M. 182 Ersetz Blatt. Sonntag den 8 August 1886. iehener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. WtM »iertÄfthrttch 2 Mark 2- Uf. wU Vr »urch >ie Aoß freuten merteljührllch 2 M«rt «rschrint -KMch w< ÄeSwe^e M Ms«tMOO. WsvesO«r Gch«bD-ra»e 7. Gefunden: 1 Paar Stauchen, 1 Kinderschürze, 1 Rolle Geld, 1 Taschentuch, 1 Lampenbassin mit Brenner, 1 Ackerleine, 1 Paar Glacehandschuhe, 1 Petschaft, 1 Hundeblechmarke. Gießen, den 7. August 1886. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Kraemer. MMMjMKMMBBJMMMMKanaWMBBMWBMWMMEgHiaMMMMBMWWiMgKDaMaMBHaagMaMK ■>«■■■■■»«***■ gagaCTMMWMMMMMMMMMMMWMPMBBWMMWMBBMBMBMWMK———WP—BtaWl^W— Deutschland. Karlsruhe, 5. August. Die Mitglieder der Lehrlörperschasten der Universität Heidelberg und die zu deren Jubelfeier entsendeten Delegirten und Ehrengäste wurden bet ihrer Ankunft aus dem hiesigen Bahnhose von dem Oberbürgermeister Lauter begrüßt uno begaben sich daraus zu Fuß durch die ein dichtes Spalier bildende Menge nach dem grobherzoglichen Schlosse. Beim Passiren des Rathhauses ertönte von dessen Balcon der Einzugsmarsch aus Wagner's „Tannhäuser." Bei dem Eintritt in den EmpsangSsaal des Schlosses wurde jeder einzelne der Geladenen zuerst dem Grobherzog und dann der Frau Großherzogin vorgestellt, welche beide an jeden der Vorgcstellten huldreiche Worte richteten. Die vorgestellten Personen begaben sich hieraus in den Schloßgarten, wo, während die Militärmusik concertirte, Thee gereicht wurde. Nach Beendigung der Vorstellung uad nachdem sämmtliche Gäste ihre Namen in ein Gedenkbuch eingetragen hatten, wurde in den oberen Räumen des Schlosses das Souper eingenommen, bei welchem sich der Großherzog und die Frau Großherzogin ununterbrochen unter ihren Gästen bewegten. Unter den letzteren befanden sich auch die preußischen Minister v. Goßler und Dr. Lucius, sowie der preußische Gesandte v. Elsendecher und der badische Gesandte Marschall v. Bieberstein aus Berlin. Nach beendetem Souper fanden im Schloßgarten bei glänzender Beleuchtung durch Magnesiumlrcht und bengalische Flammen Gesangsvorträge der Karlsruher Gesangvereine statt. Um 1OV2 Uhr führte ein Extrazug den Großherzog gemeinsam mit seinen Gäten nach Heidelberg zurück. Hamburg, 6. August. Am Mittwoch Abend überraschte die Polize-. im Keller eines Wirthschastslokals 8 Socialdemokraten in geheimer Versammlung, je zwei Hamburger, Altonaer, Harburger und Ottensener. Dieselben wurden bei voller Arbeit angetroffen; socialisiifche Schriften, Correspondenzen, Zahlungslisten und Mitglieder-Verzetchnisse wurden bei ihnen vorgesunden und es konnte constatirt werden, daß die Ueberraschten die locale Centralleitung bilden. Sie wurden sämmtlich verhaftet und an das Altonaer Untersuchungsgericht abgeliesert. Irankreich. Paris, 6. August. „Temps" dementirt formell das Börsengerücht, die Regierung gehe bannt um, für die noch nicht abgelaufenen Zahlungs-Termine für die letzte Anleihe eine frühere Versallzeit sestzusetzen. England. London, 5. August. Heute fand eine Versammlung der dissentirenden Liberalen bei Hartington statt, welcher seine Befriedigung über die Erfolge bei den Parlamentswahlen aussprach, indeß anrieth, im neuen Parlamente von jeder feindseligen Haltung gegenüber den Gladstonianern abzusehen. Die Wieder- Consolidirung der liberalen Partei sei nur eine Frage der Zeit. Die diffen- tirenden Liberalen müßten deshalb ihre Sitze an der Seite der übrigen Liberalen einnehmen und dadurch darlegen, daß die liberale Partei, ausgenommen einen einzigen Punkt, einig sei. Chamberlain stimmte durchwegs den Ansichten Har- tington's zu, die hieraus auch von der Versammlung gebilligt wurden. Serbien. Nisch, 6. August. Die Skupschtina wurde nach Votlrung der Lissaboner Post-Convention, Aushebung des Exportzolles aus Mais und Ankaufes von 5000 Actien der Tabak Monopol-Gesellschaft bis zum 17. October vertagt. Amerika. New Uork, 6. August. Telegraphischer Meldung zufolge fand gestern in El-Paso der Proceß gegen Redacteur Cutting statt. Medina, als Zeuge vernommen behauptete, er sei durch die verläumderischen Veröffentlichungen Cutting's in seinem Geschäfte und seiner Ehre geschädigt und beanspruchte deshalb Schadenersatz. Cutting bestritt die Zuständigkeit des Gerichtshofes und erklärte, an seine Regierung sich wenden zu wollen." Der Richter sprach Cutting fchuldig. setzte aber die Vollziehung des Urtheils aus 12 Tage aus. Washington, 6. August. Der Congreß vertagte sich, ohne eine Maßregel bezüglich der Freilassung des verhafteten Redacteurs Cutting zu beschließen. Telegraphische Depesche«. BolA'l tsSsg*. «snrespONdeir» • Dtnran» Berlin, 6. August. Der „Reichsauzeiger" veröffentlicht das Gesetz, betreffend die Gewährung von 50,000,000 JL für den Bau des Nordostseekanals. Salzburg, 6. August. Prinz Wilhelm von Preußen ist heute früh zu Wagen von Neichenhall hier