Nt 12, 1650 ^6*5 Ä*6ii Ä Tt ™b b-K irsells ?hV’Jen'* “ lrM«v4 doch ■ Vertrauen 1 W erwtrbe,!. !aB< iow Repa- r. Corsetls wird 'eioret. Lo.sch, IM wg Tür Mna JtoU Pistor. mein Geschäft ptr > jungen Münir els im Hause. >Sner. ^ö^Iftoff:Geschäft u, der mit allen Mndig vertraut ^riolg gereist hat, crndes Engagement Gefl. Lff. bef. die enthält: rtsetzmg.t Komm ton eraettgtn- - later. Von H. H. tag. Pon Han» Goßner. Au dem lilicntiidi: Zu um Tie bulgarischen misches aus Hessen. - 3n unserer . M Karl Mr. $on Emil Horst. l(r. - Ter tolle der Ne- Aorker ,-ch amerikanilcher M Beilage: Ter .lrarvall- - OD \ M a. flk nnoncen j end.We*1-, losten* i e ! Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. 1886 Mr 60 O ■ W I ■>> S U T I ®«"‘«' S^ulftr-t- 7. Srf^eint «LgttO mit «««Mm, de« M.ntag«, «WÄ ^ttelMNch ilÄ» SMU>WW. ■■ "■. l. -L1.111 Sgl1 > ".ls—MM«» !' u gt£. Amtlicher THeil. Betreffend: Die Aufstellung einer Viehseuchenstatistik. Gießen, am 9. März 1886. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des KreiseS. In Auftrag Grobherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz weisen wir Sie an, allen Ihnen von Seiten des Großherzoglichen Kreis- veterinäramtes zur Aufstellung der Viehseuchenstatistik zugehenden Requisitionen pünktlich nachzukommen. __________Dr, Boekmann._______________________________________________ Bekanntmachung. In Gemäßheit des $ 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat Februar veröffentlicht: Hafer X 14.—, Heu JL 6.12, Stroh «X 3.60 pro 100 Kilogramm. Gießen, am 10. März 18s6. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. obgleich Minister v. Puttkamer aussührte, daß die verbündeten Regierungen Erkrankung des Ecbgroßherzogs von Baden, des Enkels der kaiserlichenMaje-^. sämmtliche Anträge als unannehmbar erklärten. Es ist nun aber noch nicht UALa« 03 .-.-Jk Sah Tnbt.iM mift ö/irMrithd öivtAoI ah IDHäM SV/e rhrirhtori ttt IM noiM . . . *• ~ — , — . ' —/ stäten. Nach den letzten aus Karlsruhe eingelausenen Nachrichten ist in dem Ult yitlÄll VUlllCytHUCll liuu/umis ^tUUtJCll IVUlUtll WUIUl, [v* .v.uuunvnv , wurde in der Abstimmung 8 354 nach dem Anträge Reichensperger angenom- Cabinet vorgeschlagene Ersetzung der dort stehenden englischen puppen durch men, womit sich also der Reichstag im Princip für die Wiedereinführung der egyptische vorstellig werden. Die ersteren würden nach ihrer Avlofung sofort Berufung ausgesprochen hat. Die S§ 59 und 123 wurden dem Commissions- xach Unter-Egypten zurückkehren; von einer Wiederbesetzung DongolaS ist nicht Lntrage gemäß angenommen; die Strasberusungs-Kammern sollen hiernach bei die Rede mehr. Die Ausgabe des letztgenannten wichtigen -Punktes, pie dem Len Landgerichten gebiloet und die Competenz der Oberlandesgerichte auf die I Khedive von englischer Seite zugemuthet wird, paßt ganz gut zu der Rückwärts Revision gegen die Urtheile der Strasberufungs-Kammern ausgedehnt werden, falls das Unheil erster Instanz vom Schöffengericht oder von der Strafkammer erlassen ist und sich die Revision ausschließlich auf die Verletzung einer in den Landesgesetzen enthaltenen Rechtsnorm stützt. Die nächste Sitzung, am Mitt^ woch, war ein „Schwerinrtag" mit einer ziemlich reichhaltigen