W L 48 (Seftedrtc: ro 1836, tnlW M, frnur für ic. ic. aratis und l 1992 Arbeiter für ein M M bringt i-gbeW Ser M m-nützlich nare nt mit vollst. Heber: beiten. Wo? W M ch 2V, Drrk. EutnnV* l-ZVo-ka- i jhDtn! IrdrrM usbursche gesucht- i Zeugnissen wollen Exped. d- Bl. ' ««•<*»•«« 7. Wto Mi, M »««tefl». ÄÄ MW1 Politische Ueberflcht. Gießen, 7. April. Auf's Neue hat der preußische UnterrichLsminister v. Gabler daraus hingewiesen, daß für Ausstellung der Zulassungszeugnisse für den cuijährigen freiwilligen Militärdienst an den Realgymnasien und an den mit diesen gleichberechtigten Hähern Schulanstalten unbedingt und ausnahmslos der einjährige Besuch der Secunda nothwendig ist, auch wenn der Schüler in eine höhere Abtheilung von Untersecunda, bezw. in Obersecunda Aufnahme gefunden hat, falls er nicht schon auf einer andern gleichberechtigten Anstalt die Unter-, beziehentlich Obersecunda so lange besucht hat, daß mit Zurechnung dieser Zeit ein Jahr für den Besuch der Secunda überhaupt herauskommt, daß aber in dem Falle, da stch der einjährige Besuch t:r Secunda aus zwei gleichartige Lehranstalten verlheilt, derselbe nur unter der Voraussetzung als erfüllt zu betrachten ist, der Wechsel der Anstalt nicht durch Strafanlässe wie Verweisung, Vermeidung einer Schulstrase, sondern durch WohnungSveränderung der Angehörigen, Rücksicht auf des Schulers Gesundheit oder andern den Verdacht eine,' urie* rechtfertigten Willkür ausschließenden Gründen erfolgt ist. Nur Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen, sowie Reifezeugnisse für die Prima der obenbezeichneten Lehranstalten machen die Beibringung eines aus Grund der bezüglichen Bestimmung der Wehrordrung auszustellenden, wenigstens den einjährigen Besuch der Secunda voraussetzenden Zeugnisse entbehrlich. — Ein kaiserlicher Erlaß vom 25. v. Mts. bestimmt in Bezug auf die Hebungen der Ersatzreservisten im laufenden Etatsjahre Folgendes: Aus der Ersatzreserve erster Klasse sind einzuberufen: zu einer ersten (zehnwöchentlichen) Hebung: bei der Infanterie 11,000 Mann, bei den Jägern 300, der Fußartillerie 1056, den Pionieren 672, dem Train 870, zusammen 13,998 Mann; zu einer zweiten (vierwöchentlichen) Hebung: bei der Infanterie 8322, den Jägern 276, der Fußartillerie 902, den Pionieren 500, zusammen 10,000 Mann, und zwar in erster Linie Mannfchasten, welche im vorigen Etatsjahre zum erstenmale geübt haben; zu einer dritten (vierzehntägigen) Hebung bei der Infanterie 7182, den Jägern 180, der Fußartillerie 704, den Pionieren 424, zusammen 8500 Mann, und zwar zunächst Mannschaften, welche 1883—84 zum erstenmale geübt haben; zu einer vierten (vierzchntägiqen) Hebung 7200 Mann, wovon 6156 bei der Infanterie, 154 den Jägern, 572 der Fußartillerie, 318 den Pionieren, und zwar zunächst Mannschaften, die 1881—82 zuerst geübt haben. Beim Garde-Corps finden derartige Hebungen nicht statt. In die vorbezeichnete Hebungsdauer ist der Tag des Eintreffens am Hebungsorte und der Entlassungstag eingerechnet. Als Hebungsorte für die Infanterie werden in der Regel Garnisonorte dieser Waffe bestimmt, die Ersatzreservisten der Jäger, Pio- mere und des Trains üben bei den betr. Bataillonen, die Hebungsorte der Fuß- artillerie bestimmt die General-Jnspection der Artillerie im Einverständniffe mit den beteiligten General-Commandos. Der Beginn der Hebungen ist bei der Fußartillerie aus den 1. September, beim Train auf den 1. Juli, bei den übrigen Waffen, soweit es angeht, auf die Herbstmonate, für die Schifffahrt treibenden Mannschaften im Winterhalbjahr 1886—87 festzusetzen. Aus den Hohenzollern'schm Landen üben die Ersatzreservisten unter Anrechnung auf die Uebungsstärke des 14. Armee-Corps mir denen des letzteren gemeinsam, die im Bereiche des 15. (elsaß-lothringischen) Armee-Corps controlirlen Ersatzreservisten üben bei preußischen Truppenlheilen dieses Armee-Corps und dem braunschweigischen Infanterie-Regiment Nr. 92. Dem Bundesrathe ist ein Gesetzentwurf über den Ausschluß der Oeffentlichkeit bei Gerichts-Verhandlungen zngegangen. Derselbe ersetzt die §§ 174 bis 176 des GerichtsversaffungS' Gesetzes durch andere Bestimmungen. Diese setzen u. A. fest, daß der Vorfitzende den bei der Verhandlung beteiligten Personen die Geheimhaltung des Inhaltes der Verhandlung oder eines bestimmten Theiles befleißen zur Pflicht machen kann. Wer diese Pflicht verletzt, wird mit Geldstrafe bis zu 1000 «M. oder mit Haft oder mit Gefängniß bis zu 6 Monaten bestraft. In der Begründung wird hervorgehoben, daß die bestehenden Vorschriften nicht genügen, um den vom Gesetz in Fällen, bei denen es sich um Ausschluß der Oeffentlichkeit der Verhandlungen handelt, beabsichtigten Schutz gegen das Bekanntwerden des Inhaltes solcher Verhandlungen thatsächlich wirksam zu machen. Es wird hierbei besonders auf die Landesverraths- Krvcesse exemplificirt und dieser Hinweis hat allerdings seine volle Berechtigung. Es ist z. B. aus dem Landesverraths-Proceß Sarauw vor dem Reichsgerichte bekannt, daß trotz der