'acht n, °uf dem o»cert der 4»38 I. rtetts :ber Satte N. SeilE liessen, ixer_ ckmiitags 4921 10 Pfg. 4906 »me" Bf E*1' iswärtSi wren r, f«irSleg rel in der ncbt per ; für Reise gewandten selbe muss n, mit der und freundkönnen, in heid wissen sicher und eiten. Dau- ellung- in dersel- r Branche 3n, erhalten mit Angabe gen Thätig- prüche > z-O bei Voglen liederlegen- Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ISS« «chstGrsst* 7. Erscheint wtt deL »iertetjähriich 2 Mark W ff. utt viertelMclich 2 M-rk ötz tzs Amtlicher Hheil. Betreffend: Die Aufräumung der Wetter. B e k a n n t m a ch u n g. Der Wetterfluß wird zum Zwecke der Aufräumung am 8., 9. und 10. Juli I. I. in der Gemarkung Ober-BeMn Greßen, am 6. ^uli 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___________________________________ Dr. Boekmann. gen abgeschlagen. Der am vorigen Donnerstag erfolgte Zusammenstoß eines 0e2>?°1n"er?Xa8 "s°lgte Zusammenstoß eines rede, sowie der Antwort der Sobranje ersucht habe, da jene mit bem tX»' itoin^flmfpnhnr/ fi^t und bet benachbarten bulgarischen Uebereinkommen nicht im Einklang stünden. Die Pforte hat offen.' AÄÄ /«ne ber f^roerfien «ataßrop^en in ben neueren bar dem Drängen Rußlands, gegen Bulgarien aufzulreten, nachgegeben t mürben ^raU8;^Somc bi8 i?Bt ^stgestellt ist, ebenso gewiß ist es, daß sich Fürst Alexander beeilen wirb, eine befrstbiaenbe r ix, .... Äu amnlen(x0P ttx fletöbtet, 12 schwer und über 30 I Antwort zu geben und somit würde auch dieser versteckte Schachzug Rußlands leichter verletzt; sehr wahrscheinlich wird stch aber die Zahl der Verletzten noch I vereitelt sein. 8 JtUBlan01 Eine Depesche aus Konstantinopel vom 3. Juli besagt, daß die Psorte in Sofia um Ausklärung über gewisse Stellen der bulgarischen Thron- PolitLfche Ueberfkcht. Gießen, 6. Juli. In dem ferneren Reise-Programm Kaiser Wilhelms nach Beendigung der Emser Kur ist insofern eine kleine Veränderung zu verzeichnen, als der erlauchte Monarch auf seiner Weiterreise nach Bad Gastein dem Prinz. Regenten von Bayern einen Besuch abzustatten und deshalb in München einen Eurzen Aufenthalt zu nehmen gedenkt. Am 18. Juli trifft Kaiser Wilhelm nach Len bisherigen Dispositionen in Gastein ein, wohin sich alsdann auch Kaiser Franz Josef von Ischl aus zu dem traditionellen Besuche fernes erhabenen' Alliirten und Freundes begeben wird, lieber eine Zusammenkunft zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Grasen Kalnoky, dem österreichischen Minister des Auswärtigen, von welcher jetzt ebenfalls viel die Rede ist, lauten die Angaben noch recht schwankend, namentlich was den Ort anbelangt. Man nennt bald Gastein, bald Kifsingen, und wird man hierüber eben noch Näheres abzuwarten haben, dagegen heißt es bestimmt, daß der Reichskanzler während seines Kiffin- ger Kuraufenthaltes eine ober mehrere der leitenden bau-rischen Persönlichkeiten empfangen werde. _ häßlich der Eröffnung der Postdampfer-Fahrten aus der ostastattschen Linie durch die „Oder" geben wir nochmals einen orientirenden ueherottck über die neuen überseeischen Postdampser-Routen. Was zunächst die eine Hauptlinie, diejenige nach Ostasien, anbelangt, so bilden aus derselben Antt wetpen. Port Said — die