Ar. 287 Grst-S Blatt. Donnerstag den 9. December 1886* Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. S«rea»r Schulftraßs 7. Erscheint täglich mit Ausnahme deö Montag-. tret- vierteljährlich 2 Matt 20 V. >urch die Post bezogen vierteljährlich mit Vrt»g«tM». 2 Matt üO Ps. Amtlicher Hßeit. Betreffend: Draimrung in Flur X und XI der Gemarkung Sich. Bekanntmachung. ra unserer Bekanntmachung vom 7. September l. I. am 18. October vorgenommenen Abstimmung haben von 212 Bethelligten mit ernem Grundbesitz von Z67 222 Quadratmeter und 774 fl. 52 kr. Grundsteuerkapital 61 gegen das rubr. Drainageproject gestimmt. Da der Grundbesitz derselben nur 81,806 Quadratmeter mit einem Grundsteuerkapital von 165 fl. 41 fr. umfaßt, so ist die Ausführung deS Plans befchloffen woroen. . 'W» mit bem Aussigen veröffentlicht, daß dre auf dre Abstimmung bezüglichen Aktenstücke während 14 Tagen, von der ortsüblichen Verkündigung ^^Bekanntmachung an, auf dem Bürgermeisterei-Bureau zu Lich zur Einsicht der Betheiligten offenliegen, und daß die Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit der Acftunmung oder des vorstehend angegebenen Abstimmungsergebnisses bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der oben b^eichneten Frist durch Recurs an den Krersausschuß angefochten werden müßte. Gießen, am 6. December 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. 8811 Bekanntmachung. In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen der bewaffneten Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat November 1886 veröffentlicht: Hafer 12.55, Heu JL 6.00, Stroh JL 5.38 pro 100 Kilogramm. Gießen, am 7. December 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _______vr. Boekmann. Oesterreich. Wien, 7. December. Zu dem Petersburger Briefe, betr. die Befürchtung wegen Wiedereinsetzung des Prinzen von Battenberg, den die „Poltt. Corresp." gestern veröffentlichte, bemerkt das „Fremdenblatt", es halte die Be- sttrchtung der russischen Regierungskrise für durchaus unbegründet, müsse aber im Uebrtgeu allen Betrachtungen aus's Entschiedenste entgegentreten, welche die Absichten der Dtplomatte bezüglich der bulgarischen Union als ein lediglich aus die Wiedereinsetzung des Battenbergers berechnetes Jntriguensptel hinstellen möchten. Nur eine international anerkannte Klarstellung des Verhältnisses Bulgariens und Ost-Rumeliens könne die Basis einer stabilen Ordnung sein, die Zerreißung der sactisch vollzogenen Union sei undenkbar. Schweiz. Bern, 7. December. Der Nationalrath erklärte mit 88 gegen 43 Stimmen das kirchliche Verbot der; Benutzung von Simultan-Kirchen durch Katholiken und Altkatholiken als für die Staatsbehörden nicht maßgebend und wies den Rekurs der Regierung von Luzern gegen die bezügliche Entscheidung des Bundesraths zurück. Irankreich. Paris, 7. December. Grvvy empfing Vormittags den Senats-Präsidenten Leroyer. Man spricht noch immer von der Bildung des neuen Cabinets durch Floquet. — Brazza ist heute nach dem Congogebiet abgereist. — Die ^Agence Havas" dementirt die Nachricht des „Observer", daß England aus die Anfrage Frankreichs betreffs Egyptens und des Suezkanals bereits geantwortet habe. Amerika. Washington, 6. December. Der dem Congreß von dem Schatz- jecretär Manning vorgelegte Bericht empfiehlt die Abschaffung des Gesetzes in Betreff der Zwangskäuse von Silber; von Seiten des Congreffes soll erklärt werden, daß die Vereinigten Staaten bereit seien, sich mit Deutschland, Frankreich und England zu verbinden, um ihre Vorräthe zur freien Ausprägung des Silbers und Goldes nach einem durch ein nationales Einverständniß