Samstag den 10. April Ito Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. «reis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit B Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mw Erscheint tL-kich mit Wmofrnt des MontsgS. l7 auuitiyn schling von Scherungen w in Abzug ta bereit iii vollst. Ueber- n- Wo? sagt 'Unverg, jn verbestern Darmstadt. t UW Bst kr'öBmeau :. <ü. 2646 Schulstraße 7. fle^ÄCMarooCTew lit jirnt^ eisen . In Gemäßheit des S 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat März veröffentlichte , Hafer JL 14.20, Heu J4 6.25, Stroh 4- pro 100 Kilogramm. Gießen, am 8. April 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. ________ 2691 W.L - rtbölt:. zMoorsM'^ ckn.-SM. ■eün voi'fM- aernmischeMu- i;On .6. ÄnoW 'Ter Haus- § Etiiide- - Am ^erLavdoMim rnglashalttt' ** n unterer Sp'-l- i §oudenlrann. ««•»»»£ strativm: Ge- ZiadtivameM' MS S-- *6- ZS Mr Die Ernennung des Heinrich Schäfer I. von Oppenrod zum Wasenmeister in ift auf Mfen 92^^ ^urü(f^09«t, Philipp Arnold II?von Burkhardsfelden ist zum Wasenmeister für die Gemeinde Burkhardsfelden bestellt und in dieser Eigenschaft verpflichtet worden. Gießen, am 7. Aprll 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. vr. Boekmann. _______ _ Politische Ueberficht. Gießen, 9. April. Im Reichstage hat endlich am Dienstag die Specialberathung über denjenigen Gesetzentwurf begonnen, in welchem die Socialresorm ihre weitere Fortsetzung findet - den Entwurf über die Ausdehnung der Unfallversicherung aus die in den land- und sorstwirthschastlichen Betrieben beschäftigten Arbeiter. Der Gesetzentwurf gehört zu denjenigen Vorlagen, welche mit am längsten in den Commissionen gewesen sind, denn er ist der betr. Commission noch vor den Weihnachtsserien überwiesen worden und daß er aus derselben erst jetzt an das Plenum zurückgelangt ist, beweist, welche Schwierigkeiten in der Borberathung zu überwinden waren. Was nun zunächst die Ergebnisse der Cdmmissions-Verhandl'.lngen anbelangt, so ist hauptsächlich hervorzuheben, daß dieselben in den drei ersten Paragraphen (Umfang der Versicherung) den Landesgesetzgebungen erheblich weitergehende Befugnisse einrüumen — namentlich hinsichtlich der Organisation dieser Versicherung — als solche die Vorlage der Negierung enthält und als sie auch in dem Znduftrie-Unfallgesetz gegeben sind. Das Aussehen des Reichstages wird immer lückenhafter und es war daher hohe Zeit, daß der Semoren-Convent zusammentrat und sich am Montag über das vom Reichstage noch zu erledigende Arbeitspensum schlüssig machte. Entgegen den ursprünglichen Meldungen, wonach der Senioren-Convent die Verlängerung der Reichstagssession bis über Ostern hinaus in Aussicht genommen habe, wird aber nachträglich gemeldet, daß ein bestimmter Entschluß hierüber noch nicht gefaßt worden ist, daß aber die Vertreter aller Parteien es im Senioren-Convent als wünschenswert bezeichneten, die Regierung möge m dieser Session aus die Berathung der neuen Branntweinsteuer-Entwürfe verzichten. Falls sich die Regierung hierzu noch verstehen könnte, würde sich der Schluß der Session — und nicht die Vertagung — an diesem Samstag Diel* leicht doch ermöglichen lassen. Seit voriger Woche beschäftigt bie Specralberathung der Polen-Vorlagen das preußische Abgeordnetenhaus vorwiegend und werden die hauptsächlichsten derselben noch in dieser