Nr. 133 Erstes Blatt Donnerstag den 10 Juni 18S® Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Wmwrnsr Schulstraße 7. Erscheint tÜKSich «tt Mchnchm« der Msntsg-. ‘II 3908 SS Ieutschland. Nächste Sitzung morgen. in die Marienkirche, wo ihm die erz- Kenntniffe besitzens n Dome. Nach Beendigung der kirchlichen Feier hielt der-Erzbischof in volnischcr Surachc Pin? 9lm-php tnnrtn pt c.—.... <... n-n - r c' der nach Bosnien unb der ein den den Erzherzog Albrecht und den nie ermüdenbezüglichen Schulfonds der Kosten für Schulen das Ergebniß derselben 'S ts T Lb L> s ^ntagß, 4107 nach unerheblicher Specialdebatte die Vorlage gegen die Stimmen der Polen uu- verandert angenommen, ebenso die Vorlage der Communalbesteuerung der Officiere nhnp ’Tiphnt-fp nxnpAmtnt ° v Sttil vierteljShrlich 2 Mark LH Pf. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark LH folgend die hohe, verantwortliche Stellung angenommen habe. Er hoffe von der Geist- llchkert, daß sie mit ihm arbeiten, vom Volke, daß es ihn mit seinen Gebeten unterstützen und seine Weisungen mit Liebe befolgen werde. Kammer demnächst Mittheilung zu machen." Kesterreich. Telegraphische Depesche«. Wolff'- ürlegr» Torrespondenz? Btttrau. Berlin, 8. Juni. Der Kaiser besichtigte Vormittags auf dem Tempelhofer Felde das Garde-Kürassier-Negiment und die Garde-Artillerie-Brigade. — Die „Post" meldet: Die Ernennung des Geheimeraths Rommel vom Handelsministerium zum Senatspräsidenten des neu zu bildenden dritten Senats des Oberverwaltungsgerichts ist jetzt erfolgt. ,,, München, 8. Juni. Gestern fand eine einstündige Conferm, siimmtlicher Staatsmlmster beim Prinzen Luitpold statt. Wien, 8. Juni. Der Kaiser richtete gestern an Handschreiben, worin er für die selbstlose Hingebung Eifer, womit der Erzherzog der mühevollen Reise Herzegowina stch unterzogen, dankt. Die Berichte des Erzherzogs über die Verhältnisse und den Geist der dort dislocirten Truppen, sowie über Ausbidung und Leistungen aus rein militärischem und kulturellem Gebiete befriedigten den Kaiser sehr. Die dortigen Truppen, in ihrer Zusammensetzung das ganze Heer repräsentirend, wirkten in würdigster Weise im Geiste der altbewährten Tradition der Armee, welche unter allen Verhältnissen mit seltener Pflichttreue und Selbstverleugnung das Ansehen des Thrones und der Monarchie festhielt und auch künftig dieser hohen Bestimmung nachkommen wird. Arankreich. Paris, 8. Juni. „Temps" meint, der Vertrag zwischen Frankreich und Korea bestehe hauptsächlich in dem gegenseitigen Zugeständnis der Behandlung der meistbegünstigten Nation. Außerdem erhielt Frankreich einzelne weniger belangreiche Vortheile. — Der Ministerrath beschloß, den von der Ausweisungs-Commission gestern angenommenen (früheren) Antrag Floquet, wonach die Ausweisung der Prinzen allgemein durch Gesetz erfolgen soll, abzulehnen. Darmstadt, 8. Juni. (Zweite Kammer der Stände.) Der Abg. °&ne Debatte genehmigt. Haas hat bei der zweiten Kammer den Antrag gestellt: „Großh. Regierung zu I "tawjte ©tfrung morgen.