X X I X X X X X X X X X X 6 Uhr 5014 j Schluß. er’8 Volks lerzliche tter larten. intag dM Kreuz, V M- । X —X niet Ä . X X X exxx Zus- ner x X US. X X . ■ X X X M. X X X X X imun. K im . rgiürrit- ttet SsKL- Ä? ij auf biff ; ;(f)t an 1 । Eiefe«"» | I Tw , Sri * Mr» 157 Samstag den 10. Juli 1986 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. L «MEI T. »8 m»«sw ta Wat<$4. Sffrula* Durq Me de--g« meri«jLhrUch 2 Scan bv HK. Betreffend: Die Arbeiter-Kolonie Neu-Ulrichstein. Gießen, am 8. Juli 1886. Das GroßherZogliche Kreisamt Gießen an die Krotzherzoglichsn Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Verfügung vom 16. April l. I. — Anzeiger Nr. 95 — noch nicht nachgekommen sind, werden an baldige -Erledigung derselben erinnert. ___Dr. Boekmann-_________________________ Beka nn 1 machun g. In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit -nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat Juni veröffentlicht: Hafer A 1415, Heu «A 6.17, Stroh A 4.25 pro 100 Kilogramm. Gießen, am 8. Juli 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. WtfttMgMUBHiMgMHBMBMum'rMiRqggBMmiaTnMKr/a^WMWtTiBaraigaBgaaaiEurawKawMrii^jwy». mm fftwtWH’jji riunwim i> au&uu—BQgnggaaap—BnMn—h—an—g——pbem Politische Ueberficht. Gießen, 9. Juli. Ueber die Ablehnung des Reichszuschusses für eine nationale 'Ausstellung in Berlin äußern sich die „Berl. Polit. Nachr." wie folgt: Wenn in der Presse mehrfach die Ablehnung der Reichsbeihülfe für die 1888 in Berlin geplante nationale Ausstellung durch den Bundesrath bemängelt und insbesondere der preußischen Negierung zum Vorwurf gemacht wird, nicht das volle Gewicht ihres Einflusses zu Gunsten der Bewilligung in die Wagschale geworfen zu haben, so wird man in diesen Urtheilen nicht das Ergebniß ruhiger und objecjtiver Erwägung erblicken können. Denn bei solcher würde nicht verkannt worden sein, daß für die preußische Regierung aus verschiedenen Gründe^ mnd insbesondere mit Rücksicht auf das bei dem Plane überwiegende Interne' der Landeshauptstadt die äußerste Zurückhaltung geboten war und es politisch'nicht richtig gewesen wäre, einen Druck auf die Entscheidung der ändern Bundesstaaten zu üben. Zu diesen Erwägungen mußte verstärkend die Wahrnehmung hinzutreten, daß ein sehr erheblicher Theil der deutschen Industrie, und zwar nicht blos der Großindustrie, sondern auch des Kleingewerbes, sich völlig ablehnend gegen die geplante Ausstellung verhielt. So haben sich sämmtliche Handelskammern des Königreichs Sachsen mit Bestimmtheit gegen die Veranstaltung der Ausstellung ausgesprochen; von 191 Seitens der badischen Regierung befragten Industriellen befürworteten dieselbe nur 86, weitere 30 erklärten, die Ausstellung, wenn sie zu Stande käme, wohl beschicken zu wollen, riethen indessen von deren Jnscenirung ab, 91 dagegen erklärten, unter keinen Umständen sich zu betheiligen, während der Rest eine Erklärung überhaupt nicht abgab. Selbst die Thüringischen Gewerbekammern, in welchen die Vertretung des Mittel- und Kleingewerbes überwiegt, erklärten sich fast ausnahmslos gegen die Abhaltung einer nationalen Ausstellung im Jahre 1888. Endlich liegt gerade von solchen hervorragenden Vertretern der Großindustrie, deren Schaustellungen von der größten Bedeutung für eine würdige Veranschaulichung des Standes der deutschen Industrie sind, die Erklärung vor, daß sie unter allen Umständen von der Ausstellung von 1888 fern bleiben würden. Unter diesen Umständen konnte man sich der Befürchtung nicht verschließen, daß die sür 1888 in Aussicht genommene nationale Ausstellung kein so vollständiges und ausreichendes Bild von der industriellen Leiflungssähigkeit Deutschlands geben würde, wie dies für die erste deutsch-nationale Ausstellung unbedingt nothwendig ist. Statt gegen die verbündeten Regierungen sollten die Vorwürfe sich vielmehr gegen diejenigen nchten, welche den Plan einer nationalen, in Berlin 1888 abzuhaltenden Ausstellung zu verwirklichen unternahmen, ohne sich vorher vergewissert zu haben, daß derselbe auch in der deutschen Industrie ausreichenden Anklang findet. Ohne Fühlung mit den maßgebenden Kreisen der Industrie, die nicht einmal darüber gehört wurden, ob die Zeit bis 1888 hinreichend für Vorbereitung und Fertigstellung wirklich guter, sehenswerther Ausstellungsstücke ist, mußte der Plan aus unüberwindliche Hindernisse stoßen. Sicherlich wird aber, wenn die wirthschaft- lichen Verhältnisse sich wieder bessern und über den Plan einer deutsch-nationalen Ausstellung Einverständniß auch zwischen den maßgebenden Kreisen der Industrie erzielt ist, dem Unternehmen die Unterstützung des Reichs nicht fehlen; daß dieses Unternehmen kein rein platonisches sein, sondern auch die materielle Seite der Sache in sich schließen wird, bezweifeln wir keinen Augenblick. In Bayern ist die Periode der Aufregungen durch