Rr. 33 Dienstag den 9. Februar 1886 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. M Vnreanr Schulstraße 7. .............1 C2 Erscheint täglich mit Avsmrhrne des Montag-. treis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit BrtngerloL^ >urch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. Politische Ueberficht. Gießen, 8. Febrzrar. Der Bundesrath hat mit der Vorberathung des preußischen Antrages auf Verlängerung des SocialislengesetzeL sehr geeilt. Nur wenige Tage nach der Einbringung des Antrages ist derselbe vom Bundesrathe unverändert angenommen worden — am Donnerstage, — und voraussichtlich wird jener im Laufe dieser Woche auch dem Reichstage zugehen. Hier dürste der Entwurf indessen noch nicht so rasch zur Berathung gelangen, da noch eine ganze Reihe von Vorlagen dem Socialistengesetz gegenüber die Priorität haben, vor Allem gilt dies vom Etat, der noch in dritter Lesung erledigt werden muß. Die Hauptfrage, wie sich der Reichstag zur Verlängerung des Socialistengesetzes stellen wird, läßt sich zur Zeit noch nicht genau beurtheilen; nur das Eine kann man schon jetzt mit einer gewissen Sicherheit behaupten, daß, wenn sich überhaupt eine Mehrheit für das Gesetz findet, dieselbe die Verlängerung des letzteren nicht auf 5, sondern auf 2 Jahre genehmigen dürfte. Im Uebrigen sind die Chancen für die Annahme des Entwurfes auch in dieser modificirten Fassung nicht sehr günstige. Deutschsreisinnige Abgeordnete sollen erklärt haben, daß ihre Partei diesmal nicht wieder „umsallen", sondern „wie Ein Mann" gegen die Verlängerung des Socialistengesetzes stimmen würde; die Entscheidung ruht demnach beim Centrum und die Haltung dieser Partei läßt sich bei solchen principiellen Fragen im Voraus nie beurtheilen. In der französischen Deputirtenkammer hat am Samstag die Berathung des radikalen Amnestie-Antrages begonnen. Da die Amnestie-Commission den Antrag wesentlich eingeengt hat, so dürste die Regierung gegen denselben nichts mehr einzuwenden haben und kann man seine Annahme wohl als gewiß betrachten. Eine interessante Debatte steht in der Deputirtenkammer in Folge des anderweitigen radikalen Antrages auf Ausweisung der Prinzen bevor. Das Cabimt Freyciret wird da seine liebe Roth haben, den radikalen Heißspornen begreiflich zu machen, daß man die Prinzen nicht gleich wie fremde Vagabunden über dis Grenze jagen kann. Der Chef des klerikalen belgischen Cabinets Bernaert entwickelte aus einem, kürzlich ihm zu Ehren in Brüssel stattgefundenen Festessen der klerikalen Partei Belgiens sein politisches Programm. Unumwunden erklärte der Premier, daß dasselbe auf der Rückkehr zu den Ideen der Concordats von 1830 basire und sprach er hierbei die Hoffnung aus, daß es gelingen werde, diese Politik in den Gesetzen zum Ausdruck zu bringen. Die klerikalen Bestrebungen in Belgien werden also noch eine Verschärfung erfahren und der innerhalb der belgischen liberalen Partei herrschende Zwiespalt kann diesen Bestrebungen nur förderlich sein. Fürst Nicolaus von Montenegro hat nunmehr den Aufenthalt in dem glänzenden Seinebabel mit demjenigen in der Hauptstadt des Cza r en- reich es vertauscht. Die ungewöhnliche Auszeichnung, mit welcher der Fürst in Petersburg empfangen wurde — bei seiner Ankunft waren der Kaiser, die Großfürsten und die höchsten Würdenträger anwesend — deutet darauf hin, wie sehr man an der Newa die Treue und Ergebenheit des montenegrinischen Herrschers für den Czaren zu schätzen weiß. Daß der Fürst in Petersburg politische Zwecke verfolgt, geht aus der gleichzeitigen Anwesenheit des russischen Ministerresidenten in Cettinjr, Argyropulo, in Petersburg hervor und man wird aus der Haltung Montenegros in dem ferneren Verlause der Orientkrisis vielleicht bald sehen, welche Instructionen Fürst Nikita in der russischen Hauptstadt erhalten hat. Die ablehnende Antwort Griechenlands auf die zweite Collectiv- Note der Mächte ist in denkbar schärfster Form gehalten und diese fortgesetzt vrovocirende Haltung der Griechen kann man sich nur dadurch erklären, daß sie auf die Uneinigkeit der Mächte bezüglich des ferneren Vorgehens gegen Griechenland speculiren. Der Umstand, daß sich Frankreich weigert, an der Flotten-Demonstration Theil zu nehmen, und daß die Theilnahme Rußlands noch ungewiß ist, sowie der Cabinetöwechsel in England können die Griechen in ihrem Auftreten nur bestärken, aber daß sich die Mächte in dieser Weife von Griechenland brüskiren lassen sollten, ist trotzdem kaum denkbar. Deutschland. X Darmstadt, 6. Februar. sZweite Kammer der Landstände. Nachmittags- fitzung vom 5. Februars Die Interpellation der Abgg. v. Nabenau und Schade, betreffend die baldige Errichtung einer Landescreditkaffe, beantwortet Geh. Staatsrath Knorr dahin, daß die Großh. Regierung