Er. 133. Zweites Blatt Donnerstag den 10. Juni KGHE © e t/io sB '**'<6 A-& A A*N eZ14il711 »7 I >rf 11 z O m LUOT MT|'|.|H. H. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. JhttUiMI r S<-«lstraße 7. Politische Ueberficht ^mißbilligt. Hierüber gerieth die magyarisch-chauvinistische Presse ganz aus dem Häuschen und der „Pesther Lloyd", ein der ungarischen Regierung nahestehendes Blatt, brachte einen Artikel, welcher von Beleidigungen des greisen ^Herzogs förmlich strotzte. Diese Angriffe riefen in den leitenden Kreisen Wiens peinliches Aufsehen und eine tiefe Verstimmung gegen Ungarn hervor And Kaiser Franz Josef selbst soll dem ungarischen Ministerpräsidenten Tisza in einer Audienz sein Mißfallen über das geradezu pöbelhafte Vorgehen des genannten Blattes in ganz unzweideutiger Weise zu erkennen gegeben haben. Herr Tisza hatte natürlicher Weise nichts Eiligeres zu thun, als dem Magyaren- Blatte die nöthigen Weisungen zu ertheilen und erschien dann im „Pesther Lloyd" die erwähnte Ehrenerklärung, unterzeichnet vom Chef-Redacteur Max Prei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Krfayfrfr Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. WrLMifsOteS. , m—.Wie die „Krzztg." erfährt, tritt demnächst in Berlin eine Commission unter oem Vorsitz des Generals der Cavallerie Freiherrn v. Schlotheim, commandirenden Generals des 11. Armeecorps, zusammen, um über verschiedene Angelegenheiten, die ^hennahme der Offiziere an den öffentlichen Rennen betreffend, zu berathen. — Der bekannte Hygieniker Prof. Uffclmann aus Rostock, der im Auftrage der mecklenburgischen Regierung im Monat April d. I. im Institut von Pasteur Studien gemacht hat, berichtet über des Letzteren Wnthpräventiv-Jmpfnna in der „Berliner klinischen Wochenschrift" Folgendes: Zunächst sei es als ein Mangel zu bezeichnen, daß die Thierversuche Pasteurs nicht auch auf die Impfung der Thiere nach der Uebertragung des Giftes ausgedehnt, sondern nur präventiv vorgenommen worden seien. Bis zum 12. April d. I. wären 726 Personen, Männer, Frauen und Kinder, in Pasteurs Institut geimpft worden, von denen 688 von Hunden und 38 von Wölfen gebissen worden waren. Für oBe wefi hätte die Impfung keine bösen Folgen gehabt. Zwar sei von den von Hunden gebissenen Personen ein kleines Mädchen gestorben, doch sei ihr Tod, sowie auch der von fünf von Wölfen gebissenen Russen nicht auf die Impfung zurückzuführen. Schwieriger sei die Frage nach den günstigen Resultaten der Impfung zu beantworten da es schwer zu controliren sei, wie viel von den im Institut Pasteurs Anfgenommenen thatsächlich von tollen Hunden oder Wölfen gebissen und wie viel ferner nicht schon vor der Aufnahme durch die Behandlung anderer Aerzte von den Folgen der Bisse befreit waren. Usselmann kommt dann zu folgenden Schlüssen: Zur Abgabe eines mdgiltigen Urtheils über den Erfolg der sogenannten Wuthpräventiv-Jmpfuna bet ' Menschen find die Akten noch nicht spruchreif. Da jede Impfung aufs Sorgfältigste _ Gießen, 9. Juni. . l’iit oer am vorigen Samstag auf unbestimmte Zeit eingetretenen Vertagung des preußischen Abgeordnetenhauses dürsten die parlamentarischen Verhandlungen m der Hauptsache ihren Abschluß gesunden haben. Von größeren Vorlagen harrt rm preußischen Landtage nur noch die Kanal-Vorlaqe ihrer Definltlven Erledigung, da das Herrenhaus sich über dieselbe noch schlüssig zu wachen hat; daneben muffen noch die vorgeschriebenen verzögernden Abstimmungs- bie Vder im Lehrer.Ar.stellungSgesetz