Tagesordnung. Von der Reichstags-Commission zur Vorberathung der Sonia- listengesetzes sind am Samstag die Windthorst'schen AbänderungS'Anträge, welche bekanntlich das Socialistengesitz wesentlich abschwächen, gegen die Stimmen der conseroatioen und nationalliberalen Commissions-Mitglieder angenommen worden, warten läßt. t Nach längerer Pause verlautet endlich wieder etwas über oie an Sir Drummond Wolff, dem außerordentlichen Bevollmächtigten Englands m Kairo, vom Londoner Cabinet ertheilten Instructionen. Dieselben gehen dahin, daß Wady Halsa als Grenze Egyptens nach dem Sudan hin zu betrachten ser und soll Drummond Wolff hierüber sowohl, als auch über die vom britischen iache zum Abschluß zu bringen. Nachdem in der Debatte besonders von freisinniger und nationalliberaler Seite die schon aus früheren Verhandlungen bekannten Bedenken gegen den Reichtnsperger'schen Gesetzentwurf, sowie gegen die hierzu vorliegenden Commissions-Anträge nochmals geäußert worden waren, Befinden des krbgroßherzogs wieder eine leichte Besserung eingetreten und soll vorläufig kein Anlaß zu ernsten Besorgnissen vorliegen; die bisherigen schwankenden Erscheinungen erklären sich durch den Charakter der Krankheit (Gelenk- RheumatismuS.) Die badischen Mitglieder des Reichstages haben an ihren Landesherrn anläßlich der Erkrankung des Erbgroßherzogs eine TheilnahmS- Adresse gerichtet, welche der Großherzog Friedrich in huldvollster Weise beantwortete, und zwar sosort telegraphisch; in der Antwort heißt es zugleich, daß erfreuliche Hoffnung aus Wiederherstellung des Prinzen vorhanden sei. Am Dienstag sand bei den kaiserlichen Majestäten im Weißen Saale des königlichen Schlosses der alljährliche große Fastnachts- Ball statt, zu welchem gegen 1900 Personen Einladungen erhalten hatten; mit dem Ball haben die Karnevals-Festlichkeiten am Berliner Hose ihr Ende erreicht. Der Bundesrath hielt am Montag eine Plenarsitzung ab, in welcher der Antrag Preußens, betr. die Heranziehung der Officiere zu den Gemeinde-Abgaben, einstimmig zur Annahme gelangte. Die Sache dürste jedoch im Reichstage schwerlich eine so glatte und rasche Erledigung finden, wie im Bundesrathe. Die Verweisung der Monopol-Vorlage an eine besondere Reichstags-Commission hat die Angelegenheit des Branntwein-Monopols für das Reichstags-Plenum einstweilen wieder in den Hintergrund treten lassen, während in der Presse noch Nachlese zu den dreitägigen Monopol-Verhandlungen gehalten wird. Es wird hierbei besonders der Umstand hervorgehoben, daß von den größeren Parteien das Centrum, die Conseroatioen und die Nationalliberalen durch Die betr. Redner ihre Bereitwilligkeit erklärten, die Regierung bei den Versuchen, einen geeigneten Modus zur höheren Besteuerung des Branntweins zu finden, zu unterstützen, während die deutsch-freisinnige Partei entschieden gegen jede erhöhte BranntMinsteuer war. Inwieweit die Hoffnungen auf eine Verständigung zwischen den drei erstgenannten Parteien, welche also zusammen die große Mehrheit des Reichstages repräsentiren, und der Regierung in Bezug aus eine anderweitige erhöhte Besteuerung des Branntweins gerechtfertigt sind, wird sich vielleicht schon aus dem Gange der Commissions-Verhandlungen über die