nördliche Eingangspforte zum Suezkanal — Suez, Aden — das den Engländern gehörige Felsennest am Ausgange des arabischen Meerbusens Colombo aus Ceylon, Singapore an der äußersten Spitze der langgestreckten Halbinsel Malakka und Hongkong die hauptsächlichsten Unterwegs- Stationen; die Linie endigt bekanntlich in Shanghai. Von Hongkong aus führt eine Zweiglinie nach Yokohama, dem Hafen für die japanische Residenzstadt Yeddo, nach Kiogo aus Korea und Rangasaki. Für den Verkehr mit Australien besteht eine Hauptlinie nach Sidney, welche mit der ostasiatischen Linie die Unterroeg,Stationen bis Aden gemeinsam hat, dann nach den Tschagos-Jnseln, Adelaide, Melbourne uud schließlich Sidney führt. Von letzterem Platze aus geht eine Anschlußlinie nach den Tonga-Jnseln und Apia. Außerdem führt eine besondere Zweiglinie von Triest über Brindisi nach Alexandrien. Die Fahrten auf den beiden Hauptlinien geschehen in Zeitabständen von je 4 Wochen und greifen dergestalt ineinander, daß auf der gemeinsamen Strecke Bremerhafen-Aden eine regelmäßige 14tägige Verbindung hergestellt wird. Aus der ^ime ^nest-Albxandrien werden die Dampfer in 14tägigen Zwischenräumen ab- gesertigt, um den Dampfern der Hauptlinien in Verbindung mit der egyptischen <,üenbahnlinie Alexandrien-Suez in Suez die Reisenden und Postsendungen nach Ä bezw. Australien zuzuführen. Die Fahrzeit von Suez nach Hongkong aq qir 24 A^age gegenüber einer Fahrzeit von 28% bei den englischen und bei ben französischen Dampfern. Den Verkehr auf der Linie Triest. .werden die bereits nach Triest abgegangene „Braunschweig" tinb die „Nürnberg besorgen; für die Fahrten der ostasiatischen Hauptlinie Md außer der „Oder-, noch der „Neckar", sowie die großen, neu erbauten Subventions-Dampfer „Preußen", „Sachsen" und „Bayern" bestimmt. Den Verkehr auf der Zweiglinie Hongkong - Nangasaki vermittelt der ebenfalls schon unterwegs befindliche neue Dampfer „Stettin." Für die australische Linie sind die großen auch neu erbauten Prachtdampfer „Salier", „Hohenzollern", „Habsburg -Hohenstaufen und „General Werder" bestimmt und wird von ihnen , "Malier am Mittwoch, den 14. Juli, die erste fahrplanmäßige Reise an- treten. Auf der Zweiglmie Sidney-Tonga-Inseln-Samoa endlich wird der ebenfalls neue Dampfer „Lübeck" verkehren. als weit größer Herausstellen. Die gerichtliche Untersuchung über das entfett Unglück, welches durch das Ablassen des Postzuges auf einem falschen herbe,geführt wurde, ist bereits eingeleitet worden. ^Cn 9 cy Hochschule in Darmstadt beging am 1 und 2' 3K t^^6eI'e,eL,&reä jährigen Bestehens unter Th-ilnahm- des w,e der Beh rden, zahlreicher Deputationen und von -uswätts -rschünener Gäste Der Militär-Gouverneur von Paris, General Sauüien wird nunmehr aus seinem Posten bleiben, da der französische . Demisstou Saussier's nicht angenommen hat. Der Ministerrath lüß bierbe G-n-ral die specielle G-nugthuung zu Th-il werden, daß der Gegner Sa! stn's ffW’Ä ^oulanger, den Gouverneur Namens des Gesammt-Cabinels brufüch ersuchte, das Demisstonsgesuch zurückzuziehen. Die vielbesprochene Aff! « enbigt demnach mit einer persönlichen Niederlage des Kriegsministers und die!e w°r 'N der That e ne vollständig verdiente; denn General