den Erlaß des Prinz-Regenten an das Staatsministerium zu einem erfreulichen Abschluß gelangt. Daß er die angebotene Entlassung des Ministeriums Lutz nicht anneh- men würde, darauf waren auch schon die erbittertsten Gegner desselben vorbereitet, aber der Inhalt dieser Ablehnung geht sicher weit über dasjenige hinaus, was die Gegner wiederholt vorhergesagt und erwartet hatten, und vernichtet die Hoffnungen auf einen baldigen Sceneriewechsel so gründlich /wie möglich. Denn selten ist wohl einem Ministerium vom Staatsoberhaupte Has volle Vertrauen in so unemgeschränkter und präciser Weise ausgesprochen,, als es Seitens des Prinz-Regenten von Bayern in dem Antwort-Schreiben geschieht. Es geht aus demselben auch hervor, daß das Entlaffungsgesuch nicht /iur mit dem Hinweis aus den eingetretenen Regierungswechsel, sondern auch asis „die sich mehrenden ‘ Angriffe" motioirt war. Die Angriffe Seitens der Patrioten wie Seitens der Demokraten haben auf den Prinz'Regenten keinen Eindruck gemacht, er spricht vielmehr die Hoffnung und Erwartung aus, daß „immer mehr und mehr alle Jene, denen das Wohl unseres theueren Vaterlandes am Herzen liegt, dazu Mitwirken werden, dem Lande den inneren Frieden-zu sichern." Ob die bayerischen Gegner des Ministeriums Lutz diese Erwartung erfüllen werden, bleibt abzu- wqrten; aber auf die Unterstützung des Prinz-Regenten bei dem Kampfe gegen daS'Ministerium Lutz dürfen sie sich füglich keine Rechnung mehr machen. Einer Entwaffnung der'Ultramontanen innerhalb und außerhalb Bayerns kommt es nahezu gleich, wenn der Prinz-Regent ausdrücklich hervorhebt, daß zu öfteren Malen von der höchsten katholischen kirchlichen Autorität die vollkommene Befriedigung über die Lage der katholischen Kirche in Bayern ausgesprochen worden ist. Also auch vom 'Papste hat das Ministerium Lutz ein Vertrauensvotum erhalten, die so lange hartnäckig bestrittene Thatsache wird jetzt' nicht 'mehr geleugnet werden dürfen und damit ist der klerikalen Opposition ein sehr wirksames Agitationsmittel gegen die Regierung entzogen. Wie förderlich die entschiedene Erklärung des Prinz-Regenten für die fernere amtliche Wirksamkeit des Ministeriums sein muß, liegt auf der Hand. Aber auch über Bayern hinaus werden die Worte desselben nicht wirkungslos verhallen. Das Reich gedenkt den Nord-Ostsee-Kanal selbst zu bauen und zu diesem Ende eine aus Technikern und Verwaltungsbeamten zusammengesetzte besondere Baubehörde zu errichten, welche den Namen „Kaiserliche Kanal-Commission^ führen soll. Neben den Erwägungen, daß die unmittelbare Leitung des Baues durch das Reich vor der ursprünglich beabsichtigten Heber* tragung an Preußen wegen der mit dem letzteren Verfahren nothwendigen Weiterungen den Vorzug verdient, haben auch andere Rücksichten und insbesondere der Wunsch, für dies große n tionale Unternehmen auch die nichtpreußischen Techniker nutzbar zu machen, diesen Vorschlag veranlaßt. Ferner ist für diese Entschließung die Erwägung mitentscheidend gewesen, daß das Reich bei diesem Unternehmen die Gelegenheit zur praktischen Durchführung Derjenigen social- politischen Gesichtspunkte erhält, welche in der kaiserlichen Botschaft vom 17. November 1881 niedergelegt und in dem Ausdrucke „praktisches Chnstenthum" zusammengefaßt sind. Denn nicht nur wird dieses große, zu seiner Durchführung Jahre bedürfende Unternehmen den Anlaß zu einer mustergiltigen Organisation der Kranken- und Unsallversicherung für die bei dem Bau beschäftigten zahlreichen Arbeiter geben, sondern man wird dabei auch Die Mäng.l, welche rück- sichtiich der Wohlfahrts-Einrichtungen bei Unternehmungen ähnlicher Art häufiger hervorgetreten sind, vermeiden und in Bezug aus Wohnungs, Speise-Einrichtung, Befriedigung des Sparbedürfnisses u. s. w. den Arbeitern während des Baues ein geregelteres Dasein sichern können. Gerade dieser Seite der Sache wird besondere Sorgfalt zu widmen sein; das Reich kann nach dem alten Sprichwort „exempla trahunt“ gar nichts wirksameres thun, als mit dem guten Beispiele einer mustergiltigen Bethätigung Derjenigen arbeiterfreundlichen Socialpolitik vor- anzugehen, welche es zur Richtschnur für feine Gesetzgebung genommen hat. Fünfunddreißig der Laibacher Denkmalschänder undExce- denten wurden zu leichten Gefängnißstrasen verurtheilt; da hat die slavische Nation neue Märtyrer gewonnen. Heber 60 Gymnasial-Schüler mußten in derselben Angelegenheit im Disciplinarwege bestrast werden. Die beschämendsten Ergebnisse zeitigt Der nationale slavische Fanatismus überhaupt in der Schülerwelt. Ein Vorsall, der unglaublich klingt, und doch buchstäblich wahr ist, beleuchtet die traurige Thatsache in treffender Weise. Eine Mädchenvolksschule (!) in Pilsen machte dieser Tage einen Schulausflug in die Umgegeub von Pilsen unter Leitung ihrer Lehrerschaft. Die tschechischen Kinder trafen dort