Monopol-Vorlage erkennen lassen. Am Montag hielt der Reichstag kurz hintereinander zwei Sitzungen ab, da sich in der ersten, um 1 Uhr eröffneten, wieder einmal die Beschluß- Unfähigkeit des Hauses herausstellte. In der zweiten Sitzung gelang es endlich, unter Ablehnung eines Vertagungs-Antrages die in voriger Woche abgebrochene Berathung über den vom Abg. Reichensperger eingebrachten Gesetzentwurf, betr. die Wiedereinführung der Berufung gegen Straskammer-Urtheile in der Haupt- qesagt, daß die zweite Lesung der Socialisten-Vorlage den Commissions-Beschlüssen entsprechen werde, da die Gruppirung der Parteien bei der abermaligen Plenarberathung wahrscheinlich wiederum eine andere sein wird, al« in der • Commission; jedenfalls läßt sich auch jetzt noch nicht das definitive Schicksal der Socialistsn-Vorlage mit Bestimmtheit voraussagen. Die Herrenhaus-Commission zur Vorberathung der kirchenpoliti- scheu Vorlage wählte eine Unter-Commission, welche die in erster Lesung gefaßten Commissions-Beschlüsse formuliren, resp. redigiren soll. Das päpstliche Ernennungs-Decret für den Erzbischos Dinder von Posen ist am 3. März unterzeichnet worden und bereits von Rom nach Königsberg abgegangen. Die Consecralion des neuen Erzbischofs wird in Frauenburg stattfinden, seinem Einzuge in Posen sieht man für Mitte April entgegen. Gleichzeitig veröffentlicht der „Reichs-Anz." eine Mittheilung, wonach Dem zum Bischof von Ermland gewählten bisherigen Domherrn in Frauenburg, Dr. Andreas Thiel, mittelst Allerhöchster Urkunde vom 2. März die nachgesuchte landesherrliche Anerkennung als Bischof ertheilt worden ist. Am Sonntag fand in Wien wieder einmal eine gemeinsame Minister-Sitzung der österreichischen und ungarischen Minister statt, um über die zwischen beiden Reichshälsten schwebenden Fragen zoll- und handelspolitischer Natur zu berathen. Obgleich aber der Kaiser selbst präsidirte, so gelang e& doch nicht, einen Ausgleich über die verschiedenen Meinungen, die sich namentlich bezüglich des Rohpetroleum-Zolles ergaben, herbeizusühren und mußte die Sitzung schließlich abgebrochen werden, ohne daß man zu einem Resultate gelangt wäre. Die weiteren Konferenzen sind vorläufig ausgesetzt worden und deutet dies hinlänglich daraus hin, wie groß die DifferenM und Schwierigkeiten sein müsse«, welche sich dkm handelspolitischen Ausgleiche zwischen Oesterreich und Ungarn entgegenstellen. In der italienischen Deputirtenkammer hat die lange Budget- berathung, wie schon bekannt, in voriger Woche mit der Annahme einer dem Ministerium Depretis günstigen Tagesordnung und demnach mit einem Erfolge des letzteren geendigt. Dessenungeachtet dauern die Gerüchte über angebliche Krisen im italienischen Cabinet fort, wenngleich der ministerielle „Popolo Ro-- mano" diesen Gerüchten entgegentritt und erklärt, daß weder eine MinisterkrisiL bevorstehe, noch auch partielle Aenderungen im Cabinet zu erwarten seien. Man darf dieser Versicherung umsomehr Glauben schenken, als der schon seit Wochen signalisirte Rücktritt des Ministers des Auswärtigen, Grafen Robilant, welcher wegen angeblicher Differenzen des Ministers mit mehreren feiner Collegen über die auswärtige Politik Italiens erfolgen sollte, bis heute noch