etngetroffen und um 91/* Uhr mit dem Postzuge nach Gastein gereist. Rom, 6. August. In Mailand ist ein großer Bäckerstrike ausgebrochen. Unter 1300 Arbeiter sinken 1000. Pelplin, 6. August. Heute ging die Mittheilung ein, daß der Papst den Domkaprtularvicar Dr. Leo Redner zum Bischof von Culm designirt habe. Wien, 6. August. Tisza ist heute Nachmittag nach Budapest abgereist. London, 6. August. Oberhaus. Der Lordkanzler, Lord Salisbury, zeigt an, daß die Wiederwahl Peel's zum Sprecher des Unterhauses die königliche Genehmigung erhalten habe. . — In beiden Häusern fand die Vereidigung neu eingetretener Mitglieder statt. Vom Unterhause wurde die Vornahme von Ersatzwahlen in denjenigen Wahlbezirken angeordnet, in welchen durch die Ernennung der neuen Minister Vacanzen entstanden sind. Triest, 6. August. Cholerabericht. Es erkrankten seit gestern bis heute 5 und starben 8 Personen. Konstantinopel, 6. August. Für die Passagierboote aus Varna ist eine fünftägige Quarantäne angeordnet worden. Heidelberger Iubiläumsbrieft. VI. Heidelberg, 6. August. Z. Schon seit 6 Uhr heute Morgen entwickelt sich unter meinen Fenstern in der „Anlage" ein bienenstockähnliches Menschengeivühle. Die Allee ist'gleich den übrigen Straßen der Stadt seit gestern Vormittag durch dicke Taue, die nur den sogenannten Bürgersteig frei lassen, abgespcrrt und die Uebergänge werden von Schutzleuten zu Fuß und zu Roß, von Feuerwehrleuten und Kriegervereinsmitgliedern in glqnzender Uniform sorgsam bewacht. Hinter den langges^onnenen Seil-Grenzen stehen und sitzen in den abenteuerlichsten Stellungen Männlein und Weiblein, Jung und Alt, Greise und Kinder; auf den zahllosen Tribünen, die sich in den Straßen erheben, breitet sich der Damen lieblicher Flor und die Angehörigen der „zahlungsfähigen" Zuschauer aus; einzelne Gruppen behaglich frühstückend, andere scherzend und in lebhafter Unterhaltung begriffen, alle in gespanntester Erwartung auf die Dinge, die da kommen werden. Der große Festzug geht heute Vormittag durch die Stadt und Jedermann beeilt sich, einen möglichst oortherlhaften Observationspunkt zu erobern. Auf der Terrasse vor meinem Hotel und in dem Vorgarten haben eine Anzahl fremder Herrschaften auf Stühlen und improvisirten Bänken Platz genommen und betrachten sich neugierig die vom Balkon wehende japanesische Nationalflagge, eine große rothe Kugel auf weißem Grunde, welche die hier weilenden Japanesen zur Befriedigung ihres Nationalstolzes, eine auch bei den Japanesen heimische Tugend, mit Erlaubniß der freundlichen Besitzerinnen ausgesteckt haben. Gegen 9V, Uhr sprengt ein rother Vorreiter durch die Fahrallee, gefolgt von einigen zweispännigen Equipagen, in denen der Großherzog nebst seiner Gemahlin, Prinz Karl und ein kleines Gefolge Platz genommen hat. Die Herrschaften fahren zu der in der Nähe der Bergheimerstraße am Bahnhofe gelegenen Fürstentribüne, vor welcher der Festzug der Hauptstraße entlang zuerst vor- beidefiliren wird. Von dort zieht derselbe über den Ludwigsplatz am Museum vorbei durch die Leopoldstraße, meine vielgenannte „Anlage", dann durch die Plockstraße bis an's Neckarufer zur Festhalle, wo er sich auflöst. Bis 11 Uhr, also volle 5 Stunden, harrt das Publikum in der Anlage mit der Geduld eines Hiob auf die Ankunft des Glanzzuges. Wenn die guten Leute, die da umherstehen, in allen Lagen des Lebens eine solche standhafte Ausdauer, eine so murrenslose Abwartepolitik und Ergebensfähigkeit beweisen, müssen sie vortreffliche, glückliche Menschen sein. Punkt 11 Uhr verkündet eine aus langen Trompeten geblasene monotone Fanfare das Eintreffen der Töte. Als Erster erscheint hoch zu Roß ein schmucker Herold mir der Standarte des Deutschen Reichs, den schwarzen Reichsadler auf dunkelrothem Grunde, gefolgt von zwei reizenden Pagen und vier Trompetern, hinter ihm der kur- pfälzische Herold mit 6 speertragenden Rittern in voller Eisenrüstung, den Vertretern der uralten pfälzischen Adelsgeschlechter, derer von Handschucksheim, v. Berlichingen, v. Hirschhorn, v. Seldcneck, v. Gemmingen, v. Steinach. Ihnen nach marschiren unter Leitung zweier Anführer ein Dutzend Reisige mit Schild, Lanzen und Schlachtschwert, mächtige, riesige Hünengestalten, denen zwei Helmträger als Schlußgruppe dienern Singende Mädchen- und Knabenschaaren, grüne Kränze in den Locken, sowie ein Zug Augustiner- und Dominikaner-Mönche und frommer Nonnen leiten die Ankunft des päpstlichen Legatars ein, der bei der Gründung der Ruperto-Carola gegenwärtig gewesen. Auf frommem Zelter naht der stolze Kirchenfürst in leuchtendem, purpurnem Cardinalsgewande, vor ihm 8 minnigliche Jungfrauen und der Abt, welche eine Statue der Madonna tragen, die Symbolisirung des ursprünglich rem geistlichen Charakters der Heidelberger Hochschule. Weihrauchfaß schwingende Chorknaben, zwei würdige Bischöfe Lehrer und