beschlossenen strengen Geheimhaltung der betr. Verhandlungen deren Inhalt noch vor Verkündigung des Urtheils In verschiedenen Blättern veröffentlicht wurde und dem lag also eine gröbliche Jndiscretion zu Grunde; auf diesen Vorgang nimmt auch die Begründung mit Bezug. Solche Berichte und Publicationen müßten unter allen Umständen als unzulässig erachtet werden und es dürfe nicht geduldet werden, daß der Anordnung des Gerichtshofes auf Geheimhaltung durch das wirksamste von allen Mitteln öffentlicher Verbreitung, durch die Presse, direct entgegengehandelt werde. Abhülfe dieser Mißstänve sei nur auf dem Wege der Gesetzgebung zu erreichen, wie es der vorliegende Gesetzentwurf beabsichtige. Die griechische Deputirtenkammer ist am Samstag — nicht am Freitag, wie ursprünglich gemeldet wurde — zusammengetreten und nahm zunächst die Vorlagen über den Abschluß einer Anleihe von 25 Mill. Drachmen und über die Vermehrung der Land- und See-Streitkräfte entgegen. Der Oppositionsführer, der frühere Ministerpräsident Tricupis, sprach seine Verwunderung darüber ans, daß Ministerpräsident Delyannis keinerlei Mittheilung über die Nec-ierungSpolitik gemacht habe, es müsse dies für den Fortbestand des Cabinets entscheidend sein. Im Weiteren bezeichnete Tricupis die bisherige Politik des Ministeriums als durchaus unzureichend, den nationalen Bestrebungen der Griechen gerecht zu werden. Delyannis erwiderte in sehr gereizter Weise und klagte das Ministerium Tricupis an, die gegenwärtige kritische Finanzlage verschuldet zu haben. Diese unerquicklichen Auseinanderfehungen sind jedenfalls ein wenig erbaulicher Anfang der griechischen Parlaments-Verhandlungen. Die Arbeiter-Bewegung in Decazeville hat zwar bis jetzt noch zu keinen neuerlichen Ausschreitungen geführt, aber nichtsdestoweniger ist die dortige Situation fortgesetzt eine ernste. Daß die Pariser Radikalen nach Kräften bemüht find, das Feuer zu schüren, erscheint sehr erklärlich, nicht minder aber auch, daß die französische Regierung Alles thut, um den Hetzern das Handwerk zu legen. So sind die Redacteure des Pariser „Jntransigeant", Ducquerrcy und Roche, am Sonntag früh in Decazeville wegen Aufreizung zur Arbeitseinstellung und Erregung von Ruhestörungen von Gensd'armen verhaftet worden. In Spanien haben am Sonntag die Neuwahlen zu den Cortes stattgefunden und sind dieselben in größter Ruhe und Ordnung vor sich gegangen. Heber deren Ausfall lagen bis zum Montag noch keine speciellen Nachrichten vor; es ist aber sehr wahrscheinlich, daß die Regierung in der neuen Deputirtenkammer auf eine beträchtliche Mehrheit zu rechnen haben wird. In unterrichteten Madrider Kreisen nimmt man an, daß in der neuen Kammer etwa 325 ministerielle Deputirte sitzen werden, denen etwa 45 Conservative (Fraktion Canovas), 12 conservative Dissidenten (Romensten), 10 Abgeordnete von der dynastischen Linken, 20 Republikaner, 1 Carlist und 6 cubanische Autonomisten gegenüberstehen werden. Der Eisenbahn-Arbeiter-Strike im Westen der Vereinigten Staaten nimmt einen sehr bedrohlichen Charakter an. Am Samstag griffen die Strikenden bei Fort Worth die Beamten an, welche einen Güterzug ablaflen wollten. Sieben Personen wurden getödtet und viele verwunvet. Hunderte von bewaffneten Bürgern ziehen patrouillirend durch die Straßen, die Läden sind geschlossen. Die Depesche sagt leider nicht, um welche Stadt es sich handelt, wahrscheinlich ist aber St. Louis gemeint, welches bislang den eigsntttchen Mittelpunkt des Aufstandes bildete. Berlin, 6. April. Das Abgeordnetenhaus genehmigte das Schulver- säumnißgefetz für die Provinzen Preußen, Schlesien und die Grafschaft Glatz in zweiter Lesung nach der Regierungs-Vorlage, nahm die Secundärbahn-Vorlage in dritter Lesung unverändert an^ und begann die dritte Lesung der Ansiedelungs-Vorlage. Fortsetzung morgen. Karlsruhe, 6. April. Das Befinden des Erbgroßherzogs ist, abgesehen davon, daß das rechte Ellbogengelenk wieder etwas schmerzhaft geworden ist, befriedigend, das Fieber ist gering, die Pleuritis nimmt ab. München, 6. April. Abgeordnetenhaus. Eingegangen ist der Militär- Etat für 1886/87. Der Etat der directen Steuern wird in unerheblicher Debatte genehmigt. Gras Seiboltsdorf (Centrum) berichtet über den Antrag Soden, betreffend die Errichtung einer staatlichen Mobiliar-Versicherung, und beantragt im Namen des Ausschusses, den Antrag der Regierung zur Erwägung zu überweisen. Frickhingec (lib.) legte den ablehnenden Standpunkt der Mino- ritäl des Ausschusses dar. Zott für den Antrag, Stauffenberg bekämpft die staatliche Mobiliar-Versicherung. Die Fortsetzung wurde auf morgen vertagt. Telegraphische Depesche«. WoLA'S Mrgr» LorLesKottde-iz-Wrsrea«. Berlin, 6. April. Die Abtheilung des Staatsraths für Schul - Unterrichtswesen, welche gestern die Vorlage, betreffend die Feststellung und Aufbringung der Leistungen für die Volksschulen berieth, soll sich wesentlich für den Grundgedanken der Vorlage ausgesprochen haben. Heute wird die Berathung fortgesetzt. Der