Boulan er hat stch durch fein ruckuchlslofes Verhalten in der Armee wie in den Pariser DolitifrLr uin parlamentarischenKreifen schon längst zahlreiche Gegner zugezogen. *HosÄ lich nimmt stch Herr Boulanger die erhaltene Lection zu Herzen 9 " .. . ,a„us S.tatien liegen immer wieder die stereotypen Cholera-Berichte vor die indessen bei jeoer neuen Auflage eine Zunahme der Epidemie erkennen lassen ^oucht nur die Namen Latiano und Francavilla zu nennen, um das bei ^^'chll^ssen der Cholera jenseits der Apenninen constatirt zu sehen Wochen kamen in den beiden genannten Städtchen nur weniae tägliche Cholerafalle vor ; M me bet der Telegraph, daß in Latiano am Fr "tag 105 Perlonen an der Cholera erkrankten und 32 Personen ihr erlagen mäh9, renb m gtancgoiag bie Cholera zur selben Zeit 18 Personen dahi/raffte und ii Personen neu befiel. Leider scheint dabei die Seuche in dieser Gegend noch keineswegs ihren Höhepunkt erreicht zu haben. 9 fPOnif v.e,? Regierungs.Decret spricht anläßlich der Gebutt des Königs Alzons XIII. eine Amnestie für gemeine Verbrechen, aber nicht für noht4$e unb militärische Verbrechen aus. Da in Spanien gerade letztere sebr zahlreich find, so dürfte der unvollkommene Ammstie-Erlaß im Lande wobl nur mäßige Freude erregen. " nut Die Reise des Gro ßfürsten Wladimir durch die russischen Ostsee. Provinzen erregt wegen der den Deutschen günstigen Berichte des Kauimerh-'ri- Slu schewsky, der stch >in Gefolge des Großfürsten befand, in Rußland wie 'im Auslande ein gewisses Aufsehen. Es gilt dies besonders von der Stelle in welcher Slutfchewsky unumwunden feine Ueberzeugung ausspricht vast' di? erprobte Anhänglichkeit der Balten an die Czarensamilie auch auf die Beziehungen der Balten zu dem rnsiischen Volke eine wohlthätige Rückwsikung ausüb n werde In den deutsch, baltischen Kreisen selbst sieht man freilich die Lage vstl kühler “n und meint man, daß die Reife des Großfürsten höchstens di- Entkleidung der Rufstficirung der Ostsee.Provinzen von ihrem bisherigen vorwiegend religiösen Charakter zur Folge haben werde. 0 In den russischen Hetzereien und Drohungen gegen den Fürsten Alexander von Bulgarien, von welch' letzteren auch die Psorte ihr aut Thell abbekommen hat, ist wieder einmal eine Paule eingetreten. Wahrschein, lich hat man sich inzwischen in Petersburg davon überzeugt, daß Rußland bei seinen abermaligen Wühlereien auf der Balkan-Halbinsel von keiner Seite her auf Beistand zählen darf und zieht man an der Newa die drohend herausae- teckten osficiösen Fühlhörner wieder ein- Uebrigens ist der russische Botschafter n Konstantinopel, Herr v. Nelidow, mit lOtägigem Urlaube in Petersburg eingetroffen, wohl, um Bericht über die Lage in Konstantinopel zu erstatten. Betreffend: Wie oben. Gießen, am 6. Juli 188^------- Das Großherzogliche Kreisamt Gießen die Großherroglichen Bürgermeistereien «der- Bessingen, Nieder-Bessingen, Lich, Muschenheim, Eb-rsiadt und Ober-Hörgern, sowie da» Polizereomwiffariat Kloster Arnsburg. 