bereits Erhebungen über diesen Gegenstand veranlaßt habe, dieselben seien jedoch bis jetzt noch nicht beendet; die Regierung gedenke im Lause des Jahres eine definitive Vorlage machen zu können. An der daraus folgenden Besprechung betheiligen sich die Abgg. Ohly, v. Rabenau, Schröder und Haas und betonen namentlich, daß besonders für die ärmeren Landestheile rasche Hilfe dringend nothhue. Auch im Interesse der Hebung der Landmirthfchaft sei die Errichtung einer solchen Kasse zu befürworten. Dagegen erklären sich die Abgg. Kadel und List. , , Bezüglich der Interpellation der Abgg. Stephan, Schröder, Pitthan, Geier ?c., die Heegezeit des Dachses betr., erklärt sich die Großh. Regierung Bereit, eine Aenderung in dem bestehenden Gesetz eintreten zu lassen und macht die Mrt- theiluna daß bereits in einer Anzahl von Kreisen des Großherzogthums, besonders da wo Weinbau betrieben wird, schon Bestimmungen dahin getroffen und dre Heege- zert ^^^^ortung der Interpellation des Abg. Schröder, die Revision der Vorschriften und Gesetze über die Landesbrandversicherungs-Anstalt betr., erklärt Großh. Meaieruna daß bereits im Jahre 1881 eine Commission mit der Revision dieser Angelegenheit betraut wurde, daß die Arbeiten jedoch in Folge der Fülle des Materials noch nicht beendigt seien. Die Regierung werde nicht ermangeln, der Sache ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken und sodann hoher Kammer Vorlage zu machen. Die Interpellation der Abgg. Ullrich und Jöst, Nichtbestätigung von Bürger- meiftmi und Beigeordneten betr. wird von Großh. Negierung dahin beantwortet, daß die Nichtbestätigung lediglich durch das Gesetz geregelt sei und daß speciclle Fälle von den betreffenden Behörden geprüft und entschieden würden. Die Abgg. Ullrich und Jöst bringen noch die Nichtbestätigung des Bürgermeisters in Mühlheim zur Sprache und verleihen der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Bestätigung des Betreffenden nur deshalb von Großh. Negierung versagt worden sei, weil er Socialdemokrat sei?' Betreff der Interpellation derselben Abgeordneten über die Betheiligung von Amtsrichtern an politischen Parteikämpfen der letzten Ncichstagswahlen erklärt die Negierung, daß ihr bezüglich einer solchen Betheiligung nichts bekannt sei, in Folge dessen sie auch keine Schritte thun könne, derselben vorzubeugen resp. entgegenzutreten. Nächste Sitzung heute früh 9 Uhr. — sSitzung vom 6. Februar.j Auf der Tagesordnung steht zunächst die Interpellation des Abg. Arnold, „die Erbauung einer Staatsstraße über die Kreidacher Höhe betr.", die von Großh. Negierung dahin beantwortet wird, daß erst nach an- gestellten Erhebungen demnächst Vorlage über die Nothwendigkeit dieser Straße gemacht werden könne und schreitet man nunmehr zur Anfrage der Abgg. Heinzcrling und v. Wedekind wegen Besserung der für die hessischen Orte Hirschhorn und Neckarsteinach ungünstigen Eisenbahnverbindungen der Neckarthal-Bahn, sowie wegen Durchführung der durch Staatsvertrag zugesicherten vorzugsweisen Berücksichtigung hessischer Staatsangehörigen im niederen Dienste der Ncckarthal-Bahn auf hessischen Stationen. Von Seiten der Großh. Negierung wird erwidert, daß.'bezüglich des ersten Punktes geeignete Schritte geschehen seien und durH eine entgegenkommende Erklärung der Großh. Badischen Regierung auch der zweite Punkt erledigt sei. Bei der nun folgenden Berathung über die Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, die Beschaffung von Betriebsmitteln der Oberhessischen Eisenbahnen betr., wurde nach lebhafter Debatte der Antrag des Ausschusses mit großer Majorität angenommen, dahin gehend, die Kosten für Beschaffung von Betriebsmitteln der Oberhessischen Eisenbahnen bis zu dem Betrag von 85,000 JL aus dem Ueberschuß über den budgetmäßigen Ansatz des Reinertrags der Oberhessischen Bahnen in der Finanz- periode 1885/88 zu entnehmen. Hieran schloß sich die Berathung über die Mittheilung hoher I. Kammer bezügl. des Antrags des Fürsten zu Jsenburg-Birstein und des Freiherrn von Riedesel zu Eisenbach auf Vorlage eines Gesetzentwurfs wegen Ueberweisung eines Theils der auf das Großherzogthum entfallenden Reinnahme aus indirecten Reichssteuern an die Gemeinden zur Bestreitung ihrer Lasten, insbesondere ihrer Schullasten. Der Ausschuß hatte Ablehnung des Antrags und folgenden Gesuchs an Großh. Regierung beantragt: „Großh. Regierung zur Erwägung anheimzugeben, inwieweit der auf das Großherzogthum entfallende Antheil der indirecten Steuern und Zölle, nachdem der vom Großherzogthum an das Reich zu zahlende Matrikularbeitrag in Abzug gebracht worden, den Kreisen zur Bestreitung ihrer Lasten zu überweisen sei." Für Annahme des Antrags erklären sich die Abgg. Pfannstiel, Wasserburg, Wolz, Geier, Franck und