festzusetzen- ben Verhältnisse herzugeben. Manning empfiehlt eine Verminderung resp. Abschaffung der Zölle auf Rohstoffe, ist aber gegen eine Aushebung der Zölle aus Zucker und der Steuern auf Getränke und Tabak; er glaubt, daß Wolle zollfrei eingehen und eine gleichmäßige Reduction der Zölle auf Wollwaaren eintreten sollte. Reichstag. E. B. Berlin, 7. December 1886. Zur Berathung steht der Gesetzentwurf betr. die Errichtung eines Seminars für orientalische Sprachen. Abg. Grad (Elsässer) hält die Vorlage von großem Werthe für den Handels- ftand und die Dampfersuboention; er empfiehlt die Annahme. Abg. Klemm (cons.) tritt diesem Anträge bei. Abg. Dr. Bamberger (dfr.) sieht in der commerciellen Bedeutung nicht den Schwerpunkt der Vorlage, sondern erblickt darin eine Förderung des philologischen Studiums und stimmt von diesem Standpunkte aus dem Anträge bei. Er beleuchtet die Bestrebungen gleichartiger Institute in Paris und Wien, die eine Specialausbildung für den Consulardiensi bezwecken und sich dadurch von der gegenwärtigen Vorlage unterscheiden. Abg. v. Cuny (natlib.) ist gleichfalls der Ansicht, daß die Kenntniß der orientalischen Sprachen dem deutschen Handel zu Gute komme. Die Ueberweisung wird beschlossen. Der Bericht der Reichsschulden-Commission wird an die Rechnungs-Commission gewiesen. Bei dem Etat der Justizverwaltung erbittet Abg. v. Bernutb (natlib.) Auskunft über den Stand der Arbeiten der Commission zur Ausarbeitung des bürgerlichen Gesetzbuches. Staatssecretär Dr. v. Schelling erklärt, daß die Arbeiten so weit gefördert feier,, da^ die Commission Mitte nächsten Jahres voraussichtlich den letzten Theil des Erbrechts erledigen werde. Alsdann solle die Drucklegung erfolgen und durch Veröffentlichung der Arbeiten durch Kritik der weiteste Spielraum gegeben werden. (Beifall.) Abg. Bock (Socdem.) ersucht die Justizverwaltung, der allgemeinen Forderung auf Ermäßigung der Gerichts- und Anwaltsgebühren endlich Rechnung zu tragen. Er behauptet, daß auch hier wieder für die Wohlhabenden mehr Sorge getragen sei, als für die Armen und erinnert alsdann an die Diätenprocesse und an den'Freiburger Proceß, die das Ansehen der Justiz wesentlich geschädigt hätten. Ebenso erhebt der Redner Klage über das Verfahren der Gerichtsvollzieher. Der Etat wird darauf ohne weitere Discussion erledigt, ebenso die Etats des Rcichs-Eisenbahnamtes, des Rechnungshofes, des allgemeinen Pensions- und Jnvaliden- fonds, womit die Tagesordnung erledigt ist. Nächste Plenarsitzung Freitag den 10. December. (Marine-Vorlagen und Etat.) Am Donnerstag findet die erste Sitzung der Militär-Commission stqtt, auf deren Verlauf mit außerordentlicher Spannung von allen Parteien geblickt wird. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspoirdenz-Brrrearr* Berlin, 7. December. Der Prinzregent von Bayern, welchem der bayerische Gesandte bis Leipzig entgegengefahren war, ist heute Vormittag um 10 Uhr auf dem Anhalter Bahnhofe eingetroffen und von dem Kaiser, dem Kronprinzen, den Prinzen Wilhelm und Alexander, dem Erbprinzen von Meiningen und anderen Fürstlichkeiten sowie der ganzen Generalität, dem Gouverneur, dem Polizeipräsidenten, den Mitgliedern der bayerischen Gesandtschaft, den Hofstaaten und allen hiesigen bayerischen Officieren empfangen worden. Eine Ehrencompagnie vom 2. Garderegtment mit Musik und Fahnen war am Bahnhofe aufgestellt. Die Musik intonirte die Nationalhymne. Die Begrüßung des Prtnzregenten durch Se. Maj. den Kaiser, den Kronprinzen und den Prinzen Wilhelm war eine äußerst herzliche, durch wiederholte Umarmung und Kuß. Nach Abschreitnng der