^ ersuchen, die Anordnung einer besonderen Staatsvrüfuna für Bewerber um die ! . in Erdung zu ziehen und jedenfalls nur werke MieMM'biE^"' £0**0*' 8- -^unl. Das Unterhaus hat sich nach Verwerfung der Home-Rule- Bill bis zum Donnerstag vertagt. Gladstone hatte im Laufe der Debatte das Haus nochmals ersucht, die Bill nicht abzulehnen. — In parlamentarischen Kreisen heißt es. angesichts der erheblichen Majorität gegen die Bill werde das Ministerium der Konlgln nicht dre Auslosung des Parlaments empfehlen, sondern seine Entlassung "eymen. - Mit Ausnahme der „Daily News" drücken alle Morgenblätter große Befriedigung über die Verwerfung der Bill aus. Die „Times" bezeichnet die Majorität als eine über alle Erwartung entscheidende und sieht ein ähnliches Verdict gegen Home-Rule ber den kommenden Neuwahlen voraus. Das Blatt glaubt, das Cabinet werde heute die Auflösung des Parlaments beschließen, wozu die Königin ihre Ge- nehmlgung geben dürfte. Der „Standard" sagt, die Niederlage der Regierung sei ent- fcheldend. Gladstone habe seinen Ruf als Staatsmann vernichtet und die Unterstützung seiner Partei eingebüßt. Wenn er an die Wähler appellire, werde er erfahren, daß er auch das Vertrauen des Landes verloren habe. „Daily News" schreibt, durch das Ergebniß der Abstimmung würde die Auflösung des Parlaments unvermeidlich ge- M^bas Land müsse zwischen dem Ministerium und dessen Gegnern entscheiden. Das Blatt erfahrt, Gladstone werde sofort die Sanction der Königin zur Parlaments- auflosung nachsuchen. London, 8 Juni. Das Oberhaus nahm in zweiter Lesung die internationale Autoren-Mchts-Bill zwecks Ausführung der Berner Convention an und genehmigte den Antrag Kimberley s, infolge der gestrigen Ereignisse im Unterhause sich bis Donnerstag zu vertagen und dann die Pfingstferien festzusetzen. | London, 8. Juni. Dem Reuter'schen Bureau wird aus Sydney gemeldet- Der Gouverneur von New-Süd-Wales erhielt eine Depesche des englischen Consuls in vcumea, roortn er die Abfahrt der französischen Kriegsschiffe „Dives" und „Maglellan" anzelgt, welche nut versiegelten Befehlen abgingen. Man glaubt, sie sollen die neuen Hebriden besetzen. Die Schiffe haben Lebensmittel für drei Monate und Material zur Herstellung von Gebäuden. Der Gouverneur telegraphirte an Granville. Brüssel, 8. Juni. Nach den definitiven Resultaten der Deputirtenwahlen ver- ,raI?n 11 Sltze. Die neue Kammer zählt demnach 97 Katholiken und 41 Liberale; in Veroiers, Cbarleroi und Mons sind Stichwahlen erforderlich. Rom, 8. Juni. Der Papst wird im Consistorium am Donnerstag den neu ernannten Eardinälen den Cardinalshut aufsetzen und mehrere neue Titular- blfchofe prakonisiren. . m Rom, 8 Juni. Cholera - Bericht. Vom 7. bis 8. Juni, Mittags, kamen in Venedig 21 Erkrankungen und. 12 Todesfälle vor, in Bari 3 Erkrankungen und 4 Todesfälle. Florenz, 8. Juni. Von den zwei gestern als Cholerafälle angezeigten Ertränkungen wurde constatirt, daß es bei denselben sich nicht um Cholera handelt. Die betreffenden Personen befinden sich bereits besser. Der Gesundheitszustand Hierselbst ist ganz befriedigend. Catania, L Juni. Die Aetna-Eruption hat aufgehört. Der Lavastrom ist zum Stehen gekommen, bevor er Nicolosi erreichte. Athen, 8. Juni. Die griechische Flotte ist nunmehr wieder ausgelaufen. Es verlautet, der Herzog von Edinburg