auf sich Politische Ueberficht. Gießen, 11. März. Der Kaiser ist noch immer genöthigt, das Zimmer zu hüten, denn wenn auch die Hüfteverletzung als ziemlich gehoben betrachtet werden kann, so ist doch das leichte Schnupfen-Fieber, welches den hohen Herrn in voriger Woche befiel, noch nicht ganz verschwunden. Indessen steht zu erwarten, daß in den nächsten Tagen der Kaiier seine gewohnten täglichen Aussahrten wird wieder aufnehmen können. Besondere Theilnahme erregt am Berliner Hofe die schwere Concentration, welche die englischen Operationen am Nil seit Jahr und Tag charakterisit, aber sie bedeutet vom strategischen Standpunkte aus einen schweren Fehler. Dongola bildet gewissermaßen die Aus- und Einfalls-Psorte des Sudan und es wird vielleicht nicht lange dauern, so wird man die Sudan-Rebellen von Dongola aus das Nilthal abwärts gegen Wady Halfa zufluthen sehen und ob die erbärmlichen egyptischm Truppen diesen Schlüssel zu Ober-Egypten einem Anpralle der Sudanesen gegenüber würden behaupten können, ist sehr fraglich. Telegraphische Depeschen. WoLst'S telegr. Torrefpondeirr - Varearr. Berlin, 10. März. Reichstag. Berathung des Antrages Windthorst wegen Befreiung der Abgeordneten vom Zeugnißzmang. Staatssecretär Bötticher erklärte, gegen die commissarische Berathung des Antrages zu der Untersuchung der Frage sei nichts einzuwenden, doch sei zweifellos, -atz eine einseitige Erklärung des Reichstags einflußlos sein müsse. Der Bundesrath habe zu dem Anträge noch keine Stellung genommen, dagegen sei die preußische Regierung einstimmig der Ansicht, daß der Verfassungsartikel 30 (Immunität der Abgeordneten) die Mitglieder des Reichstags vom Zeugnißzwang nicht befreie, nur durch «in Gesetz könne eine andere Interpretation des Artikels beschlossen werden. Der Antrag wird schließlich einer Geschäftsordnungs-Commission überwiesen. Im Laufe der Debatte sprachen Windthorst, Bernuth, Hänel, Reinbaben für die Verweisung an die Commission, Hamm er st ein, Mal tzahn-Gültz für sofortige Ablehnung des Antrags. Alsdann wurde der Antrag Moltke betreffend die Aenderung des Pensions- -esches an eine Commission von 21 Mitgliedern verwiesen. Der Antragsteller, sowie der Kriegsminister sprachen sich für eine Auseinanderhaltung der Pensionsfrage und der Communalbesteuerungsfrage aus. Seitens der Liberalen wurde neue reichsgesetzliche Regelung der Besteuerungsfrage verlangt. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Berlin, 10. März. Im Abgeordnetenhause wurde heute der Cultusetat bis einschließlich Ausgaben für die Universität Königsberg unverändert erledigt. Die Position für den altkatholischen Bischof führte eine lebhafte Debatte über die Benutzung der katholischen Kirchen durch die Altkatholiken, namentlich in Wiesbaden, herbei. Der Cultusminister legte die Schwierigkeiten in der Auseinandersetzung zwischen den Katholiken und den Altkatholiken in Wiesbaden dar. Die Regierung habe es an gutem Willen hierzu nicht fehlen lassen. In der weiteren, auf allgemeine kirchliche Fragen ausgedehnten Debatte bemerkte Eynern, das Centrum versuche, indem es der gestrigen Erklärung Windthorst's zuwider, die Culturkampfschmerzen aus allen Winkeln hervorsuche, den Bischof Kopp wie die Curie