Reichskanzler wohnte der Sitzung bei. — Das Abgeordnetenhaus wird Mitte nächster Woche vertagt. . , — Der Commandant des Kanonenboots „Cyclop", Capitän-Lieutenant Stubenrauch, meldet telegraphisch von der westafrikanischen Station: Ich beschoß Money- Bimbia, bin gelandet und habe die Stadt zerstört. Vom „Cyelop" ist keiner verwundet, der Gouverneur ist anwesend. z . . , , Danzig, 6. April. Die heutigen Nachrichten aus Plehnendors lauten bisher günstig. Am neuen Fangdamm vor der Schleuse wurde die ganze Nacht gearbeitet. Die Rammarbeit ist nahezu vollendet. Die Versenkung von mit Steinen gefüllten Prähmen und Sandsäcken wird unablässig fortgesetzt. Die Schleu^enkopfe haben bisher gehalten unb sind die Unterspülungen durch eine Spuntwand und (Steinlager befestigt. Das Wasser ist im Fallen, die Gefahr ist vorauslicht ich vorüber. Paris, 6. April. Rochefort wird morgen einem Meeting prasidiren, welches gegen die Verhaftung Duc-Quercy's und Roche's protestiren will. Meldungen aus Decazeville berichten das Wachsen der Bewegung. London, 6. April. Die amtliche Zeitung veröffentlicht eine Cabinetsordre worin her Beitritt Italiens zur cnglifch - egWtischcn Conventwn t>on 18<7 betreifenb Unterdrückung des Sclavenhandels mit Aden, mit allen Rechten und Verpflichtungen ange$eW «mrb^ (u bem hj.sjgm Central-Criminal-Gerichlshof- der Procetz gegen die Socialisten Hyndmann, Ehampion, Burns und Williams. Die Anklage lautet auf Aufwiegelung durch aufrührerische Reden bet den umgsten Londoner Unruhen. versichert. reinliches es selbststan-ig die Hausarbeit 'ird zu foforligcni :n und Färben 2182 erhlrr, 2326 Arnbach a/M. Donnerstag den 8. April M8« j. k. Rumpf, Wager W64 Kj 2 Stil Universität- - Chronik. — Zum Curator der Universität Greifswald an Stelle der wegen vorgerückten Alters zurückgetretenen Geheimräthe Dr. Baumstark und Hämisch ist vom 1. April an der Geh. Oberregierungsrath und Stellvertreter des Oberpräsidenten von Ostpreußen, Steinmetz, ernannt worden. — Die Zahl der evangelischen Theologie Studirenden auf den preußischen Universitäten ist im Wintersemester 1885/86 derart gewachsen, daß nach dem „Neuen evangelischen Gemeindeboten" eher von einem Ueberfluß als einem Mangel an Theologen geredet werden kann. Die Zahl der dieser Facultät Angehörenden beträgt im Ganzen 2553, nämlich in Berlin 726, in Halle 582, in Greifswald 300, in Königsberg 240, in Göttingen 225, in' Breslau 159, in Marburg 159, in Bonn 98, in Kiel 64. Im Semester 1884/85' hatten 2322, 1883/84 1926, 1882/83 1690 und 1881/82 1394 evangelische Theologie studirt, so daß also in den letzten 4 Jahren eine Zunahme von 1159 oder 81,1 pG4. stattgefunden hat. Auf mehreren Universitäten hat sich die Zahl der Theologen in 4 Jahren verdoppelt, in Greifswald sogar verdreifacht. Man muß in die dreißiger Jahre zurückgehen, um in Preußen eine ähnliche Zahl zu finden. — An der Bergakademie Leoben (in Steiermark) wurden durch Statthalterei- Erlaß die Burschenschaften Germania und Teutonia aufgelöst. Die Handhabe dazu bot eine Generalversammlung des Deutschen akademifchen Lesevereins, in der von Seiten der Nichtcouleurstudentcn gegen die Btnschmschafter Front gemacht wurde. Es kam zu einer erregten Erörterung und nach der Versammlung zu zwei Säbelforderungen. Das Professoren-Collegium der Bergakademie leitete wegen dieser Vorgänge eine Diseiplinar-Untersuchung ein, die mit der Relegation zweier Burschenschafter endete, während die Statthalterei die Auflösung über beide Burschenschaften verhängte wegen der dominirenden Stellung, die sie angeblich durch terroristische Mittel unter der Studentenschaft eingenommen hätten, wegen des Bestehens eines Delegirten-Eonvents und der Fassung von Beschlüssen, durch welche die persönliche Haltung und Handlungsweise der Mitglieder beeinflußt worden wäre. Gegen die Relegationen und die Auflösung wurde der Recurs ergriffen. . „ Monta» E iit btm g «leinbemuß, in J*rjei($neted ®au-, ®l *3 M ’S M 39 BuW tonnti Der Kachms Mrid IV. zu s Jacob Brücke! Flur XIV. K. I marfung vom 13l verloren gcgangel soll aber ausbezal Wer Ansprüche! dieselben jo geivi! hier geltend ml schränkt im Mut! gelöscht meiden. 1 Gießen, den I GroßhI Lail Vermischtes Friedberg. Das hiesige Schullehrerseminar war im verflossenen Schuljahr besucht von 111 Zöglingen, die sämmtlich der evangelischen Consession angehörten. Darunter waren Söhne von Landwirthen 51, von Lehrern 25, von Handel- und Gewerbtreibenden 19, von Beamten 13, von sonstigen Berufsklassen 3; aus Städten über 10,000 Einwohnern 0, aus Städten zwischen 10,000 und 20,000 Einwohnern 26, aus Orten unter 2000 Einwohnern 85; vorbereitet in Präparandenanstalten 74, von Lehrern 19, in Gymnasien 2, in Realschulen 16, in sonstigen Bildungsanstalten 0; aus der Provinz Oberhessen 82, Starkenburg 26, Rheinhessen 3; zur Zeit der Aufnahme im sechszehnten Lebensjahre 4, im siebzehnten 25, im achtzehnten 33, im neunzehnten 23, im zwanzigsten 16, im einundzwanzigsten und älter 10. Die öffentliche Entlassungsprüfung