Woche ihre definitive Erledigung finden, soweit dies nicht schon zur Stunde geschehen ist. Am Dienstag wurde zunächst die am vorigen Samstag begonnene Specialdiscussion über das Gesetz, tetr, die Bestrafung der Schulversäumnisse in der Provinz Preußen, in Schlesien und der Grafschaft Glatz, zu Ende geführt und das Gesetz unter Ablehnung Lines Centrums-Antrages für die Provinz Preußen in dieser Beziehung besondere Bestimmungen zu erlassen, nach den Commissions-Anträgen in zweiter 'Lesung angenommen. Definitiv genehmigte das Haus hieraus die Secundär- bahn-Vorlage und begann alsdann die dritte Lesung der Colonisations-Vorlage. Daß sowohl deren schließliche Annahme, als auch diejenige der übrigen Polen- Vorlagen erfolgt, ist nicht zu bezweifeln. Die kirchenpolitische Situation wird vorläufig durch die Erklärungen beherrscht, welche Cultusminister v. Goßler in der Montagssitzung der kirchenpolitischen Commission des preußischen Herrenhauses abgegeben hat. Aus denselben geht hervor, daß die Kurie sich in Betreff der Anzeigepflicht noch zu gar nichts Bestimmtem verpflichtet hat und daß dem gegenüber die Regierung zu dem Entschlüsse gekommen ist, erst die Kundgebungen der beiden Häuser des Landtages über die kirchenpolitische Vorlage abzuwarten, ehe sie sich zu einer .weiteren Aeußerung entschließt. Im Uebrigen heißt es jetzt, daß das Herrenbaus sich in seiner nächsten Plenarsitzung am Montag nur mit kleineren Vorlagen beschäftigen und daß die Kirchen-Vorlage daher erst am Dienstag zur Specialberathung gelangen werde. Aus Danzig wird gemeldet, daß die Hochwassergefahr für die Stadt nunmehr als beseitigt betrachtet werden könnte und das Wasser im Fallen ^ßüffeit sei. Von der deutschen Flottenstation an der westafrikanischen Küste kommt eine allarmirende Nachricht. Der Commandant des Kanonenbootes „Cyclop", Kapitänlieutenant Stubenrauch, meldet telegraphisch, daß er Moneu-Bimbia beschossen, Mannschaften gelandet und die Stadt zerstört habe. Vom „Cyclop" sei Niemand verwundet; der Gouverneur von Kamerun sei an- wesend. — Die Nachricht von diesen aufregenden Vorgängen wirkt um so über* teinftraje 48. »rfchr von 15 siges Colonial- Al. raschender, als bis jetzt noch nicht das Geringste darüber verlautete, daß die Stimmung unter den eingeborenen Stämmen an der Kamerun-Küste auf s Neue eine sehr erregte gegen die Deutschen sei. Die Depesche des Commandanten des „Cyclob" giebt in ihrer laconischen Ausdrucksweise nicht den mindesten Anhalt darüber, was den Anlaß zu diesem abermaligen ernsten Conflict der deutschen Macht in Weflafrika mit der dortigen Neger-Bevölkerung gegeben hat und ist jedenfalls eine baldige Aufklärung über die Vorfälle in Money-Bimbia dringend geboten. t w , In Frankreich steht man fortdauernd unter dem Eindrücke der beim* rubigenden Nachrichten aus D e cazev ille, wo der Arbeiterstrike jeden Tag zu einem gewaltsamen Ausbruche der erregten Leidenschaften der systematisch aufgehetzten Menge führen kann. Decazeville ist förmlich zu einem Tummelplätze der socialistischen Agitatoren geworden, zu denen die Vertreter der socialistischen und communistifchen Pariser Blätter ein bedeutendes Kontingent stellen. Namentlich unverschämt trieben es die Mitredacteure des Rochefort'schen „Jntrai:- sigeant", Roche und Ducquercy, deren Verhaftung denn auch bekanntlich vor einigen Tagen erfolgt ist. Gegen