werde den König besuchen. . — Die Kammer nahm in erster Lesung die Vorlage der Herabsetzung der HM der Deputirlen an. roor£)en®t,ip<*t?c^' 8‘ ^ni. Der Handelsvertrag mit der Schweiz ist heute abgeschlossen Posen, 8. Juni. Die Feier der Inthronisation des Erzbischofs Dinder sand unter großer Bethetligung des polnischen Adels und der Bevölkerung statt Die Ge- w< SBT3ÄBS- Maas I SÄ ®Ä— Kenntnisse besitzen. — Derselbe Abgeordnete beantragt, „in Uebereinstimmung bischöflichen Gewänder angelegt wurden, und von dort nach dem gegenüberliegenden und unter Bezugnahme auf die Ausführungen des Abg. Arnold zu seinem An- Dome. Nach Beendigung der kirchlichen Feier hielt der-Erzbischof in polnischer Sprache ‘Äh* £n,etfiÜ6un8 b8rr *ten, Bürgerschulen von Seiten des Staate« bett.": | »Großh. Regierung zu ersuchen, in den Entwurf des Budgets für die Finanz. Periode 1888/91 zur Unterstützung der höheren Bürgerschulen zu Pfungstadt und Gernsheim mit je 2000 jährlich di- erforderlichen Beträge einzustellen." — Abg. Muth hat den Antrag eingebracht: „An dis Großh. Regierung bos Ersuchen zu richten, dieselbe wolle durch ihren Bevollmächtigten zum Bundesrath aus Aushebung oder Herabsetzung der Reisegebühren der Gerichtsvollzieher durch geeignete Antragstellung hinwirken/' - Abg. Lautz hat mit 12 Genossen fc(. genden Antrag eingebracht: „Zweite Kammer wolle beschließen, es sei an Großh. Staatsregierung das Ersuchen zu richten, die Frage der llebernahme der Kosten aller öffentlichen (staatlichen) Schulen (etwa mit Ausnahme der Kosten für die Schulgebäude) auf die Staatskasse — abgesehen vom und von privatrechtlichen Verpflichtungen zur Bestreitung — einer genauen Untersuchung zu unterziehen und über P.) Bekanntmachung, betreffend die Zulaffungsfristen für ältere Waagen. Vom 29. April 1886. Großen, den 8. Juni 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _ vr. Boekmann. MW sei lediglich zur Vermerthung bei den Wahlen verbreitet und das Komplott zu diesem Zwecke erfunden worden. Darmstadl, 9. Juni. fPrivat-Depesche.^ Der ersten Kammer der Landstände ist eine Regierungsvorlage wegen Herstellung einer Winterhaltestelle für Schiffe oberhalb Neckarsteinach zugegangen. Betrag 23,000 X Vermischte-. Darmstadt, 7. Juni. Nachdem vorgestern das 25. Stiftungsfest des hiesigen Stenographenvereins gefeiert worden war, fand gestern in der Aula der Realschule der 7. Stenographentag des Main-Nheingaues (System Gabelsberger) statt und war von Aschaffenburg, Bensheim, Bingen, Budenheim, Frankfurt, Hanau, Höchst, Kassel, Mainz, Offenbach, Pfungstadt, Vilbel und Wiesbaden aus beschickt. Oberbürgermeister Ohly begrüßte die zahlreiche Versammlung Namens der Stadt mit herzlichen, die Bedeutung der Stenographie für das ganze öffentliche Leben betonenden Worten und wohnte den Verhandlungen bis zum Schlüsse bei. Dem Jahresbericht ist zu entnehmen, daß der Verband der Stenographen des Main-Nheingaues 10 Vereine und 536 Mitglieder zählt (gegen 7 Vereine und 376 Mitglieder im Vorjahre) und daß er im letzten Jahre 407 Personen neu mit der Schnellschrift Gabelsbergers bekannt machte. Zum Vorort wurde wieder der Frankfurter Verein, zum Ort des nächstjährigen