auf eine Gesellschaft von Deutschen und begannen tschechische Nationallieder demonstrativ zu fingen. Ihre Lehrer belobten sie höchlichst, und die ermutigten Kinder stimmten in das berüchtigte Hetz- und Kampflied „Hey Slovane" (Mord der Deutschen) ein, und die Lehrerschaft, und das übrige tschechische Publikum riefen begeistert den Mädchen „Slava!" (Heil) zu. Was sagt der vielgepriesene Hnterrichtsminister v. Gautsch zu solcher nationalen Erziehung flavischer Kmder? — v. Gautsch bereist ja eben Böhmen und hat auch Pilsen besucht. Vielleicht Gießen, 9. Juli. Der Fe st grüß der Lanbes-Umversitat Gießen an die- Technische Hochschule zu Darmstadt zum 2. Juli 1886 hat folgenden Wortlaut: Mit lebhafter Theilnahme begrüßt die Ludoviciana die festliche Begehung bes Tages, an dem die Technische Hochschule zu Darmstadt auf die ersten- fünfzig Jahre erfolgreicher Arbeit zurückzublicken vermag. Fast ausnahmslos fällt die Entstehung der deutschen Technischen Hochschulen in den Zeitraum des letztverflossenen halben Jahrhunderts und die Geschichte derselben hat über die verschiedenartigsten, nicht selten gegensätzlichen Ausgangspunkte unb Anfänge zu berichten. Keiner der höchsten technischen Bildungsanltalten sind die ersten tastenden Schritte, die mannigfachen Stufen und Stadien der Vorbereitung erspart geblieben, welche nothwendig zu überschreiten waren, bevor die ihnen gemeinsamen bestimmten Ziele fest und sicher in's Auge gefaßt werden konnten. Aber mit Recht schauen sie stolz auf diesen Werdeprozeß, ist er doch auf das Innigste verknüpft mit mächtigen Wandlungen und Umbildungen der deutschen Cultur überhaupt. Auch die Jubilarin befindet sich in dieser Lage und die, Landes-Universität beglückwünscht sie um so aufrichtiger dazu, je enger das Band ist, welches beide Hochschulen mit einander verbindet. Sie giebt sich der zuversichtlichen Hoffnung hin, daß die beiden höchsten Bildungsanstalten des gemeinsamen engeren Vaterlandes nach wie vor und auf lange hin unter dem wohlwollenden Schutze erleuchteter Landesherren in friedlichem Wetteifer fröhlich gedeihen werden und ruft der jüngeren Schwester in dieser Gesiimung ein herzliches Vivat floreat et cresoat zu. Rector und Senat der Landes-Universität. (gez.) G. Frhr. von der Ropp. Gießen, 9. Juli. Oberstlieutenant Bertram ist zum Oberst und Regiments- Eommandeur des 56. Infanterie-Regiments in Wesel ernannt worden. Gießen, 9. Juli. sLuftballonauffahrt.j Am 25. Juli wird vom Garten des „Wiener Hofes" aus der weltberühmte Aeronaut Herr Carl Securius und Frau die Reise in die hohen Regionen unternehmen. Herr Securius besitzt jetzt 13 Ballons verschiedener Größe und haben viele gekrönte Häupter seinen hochinteressanten Auffahrten beigewohnt, u. A. Seine Majestät Kaiser Wilhelm, Ihre Majestät Kaiserin Augusta, Ihre Majestät Königin Carola vcn Sachsen, Ihre Königliche Hoheit Großherzogin von Baden, Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Victoria von Schweden und Norwegen, Seine Majestät König Georg von Griechenland, Seine Königliche Hoheit Großherzog von Mecklenburg. Seine Hoheit Herzog von Sachsen-Meiningen u. s. w., auch ist Herr Securius im Besitze der großen goldenen Verdienstmedaille für Kunst und, Wissenschaft und der großen silbernen Medaille als Anerkennung vorzüglichster Leistungen. In einer unserer nächsten Nummern werden mir noch Näheres - über die Ballons selbst bringen. $ic*ne„ Lokale-. ^“^„n0™23- bis 20. August d. I. stattsinden und nri jedem Montag und Freitag das Bühnenweihfestspiel , Parsisal" an iphpm fee rbseh-nd- Extrazugc vermitteln den Anschluß nach allen Richtungen Eintritt«^ Handlung des Herrn Wilh. Rudolph in Gießen. 9 oer Mtistkalien- öonb vo" „jQt da ßiie $i«iC6b,t M L°"ki>, i isÄtsj Bamberg, 5. 'M l>ch Le E Musterung h'er . sinldjrciten derPoaz A'in'sHandM tiditii mehr oon stch nagen der Paätrager jlrjt constatirte hier Ruches beim Sturz ift zur Stunde noch erging sich natürlich Labten, der sofort m - Eine sur Zauer gesallt. Der' einen Handlungscoin Loriibersahren scheu ■ wurde und das Pser wurde mit seinen F ein Radfahrer nach Kunststrahcn hat. Wiesbaden, Tagen verhandelten < Schneider von Biebr von Fehlheim und Z schweren Raubs zun schweren Raubes zu Albrecht von Eastrl Raub zu einer ßud die Ehrenrechte aus ohne Zeitbeschranki klagten auserlegt w Wirft an. Mut HBcfffi Hagen, welcher, mit Fabrikanten Schnettl W Tage später sta tat aus Freiere W Runde von L im Stande der R rntlassen. _ , - Ter Wi stration, wie fit j, Wen, Qtmtinbti Swen begangenen Mmcrcn Freiheitsstr betrat, erhoben ta, um dadurch I *1 Der Borst, ^derholteAussordu - Hetzen. Die 9roi zu arbeite VrLouikK ^."begenBaarza! Mwino, i 3 s,ctl S"',®«i6er: am 8. % 5038 Merzeugt er sich, daß die „unauffällige Beseitigung von Grimm's Kindermärchen" und ^Hoffmann'S Jugendschrtsten" u. s. w. doch nicht so dringend nothwendig war, als die Beseitigung einer Erziehungs-Methode, die das Gist nationalen Haffes in das Herz kleiner Mädchen säet. Der Strafgerichtshos zu Bourgoin, welcher über die blutigen Tumulte bei Schließung einer Kapelle in Chateau-Vilain verhandeln sollte, hat sich für incompetent in dieser Sache erklärt und werden demnach die Angeklagten vor das Schwurgericht gestellt werden. — Die Vorlagen über die Pariser Weltausstellung im Jahre 1889 und über die deutsch französische Uebereinkunft, betr. die Abgrenzung der beiderseitigen Besitzungen in Westasrtka, ist vom sran- Mschen Senate genehmigt worden. Darmstadt, 8. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnäoigst geruht: Am 9. Juni den außerordentlichen Professor an der Universität Freiburg Dr. Franz Himstedt zum ordentlichen Professor der Physik und Vorstand des physikalischen Instituts an der technischen Hochschule mit Wirkung vom 1. October 1886 an zu ernennen und in der gedachten Eigenschaft zu berufen. LelegraWsche Depeschen. Ultat. TorLesporrden» • Bmeeav. Berlin, 8. Juli. Die „N. Allg. Ztg." veröffentlicht das Antwortschreiben des Prinz-Regenten Luitpold auf das vom Kronprinzen überbrachte Condolenzschreiben des Kaisers, worin der Regent seinen auftichtigsten und innigsten Dank ausspricht, daß der Kaiser den Kronprinzen zur Vertretung bei den Beisetzungsfeierlichkeiten entsandt habe und daß der Kaiser die dem verewigten Könige gewidmeten, auf nahe Verwandtschaft des preußischen und bayerischen Königshauses begründeten freundschaftlichen Gesinnungen auf ihn, den Regenten, übertragen wolle. Der Kaiser möge sich überzeugt halten, daß auch der Regent seinerseits nichts sehnlicher erstrebe, als die Aufrechterhaltung und Befestigung der so glücklich bestehenden innigen und vertrauensvollen Beziehungen, welche zum Heile Deutschlands die Kronen Preußens und Bayerns verbinden. Köln, 8. Juli. Die „Köln. Ztg." erfährt aus bester Quelle, der Prinzregent von Bayern beabsichtige, dem Kaiser in nächster Zeit einen Besuch abzuftatten. Der Plan wurde jedoch mit Rücksicht auf das Befinden des Kaisers, das, obschon hochbefriedigend, dennoch nöthig erscheinen lasse, demselben während der Badekuren in Ems unb Gastein mit dem Empfange längerer Besuche und mit Festlichkeiten verbundene Ermüdungen zu ersparen, vorläufig aufgegeben. Der Besuch des Prinzregenten werde deßhalb in einem geeigneten späteren Zeitpunkte stattfinden; oer Prinzregent werde inzwischen Gelegenheit haben, den Kaiser bei der Reise von Ems nach Gastein zu begrüßen, da der Kaiser, wie in den Vorjahren, den Weg nach Gastein über Bayern zu nehmen gedenke. Die Begrüßung werde gutem Vernehmen nach bei der Durchreise in München stattfinden. München, 8. Juli. Die „Allgem. Ztg." theilt das Handschreiben des Prinz- Regenten mit, in welchem das Pensionirungsgesuch des Generaladjutantcn Spruner von Mertz unter Verleihung des Großkreuzes des Michaelordens und unter Anerkennung der schriftstellerischen Verdienste desselben genehmigt wird. Wien, 8. Juli. An den Präsidenten des österreichischen Alpenclubs ist aus Windischmatrei ein Telegramm eingegangen, dem zufolge die Verunglückten Markgraf Pallavicini, der Legationssecretär Crammelia nebst zwei Führern gestern im Glocknerkaar an der Pasterze aufgefunden worden sind. Paris, 8. Juli. Der Minister der Posten hat mit der Gesellschaft der measageries maritimes einen Vertrag abgeschlossen, wodurch der bestehende Dienst geändert und hauptsächlich gefordert wird, daß nur in Frankreich gebaute Schiffe in den Dienst eingestellt, sowie nur französische Kohlen verwendet werden. Der Vertrag hebt die Vortheile auf, welche in den Frachtsätzen englischen Erzeugnissen zum Nachtheile französischer Maaren gewährt waren. Der Vertrag tritt Ende 1888 in Kraft. — Die Einnahmen des Staatsschatzes im Juni stellen sich um 3Va Mill. Fr. geringer als die Voranschläge des Budgets. Die Einnahmen des ersten Semesters 1886 ergaben 38 Mill. Fr. weniger als in der gleichen Periode des Vorjahres. Das Deficit rührt besonders von der Zuckersteucr her. — Guibert, der Erzbischof von Paris, ist gestorben. Paris, 8. Juli. Privatmeldungen aus Cambodfcha besagen, Sivotha, der Bruder des Königs, der seit langen Jahren an der Spitze aller Aufstände stand, sei von Milizen erschossen worden. Der „Temps" erwähnt die Meldungen mit Vorbehalt. London, 8. Juli. Bei den nunmehr bekannten 464 Wahlen sind gewählt: 237 Conservative, 49 dissentirende Liberale, 133 Gladstonianer und 55 Parnelliten. Die Coniervativen haben 47 Sitze, die dissentirenden Liberalen 2, die Anhänger Glad- stone's 21 und die Parnelliten einen Sitz gewonnen. . ~ ®heute Abend waren 494 Wahlen bekannt. Davon sind 249 Con- seroatrve, 50 drffentirende Liberale, 137 Gladstonianer, 65 Parnelliten. Bei den beendeten Wahlen in den englischen Städten wurden 144 Conservative, 22 dissentirende Liberale, 60 Gladstonianer gewählt. London mit den Vorstädten wählte 49 Con- seroative, 2 dissentirende Liberale, 11 Gladstonianer. _ r ~ 2" Cardiff kam es vergangene Nacht bei Verkündigung des Resultats der Parlamentswahlen zwischen den gegnerischen Parteien zu Thätlichkeiten. Die Polizei schrrtt mit der Waffe em. Gegen hundert Personen wurden verwundet, darunter viele Frauen. Mehrere sind schwer verletzt. . 