für Posen und Westpreußen -enthaltenen VerfaffungS'Aenderung ergeben, Seitens des Herrenhauses inneqe- Halten werden Nicht mehr zur Erledigung werden die Vorlage über Einführung der Städteordnung im Regierungsbezirke Wiesbaden und der Antrag Vanmierffern, bett. Gewährung einer größeren Selbstständigkeit an die evan- PUsche Kirche,^ kommen. Abgesehen hiervon, kann das Abgeordnetenhaus au erne ziemlich ergebnißreiche Session zurückblicken, da in derselben neben dem @ta: ote neue Kirchen-Vorlage, die verschiedenen Polengesetze, die westfälische Kreis- und Provmzial.Ordnung, die beiden Kanalgesetze, das Secundärbahngesetz, das .Gesetz über die Communal-Besteuerung der Ossiciere und das Gesetz über die -rchwebende Schuld zu Stande gekommen sind, ganz abgesehen von einer Reihe bedeutenderer Gesetzentwürfe. Einigermaßen zweifelhaft scheint noch das Schicksal der Kanal-Vorlage zu sein, da bekanntlich von extrem-agrarischer Seite Der Vorschlag gemacht worden ist, durch Verwerfung dieser wichtigen Vorlage tm Herrenhause di- Vertreter industrieller Jntereffen in Zukunft den Forderungen Der Großgrundbesitzer gegenüber willfähriger zu machen, zu welchem eigenthüm- Ächen Vorschläge die Ablehnung der conservativen Anträge in der Branntwein- neuer^rage den Anlaß gegeben hat; hoffentlich wird es aber dem Einflüsse der Regierung gelingen, das Scheitern der Kanal-Vorlage zu verhindern. — Was den Reichstag anbetrifft, so ist derselbe mit seinem Arbeitspensum eigentlich eben- Ende. Nachdem der Branntweinsteuer.Entwurf in der Commission geschettert, kann man ihn überhaupt verloren geben und es ist in der That fraglich geworden, ob der Entwurs das Plenum nochmals beschäftigen wird Aberdingr sind noch da« Reliclengesetz, der Nachtragsetat behufs Bereitstellung des Mehrbedarfs für das Militär- und Cioilpensionsgesetz, die Revision der Servis- Classificirung, der Entwurs über Errichtung eines orientalischen Sprachen- Semmars an der Berliner Universität u. s. w. übrig, aber es ist mehr als zweifelhaft, ob der Reichstag sich geneigt zeigen wirb, zur Erledigung dieses reMrenden Materials noch nach Pfingsten zusammenzukommen. Es ist darum wahrscheinlich, daß der Reichstag nach Pfingsten nicht mehr zusammentreten wird und wenn es dennoch geschehen sollte, dürfte es nur sein, um die Bekannt- machung des formellen Schluffes seiner Session entgegenzunehmen. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, ist aus Rom der preußischen Regierung dieser Tage die Versicherung geworden, daß der Vatikan die vollständige Erfüllung der Anzeigepflicht zugestehen werde. Hiermit würde das Einvernehmen zwischen Preußen und der Kurie auch äußerlich in allen Punkten rrreder hergestellt sein und dem entsprechen nur verschiedene Vorgänge der jüngsten Tage, vor Allem der auszeichnende Empfang, welchen Erzbischof Binder am Berliner Hofe gefunden hat, und fein Besuch beim Reichskanzler in Friedrichsruhe. Und nicht nur in Preußen machen der Staat und die katholische Kirche ihren Frieden, sondern auch in dem Lande, in welchem die Wellen des „Culturkampfes" ebenfalls eine Zeit lang ziemlich hoch gingen, in Baden. Al« einen vollgiltigen Beweis für die friedliche Wendung der kirchenpolitischen Dinge in Baden ist jedenfalls die rasche Wiederbesetzung des erzbischöflichen Stuhles in Freiburg zu betrachten und wird man nicht irren, wenn man letztere bem directen Eingreifen des Papstes zuschreibt. Außerdem gilt der neue Ober- Hirt der Freiburger Diöcese, Herr Roos, im