M. 182, Zweitss Blatt Sonntag den 8. August 1886« iehener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. W«««, m« r»ggy; Wochen - Ueberficht. Gießen. 7. August. Die festlichen Tage von Heidelberg warfen m dieser Woche Hre Strahlen weithin durch das deutsche Land und all' die zündenden, zum Theil äußerst markigen Reden, welche in der alten Musenstadt am Neckarstrom anläßlich des 500jährigen Jubiläums der Heidelberger alma mater, der altehrwürdigen und dock wiederum ewig-jungen Ruperto-Carola, gehalten wurden, fanden überall im Reiche den lebhaftesten Widerhall. Mit besonderer Zustimmung ist aber vom deutschen Volke die kernige Rede ausgenommen worden, welche Kronprinz Friedrich Wilhelm als Vertreter seines kaiserlichen Vaters am Dienstag, dem ersten osficiellen Festtage, in der Aula der Heidelberger Uni- versttät gehalten bat. Seine Worte, welche begeistert den Kamps priesen, den die Heidelberger Hochschule um Glaubens- und Forschungsrecht geführt und die dann in nachdrücklicher Weise daraus htnwiesen, wie nur fortgesetztes ernstes Streben nicht nur auf dem Felde der Wissenschaften, sondern auch im geschichtlichen und bürgerlichen Leben die errungenen Ziele sestzuhalten vermöge, waren Goldes werth und verliehen so recht erst der großen wissenschaftlichen Feier in der berühmten Neckarstadt die eigentliche Weihe. Die Rede des ritterlichen Erben des deutschen Kaiserthrones war von echt deutschem und nationalem Geiste durchweht und gipfelte in dem bedeutsamen Hinweise darauf, wie gerade in Heidelberg sich die Deutschen aller Gauen als Söhne Eine» Datei la d s erkannt und wie die Söhne des Nordens und des Südens unseres großen Vaterlandes sich hier als Brüder lieben gelernt und wieder heimgekehrt seien, um dm Glauben an die alle deutschen Stämme umsaffende Volksgemeinschaft we>'t r auszu- breiten. Nicht minder trefflich und ebenfalls in wahrhaft patriotischem Geiste gehalten erwies sich auch die Ansprache de» Großherzogs Friedrich, des erlauchten rector magnificentissimus der Heidelberger Universität, an die Fest- Versammlung, die namentlich der geschichtlichen Vergangenheit der Universität und der landesväterlichm Fürsorge, welche die Vorfahren des Großherzogs der .Ruperto-Carola allzeit gewidmet, gedachte. Nicht minder zeichneten sich auch die übrigen Festreden in der Aula durch Wärme und Innigkeit aus und besonders sympathisch berührten die herzlichen Worte, welche der Vertreter der französischen Wissenschaft, Proseffor Jules Zeller, und der Abgesandte des Papstes, der Kämmerer Stevenson, der Heidelberger Universität widmeten, denn sie bewiesen, daß aus der Heidelberger Jubelfeier kein Raum für kleinliche, die wissenschaftlichen Bestrebungen oft hindernden nationalen und consessionellen Schranken war. Und auch an den folgenden Festtagen und an den verschiedensten Orten sind noch so manche treffliche Reden gehalten, ist noch so manches bedeutsame Wort gesprochen worden, deren einzelne Aufzählung uns an dieser Stelle indessen zu weit führen würde. Nur wollen wir noch der erhebenden Trinksprüche gedenken, die am Mittwoch aus dem Festmahle im Museum vom Großherzog Friedrich auf Kaiser Wilhelm und vom deutschen Kronprinzen auf den badischen Herrscher ausgebracht wurden und welche von der zahlreichen, glänzenden Versammlung mit brausender Begeisterung ausgenommen wurden. Im Uebrigen boten natürlich die