sand am 27. Mär; statt; die Aufnahmeprüfung beginnt am 19. April, das neue Schuljahr am 17. Mai. Bruchenbrücken, 2. April. Seit etwa zwei Wochen wird hier die 8 Jahre alte Margarethe Lamp vermißt und nimmt man an, daß dieselbe in die damals stark angeschwollene Wetter gefallen und ertrunken ist. Die Vermißte hatte blaue Augen, blondes, in einen Zopf geflochtenes Haar und war mit einem schwarzen Taillenjäckchen , baumwollenem blmi und weiß geblümtem Rock, Schürze, Schnürstiefeln, Strümpfen und Unterrock bekleidet. Bingen, 2. April. Von großem Interesse ist ein gegenwärtig am Großherzogl. Landgerichte anhängiger Rechtsstreit, durch welchen ein Bürgermeister für den einem Gläubiger dadurch erwachsenen Schaden zur Verantwortung nnb Ersatzleistung heran- gezogen wird, daß er die Güter eines Schuldners unverhältnißmäßig hoch taxirt haben soll, in Folge davon dem Gläubiger, welcher dem Schuldner im Vertrauen auf diese Taxe ein größeres hypothekarisches Darlehen gegeben, bei Veräußerung der Unterpfänder für seine Forderung aber nicht befriedigt worden, ein bedeutender Nachtheil erwachsen ist. Seiber kommen ähnliche Fälle, sowie die Benachtheiligung von ßeuten, welche in gutem Glauben auf die Rechtlichkeit der taxirenden Beamten ihr gutes Geld hergebm, so häufig vor, daß es mit Freuden begrüßt wird, wenn solche Mißstände, welche mit der Zeit außer der Schädigung der Gläubiger auch die betreffenden Gemeinden discrcditiren müssen, ihren Richter finden. Eine Reihe ähnlicher Processc stehen bevor. Marburg, 3. April. Gestern Mittag um V/2 Uhr stürzte der Dackdecker- meister G. Rautenhaus so unglücklich von dem Dache des hygienischen Instituts, daß der Tod sofort eintrat. Es ist dies der zweite Fall, daß der mit der Dachreparatur dieses Hauses beschäftigte Schieferdecker durch Herabstürzen von demselben sein Leben Jnbüjjt. Kassel, 5. April. Die Frau eines Bahnhofsarbeiters hat zürn Gifte gegriffen, um ihrem Leben ein Ende zu machen. Die Unglückliche hatte auf dem Lebensmittelmarkt eine kleine Anzahl von Eiern entwendet. Als nun ein Polizeibeamter in ihrer in der obersten Gasse gelegenen Wohnung erschien, um sie zum Verhör oorzuladen, scheinen sich ihrer Selbstmordgedanken mit so unwiderstehlicher Gewalt bemächtigt zu haben, daß sie alsbald zur Ausführung derselben schritt. Der Tod trat binnen sehr kurzer Zeit ein und schnitt ärztliche Hilfe ab. Köln, 3. April. Als gestern Abend nach Schluß der Strafkanunersitzung die Vernrtheilten in den Zellenwagen transportirt wurden, entsprangen zwei der Verbrecher. Den einen derselben nahm man nach heftiger Gegenwehr wieder fest; der andere aber, der zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilte Lucas Eschdors, warf dem ihn verfolgenden Schutzmann Sand in die Augen und cntkain. Später fand man die Zuchthauskleidung des Entwichenen in der Waisenhausgasse. Köln, 5. April. Wieder traten am Samstag Abend 11 Russen, 6 Männer, 3 Frauen und 2 Kinder hier ein, welche von einem wüthenden Wolfe gebissen worden waren. Sämmtliche Leute waren Angestellte auf einem Gute, der Herr begleitete sie. Um 10 Uhr 30 Minuten setzten sie die Reise nach Paris fort, wo sie bei Pasteur Hülfe suchen wollen. Berlin, 2. April. Das vorläufige Ergebniß der Volkszählung vom 1. De- eember 1885 im Deutschen Reich ist soeben vom Kaiserlichen Statistischen Amt im Februarheft seiner Zeitschrift veröffentlicht worden. Die ortsanwesende Bevölkerung des Deutschen Reiches stellt sich hiernach auf 46,840,587 Köpfe. Seit dem Jahre 1880 hat dieselbe eine Vermehrung von 1,606,525 Köpfe erfahren, das macht einen Zuwachs von durchschnittlich jährlich 0,70 pEt. der mittleren Bevölkerung der Periode. In den fünt Jahren, 1. Decembcr 1875—80, hatte die Reichsbevölkerung sich überaus stark vermehrt, nämlich um 2,506,689 Köpfe oder durchschnittlich jährlich 1.10 pEt. der mittleren Bevölkerung; in den 4 Jahren 1. December 1871—75 um 1,668,568 Köpfe oder 1 pEt. Während der letzten Zählungsperiode ist daher die durchschnittliche jährliche Bevölkerungszunahme gegen diejenige der vorhergehenden um 0/14 pEt., gegen diejenige von 1871—75 um 0,30 pEI. der mittleren Bevölkerung zurückgeblieben. Dagegen weisen, nach einem vom Statistischen Amte angestelllen Vergleich, verschiedene frühere Perioden eine erheblich geringere Zunahme auf. Immerhin bleibt auch im Vergleich zum Durchschnitt der Zuwachtzziffern für die acht fünfjährigen Perioden des Zeitraums von 1840 bis 1880, der sich auf 0,81 pEt. berechnet, die jetzige Zunahme von 0,70 pEt. ziemlich gering. Zur Erklärung fehlt es noch an den nöthigcn vollständigen Unterlagen, indeß läßt sich aus den bereits vorhandenen mit Sicherheit. schließen, daß dies Resultat in erster Linie der starken Auswanderung namentlich in den Jahren 1881 und 1882, sodann auch 1883 und 1884, und erst in zweiter dem in Folge einer geringen Zahl von Geburten nur recht mäßigen Ueberschuß der Geborenen über die Gestorbenen zugeschrieben werden muß. Sehr ungleichmäßig gestaltete sich die Bevölkerungsbewegung in den einzelnen Staaten, beziv. Beziiken. Für die Stadt Berlin ergibt sich seit 1880 eine durchschnittliche jährliche Zunahme von 3,17 pEt.; für Hamburg (Staatsgebiet), 2,67 pEt. Von den übrigen Bezirken haben diejenigen, deren Bevölkerung erheblich gewachsen ist, fast sämmtlich entweder ebenfalls große Städte oder doch eine bedeutende Industrie. Eine Zunahme von mehr als 1 pEt. durchschnittlich jährlich weisen nämlich auf: Regierungsbezirk Arnsberg (2,12), Fürsten- thum Reuß j. L. (2,02), Reg.