Lehrerinnen, einige Pagen mit Schild und Strauß und der gelahrte Kanzler schließen sich ihnen an. . f. , Und nun zieht der weise, ritterliche Gründer der Hochschule, von dem sie noch heute ihren Namen trägt, der edle Kurfürst Ruprecht, heran. Unter golveirem Baldachin reitet er mit seiner schönen Gemahlin in reichem Herrscherornat dre Straße, in seinem Gefolge die Edelsten und Schönsten seines Landes, die Dürkheim. Rosenberg, v. Erbach, Katzenellenbogen, Rodenstein, Erbach, Stein und wie die altadeligen edlen Geschlechter alle heißen mögen. Hei, wie die Helme blitzen, die ^cderbufche wallen, wie die Prunkhauben der schönen Damen unter dem Tänzeln der Zelter hui und her wackeln und die kostbaren Ohren-Zeltlein und lichten Aeuglem um Die Wette hm und wieder strahlen! Auch der Narr fehlt nicht in der lustigen Gesellschaft und es liegt ein gewisser Humor darin, daß er den ehrwürdigen großen: der Wisienschast, den ersten Geistespfeilern der neuen Hochschule, den Hochwelsen Marsilius von ^nghen, Dittmar von Schwerthe, Johannes von Nolt und wie die Leuchten alle heißen, kühn voranschreitet. Hinter den Magistern bildet em sechsspanmger Galawagen mit den Pcrsouificationcn der Ruverto-Earola und ihrer Attribute: Pietas, Justitia, Sapientia und Veritas, sämmtlich durch reizende Jungfrauen dar gestellt, den Schluß des ersten Abschnittes/ Die im 14. Jahrhundert erfolgte Gründung der Umversttat ist voriibci, gezogen und ein neuer Herold, begleitet von einem Zug Reisiger Mit langen bewim. pelten Lanzen leitet den zweiten Abschnitt des Zuges: den Einzug Friedrich des Sieg- L o - a I e S. Gießen, 7. August. Gestern Nachmittag machte die Klcinkinderschule unter Führung einiger Damen und Herren des Frauenvereins und der Lehrerinnen einen Ausflug zur „Liebigshöhe". Hier wurden die Kleinen nach dem anstrengenden Marsche mit Kaffee und Bretzeln erquickt. Leider wurde die Festesfreude durch den anhaltenden Regen sehr herabgedrückt. — Die Zeit für Schwämmesucher scheint gekommen zu sein, denn man sieht mancherlei Gestalten suchenden Blickes den „Trieb" durchstreifen. Bei dem anhaltenden feuchten Wetter wird diese Ernte gut ausfallen. — Wie aus dem Jnseratentheile ersichtlich, hat die Ruder-Gesellschaft das für morgen projectirte Sommerfest in Anbetracht der unbestimmten Witterung bis auf Weiteres verschoben. Vermischte-. Heuchelheim, 7. August. Ein junger Mensch, der ein Liebhaber von Stallhasen zu sein scheint, sich solche aber durch Einbruchsdiebstahl verschaffte, wurde eingesteckt. Mannheim, 6. August. Ein sehr bedauerlicher Unglücksfall hat sich soeben, früh 6 Uhr, auf dem Perron des Personenbahnhofs dahier ereignet. In Folge des enormen Andranges zu den diesen Morgen nach Heidelberg abgegangenen Extrazügen wurde die Frau des hiesigen Kohlenhändlers Lehmann unter die Räder eines abfahrenden Zuges gedrängt und ihr der linke Fuß oberhalb des Knöchels ab- gefahren.(F. Z.) Auszug aus dm Staudesamtsregistern des Standesamts Gießen! Aufgebote. Juli: 31. Ludwig Wilhelm Müller, Feldwebel und Zahlmeister-Aspirant dahier mit Anna Frank von Gießen. August: 5. Dr. Georg Philipp Adam Eberhard Ihm, Gymnasiallehrer zu Bensheim, mit Helene Marie Mathilde Becker von Gießen 5. Anton Schmidt von München, Schriftsetzer dahier, mit Wilhelmine Adolfine'Caroline Friederike Kreuter von Gießen. Handel und Verkehr. Gießen, 7. August. Auf dem heutigen Markt kostete i Butter per Pfund X 0.95-1.00, Hühnereier pr. St. 5—6 H, Enteneier St. 6—0 H, Käse pr. St. 4—8 A, KSsematte 3—0 Erbsen pr. Liter 20 X Linsen 32 Tauben per Paar 0,50 btS 0,65 H, Hühner per Stück X 0.85—1.20, Hahnen pr. Stück X 0.50—1.00, Enten per Stück X 1.20—1.80, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 Kuh- und Rindfleisch 52—56 H, Schweinefleisch 54—60 Hammelfleisch 50—66 X Kalbfleisch 46—50 X Kartoffeln per 100 Kilo X 4.50—0.00, Milch per Liter 12—18 H, Zwiebeln per Centner X 5.00-5.50._______________ -reichen nach der Schlachi bei Oeckenheim (1462), ein. Ein schöner, rechter und mann- haster Herr, dieser starkgerüstete Fürst, der da mit entblößtem ftegrerchem Scdwertt auf seinem gutgeharnischten Streitroß heranreitet! Fromm und beicheiden imd dennoch selbstbewußt blickt er vor sich nieder, während die getreuen Edlen bewundernd nach ihm Hinschauen und Bürger und Kinder ihn jubelnd begruben. Hinter ihm ziehen Trommler und Pfeifer und seine Kriegsknechte, seine [djone Liebste, die roonnejiune Clara Dettin mir einer Kammerfrau, Bürgerfrauen und Burger, Studenten, Schutzen und Stadtknechte. Dann wieder ein Herold, der Herold der Aluthezett der Pfalz im folgenden Jahrhundert. Wer, der je in den Hofen einer deutschen Hochschule verkehrt hat, erinnerte sich nicht seiner, dieses populärsten Herrschers der frohliä)en Pfalz,, wer kennte es nicht, das lustige Studentenlied: „Ott Heinrich, Pfalzgraf bei Rheine, der sprach eines Morgens „Remblem". Ich pfeif' aus die sauren Weine, Ich zieh nach Jerusalem!" Pflege der Kunst und Wissenschaft durch Kurfürst Otto Heinrich 1o56 bis 1559. So hat Professor Hoff, der geniale Erfinder des Zuges, diesen Abschnitt betitelt und wahrlich, er hat damit ein Bild geliefert, wie es des edlen Fürsten würdig ist. Berühmte, populäre Namen sind es, welche die Mitglieder dieses Zuges tragen. An der Spitze Ott Heinrich selbst, vor ihm Trompeter zu Pferde, die em lustig pfälzisch Polksliedlein blasen, im Gefolge Graf Adolf von Nassau und die Gemahlin Ottos die Pfalzgräfin Susanna, dann die ©reifen von Gemmingen und Venningen, v Solms und Helmstädt, die Gelehrten Kaspar von Mosbach, Melanchton, Jacob Mlcyllus, Studenten, Bürger, Knappen, Patrizierinnen und Bürgerinnen, der Universltatswagen mit dem weisen Rector, der in das Studium eines aufgeschlagenen Folianten vertieft ist und in dankbarer Erinnerung an den Erbauer des schönsten Schloßtheiles dort oben auf der Höhe, den berühmten Ott-Heinrichsbau, der Wagen des Baugewerks put seinen Werk- und Baumeistern, Fuhr- und Zimmermännern und Lehrlingen, begleitet von Mädchen, Knaben, Fahnenschwenkern, Lands- und Stadtknechten. Die Pracht der Costüme ist eines so prunk- und glanzliebenden Fürsten, wie Ott' Heinrich es war, vollkommen ebenbürtig, wird ober noch übertroffen von den glänzenden Bildern, welche uns die nächsten Abtheilungen des herrlichen Aufzugs vor Augen ^re^oIfgIeben ber schlichen Pfalz zu Ende des 16. Jahrhunderts mit seiner prächtigen Adels-Laube mit dem ganz in Rosa gehaltenen Wagen der Palatia, worin die sinnberückende Neckarnymphe, ein Fräulein Hörning, und der Vater Rhein sitzen, der Wagen des Bachus und der Ceres, die schönen Winzerinnen, der Palatin der Venus, das Höllengepösel, alle die lustige Narretheidung der damaligen Zeit versinnlichend, Solen und seine Begleiter, die Nachbildung des großen Heidelberger Fasses _ das alles ist reizend, farbenreich, lebendig und anmuthend, so schön und glänzend. Aber wie der folgende Theil: Einzug des Kurfürsten Friedrich V. mit seiner Gemahlin Elisabeth von England, ist das Vorangegangene sämmtlich nicht. Das stolze Albion hat seine auserlesensten Vertreter, seine stolzesten Schönheiten zu dem Hochzeitsfeste geschickt und der kurfürstliche Hof wetteifert offenbar mit ihm, seine Gesandten , und Gesandtinnen durch das Aufgebot der Blüthe seiner Edlen und Edeldamen zu übertreffen. Den Cennor, Dudley, Arendill und Harrington stellt er die Anhalt, v. Wied, die Markgräfinnen von Baden und bei Rhein, die Herzöge von Brandenburg und Württemberg gegenüber. Ein wahrer Minnehof und Fürstencongreß ist es, der hier in den grünen und rothcn Staatskarossen und auf den purpurgezäumten, federbuschtragenden Rossen vorübereilt. Die Kurfürstin Elisabeth, durch eine geborene Engländerin, eint/ hier in Heidelberg lebende Miß Brown dargestellt, ritt unter einem blauen Baldachin und erregte durch die Schönheit ihres Costüms, noch mehr aber durch ihre Characterähnlichkeit allgemeines Aufsehen. Eine traurige Periode folgt diesem glänzenden Bilde: Die böhmische Gesandtschaft, welche dem unglücklichen Friedrich V. die böhmische Dornenkrone antrug, die Zeit des 30 jährigen Krieges, versinnlicht durch einen Ritter in schwarzer Rüstung mit geschlossenem Visir und der Orleans'sche Erbfolgekrieg, dargestellt durch ein reiterloses, mit dunkler Purpurdecke bekleidetes schwarzes Roß. Dann nahen wieder fröhlichere Tage, Kurfürst Carl Ludwig 1632—1680 mit der holden Louise von Degenfeld und der jagdlustige Kurfürst Carl Philipp 1716—1742 mit der ganzen edlen Jägerei, mit Piqueuren, Meuten, Förstern, Sauhetzer, Falkenjungen, pirschenden Cavalieren und Damen, Pirschwagen mit Hirsch und Sau, Falkenbahren und Netzträger hinter sich, ein Gemälde des edlen Waidwerks, bei dessen Anblick man ordentlich Wald- und Wild- pretduft einathmete. Auch Zwerg Perkeo, der unsterblich gewordene Weinsäufer und Witzbold fehlte nicht. Die Regierungsperiode des folgenden Kurfürsten war nur durch eine kurze Gruppe, den Kurfürsten selbst in einem offenen Staatswagen, einige Läufer und Vorreiter, einige Dragoner, Professoren und Studenten vertreten. Desto reichhaltiger gestaltete sich dagegen die Schlußgrr ppe, die Wiederherstellung der Universität durch Karl Friedrich von Baden (1803) darstellend. Musik zu Fuß, Vorreiter, Fest- marschall und Stadtknechte begleiteten den Karl-Friedrich-Festwagen, einen einfachen Obelisken, zu dessen beiden Seiten unter mächtigen Palmenzweigen zwei Genien placirt waren. Soldaten aus den Freiheitskriegen, alte und neue Burschenschafter, Stadtknechte, Angehörige der Corps und der von zahlreichen Pagen begleitete Standartenträger des neuen deutschen Reichs hoch zu Roß gaben dem Ganzen dann einen würdigen Abschluß. Im Ganzen waren etwa 1000 Personen bei dem Zuge betheiligt, den