schönsten Sinne des Wortes als ein Friedensbischof und kann man nur hoffen, daß die von allen Freunden eines ehrlichen Ausgleiches zwischen Staat und Kirche auf den neuen Freiburger Erzbischof gesetzten Erwartungen in Erfüllung gehen. Im Donau-Kaiferstaate haben in letzter Zeit eine Menge wunder- famer Affairen gespielt, von denen in Cisleithanien die unerwartete Opposition der Polen in der Petroleumzollfrage und in Transleithanien die bekannte Angelegenheit des Hentzi-Denkmals das Jntereffe am meisten in Anspruch nahmen. Besonders letztere Affaire hat wiederum ganz merkwürdige Vorfälle nach sich gezogen, deren vorläufigen Beschluß die vielbesprochene Erklärung des „Pesther Lloyd" gegenüber dem Erzherzog Albrecht bildet. Wie erinnerlich, hatte letzterer gelegentlich einer Jnspicirungsreise in den occupirten Provinzen auf einem zu Serajewo stattgefundenen Bankette die österreichische Armee in einem Toaste gefeiert und hierbei in ziemlich unverblümter Weise die Budapesther Vorgänge Erscheint tzgttch mit Mr»n »pfiü£.Ire’3lkn?, beo 3f. er^n;, Der Kampf um's Dasein ist schwerer, die Unterschirde b?er Lebenshaltung sind großer, als früher. Das Gehirnleben wird bald durch Vererbung und angeboreneti Tiesfinn oder Leichtsinn, bald durch unver- Eonflicte in falsche Bahnen gedrängt. Hier ist dec Ueberfluß, dort der Ntangel an Gütern, hier Unglaube und Pessimismus, dort Aber- l"? *'s*9,1.0,e ..?.d,™ärtPere‘ bie Ursache von Geistesstörungen. Auch die und Unmaßiak-tt ,m Esten und Trinken sind gestiegen und zerrütten ri A ®r»ft burfen uns daher nicht wundern, daß die Irrenanstalten be- iiicyiei uno, als ion|r. Die neuesten „Arbetten aus dem Kaiserl. Gesundheitsamte" veröffentlichen die ß Sl?ift77r ben Heilanstalten des Deutschen Reichs für die ? 1718? wurden in den öffentlichen und Privat-Jrrenanstalten 8 Gehandelt 1877: 40,202 Personen, 1878 : 43,508, 1879 : 45,914, 1880: m'491 5P2'81-3 Personen. Hierzu kommt Hoch eine nicht unbeträchtlich^ Zahl von Geisteskranken in denjenigen allgemeinen Krankenhäusern, welche ^^°^e;lungen nicht besitzen Die Zahl dieser Kranken betrug beispielsweise für das Jahr 1882 nicht weniger als 5581. D? Zahl der Geisteskranken, welche keine Heilanstalt besuchen und entweder ganz unbeobachtet oder doch ohne statistische Buchung herumlaufen, ist natürlich noch viel großer, als die Zahl der amtlich verzeichneten Irren; aber die amtlichen Er- Mittelungen geben trotzdem einen ziemlich sicheren Anhalt über die Entwickelung bp* Ä rflJPe'1 en2Snb xt)Vl Verbreitung. Die Zahl der Betten in sämmtlichen Jrren- anstalten ist gewachsen in der Seit von 1877-1882 von 31,297 auf 40,068, die Hah! der Verpflegungstage von 10,524,518 auf 13,442,011. ä 9 »rrpn 27^1 das Geschlecht der Irren, so gab es im Jahre 1882 unter 52,684 -Irren 21,819 männliche und 24,86o weibliche. in Nn-Ä„Oanzen Deutschen Reiche kommt 1 verpflegter Irrer auf 859 Einwohner, «79 f ^\aur 88f6'Jü Bayern auf 1130, in Sachsen auf 666, in Württemberg auf ^“ben auf£8^ tn °uf 924, in Mecklenburg-Schwerin auf 720, in Sachsen-Weimar auf 672, in Mecklenburg-Strelitz auf 1090, in Oldenburg auf 883, Äa ,n"ÄÄ"g auf 714, in Sachsen-Meiningen auf 541, in Sachsen-Altenburg auf 489, in Sachsen-Eobilrg-Gotha auf 2490, in Anhalt auf 1011, in Lippe auf 818, in Uibecf auf 5öS, m Bremen auf 622, in Hamburg auf 247, in Elsaß-Lothringen auf 752. -L-ie Staaten, welche die meisten Anstalten haben und am besten für ihre Geistes- tranten sorgen, pflegen im Verhältnis zur Einwohnerzahl