Kredel. Von Seiten der Regierung wird durch Herrn Ministenal-Präsident Weber erwidert, daß schon deshalb der Antrag abzulehnen sei, weil bis jetzt thatsächlich ein Ueberschuß der Zölle über die Matrikularbeiträge nicht bestehe und auch für die Folge nur wahrscheinlich erscheine. Bei der nun folgenden Abstimmung wird der Ausschußantrag nut allen gegen 7 Stimmen angenommen. Y , Es folgt weiter die Berathung über den Antrag des Abg. Schade, das land- wirthschaftliche Genossenschaftswesen betreffend. Der Antragsteller betont, daß er schon im Januar 1885 einen Antrag eingebracht habe, im Staatsbudget zum Zwecke der Organisation und Revision des landwirthschaftlichen Genossenschaftswesens dem Verband der landwirthschaftlichen Consumvereine eine Summe von 3000 JL, dem Verband der landwirthschaftlichen Creditgenossenschaften eine Summe von 1500 JL einstellen zu wollen. Dieser Antrag konnte nicht erledigt werden, da eine Aeußerung Großh. Negierung zu dieser Zeit noch nicht erfolgt war. c o . Die Großh. Regierung verhielt sich dem Anträge gegenüber anfangs ablehnend, erkannte jedoch später nach eingeholten Gutachten die Nothwendigkeit, bei Aufstellung des Budgets für die kommende Finanzperiode diesen Antrag in Erwägung zu ziehen. Der Ausschuß beantragt jedoch, die Kammer wolle heute schon beschließen, für den Nest der laufenden Finanzperiode den Betrag von 5000 JL zur Verfügung Großh. Regierung zu stellen, um mit demselben die Bildung, Organisation und technische Unterweisung neuer Darlehnskassen oder Consumvereine zu unterstützen. Der Ausschußantrag wird mit allen gegen 2 Stimmen angenommen. Der Präsident schließt hiermit die Sitzung und vertagt sich die Kammer brS Mitte Mai d. I. Berlin, 6. Februar. Das Abgeordnetenhaus erledigte von dem Etat der Innern den Gehalt des Ministers und einige andere Etatstitel. Im Laufe der Debatte erklärte der Minister Puttkamer gegenüber verschiedenen Angriffen wegen Nrcht- bestätigung von Communalbeamten, namentlich in Posen: Die Regierung gebrauchte ihr gesetzmäßiges Recht und habe die Pflicht, agitatorische Elemente aus den Eom- munalverwaltungen fernzuhalten. Er müsse es ablehnen, über die Motive der bestätigung Aufklärung zu geben, schon im Interesse der betreffenden Personen; er übernehme aber jede politische Verantwortlichkeit. Der Minister bestritt, daß ui Preußen eine Parteiregierung existire, wie in parlamentarischen Staaten. — Die Eonservativen, Freiconservativen und Nationalliberalen haben folgenden Antrag eingebracht: In Erwägung, daß versucht wurde, den S 27 der Geschäftsordnung im Widerspruch mit dem Zweck, der Entstehungsgeschichte und der bisherigen Anwendung, sowie mit der Natur der Sache auf solche Resolutionen zu beziehen, deren allgemeiner Gehalt eine finanzielle Vorprüfung nicht gestattet, ferner in Crwagung, daß hiernach es sich empfiehlt, einer unberechtigten Berufung auf diesen Paragraphen vorzubeugen, sei die Geschäftsordnungs - Commission zu beauftragen, eine den vorstehenden Erwägungen entsprechende Fassung des § 27 vorzuschlagen.- . — In vergangener Nacht fand in der Wohnung des Generals RadzioiL am Pariser Platz ein Einbruchdiebstahl statt, wobei eine große Anzahl werthvoller Gold- und Silbergegenstände entwendet wurden. Ein Theil derselben wurde heute früh in dem Bosquet am Pariser Platze wieder aufgefunden. Von den Einbrechern welche vor einigen Tagen einen Diebstahl beim General Albcdyll aussuhrten, ist nun- mehr einer verhaftet. _ t k Bonn, 6. Februar. Die „Bonner Zeituna" meldet: Seine König!. Hoheit Prinz Friedrich Leopold ist an einer Lungenentzündung erkrankt. Der hohe Patient befindet sich in Behandlung des Professors Dr. Finkler. Karlsruhe, 6. Februar. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer be- antwortele Staatsminister Turban die an die Negierung gerichteten Anfragen über ihre Haltung gegenüber dem Branntweinmonopol-Entwurf dahin: Eine Aenderung der norddeutschen Branntweinbesteuerung würde für Baden bei längerer Absonderung schwere Nachtheile herbeiführen. Er hoffe, der Bundesrath werde den Entwurf derartig gestalten, daß angesichts der überwiegenden Vortheile desselben Baden die Zustimmung möglich sei. Die Regierung werde übrigens diese Zustimmung erst aus- sprechen, wenn beide Kammern mit dem Aufgeben des bezüglichen Reseroatrechts sich einoerstanden^erklärt hätten. Arankreich. Paris, 6. Februar. Die Verlobung des Kronprinzen von Portugal mit der Prinzessin Amalie, Tochter des Grafen von Paris, ist heute officiell erklärt worden. Die Hochzeit findet in Lissabon statt. — General Bellemare wurde anstatt des Generals Schmitz zum Comman- deur des Armee-Corps in Tours ernannt. — Ein der Ermordung des Eure. Präfekten verdächtiges Individuum wurde gestern verhaftet. Die Beamten dec Westbahn