Front der Ehrencompagnie und Begrüßung der bayerischen Qjficiere erfolgte die Vorstellung des Gefolges und der anwesenden Generalität. Hierauf fuhren der Kaiser und der Primregent in einem Wagen, vom Kronprinzen und den übrigen Prinzen gefolgt, nach dem Königsschlosse. Auf dem ganzen Wege dorthin standen dichtgedrängte Menschenmassen, welche unter Tücher- und Hüteschwenken den Kaiser und seinen Gast mit stürmischen Hochrufen begrüßten. — Der Prinzregent wurde bei seiner Ankunft im Schlosse von der Kaiserin begrüßt, die sich vorher dahin begeben hatte. Der Kaiser weilte etwa dreioiertel Stunden bei dem Prinzregenten und kehrte dann in das Palais zurück. Um 12 Uhr stattete der Prinzregent dem Kaiserpaar und hierauf dem Kronprinzenpaar und den übrigen Fürstlichkeiten einen Besuch ab und empfing deren Gegenbesuche. Um 5 Uhr ist Familiendiner bei dem Kaiser; Marschalltafel im Schlosse. — Nach dem Besuche des Prinzregenten nahm der Kaiser den Vortrag Albedyll's entgegen. Hirschberg, 7. December. Die durch Schneeverwehungen gesperrte Strecke Hirschberg Kohlfurt ist wieder fahrbar. Auf der Strecke Hirschberg-Breslau verkehren die Personenzüge auf einem Geleise. Andere Strecken sind noch gesperrt. Der Kohlenverkehr stockt weiter. Pest, 7. December. Die bulgarische Deputation, bestehend aus Grekow, Stoilow und Katschew, traf heute Nachmittag um 1 Uhr 40 Minuten ein und wurde am Bahn. Hofe von einem zahlreichen Publikum, darunter die Universitätsjugend, begrüßt- Nachdem Namens der letzteren ein Student eine Ansprache an die Deputation gerichtet hatte, dankte Grekow für die Kundgebung, welche, wie er wisse, nicht ihm und den anderen Mitgliedern der Deputation, sondern dem bulgarischen Volke und der bulgarischen Sache gelte; Bulgarien habe den Kampf um seine Rechte und Unabhängigkeit auf- aenommen; die gegenwärtige Lage hätten die Bulgaren nicht verschuldet und ihnen falle Die Verantwortung für dieselbe nicht zu; das bulgarische Polk acceptire jede Garantie welche die constitutionelle Unabhängigkeit Bulgariens verbürge. Er fühle sich glücklich im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: 4 1819 Zusammen: 1 1 (1) 1 1 Erwachsene: 1 1 (1) 1 1 49. Woche. Vom 28. November bis 4. Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Carl Loos, am Kirchenplatz. C. W, Dietz Nachfolger. Zur Beförderung von Auswanderern nach allen Häfen Amerika’s und Australiens KU gleichen Preisen wie an Kafenplätzen hält sich unter Zu« sicherung reeller Bedienung bestens empfohlen Es starben an: Organischer Herzkrankheit Lungenschwindsucht Lungenentzündung Rückenmarksentzündung December 1886. Sterblichkeitsziffer: 10,9 o/^. Kinder Lon Bremen nach New York in —> 9 Tagen —— mittel« oen neu eingerichteten Dampfern des Norddeutschen I^floyd. Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde. Donnerstag den 9 December, Abends 8 Uhr, 2. Advents-Wochengottes dienst; der Advent des Herrn m d?r Gegenwart zu den Seinen, Pfarrer Or. Nau mann. ' (Es wird zu diesem Gottesdienst geläutet werden.) Vermischtes. nrfr — (Ein Märchen aus Tausend und eine Nacht.) Aus Nom wird der „Wiener Allg. Zeitung" unterm 26. v. Mts. geschrieben! Im Torre d'Annunziata wurde durch zwei Flurwächter eine ebenso merkwürdige als glückliche Entdeckung gemacht. Auf einem ihrer Streifzüge durch die Berge setzten sie sich rastend auf eines der großen hervor- Iprmgenden Felsstücke, als dieses sich plötzlich zu ihrem Schrecken senkte. Ihre Furcht wich bald, als sie merkten, daß der mächtige Block sich wie auf Federn bewegte, um endlich auf dem Grunde einer Höhle liegen zu bleiben, woselbst die überraschten