auch mehr Verpflegte auf- zuwelsen. Es ist ferner darauf aufmerksam zu machen, daß die Verhältnitzzahlen bet tM?rpff0lnserrn ^taarte!l Zufälligkeiten abhängig und daher auch weniger , ^ach ist auf die Berechnung von Einfluß, daß in der Summe der lahrlich Verpflegten bie im Laufe des Jahres von einer Anstalt in die andere lieber; 0efubrteii mit inbegriffen sind, somit Doppelzählungen stattfinden. In 6 Staaten nämlich m Schwarzburg-Sondershausen, Schwarzburg-Rudolstadt, Waldeck, Reuß ä L ' Neuß 1. L. und Schaumburg-Lippe, sind Irrenanstalten überhaupt nicht vorhanden Die Erblichkeit der Geisteskrankheit war 1882 nachgewiesen bei 30,3pSt. aller Zrren und zwar bei 29pCt. männlichen und 31,8 pCt. weiblichen Personen Unter den einzelnen Krankheitsformen in den Irrenanstalten hat der Säufer- ^ahufinn am weiften zugenommen. Es wurden an Säuferwahnsinn behandelt: iNI'^23 Personen, 1878: 1143, 1879: 1162, 1880: 1158, 1881: 1291 und 1882: 15<9 Personen. Davon starben 1882: 8,9pCt. und zwar 9,3 pCt. männliche und 1,1 pEt. weibliche. Bei den an Säuferwahnsinn Behandelten war Erblichkeit nach- 6,8pEt. Personen überhaupt und zwar bei6,8pCt. männlichen und6,7pCt. weiblichen Personen. -registrirt und jeder Geimpfte bei der Entlastung ersucht wird, über sein weiteres Schicksal dem Institut eingehend zu berichten, so muß in nicht mehr ferner Zeit ein bedeutsames Material gesammelt sein, das als Grundlage für die Beurtheilung des Werlhes der Präventiv-Jmpfung dienen kann. Doch haben die Versuche Pasteurs schon jetzt einen sehr großen Gewinn gebracht, der bleiben wird, wie auch immer das Resultat seiner Präventiv-Jmpfungen an Menschen sich gestaltet. Denn es ist ihm gelungen, 1. ein Wuthgift von großer Reinheit zu gewinnen, 2. das ursprüngliche Virus (Gift) zu verstärken, nach Belieben abzuschwächen und constant zu erhalten, 3. Thiere vermittelst systematischer Verimpfung eines Virus von steigender Virulenz (Giftigkeit) gegen den Biß toller Thiere und gegen die künstliche Uebertragung von Wuthgift höchster Potenz völlig und sicher immun (geschützt) zu machen. — Aus Würzburg wird dem „Fränk. Cur." berichtet: In der chirurgischen Klinik gelang neulich Herrn Professor Maas eine schwierige Operation auf die glücklichste Weise. Einem 6jährigen Knaben war beim Spielen eine Bohne in den Mund und von da in die Luftröhre gekommen. Die Bohne war bereits in den rechten Bronchus (Verzweigung der Luftröhre nach den Lungenlappen) hinabgeglitten und hatte durch vollständige Verschließung des Luftwegs die ganze Athmung der rechten Lunge verhindert. Der Tod des Kindes mußte unbedingt in kurzer Zeit eintreten, wenn der Fremdkörper nicht bald entfernt wurde. Professor Maas machte die Tracheotomie (die Eröffnung der Luftröhre). Durch fortwährende Reizung mit abgeschnittenen Federn gelang es ihm, die bereits gequollene Bohne von der Schleimhaut zu lösen, dieselbe dann mit einem feinen Haken zu fassen und zu extrahiren. Die Corona von Studenten und Aerzten, welche der Operation beiwohnten, folgte dem Verlaufe derselben mit der größten Spannung und brach, als Professor Maas die Bohne zeigte, in laute Bravorufe aus. Die Operation dürfte eine der schwierigsten sein, die je gemacht wurden; man hat wohl schon harte (metallische) Fremdkörper mittels der Tracheotomie aus dem Brouchus entfernt; organische Körper jedoch, wie Bohnen, Erbsen u. dergl., werden in gequollenem Zustande so fest von der weichen Schleimhaut umschlossen, daß die beste Kunst des Operateurs