-Bez. Düsseldorf (1,94), Kreis Mannheim (1,85), Rcg.- Bez. Leipzig (1,78), Zwickau (1,47), Köln (1,41), Herzogthümer Braunschweig (1,29) und Anhalt (1,25), Freie Stadt Lübeck (1,25), Reg.-Bez. Dresden (1,23), Staat Bremen (1,20), Fürstenthum Reuß ä. L. (1,15), Reg.-Bez. Merseburg (1,12), Hannover (1,10), Potsdam (1,09—Berliner Vororte—), Magdeburg (1,09), Oberbayern (1,08), Fürstenthum Schaumburg-Lippe (1,01) und Kreis Karlsruhe (l,03L Aus der anderen Seile zeigen eine höchst geringe Zunahme, von höchstens 1 pro Mille durchschnittlich jährlich, oder selbst eine Abnahme die folgenden, drei große Gruppen bilde den Bezirke, und zwar in der norddeutschen Gruppe; die Regierungsbezirke Bromberg (4- 0,03), Marienwerder (—0,18), Eöslin (—0,65), Stettin (—0,26), Stralsund (—0,55), Großherzogthümer Mecklenburg-Schwerin (—0,07) und Mecklenburg-Skrelitz (—0,38), oldenb. Fürstenthum Lübeck (—0,24), hierzu noch Reg.-Bez. Aurich (4-0,01) und Osnabrück (+ 0,07); sodann in der mitteldeutschen Gruppe: Regierungsbezirke Oberfranken (4- 0,02), Unterfranfeii (— 0,21), Kreis Mosbach (— 0,56), Provinz Ober- Hessen (— 0,13), Reg.-Bez. Kassel (4-0,10) und Fürstenthum Waldeck (4-0,02); endlich in der südwestdeutschen Gruppe: der Donaukreis (— 0,12), Schwarzwaldkreis (4- 0,10), Hoheuzollern (—0,27), Kreise Waldshut (—0,52), Villingen (- 0,09), Baden (4- 0,03) und die drei Bezirke von Elsaß-Lothringen: Unter-Elsaß (—0,02), Ober-Elsaß (4- 0,01) tmd Lothringen (--0,15). Codlenz, 4. April. Als ein Beweis, wie auch im fernen Auslande die Erzeugnisse deutscher Wissenschaft und Kunst zu immer höherer Geltung kommen, kann wohl die Thatsache dienen, daß gestern hier eine bedeutende Sendung von Modellmaschinen, Miniatur-Zahnradbahnen, Hebewerken re., sowie von eleganten Zimmer- fontatnen mit kleinen Heizluftmotoren, nach Nordamerika bestimmt, hier zur Schisfs- verladung kam. Alle diese Sachen sind für amerikanische Lehranstalten bestellt und stammten aus der mechanischen Fabrik und Fontainen-Werkstätte von H. Raab in Zeitz. Daß eine derartige Ausfuhr technischer Werke bereits stattsindet, ist jedenfalls bemcrkenswerth. Codlenz, 4. April. Wahrend im deutschen Reichstage die belgischen Ereignisse bisher nur als gutes Beweismittel gegen den Socialismus verwendet wurden, hat man in Berlin wohl kaum eine Ahnung, wie wir hier am Rhein bereits die Folgen zu spüren beginnen. Schon treffen im Weinhandel da und dort Abbestellungen ein, belgische Jndustriewaaren bleiben aus und deutsche Geschäfte, welche ihre Lieferungen darauf gegründet hatten, gerathen mit ihren Verpflichtungen in schwere Verlegenheiten. Boxtheile dürfte nur die Kohlenindustrie an der Saar und Ruhr haben, welche bereits Ordres aus Belgien erhalten hat und ihre Arbeitskräfte vermehren will, wenn wenigstens halbjährige Bezüge garantirt werden. Die rheinischen Behörden haben nun auch die Einwanderung der arbeitslosen Wallonen aus Belgien ernst in's Auge zu fassen und dieser Punkt ist durchaus nicht unbedenklich, denn es findet ohnehin schon alljährlich im Frühling ein Hereinströmen der belgischen Ziegelarbeiter und Fabrikleute statt,, welches sich diesmal sehr wahrscheinlich verstärken wird. Wir haben aber in den rheinischen Jndustrieorten ohnehin genug bedenkliche Elemente, welchen die direcle Berührung socialistischer Helden und Märtyrer gar nicht erst nöthig ist und so darf man wohl annehmen, daß die hiesige Provinzialregierung die erforderlichen Schritte schon berathen hat, denn diese Angelegenheit ist momentan doch wohl noch bedenklicher als die ganze polnische Frage. In Handel und Verkehr ist nun schon allenthalben der Frühling zum Durchbruch gekommen und man sieht sogar schon einzelne Engländer als gelbcarrirte Lenzesboten, welche den Wirthen der zahllosen Hotels zwischen Cöln und Mainz die rosigsten Hoffnungen vorgaukeln — für den Fall nämlich, daß es nicht wieder bis in den Herbst hinein regnet. Die Köln-Düsseldorfer Dampfschiffgesellschaft hat schon alle ihre ©dürft neu anstreichen und dazu noch 2 neue Salonboote Herstellen lassen; die zweite Eisenbahn auf dem Niederwald hat ebenfalls ihre Fahrten begonnen und beide Gesellschaften haben je 7 Hin- und 7 Retourzüge pro Tag, die sich aber vorläufig wohl noch kaum lohnen werden. Was den Lebensnerv des engeren Nheinthals wie der Mosel, den Wem angeht, so sind die Hoffnmiaen bis jetzt sehr gute, das Holz der Reben ist kräftig und hat von der Kälte nichts gelitten, so daß man nur noch die Mainächte zu fürchten hat; dagegen