diesen „Gewaltact" der Regierung prote|tiren nun die Pariser Radikalen in ihrer Presse und auf Versammlungen in maß- losen Ausdrücken und war außerdem von dieser Seite für die Donnerstags- sitzung der Deputirtenkammer eine Interpellation über die Vorgänge und die Lage in Decazeville angekündigt. Hoffentlich läßt sich die französische Regierung durch dieses Treiben in ihren Maßregeln zur Verhütung von Ausschreitungen Seitens der stinkenden Arbeiter nicht beeinflussen. , Jenseits der Alpen scheinen besondere Dinge vorzugchen. Em königliches Dekret wird dieser Tage erwartet, durch welches das italienische Parlament zunächst vertagt und alsdann in Folge eines zweiten signalisirten Dekrets des Königs ausgelöst werden soll. Offenbar läßt die parlamentarische Situation des Cabinets Depretis viel zu wünschen übrig. . ,n . Die Konstantinopeler Botschafter-Conserenz ist in einer einzigen, kurzen Sitzung über die Forderungen des Fürsten von Bulgarien in der rumelischen Frage zur Tagesordnung übergegangen. Die Conferenz hat einfach die unveränderte Acte über die bulgarisch - ostrumelische Angelegenheit unterzeichnet. ... Der 6. April, der Jahrestag der Unabhängigkeits-Erklärung Griechenlands, ist vorübergegangen, ohne daß es in Achen zu einer bedenk- lichen militärischen Demonstration gekommen wäre. Er wurde zwar unter großer Theilnahme der Bevölkerung gefeiert, aber der Chauvinismus der Helle, neu scheint sich hierbei nicht weiter breit gemacht zu haben; ob das als ein Zeichen beginnender Einsicht unter dem Griechenvolke zu betrachten ist, muß freilich noch abgewartet werden. (Eine Athener Depesche meldet aber inzwifchen, daß am Montag Nachmittag eine zahlreiche Volksversammlung in Athen stattfand, deren Teilnehmer durch die Hauptstraßen der Stadt zog. Auf den größeren Plätzen wurden kriegerische Reden gehalten, welche die Wiederher- Rettung der „alten ehrwürdigen Stellung" Griechenlands berlangen.) Die Pforte hat dem Fürsten von Bulgarien und dem Athener Cabinet eine gleichlautende Mittheilung über das Ergebniß der Conferenz vom Montag zugehen lassen. Auch Seitens der Botschafter ist. der griechischen Regierung die Unterzeichnung des Conferenz-Protokolls unter einer nochmaligen dringenden Vermahnung zum Frieden mitgetheilt worden. Aus London kommt die überraschende Kunde, daß Gladstone in einem am Dienstag stattgefundenen Cabinetsrathe elngewilligt hat, feine irischen Resormpläne wesentlich zu modificiren. Nur hierdurch ist es dem Premier gelungen, den Austritt noch weiterer Cabinets-Mitglieder zu verhindern schwer qenug maq eä Mr- Glavstone freilich geworden ,em, dieses Zuzeständniß äu machen, lieber den Umfang dieser Modificationen verlautet zedoch noch nichts Näheres. Berlin, 8. April. Das Abgeordnetenhaus genehmigte in wenig erheblicher Debatte in dritter Lesung den Gesetzentwurf, betr. die Fortbildungsschulen in Posen und Westpreußen. Die Anträge Hammerstein und Windthorst, dm. Unterricht an Sonntagen und Festtagen zu verbieten, wurden abgelehnt, nach' dem Staatssecretär Bötticher dagegen gesprochen und erklärt hatte, es fei ge- 185- Ttügenb, wenn die Stunden des Hauptgoltesdienstes für die religiösen Uebungen sreige lassen werden. Der Gesetzentwurf, betr. die Schulversäumniffe in Preußen, Schlesien und der Grafschaft Glatz, «erden debattelos nach den Beschlüffen -we 'er Lesung genehmigt. Die Vorlage, betr. die Landes'Kreditkafle in Kassel, wurde in erster und zweiter Lesung erledigt. Morgen Communalbesteuerung der Osficierei — Den Abend-Zeitungen zufolge giebt das Befinden des erkrankten com- mandirenden Generals v. Pape zu Besorgniffen Veranlassung. Derselbe wird durch Generallieutenant v. Winterfeld vertreten. — Die „Nat.