noch von großem Glücke begleitet sein muß, wenn ihre Entfernung gelingen soll. — Vor einiger Zeit berichteten Aachener Blätter über eine empörende Behandlung, die ein Unterofsicier des 5. Westfälischen Infanterie-Regiments Rr. 53 gegen Soldaten sich hat zu Schulden kommen lassen. Einstweilen har die Sache ihren Abschluß vor dem Militärgericht zu Münster gefunden. Der betreffende Unterofsicier wurde der Mißhandlung, des Mißbrauchs der dienstlichen Amtsgewalt und des öffentlichen Aergernißgebens für schuldig befunden und zu 2 Jahren Gefängniß, sowie zur Strafe der Degradation verurtheilt. Triest. Von hier wird Wiener Blättern berichtet: Unsere Bevölkerung wurde durch einen Act furchtbarer Rohheit in große Aufregung versetzt. Die Ballettänzerin Katharine Giusti, ein blühend hübsches Mädchen, wurde von ihrem Geliebten, Namens Baldo Weiß, in entsetzlicher Weise um's Leben gebracht. Weiß halte nach einer heftigen Scene mit der Mutter seiner Geliebten in aufgeregter Stimmung seine Wohnung verlassen. Auf der sogenannten Riesentreppe, die zur Kapuzinerkirche führt, bemerkte rr seine Geliebte, die ihm, Unheil ahnend, gefolgt war; er stürzte sich wüthend aus das Mädchen, warf es zu Boden und würgte es mit den Händen. Bei dem verzweifelten Kampfe, welcher sich zwischen Beiden entspann, kollerten sie über die Treppe hinab, an deren Fuße die Giusti leblos liegen blieb. Damit aber noch nicht zufrieden, raffte sich Weiß auf und trat auf dem Körper des Mädchens herum, wobei er dessen Schädel mit den Füßen förmlich zertrümmerte. Weiß, welcher in einer Zuckerbäckerei bedienstet ist, wird als ein exaltirter Mensch geschildert; er leidet auch an epileptischen Krämpfen. In den niederen Klassen der Bevölkerung Triests spricht man von nichts anderem als der furchtbaren That. — Ein Gastwirth in Duisburg und dessen Ehefrau hatten sich vor der Strafkammer wegen Uebertretung des Nahrungsmittelgesetzes zu verantworten. Die Angeklagten wurden der Biermischerei, die sie längere Zeit gewerbsmäßig betrieben hatten, für schuldig befunden, der Gastwirth mit 6 Wochen Gefängniß und 500 X, die Frau mit 200 X Geldbuße bestraft. Das wird wohl helfen! — Eine interessante Wette wurde kürzlich in einem Münchener Gasthause aus- getragen, die über die Höhe einer Million Briefmarken entstanden war. Ein Herr behauptete nämlich, daß eine Million Briefmarken aufeinander gelegt nahezu die Höhe der Münchener Frauenthürme erreiche. Das unglaubliche Räthsel wurde ebenso schnell, als einfach gelöst. 30 aufeinander gelegte gummirte Marken haben eine Höhe von einer Decimallinie, 300 demnach einen Decimalzoll, 3000 einen Decimalfuß, 30,000 — 10 Fuß, 300,000 = 100 Fuß, 900,000 = 300 Fuß. Mithin war die Wette gewonnen. — Alles klagt über neue Moden, nur sind die Moden in den verschiedenen Ländern und bei den verschiedenen Völkern verschieden. Die Boeren in Südafrika z. B. sind gewohnt, stets in Kleidern zu schlafen. Die Sitte stammt noch von früherer Zeit her, als sie stets bereit sein mußten, sich und ihr Eigenthum gegen Ueberfälle von. Wilden zu vertheidigen; sie hatten oft keine Zeit, sich erst in die Kleider zu werfen. Jetzt ist dies jedoch anders, aber die Sitte hat sich erhalten. Krüger lernte auf seiner Europareise sich Abends ausziehen. Bei seiner Rückkehr wollte er die neuerlernte Mode beibehalten, doch kam er bei seiner stärkeren Hälfte schlecht an. Den ersten Abend, als er sich auszog, stemmt sie die Arme in die Seite und betrachtet ihn und ist sprachlos vor