sollen in dem Verhafteten den Reisenden erkannt haben, welcher an dem Abend, an welchem das Verbrechen ausgesührt wurde, den Zug in Mantes verließ. PariS, 6. Februar. In einer Unterredung mit den Vorstandsmitgliedern der radikalen Linken erklärte Freycinet, die Regierung sei zwar geneigt, die Begnadigungen noch weiter auszudehnen, unter den gegenwärtigen Umständen sei es aber unmöglich, eine Amnestie zu bewilligen. Die öffentliche Meinung würde eine solche mißbilligen. — Betreffs der beantragten Ausweisung der Prinzen bemerkte Freycinet, die Regierung würde selber die Initiative zu Maßregeln zu ergreifen wissen, welche durch das Interesse der Republik erheischt werden möchten. Die Regierung betrachte aber den gegenwärtigen Antrag für inopportun. — Laut Nachrichten aus St. Quentin versuchten die strikenden Arbeiter Barrikaden zu errichten. Der Versuch wurde sofort unterdrückt. Dreißig Verhaftungen haben stattgefunden. England. London, 6. Februar. James Bryce ist zum Unterstaatssecretär des Aeußern, Woodehoufe zum Unterstaatssecretär der Kolonien, Collings zum Secretär des Local-Regierungs-Amteü und Heneage zum Kanzler des Herzog- Lhums Lancaster ernannt. Hobart Town (Tasmanien), 5. Februar. Der australische Bundesrath beschloß eine Adresse an den Gouverneur zu richten, worin er um Mittheilung der aus Neu-Guinea bezüglichen Depeschen und diplomatischen Acten- stücke ersucht wird; ferner wurde eine Adresse an die Königin mit Bezug auf die Vereinbarung beschlossen, welche Deutschland und Frankreich über ihre Besitzungen in der Südsee getroffen, haben. Die Adresse befürwortet die Ausrechthaltung des Einvernehmens zwischen England und Frankreich, welches die Unabhängigkeit der Neuen Hebriden sichere. Rußland. Petersburg, 6. Februar. Der „Invalide" meldet: Durch kaiserlichen Ukas sind der Schooner „Aleut", der Torpedokreuzer „Kapitän Sacken" und 6 Kanonenboote in die Kriegs-Flottenliste ausgenommen worden. Der „Aleut" wird in Norwegen, der „Kapitän Sacken" in Nicolajew gebaut. Die ebenfalls im Bau befindlichen Kanonenboote sind für die Schwarzmeer-Flotte bestimmt. Serbien. Belgrad, 6. Februar. Nachrichten über angebliche Meinungs-Differenzen zwischen dem König und Garaschanin, ferner über Renirenzsällc Seitens der Mannschaften bei der Einberufung werden amtlicherseits als Erfindungen bezeichnet. Numänieu. Bukarest, 6. Februar. In der heutigen Sitzung der Friedens-Con- ferenz kamen lediglich Formenfragen.zur Erledigung. Madjid Pascha erwartet Vollmachten bis Montag. Hriechenlauv. Athen, 5. Februar. Heute Nachmittag find in Gegenwart des Königs bei den Ausgrabungen auf der Akropolis, neben dem Erechtheion, in einer Tiefe von 3 Metern, drei vollständig erhaltene weibliche Statuen mit Farbenspuren, sowie zwei Köpfe von über Lebensgröße gefunden worden. Sie gehören zu den besterhaltenen Monumenten der griechischen Blldhauerei und sind von schöner Arbeit aus der Zeit des Phidias. Telegraphische Depesche«. Wolff'S telrgr. «orrespondrrrz - Bureau. Bukarest, 7. Februar. Die Deputirtenkammer votirte die Regierungsvorlage, betreffend die Befestigung von Bukarest, zur Deckung der Kosten soll eine Renten- cmission bis zum Betrage von 6 Millionen erfolgen. Die Arbeiten sollen bis zum Jahre 1890 fertiggestellt werden. L vH les. ==■ Gießen, 8. Februar. sStadtverordnetensitzung den 6. Februar, Nachmittags 5 U&r.] In der heutigen Sitzung, welche fast 2 Stunden in Anspruch nahm, wurde die von den Herren M. Homberg er und Commercienrath Noll entworfene Eingabe an das Großh. Ministerium, betreffend Abwehr gegen das geplante Brannüvein- monopol, genehmigt. Gießen, 8. Februar. Vor einigen Tagen brachten die „Oberhessischen Nachrichten" und nach denselben verschiedene andere Blätter die Mittheilung von der Verlegung der Central-Werkstätte der Main-Weser-Bahn von Frankfurt nach Gießen und damit verknüpften Neubauten, Arbeiterwohnunaen und Zuzug von über 1000 Menschen ?c So schön die Nachricht für unsere Stadt auch klang, so hegten wir doch an derselben Zweifel und hielten es im Interesse unserer Leser für geboten, an directer Stelle an- zufragen, ob solche begründet sei. Wir erhielten nun von Königlicher Eisenbahn Direction zu Hannover nachstehende Antwort: „Auf die gefällige Anfrage vom 4. d. M. erwidern wir ergebenst, daß die angeblich in den dort erscheinenden „Oberhessischen Nachrichten" enthaltenen Mittheilungen von einer beabsichtigten Verlegung der Central-Werkstätte der Main-Weser-Bahn nach Gießen jeder thatsächlichen Grundlage entbehren." Gießen, 8. Februar. Ueber die Kältegrade der Monate Januar v. I. und Januar d. I. berichtet uns ein Freund aus der Umgegend (% Stunde von hier), daß nach seinen Aufzeichnungen der Januar 1885 deren 102*/2, der Januar 1886 aber nur 58^2 