-Ztg." verzeichnet das Gerücht, daß die für Samstag bevorstehende Vertagung des Reichstages nicht durch Beschluß desselben, sondern durch fair, liche Verordnung erfolgen werde, so daß in dieser der Tag des Wiederbe- g.nns der Verhandlungen bestimmt werden würde. Keichstaq E. R. Berlin, 8. April 1886. DaS Haus beriech heute in zweiter Lesung die von Graf Moltke beantragte MilitärpensionSnovelle. Von Abg. n. Voll mar (Socdem.) lag ein Antrag vor, welcher die Verbesserung der Pensionsverhältnisse auch auf die Unteroffizierchargen und Soldaten auSdehnen wollte und zu diesem Behufe deren Eintheilung in drei Pensionsklassen mit abgestuften Sätzen vorschlug. Kriegsminister v. Bro n sar t betonte, den Unterklassen sei bereits im Jahre 1871 eine Erhöhung zu Theil geworden und diese solle erst jetzt auf die Offiziere ausgedehnt werden. Der CivilversorgungSschein gehöre doch auch zur Versorgung, er sei ein Benefiz zu Lasten der anderen Bevölkerung. Abg. v. Schalscha (Ctr.) constatirte, daß diese Anträge längst durch das vom Kriegsministerium für die Unterklassen Geschehene überflügelt seien. Würden in das Gesetz neue Momente hineingebracht, so sei das gleichlautend mit dem Scheitern desselben und daS wäre sehr bedauerlich. Die Armee fange an, alt zu werden und daS Gesetz werde die nothwendige Verjüngung namentlich in die unteren Offizierschargen bringen. Abg. Dr. Baumbach (dfr.) erkennt die Tendenz der Anträge als berechtigt an, dieselben haben einen gesunden Kern. Freilich seien die Verhältnisse besser als früher, aber sie seien weiterer Besserung fähig; seine Partei werde gegen das Gesetz stimmen, weil die Communalbesteuerungsfrage der Offiziere in ungenügender Weise geregelt werden solle. Abg. vr. Meyer-Jena (natlib.) findet die Anträge des Abg. v. Vollmar zu wenig vorbereitet, um daraufhin gesetzgeberisch vorzuaehen; er bitte den Kriegsminister, die Sache eingehend zu prüfen und sollte sich ein Beoürfniß zeigen, daun entsprechende Vorlagen zu machen. Abg. v. Köller (cons.) äußerte sich im Sinne des Kriegsministers und bestritt das Bedürfnis; für die Anträge v. Vollmar. Abg. Richter (dfr.) entwickelte nochmals die Bedenken gegen das Gesetz, denen der Abg. Baumbach bereits Ausdruck gegeben. Das Bedürfniß einer Regelung im Sinne der Vollmar'schen Anträge sei unzweifelhaft. In der Abstimmung werden die Anträge des Abg. v. Vollmar abgelehnt, dagegen gelangen die Artikel des Gesetzentwurfes nach den Beschlüssen der Commission zur Annahme. Zweiter Gegenstand der Tagesordnung mar die zweite Berathung des vom Abg. Junggreen eingebrachten Gesetzentwurfs, betreffend die Gleichberechtigung der dänischen und der deutschen Sprache als Gerichtssprache in Districten des Herzogthchns Schleswig. Abg. Hartmann (cons.) findet den Entwurf aus juristischen Gründen unannehmbar. '.Nachdem bei der Abstimmung der grundlegende § 1 abgelehnt worden war, verzichtet Abg. Junggreen auf die Weiterberathung seines Antrages. Nächste Sitzung Freitag. Unfallversicherung in dritter Lesung, Wahlprüfungen. Telegraphisch- Depesche«. Woly'S