Erstaunen. Doch am nächsten Abend hatte sie sich gesammelt und als er sich wieder schlafen legen will, spricht sie: „Sind das die neuen Moden, die Du in Europa gelernt hast? Ich bin mit Dir 50 Jahre verheirathet und habe noch nicht gemußt, was Du für ein häßlicher Kerl bist, gleich ziehst Du Dich wieder an."' Gegen diese Gardinenpredigt half kein Widerspruch und Krüger mußte, wollte sich nicht vor seiner besseren Hälfte lächerlich machen, zur alten Sitte zurückkehren. So- wahr und wahrhaftig geschehen vor einigen Jahren im Boerenland. — Aus Paris berichtet man die folgende romantische Geschichte: In der diesjährigen Pariser allgemeinen Gemäldeausstellung erregte ein vom Maler Tenissier ausgestelltes Frauenköpfchen mit der Aufschrift: „Schaut ihr in's Auge!" großes Aufsehen. Ein schottischer Gutsbesitzer, Namens Penhryn,' war von dem Bilde so entzückt, daß er stundenlang vor demselben verweilte. Endlich suchte er den Maler auf und bestürmte ihn um die Adresse des Modells, die dieser jedoch zu verrathen sich weigerte. Schließlich sagte Mr. Penhryn: „Sie zerstören das Glück des Mädchens durch Ihren. Eigensinn; führen Sie mich zu ihr und ich gebe Ihnen mein Wort, wer und was immer sie sei, ich lasse mich nächste Woche mit ihr copuliren." Jetzt willigte Tenissier ein und führte den verliebten Mann in eine ärmliche Wohnung, hier fand er, über die Nähmaschine gebeugt, das reizende Gesichtchen, doch als sich die Fleißige beim Eintritt der Herren erhob, sah Mr. Penhryn zu seinem nicht geringen Schrecken, daß das- schöne Mädchen bucklich und lahm, sich nur mittels einer Krücke bewegen konnte. Der Gutsbesitzer hat sein Versprechen erfüllt, die Trauung ward vollzogen, nach derselben hob Mr. Penhryn die junge Frau in den Wagen und sagte: „Sie werden auf meinen Gütern leben und es soll mich freuen, zweimal des Jahres Berichte über Ihr Befinden zu erhalten." Literarisches. — Universum. Von der illustrirten Zeitschrift „Universum", welche im eigenen Verlage in Dresden, redigirt von Jesko von Puttkamer, erscheint, liegen wiederum zwei neue Hefte vor uns, das 17. und 18., und eines wieder schöner und vortrefflicher wie das andere. Die Illustrationen sind wieder so hervorragende, daß unserer Meinung nach in diesem Punkte bald kaum noch ein anderes illustrirtes Blatt gleichen Schritt mit dem „Universum" halten kann. Die ungemein anziehenden beiden Lichtdruckkunstblätter sind: „Lesendes Mädchen" von L. Passini und „Ludolf und Waldtraut"' von Karl Rickelt. Die vier Holzschnitte sind wiederum von ersten Meistern der Kunst und wahrhaft künstlerisch reproducirt: „Der Bravo" von E. Meissonier; „Das Abendgebet" von F. Roubaud; „Der Brief aus Amerika" von E. Kallmorgen und „Das. Vortrait" von Eduard Knackfuß. 1 prxku u. bpeciHiHr/.i tut MHiil- . r i Hi.ru u ut- j_/pB vrCnSCll« schlechtskrankheiten (SypbilisjKc. Frxnkf»irt a m ' Sti ftxtr. 22. fr. Ahriki Prof k-roH'» in«» c? Aeikgeöotenes. 4304 Das Haus Bahnhofstraße 43, seitherige Herberge zur Heimath, ist unter günstigen Bedingungen zu verkaufen durch ____________________________I. Blitz. 4204 Den Empfang der erwarteten Wassereimer zeige hiermit ergebens! an, und empfehle solche verzinkt zu X 1,60, fein lackirt, solid und stark von X 1,75 an. Außerdem bringe die bei jetziger Witterung so sehr praktischen Brodbüchfen für 2 u. 3 Kilo-Laibe in empf. Erinnerung. ,eeftrmce, „kflleN « 6*T OrbiS> mpreise. a Pfund 27^ 4 2.50. st'te *i“ ®diE 8»tttn ÄiS 'm »xt" ® . fli'toi IlrbirK?'