Wächter 1 • voll Gold und ein ganzes Lager von werthoollen Waaren vorfanden. Nachdem sie mühsam den Ausgang aus der Grotte gefunden, machten sie von ihrer Entdeckung sofort die Anzeige und die behördliche Nachforschung ergab, daß man es Summa: 4 , Anm Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle an der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. mit einem Vorr.thslager einer ausgedehnten Räuberbande zu thui? habe. Mau sand sogar das Namensverzeichniß aller Mitglieder der Bande — 150 an der Babl — vor wurden in der ganzen Provinz in Folge dessen Massmverhastungen vorgenommen macht n^ürttcL g7oß!kA7sfehen"° ^fleute (?) betraten. Der Vorfall Der Christmonat ist eingezogen, nur noch drei Wochen bis Weihnachten fur3e -spönne Zett nicht Alles noch bringen? Die Geschäftswelt hofft' sie Käufer nun m Hellen Schaaren erscheinen werden; das Publikum rechnet und überlegt: Wo und Wre? Vor allen Dingen, das möchten wir noch einmal wiederholen, kaufe man möglichst daheim; der Ruhm, auswärts gekauft zu haben, sollte dem £ocal= und es wird das in den meisten Fällen geschehen können, ohne daß der Käufer 9tachthett hat. Gegen baare Zahlung kauft man überall preiswerth und kauft man zu Hause, spart man das Porto und sonstige Unkosten. Bei Geschäften rn großen Städten ist die Baarzahlung selbstverständlich, ergo kann sie es auch daheim fein. Man baut damit von vornherein einen sicheren Wall gegen die Rechnungen im Januar. Für das Weihnachtsgeschäft haben alle Gewerbtreibenden sich vorbereitet- ihre ganze Ausrüstung ist mobilisirt und dem Publikum zur Schau gestellt. Wir mochten aber noch an eine Hülfs-Armee kleiner hülfreicher Geister erinnern, die noch memals Jemand rm Stich gelassen haben, wenn sie nur ordentlich cittrt wurden. ^ d.^^ /ind die Lettern, die Buchstaben in der Zeitung, aus deren bunten Reihen sich die Weihnachts-Annonce geschmackvoll bildet. Die Weihnachts-Annonce ist ein guter Freund, dessen Kraft freilich noch verschiedentlich unterschätzt wird. Ein Geschäfts- La^ mürrisch: „Nutzt auch nichts. Will das Publikum kaufen, kauft es doch'" Letzteres mag richtig sein, es bleibt aber die Frage, wo und was das Publikum kauft! Der Zweck der Weihnachts-Annonce ist es, das Publikum immer wieder auf einzelne J?ec5?'h Jla$?^6eschenken besonders eignende Gegenstände aufmerksam zu machen, 5 Detail Kosten und Werth des Gegenstandes erkennen zu lassen, bis endlich die Lust -um Kaufen kommt. Auf den ersten Hieb fällt kein Baum, auch die einzelne Annonce macht noch kein Wundergeschäft. Aber immer kurz und klar von Neuem er- ott rrchtlgen Gegenstände dazu, dann kommt die Neigung von selbst und nenn sie schließlich aus der ^Neugier entspringen sollte. Jeder Praktikus kennt das. Was hat denn den Geschäften m großen Städten ihren enormen Kundenkreis geschaffen? Die Annonce Das ist das ganze Geheimniß! Nicht das Geschäft macht das Annonciren, sondern das Annonciren vielmehr das Gefchäft. Es ist also nur im Interesse der Geschäftswelt, wenn wir darauf aufmerksam machen, ihr die Waffe empfehlen, mit welcher die sogen. Versandtgeschäfte ihre Schlachten geschlagen haben; der Nutzen wird nicht auf sich warten lassen. Das Publikum hat, wie man zu sagen psiegt, zum tteste „den Kopf voll!" Daher thut die Erinnerung, der freundliche Hin- wers gut und am besten vermittelt ihn die Weihnachts-Annonce, wenn sie nur in die passende Form gekleidet ist, denn auch das Annonciren ist eine Kunst. Regen-Schirme l Qu-ckitäten, mit schöner Ausstattung, empfiehlt in bedeutender Auswahl billigst 7395 A. Fangmann. Carl SIOM Möbelfabrik und -Handlung, U Giessen, Wallthorstraße 21, — Ederstraße 8, empfiehlt sein wohlausgestattetes Lager in Polster- und Kasten-Möbeln, (allet Holzarten), sowie Rohrsesseln, Blumentischen, Holsschnitzwaaren etc. Sopha's in jeder Ia^on. Betten, Matratzen, Bettfedern, Daunen und «ettdrelle zu billigen Preisen. 