trLegr. Korrespondenz - Berlin, 8. April. Der Kaiser empfing heute Nachmittag um 4 Uhr zum Vortrag den Cultusmiuister. — Die Stadtverordneten-Versammlung wählte 10 Mitglieder zur Theilnahme an den Beralhungen über die in Berlin zu veranstaltende deutsche Industrie- und Gewerbe-Ausstellung. Die nächste Berathung, woran Delegirte deS Aeltesten-Collegiums, des Magistrats und andere einflußreiche Personen theilnehmen werden, soll Samstag Abend im Sitzungssaale des Magistrats stattfinden. Freiburg i. Br., 8. April. Der Erzbischof Orbin ist heute früh gestorben. Petersburg, 8. April. Ein heute veröffentlichtes Gesetz setzt eine temporäre Regierungs-Eommiision ein, welche die bisher unerledigten Abrechnungen der Privatbahnen ebenso wie die künftigen Abrechnungen solcher Eisenbahnen revidiren soll, wo keine besondere Regierungsconttole eingeführt wird. Wien, 8. April. Die Meldung eines Münchener Blattes, daß hier in letzter Zeit Eholerasälle vorgekommen seien, wird von maßgebender Stelle als vollständig unwahr erklärt. Bern, 8. April. Der Bundesrath ladet Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Italien und Frankreich auf den 10. Mai zu einer Conferenz, betreffend die technische Einheit deS Eisenbahnwesens, ein. Rom, 8. April. Dem „Popolo Romano" zufolge glaubt man, das Ministerium werde seine Entlassung einreichen. London, 8. April. Nach einer Meldung des Bureau Reuter aus Tientsin ist der für China bestimmte britische Gesandte Walsham auf seinen Posten abgegangen. Derselbe überbringt bezüglich der zwischen England und China schwebenden Fragen ein sehr freundschaftliches Schreiben der Königin von England an den Kaiser von China, auch wird derselbe dem Kaiser die Versicherung freundschaftlicher Gesinnungen Englands gegen Chinas hinsichtlich der Annexion Birmas aussprechen. Es heißt, die Königin werde, um die Thatsache hervorzuheben, daß das englische und chinesische Gebiet Nachbargebiete geworden seien, dem Kaiser ihren kaiserlichen Orden verleihen , dessen Decoration in Brillanten durch einen Specialgesandten überreicht werden wird. — Unterhaus. Die Sitzung ist außergewöhnlich zahlreich besucht. In der Mitte des SaaleS sind Stühle aufgestellt, um noch Sitze zu schaffen. In der Tiplo- matenloge war der Botschafter Graf Hatzfeldt anwesend. Gladstone entwickelte die irische Vorlage; Zwangsmaßregeln für Irland seien keine Ausnahme mehr, sondern Gewohnheit geworden. Er glaube indeß, England und Schottland seien nicht geneigt zu fortgesetzten ZwangSmaßrcgeln, so lange nicht alle anderen Mittel zur Versöhnung erschöpft seien. Gladstone schlägt vor, in Dublin ein besonderes Parlament zur Erledigung von legislativen und administrativen Angelegenheiten Irlands gegenüber den -aS ganze Reich angehenden Fragen zu errichten. Rom, 8. April. Heute fand unter dem Vorsitz des Königs ein Ministerrath statt, welcher sich, wie es heißt, mit der gegenwärtigen parlamentarischen Lage beschäftigte. Lokale-. Gießen, 9. Avril. Zur Feier deS 50jährigen DienstjubiläumS deS Herrn Geheimen Baurath Professor Dr. v. Ritgen wird von Seiten deS historischen und des Gemerbevereius, sowie der Universität nächsten Sonntag Mittag im Hötel Einhorn ein Festessen veranstaltet. Vermischte*. Hungen. Am letzten Sonntag Abend wurde dahier zum Besten der Ottilienstiftung für Krankenpflege ein Concert