^ " wÄ0» 8er lernte LWrlt|,IL : er Ulnet 6t « f* ttlrit6frt a,et| 111 [lüfct ;«&*<$ Q^en sich weigerte. 8?1 durchs ,ort- wer und was ^Ne Tenissier land er, über die Ue beim Eintritt Decken, daß das wegen konnte. Der le», nach derselben werden auf meinen '"berühr Befinden Uche-Salz imehl Zeisenmehl 8eijw®M onnert5®^' inKfnrt a 11 »' ‘-•'1 N A. Fangmann. 3230 4339 Ph, EOinger 4188 Kleiderstoffe 3354 Cacliemirs, Dame«-Umhänge, Jaqueds etc. $al)n!)offir. unter Einkaufspreis 4275 Fr. Zülch Wwe. 4349 G-g. Müller, Brauerei Lony. Größere Parthie zurückgesetzter Krausen G. W. Schneider, Marktstraße 21. 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Freiherr von Gagern, Kreisrath, Worms George, Gutsbesitzer, Büdesheim. Gerlach, Oberst z. D-, Darmstadt. Freiherr von Gemmingen, Amtmann, Dieburg. Göbel, Bauunternehmer, Groß-Gerau. Gräf, Kreisrath, Heppenheim. Gros, Kreisrath, Oppenheim- Hallwachs, Kreisrath, Offenbach. Hanetze, Major z. D-, Worms- K. Heidelberger, Mainz. von Herff, Oberst und Flügeladjutant, Darmstadt. Herzberger, Amtsrichter, Friedberg. Setz, Kreisrath, Dieburg. von Heyl, Major ä 1. s., Worms- Hoffmann, Kreisrath, Alsfeld. von Hombergk, Major z- D-, Darmstadt, von Hombergk, Amtmann, Schotten. Jost, Kreisrath, Erbach. «attrein, Major a. D-, Rockenberg. Klietsch, Kreisrath, Büdingen. Koch, Fabrikant, Oppenheim- Kölsch, Hauptmann a. D-, Büdingen. Küchler, Geheimerath, Mainz- Küchler, Bürgermeister, Worms. Carl Stohr I., Ludwigsplah 5. Nachprüfungen über Leitungssähigkeit werden durch Herrn Professor Schatzmeister- Hermann, Fürst zu Solms-Hohensolms- Lich. Friedrich, Graf zu Solms-Laubach. Landsberg, Professor, Darmstadt. Dr. Lindt, Gymnasiallehrer, Darmstadt. Lotheitzen, Justizrath, Darmstadt- Fr. Maurer, Hauptmann a- D-, Darmstadt. Karl Michel, Mainz. Ohly, Oberbürgermeister, Darmstadt. Dr. Ducken, Professor, Gießen. Otto, Major z. D- u. Bezirkscommandeur, Darmstadt. Freiherr G. Riedesel zu Eisenbach, Altenburg. Riedesel, Freiherr zu Eisenbach, Lieutenant a. D, Lauterbach. Freiherr Röder v. Diersburg, Generalmajor, Darmstadt- Freiherr Röder v. Diersburg, Oberst z. D., Gießen. Römheld, Major z. D., Friedberg. Dr. Sell, Superintendent, Darmstadt. Schneider, Kreisthierarzt, Offenbach. Schönfeld, Kreisrath, Lauterbach. Sickinger, Pfarrer, Heppenheim. Spamer, Kreisraih, Bingen. Strack, Dioisionspfarrer, Darmstadt. L. Trier, Kaufmann, Darmstadt. Dr. Nsinger, Kreisrath, Bensheim. Bogt, Apotheker, Butzbach. Wahl, Seminarlehrer, Friedberg. Wernher, Oberstlieutenant und Flügeladjutant, Darmstadt. von Westerweller, Generalmajor und Generaladjutant, Darmstadt. Weygand, Major z. D, Erbach i/O. F. Wittich, Darmstadt. Wolf, Kreisrath, Alzey. Dr. Wolf, Kreisrath, Schotten Aernin, Hauptmann ä 1. s., Darmstadt. Auch die Expedition des „Gießener Anzeiger" erklärt sich zur Annahme von Gaben bereit. Das aus einer großen Anzahl von Männern aus allen deutschen Gauen und aus allen Ständen zusammengetretene Central-Comit6 für das Prinz-Friedrich-Karl-National-Denkmal hat an Alle, die für die großen Tbaten unseres Heeres und seiner Führer ein dankbares Herz haben, die Aufforderung ergehen lassen, freiwillige Gaben zur Errichtung eines Denkmals für den so früh verewigten Prinzen Friedrich Karl darzubringen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog, sowie viele andere deutsche Fürsten, haben bereits Beiträge für das National-Denk- mal bewilligt und Alle, welche dem genialen Feldherrn und tapferen Reiter- General, dem Sieger in so vielen