zu terrorisiren. Schorlemer und Windthorst bestritten dies, wenn das Centrum auch den Frieden wolle, verzichte es doch nicht auf die Vorbringung einzelner Beschwerden. Windthorst verlangte Aufhebung des Altkatholikengesetzes. Der Cultusminister erklärte noch, die Prüfungsordnung für die Candiduten des höheren Lehramtes, sowie die Ascension der Lehrer seien in Verhandlung, ebenso die Einsetzung der Prüfungscommission für Chemiker. Die Einführung eines Zwischen- examens für Juristen erwies sich unausführbar. Söl«, 10. März. Die „Köln. Volkszeitung" veröffentlicht die Antwort der preußischen Bischöfe auf das Schreiben des Papstes vom 6. Januar, worin dieselben danken für das den preußischen Katholiken ertheilte Lob und die Rothwendigkeit der bischöflichen Freiheit in der Kirchenverwaltung und Priestererziehung betonen. Karlsruhe, 10. März. Bei dem Erbgroßherzog ist nach einer gut verbrachten Nacht das Fieber im Rückgang, die Gelenkaffection ist eine mäßige, die inneren Veränderungen sind theils im langsamen Rückgänge, theils stationär. Paris, 10. März. Die „Agence Havas" dementirt das Gerücht von der De- Mission des Finanzministers Carnot. — In Decazeville ist die Lage unverändert. London, 10. März. Unterhaus. Der Antrag des Deputirten Dillwyn auf Entstaatlichung der Kirche im Fürstenthum Wales wurde mit 241 gegen 229 Stimmen abgelehnt. Der Schatzkanzler Harcourt hatte den Antrag bekämpft und dabei nament-- lich heroorgehoben, daß die kirchliche Frage im Fürstenthum Wales von der kirchlichen Frage in England überhaupt nicht getrennt werden könne und daß bezüglich der letzteren Gladstone während der jüngsten Parlamentswahlen erklärt habe, sie solle in diesem Parlamente nicht aufgeworfen ro erb eit Venedig, 10. März. Gestern Nacht ist ein Arbeiter der „Stazione Maritima" an der Cholera gestorben. Petersburg, 10. März. fTelegramm der nordischen Telegraphen agentur.^ Gutem Vernehmen nach sollen zunächst sämmtltche in Metalloaluta im Auslande emittirten russischen Anlehen und zwar in nachstehender Reihenfolge convertirt werden: Auswärtige Anleihe von 1877; 5proc. Consols von 1870, 1871, 1872, 1873, 1884; siebente 5proc. Anleihe von 1862, wahrscheinlich auch beide englisch-holländischen Anleihen. Nachher sollen drei innere Orientanlcthen convertirt werden. Belgrad, 10. März. Der Delegirte zu den Friedensvcrhandlungen, Mija- towic, trifft heute Abend mit dem Friedensinstrument aus Bukarest hier ein. Särnrnt- liche Minister reisen in den nächsten Tagen nach Risch zu einem Ministerrathe. — Der österreichische Gesandte, Graf Khevenhüller-Metsch, wird heute Abend hier erwartet. — Der König stiftete unter beni Namen „Königin - Natalie - Erinnerungs- mebaille" eine Medaille für Frauen, welche sich in der Pflege der Verwundeten ausgezeichnet haben. Kouftautinopel, 10. März. Die Circularnote der Pforte vom 6. b. M. erklärt, bk Türkei bleibe babei, Griechenlanb keinerlei Concessionen zu machen. Es könnten also auch über solche Concessionen gemäß den früheren Erklärungen der Pforte keine Verhandlungen stattfinden. Neuester aus der deutschen Poiksrählung von 1885. Es werden allmälig die Volkszählungs-Ergebnisse von immer mehr deutschen Staaten bekannt. Auch das Großherzogthum