Stenographentags Wiesbaden gewählt. Die Vereine Aschaffenburg, Frankfurt und Offenbach wurden mit der Ausarbeitung einer Prüfungsordnung für Lehrer der Stenographie betraut. Don der Reichhaltigkeit der stenographischen Literatur gab eine Zusammenstellung der verschiedenen deutschen und ausländischen Zeitschriften für Stenographen einen Begriff. Auch ein Preis-Wettschreiben wurde veranstaltet, welches 24 Theil- nehmer fand. Besonderes Interesse erweckte die Vorführung einer amerikanischen Schreibmaschine, welche sich ja auch in Deutschland jetzt einzubürgern beginnt, durch Ingenieur Beyerlen (Stuttgart). Derselbe schrieb mit der Maschine bis zu 80 Silben in der Minute. Den Hauptgegenstand der Verhandlungen bildete eine Erörterung über die Einführung der Stenographie in die Schulen. Oberlehrer Schober (Aschaffenburg) beleuchtete die Bedeutung der Stenographie, bezeichnete ihre Einführung als Unterrichtsgegenstand an den mittleren und höheren, aber nicht an den Volksschulen, als wünschenswerth, widerlegte durch den Hinweis auf Bayern, Sachsen und Oesterreich, wo das System Gabelsbergers bereits an den Schulen eingeführt ist, die gegen dieselbe erhobenen Einwände und legte der Versammlung 5 darauf bezügliche Sätze vor. Letztere wurden durch Dr. Gantter (Frankfurt) unter Schilderung der Verhältnisse in Preußen, durch Lehrer Fritz (Darmstadt) unter Bezugnahme auf die wohlwollende Haltung der hessischen Unterrichtsbehörden empfohlen und schließlich einstimmig genehmigt. Sie lauten: 1. Die Stenographie kann erst dann das ihr von Gabelsberger gesteckte Ziel, ein Gemeingut der Gebildeten zu werden, erreichen, wenn sie als berechtigter Lehrgegenstand anerkannt und in die Schulen eingeführt ist. 2. Der Stenographieunterricht ist wünschenswerth in allen mittleren und höheren Lehranstalten; dagegen ist ein Bedürfniß ihrer Einführung in die Volksschule nicht vorhanden. 3. Die Stenographie, insbesondere diejenige nach Gabelsbergers System, ist nicht bloße Handfertigkeit, sondern ein Lehrgebäude, welches den Geist bildet und den Verstand schärst. Sie ist daher zu einem Lehrgegenstand der mittleren und höheren Schulen wohl geeignet. 4. Die auf die Erlernung der Stenographie verwendete Zeit lohnt sich dadurch, daß sie das Schreibgeschäft erleichtert. Eine Ueberbürdung ist somit durch ihre Einführung nicht zu befürchten. 5. Der Stenographieunterricht an den Schulen muß im Anschluß an den Lehrplan und von einem geprüften Lehrer ertheilt werden. Darmstadt, 7. Juni. Der Staatsbeitrag zur Unterstützung der Gewerbevereine in Hessen beträgt für das Rechnungsjahr 1886—87 40,000 X. In der jüngsten Aussckußsitzung des Landesgewerbevereins wurde dieser Betrag wie folgt oer- theilt: Landesbaugewerkschule in Darmstadt 6800 X, vereinigte Kunst-, Jndustrie- und Handwerkerschule zu Mainz 9400 X, vereinigte Kunst-, Gewerbe- und Handwerkerschule zu Offenbach 8000 X, erweiterte Handwerkerschulen in Gießen 4500 X, Gewerbeverein in Friedberg 2800 X, Gewerbeverein in Erbach 1000 X und in Büdingen 2200 X, 600 X wurden dem Dispositionsfonds überwiesen. Darmstadt, 7. Juni. Nachdem in der am 2. December v.I. stattgefundenen Hauptversammlung der Mitglieder