Lang-Göns. 15. Aron Katz II. in Steinbach. 16. Herz Weinberg in Allendorf a. d. Lumda. 17. S. Hammerschlag in Treis. 18. C. Roloff in Gießen. Gießen, den 4. März 1886. Großh. Amtsgericht Gießen. Müller. 1750 Holzversteigerung. Donnerstag den 18. d. M. werden in hiesigem Gemeindewald versteigert : 7 Birken-Stämme mit 0,48 Festm., 14 Eichen-Derbstangen, 67 Rm. Eichen-Knüppel, 92 „ „ Stock, 4100 Wellen Eichen-Reisig. Die Zusammenkunft ist Vormittags 10 Uhr im Distrikt Birkenstock, an der Grenz-Schneise. Großen-Linden, 11. März 1886. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 1752 Im Concurse über den Nachlaß des Theodor Wode in Gießen findet mit Genehmigung Gr. Amtsgerichts Gießen demnächst Schlußver- Iheilung statt. Die noch verfügbare Masse beträgt 8131 «X und ist auf Forderungen im Betrage von 18,773 X 87 H zu vertheilen. Das Ver- zeichniß der zu berücksichtigenden Forderungen und die Schlußrechnung liegen während der gesetzmäßigen Frist auf der Gerichtsschreiberei offen. Gießen, den 11. März 1886. K. Klees, 1759 ConcursvernDlter. 1775 Ein guter junger Dachshund zu verkaufen. Näheres in oer Restauration $uv »Ttadt Marburg". Allgemeiner Anzeiger. HchversteigeruWtn in Gräflicher Oberforfterei Lanbach. Versteigert werden: !• Dienstag den 23. März d. I. im Thiergarten und zwar 1) im Süßenkops: 257 rm Buchen-Scheitholz, 35 nn -Prügel, 74 rm -Stöcke, 255 rm -Reiser: 2) im Laubhaus: 349 Fichtenstangen von 7—14 cm Durchmesser — 24,06 cbm, 27 rm Fichten-Lattenstangen, 8 rm -Bohnenstangen; 3) im Lampertsthor: 212 rm Buchen-Scheitholz, 131 rm - Prügel, 64 rm -Stöcke, 176 rm -Reisig; 4) im Ziegelhüttengraben und Hirtenbach (unvorgezeigt): 50 rm Buchen Stöcke, 150 rm -Reiser; 5) in verschiedenen Distrikten: Lesholz abthellungsweise. Ile Donnerstag den 23. März d. I. 1) im Heinzenberg: 320 rm Buchen - Stammprügel, 24 rm -Stöcke, 244 rm -Stamm- und Zopfreiser in Schichten; 2) in den Birken: 1203 Fichtenstangen von 5—11 cm Durchmesser (Leiterbäume, Hopfen- und Lattenstangen) — 41,00 cbm, 35 rm Fichten-Vohnenstangen; 3) in der Forstwiese und Scheppmalsdickung (theilweise vorgezeigt): 60 rm Buchen-Astprügel, 200 rm -Stöcke und 170 rm -Reiserprügel; 4) in den vorgenannten Distrikten, sowie im Eselskopf und Schiffenberg: die Kohlreiser abthellungsweise. Zusammenkunft jedesmal um 9V2 Uhr Vormittags, am ersten Tage im Süßenkops bei Holznummer 171; am zweiten Tage auf der Schottener Staatsstraße am Heinzenberg zwischen Birken und Brühl. Laubach, den 7. März 1886. 1751 Gräfliche Forstverwaltung. Grosses Tableaux Öes l. DarnMÜler Larueoal-Zugs. Interessantes ErinnerungSblatt. Soweit der Vorrath reicht ä 30 H, nach Auswärts gegen Einsendung von 35 in Marken. Darmstädter Fastnachts-Zeitung mit ausgezeichnetem Inhalt, insbesondere auch carnevalistischer Vorträge, per Nummer 20 H. Erschienen sind fünf Nummern. Verlag H. Hohmann, Darmstadt. Üniversal-Catarrh- u. Husten-Bonbons Paquet ä 15 von E. O. Moser a , dieser seiner Eigel steichstage mitgetheilt I *r die Aufmerksal Mittheilung des Cent! vezen der von ihm ml ^nderwerthige Thalerl N - als er das W M. den Anlaß I * er namentlich bl wit vollßändig ail iStteN des AntrZ ^hierüber eine! .*uNeit über dil ÄWie K J NÄsl liä berB'?ü9eoit hÄ'etM Äy cB*»ä IcS r8e*litl h&l rSLI Heute, Samstag, Morgens Wellfleisch, Abends Metzelsuppe bei Wirch Bauer, 1764 Bahnhofstraße. 1151] Lehrling gesucht- W. Böhling, Tapezierer. 20,000 Mark Bclohniiiig. i Vermietungen. 1682 Zwei kleine Logis vermiethct- _____J^Benner, Rittergasse. 1774] Bel-Etage zu vermiethen Löbcr-- straße 6 Näheres im Hinterhaus.