ich, was historische Treue, Reichthum und Geschmack der Costüme, Farbenabwechselung und Farbenharmonie sowie künstlerische Wirkung betrifft, unstreitig als den glänzendsten Costümzug bezeichnen muß, den ich je gesehen. Selbst bei dem Vortrag der Musikstücke hatte man bei allen Abtheilungen nur die den betreffenden Epochen charac- teristischen Stücke gewählt. Der Vorbeimarsch dauerte etwa eine halbe Stunde. Gegen 121/r Uhr auf dem Platze vor der Festhalle angelangt, zertheilten sich die Theilnehmer, von denen eine große Anzahl in der Festhalle von der Anstrengung des Rundzugs sich durch eine kräftige Collation erholte. Einzelne von ihnen sitzen noch jetzt, am kühlen Abend da und schützen sich vorder Unbill des Regens, der jetzt, nachdem der Vormittag uns gleich den beiden vorhergehenden Tagen recht hübsches Wetter gebracht, mit einmal wieder eingetreten ist. Der Großherzog nebst Gemahlin halten tapfer mit aus. Sie besuchten heute Mittag die Schloßruine wieder, wo vor dem Heidelberger Faß siä) eine fortwährende, rauschende Zecher-Orgie abspielt. Der Erbauer des Faßoriginals ist übrigens glücklicher gewesen, als seine zeitgenössischen Nachahmer. Ein eigenthümlicher Zufall wollte es, daß diejenigen Männer, welche die Idee zur Nachahmung und Aufführung des' Niesenfasscs im Festzuge gaben, zwei hiesige Wirthe, sowie der Küfermeister Sulzer, der Erbauer der schönen Copie, vor kurzer Zeit hintereinander starben. Sie haben alle drei die Verwirklichung ihres Weites nicht erlebt. Heute Abend um 9 Uhr beginnt der große allgemeine Studentencommers in der Festhalle und der morgige Tag bringt ebenfalls noch verschiedene Festlichkeiten. ein Unterfangen, welches unmittelbar vorher noch als die abenteuerlichste Unmöglichkeit hätte erscheinen müssen? Er glaube das Gegentyeil. Etwas vom Schauen des Dichters müsse auch der Forscher in sich tragen. Freilich ist letzterem mühsame und geduldige Arbeit nölhig, um das Material zu sichten und bereit zu machen. Aber Arbeit allem kann die Licht gebenden Ideen nicht herbeizwingen. Diese springen wie die MinervL aus dem Kopfe des Jupiter unvermuthet, ungeahnt; wir wissen nicht, von wannen sie kommen. Nur das ist sicher: dem, der das Leben nur zwischen Büchern und Papier kennen gelernt hat und dem, der durch einförmige Arbeit ermüdet und verdrossen ist, dem kommen sie nicht. Die Empfindung von Lebensfülle und Kraft muß da sein, wie sie vor Allem das Wandern in der reinen Luft der Höhen giebt. Und wenn der stille Frieden des Waldes den Wanderer von der Unruhe der Welt scheidet, wenn er zu feinen Füßen die reiche üppige Ebene mit ihren Feldern und Dörfern in einem Blicke umfaßt und die sinkende Sonne goldene Fäden über die fernen Berge spinnt, dann regen sich wohl auch sympathisch im dünken Hintergründe seiner Seele die Keime neuer Ideen, die geeignet sind, Licht und Ordnung in der inneren Welt der Vorstellungen aufleuchten zu machen, wo vorher Chaos und Dunkel war. . Heidelberg, die Zuflucht müder und beladener Seelen, die Erquickungsstatte der Leidenden, die Stadt strenger Arbeit und jugendlicher Begeisterung, die wir alle lieben und zu der wir gekommen sind, weil wir sie lieben, Alt Heidelberg, die feine, Die Stadt an Ehren reich, sie wachse, sie blühe, sie lebe! Heidelberg, 6. August. Der von dem Maler Karl Hoff, Professor an der Kunstschule zu Karlsruhe, entworfene und unter seiner persönlichen Leitung zur Ausführung gebrachte historische Festzug, welcher die seit der Gründung der Universität verflossenen 5 Jahrhunderte zur Darstellung brachte, ist programmmäßig verlaufen. An demselben nahmen über 900 Personen mit 300 Pferden und 14 Prachtwagen Theil. Durch seine bis in die geringsten Einzelheiten durchgeführte historische Treue in den Trachten, Geräthschaften und allen übrigen Beziehungen, sowie auch durch die Farbenpracht und den Reichthum der verwendeten Stoffe machte der Zug auf sämmtliche Ziffchaucr einen unvergeßlichen Eindruck. Die volle Entwickelung des Zuges dauerte 3/4 Stunden. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog hatte nebst Familie und Gefolge, dem Prorector und den Decanen der vier Facultäten auf einem nahe am Ausgangspunkte des Zuges errichteten Pavillon Platz genommen, so daß der Zug den Pavillon zweimal vassirte. Die Delegirten und die Ehrengäste der Universität sahen von einer neben dem Pavillon aufgeschlagenen Tribüne zu. Der Großherzog von Hessen hatte incognito an einem Fenster des Hotel „Darmstädter Hof" Platz genommen. Die Straßen der Stadt, durä) welche sich der Zug bewegte, waren von einer Kopf an Kopf gedrängten Menschenmenge angefüllt. Die Ordnung wurde nirgends gestört. Heidelberg, 6. August. Heute Abend um 9 Uhr begann in der Festhalle ein allgemeiner Studenten Commers, woran 8000 Personen theilnahmen. In der Mitte der Ehrentafel saß der Großherzog, rechts neben ihm Prinz Karl, die