der Alice - Stiftung mit Zustimmung Sr. Königl. des Großherzogs die Auflösung der Stiftung auf Grund des § 12 der Statuten beschlossen worden war, ist das Vermögen der Stiftung, welches unter Einrechnung der bis zum 31. Mai l. I. erwachsenen Zinsen 56,332 X beträgt, nach Vorschrift der Statuten unter den Alice-Frauenverein für Krankenpflege mit dem Alice-Hospital zu Darmstadt und der Abtheilung für Waiscnpflege und den Alice-Verein für Frauenbildung und Erwerb mit der Vildungsanstalt für Handarbeitlehrerinnen und der Industrieschule für erwachsene Mädchen in der Art vertheilt worden, daß jedem der genannten Vereine und Anstalten zusammen die Hälfte zugewiesen wurde. Das W. Stamm'sche Legat im Betrage von 500 X wurde dem letztgenannten Vereine zugetheilt. — [9. Verbandsschießen des Mittelrheinischen Schützenbundes, Pfälzischen Schützenbunoes und des Badischen Landes-Schützenvereins zu Baden.j Die Zugsordnung zum großen Festzuge am Sonntag den 27. Juni, Vormittags 11 Uhr, ist nach einer Mittheilung des PreßcomitS's folgende: I. Abtheilung. 1) Marschall der Festreiter, 2) drei Herolde, 3) berittenes Musikcorps, 4) die deutsche Fahne, begleitet von einer Abtheilung berittener Schützen, 5) das Festzugs- und Ordnungs-Comitä, 6) die Stadtfahne, begleitet von einem Zuge Badener Schützen, 7) das Central-Comite, 8) die Ehrengäste, 9) sämwtliche nicht zum Verbände gehörigen Schützen. II. Abtheilung : 10) Ein Herold, 11) Ehrengabenträger, Zeiger und Warner, 12) Musikcorps, 13) das Finanz-Comite, Bau- und DecoratiousComitä und Schießcomit6, 141 die Pfälzer Bundesfahne mit Ehrengeleite, 15) die Pfälzer Schützenvereine, nach Städten alphabetisch geordnet, 16) Sängerbund Hohenbaden, 17) der Turnverein, 18) der Turnerbund; III. Abtheilung: 19) ein Herold, 20) Ehrengabenträger, Zeiger und Warner, 21) Musikcorps, 22) Winhschafts-Eomite und das Platz- und Vergnügungs- ——a—■Eanna"11— "■ ■■■ mb -»■" iw.w<^Ni'imTH|nawKrra Eomitä, 23) die mittelrheinische Bundesfahne mit Ehrengeleite, 24) die mittelrheinischen Schützenvereine, nach Städten alphabetisch geordnet, 25) Veteranenoerein Baden, 26) Gartenbauverein, 27) Vetcranenverein Lichtenthal, 28) Gesangverein „Hercynia", Lichtenthal; I V. Abtheilung: 29) ein Herold, 30) Ehrengabenträger, Zeiger und Warner, 31) Musikcorps, Wohnungs- und Empfangs-Comitö und Preß-ComitL, 33) Badische Bundesfahne mit Ehrengeleite, 34) die badischen Vereine, nach Städten alphabetisch geordnet, 35) Liedertafel „Aurelia", 36) Kriegerverein Baden, 37) Schützengesellschaft Baden-Baden. Frankfurt a. M., 4. Juni. Bicycle und Tricycle in den Dienst des Heeres zu stellen, wurde längst geplant und wurde nunmehr auch ausgeführt. In verschiedenen Regimentern werden bereits Officiere, Unterofficiere und Mannschaften auf diesen Fortbewegungsmaschinen ausgebildet und auch im hier garnisonirenden 81. Regiment haben sie ihren Einzug gehalten. Allabendlich um 6 Uhr beginnt der Fahrunterricht. Die Officiere und älteren Unterofficiere werden auf dem Tricycle und die jüngeren Unterofficiere, sowie die besten Leute aus der Eompagnie auf dem Bicpcle ausgebildet. In der ersten Zeit gab es einige Verwundete, denn es stürzten