will sich der Handel in Wein fast gar nicht regen, nur in Trier ist etwas Leben, wo jüngst pro Fuder 1177 JL erzielt und im Ganzen ca. 51,000 JL umgesetzt wurden. Man klagt jetzt sehr über die Eoncurrenz der Kunstweine, die in Masse verkauft werden, meist von Hötels in Norddeutschland. — sMit einem Reitknccht.j Die Nichte des Earl of Delamere, eine der schönsten und reichsten Erbinnen der englischen Aristokratie, erschien während der heurigen Jagdsaison als Gast im Hause ihres Onkels. Da sich hier jedoch allmälig eine große Zahl von Besuchern zusammenfand, ward für die junge Dame in Eheshire ein kleines Schloß gemietet und dasselbe mit feenhafter Pracht ausgcstattet. Am 27. März erschien die 18jährige Dame nicht zum Diner im Schlosse des Earls, statt dessen kam am Abend ein Telegramm mit der niederschmetternden Nachricht, daß die Dame heute um 1 Uhr Mittags mit dem — 50jährigen Reitknecht White des Lorr Delamere getraut worden sei. Drei Londoner Advokaten beschäftigen sich nun mit der ' Frage, was zunächst zu geschehen habe. MB Tie Anfertigung 5 Herzstücken (ins tmifl zu liefernden geben werden. £ 15. April bei uns ci nngen können bti ivaltung Witr er'ng Wen, bcn 5. H 2652 törotfit! °°» rchxS O“58'.® auitK'l1 J man wird, erfahre" ■ Sä*“* fallt £ 7,1 so her« 6nd;u " 'oad bo6 ’5 afl u gut UN W d Winoch "Sorten sängt dielen befind der EL _der Teufel «Mu «n- »SÄfiw der WB inifi Ofenrohr zu . . z«- M»ft»; fflirber jM-k, Mo« ”2. ßujehun hwtcüi/«* ie»rlK „ich eile nie.«le. dir Beforgniß habe. Kellner, > brauckci fonimen- Tie luu 38^ 71,5 " 8|35 941 «00 y 111M vae- m bei Rom, 6. April. Der Papst empfing gestern den Fürsten von Jsenburg-Birftein, welcher darauf den Cardinalstaatssecretär Jacobini besuchte. Belgrad, 6. April. Ein Secret des Königs lost die L-kuplchiina auf und ordnet Neuwahlen (am 8. Mai) für die bis einschließlich 1887 dauernde Legislatur- penode^an ß Ap^l. Zur Feier des Jahrestags der Erklärung der Unabhängigkeit Griechenlands fand heute ein Tedeum statt, welchem die Spitzen der Behörden und die Vertreter der Mächte beiwohnten. Die Stadt ist festlich geschmückt und beflaggt. Eine große Menschenmenge bewegt sich in durchaus ruhiger Haltung in den dem Königspalaste und der Kathedrale benachbarten Straßen und Plätzen. Die königliche Familie wurde überall, wo sie erfdüen, ehrfurchtsvoll begrüßt. Dieselbe wird der Eröffnung der Eisenbahnlinie Korinth-Nauplia beiwohnen. Konstantinopel, 6. April. In der gestern stattgehabten Eonferenz wurde die Acte über die bulgarisch-ostrumelische Angelegenheit genehmigt und das darauf bezügliche Protokoll unterzeichnet. Die Eonferenz dauerte etwa 45 Minuten und verlief ohne einen Zwischenfall. Nach einer Ansprache Said Paschas unterzeichneten sämmtliche Bevollmächtigten das Protokoll, welches das Uebereinkommen, betreffend bie fünfjährige Amtsdauer des Fürsten Alexander als Generalgouverneur von Ostrumelim, reprodueirt. Newyork, 6. April. Unter den Strikendm in Fort Worth (Texas) herrscht Ruhe; der Gouverneur von Texas ist mit 7 Compagnien Miliz und einer Batterie Artillerie dort eingetroffen. ____________ _______ Lokale-. Gießen, 7. April. Samstag den 10. l. M., Vormittags 10 Uhr, findet im Negierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Prooinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des H. von Köpp en zu Ringelsbruch gegen Johann W. Schutz II. zu Ober-Roßbach. 2. Klage desselben Klägers gegen die Kaspar Heck Eheleute zu Ober- Roßbach. 3. Klage des Eh. W. B. Fernie zu Gießen gegen Heinrich Becker Ehefrau daselbst, sämmtlich Abtretung von Grundeigcnthum betreffend. 4. Gesuch der Karol ine Döpfer von Bingenheim um Erlaubniß zum Wirth- schaftsbetrieb. G. Gießen, 7. April. (Sterblichkeit in Gießens Die Zahl der Todesfälle ging in unserer Stadt in der Woche vom 28. März bis 3. April auf 6 herab. Es wurden betroffen 2 Kinder, von denen das eine schon eine Stunde nach der Geburt an allgemeiner Schwäche, das andere, 7 Monate alt, an Krämpfen starb. Von den 4 erwachsenen Personen starb je eine an Lungenentzündung, Lungenschwindsucht, Gallensteinen und ein junger Mensch erlag den Verletzungen, die er durch unglücklichen Zufall beim Aufstellen einer Maschine erlitten. Gießen, 7. April. In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde einem hiesigen Einwohner im Bahnzuge auf der Tour Frankfurt—Gießen die Uhr von der Kette gestohlen. Jedenfalls war der Mann eingeschlafen und ein mitfahrender Spitzbube wird, die Gelegenheit wahrgenommen haben. — In derselben Nacht versuchten ein oder zwei Personen in der Gail'schen, sowie auch in der Wasserschleben'schm Villa in der Wilhelmstraße einen Einbruch. Ohne jedoch irgend etwas zu erlangen, mußten sie von ihrem Vorhaben abstchen. S'Ä& Gruppen bilde ,den & ftSromberg (+ 0,03), Gtralfunb (-0,55), urg-Strelitz (-0,38), ’lurid) (+ 0,01) und litrungsbqirfe Obers ,56), Provinz Obereck (4-0,02);eW izwMms (-tOMI MV (+ 0,03) , LdevWH (+0,01)i 1 ■nen Auslande die Er- ; Geltung kommen, kam Zmdung von Model!