8. Juli. Der „Daily News" zufolge findet am nächsten Dienstag oder Mittwoch em Cabmetsrath statt, welcher über das Verfahren der Regierung gegenüber dem Wahlergebnrß entscheiden wird. 0 B 0 m Beglich des Vorgehens Rußlands in der Batum-Frage bemerkt die Dailn News', die Handlungsweise Rußlands sei ein grober Vertrauensbruch; England"könne weder zugeben noch verzechen, was Rußland gethan habe, jedoch sei die Einberufung emer Conferenz oder die Ergreifung thätiger Maßnahmen nicht in Aussicht genommen auch ein regelrechter Protest sei überflüssig, falls England nicht vorbereitet sei über bloße Worte hlnauszugehen. - Das Bureau Reuter bestätigt die Mittheilung, daß das Londoner Cabmet von der rusnschen Regierung die Anzeige von der Aufhebung der FreihasenstellungDatums und des betreffenden Artikels des Berliner Vertrags erhalten habe. Eme ähnliche Mitthellung gmg den anderen Mächten zu. Hierdurch sei Batum ff0 rSeI^er ^heil Rußlands anzusehen. England dürfte seine Interessen durch dieAufhebung der betreffenden Bestimmung nicht als besonders berührt erachten, da der britische Handel setzt über den persischen Meerbusen gehe. Die britische 21 Todesfälle, in Landito 27 Erkrankungen und 4 Todesfälle, in Francavill/49 Erkrankungen und 19 Todesfälle,in Codigoro 7 Erkrankungen und 1 Todesfall in ypnoS1' r Erkrankung und 2 Todesfälle. in^rchie 8 erfrmgnunt1Sfr'B $eneb'8 her * Universität- - Ghrontk. München, 6. Juli. Der außerordentliche Professor an der Universität Erlangen, Po^mann, wurde zum ordentlichen Professor der Geschichte an der genannten Universität befördert.____ vermischt elL Mainz, 6. Juli. sKonsekration.j Ueber die officielle kirchliche Feierder Konsekration des Herrn Dr. Paul Leopold Haffner zum Bischof in Mainz in der Dom- arc ^0. Juli wird folgende Mittheilung gemacht: Am Vorabend, den 24. Juli, Abends von 7—8 Uhr, wird die Feierlichkeit mit allen Glocken der Domkirche unb der anderen katholischen Kirchen zu Mainz eingeläutet. Am 25. Juli dasselbe Geläute von Morgens 6V2—7 Uhr; 7 Uhr in sämmtlichen katholischen Pfarrkirchen der Stadt Hochamt; 8^/z Uhr versammeln sich das Domkapitel, die Domgeistlichkeit und das bischöfliche Seminar in der Domsakristei, die Pfarrgeistlichkeit der Stadt und die übrigen Geistlichen, welche der Feierlichkeit beiwohnen, in der sog. Memorie; kurz vor 9 Uhr bildet die gelammte Geistlichkeit einen Zug, derselbe begibt sich zum bischöflichen. Valast, um den Bischof von Mainz und die übrigen Bischöfe abzuholen, alsdann Rückkehr in den Dom. Hierauf wird der landesherrliche Commissär am Portal des Domes• blner Deputation des Domkapitels empfangen und an den für ihn bestimmten Ehrenplatz geleitet. Die Handlung der Bischofsweihe nimmt nun ihren Anfang; am Schluste derselben wird der neue Bischof auf den bischöflichen Stuhl geführt, worauf das Tedeum laudamns angestimmt wird. Während dessen empfängt der Bischof von dem Domkapitel und der übrigen anwesenden Geistlichkeit den Handkuß, daun An- sprache des Bischofs. . Nack Erthellung des bischöflichen Segens wird das Gebet für den r.andesherrn DowiOS aalvum fac Magnum Ducem noatrum Ludovicum angcstimmt unb non dem Bischof die Oration gesungen. Alsdann begeben sich die Bischöfe unter Begleitung des Domkapitels und der übrigen Geistlichen wieder zurück, während der landesherrliche Commiffar von einer Deputation des Domkapitels von seinem Ehrenplatz llbgeholt und bis zum Portale der Domkirche geleitet wird, womit die kirchliche yvlvl Vt-LHU11 l|Ie ty r”2u^* 2n unserer Gemeinde hat sich gestern ein schrecklicher &tpU^laü- ^^etragen. Der 18jährige Sohn des hiesigen Wirthes und Metzgers W. hatte sich m einem Eisengeschaft einen Revolver und die dazu gehörige Munition SmpSp hpafr?