Heidelberger Festlichkeiten, unter denen besonders auch das Schloßfest .hervorragle, in ihrer Verschiedenartigkeit und Ausdehnung ein außerordentlich glänzendes Gesammtbild dar und diejenigen, denen es vergönnt war, den Festtagen in Altheidelberg mit beizuwohnen, werden die Erinnerung an dieselben gewiß noch lange im Herzen tragen. Von der herrlichen, fröhlichen Musenstadt amNeckar wendet sich aber der Blick sofort zu einem anderen erhebenden und schönen Bilde fern am Fuße der salzburger Alpen — zu der an diesem Sonntage stattfindenden Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef in Gastein. Seit langen Jahren schon pflegt der greise Herrscher auf Deutschlands Kai'erthrone seinen Badeaufenthalt aus österreichischem Boden durch diese Zusammenkunft mit seinem erlauchten Freunde und Alliirten, dem österreichischen Kaiser, zu beschließen und letztere bildet somit auch diesmal den Beschluß der Gasteiner Kur Kaiser Wilhelms, denn am Vormittag des 12. August wird ÄNser Kaiser bereits wieder in seiner Sommer-Residenz Babelsberg angelangt sein. Der Friedens-Charakter dieser traditionellen Begegnung ist längst aller Welt bekannt und so bedarf es kaum einer besonderen Versicherung, daß auch diesmal der Kaisertag von Gastein die hehre Bedeutung eines Friedens-Symbols trägt, wie es nicht herrlicher gedacht werden kann. Wenn indessen die Zusammenkunft der beiden Herrscher auch in diesem Jahre von dem innigen persönlichen Freundschafts-Verhältnisse, in welchem sie zu einander stehen, wiederum Zeugniß ablegt, so besitzt die Monarchen-Entrevue am 8. August doch noch eine specielle Bedeutung, da ihr sowohl Fürst Bismarck, welcher bekanntlich schon seit Anfang dieser Woche in Gastein weilt, al» auch sein österreichischer College, Gras Kalnoky, beiwohnen wird. Erst vor Kurzem haben in Kis singen die vielerörterten Besprechungen zwischen beiden Ministern stattgesunden und nun wohnen 'sie auch der Begegnung ihrer Souveraine bei und dieser Umstand verleiht letzterer heuer ein besonderes Relief, durch welches die Unterredung der beiden befreundeten Monarchen um so wirkungsvoller heroortritt. Als ein Ereigniß nicht zu unterschätzender Tragweite muß aus den letzten Tagen auch der mehrtägige Besuch, den der chinesische Gesandte Marquis Tseng aus seiner Durchreise nach Petersburg in Deutschland gebracht hat und die ungemein auszeichnende Aufnahme, die der Vertreter Chinas Seitens der Reichsregierung gefunden, registrirt werden. Es spricht hieraus auf's Neue die sich schon bet früheren Gelegenheiten geltend machende aufrichtige Annäherung zwischen dem mächtigen deutschen Kaiserreiche und dem ebenfalls sichtlich einer Weltmachtsstellung zustrebenden Riesenreiche des fernen Ostens und dieses freundschaftliche Verhältniß dürfte in Zukunft für beide Länder sicher seine werthvollen Früchie tragen. Für jetzt zeigt sich als greifbares Resultat des gegenwärtigen Aufenthaltes des chinesischen Staatsmannes aus deutschem Boden die bevorstehende Herstellung eines deutsch - chinesischen Telegraphen, welche» Project in Berlin und Peking erwogen wirb. Die Pesther Volksversammlung in Sachen der Affaire Janski- Edelheim hat der österreichisch-ungarischen Presse die ganze Woche Anlaß zu Betrachtungen gegeben. Sieht man von den ultra-magyarischen Blättern ab, so lauten diese Preßäußerungen sehr abfällig über das Treiben der Chauvinisten jenseits der