veranstaltet, an welches sich 2 Theaterstücke anschlossen. War es an und für sich schon erfreulich und dankenSwerih, daß die Mitwirkenden sich die Förderung eines edlen Zweckes zur Aufgabe gemacht hatten, so verdient andererseits die exacte Ausführung deS in Concert und Theater Dargebotenen die vollste Anerkennung. Die zahlreiche Versammlung spendete denn auch reichlichen, * wohlverdienten Beifall. Nach Abzug einiger Kosten verblieb eine Einnahme von 77 welche der obengenannten Stiftung zugefügt wurden. HLQdel und Verkehr. Limburg, 7. April. Rother Weizen 14.95, weißer Weizen 14.80, Korn Jt 1080, Gerste X 0.00, Hafer JL 7.00, Saathafer JL 0,00, Kartoffeln d 100 Pfund 0.00, Erbsen ä 100 Pfund JL 00.00. Geschichts-Kalender. 10. April. 879. Ludwig II., König des weftfränkischen Reiches, im Munde des Volkes der „Stammler" genannt, stirbt. Er war schwach an Leib und Seele. 1585. Papst Gregor XIII. stirbt. Er hat sich als Verbesserer des Julianischen Kalenders 1582, welcher nach ihm der „Gregorianische Kalender" heißt, große Verdienste erworben. 1741. Schlacht bei Mollwitz. Friedrichs II. von Preußen erste Schlacht und Sieg über die Oesterreicher, welche er so gründlich schlug, daß diese Schlesien verlassen mußten, und die Erbin Kaiser Karls VI., die kaum 24 Jahre zählende Maria Theresia, sich damals in der Lage sah, ihrer Schwiegermutter zu schreiben: „Noch weiß ich nicht, ob mir auS der ganzen väterlichen Erbschaft eine einzige Stadt übrig bleiben wird, um darin die unter meinem Herzen keimende Frucht ablegen zu können." 1814. Schlacht bei Toulouse. Der englische General Wellington siegt über die Franzosen unter General Soult. 1862. Eine vom König Wilhelm I. von Preußen zu diesem Behufe zusammengesetzte Commission von Generälen entscheidet sich für die dreijährige Dienstzeit. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß König Wilhelm — nachmaliger deutscher Kaiser — geneigt war, sich für die von der Volksvertretung gewünschte zweijährige Dienstzeit zu entscheiden, jedoch in gewissenhafter Pflichterfüllung erst daS Urtheil seiner Generäle hierüber hören wollte, welches denn auch schließlich für ihn maßgebend und entscheidend war. 12 Medaillen und Diplome, oeflunds Firma Ed. Loefllllld in Stuttgart bewährtes diätetisches Mittel gegen Husten, Heiserkeit, Catarrh, Asthma, Brust- rnd Halsleider auch ur Kinder vielfach ärz ■ lieh empfohlen. In J/t und */2 Flascheti. JLoeflund’s Malz - Extract - Bonbons die beliebten, sehr wirksamen Hustenbonbons zu 20 und 40 Pfg. per PäcKet. In allen Apotheken in Originalpackung zu haben. 13 Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag Judica, 11. April. Vormittags 91/? Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heiliges Abendmahl im Vormittagsgottesdienft. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Kinderkirche, Nachmittags 2 Uhr, Pfarrer Schlosser. Montag, den 12. April, Abends 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinderschule, Matth. Kap. 5, von VerS 17 an. Pfarrer Dr. Naumann. Mittwoch, den 14. April, Abends 6 Uhr, 6. Passionsandacht, Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag Palmarum, den 18. April, begehen wir unfern Landes-Buß- und Bettag. Die Kollekte, die an diesem Sonntag nach beiden Gottesdiensten erhoben werden wird, ist für arme inländische evangel- Gemeinden bestimmt, die an Orten mit überwiegender