8063 DchiffS nachrichten. « rs Bremen, December. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Poftdampfer Fulda, Capltan R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 24. November von Bremen und am 25. November von Southampton abgegangen kommen Öm December, 2 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in New - York ange- _ „ Bremen, 7. December. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Ems , Capltan Th. Jungst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 27. WoDember von Bremen und am 28. November von Southampton abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in New-York angekommen daß die Sympathien der edlen ungarischen Nation es inmitten der schweren Kämpfe begatteten- dies werde das bulgarische Volk nie vergessen. Grekow schloß mit einem die ungarische Nation und Ungarn. Die Deputation reifte um 2 Uhr 40 Min nach Wien ab. London, 7. December. Prinz Alexander von Battenberg ist hier eingetroffen und wurde am Bahnhofe Namens der Königin vom General Duplat empfangen. Der Prinz geht morgen nach Windsor. — Heute Nachmittag fand unter dem Vorsitze Hartington's eine stark besuchte Versammlung der unionistischen Liberalen statt, welcher auch Goschen beiwohnte. Zur Verlesung kamen Briefe von Bright und Chamberlain. Bright bekämpfte darin entschieden den Plan eines irischen Parlaments in Dublin und sagt, die Haltung Glad- stone's in der irischen Frage schadete derselben sehr. Es sei bedauerlich, daß Gladstone nicht für den Frieden seine Stimme vernehmen ließe. Auch Parnell hätte nichts gesagt, um dem Irland drohenden Unglücke vorzubeugen, im Gegentheil, sein Organ, „ünited Ireland“, habe die Pläne Dillon's unterstützt. Hartington erklärte, die jüngsten Reden Gladstone's und Harcourt's, worin sie sich weigerten, die Bedeutung der Ansichten der Unionisten anzuerkennen, machten eine Versöhnung unmöglich. Die Unionisten müßten also die Tories unterstützen. Er halte den Entscheidungskampf zwischen Ordnung und Unordnung in Irland für unvermeidlich. Ebe in Irland Ruhe hergestellt werden könne, müsse man der jetzigen übertriebenen Agitation entgegentreten, welche der Anarchie gleichkomme. Die Pflicht Gladstone's sei es, bei der gegenwärtigen Krisis ein Wort zu sprechen, welches das Bündniß zwischen den Liberalen Englands und den Nationalisten Irlands beseitige. tx Siner Meldung des „Reuter'schen Bureaus" aus Zanzibar zufolge soll vr. Juh ke, Vertreter der deutschen ostafrikanischen Gesellschaft, in Kesmayor durch Somanlis ermordet worden sein. Loyales. Gießen, 5. December. Im Hotel Lenz fand heute Nachmittag die erste Ver- sammlung hiesiger Werkmeister und anderer industrieller Betriebsbeamten statt. Als Referent über Zweck, Ziele und Erfolge des Deutschen Werkmeister-Ver- b and es (Sitz Düsseldorf) war Herr Werkmeister Breithaupt aus Cassel erschienen und behandelte derselbe in erschöpfendem Vortrage das gesammte Genossenschaftswesen, soweit dasselbe^ sich mit Fürsorge für Invaliden, Wittwen und Waisen beschäftig:. Auch die so äußerst segensreich wirkenden sogen, socialen Gesetze unterzog Redner insoweit einer eingehenden Beleuchtung, als diese den Betriebsbeamten ganz oder theil- werse von dem Nutzen dieser Gesetze ausschließen, ihn dagegen andererseits durch die im Unfallversicherungsgesetz ausgesprochene Regreßpflicht