9 »erstaor uno Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung werden Sie angewiesen, die Ausräumung der Wetter in den Ihnen unterffelltev nx,™ f m den Tagen vom 8-10. Juli I. I. vornehmen zu lassen. unterstellten Gemarkungen „ Dr. Boekmann. Berlin, 3. Juli. Der bekannte Abgeordnete und Rittergutsbesitzer Sombart, welcher bereits vor längerer Zeit sich lebhaft für die Colonmrung dünn bevölkerter Gegenden des Ostens bemüht hat, hat in der Provinz Brandenburg ein Rittergut von 3000 Morgen bei dem gerichtlichen Verkauf erstan- den. EL soll dasselbe in sechs Vollspänner- zu je 240 Morgen, oier Halbspänner- zu je 160 Morgen und 10 Kossaten-Höfe zu je 80 Morgen erngerrcytet werden, deren Preis sich auf je 36,000, 24,000 und 12,000 «4L stehen soll. Bei der Uebernahme soll ein Viertel der Kaufsumme baar ausgezahlt werden, während das zweite Viertel 10 Jahre lang zu 5 pCt. stehen bleiben kann; die beiden ersten Viertel sollen durch an erster Stelle einzutragende 4procentige Central-Pfandbriefe des neuen Brandenburgischen Credit-Jnstituts gedeckt werden. Kürzlich fand nun bereits die Vorlegung des Colonifations-Planes an Ort und Stelle statt. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt nun darüber Folgendes: Mehr als 100 Personen aus nah und fern waren erschienen, namentlich mar die Zahl der Bewerber um kleinere Stellen eine sehr große. Nachdem Herr Somdart die Karte und Planberechnung erläuternd vorgelegt hatte, wurden die Kaufbedingungen verlesen und besprochen. Während man im Allgemeinen dagegen nichts zu erinnern fand, stieß ein besonderer Punkt, nämlich die Bildung einer Walogenossenschaft, auf lebhaften Widerstand, sodaß derselbe gestrichen werden mußte. Darauf nahm man die Abfindungspläne an Acker, Wiese und Holzungen, welche geometrisch abgesteckt und durch große Pfähle bezeichnet waren, sowie die Gehöfte und Baustellen örtlich in Augenschein, wobei die Vertheilungsart der Grundstücke in den verschiedenen Culturorten ungetheilte Anerkennung gefunden hat. _________ Telegraphische Depeschen. tkSolff'S uxw» Lsrresvorrderrz - Brrrran. EmS, 5. Juli. Seine Majestät der Kaiser setzte heute früh die Brunnenkur fort und machte nach derselben eine Promenade mit dem Großherzog von Mecklenburg-Schwerin. Später nahm Allerhochstderselbe die Vorträge des Ober-Hof- marschalls, Grafen von Perponcher, und des Wirkl. Geh. Rathes von Wilmowsky entgegen. Zum Diner sind geladen der Militärbevollmächtigte in Petersburg, General ». Werder, Graf Adlerberg und einige andere hervorragende Personen. — Der Großherzog und die Frau Großherzogin von Mecklenburg - Schwerin statteten heute Mittag 12 Uhr Ihrer Majestät der Kaiserin in Coblenz einen Besuch ab. München, 5. Juli. Die „Allg. Ztg." meldet: Das Gesammtminifterium unterbreitet noch heute dem Prinzregenten sein Entlassungsgesuch. Morgen empfängt der Regent den Senat der Universität, am Mittwoch den österreichischen Gesandten. Paris, 5. Juli. Das Strafgericht von Bourgoin erklärte sich in der Angelegenheit der Vorgänge der Schließung der Kapelle von Chatauvilain übereinstimmend mit den Anträgen der Verteidiger für incompetent. Die Angeklagten kommen daher vor das Schwurgericht. Belgrad, 5. Juli. Der Unterrichtsminister beabsichtigt, an Stelle der bisherigen Gelehrten-Gesellschaft eine königliche Akademie der Wissenschaft und Künste zu begründen und die bisherigen Lehrer- und Priester-Seminare zu reorganisiren. — Der