sehr Viele; heute sind die Leute bereits ziemlich gut einex.ercirt und vermögen sogar feldmarschmäßig ausgerüstet die Maschine zu benutzen. Stolp, 4. Juni. Fürst Bismarck, der erst kürzlich in Friedrichsruh den Verlust einer Schneidemühle durch Feuer zu beklagen hatte, hat am 29. v. M. seine in Hammermühle bei Varzin belegene große Papierfabrik in Folge einer Feuersbrunst verloren. Das Feuer entstand bald nach 6 Uhr Abends und griff mit solcher Schnelligkeit um sich, daß in ganz kurzer Zeit sämmtliche Fabrikgebäude mit allen Papier- vorräthen in Asche gelegt wurden. Die aus der Umgegend nach der Brandstelle geeilten 6 Spritzen konnten nur zur Sicherung der angrenzenden Wohngebäude verwendet werden. Der Pächter der Fabrik, Herr Behrend, war zur Zeit des Brandes auf einer Geschäftsreise. Das Feuer soll dadurch entstanden sein, daß ein Monteur beim Durchbohren eines Balkens ein glühendes Stück Rundeisen benutzte, von welchem Funken in eine Menge Papierspähne fielen. Diese fingen sofort Feuer und in einem Moment stand die ganze Fabrik in Flammen. Neuwied, 6. Juni. V. Verbands-Regatta des Mittelrheinischen Regatta- Verbandes: I. Einruderige Ausleger-Rennboote (Skiffs) für Juniors. Erster Ehrenpreis, gestiftet von Freunden des Rudersports. 1) Kölner Club, Boot „Heidelberg", Herr Res. August Mayer, 9 Min. 1 S. 2) Rnderclub „Nassovia" in Höchst, Boot „Namenlos", Herr A. Lorch, 9 Min. 5 S. 3) Gießener Nudergesellschaft, Boot „Namenlos", Herr Karl Krailing, 9 Min. 8 S. II. Ausleger - Renn - Vierer (Verbands - Rennen). Wanderpreis des Mittel- rheinischen Regatta-Verbandes. Vertheidiger: Düsseldorfer Ruderverein. 1) Düsseldorfer Ruderverein, Preis endgiltig gewonnen, Boot „Uel", 5 Min. 50 S. 2) Kölner Ruder-Verein, Boot „Alaaf Köln", 5 M. 53 S. III. Dollen-Renn-Vierer (Verbandsrennen.) Ehrenpreis der Neuwieder Nuder- gesellschast. 1) Metzer Ruder- und Eis-Club, Boot „Metis", 5 Min. 55 S. 2) Koblenzer Nudcrclub, Boot „Rheingold", 5 M. 58 S. IV. Vierer-Dollen-Gig. Zweiter Ehrenpreis Sr. Durchl. des Fürsten zu Wied. 1) Neuwieder Rudergesellschaft. Boot „Wilhelm Fürst zu Wied", 5 Min. 58 S. 2) Binger Ruderverein, Boot „Rhenus", 6 M. 2 S. V. Ausleger - Nenn - Vierer für Juniors. Ehrenpreis der Stadt Neuwied. 1) Mannheimer Ruderclub, Boot „Germania", 5 Min. 32 Sec. Mainz gab Nennen auf. — Daß einem Heirathscandidaten höchst unangenehme Dinge zustoßen können, hat man schon oft gelesen; allein ein ganz eigenthümliches Erlebniß hatte ein schon bejahrter Junggeselle aus Stieringen, dcr endlich ein Einsehen hatte und in den Hafen der Ehe euilaufen wollte. Als er sich nämlich auf dem Standesamte zum Aufgebote meldete, erfuhr er zu seinem größten Erstaunen, daß er in den Geburtsregistern als ein Mädchen aufgeführt sei, worüber ihm bis dahin noch kein Sterbenswörtchen bekannt war. Vorläufig ist also die Heirath aufgeschoben, bis das Landgericht in Saar- gemünd eine Berichtigung der Geburtsurkunde vorgenommen hat, was ja noch mit mancherlei Umständen und Unkosten verbunden ist. Geschichts-Kalender. 1V. Juni. 1809. Der Kirchenstaat wird Frankreich einverleibt. 1815. Unterzeichnung dcr Wiener Congreßacte. 