Professoren Schulze, Gneist und Franklin, links Prorector Bckker, gegenüber Minister Nokk mit mehreren Hofwürdenträgern. Um ValO Uhr erhob sich der Großherzog und brachte einen Toast auf Se. Maj. den Kaiser aus, der mit stürmischem Hoch ausgenommen wurde. Derselbe lautet: „ Ich sage den Unternehmern dieses Festes meinen Dank für deren freundliche Einladung und dafür, daß mir der Ehren Vorsitz dabei übertragen wurde. Ich schreite zur Ausübung meiner Rechte, indem ich die werthe Verpflichtung übernehme. Seine Majestät dem Kaiser, unsere erste Huldigung darzubringen. Wir erheben uns in Ehrfurcht, Liebe und Begeisterung zum freudigen Ausdruck unserer Gesinnungen. Wohl der Nation, die zu einem Oberhaupte aufblicken kann, das die Krone als das Symbol der Macht und Größe des Reiches so ehrwürdig und selbstlos trägt, dessen milde Hand das Sccpter mit Stärke und Gerechtigkeit führt. Wohl der Nation, deren Grundrechte nicht von dem Wechsel menschlicher Anschauungen abhängig sind, sondern auf dauerhaften Grundfesten ruhen. Dankbar erkennen wir an, daß uns Deutschen ein solcher Vorzug beschieden ist. Der Besitz dieser Güter muß uns aber stets an die Geber derselben erinnern, an die Vorkämpfer für Unabhängigkeit, an die todesmuthigew Kämpfer für Freiheit des Vaterlandes. Das Bewußtsein der Macht und des Ansehens unseres Deutschen Reiches muß uns eine stete Mahnung bleiben, für die Erhaltung dieses kostbaren Besitzes nach Kräften zu wirken. Da wende ich mich denn an Sie Alle, meine jugendlichen Akademiker, und ermahne Sie, zur Stärkung dieser großen Aufgabe mitzuwirken dadurch, daß Sie Ihre reichen Kräfte zur Förderung gediegener Kenntnisse autbieten, die Sie befähigen, dem Kaiser und dem Vaterlande mit Hingebung nutzbringend zu dienen. Sehen Sie Ihren Stolz darein, für alle Ausgaben des Lebens so gut ausgerüstet zu sein, daß Sie überall helfend cinzutreten vermögen. Bewahren Sie sich dabei die ideale Auffassung, in der die Kraft liegt, das Schwere zu überwinden und in dem Streben nach den höchsten Zielen muthig auszuharren. Wohl dem Reiche, dessen Söhne ihre Ehre darin finden, das Ansehen desselben durch ihre Bildung und Kenntnisse zu erhöhen. In solchem Streben werden dem Kaiser und Reiche Stützen geschaffen, deren Werth zwar jetzt schon zur Geltung kommt, in später Zukunft aber noch höhere Bedeutung gewinnt. Daß unser Kaiser sich noch lange an solchem Streben erfreuen möge und dadurch die mühevolle Arbeit seines Lebens auf gute Bahnen geleitet wisse, das ist der Wunsch, mit dem ich in Ihrer Aller Namen rufe: Gott erhalte unseren Kaiser Wilhelm, er lebe hoch!" Heidelberg, 5. August, Abends. Der Großherzog hat den päpstlichen Abgesandten, Bibliothekar Stevenson, mit der Ueberbringung eines eigenhändigen Schreibens an den Papst und mit der Ueberbringung der goldenen Jubiläumsmedaille beauftragt. Heidelberg, 6. August. Professor v. Helmholtz sagte in der bei dem Festmahle am 4. d. zu Ehren Heidelbergs gehaltenen Rede, er habe den Auftrag erhalten, auf die Stadt Heidelberg einen Trinkspruch zu bringen; es sei ihm eine Freude, dem nachzukommen. Er habe Heidelberg zuerst als Tourist kennen gelernt und habe den Zauber seiner Schönheit gleich tief gefühlt. Da gebe es echte Schönheit und falsche Schönheit. Der Eindruck der letzteren schwäche sich ab, wenn man sie zum zweiten Male, sie langweile, wenn man sie zum dritten Male sehe. Er habe ausgedehnte Gelegenheit gehabt, Heidelbergs Schönheit als echt zu erproben, da ihm ein günstiges Geschick gestattet, zwölf Jahre hier zu leben. Die Individualität des Menschen ist ein Product seiner Geschichte und so sei die Liebe zu Heidelbergs Landschaft ein Stück seiner Seele geworden. Aber er wolle sich nicht in einer poetischen Beschreibung von Heidelbergs Schönheit ergehen, das hätten Tausende schon vor ihm gcthan, darunter die ersten Dichter deutscher Zunge von Goethe bis auf den uns erst jüngst entrissenen, dessen Lieblingsthema diese Stadt gewesen. Ihnen könne er nicht nacheifern. Ihm scheine, Jeder spreche am besten von dem, was er selbst am besten kenne, und Heidelbergs Ehrenkranz werde am schönsten, wenn mannigfaltige Blumen hineingeflochten würden, auch einmal eine etwas absonderliche. Darum wolle er die Schönheit der Stadt als Naturforscher betrachten. Set es ein Zufall, daß von diesen grünen Hügeln aus der deistige Blick des Menschen zum ersten Male in die unermeßlichen Welträume gerungen sei mit der Einsicht, wie die chemische Natur der Weltkörper zu entziffern sei, Gheschtteßirn-err. August: 5. Kaufmann Karl Friedrich Gustav Bieler mit Henriette Sophie Antonie Wilhelmine Wallenfels, beide von hier. 6. Johann Cbristian Kraft, Schaffner an der Main-Weser-Bahn dahier, mit Anna Catharina Fernau von Ulfen. «edorene. Juli: 22. Dem Kutscher Johann Böckner eine Tochter. 