aufweist. B. Vermischtes X Darmstadt, 7. Februar. Wir erwähnten schon, daß in diesem Winter, weil das Trauerjahr für die verewigte Frau Prinzessin Karl noch nicht abgelaufen sei, Hofbälle nicht stattfinden würden. Dafür wurde gestern Abend 8 Uhr im Palais am Luisenplatz ein Hofconcert abgehalten. Demselben wohnten bei: Se. König!. Hoheit der Großherzog/ Se. König!. Hoheit der Erbgroßherzog, Ihre Großherzoglichen Hoheiten die Prinzessinnen Victoria und Irene, Ihre Großherzoglichen Hoheiten die Prinzen Heinrich, Wilhelm und Alexander, Ihre Durchlaucht die Prinzessin von Battenberg, Se. Durchl. der Prinz Ludwig von Battenberg, Se. Erl. der Graf und Ihre Durchl. die Gräfin zu Erbach-Schönberg. Einladungen dazu waren ergangen an die höheren Civilbeamten, an die Officiere, an die Herren und Damen der Hofgesellschaft. im Ganzen etwa 250. Als ausübende Künstler waren Mitglieder der Hofoper und die Hofmusik unter Leitung des Hofkapellmeisters Herrn Willem de Haan befohlen. Die Hofsängerinnen Mayr-Olbrich, Roth und Finkelstein, sowie die Hofsänger Bär, Hofmüller, Feßler und Hillmeister vertraten den vocalen Theil des Abends. Als Jnstrumentalsolist fungirte Herr Hofconcertmeister Otto Hohlfels, der die Wieniaws- ky'sche Legende für Violine spielte, wobei Herr de Haan die Clavierbegleituna ausführte. Im klebrigen war das Programm ebenso reichhaltig, als abwechselnd, sodaß bei der tüchtigen Ausführung desselben das Interesse der Zuhörer bis zum Schlüsse unvermindert blieb. Nach Beendigung des Concertes wurden verschiedene Erfrischungen gereicht, zu welchem Zwecke in denjenigen Räumen, welche dem Concertsaal benachbart liegen, fünf Buffets errichtet waren. Erwähnt sei noch, daß der Hofgärtner Dittmann die Festräume auf's Geschmackvollste decorirt hatte. — Heute legt der Hof für den verstorbenen Erbprinzen von Anhalt, welcher bekanntlich eine Verwandte unseres Fürstenhauses, die Prinzessin Elisabeth von Hessen-Philippsruhe geheirathet hatte, die Trauer an. Frankfurt a. M. Die Blüthengallerien des hiesigen Valmengartens machen nun schon durch zwei Monaten ihrem Namen volle Ehre und in diesen herrlichen Gängen vergißt man ganz die Jahreszeit, in der wir leben. Wir glauben Einheimischen und noch mehr unseren freundlichen Nachbarn einen Liebesdienst zu erweisen, wenn wir Alle auf den zur Zeit in höchstem Blüthenflor stehenden Camelien-Hain aufmerksam machen. Es ist dem jetzigen Leiter der gärtnerischen Abtheilung des Palmengartens gelungen, diese stolzen Pflanzen zu einer Vollkommenheit und Großartigkeit der Knospen und Blumen zu bringen, wie wir solche noch nicht sahen und es ist dies eine Leistung, die von Fachmännern und Liebhabern einstimmig als hervorragend bezeichnet wird. Hier im herrlichen Palmengarten kann man unter den Camelien wandeln und alle Blüthen in nächster Nähe beschauen, während man früher in Biebrich nur in die einzelnen Häuser, in welchen die Pflanzen cultivirt wurden, hineinschauen konnte. Außer dem in diesem Jahre reichen Camelienflor bietet die Sammlung noch reiche Schätze an Azaleen, Cyclamen, Cinerarien, Hyacinthen, Tulpen, Orchideen und wie alle die lieblichen Kinder Floras heißen mögen. Wer jetzt schon einmal Frühling athmen will, der wallfahre nach dem Garten der Palmen und den Lieblingen der holden „Flora". F.rankfurt a. M., 4. Februar. 2400 JL für einen Kirsch bäum sind von der Eisenbahn-Direction Frankfurt einem Nieder-Lahnsteiner Grundbesitzer gezahlt worden. Der dortige Bahnhof war zu vergrößern und dazu der Baum, der dem Eigenthümer nach dessen Angabe jährlich eine bedeutende Ernte cinbrachte, zu entfernen. Der Besitzer hatte ursprünglich 3600 für den Baum verlangt. Berlin, 3. Februar. Ueber einen merkwürdigen Fang, den die hiesigen Fischmeister Gebrüder Dannhaus am Sonntag Abend in der Spree, nahe der Kurfürstenbrücke, gemacht haben, weiß ein Reporter Folgendes zu berichten: Die genannten Fischmeister fingen am bezeichneten Abend einen mächtigen Karpfen, der am unteren Theile des Fischmaules einen Ring trug, aus dessen durch Rost zum Theil zerstörter Gravirung nur so viel mit Sicherheit entziffert werden konnte, daß dieser Karpfen int Jahre 1618 zu Haselhorst in das Wasser gesetzt worden sei. Der beschuppte Spreebewohner hätte demnach ein Alter von etwa 270 Jahren. Der Karpfen, der 1 Meter lang ist und einen Umfang von 78 Zentimeter hat, wiegt 36 Pfund; er wird so lange als möglich lebend erhalten werden; der Ring, den der Riesenfisch trug, soll dem Märkischen Museum übergeben werden. Kiel, 3. Februar. Ein absonderliches Pech und dabei doch wieder ein eigenartiges Glück hatte dieser Tage ein hiesiger Bruder Studio. Stark angezecht, wollte derselbe Nachts seine im dritten Stockwerk eines Hauses der Holstenstraße belegene Wohnung aufsuchen. Die Eiugangsthür