^ "lsbald geladen, verstand aber nicht damit umzugehen; er brachte ^cm zuruck, um sich die Handhabung erklären zu lassen. Der J n.un 1}^, ba& öcr Revolver geladen war und drückte den Hahn ab — em Schuß 1111b em Schrei und der unglückliche junge Mann stürzte zum Tode getroffen zur Erde. In einigen Minuten war er eine Leiche 5 zum-rooe genossen. Grotz-Steinheim, 4. Juli. Ein eigenartiger Einbruch wurde vor einiaen ^agen hier ausgefuhrt. Ein Handelsmann, der mit seiner Familie den Tag über emen Ausflug nach Babenhausen gemacht hatte, versäumte, Jemand mit der Fütteruna fC-neiU ^auftragen. Als die Zeit gekommen war, in welcher der Maaen tzln Rech verlangt, polterten die Kühe im Stalle herum und stießen die TbüreTn Auf dieselbe Weise verschafften die Thiere sich Eingang in's Haus und warfen hna z ifaas* “• >- '**- Äteft' dickte schon zu Zeiten der alten Römer höchst kunstvoll aber das Man kaum. Die reichen Gewänder der Lateiner hphnrftpu Jcafyen fanntc man Agraffen gefesselten Falten umwallte die Tog? und das Vollem Zierathen nähte man an die Gewänder oder benuüte ben Ä-Vr- ,cb^ Nahstich zum Sticken. Wiewohl man im Orient wober^-sanöft lVanbcnert schon in alter Zeit etwas vom Nähen wußte in 2 Klelderpracht stammt, dem, was wir heutzutage Nähen nennen und bpll^nb ba§ verschieden von leichten Zusammenhängen der Gewänder und biefe^ al§ eineirt nicht ber Frau, ber Frau blieb der Webstubl Sn« dem Manne ob und der Wäsche, welche den Alten wenig Bedür niß war da llp ^r(ftrJnV dem Gebrauche ersetzten, wurde das Nähen eine Nothwendiakeit Da dieselbe durch das Baden fleißige Hausfrau des Nordens mit ihren Mäaden^snonn bQ! seme Lmncn, das die dieses Linnen auch in zweckmäßige^^KleibunaÄ * ber Wunsch, kecken die Verfertigung der Wäsche haben mußte LT"11'! !'Welche Schwierigsein,. daß es Königinnen gab, so z. B dm ff««}18 £Cm U!"ftanbe ersichtlich besaßen. Des ersten Hemdes geschieht Erwäbnuna nnrafcr*11^' sechs Hemden 8. Jahrhundert nach Christo. In Frankreick soll im^^b^r^^6en Segoline im König Karls VII. die ersten leimnen Hemb n Jahrhunbert bie Gemahlin hatte in seiner Jugenb noch Mang"l an Selbst Ludwig XIV. Jahrhundert finden wir bas Nähei? VenX beuthre^nrr hn ^^angencn sogar, was muhevolle Arbeit anb langt ausaeb^^^ldetp?'’^nbung - Ja, vielleicht Zeit noch nicht so viel unb es würbe' auck^mf den 1 k damals galt bie Sorgfalt verwanbt. Die Frauen aus ben Vrric5 Nahens größere Die Ausstattung in Wäsche spielte eim aroße Noll^ ? beschäftigten sich bamit. hat. Wäsche wurde a-r Stolz ed r Laus beu zutage längst eingebüßt als eine Kunst. Selbst große Männer ve!ickmäÄn ^r.fer!'flun9 derselben galt ilät Erlangen, )£r genannten Regiments- b °°°> ©arten “”rt"3 und *5 W j-tzt Jtn io4inter= A" «Dlajeftöt "Piche Hoheit non Schweden ’ne königliche kn-Meiningen Medaille jür nnng vorzüg- "Och Näheres > lortiaut- li( Ätz,'! in0>Ä SS lplltfnupil®it ’es b-id-HÄ ÄSt be Feier der n der Domen 24. Juli, mkirche und elbe Geläute n der Stadt eit und das adt und die eie; kurz vor . bischöflichem lsdann Rück- l des Domes^ n bestimmtm Anfang; am ibrt, worauf Bischof von dann An- > Gebet für anMmmt schvse unter wahrend der mem Ehren- die kirchliche ! schrecklicher Metzgers W. e Munition i; er brachte lassen. Der Hahn ab- ode getroffen vor einigen en Dag über er Fütterung der Magen Thüre ein. warfen das nach Futtn Gescllschast. gewordenen wäre, denn> iere anfangs Mitarbeiter ,gende y Äen. M kannte man Teten, W jeder- W erfundenen icht stamm', Mieden von als einem NN- °b "t n 8*'* AUNsch/ .LchwieM- he M"6- Ze,-"n- " le S-n-K •yfe st eingeb^ rselben *?$ des Lobes über die Leinwand in den Mund. Noch vor 40 Jahren hielt man es für eine Unmöglichkeit, je etwas zu erfinden, das den feinen mühsamen Steppsaum ersetzen würde, dem man eine ungeheure Wichtigkeit beilegte. Welche Mühe und welchen Aufwand von Denken kostete damals die feingefaltete Brust eines Manneshemdes! Aber wie kostspielig war dasselbe auch zugleich! Noch vor einem Jahrzehnt schüttelte manche exemplarische Hausfrau den Kopf zur Maschinennäherei, aber heute hat sie über jenes Vorurtheil gesiegt. Straßburg, 2. Juli. Wie der „Str. P." mitgetheilt wird, ist der bekannte Prozeß der „schwarzen Hand" gestern vor dem Reichsgerichte in Leipzig endgiltig entschieden worden. Der oberste Gerichtshof hat die Revision verworfen und das Urtheil des Oberlandesgerichtes in Colmar bestätigt. Die Sache liegt also jetzt so, daß, nachdem die Herren Schaller und Bergmann den ihnen zugeschobenen Eid geschworen haben werden, die kaiserliche Tabakmanufactur auf ihre alte Fabrikmarke Verzicht leisten muß. Ein hartes, aber im Hinblick auf die nahezu unglaubliche Vergeßlichkeit, welche in dem Unterlassen der Wiederanmeldung lag, nicht unverdientes Schicksal. Hoffentlich deckt man, nachdem das Kind ertrunken ist, jetzt auch bei der kaiserlichen Tabakmanufactur den Brunnen zu und trifft Vorkehrungen dafür, daß nicht nach zehn Jahren wieder die gleiche Geschichte passirt. Als neue Marke empfiehlt die „St. P." der kaiserlichen Tabakmanufactur die folgende: Herr Director, nit vergiß: Die Marke zu erneuern is! Bamberg, 5.Juli. Eine aufregende Scene, schreibt man dem „C. v. u. f. D." spielte sich heute auf dem Marktplatze und vor dem Rathhause ab. Ein zur Militärmusterung hier anwesender Bauernbursche veranlaßte durch überlautes Schreien das Einschreiten der Polizei. Polizeisoldat Gr. gerieth mit dem Ruhestörer, der sich renitent zeigte, in's Handgemenge. Plötzlich stürzte der Bursche zu Boden und gab kein Lebenszeichen