__ 1771 Eine Wohnung, 3 Zimmer, Küche mit abgeschlossenem Corridor und sonstigem Zubehör, zu vermiethen. ______Lahnstraße 5. 1755 Zwei möblirte Zimmer Schiller- straße 5 1 zu vermiethen.__ 1754] Logis zu vermiethen. Gasthaus zur Traube, Kaplansgasse 10. 1753 Mittelpunkt der Stadt größer Laden zu vermiethen, ditto Wohnung von 5 Zimmern rc., zusammen oder getrennt- Zn erfragen in der Exped. d- Bl. 1757] Mittlere Etage, 4 bis 5 Zimmer, zu vermiethen. Zu erfrngcnjn der Exped. d- Bl- 1756 Eine^ kleine Mansardenwohnung zu vermiethen.__Liebigstraße 61. 1596 Die mittlere Etage des Zng- hardt'scheu Hauses am Eanzleiberg, bestehend aus 6 Zimmern, Küche 2c-, sofort zu vermiethen. Näheres bei ________L. W. Plank, Neustadt 13. 1376 Ein kleines Logis zu vermiethen. ______________________Wettergassc 5 II. 916 Eine freundliche Wohnung, vc7 stehenv aus 3 Zimmern, Küche und allem Zubehör, zu vermiethen. ____Christian Sony, Bierbrauerei. 1740 Ein möblirtes Zimmer zu ner» miethen. Zu erfragen Grünberqcrstr. 41. 1728 Eine Wohnung von 4 Zimmern nebst Zubehör inmitten der Stadt zu vcr= miethen. Näheres in der Exp. d. Bl. 1067 Eine in der Nordanlage gelegene freundliche Wohnung, aus 5 Zimmern nebst Zubehör bestehend, zu vermiethen. Näheres durch die Exped- d- Bl. zu er- fahren-_______________________________________ 694 Der Parterrestock Ludwigsstr- 52 ist zu vermiethen. Näheres bei _ ____Chr. Helm, Bismarckstraße. 989 Ein fein möhl. Zimmer zu ver- miethen. »Auguste Friesie, Neuenweg!. 1654 Nahe der Aula ein gut mödl. Zimmer zu vermiethen- Ecke der Bleich- und Ludwigstraße 26. 1383] Laden mit angrenz. Stube ist mit oder ohne Logis zu vermiethen. Wettergasse 5, 11. St. Hk. Wegen Ausgabe des Geschäfts der Frau Auguste Frieffe haben wir die Annahme der Gegenstände für unsere Hof-Schönfärberei und chemische Waschanstalt Herrn Albert Behrend, dort übertragen und halten uns bestens empfohlen. 1215 A. & G. Dreyer, Hannover. 1763 Ein tüchtiges Mädchen mit guten Zeugnissen wird auf Ostern gegen hohen Lohn in eine feinere Familie anf's Land gesucht. Näheres zu erfragen _________________Sonnenstraße 25. Strohhüte werden für GG Pfg. gewaschen, faconirt und gefärbt. 1408 ______Pii. Eliinger. Wer Sehla$fluss fürchtet oder bereits davon betroffen wurde, oder au Congestionen, Schwindel, Lähmungen, Schlaflosigkeit, resp. an krankhaften Nervenzuständen leidet, wolle die Broschüre „Ueber Schlagfluss-Vorbeugung u. Heilung“, 3. Aufl., vom Verfasser, ehern. Landw.-Bataillonsarzt Rom. Weissmann in Vilshofen, Bayern kostenlos und franco, beziehen 227 Gesucht 1592 von einer ruhigen Beamten-Familie zwei bis drei Zimmer mit Zubehör zum 1. Mai oder auch früher. Offerten in der Exped. d. Bl. niederzulegen._______________________ 1506 Einen Lehrling sucht ____Carl Mette, Uhrmacher. 1297 Wir haben für unser Colonial- waaren-Engros-Geschäft auf sofort oder Ostern eine jehttings-Stelle zu besetzen und ersuchen selbst geschriebene Offerten bei uns einreicben zu wollen. __ __ Nowack & Schlüter. Eine seltene Geschüftsgclegmheit für Dame«. Immer ausgedehnter wird das Netz unserer Agentinnen in der Provinz immer zahlreicher der Kreis unterer Schülerinnen in Berlin selbst. Angesichts dieser That- fache laden wir diejenigen Damen, welche sich in einer Provinzialstadt als Agentinnen niederlassen wollen (in jedem Ort wird nur eine Agentur etablirt), ein, sich bei Zeiten zu melden, ehe alle guten Plätze besetzt sind- Jede Agentin kann sich brillant ernähren. Referenzen erforderlich. Ein Circular mit voller Beschreibung wird franco an jede Adresse versandt- Gesellschaft für 1703 wissenschaftliche Airschneidekutlst, Berlin W., Leipzigerstraße 114 1730 Ein braver Junge zu Ostern in die Lehre gesucht von Heinrich Sack,Schreinermstr.,Mühlgasse 1716 Ein feineres Maschen zu^zwei Kindern gesucht.