Kriegsminister stellte ein Project der Militär-Reorganisation fest. Der Minister geht am 10. ds. nach Risch. Zara, 5. Juli. Die aus drei montenegrinischen, ehemals türkischen, im Mai gewaltsam besetzten Dörfern ausgewanderten Mohamedaner überfielen, angeblich zweitausend Mann stark, in der Nacht zum 2. ds. Mts. Moikovac und fingen zwei montenegrinische Capitäne, wurden jedoch mit Verlust zurückgetrieben und 60 Mann von ihnen eingescklossen. Paris, 5. Juli. Der Senat hat die Vorlage, betreffend die allgemeine Weltausstellung im Jahre 1889, angenommen und die mit Deutschland unter dem 24. De- cember 1885 geschlossene Vereinbarung bezüglich der Grenzabsteckung in den westafrikanischen Gebieten genehmigt. London, 5. Juli. Die Morgenblätter veröffentlichen einen zwischen dem früheren Präsidenten des Lokal-Regierungs - Amts, Balfour, und Gladstone geführten Briefwechsel. Aus demselben ergibt sich, daß Gladstone im December v. I. den Tories seine Unterstützung zur Lösung der Frage der künftigen Verwaltung Irlands anbot und dabei hinzufügte, er besitze authentische Nachrichten darüber, daß hinter Parnell eine Macht stehe, welche zu Gewaltacten in England schreiten würde, wenn dem Verlangen der irischen Partei nicht durch ein wesentliches Zugeständniß Rechnung getragen werde. Konstantinopel, 5. Juli. Die über Triester Provenienzen, welche nach der adriatischen Küste der Türkei bestimmt sind, verhängte zehntägige Quarantäne ist auf sämnitliche österreichisch - ungarische Provenienzen des adriatischen Meeres ausgedehnt wordcn. Lokale-. Gießen, 6. Juli. Tagesordnung für die Stadtoerordneten-Sitzung am Donnerstag den 8. Anli 1886, Nachmittags 4 Uhr. 1. Vergebung der Hastischen Stiftungszinsen. 2. Revisionsbemerkungen zur Rechnung 1883/84. 3. Beschaffung des Bedarfs an Brennmaterial für das Jahr 1886/87. 4. Hagelschlag vom 1. Juni 1886. 5. Uebertragung der städtischen Armenpraxis an das akademische Hospital. 6. Neubau von Kliniken. 7. Die Erbauung einer neuen Caserne. 8. Die Herrichtung eines Militärbadeplatzes. 9. Die Erhöhung des Trottoirs auf dem Marktplatz. 10. Reparatur des Straßenpflasters vor dem Kreisamts-Gebäude. 11. Ausbau der Ostanlage. 12. Uebermölbung des Stadtbachs in der Westanlage. 13. Gesuch des Redacteurs E. Laris um Bauerlaubniß. 14. Desgleichen des Jean Böck. 15. Desgleichen des Jacob Helfenbein. 16. Desgleichen des Mechanikus F. W. von Gehren. 17. Gesuch des Vorstandes der katholischen Kirchengemeinde um Erlaubniß zur Ableitung von Abfallwasser. 18. Gesuch der Actienbrauerei Gießen betr. die Anlegung von Eisteichen. . 19. Anschaffung von Schulöfen. — Gießen, 6. Juli. Ein recht gemüthliches Waldfest feierte am Sonntag der hrenge Veteranenverein am Hirtenbrunnen. Die große Menge der Festtheilnehmer zetgte so recht, welcher Sympathie sich dieser noch junge Verein bei dem Publikum erfreut und wir find überzeugt, daß unter den Hunderten der Anwesenden sich Niemand befand, der mcht befriedigt das schattige Waldplätzchen verlassen hätte. Selbst der gänzliche Mangel an Tischen und Bänken wurde von dem Publikum nicht so sehr empfunden, da nach Beginn der Spiele die Aufmerksamkeit nach allen Richtungen in Anspruch genommen wurde. Die erste und Glanznummer