-; on eleganten Zimm-; imt, hier zur W iranstalten bestellt uai int von H. Raab n _ attfindrt, diebelgitMEreigB. ,endet wurden, hat m ; bereits die Folgen i> lrl AbblsllllwW m M, ihr- Mmi* ichwm Strltflini* ,t tafelt, ncWtfem M „ haben nm mch Jntfen W“’W" und S-d-lk- '-^ . tir h-ten 06« ’«: ’ ' iw ta Ä IS ^^in6'rtcmw^o,c elbcawrte^enz . rS ys wlz "7-^ in fuw ,n i # umgc' IS'SM <«r'm. Für die Stad! ahme von 3,17 p(£t.; iifen haben diejenige»' 'lveder ebenfalls große von mehr als 1 ptzi. ^berg (2,12), Fürsten- 'tannljeim (1,85), Reg- ■r Braunschweig (1,29) Dresden (1,23), Staat iburg (1,12), Hannoon 9), Oberbayern (1,08), ,03). .Auf der aiibera o Mille durchschnittlich bi, Wr StY\tx>'- ^dors ttö .- N; der — sEhrenbeleidigung — oder nicht?) Die Londoner Schauspielerin Mrs. Abrams^ verklagte kürzlich den Kritiker Hudson, weil er in der Besprechung eines neuen Stückes von ihr geschrieben: „Mrs. Abrams erinnert an die Ausgrabungen des Professors Schliemann — sie ist eine echte Antiquität." Der Richter versuchte umsonst, die erregte Künstlerin zu beruhigen, indem er meinte: „Wie werthvoll die ausgegrabenen Dinge sind, das beweist am besten der hohe Preis, den sie erzielen." Zornig erwiderte die Künstlerin: „Ja, aber das große Publikum besteht nicht aus Alterthumsforschern, und seit jener Kritik bekomme ich täglich anonyme Briefe, in denen man mir schreibt, „ob ich keine lateinischen Inschriften trage", oder die Verwunderung ausgesprochen wird, daß „die Gliedmaßen so gut erhalten seien" rc. Endlich kam ein Vergleich zu Stande und am nächsten Tage war in Hundson's Journal zu lesen: „Wie wir erfahren, feiert unsere treffliche Künstlerin Mrs. Abrams demnächst ihren achtzehnten Geburtstag. Kinder und Enkel werden sich zahlreich an der Feier bethreligen." — (Der falsche Schwur.] Vor dem Schöffengericht eines bayerischen Provinzialstädtchens — so berichtet die „Augsb. Abcndztg." — hatte ein verdächtiger Zeuge einen Eid zu leisten. Nachdem er versichert: „Gnad'n, Herr Richter, wos i g'sagt hab', dös is aa wahr, oader drauf schwiar i a Uramcnt", lud ihn der Vorsitzende des Gerichts ein, laut und deutlich nachzusprechen. Vorsitzender: „Ich schwöre." — Zeuge: „Ich schw . . . öre" — Bors.: „bei Gott" — Zeuge: „bei Gott" — Bors.: „dem Allmächtigen" — Zeuge: „dem All . . mä . . . mäch . . . .", bei diesen Worten fängt der Zeuge zu stottern an, seine Augen haften starren Blickes an der gegenüber befindlichen Thüre des Gericktssaales und mit wildem Schrei: „Der Teufel kunmt — der Teufel is da — der Teufel holt mi scho", stürzt er besinnungslos zu Boden. Während der Zeuge wieder zur Besinnung gebracht wird, findet man die Ursache zu seinem seltenen Benehmen. Die Frau des Oberamtsrichtcrs hatte in der Vergeßlichkeit dem Schornsteinfeger den Auftrag gegeben, im Gerichtssaale das Ofenrohr zu reinigen und der ahnungslose Schornsteinfeger öffnete gerade im Momente der Eidesabnahme die Thür. Wieder zum Bewußtsein gebracht, rief der Zeuge flehentlich: „Gnad'n, .Herr Richter, i nimm alles, was i ausg'sagt hab', wieder zurück, denn seg'n S', Herr Richter, es is ja alles Stuck vüa Stuck von mir dalog'n." — sZugebunden.j In ein Wirthshaus, das wegen seiner Würste berühmt ist, kommt ein Fremder und fragt, was zum Essen da ist. „Frische Blnnzen und Leber- wtzrscht", sagt der Kellner. „Kommen S' mir nicht mit Würsten", sagt der Fremde, „ich esse nie Würste, weil sie größtentheils aus Schweinefleisch bestehen und ich immer die Besorgniß habe, es könnten Trichinnen d'rin sein. — „Ah belei!" sagt der Kellner, „da brauchen S' kan Angst«nit z'haben. Wie sollten denn da Trichinen hinein- fonnuen? Die Würscht san ja alle oben und unt' zugebunden." Schifssnachrichten. Bremen, 5. April. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfcr ?,<■• 6apt. R. Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 24. Marz von Bremen und am 25. März von Southampton abgegangen war, ist gestern 2 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Geschichts-Kalender. 8. April. 1525. Aushebung des deutschen Ordens. — Albrecht von Brandenburg, erster Herzog von Preußen. 1655. Ludwig I., Markgraf von Baden, bedeutender Feldherr und Sieger über die Türken, zu Paris geboren. 1786. Kaiser Joief II. schafft durch ein Edict für die österreichischen Niederlande die geistlichen Brüderschaften ab und errichtet „zur Erleuchtung der Priesterschaft" ein Generalseminar zu Löwen. 1803. Justus Freiherr v. Liebig, berühmter Chemiker, zu Darmstadt geboren. 183o. Wilhelm v. Humboldt, Gelehrter und Staatsmann, stirbt zu Tegel. 1861. Kaiser Franz Joseph von Oesterreich gewährt durch das „Protestantenpatent" seiner protestantischen Bevölkerung völlig gleiche Rechte und Freiheiten mit der katholischen Kirche, ohne jedoch das Eoncordat mit dem Papste aufzuheben. 1866. Preußen schließt mit Italien ein Offensiv- und Deffensivbündniß ab und verpflichtet sich, demselben zu dem Besitz Venetiens zu verhelfen. Ganz seidene bedruckte Foulards Mk. 1.90 per Nketer bis INk. 6.25 perf- in einzelnen Roben und ganzen . r _ A A Stücken zollfrei Ls Haus das Seiden- sabrck-Döpot 6. Henneberg (K- u. K. Hofl.