___Schulstraße 5. 1588 Ein tüchtiges Dienstmädchen, welches kochen kann, wird zum 1. April gesucht. Ostanlage 9, eine Treppe. Jede Dame versuche Bergmann’s Li'ienmilch-Seife von Bergmann & Co-, Frankfurt a. M. Dieselbe ist vermöge ihres vegetabilischen Gehaltes zur Herstellung und Erhaltung eines zarten blendendweisen Teints unerlässlich. Vorräthig ä Stück 50 H bei 993 Carl Sehwaab. Steinhauer und Steinbrecher gesucht. Sobald das Wetter umschlägt und der Frost nachläßt, finden in unseren Steinbrüchen und auf unseren Werkplätzen 100 Iteinharrer und 40 Steinbrecher und Tagelöhner dauernde und lohnende Beschäftigung für Fertigstellung von Lieferungen zum Reichstagsgebäude in Berlin- Anmeldungen hier, auf unferm Comptoir. Horn i./L-, im Februar 1886. Teutoburgerwald-Sandsteinbrüche, 1395 H- Becker. 1475 Ein Sandstück zu verkaufen. Näheres bei LouiS Petri I. Wwe., Neuenweg. 1386 Ein fast noch neuer Wagen, „Kubaner" ist billig zu verkaufen. Grube Moritzburg, Post Hohensolms. Stellen gesucht von einer perfekten Köchin, welche in größeren Restaurants thätig gewesen, sowie von einem älteren Frauenzimmer, welches im Kochen durchaus erfahren. Gesucht werden Mädchen für sehr gute Stellen, für Küche und Hausarbeit, sowie auch Kindermädchen durch das Verrniethbureau von 1769 Frau Müller, Löwengasse. 1772] Brecheisen gefunden. Abmh- bei Straßenw^Waldschmidt, Heuchelheim- Retngebaltrne Exemplare von Nr. 51. 58 und 58 des „Gießener Anzeiger" werden von der Expedition zurück- gekauft. 1758 Ein Logis, äußerer Stadttheil, mit Gartenbenutzung, wird von einer ruhigen Familie gesucht. Näheres bei _______K. KleeS, Ludwigsstraße 5. 1321] Schüler oder Schülerinnen hiesiger Lehranstalten finden billige und gute Pension. __Bismarckstraße 14, 3. Stock. 1714 In der Nähe des Lenz'schen Felsenkellers ein Zimmer, womöglich mit Cabinet, zu miethen gesucht. Gest. Offen- an die Exped- d- Bl- erbeten- Meine wasserdichte Lederschmiere, auf Schuhe und Stiefel K aufgetragen, macht dieselben un- 8 durchdringlich gegen alle H Feuchtigkeiten, ohne den W durch Wichse hervorgerufenen |K Glanz zu beeinträchtigen, wodurch M die lästige Benutzung der Gummi- M schuhe entbehrlich wird. Otts» Schaaf, W 1523 Seltersweg 39. jjj billige Offerte. per Pfd. 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Gestern Abend S1/» Uhr starb unser liebes Töchterchen Meta im Alter von 6 Jahren 3 Monaten nach langem schwerem Leiden, was wir hiermit Verwandten und Bekannten tiesbetrübt anzeigen. Um stilles Beileid bitten 1762 Die trauernden Eltern: Schutzmann Ochs und Frau. Gießen, den 12. März 1886. sehr billig 1183 Robert Haas, Seliersweg 18 5i Nur die besten Cacao-Sorten werden verarbeitet ; Puder-Cacao’s, absolut rein und scha- | len frei, daher leicht verdaulich. i Chocoladen mit 5 u. 10"/g Sago-Zu- ' satz per '/, Ko. von JL 1.25 ab; mit | Garantie-Marke > Rein Cacao und Zucker« von JAj. 1.60 ab. Die */«■ aJ/.-Kilo-Tafeln tragen dioVerkaufspreise. |*| Unsere Kaiser-Chocolade (j>r. Va Ko- JA.. 5) ist das Beste, was in Chocolade gefertigt werden kann. Ddpot Schilder kennzeichnen die Verkaufsstellen, woselbst auch wissenschaitliche Abhandlungen über den Nährwerth des Cacao erhältlich. | Köln. Gebr. Stollwerck, Kiia., König!, GrosshercgL tc. HoSicf. 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