Leitha und gerade die Wiener osficiösen und halb- officiösen Preßorgane sprechen sich hierüber in einer Weise aus, welche über die Stellung, die man in den Wiener Regierungskreisen dem Gebühren der ungarischen Nationalisten gegenüber einnimmt, keinen Zweifel läßt. Nicht ohne besondere Bedeutung erscheint es daher, daß der ungarische Ministerpräsident, Herr Tisza, am Mittwoch am Sommerlager des Kaisers von Oesterreich in Ischl eingetroffen ist und hängt diese Reise des ungarischen Premiers offenbar mit den jüngsten Pesther Vorgängen zusammen. Frankreich hatte auch in dieser Woche seine „Affaire Boulanger". Durch die photographische Vervielfältigung und Veröffentlichung der Ergebenheitsbriefe, welche der jetzige französische Kriegsminister bereits vor Jahren an den Herzog von Aumate gerichtet hat, sieht sich Herr Boularger ge- nöthigt, das von ihm bisher beliebte System des Leugnens in dieser eigen- thümlichen Angelegenheit auszugeben. Aber auch die nachträglichen Rechtfertigungsversuche des Ministers sind so kläglich ausgefallen, daß selbst in den Pariser radicalen Kreisen Zweifel auftauchen, ob unter solchen Umständen Boulanger sich in seiner Stellung noch lange werde halten können. Jedenfalls hat Frankreich lange keinen Minister gehabt, der sich in der Oeffent- lichkeit fortgesetzt so schwer compromittirt wie Boulanger. Die französischen Generalrathswahlen haben den Monarchisten im ersten Wahlgange einen positiven Gewinn von sieben Sitzen gebracht. Die noch ausstehenden 177 Stichwahlen werden voraussichtlich fast durchgängig zu Gunsten der Republikaner aussallen. Das Papstthum hat mit der nun erfolgten Anknüpfung geregelter diplomatischer Beziehungen zu China einen bemerkenswerthen Erfolg in Ost- asien zu verzeichnen. Bei der die vaticanische Diplomatie von jeher auszeichnenden Klugheit kann es nicht fehlen, daß jene auch die Errichtung einer quasi päpstlichen Nuntiatur in Peking im Nutzen des heiligen Stuhles auszubeuten versuchen wird. Im Lande der Kastanien „kriselt's" wieder einmal. Auf die Demission des spanischen Finanzministers Camacho ist diejenige des Directors im spanischen Kriegsministerium, Salamanca, gefolgt. Der genannte General ist aus der Karolinen-Affaire durch seine Prahlereien gegen Deutschland hinlänglich bekannt. Das neue englische Cabinet Salisbury steht mit der in dieser Woche erfolgten Ernennung auch der Unterstaatssecretäre nach ziemlich langen Geburtswehen fix und fertig da. Im Ganzen zählt das zweite Ministerium Salisbury 14 ordentliche Mitglieder, von denen die Mehrzahl schon früher Ministerposten eingenommen hat. Einzelne Ernennungen begegnen einer recht abfälligen Kritik in der englischen Presse, wie diejenige der Staatssecretäre für Indien, für die Colonien und für das Handelsamt und es ist nicht ohne Bedeutung, daß sogar conservative Blätter in diese abfällige Kritik mit einstimmen. Die Freiheitsberaubung de.s Journalisten Cutting, eines amerikanischen Bürgers, durch die mexikanischen Grenzbehörden, hat zu ernsten Vorstellungen der Unionsregierung bei der mexikanischen Regierung geführt. Es ist anzunehmen, daß Mexiko der Forderung Nordamerikas auf unverzügliche Freigebung Cutting's nachgeben wird. Die demokratische Partei der Vereinigten Staaten hat einen schweren Verlust zu verzeichnen, indem das anerkannte Haupt dieser Partei, Samuel Tilden, mit Tod abgegangen ist. Es dürfte nicht leicht sein, für Tilden, der zum Führer einer politischen Partei wie geboren war, einen geeigneten Ersatzmann zu verschaffen, zumal da Tilden auch bei seinen politischen Gegnern sich der größten Hochachtung erfreute.