Hessen und das Herzogthum Braunschweig haben ihre vorläufigen Resultate veröffentlicht. Danach hat sich die Bevölkerung im Großherzogthum Hessen von 1880 bis 1885 von 936,340 auf 956,170, d. i. um 19,830 Personen, oder 2,12 pCt. vermehrt, während in der Periode von 1875 bis 1880 die Zunahme 52,122 Personen ober 5,89 pCt. betrug. Die Provinz Oberhessen hat von 1880 bis 1885 sogar um 1742 Personen ober 0,66pCt. abgenommen. Im.herzogthum Braunschweig ist bk Bevölkerung von 1880—1885 von 349,367 auf 372,580 Einwohner, mithin um 23,213, b. i. um 6,64pCt., gewachsen. Das Herzogthum Braunschweig steht mithin in seiner Volkszunahme ganz nahe bem Königreich Sachsen, welches von 2,972,805 auf 3,179,168 Einwohner, d. i. um 206,363 Köpfe ober L,94pCt., gewachsen ist. In Preußen ist die Bevölkerung von 27,279,111 auf 28,314,032 Personen gestiegen und hat mithin um 1,034,921 Personen, d. i. um 3,79 pSt. -»genommen, in Württemberg von 1,971,118 auf 1,994,849, also um 23,731, d i. um 1,20 pCt., in Baden von 1,570,254 auf 1,600,839, also um 30,585 Köpfe, >. i. um 1,95 pCt. Süddeutschland zeigt im Verhältniß zu dem Norddeutschlands eine weit geringere Zunahme; aber auch Preußen und Sachsen haben keine solche Zunahme wie in früheren Perioden aufzuweisen und in den einzelnen Landestheilen dieser Staaten haben große Verschiebungen stattgefunden. So haben unter den preußischen Provinzen Pommern und die Hohenzollernschen Lande «bgenommen, die übrigen Provinzen dagegen zu- -enommen. Am stärksten war die Zunahme im Stadtkreise Berlin (17,22pCt.), in Westfalen (7,80 pCt.), im Rheinlande (6,65pCt.) und in Sachsen (5,02pCt.), am geringsten in Westpreußen (0,15pCt.), Posen (0,68pCt.), Ostpreußen (l,29pCt.) und Schleswig- Holstein (2,05 pCt.). Unter den vier Bezirken, deren Bevölkerung gesunken ist, hat der Bezirk Köslin mit einer Abnahme um 3,22 pSt. die stärkste Verminderung erfahren; ihm folgen Stralsund mit 2,73, Sigmaringen mit 1,35, Stettin mit 1,28 und Marienwerder mit 0,89pCt. Abnahme. Während sich in Preußen die Bevölkerung vom Osten nach dem Westen der Monarchie verschiebt, zeigt auch das Königreich Sachsen ganz erhebliche Schwankungen in seinen Regierungsbezirken. Die Kreishauptmannschaft Leipzig hat in den letzten 5 Jahren um 9,31 pCt., die Kreishauptmannschaft Bautzen nur um 1,44 pCt. zugenommen und innerhalb der Kreishauptmannschaft Leipzig selbst kommen die größten Unterschiede vor. Während die Amtshauptmannschaft Leipzig um 20,88pCt. zunahm, hat die Amtshauptmannschaft Döbeln um 0,03pCt. abgenommen. Lokale-. Gießen, 11. März. Der März macht es mit seiner Kälte jeden Tag resp. jede Nacht toller. Das Thermometer zeigte vorgestern Nacht —15°, gestern Nacht 9 und heute Nacht wieder 9—10° kalt im Freien. Daß bei dieser Kälte die Lahn wieder zum Eissport tauglich ist, wird uns von Sachverständigen versichert. Das Eis der Lahn ist am Bootshaus der Rudergesellschaft 11 und weiter hinauf am Schmall'schen Eishause 13 Ctm. stark, also tragfähig. Wer also Lust und Courage hat, ikann sich dem Schlittschuhlauf wieder widmen, vermeide jedoch die Gegend an dem Felsen resp. der Militär-Schwimmanstalt, damit ihm dort kein Unfall zustoße. Gießen, 11. März. Seit 1845 haben wir keinen