umsomehr heranziehen. Allgemeinen Beifall fanden die Erfolge des Verbandes während kaum dreijährigen Be- uehens Auf mchr denn 8000 Mitglieder angcwachsen sind für Sterbesälle, besondere Nothfalle und Weihnachtsgeschenke an Wittwen und Waisen bis 1. November d. I. in runder Summe 52 000 zur Auszahlung gekommen. Neuerdings gewinnt der Verband in Suddeutschland immer mehr Mitglieder. So sind in Frankfurt, Hanau, Offenbach, Höchst, Darmstadt, Nürnberg, Augsburg, München 2c. Bezirksvereine entstanden. Zur Gießener Versammlung waren auch Herren aus Wetzlar, Lollar und Sinn-Herborn erschienen. Das Resultat derselben war die sofortige Gründung eines ezirksvereins für Gießen, Wetzlar und Umgegend, dessen provisorischer Vorstand, aus den Herren: Corlö, Grüneberg, Pfisterer, May und Ruff aus Gießen, Simon aus Lpllar, Bug aus Wetzlar bestehend, in etwa 14 Tagen eine weitere Versammlung, zwecks definitiver Wahlen und Entgegennahme neuer Anmeldungen, durch die Lokalzeitungen bekannt geben soll. — Noch soll erwähnt werden, daß seitens der Offenbacher College» während der Versammlung ein Telegramm eintraf, welches derselben guten Erfolg wünschte. Dieser ist denn auch vollständig eingetreten, dursten sich doch bald zu den über 20 Mitgliedern des neuen Vereins die noch fernstehenden Berussgenossen aller Branchen hinzugesellen. Eine Vereinigung, welche nicht Vergnügungen, sondern ernstes Streben gegen die mancherlei Wiederwärtigkeiten des Lebens bezweckt, verdient die Anerkennung und Hochachtung Aller. c Gießen, 8. December. Das morgen Abend in Stein's Garten stattfindende 5 Abonnements-Concert verspricht, wie wir aus dem uns vorliegenden Programme ersehen, ein sehr interessantes zu werden; außer dem zweiten Theile des Concerts, welcher ganz Beethoven's Egmont gewidmet ist und an dieser Stelle schon nähep be- sprochen wurde, werden uns auch in den anderen Abtheilungen wahre Perlen von Orchestermusik zu Gehör gebracht werden, so unter Anderem das sehr selten zur Aufführung kommende „Liebesmahl der Apostel" von Rich. Wagner, eine Special - Com- position des großen Meisters, welche keinem der bekannten großen Werke entnommen ist; ferner Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis" von Gluck, dem Vorbilde Wagner's, in dessen Fußtapfen der letztere nur mit viel größerer Energie und Consequenz weiter- arbeitete und so die Idee des alten Gluck zur denkbar größten Vollendung brachte; außer diesen kommen noch eine Fantasie aus Gounod's Faust und verschiedene andere recht nette Musikstücke ernsten und heiteren Genres zum Vortrage, so daß allen Musik- liebhabern der Besuch dieses Concertes ouf's Wärmste empfohlen werden kann. Beste Gelegenheit zur Anschaffung billiger und praktischer Weihnachtsgeschenke bietet mein Au»verkauf wegen Umzug nach der Marktstraße in dar Haus des Herrn M. Weiner. 8583 M. KANN, Lindenplatz. Schiffs- Bewegung der Postdampffchiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft. Hamburg, December. Das Hamburg-New-Yorker Post-Dampfschiff „Rhaetia , Capitan Vogelgesang, welches am 21. November von hier und am 24 November von Havre abgegangen, ist am 6. December, 4 Uhr Morgens, wohlbehalten in New - York angekommen. . Hamburg 7. December Das deutsche Dampfschiff „Polaria", Capitän Schade, ist am 6- December, früh Morgens, wohlbehalten in Siew-York angekommen. Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in der Ztadt Gießen. T- Ä G 1 1879 b pf rums- Weihnachts- AusstelBung in Kinder-Spielwaaren von 8532 J. IS« Fuhr, Sonnenstrasse 25. i Zk Nürnberger Lebkuchen » aus der Fabrik von G. Goesi in Nürnberg empfehlen zu Fabrikpreisen. Gebrüder Adami 8646 im Ritter. Für Weihnachtsgeschenke empfehle meine Porzellan- und. Glaswaaren in Luxus» und HaushaltungS-Artikeln zu nur billigen Preisen. CAr. //. JFittmann, 8803 Kirchenplatz 15. | J. G. D. 