____ Universität- - Chronik. — Zum Rector der Berliner Universität ist für das Studienjahr 1886—87 der Altphilologe Professor Vahlen gewählt worden. Dekan der philosophischen Fakultät wurde der Mathematiker Professor Kron eck er, Dekan der juristischen Fakultät Professor Hü bl er, Dekan der medicinischen Fakultät Professor Dubois- Neymond, Dekan der theologischen Fakultät Professor Weiß. BesWischte-. - Ueber die Coca schreibt Herr Or. L. K. Haskarl aus Cleve: Im^ Rotterdamer Courant vom 3. v. M. findet sich ein beachtenswerther Aufsatz über die Coca und ihren Anbau auf Java. Diese Pflanze habe ich schon im Jahre 1853 ber meiner Rückkehr aus Peru, von wo ich die Pflanzen des Chinarindcnbaume» nach Java gebracht, zum Anbau anempfohlen. Meine Coca-Pflanzen wurden aber anfangs kaum beachtet; bald sogar wurde mir deren Anbau vom General-Gouverneur von Rieder- ländisch-Jndien verboten. Durch Krankheit gezwungen, Java zu verlassen und nach Europa zurückzukehren, vernahm ich nichts weiter, was aus meinen Pflanzen geworden. -war, bis ich den erwähnten Aufsatz zu Gesicht bekam, den ich hier in Uebersetzung folgen lasse: „Der Coca-Strauch ist in Süd-Amerika zu Hause, seine Blätter werden getrocknet und möglichst rasch zu Extract oder Alkaloid verarbeitet. Der Coquero — so nennt man in Süd-Amerika die Liebhaber der Coca — gebraucht sie als anregendes Mittel für Körper und Geist. In Peru ist das Kauen der Cocablätter ebenso allgemein und so lange im Gebrauch als das Sici-Kauen auf Java. Seit einigen Jahren wird aber die Coca in ganz Süd-Amerika als Heil- und Genußmittel betrachtet, welches dem dort in schrecklichem Maße zunehmenden Genuß von Alkohol und Morphium entgegenzuwirken vermag. Es herrscht daselbst eine wahre Coca-Manie, Sodawasser mit einem Abguß von Coca vermischt, Coca-Wein, Coca-Liqueur und ein Gemisch von Coca, Chocolade, Kaffee, was Cocabola genannt und in allen Kaffeehäusern feilgeboten wird. Daß Coca in der Heilkunde vielfältig als betäubenbes Mittel zur Anwendung kommt, ist allgemein bekannt. Nach Angabe einiger Schriftsteller hat Dr. Haskarl bereits 1853/54 die Coca auf Java eingeführt, den Anbau derselben jedoch aufgeben müssen, weil die Regierung nachtheilige Folgen für die Inländer und auch wohl für den Opiumhandel fürchtete. Neuerdings sind im botanischen Garten zu Buitenzorg auf Java Versuche damit gemacht worden, sowie auch Privatleute in den Preangern- Regentschaften (Java) die Zucht der Coca versucht haben. Diese Pflanze wächst in den feuchteren Gegenden Süd-Amerikas bis zu etwa 6000 Fuß Höhe über der Meeresfläche. Man sät sie im December oder Januar auf bedeckte Beete und versetzt die Pflanzen ein Jahr später auf Bergabhänge. Mit IV2 Jahren erlangt die Coca eine Höhe von P/2—2 Meter und liefert die ersten brauchbaren Blätter. Der Strauch wird etwa 40 Jahre alt und erneuert mehrere Male im Jahre seine Blätter. Ein Haupterforderniß ist, daß die Blätter schleunigst in der Sonne getrocknet werden, um sie sogleich zu versenden. Um die Verminderung ihres Gehaltes durch das Versenden zu verhindern, haben zwei Deutsche in Lima Fabriken angelegt. Wollte oder könnte man in den