ist mit einem Glasfenster versehen, gleichzeitig befindet sich jedoch auf demselben Corridor ein nach dem Hofe hinausgehendes Fenster. Statt nun Richtung auf die Thür zu nehmen, schoß der Angenebelte auf das Hoffenster los und fuhr sofort durch die Scheiben in's Freie. Auf dem Hofe wurde von den Einwohnern des Hauses plötzlich ein Fall vernommen und bald darauf ein anhaltendes Stöhnen bemerkbar, so daß der Hauswirth, ein Conditor, aufstand und mit seinem Gesellen die Sache untersuchte. Da fand er denn den Miether aus dem dritten Stockwerk in kläglichem Zustande. Nachdem man den vollständig Hilflosen in seine Stube und iu's Bett gebracht, holte man den Arzt, der indeß außer einer spirituosen Bewußtlosigkeit an dem Patienten nichts entdecken konnte als etwas blutunterlaufene Füße. In einigen Tagen wird der Luftspringer wieder wohlauf sein. Augsburg, 6. Februar. Der Raubmörder Alo'.s Maier (von Karres) wurde soeben, 7f/< Uhr früh, mittels der Guillotine durch den Münchener Scharfrichter hin- gerichtet. Der Delinquent starb gebrochen und reuig. Newyork, 3. Februar. Im abgelaufenen Jahre betrug die Zahl der Einwanderer in den Vereinigten Staaten 326,411 gegen 403,320 im Jahre 1884. Aus Großbritannien und Irland kamen 18,000 und aus Deutschland 47,000 weniger an als im Jahre vorher. Rußland und Italien dagegen sandten je 1000 mehr. Musik. *** Gieße«/7. Februar 1886. Wir schlossen unsere Vorberichte über Schumann's „Paradies und Peri" mit einem Hinweis auf Mühen und Fleiß, welche sichere Leiter einer würdigen Aufführung des Werkes sein müssen und wir glauben, daß Niemand von dem überaus zahlreichen Publikum, das am Sonntag Abend in Stein's Garten versammelt war auch nur im Geringsten an uni ernt Ausspruch zweifelt. So herrlich, so unvergleichlich schön das Werk ist, so reich ist es auch an Klippen und unschiffbaren Stellen, welche zu Überwinden nur .einem tüchtigen und erfahrenen Steuermann beschieden ist. Wie sich unter der kunstgeübten Hand des Baumeisters Stein auf Stein zu einem erhabenen Ganzen fügt, so wächst unter der Hand des Musikdirectors das musikalische Gebäude allmälig empor und geht seiner hohen Vollendung entgegen und von einer solchen darf wohl heute mit vollem Recht die Rede sein. Die ganze große Schaar vom Orchester hinauf bis zur anmuthigsten Damen- Flora schien sich unter dem Scepter des Herrn Musikdirectors Felchner der großen Aufgabe bewußt und ebenso der Dirigent, an dessen Taktschlag aller Augen hingen, Lust und Leben sprühend, so daß^die in allen Theilen vortreffliche Aufführung erzielt wurde. Lagen auch die Chöre anfangs in einem gewissen Bann, der sich besonders bei den Sopranstimmen geltend machte, so räumte derselbe doch bald einer warmen Hingebung den Platz ein und ließ die Stimmen freier, heller erklingen, vornehmlich in dem reizenden Chore der Houris. Die "Männerstimmen überraschten uns in erster Linie bei dem Satz: „Gazna lebe! es sterbe der Tyrann", wo die Bässe ausgezeichnet eingriffen, während sich die Tenöre wacker behaupteten. Das Orchester stand auf der ganzen Höhe seiner Leistungsfähigkeit und begleitete zweiten sogar mustergiltig, überall aber mit Decenz und Geschmack, es bildete im wahrsten Sinne des Wortes den Hintergrund zu einem farbenvollen lieblichen Gemälde und wußte zu Schumann's decorativen Gesängen den geeigneten Ton zu treffen, um den Hörer ganz in die Handlung der Dichtung zu versetzen. Kommen wir nun zu den Solisten, den Trägern der Handlung, so müssen wir dem Fräulein Sophie Bosse aus Cöln zuerst unsere Aufmerksamkeit zuwenden sie nahm so viel unseres Interesses in Anspruch, daß wir es für eine angenehme Pflicht halten, ihre Leistung eingehend zu besprechen. Die Peri, wie sie Schumann geschaffen fand in der jungendlichen Sängerin eine wahrhaft bedeutende Vertreterin und wenn sie schon in der Arie: „Wie glücklich sie wandeln" für sich einnahm, so steigerten sich die Sympathien, die sie erweckte, von Gesang zu Gesang. Von hinreißender Wirkung waren Fräulein Bosse's „O laß' mich von der Luft durchdringen" und ihr /Freud' ew'ge Freude, mein Werk ist gethan". Feuer und Leben sprach aus ihr und "deshalb durfte sie auch im Siegesbewußtsein vor das Publikum hintreten. 7 imüer: ^«Uen ge: .