mehr von sich; da man glaubte, es sei Verstellung, wurde er auf einen Handwagen der Packträger geladen und zur Polizei gebracht. Ein zufällig anwesender Arzt conftatirte hier aber — den Tod des Rekruten. Ob der Tod in Folge Genickbruches beim Sturz oder in Folge des unsanften Verladens auf den Wagen eintrat, ist zur Stunde noch nicht aufgeklärt. Die zahlreich zusammengeströmte Volksmenge erging sich natürlich in scharfen Aeußerungen gegen die polizeiliche Behandlung des Lobten, der sofort in's Leichenhaus verbracht wurde. — Eine für Radfahrer wichtige Entscheidung hat kürzlich das Amtsgericht zu Jauer gefällt. Der Pferdebesitzer, Müllermeister Sommer aus Märzdorf, klagte gegen einen Handlungscommis aus Jauer auf Schadenersatz, weil ihm sein Pferd durch das Vorüberfahren scheu geworden und durchgegangen war, wobei der Wagen beschädigt wurde und das Pferd sich so verletzte, daß es getödtet werden mußte. Der Kläger wurde mit seinen Entschädigungsansprüchen abgewieien und hierbei ausgeführt, daß ein Radfahrer nach dem Landrecht die Berechtigung zum Befahren der Landes- und Kunststraßen hat. Wiesbaden, 5. Juli. Am Samstag wurde das Urtheil in der seit zwei Tagen verhandelten Schwurgerichtssache wegen Ermordung und Beraubung des Ehr. Schneider von Biebrich-Mosbach verkündet. Die beiden Angeklagten, Heinrich Andel von Fehlheim und Joseph Mallmann von Oberhirzenach, wurden wegen Mords und schweren Raubs zum Tode, der Angeklagte Nikolaus Zöller von Fehlheim wegen schweren Raubes zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe, endlich der Angeklagte Franz Albrecht von Castel wegen vor der That zugesicherter Begünstigung von Mord und Raub zu einer Zuchthausstrafe von zehn Jahren verurtheilt. Dem Albrecht wurden die Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren, den drei anderen Angeklagten ohne Zeitbeschränkung aberkannt. Die Kosten des Verfahrens sind allen Angeklagten auferlegt worden. Sämmtliche Angeklagten hörten das Urtheil mit großer Ruhe an. Aus Westfalen, 2. Juli. Der Eisenbahnbetriebssecrctär a. D., Runde in Hagen, welcher, wie s. Z. berichtet, in der Nacht vom 4. zum 5. Juni dss. Is. dem Fabrikanten Schnettler in Hagen den Bauch aufgeschlitzt hatte, in Folge dessen Sch. zwei. Tage später starb, stand gestern vor dem Schwurgericht. Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung, da durch die Beweisaufnahme festgestellt worden war, daß Runde von Schnettler angegriffen worden und beim Gebrauche des Messers im Stande der Nothwehr gehandelt hatte. Runde wurde sofort aus der Haft entlassen. — Der Wiener Gemeinderath war am Freitag der Schauplatz einer Demonstration, wie sie in den Annalen der Stadtvertretung einzig dasteht. Ein Mitglied desselben, Gemeinderath Pfister, hatte einen politischen Gegner wegen einer vor drei Jahren begangenen Majestätsbeleidigung denuncirt und dieser war daraufhin zu einer schweren Freiheitsstrafe verurtheilt worden. Als Herr Pfister am Freitag den Sitzungssaal betrat, erhoben sich von den anwesenden 79 Gemeinderäthen 63 und verließen den Saal, um dadurch zu bocumentiren, daß sie mit Pfister nicht mehr gemeinsam tagen wollten. Der Vorsitzende conftatirte die Beschlußunfähigkeit und mußte, als auf seine wiederholte Aufforderung, im Saal zu erscheinen, Niemand dem Rufe folgte, die Sitzung schließen. Die große Mehrheit der Stadträthe weigert sich auch ferner, mit Pfister zusammen zu arbeiten. Brussel, 4. Juli. Es stellt sich jetzt heraus, daß die aufgefundenen Gliedmaßen und der Rumpf von einer Frau herrühren, an welcher eine Hebamme in Saint-Gilles, einem Vororte Brüssels, ein Verbrechen begangen hatte. Urn'die Spuren desselben zu zerstören, nachdem das Opfer dieser Handlung gestorben war, wurde die Leiche zerstückelt. Die Thäterin, eine Frau Ronelei, welche bereits vor einigen Jahren wegen solcher Verbrechen verurtheilt worden, und ihr Helfer, der die zerstückelten Körpertheile weggeschafft hatte, ein gewisser Masquelier aus Nordfrankreich, sind verhaftet. Der Name des Opfers ist noch nicht ermittelt. Brüssel, 5. Juli. In Betreff der aufgefundenen zerstückelten weiblichen Leiche fand heute im Gefängnisse die Confrontirung der Geburtshelferin und ihres Mitschuldigen statt. Letzterer legte ein umfassendes Geständniß ab, in Folge dessen erstere, die sich wieder aufs Leugnen verlegt, sich auf ihn stürzte und ihn erdrosseln wollte. Dreimal mußten die Gensdarmen sie gewaltsam fortreißen, und als sie abgeführt wurde, erging sie sich in Drohungen und Flüchen. — Der „K. Z." geht folgende Nachricht zu, die vielleicht mit den Funden in Brüssel und Vilvorde in Verbindung steht: Eupen, 6. Juli. Auf dem Wege durch den belgischen Hertogenwald zwischen Eupen und Malmedy erblickten zwei hiesige Metzger gestern plötzlich einen am Boden liegenden blondhaarigen Menschenkopf. Von Entsetzen getrieben, nahmen