Hauptstädten auf Java diesem Beispiele folgen, so müßten — in Betracht, daß eine Einrichtung zur Verarbeitung der Blätter zu Extract oder Alkaloid sehr theuer ist und einen tüchtigen technischen Chemiker zur Leitung derselben verlangt — diese getrockneten Blätter auf Eisenbahnen nacb den Häfen und mit Schnellbooten nach Europa versandt werden. Der Anbau der Coca scheint nickt theuer zu sein; sie bringt ein rascheres und anhaltenderes Erträgniß als der Kaffeestrauch und vergütet schon als zweijährige Pflanze die Zinsen des Anlagecapitals; verlassene oder eingegangene Kaffee- oder China-Pflanzungen könnten besonders gut dazu verwandt werden. Jedenfalls ist es der Mühe werth, näher zu untersuchen, was dazu nöthig ist." — [lieber Holzconservirung.^ Eine volkswirthschaftliche Frage von großer Wichtigkeit, deren Lösung allgemeines Interesse bietet, ist die Dauerhastmachung des bearbeiteten Holzes. Es kann der aufmerksamsten Beobachtung nicht entgehen, wie viele Holzbauten und Holzgegenstände aller Art ohne genügenden Schutz der Witterung und dem Verderben, dem Schwamm und der Fäulniß preisgegeben werden, deren Haltbarkeit auf einfache Weise mit unbedeutenden Kosten wesentlich erhöht werden könnte. Die bisher zum Zweck der Conservirung des Holzes meist üblichen Oelfarben- und Theeranstriche wirken keineswegs in der erwarteten Weise, denn sie decken zwar die Oberfläche, halten dadurch Lust und Näße ab, hindern aber in gleichem Maße durch Verstopfung der Poren die Verdunstung und führen somit Ersticken des Holzes herbei, so daß bei[garnicht gestrichenen Hölzern oft eine längere Dauerhaftigkeit bemerkt werden konnte. Bei der Holzconservirung gilt es tben, nicht nur Luft und Wasser abzuhalten, sondern auch Mittel zur Unschädlichmachung der inneren stickstoffhaltigen Körper zur Verwendung zu bringen. Bei Großbetrieben, z. B. für Eisenbahnschwellen und Telegraphenstangen, wird eine rationelle Dauerhastmachung meist in den Jmprägniranstalten erreicht, allein diese Art der Behandlung ist ausschließlich für transportfähige Hölzer und somit nur in beschränktem Maße möglich. Es wird daher für unseren Leserkreis von Interesse sein, ein Jmprägniröl kennen ru lernen, welches, antiseptisch, d. h. fäulnißwidrig wirkend, auf einfachste Weise mit dem Pinsel aufgetragen und daher überall verwendet werden kann, welches nicht nur auf dem Holze haftet, sondern auch in dasselbe eindringt, einen geschmackvollen Farbton verleiht und gleichzeitig infolge seiner Billigkeit eine allgemeine Anwendung ermöglicht. Diese Eigenschaften erfüllt das Carbolineum Avenarius, ein Jmprägnir- und Anstrichsöl, welches vor 11 Jahren erfunden wurde, sich aber erst während einer genügenden Zeit praktisch bewähren mußte. Dasselbe hat sich infolge seiner unbestreitbaren Vortheile in Bezug auf Conservirung aller damit behandelten Holzarten und seines billigen Preises im In- und Ausland rasch beliebt gemacht. Das Carbolineum Avenarius ist dünnflüssig und daher sehr ausgiebig, es läßt sich leicht verarbeiten, dringt in das Holz ein, macht dasselbe härter und schützt es gegen die Einflüsse der Witterung. Weichere Holzarten werden entschieden widerstandsfähiger. Giftstoffe enthält es in keiner Weise, auch ist es nicht seuergefährlich, kann also, wo besonderes Eindringen in das Holz nöthig erscheint, erwärmt aufgetragen werden, was besonders bei grünem Holz oder im