^hiiaiut J °cn Dtt: Fürsten- ^l»ier an, !nf Zachen herrlichen arien^ ge: r knospen 1 wird, ndeln und M in die e. Außer he Schuhe le alle die n Garten von der i worden. MUmer Der Beten Fisch- nrfürften: imanntcn i unteren zerstörter rpfen im e Spree- 1 Mer so lange soll beut in eigen; t, wollte belegene l, ßkld); gehendes beite aus em Hofe d darauf aufstand ther aus öig Hils- 'ß außer s etwas c wohl- •) wmde >ter hin- ier Ein- L Aus u'ger an Peri" m Auf- überaus lt war, Klippen ilhreneil tein zu rs das m und Mengroßen hingen, erzielt ers bei lärmen jjinlid) erster eichnct leitete te im mälde , um n wir gaffen, wenn n siel' rkung rtub’r shalb Kirchliche Anzeigen der evangrl. Gemeinde. Heute, Montag, Abend 8 Uhr, Bibelftunde in der Kleinkinderschule, 1. Jo- hannesbrief Kap. 4, von Vers 1 an, Pfarrer Dr. Naumann. Fräulein Lensmann auS Frankfurt a. M. wirkte in den Mezzo Sopran und Lltsoli's mit angenehmer Stimme, der Wohllaut und Färbung nicht abzusprechen ist, aber sie hatte einen zu schweren Stand ihrer Partnerin gegenüber, um ganz zur Geltung zu kommen. Herr Franz Litzinger au5 Düsseldorf, begabt mit umfangreichem, kräftigem Tenor, sang mit edlem Ausdruck und bewies durch Lösung seiner Aufgabe, daß er die Haupterfordernisse des Sängers neben gediegener Schule besitzt. Auch Herr I. Halm aus Gießen fand sich mit der Baßpartie recht löblich ab. Verfügt er auch nicht über großes Stimmmaterial, so versteht er mit seinen Mitteln hauszuhalten und bewirkt damit eine gewisse Größe, auch Verständniß und Ausdruck halfen ihm den Satz: „'s war eine Zeit, du selig Kind" mit ergreifender Wirkung auszustatten. Das ganze Goncert trug, wie schon erwähnt, den Stempel des Vollendeten und wird sicherlich die beste Befriedigung hervorgerufen haben. — a— Hantzei und Besetz*. Grünberg, 6. Februar. (Fruchtpreise.) Weizen JL 16.50, Korn JL 13.70, Gerste JL 12.60, Hafer JL 12.80, Erbsen JL 16.00, Linsen JL 00.00, Lein JL 00.00, Samen JL 00.00, Kartoffeln JL 0.00, Wicken 00.00. Repertoir der vereinigten Ltadttheater zu Frankfurt a. M. vpernha«-. Dienstag den 8. Februar: Figaro's Hochzeit. . Mittwoch den 10. Februar: Vorstellung bet ermäßigten Preisen. Der Postillon von Lonjumeau. (Ehapelou: Herr Nachbaur als Gast.) Außer Abonnement. Donnerstag den 11. Februar: Neu einstudirt: Die Königin von Saba. Freitag den 12. Februar geschlossen. Samstag den 13. Februar: Der fliegende Holländer. Sonntag den 14. Februar, Nachmittags 3% Uhr: Zum 25. und letzten Male: Prinzessin Goldhaar. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Der Prophet. (Johann von Leyden: Herr Nachbaur als Gast.) Schauspielhaus. Dienstag den 9. Februar: Hamlet. Mittwoch den 10. Februar: Daniela. Donnerstag den 11. Januar geschlossen. Freitag den 12. Januar: Neu einstudirt: Maria Stuart. Samstag den 13. Februar: Ein Tropfen Gift. Sonntag den 14. Februar: Maria Stuart. Dienstag den 16. Februar: Zum ersten Male: Alexandra. Familien-Dramr in 4 Akten von Richard Voß. Ein Gut § von ca. 160 Acker Land und Wiesen, wovon ca. 50 Acker Land mit Winterfrucht bestellt, nebst einer Mühle im Kreise Gelnhausen gelegen, stehen unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Schriftl. Off. unter R. 7131 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. 868 Um mein Lager in Wmttr-Hchuhwaaren zu räumen, verkaufe ich zu staunend billigen Preisen. 8. Süß. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Betreffend: Feststellung der Baufluchtlinien für die Marktstraße. Der Plan über die von der Stadtverordneten-Versammlung festgestellten Baufluchtlinien für die Marktstraße liegt 14 Tage auf dem Bureau des Stadtbaumeisters zur Einsicht offen, während welcher Zeit Einwendungen bei Vermeidung des Ausschlusses bei der unterzeichneten Behörde anzubringen sind. Gießen, den 6. Februar 1886. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Heß, Beigeordneter._______________________906 Holz-Versteigerung Die Holzversteigerungen vom 3. und 4. d. M. in der Ober- strsterei Schiff en berg sind genehmigt. Die Abfuhrscheine können von Samstag den 13. d- Mts. an bei Großh. Rentamt Gießen bezogen werden. Die Ueberweisung des Holzes findet Montag den 15. d. M., Morgens 8 Uhr, statt. Gießen, den 5. Februar 1886. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. Heyer.________888 Holzversteigerung im Anneröder Gemeindewald. Donnerstag den 11. Februar, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Anneröder Gemeindewald, in den Distrikten Köpfet und Wolfskaut nachverzeichnetes Holz versteigert werden : 34 Rm. Nadel-Scheitholz, 108 , „ Knüppel, 50 „ „ Stöcke, 1510 Nadel-Wellen, 5 Rm. Eichen- und Birken-Scheit- holz, 7 N Eichen-Knüppel, 4 „ „ Stöcke, 200 Eichen-Wellen, 14 Eichen-Stämme mit 2, 60 Fm 85 Nadel- „ „ 30,18 „ 15 Eichen-Stangen „ 0,99 „ 11 Nadel- „ „ . 1,8 „ Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße am Fahrweg nach Rödgen. Annerod, am 4. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Annerod. _________Engelhardt._____823 Mittwoch den 10. Februar, Nachmittags 2 Uhr, werden auf dem Bureau des Unterzeichneten: Sopha's, Kommoden, Kleiderschränke, Console. Tische, Uhren, 1 Nähmaschine, 1 Stoßkarren, 1 Bierwagen und 1 Flobertflinte gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, am 7. Februar 1886. Geißler, 903______________________Gerichtsvollzieher. Dienstag den 9. Februar l. I., Nachmittags i/s3 Uhr, bringe ich im Saale des Cafe Leib dahier zur Versteigerung: a. zwangsweise: 1 fast neuen aroßen Theater-Vorhang, 8Coulissen, 6 Sof- siten, 1 Prosceniumsdecoration; d. freiwillig: verschiedene Theatergarderobestücke (Herren -Masken-Anzüge). Gießen, den 1. Februar 1886. Bühner, 315 Gr. Gerichtsvollzieher. in derfürstl.MersörstereiLich. Im Dlstrict „Hard" soll uachver- zeichnetes Holz versteigert werden: Montag den 13* Februar Scheith. Prügelh. Stockh. Neish. Raummeter Wellen Buchen 22 277 37 1880 Eichen — 86 185 5240 Nadelholz - 2 6 350 Dienstag den 16. Februar 54 Eichenstämme von 15—49 cm Durchmesser, mit 25,39 fm, 33 Fichten-, Kiefern- und Lärchenstämme von 15—31 cm Durchmesser, mit 10,09 fm, 84 Eichenstangen mit 6,01 fm und 772 Fichten-, Kiefern- und Lärchenstangen mit 28,98 fm Inhalt. Zusammenkunft jedesmal Morgens 10 Uhr bei Kolnhausen. Lich, am 6. Februar 1886. 891 Wimmenauer, Forstrath. Freitag den 12. d. M. werden im Bettenhaus euer Mark- und Gemeindewald versteigert: 63 Festm. Kiefern- und Fichtenstämme, von 15—33 Ctm. Durchmesser und 8—19 Mir. Länge, 3 Festm. Hainbuchen-Stämme, 9 Festm Fichten-Reisstangen, 68 Rm. Buchen-Scheiter, 47 „ Buchen- u. Kiefern-Knüppel, 308 „ Eichen-Durchforstungsreiser 4002 Buchen-, Eichen- und Kiefern- Wellen, 105 Rm. Buchen- u. Kiefern-Stöcke. Die Zusammenkunft ist im Hinterwald, Vormittags 9 Uhr, bei der Holzhauerhütte. Bettenhausen, am 7. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Bettenhausen. Rückel. 894 Donnerstag den 11 Februar, Vormittags 10 Uhr, läßt der Unterzeichnete folgende Mobiliargegenstände in seiner Wohnung gegen Baarzahlung versteigern: eine Handdreschmaschine (gut), ein Schlitten (noch neu), Pferdegeschirre und Kummete, Teppiche, ein Zweispänner Wagen (neu), einige Ketten, ein Haferkasten, ein Schiff, eine große Waschbütte, mehrere Fässer, eine Aepselkelter. Bemerkt wird, daß alles noch gut im Stande ist. Reiskirchen, am 6. Februar 1886. 889 Philipp Morgel. Bau- u. Schnittholz- Versteigerung. Donnerstag den 11. und Freitag den 12. d. Mts. soll in dem Ettingshäuser Gemeindewald, Distrikt Klingezüpfen, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 17 Eichen-Stämme, bis 13 Meter Länge, mit 17 Festm. Inhalt, 486 Fichten-Stämme, bis 20 Meter Länge, mit 276 Festm. Inhalt, 242 Fichten-Derbstangen, mit 26 Fm. Inhalt, 146 Kiefern-Stümme, mit 37 Festm. Inhalt, 344 Fichten- und Kiefern-Reisstangen mit 9 Festm. Inhalt. Zusammenkunft an beiden Tagen Morgens 10 Uhr im Klingezüpfen. Bemerkt wird, daß das Eichenholz den Freitag zur Versteigerung kommt und daß sämmtliches Holz gut abzufahren ist. Ettingshausen, 8. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. __________Launsp a ch. 849 Dienstag den 16. Februar, Nachmittags 2 Uhr, 904 wird Flügelsgasse 20 der Nachlaß des I. Horn: Kleiderschrank, Schrank mit Glasaufsatz, Küchenschrank, Kommode, Tische, Stühle, gutes Bettwerk und Weiß- zeug, Küchengeschirr u. sonst, versteigert. Im Auftr.: Müller, Ortsgerichtsmann. Aeikgevotmes. Prima Schellfische, heute, prima Hecht, morgen, 905 bei O Klelnhenn. 907] Doppelpult, Briefreal und sonstige Comptoirutensilien au verkaufen. Bleichstraße 9, parterre. Täglich 9011 frische Eier per Stück 6 bis 7 sowie alle Sorten Tafelobst von den geringsten bis zu den feinsten. ■ Apfelsinen prima Maare, per Dutzend 80, 90 $ bis 1 JL ■ „ empfiehlt die Früchtehandlung von jPrees* 59 Neustadt 59. Ball-Blumen in großer Auswahl zu sehr billigen Preisen. 806 Ph. Ellinger. von Heute und Irische Backfische, per Pfund 25 H (Weißfische und Plötze), am Mittwoch auch Schellfische, Feinste Kieler Sprotten und Bücklinge, Pfund 60 Pf., Ger. Flundern, Aal in Gelee, Caviar, Sardellen, Anchovis, Rollmöpse, Apetit Sild re. rc. Ballschuhe in großer Auswahl zu den billigsten Preisen bei 869 L. 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Bl- Forderungen an den verstorbenen Ludwig Bogt dahier bittet man an Unterzeichneten einzureichen; ebenso werden Diejenigen, welche noch Zahlungen zu leisten haben, aufgefordert, solche binnen 14 Tagen an den Bevollmächtigten zu entrichten. Gießen, 8. Febr. 1886. Tü. Vogt, 899 Loweugaffe. Chilisalpeter-Agentur. Ein erstes Hamburger Haus bat die Vertretung in Chilisalpeter für Gießen zu vergeben. Nur mit den allerbesten Referenzen ausgestattete und bei der Kundschaft vorzüglich eingeführte Bewerber wollen Offerte einreichen sub H. Y. 248 an Rudolf Moste in Hamburg. 892 791 Ein 8tud. ertheilt Unterricht im Französischen und Englischen und der Mathematik, auch übernimmt derselbe spec. Vorbereitung für Beamten- und höhere Schulexaminas. Näheres Frankfurterstraße 69 I. Herren- u. Damen-Wäsche. 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