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 H Porto. 777 nunmehr 18 Jahre so beliebte, trotz aller Nachahmungen unüber- troffene Haarwasser von Retter, München (staatlich geprüft und begutachtet), welch, statt Oel ob. Pomade tägl. gebraucht bestens zu empfehlen ist, verkauft zu 40 H u. JL 1,10 I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25, Gießen. 771 Halbverdrck-Wagen, Dr. Gensch, J. 6. Rumpf, Wagenbauer, Frankfurt a/M„ Eisernehand 18. 1344 --------1------ ■ — prakt n. Specialarzt für Baut-, Frauen- u. Geschlechtskrankheiten (SyphiHs)ctc. Frankfurt a. M. Stiftetr. 22, fr. Aesiat. Prof. Ricocd'a. Aubw. brieO. Allgemeiner Anzeiger. ObttljtssW Die Anfertigung von 4 Weichen und 5 Herzstücken aus den von der Verwaltung zu liefernden Stahlschienen soll vergeben werden. Offerten sind bis zum 15. April bei uns cinzureichen, die Bedingungen können bei unserer Magazinsverwaltung dahier eingesehen werden- Gießen, den 5. April 1886. 2652 Großherzogliche Direktion. Bekanntmachung. Der Kaufbrief des Johannes Maid IV. zu Watzenborn für Jacob Brücket III. daselbst über Flur XIV. Nr. 146,3 dasiger Gemarkung vom 13. Dezember 1880 ist verloren gegangen, der Kaufschilling soll aber ausbezahlt sein. Wer Ansprüche an diesen hat, wolle dieselben so gewiß binnen 2 Monaten hier geltend machen, als sonst beschränkt im Mutationsverzeichnisse soll gelöscht werden. Gießen, den 1. April 1886. Großh- Amtsgericht. Langsdorfs. 2635 Holzversteigerung. Montag den 12. April soll in dem Ettings Häuser Gemeindewald, in verschiedenen Distrikten nach verzeichnetes Holz versteigert werden: I. Bau-, Werk- und Nutzholz. 13 Eichenstämme, 58 Eichen-Derbstangen, 39 Buchen-Derbstangen, 7 Fichtenstämme, 1464 Fichten-Reisftangen, 2 Kiefernstämme. II. Brennholz. 37,2 Nmtr. Buchen-Scheitholz, 303,8 „ „ Knüppel, 71,5 „ „ Stöcke. 8135 Buchen-, Eichen- und Nadel- Durchforstungswellen, 4200 Buchen- und Eichen-Wellen Astreisig Die Zusammenkunft und der Anfang ist Morgens 9 Uhr in der Sandhecke, in der Nähe des Gabriels- zimmerplatzes, am Brennholz. Ettingshausen, am 6. April 1886. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. Launspach. 2639 Bekanntmachung. Das Fahren der zwei städtischen vierrädrigen Gießsässer soll im Sub- missionswege vergeben werden. Die hierauf Reflectirenden wollen ihre Offerten binnen 8 Tagen von heute an verschlossen bei der unterzeichneten Stelle, woselbst die Bedingungen eingesehen werden können, einreichen. Gießen, am 3. April 1886. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _________A. Bram m.________ 2556 Grösstes-Läger engl. 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April an abgefahren werden. 2634 Wieseck, am 4. April 1886. Sommerlad, Bürgermeister. Holzversteigerung. Freitag deu 9. April, Vormittags von 8 Uhr an, soll im Beuern er Gemeindewald folgendes Holz versteigert werden: 296 Rm. Buchen-Scheitholz, 6 „ Eichen- 193 „ Buchen-Knüppel, 27 „ Nadel- „ 6650 Wellen Buchen-Neisholz, 1700 „ Nadel- 124 Rm. Buchen-Stöcke, 14 „ Nadel- „ 6 „ Eichen „ 21 Eichenstännne mit 13,96 Fstm., 2 Buchenstämwe „ 2,83 „ 24 Nadelstämme „ 5,52 „ 79 Nadel-Derbstangen, 4,69 „ Die Zusammenkunft ist oberhalb Fünshausen. Beuern, den 6. April 1886. Großh. Bürgermeisterei Beuern. Otto. 2638 Samstag den 10 April, Vormittags 11 Uhr, lasse ich an meinem Hause Thüren, Fenster, Treppen, 1 kupfernen Waschkeffel u- s. w. gegen Baarzahlung versteigern. 2656 Carl Ang. Faber. 2637] Ladenreale, wenig gebraucht^ billig zu verkaufen. 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W Oietz Nachfolger. 2580] Aelterer Hausbursche gesucht. Nur solche mit guten Zeugnissen wollen sich melden. Zu erfragen in der Exped. d- Bl. Tüchtige- Dienstmädchen auf sofort zur Aushülfe gesucht. Näh. in der Exp. d. Bl. Holzversteigerung. Samstag den 10. April kommen in dem Gemeindewald zu Crumbach, Distrikte Heiligenwald 17 und 19 b, Himberg und Läusberg, folgende Holzsortimente zur Verstei- Das Familienblatt ist zu beziehen in Wochen-Nummern, vierteljährlich 2 X; oder in Heften zu 50 H. Auch in Oktav-Format (Salon-Ausgabe), monatlich ein Heft zu 75 Den zum 1. April neu eintretenden Abonnenten wird der bis dahin erschienene Theil des Romans HianenSiebe von H. Schobert umsonst nachgeliefert. — Von ferneren Beiträgen seien hervorgehoben: „Unter der Blume". Ein Kapriccio von 9 45 140 Die Zusammenkunft ist Morgens 10 Uhr im Distrikt Läusberg, unweit der Gießen-Gladenbacher Straße. Crumbach, den 5. April 1886. 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I herrscht hierüber noj I Präsidium des Fürste» Ministeriums endlich 1 werten, als her Stal Fertigstellung der nee I W sogar, baß bil b tizen Session überd t v DundeI «S ^ocialtsiengesetzW „Die EutiW prZlichen HerrenhI Wontao, ■ ' * auf bie foÄ steht hie Klär« eine solche hat» *n’8lidiglich M » tat, ■ r. eira6Wäfen» t 5° sm Mbai » blch “aal chrl °"l°W