Winter anzurathen ist. Kleinere Stücke imprägnirt man durch Eintauchen. Carbolinirtes Holz bekommt ein hübsches nußbraunes Aussehen, das die Masern durchscheinen läßt. Gegenüber dickflüssigem Theer, den es infolge seiner größeren Ausgiebigkeit an Billigkeit und Wirkung übertrifft, verdient Carbolineum Avenarius stets den Vorzug gegenüber Oelfarbanstrichen in allen denjenigen Fällen, wo nicht auf Erzielung eines bestimmten Farbtons, sondern auf billigen, holzconservirenden Anstrich Werth gelegt wird. Der Preis ist derart, daß im Vergleich zu genügend deckenden Oelfarbanstrichen ein Anstrich mit diesem Holzconservirungsöl etwa nur den sechsten Theil kostet. Carbolineum Avenarius ist daher von unbestreitbarem Werth für Bauzwecke: zu unteren Balkenlagen, für Stallgebülke, Giebel, Veranden, Holzschuppen, Umzäunungen^ Thore, Läden rc.; für Eisenbahnbau und Bergbau: zum Anstrich aller Hölzer, welche über und unter der Erde zur Anwendung kommen; für die Großindustrie: neben obigen Verwendungsarten besonders in Fällen, wo Holzwerk der Einwirkung schädlicher Dünste der Feuchtigkeit rc. ausgesetzt ist; für landwirthschaftliches'Inventar, als: Ackergeräthe, Wagen und Karren, Pfosten, Pfähle, Wasserfässer u. s. w. — [Aus dem Examen.! Professor: „Welche Pflanze enthält die meisten Eiweiß-Substanzen?" — Student: „Spinat und Spiegelei!" Schiff-Nachrichten. Bremen, 4. August. [Per transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Amerika, Capt. G. Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Juli von Bremen abgegangen war, ist heute wohlbehalten in Baltimore an- gekommen. Ich beabsichtige mein Besitzthum, die Heuchelheimer Mühle bekannter, idyllisch gelegener Platz bei Gießen, mit frequenter Wirthschaft, von ca. 10 Morgen eigenem Gelände bester Qualität direct umgeben, Garten, Wiesen und Obstanlagen, am 12. August, Vormittags 10 Uhr, freiwillig, am Platze selbst, einer öffentlichen Versteigerung auszusetzen. Die Mühle, bestehend aus 4 Gängen, mit französischen Mühlsteinen, Walzenstuhl 2C., alles nach neuester, bester Construction eingerichtet, mit schönen Lagerräumen für 4000 bis 5000 Sack, ist in bestem Betriebe, sowie überhaupt das ganze Anwesen in musterhaftem Zustande und kann täglich eingesehen werden. Wasserkraft gut. Das Ganze eignet sich auch zur Anlage einer größeren Brauerei oder Fabrik. Falls das erforderliche Gebot nicht erreicht werden sollte, bin ich Willens Mühle und Wirthschaft, beide allein, auf längere Zeit zu verpachten. Zu weiterer Auskunft bin ich stets gerne bereit. 5197 Frau Carl Walkman» II., Heuchelheimer Mühle bei Gießen. FrücMversleigeruyg. Nächsten Dienstag den 10. August d. I., von Vormittags 9 Uhr an, sollen in der Gemarkung Londorf, aus der Oeconomie des verstorbenen Herrn Freiherrn Carl von Nordeck zurRabenau nachstehend verzeichnete Fruchtgattungen auf dem Halm, in Abheilungen, öffentlich meistbietend versteigert werden: ca. 5 Morgen Weizen, „ 6 „ Hafer, „ 1 „ Gerste. Die Zusammenkunft ist auf dem f. g. Marktplatz. Londorf, am 3. August 1886. Der Rechner. 5604 Schmidt. Allgemeiner Anzeiger. Schweizer Stickereien. Spottbillig r Von einem Hause in St. Gallen wurde mir der Verkauf in ächten Schweizer Stickereien übertragen unv empfehle ich solche in größter Auswahl äußerst billig. 5638 Kaffee, in 5484 J. H. Fuhr, Sonnenflraße 25. 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