1866. Ter preußische Ministerpräsident v. Bismarck übergibt den deutschen Regierungen die Grundzüge einer neuen Bundesverfassung. 1868. Michael Obrenowitsch, Fürst von Serbien, wird im Park von Topschider ermordet. Frische Alpenmilch für Kinder! Aus frischer Alpenmilch und Waizen - Extract wird bei Harbatzhofen im bayr. Allgäu ein neues, leichtverdauliches Nährmittel, ^Loeflund's Kindermilch", hergestellt, welches durch einfache Beimischung von warmem Wasser die gesündeste und kräftigste Nahrung gibt, bei der die Kinder von der Geburt an sehr gut gedeihen. Preis per Büchse X 1.20 in den Apotheken. Bei directem Versandt an Private 8 Büchsen per Post franco gegen X 9.20 (2 Probebüchsen franko x 2.80). Briefe an Ed. Loeflund in Stuttgart. 2162 Rohseidene Bastkleider (ganz (Setoe) Mk. 13.SO I Pf. ksmvl. Robe, sowie schwerere Qualitäten versend, bei Ab- I nähme von mindestens zwei Roben zollfrei I in's Haus das Seidenfabrik-D6pöt 6. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. I Muster umgehend. Briefe kosten 20 H Porto. 627 | Temperatur der Lahn. Am 9. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15V?, Luft 15° R. im Schatten. L. Chr. Rübsamen. Allgemeiner Anzeiger. Plakat-Fahrplan aller auf Station Gießen ankommenden nud abgehenden Züge für den Sommerdienst 1886 "IWG ist in der Expedition dieses Blattes, sowie durch die Zeitungsträger zum Preise von 20 Pf. zu haben. Meine Porzellan- und ßlaswaaren-Handlung bringe ich in empfehlende Erinnerung. 3W Gläser für Wirthe >£ Gießen, 27. Mai. Achtungsvoll Wilh, Flllmann, 4130 in Firma: Chr. D. Fillmann. Kirchenplatz 13. Anfertigung von Herren- und Knaben-Garderobe unter Garantie für tadelloses Sitzen. Die größte Auswahl in- u. ausländischer Bukskins empfiehlt zu bekannt billigen Preisen. 3355 Bahilhofstr.__________dT. Pfeffer. __ □W Vorzügliche Bersaudbiere "3B© aus der Brauerei Leschhorn’s Nachfolger in Frankfurt a. M. Wiener Brauart pr. Flasche 20 Pfg., Böhmische Brauart „ ,, 22 empfiehlt und liefert in jedem gewünschten Quantum frei in's Haus 4044 P. Jmmel, Duen Baue 17. Bekanntmachung. Die Stelle des zweiten Geholfen auf unserem Bureau ist alsbald zu besetzen. Bewerber um diese Stelle wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse sofort melden. Gießen, am 8. Juni 1886. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. 4385 HtraHenherMung. Mittwoch den 16. d. M., um 11 Uhr, wird dahier für die Gem. Atzbach vergeben: Planirarbeit zu 27 Pflasterarbeit zu 868 X, Basaltpflastersteinlieferung zu 615 Jt, Sandlieferung zu 184 JL, zusammen 1198 JL, da die Verdingung vom 1. d- Mts. die Genehmigung nicht erhalten hat. Crofdorf, den 8. Juni 1886. 4383 Das Bürgermeisteramt. Verding Mittwoch den 16. d. Mts., um 10 Uhr, werden dahier für die Gem. Dorlar vergeben, veranschlagt f. Maurer 240,50 ai, f Zimmermann 60,70 JL, f. Schlosser (1 Thor) 100 | oo L uuBuißjeg uoa °J!9S~U0[l9i!9A U9S0a Traiier-Hiil« in allen Formen von ■1 Mk. an, empfiehlt 4189 Ph. EBIiMger. Gute Berliner Möbel, einzeln, sowie ganze Ausstattungen su billigsten Fabrikpreisen empfiehlt G. Rohloff In Berlin, Flscherbröcke D,L Preis u. Zeichnungen sende franco. 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