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Fillmann, Marktstraße 17 empfiehlt als paffende Weihnachtsgeschenke: Tafelservice, decorirt, für 12 Personen, von Mk. 45.— an, Waschgarnituren, von Mk. 5 an, Kaffee-, Bier-) Wein- und Aqueur-Lervice in reicher Auswahl zu billigsten Preisen- 8780 - •] Der Postdampfei remen, welcher am hampton abgegMgen m New - York mige- •] Der Postdampfer stemm, welcher am Mpton abgegmiM ngekommen. w Mf.DAlLl-E B irinht z.W-ch!Ng°ttiS' t $jatrir Dr. 31«« en.) -—- aße 8' rN”' Mart» * «»ber^hub ch-hen fönnen •hltiS dm sangen bp ™*Su'r* ÄSäjjf S.Ä'St mertlQm $u mQ, m endlich » ' °uch die einzelne lar von Neuem et-, «»toftunb«?, E,™t b«. seä "bente getoaffm) b«, tt il|o nut ta ihr bie Söfft en geschlagen haben b wie man zu sagen der freundliche Hin- lvmn sie nur in bie iinft , nide ber lob# achte Kranke koumea. ctim-Gesellschaft. r Post-Dampfschiff von ihr unD am r Morgens, wof)b Maria", Capitan Port Mgetommn. tot Ach». 1886. ntszW'- i0,9°/s». Kinder vom ijahr: 2.-15. Jahr: Donnerstag d. 16 Derember\ und wenn nöthig den folgenden Tag, I jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, ■ soll auf der Braunkohlen-Grube , Jägerthal, in der Gemarkung Zell (Kreis Alsfeld), folgendes versteigert werden: > 1 Wohnhaus, 1 Maschinenbau, 1 Kohlenschuppen, 1 große Cen- tesimalwaage mit Wagenhaus, 1 Decimalwaage, 1 Dampf-Loko- mobile (8 Pferdekraft), 1 Fördermaschine, Bohrwerk, mehrere Rollwagen nebst Schienen, 1 Wasserpumpe mit Röhren, 4 Ofen, 3 Drahtdurchwürfe, 1 langer Tisch und sämmtliche zur Grube gehörigen Gerätschaften. Bemerkt wird, daß die Gebäude auf den Abbruch versteigert und die Bedingungen vor der Versteigerung bekannt gemacht werden. Zell, am 6. December 1886. Im Auftrag: Großherzogliches Ortsgericht Zell. __________Dippell._______8796 Donnerstag den 9. d. Mts. sollen gegen Baar versteigert werben:? a. Vorm. HVz Uhr auf m. Bureau: 1 (Soffer und 1 Parthie Bücher (pharm. Inh.). b. Nachm. 2 Uhr in der Flett'schen Hofraithe: 1 Häckselmaschine, 1 Decimalwaage, 1 Pult, 1 Nähmaschine, 2 Sopha's, Commoden, Kleiderschränke rc. Versteigerung a. bestimmt. Gießen, am 7. December 1886. Engel, 8790 Gerichtsvollzieher. Ieitgetwtenes. 8617 Den Restbestand von modernen Wintermänteln für Damen und Kinder, in guten Qualitäten verkaufe, um damit zu räumen, zu außerordentlich billigen Preisen. Louis Rothenberger, Neuenweg 22. Tafelsaucen u. Gewürze (Groß u. Blakwell). Mayonaise-Harvey-Nabob-, Beafsteak- und Worcestershlre-Sauce, Essence of Anchovis, Salade- und Lobster-Cream. Kolonial- und Sardellensauce, India- und China-Soy, Larry, Cayennepfeffer, Szegedlner Paprika empfiehlt A. Hoch Nachfolger. Hamburger 8784 Kisch- w Delikatessen- Handlung. Ausverkauf von Spazierstöckeu wegen Ausgabe dieses Artikels. 8810 Schirmsabrik M. Eevi, Seltersweg 25. Wallnüffe, “ Haselnüsse, Krachmandeln, Tafelrostnen, Tafelfeigen, Apfelsinen in neuer bester Waare, empfiehlt 8675 Emil Fischbach, AAAAAAAAAAAAAAAAAA Soeben erschienen für das Jahr 1887: von jedem tüchtigen Buchdrnckerei, Tarmstadt. Buchhändler ».Buchbinder. tl,fd,,‘,fUid,er Handels,eitung und Jllustrirtem Unter, in ihrem Inhalt ebenso reichhaltig, wie gediegen und Mimr^it^n tfl; s'e kostet nur M. 1.80 pro Quartal. Unter den ständigen heben wir neben einer großen Zahl hervorragender praktischer Landwirthe S %!’ $rec^.ery Pros. Kirchner, Prof. Kühn, Prof. Müller-Thurgau, s»nStabsveterinärarzt Ableitner, Dr. v. Bretfeld, Walter qJEdler, Hauptmann Geiß, Dr. Heyer, h?n Obergärtner Seligmüller und lassen die in C?rrr^er ^"^^rthschaft hochgeachteten Namen jede weitere Empfehlung der Deutschen Allgemeinen Zeitung für Landwirthschaft gewiß als überflüssig erscheinen 3m Postzeitungsverzetchniß ist dieselbe unter vir. 1323 aufgetührt; sie fann aber auch inmt> hnrA s-r m in sw-, Zimmerstraße 19, oder Frankfurt a. M., loroie durch die Buchhandlung von I. Nicker in Gießen bezogen werden Probe-Abonnements auf Wunsch 6 Wochen gratis. Restauration Kessler, « Neuenweg. 9795 Heute Abend: Goulafch mit Kartoffeln ä Portion 23 Pfg. 8799 Es wird Jemand gesucht, der regelmäßig größere Mengen Hundekoth liefern kann und will. Offerten unter Rr. 8799 an die Exped. d. Bl. 8793 Gesucht eine tüchtige Reftau- rations-Köchin per Ende dies. Monats. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. Stein’s Garten. Donnerstag den 9. December: 3. Abonnements - Concert. unter gefälliger Mitwirkung des Herrn Oscar Zack. II. Theil Beethoven: „Ggmont" mit verbindender Dichtung nach Goethes gleichnamigem Trauerspiel von Mosengell und Bernays. Anfang y28 Uhr. Entree 50 Pfg. 8798 Krausse, Großh. Musikdirector. >numernu.l) rosckQuarlale in allen ___________8uchu.Musikalienlian([lungen.Verla»v.PJ.Ton2er Koeln. SSiirger-CIiib. Sonntag, den 12. December, Abends 8 Uhr: Tiiiiz-I iili'rliiilliiii"' mit Theater in Stein’s Garten. -D ..k2 <72 Zu zahlreichem Besuche ladet ein 8806 _______________DerVorstand. Wermietßungen. 8791] Zimmer mit Cabinet, möblirt od. unmöbl., zu vermiethen. Asterweg 23. 8808 Ein fr. möbl. Zimmer zu ver- miethen. Ederftraße 4, II. St. 8809 Ein unmöblirtes Zimmer zu vermiethen. Bahnhofstraße 31 IV. Wermischle Anzeigen. Die Herren Actionäre unserer Gesellschaft beehren wir uns hierdurch zu der am Mittwoch den 29. December er., Nachmittags öVa Uhr, im Directionsbureau unserer Gesellschaft zu Gießen stattfindenden ordentlichen Generalversammlung ergebens! einzuladen. Die Deponirung der Actien hat in der in den Statuten vorgeschriebenen Weise bis zum 24. December cr. an der Gesellschaftskasse zu Gießen oder an der Effecten- kasse der Vereinsbank in Berlin zu erfolgen. Tagesordnung: Vorlage des Geschäftsberichtes und der Bilanz für das abgelaufene Rechnungsjahr. Gießen, den 4. December 1886. Der Aufsichtsrath des Hessisch-Rheinischen Bergbau- Vereins. Schmidt. 8805 Schlachtete heute ein dickes fettes Pferd, 1800 Pfund schwer. 8794 M. Kessler, Pferdemehger. Verlaufen hat sich am 30. November l. I., Nachmittags, im Distr. Ampel, unweit des Ortes Deckenbach eine schwarze langhaarige Dachshündin kleiner Rare, auf den Namen „Theckla" hörend. Wer dieselbe bei dem Unterzeichneten abliefert, erhält eine Belohnung von fünf Mark. Papiermühle, bei Keffelbach. 8807 Ebel, Forst-Assessor. Die Theaterdirection hat doch bei Eröffnung des Abonnements „Krieg tm Frieden" versprochen. 8802 'Ein Abonnent. 7577 Cin mit den nöthigen Bor- kenntniffen versehener junger Mann wird zu sofortigem Eintritt in ein hiesiges FabrikgeschLft in die Lehre gesucht. Selbstgeschriebene Offerten sind bet der Exped. d. Bl. einzureichen. __*ufloge 344000; das verbreitetste aller brutschen Blätter übcrho apt; außerdem er» scheinen Üebersetzuugen in zwölf fremden Sprachen. k Z Die Modenwelt. ffl I Illa strirte Zeitung für' ä S Toilette und Hand- M M arbeiten. Monatlich wfflaf 1 b 2 Nummern. Preis M Wn HT vierteljährlich JL 1,25 ÄÄaja — 75 .irr. Jährlich erscheinen: B « 24 9?ummern mit Toi- Hf,« letten u. 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