so anhaltend kalten Märgehabt. als der diesjährige. Damals hielt die Kälte, bis zu 15—16° steigend, und bei einer dicken Schneedecke bis zum 24. an. Das Wild kam bis in die Dörfer; ein Reh lief hinter einem Wagen her und ließ sich fangen. Unser Storch hat klug gethan, seine Ankunft, die im vorigen Jahr am 27. Februar erfolgte, noch zu verschieben. B. Universität- »Chronik. — Professor Dr. Räuber in Leipzig hat einen Ruf als ordentlicher Professor der Medicin nach der Universität Dorpat angenommen und wird mit Beginn des nächsten Semesters dort seine Vorlesungen eröffnen. — Professor Dr. Wichmann von der philosophischen Fakultät zu Leipzig hat einen Ruf als ordentlicher Professor am Polytechnikum in Darmstadt angenommen. — Prioatdoccnt Lic. Dr. K- R. Gregory in Leipzig hat einen erneuten Ruf an die John Hopkins-Universität in Balttmore erhalten und gedenkt demselben im October n. I. zu folgen. — Der Breslauer Studentenschaft ist durch den Cultusminister der Dank des Kaisers für die durch den großen Fackelzug am 25jährigen Regierungsjubiläum kundgegebene Verehrung ausgesprochen worden. — Die Privatdocentcn Dr. R. Schubert unb Dr. L. Jeep finb zu außerordentlichen Professoren in der philosophischen Fakultät zu Königsberg ernannt worben. — Dem Professor a. D. Dr. Baumgarten in Rostock ist aus Anlaß seines 50jährigen Jubiläums als Doctor ber Philosophie von ber philosophischen Fakultät ein Erneuerungsbiplom zugegangen. Vermischte-. Darm stabt, 10. März. ^Hessischer Landeslehrer-Verein.) Die Tagesorbnung ber am 28. April in Offenbach stattfinbenben biesjährigen Delegirten-Versammlung des hessischen Landeslehrcr-Vereins ist folgende: Feststellung bes Jahresberichts für ben Lanbeslehrer - Verein, bes Lehrer - Waisenstistes unb bes Vereins provisorisch an- gestellter Lehrer zur gegenseitigen Unterstützung in Krankheitsfällen; Rechnungsablagm pro 1885; Festsetzung bes Voranschlags pro 1886; Berathung unb Beschlußfassung über etwaige Anträge; Ergänzungswahl ber nach Art. 15 ber Statuten ausgeloosten Vorstanbsmitgliebern. — Die Tagesorbnung der am folgenden Tage, 29. April, stattfindenden Generalversammlung des Landeslehrer-Dereins stellt sich wie folgt: Eröffnung unb Begrüßung ber Versammlung, Verlesung bes Protokolls ber Delegirten- - Versammlung, Berathung unb Beschlußfassung über etwaige Anträge, Referat bes Herrn Lehrers Nuppel aus Dübelsheim über bas Thema: „Anforberungen an die moberne Schule unb ihre Lehrer". Referat -es Herrn Lehrers Kahl aus Gießen über bie Frage: „Kann bie Schule ben Erwartungen, welche gegenwärtig bezüglich der Besserung ber Moralität bes Volkes von ihr gehegt werben, entsprechend" Darm stabt, 9. März. Gestern Abenb ereignete sich hier ein höchst beklagens- werther Unglücksfall. Zwei bekannte Persönlichkeiten, von' welchen bie Eine einen Eisbären barstellte, veranstalteten in verschiedenen Wirthschaften gegen Geldspenden Vorstellungen. Der Mann, welcher den Eisbären vorstellte, ein früherer Cigarrenarbeiter Namens Amend, stieg in ber Wirtschaft „Zum Anker" auf einen Tisch, um sich ben Zuschauern besser zu zeigen, hierbei kam er einer Gasflamme zu nahe, seine aus Watte hergestellte Umhüllung fing Feuer unb im Nu staub ber Mann vom Kopf bis