28. Dem Bauunternehmer Georg Koch ein Sohn. 28. Dem Kaufmann Carl Ludwig Schultheis ein Sohn. 29. Dem Porzellanofensetzer Johann Georg Stadler ein Sohn. 29. Dem Photographen Julius Ehlert ein Sohn, Fritz Rudolph Alexander. 30. Dem Loco- motivheizer Georg Menke eine Tochter, Ottilie Marie Katharine. 30. Dem Restaurateur Gustav Gühlholtz 2 Söhne. 30. Dem Schlosser Kaspar Veith eine Tochter, Henriette Marie. 31. Dem Ober-Telegraphen-Assistent Michael Eduard Lenninger eine Tochter, Lina. Gestorbene. August: 1. Friedrich Christian Franz Lampus, 71 Jahre alt, Rentner von hier. 1. Ferdinand Heinrich Wilhelm Hinkler, 1 Monat alt, Sohn von Otto Hinkler, Schreiner. 2. Carl Christian Wittich, 76 Jahre alt, Rechner i. P. dahier. 3. Julius August Sack, 3 Jahre alt, Sohn von Bahnwärter Heinrich Amand Sack dahier. 4. Friedrich Matthäus Greiner aus Wimpfen am Berg, Stations-Assistent dahier, 46 Jahre alt. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stabt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 5. August. Karl Bieler, Kaufmann und Wilhelmine Wallenfels, Tochter des Bäckers Karl Wallenfels zu Gießen. Getaufte. Den 1. August. Dem Schriftsetzer Otto Ettel eine Tochter, Anna Karoline Helene, geboren den 29. Juni. Denselben. Dem Schlosser Clemens Schwerdtfeger ein Sohn, Clemens Fritz, geboren den 23. Juni. Denselben. Dem Postboten Heinrich Stephan ein Sohn, Gustav Wilhelm, geboren den 2. Juli. Brodpreife vom 8. bis 22. August 1886. re August. Dem Kreisamtsgehilfen Ernst Heinrich Schäfer ein Sohn Ernst Heinrich Arthur, gebeten den 17. Juli. 9 ' _ o Beerdigte. 3. August. Margarethe Burk, ledige Tochter des verstorbenen Maurers Melchior Burk aus Garbcnteich, alt 23 Jahre, starb den 1. August. 6 Denselben. Friedrich Lampus, Rentner, alt 71 Jahre, starb den 1 Aucmll Denselben. Karl Wittich, Rechner i. P., alt 75 Jahre, starb den 2. Auaust cm r Aen 6. August. Friedrich Matthäus Greiner, Stations-Assistent an der Main- Weser-Bahn, alt 46 Jahre, starb den 4. August. der Bäcker $ 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27 2 „ (4 Pfd.) Weißbrod .... 54 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrot) 1. Sorte 24 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrot» 1. Sorte 48 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrot) 2. Sorte 21 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 42 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei L. Keil, L. Schneider, K. Haas, I. Lein 63 Gießen, den 7. August 1886. der Brodverkäufer 4 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27 4 " >n " } " .....54 1 H (2 ) Schwarzbrod 1. Sorte 24 2 • (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 48 3 •„ (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte — 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte M 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 42 3 (6 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 63 Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Kraemer. Temperatur der Lahn. Am 7. August, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 131/2°, Lust 15° R. im Schatten. L. Chr. Rübsamen. AlLgLMeinrr Anzeiger. Oefferrtliche Impfung. Die diesjährige Impfung wird Freitag den 13. d. Mts. und Freitag den 20. d. Mrs., jedesmal Nachmittags von 2—5 Uhr, im alten Rathhaus abgehalten werden und die Nachschau, zu welcher die geimpften Kinder nochmals erscheinen müssen, 8 Tage später. Jmpfpflichtig im laufenden Jahre sind die im Jahre 1885 geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus früheren Jahren. Es dürfen jedoch auch Kinder, die erst in 1886 geboren sind, zur Impfung gebracht werden und auch Erwachsene werden auf ihren Wunsch geimpft. Es kommt nur Kälberlywphe aus dem Landes-Jwpf- inflitut zur Verwendung. Wir laden die hiesigen Einwohner zur Benutzung dieser Termine ein, mit dem Bemerken, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß auf eigene Kosten die Impfung vornehmen lasten. Kinder, deren Zurückstellung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können in den Terminen gleichfalls dem Jmpfarzt vorgestellt werden. Gießen, den 6. August 1886. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 5682 Mittwoch den 11. Aug. d I., von Vormittags 10 Uhr an, soll das zur Festhalle des Schützenvereins verwendet gewesene Holz, bestehend in Iichten-Stamm- und Stangenhost sowie eine Parthie Brennholz auf dem Schützenplatz am Trieb öffentlich versteigert werden. Die Groß- herzoglichen Bürgermeister der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, am 7. August 1886. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 5691 DirnstLg den 10. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, in der Fle tt'schen Hofraithe dahier sollen gegen Baarzahlung versteigert werden: 1 Wagen, 1 Hundewägelchen, 3 Secre- täre,, 1 Maaren-, 1 Cassaschrank, 1 Vianino, 2 Sopba's, Commoden, Kleiderschränke, Bettung, Tische, Stühle, Spiegel, Bilder rc. Voraussichtlich findet die Versteigerung theilweise bestimmt statt. Gießen, am 7. August 1886. Engel, 5692 Gerichtsvollzieher. angekommen. Löwenbräu Cafe Ebel. Aeikgeöotenes. 