Schlachten, zugethan sind, und seine hohen Verdienste um das deutsche Vaterland und das deutsche Heer zu würdigen wissen, werden sicherlich das nationale Unternehmen unterstützen. In unserem Hessenlande wird der Ausruf wohl um so freudigeren Anklang finden, als gerade die Hessische Division im Feldzug 1870/71, geführt von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog, unter dem directen Oberbefehl des Prinzen Friedrich Karl gekämpft und gesiegt hat. Die Unterzeichneten und die weiter sich bildenden Local-Comitä's sind zur Empfangnahme der Gaben bereit und wird es weniger aus die Größe der Gaben als auf die Menge der Geber ankommen. Das Landes-Comite für das Mn^Iriedrich-Karl-Dational-Denkmal. Heinrich Prinz von Hessen, Ehren-Präsident. v. Marquard, Provinzial-Director, Dauber, Jntendanturrath, Blitzableiteranlagen bewährtester Conflruction, liefert und stellt auf Mache Wiederverkäufer auf einen sehr billigen - -B Posten schwarz Sammetband in allen Breiten p 5 aufmerksam. 5" €onr* Jos« Meller, Wrhsteingssse 48, im Hause des Herrn Dr. Weber. Neu eingetroffeu: Spitze« aller Art, Knöpfe in größter Auswahl, Perlenbesatz, Plüsch, Sammetband mit Allasrücken, Taillenfutter, Futtermull, ein Posten Gardine», „ „ Taschentücher, Damen- uno Kinderstrümpfe, Handschuhe, Geknotete Netzunterkleider, Spitzenreste in Wolle, Leinen unv Seive. Stein’« Garten* 4367 Donnerstag den 10. Juni: 1« Alsois^eisaeiate-Coneert (bei ungünstiger Witterung im Iaale). Anfang pracis V Uhr. Entree 50 Pf, Die Liste liegt noch an der Kasse zum Abonniren offen. Das II. Abonnements-Concert findet Donnerstag den 24. Juni statt. Krauße, Großh. Musikdirector. 4273 nebst 4124 gegen guten Lohn. L. Tertor, rühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Sießen. 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Alexander Mayer. 4316 Ein ordentliches Dienstmädchen, welches bürgerlich kochen kann und die Hausarbeit versteht, wird auf sogleich oder Johanni gesucht von Emil Fischbach. 4334 Da die Schäfer der beiden hiesigen Schäfereien abgelebnt haben, so suchen die beiden Gesellschaften einen anderen Schäfer. Lusttragende wollen sich sofort bei den Unterzeichneten melden. Annerod, am 7. Juni 1886. Balthafer Mütter. Wilhelm Hamel III. _______ Paul Schäfer IV. Ein großer Laden mit Wohnung in dem belebtesten Geschäststheil der Stadt ist mit oder ohne Geschäft zu verpachten, eventuell mit Haus unter den günstigsten Bedingungen zu verkaufen. Reflektanten belieben Anfragen unter A. L. an die Expedition d. Bl. gelangen zu lassen. 3763 3545 Einen Lehrling sucht Fr. Meinhardt, Schreinermeister, Neustadt 55. 4290 Ein Dienstmädchen mit guten Zeugnissen auf Johanni gesucht. Zu erfragen_________Seltersweg 12. Lumpen sortireulmen sucht Hermann Hetz, _________Bleichstraße 2. 4307 Ein im Rechnen und Schreiben gewandter, zuverlässigcr junger Mann wird als Bureangehülfe zu baldigem Eintritt gesucht. Königl. Steuerkaffe, Krofdorf. 4313 Ein zuverlässiges Laufmädchen gegen hohen Lohn gesucht. __Grüubergerstraße 36. Ein unmöbl. Zimmer für eine alleinstehende Person per 1. Juli er. gesucht. Schriftliche Offerten mit Preisangabe sub E. in der Exp. d- Bl. niederzulegen. 249] Cautionsfähige Auswanderungs-Agenten gesucht für Bremen, Hamburg und Antwerpen von C. G. Bücking jr., __Generalagent in Alsfeld. Anlage von Haustesegraphen übernimmt unter Garantie und billigster Berechnung 2359 Carl Heyer, Mechaniker. 4182] Gründl. Klavier - Unterricht wird ertheilt. Steinstraße 55, parterre.