zu ben Füßen in Flammen. Trotzdem bie Gäste sofort bie brennenbe Umhüllung abrissen, wobei sich Einige selbst verbrannten, hatte ber Unglückliche doch solche furchtbare Brandwunden davongetragen, daß er nach einigen Stunden im städtischen Hospital, wohin man ihn verbracht hatte, unter unsäglichen Schmerzen seinen Geist aufgab. Es erinnert dieser Vorfall an das vor mehreren Jahren bei einem Costümfest der Münchener Künstler vorgekommene Unglück, wo unter ähnlichen Umständen eine Anzahl von Künstlern, welche eine Eskimogruppe barstellten, durch Verbrennung um's Leben kamen. Essen, 7. März. Am 3. bs. würbe von ber Krupp'schen Gußstahlfabrik bas zweite ber von ber königlich italienischen Regierung in Auftrag gegebenen Riesengeschütze zum Schießplatz nach Meppen abgesandt. Dasselbe ist eine 40 Ctm.-Kanone, deren Rohr 14 M. lang ist unb 125,5 Tonnen wiegt. Bei einer Pulverlabung von 500 Kgr. schleubert ber Koloß eine Granate von 800—1000 Kgr. Da die ungeheuere Last des Rohres auf einem verhältnißmäßig kleinen Raume zusammengebrängt ist, so mußten für ben Eisenbahntransport besondere Vorkehrungen getroffen werben. DaS Geschütz ruht auf zwei eigens für diesen Zweck gebauten Wagen, welche durch eine drehbare Brücke miteinander verbunden sind. Jeder Wagen hat 8 Achsen, ein eigenes Gewicht von 39 Tonnen unb eine Tragfähigkeit von 75 Tonnen. Zwischen ber Loco- motive unb bem ersten Kanonenwagen laufen zur größeren Sicherheit zwei unbelabene Wagen. Da ber Sonderzug, mit welchem bas Geschütz gefördert wirb, gewisse Eisen- hahnbrücken nicht passiren barf, so müssen bie von bemselben zu befahrenden Strecken mit besonderer Vorsicht gewählt werden. — sMärzlieb der armen Vöglein.) Friedrich Stolhe läßt in seiner neuesten „Laterne" folgenbe Klage ber armen Frühlingssänger in Frankfurter Munbart ertönen, hoffentlich wirb dieselbe außerhalb Frankfurt auch verstauben und den Bittenden recht viel verabreicht:* *) Mir Dannefink un Meise Mir Harne nix zu beiße! Mir Hänfterling, mir graue, Mir Howe nix zu kaue! Mir Hänfterling, mir grine, Mir könne nix verdine! Mir Arnschele un Zippe, Mir hawe nix im Dippe! Ich bin die Lerch — Tritt! ‘ Ach hält ich nor e Filie! Ach geb merr nor e Räubche, Ich mach derr ääch e Käubche! Stiegelih, Stiegelitz! Nor e bissi Hawergritz! Ach ich aarmer bunter Tropp; Wääßt De gar kään Distelkopp? *) Bei dieser Gelegenheit möchten wir die Bitte an die mit dem Abschuß von „schädlichen Vögeln" betrauten Personen richten, ihres Amtes bei diesem harten Wetter nicht so streng zu walten. Neben manchem hungernden unb frierenben Spatz wird wohl auch öfters eine Lerche ober ein Fink dem töbtenben Blei zum Opfer fallen, ohne daß der Schütze es wollte. D. Red. D ; jßit; -sKS iniL OtB ö® p0II b n WJ*&*»*£ ^..5ntlaßling fertigt E'llu ^nftal1T^btn Harem? ÜjgWr ca. W=!Dlf • w &tmtn Aekr.'. ConlM ü des The> Giehen. Zur Abnahme bi jiUt Erhebung von G »atz Schlußverzeich schluhsaßung der ß nicht verwertbarem wird Schlußtermin Mittwoch den* Nachmitta Gießen, am 8.5) GM. A Gebha Hchversle In den Mckw . Vtönchwald" soll hol- versteigert we Montag de Scheiß Pr Raun Buchen 87 । Hichen - Nadelholz 16 1 Weichholz - hierunter ca. 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