5686 Frische Sendung la. 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Künstler zu außergewöhnlich billigen Preisen verkauft werden. Eintritt pro Person 20 Pfg. Cataloge mit Preisangabe im Ausstellungssaale. Um zahlreichen Zuspruch bittet 5677 Weiss, Kunsthändler, Wien, Hamburg, Baden-Baden. Steln’s Garten Sonntag den 8. August: Redaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brübl'schen Druckerei (Fr. Cdr. Piet sch. in Gichen. Die heutige Nummer enthält 3 Blätter. Giessener Rnder-tellstM Ungünstiger Witterung halber ist unser projectirtes Sommerfest Verwandten und theilnehmenden Freunden und Bekannten statt besonderer Anzeige hiermit die traurige Nachricht, daß unsere innigst- geliebte Gattin und Mutter Frau Lehrer Lehr, geb. Zöller, heute Morgen um 6 Uhr nach längerem Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Um stille Theitnahme bitten Gießen, 7. August 1886. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag den 8. d. Mts., Nachmittags um 5V2 Uhr vom Sterbehause aus, Steiristraße Nr. 50, statt. 5683 Danksagung. Für die in so reichem Maße mir von allen Seiten bewiesene Theilnahme an meinem schweren Verluste, insbesondere sür die am Grabe gesprochenen trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dingel- dey und das meinem dahingeschiedenen Manne seitens der Mitglieder des Kriegervereins und seiner Collegen und Freunde gegebene letzte Geleit, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sage ich meinen herzlichsten Dank. 5669 Lina Greiner, im Namen sämmtlicher trauernden Hinterbliebenen- IIÄUVfflS in allen Qualitäten mit Firmendruck empfiehlt zu billigen Preisen Briihl’sche Druckerei. Liederkranz. Anstatt der Parthie an den Ludwigsbrunnen heute, Sonntag, Abendsmterhaltmrg im Cafe Leib Anfang 7'/- Uhr. (5672) vermischte Anzeigen. 5661 Ein großer Keller und obere Lagerräume, sowie ein Logis, 4 bis 5 Zimmer, per 1. October, ev. auch früher zu miethen gesucht durch ______Wilh. Krämer. 5673 Ein in Küche und Hausarbeit erfahrenes Mädchen für sofort gesucht. 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" 20. • Stehplatz jeder Tag . . 5671 Ein kleines Familien-Logis zu vermiethen-___Mühlgass e_7._ 5345 Zwei kleine Familienlogis sind zu vermiethen bei Kaspar Schomber, Rodheimerstr. 40. 4700 Das von Herrn Siegel bewohnte Logis (erster Stock) in meinem Hause ist zu vermiethen und 1. October beziehbar.____________F. Hoffmann. 56b0 Per 1. ^l'ooember eine freundl- Wohnung zu vermiethen. Schillerstr. 20. 5679] Möbl. Zimmer zu vermiethen. ________________________Nordanlage 6. 5676 Ein Laden nebst darangrenzender Wohnung bis Anfang November zu ver- Gestern Nachmittag entschlief nach kurzem aber schwerem Leiden unser innigst geliebtes Söhnchen Karl im Alter von l3/4 Jahr. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen: Martin Melcher und Frau Zum deutschen Kaiser^ Giessen, Grünbergerstrasse 10, Restauration, Gartemvirthschast u. Kegelbahn, gute Speisen, feines Bier und Weine, letztere per Glas = i/4 Liter von 25 H an und höher, hält bestens empfohlen 5668 _____________________ Josef Luther. Städtische Bangewerhschule ZU IDSTEIN im TAUNUS beginnt Vorcursus 4. Okt., Wintersem. 2. Nov. Auskunft und Prooramm kostenlos d. d. Direction. & 5663 5678 Gesucht ein christlicher junger Mann als Hausbursche. __________Herberge zur Heimath, hier. 5681 Ein kräftiger Bursche findet sofort dauernde Arbeit bei C. Reinecke, Neuen Bäuen 17. 5690 Ein Lehrmädchen aus guter Familie findet in einem feineren Colonial- u. Delicatessen-GeschLfte sofortige Stellung. Näheres in der Exped. d. Bl._________ 5684 Einen tüchtigen Gesellen sucht __Emil Beit, Schreiner. Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich von Wieseck nach Gießen verzogen bin und bitte ich etwaige Aufträge dahin richten zu wollen. •f. IVickeL l8Nb|( «Mn #ll. S" Niet i W'8t Rr 'LO|,!* Ski «bk WleJe <8lb, Ä? t. " ei Die W Hre Strahlen ® Heil äußerst w anläßlich des ehrwürdigen und fanden überall i aiunq ist aber MWprinr am Dienstag, n msilät gehalten die Heidelberger dann in nachsrü Streben nicht n ltchen und bütfi' Goldes werth i der berühmten Erben des deut durchweht und Heidelberg sick und wie die Si sich hier als 'N den an die afli breiten. Nicht gehalten erwie erlauchten red verfaMlung, und der lande .Ruperto-Caro übrigen geflre fonwal# bei WOnschast, P inerer Stevenst auf der heldeli Bestrebungen ( auch an den so manche tre' sprachen ward weit führen n die am Witta aus Kaiser Wj ausgebracht nr Mit brausendem lich die Heidel hervorragle, Anzendes Ge lagen in Alth. gewiß noch la! Vondi Nch aber der am Fuße der Begegnung zr Gastein. C lwdi