die beiden Männer schleunigst Reißaus. Die hiesige Behörde hat sich zur Untersuchung der Sache mit der belgischen in Verbindung gesetzt. (Bekanntlich fehlt noch immer der Kopf der weiblichen Leiche in Brüssel.) — Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich bei Riesa. Ein Gutsbesitzer hatte aus der Gasanstalt Ammoniakwasser geholt und in die Jauchegrube gefüllt. Um nach der Pumpe zu sehen, die den Dienst versagte, stieg ein Knecht hinab, wurde betäubt und kam nicht wieder. Drei andere Personen folgten, um die Vorhergehenden zu retten, aber alle vier sanden den Tod. Einen Fünften zog man betäubt zurück, auch für fein Leben wird aber gefürchtet. Frankfurter Stadttheater. Um den zahlreichen an die Intendanz gelangten Anfragen und Wünschen auswärtiger und hiesiger Theaterbesucher nachzukommen, gelangt Sonntag den 11. d. Mts. im Opernhause mit den Wiener Gästen „Der Zigeunerbaron" von Joh. Strauße welcher am verflossenen Sonntag ein beinahe ausverkauftes Haus erzielte und einen fa ungewöhnlichen Erfolg errang, zur Ausführung. Für die Samstag den 10. d. Mts. angekündigte Vorstellung „Gasparone" wird ebenfalls in Folge vielfacher Nachfragen „Der Bettelstudent" gegeben. Für die Besucher der Vorstellungen im Opernhause dürfte es von Interesse sein zu erfahren, daß trotz der heißen Tage die Temperatur im Innern des Hauses eine außerordentlich angenehme und kühle gewesen ist. So war z. B. am Mittwoch bei der Ausführung der „Fledermaus" bei Beginn der Vorstellung die Temperatur im Parquet, Balkon und 1. Rang zwischen 15 und 16° R. und im 2. Rang und Gallerie zwischen 16 und 17° R. Gegen Ende der Vorstellung stieg dieselbe im Pavquet, Balkon und 1. Rang auf 16—17 und im 2. Rang und Gallerte auf 17—18° R. Kirchliche Anzeigen der Stadt Metzen. Evangelische Gemeinde. G o t t e s d i e n st. Samstag den 10. Juli. Nachmittags 2 Uhr: Beichte, Pfarrer Schlosser. 3. Sonntag nach Trinitatis, 11. Juli. Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Feier des heiligen Abendmahls- Nachmittags 3 Uhr: Pfarrer Schlosser. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. Katechismuslehre für die Realschüler, Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Katechismuslehre für die Gymnasiasten und Stadtschüler, Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 11. bis 18. Juli besorgt Pfarrer Dingeldey. Katholische Gemeinde. 4. Sonntag nach Pfingsten. Von 6 Uhr ax Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion. „ i/z10 Uhr: Hochamt und Predigt- „ 2 Uhr: Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 715 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 95 Uhr. Temperatur der Lahn. Arn 9. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17°, Lust 12° R. im Schatten. L. Ebr. Rübs am en. Montag den 12. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, in der Louis Flett'schen Hofraithe dahier sollen gegen Baarzahluxg versteigert werden: 1 Pianino, 1 Cassa-, 1 Waaren- schrank, 3 Secretäre, Sopha's, Corn- moben, Kleider- und Küchenschränke, sowie sonstiges Mobiliar, ferner 1 Wagen, 1 Hundewägelchen, 1 zweit-äderiger Handkarren, einige buchene Bohlen. Gießen, am 8. Juli 1886. EAnn Engel, 5038 Gerichtsvollzieher. Dienstag den 13. Juli l. I., Nachmittags 2 Uhr, IortsehungderMobilien- Bersteigerung in der Pfarrer Engel'schen Wohnung, und kommen insbesondere Tische, Stühle, Sopha, Schlassopha, Kommode, Waschkommode, Badebütte, (Sarteu- bank, Bücher (Daheim re.), 1 Regen- fatz, Weißzeug, Tischzeug rc. zum Aüsgebot. 5011 Hoffmann, Ortsgerichtsmann. 5028] Guter Kuhmist wird abgegeben; Imch kann Stroh dagegen getauscht werden. Hammstratze 7. Allgemeiner Anzeiger. Gustav - Adolf - Fest. Mittwoch den 14L d. M. feiert der Gießener Zweigverein der Gustav-Adolf-Stiftung sein Jahresfest in Annerod. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr. Herr Pfarrer Velte von Melbach hat für den Vormittag, Herr Dekan Wahl von Trais-Horloff hat für den Nachmittag die Predigt übernommen. Die Ortsvereine werden gebeten, sich durch je zwei Abgeordnete vertreten zu laffen, da mehrere Wahlen vorzunehmen sind. Für den Vorstand: 5027 Dr. Strack. Dem geehrten Publikum zur Nachricht, daß ich für mein Maaßgefchäft einen tüchtigen Werkmeister engagirt habe to sr und dadurch im Stande bin, für alle Gattungen Füße |i Schuhe und Stiefel p * Jl billig und solid (nach Maaß) in raschester Zeit anzu- % I « *g fertigen. » g S § Für gutes Paffen und Haltbarkeit leiste Garantie. g* K. Grünebaum, §5 5037 Mcch Schuhfabrik. Meine Wohnung befindet sich Sonnenstraße 14t, (dem Club gegenüber) 2. St. 4963 Wilh. Böhling, Tapezierer. Zum Ansetzen. Alter vorzüglicher Trester Branntwein per Schoppen 50 Pfg , sowie alle Gewiirre empfiehlt 5018 Carl Schwank’® Delikatessenhandlung. Sommer-Umhänge. Regenmäntel. 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