kathol. Bevölkerung bestehen. Anmerkung. Für den Kirchen bau fonds sind durch die Opferbüchsen in der Kirche im Januar, Februar und März eingegangen 16 JL 19 X Gesammtbetrag bis jetzt 6567 JL 44 4- Der Gemeinde wird auch hierdurch mitgetheilt, daß zu unseren Gottesdiensten künftighin V< Stunde lang geläutet wird- Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 11. bis 17. April besorgt Pfarrer Schlosser. Katholische Gemeinde. Passions-Sonntag (Judica). Von 6 Uhr an Beichte. Um 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion. „ ValO Uhr: Hochamt und Predigt- „ 2 Uhr: Fasten'Andacht. Freitag um 6 Uhr: Fasten-Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 6 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr,' Samstag Abend 730 Uhr. Wohnungsgesuch. Für den 1. Oktober d. I. oder früher wird für eine größere Familie eine Wohnung von 12 Zimmern mit allen Zubehörungen und Bequemlichkeiten zu einem Miethpreise von nicht über JL 2000 gesucht. Offerten nimmt die Exped- d. Bl. entgegen. 2690 Allgemeiner Anzeiger. SW* Zur Saison empfehle mich den geehrten Damen in allen vorkommenden Arbeiten in und außer dem Hause. 2252 Achtungsvoll Käthchen Wolf, Modistin, Rodheiwerstraße 40. 2692 Ein gebrauchtes,' gut erhaltenes Bicycle (englisches Fabrikat) billig zu verkaufen. _______________________Marktstraße 30. 2684 Ein vierjähriges zugfestes Pferd zu verkaufen. PH. Schwan, Neustadt 43. Alle* uM «*' r .W tt* 1) Fohlen M ! 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Inf-Lea. Nr. 116 anter Leitung des Croßh. Musilldirectors Herrn C. Krauße.' Allfa“g 8 Uhr. Eutree 30 Pf. _ ,, An Vieh werden prämiirt: 1) Fohlen von 1-3 Jahren. 2> uoWiveife Vogelsberger Ras» anderes nicht Bullen, nicht über 4 Zähne, Kühe, bis zu 4 Jahren, Rinder, vorzugsweise sichtbar trächtig, andere aber nicht geschlossen, Fabrochfen, von 3-5 Jahren, Stiere, von 2-3 Jahren. 3) Schweine: Eber, zur Zucht tauglich, Mutterschweine, zur Zucht tauglich, pudere Schweine, mindestens halbjährige, und Ferkel. 4) Schafvleh, nur reiner Nace: Böcke, Zuchtschafe, Hammel und Lämmer. **•*•>« Großartige Auswahl von Neuheiten in Sonnenschirmen und En tnut rae ww. t a cv Außergewöhnlich billige Pr"ise7 ”nb En tout ca8 ®X“Obc paffenbEn in wenigen Minuten, ohne Anwendung einer Mlnmdeb'z'n Kaufmännische ~ Kranken und Begräbuitzkaffe E. H. Gießen. Erste ordentliche Generalversammlung Dienstag, den 20. April, Abends SS ®'e lachte Ueberzuckeruug trägt nur dazu bei, die sich leicht ver- fluchtenden aromatychen Bestandtheile des Kaffee's zu fesselnfuni/ist bei b'r “ Methode gebrannten Kaffee's eine Ersparnis; von 25 Prozent M£ bütft”06 1 “ fpar[amen HEsrau Veranlassung zu einer In Originalpackung Nr. 1 in ««"»U Das in c Areisbammter the I befanden: Qi Aus Ver, Staatchaßm gefe der ftiiwn M 1)N (teigen und Ueberg Zu diesen zur Wasserableitung 2) Die Be Wen Anwendung, 3) Der St Kosten vom Staate 4) Die Gr legem Meranla. stand dieser Anlagen mittlwig -er Mn-i 5) Die Ko Erneuerungen in -en rechtlichen Titels nick fei bit« M fviche 1 BrüZen, KM uni Soweit es 6) Die sind im Allgemeines Herstellungen dieser! durch solche Neuaij Großherzoglichen 1 vom 15. October I Staatsstraßen Hel übernommen werd» .____7)_6höal HI Die ul Smtheile in steiI sich N dW pefet Wen oil RWtagiji, M ®len $eben beml bit »NN bei 1 ß. Die vd W des § W M ß". Nnnl n 3»t 1 Mittel