war eine Kinderpolonaise welche Die jungen „Damen" und „Herren" recht flott aussührten. Nach derselben bei gannen tue verschiedenen Spiele (Schaukeln, Sacklaufen, Springen, Topfschlagen, Wurstschnappen u.s. w ), bei welchen es manche lustige Scene und Amüsement genug für Jung und Alt gab. Unter Absingen von Liedern und auf dem Tanzplatze gingen die Stunden rasch dahm und Manchem, namentlich aber dem jungen Volk kam der bei Eintritt der Dunkelheit erfolgte Rückmarsch etwas verfrüht vor. Die Veranstalter und Letter des Festes haben, sich ein Denkmal in den Herzen der Kinder gesetzt, ebenso diejenigen Kameraden, die der edlen Bäcker- und Metzgerzunft angehören, welche d e Lur Vertheilung gekommenen Bretzeln und Würstchen unentgeltlich lieferten. Die öftere Wiederholung derartiger wohlgelungener Festlichkeiten wird dem Verein gewiß viele neue Freunde zuführen. Gietzen, 6. Juli. Es dürfte noch nicht allgemein bekannt sein, daß der Eoong. Kirchcngesangverein seit Anfang dieses Jahres eine Ehorschule für Knaben unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Cantor Steiner, eröffnet hat. Der Zweck dieser Einrichtung ist, für den Gottesdienst geiajultc Sanger zu gewinnen, die einmal den Gesang der Gemeinde anführen, dann aber auch durch mehrstimmigen Vortrag der Choräle den Gottesdienst 'beleben können. Angesichts der Einführung des neuen Choralbuchs, das doch nicht wenige der Gemeinde noch unbekannte Melodien enthalten wird, ist ein solcher Knabenchor für eine größere Gemeinde geradezu unentbehrlich. Die Knaben werden für ihre Mitwirkung im Gottesdienst nicht bezahlt» dagegen erhalten sie für jede Probe, die sie mitmachen (wöchentlich zwei), eine kleine Vergütung, die jedoch erst bei der Confirmation ausgezahlt wird. Auch nach dieser Richtung ist die Chorschule nicht ohne Bedeutung, da dereinst den Eltern diese vorr ihren Kindern selbst erworbene Beihilfe zur Confirmation sehr willkommen scm wirb«. e Um hierfür die Mittel zu gewinnen, wird der Kirchengesangverein Ende dieses Monats ein großes Kirchenconcert veranstalten, in dem ein historisches Programm mit Musik aus fünf Jahrhunderten, Chöre, Soli und Instrumentalmusik zum Vortrag, kommen wird. Auch die Chorschule selbst wird dabei mitwirken. Wir machen schon jetzt auf dieses Concert mit seinem interessanten Programm aufmerksam und wünschen ihm um seines Zwecks willen guten Erfolg. Gießen, 6. Juli. In Berichtigung einer gestern gebrachten Notiz theilen wir mit, daß Herr General v. Wulfsen nicht zur Jnspection des hiesigen Regiments,, sondern zu der gestern und heute hier stattfindenden General-Musterung eingetroffen ist. 50jährige Jubelfeier der technischen Hochschule ;u Darmstadt. (Von unserm Specialberichterstatter.) Darmstadt, 4. Juli Abends. Der Ausflug nach Auerbach, von welchem wir soeben mittelst Extrazuges nach Darmstadt zurückgekehrt sind, hat der Jubelfeier unserer hiesigen Hochschule den richtigen Abschluß gegeben. Heute Vormittag 9* Uhr entführte uns die Bahn nach Auerbach, von wo mir uns ohne Aufenthalt durch das Hochstädter Thal nach der Ruine Auerbach begaben.. Herrliches Wetter machte die an und für sich schon sehr lohnenswerthe Partie durch die herrlichen Laubwälder zu einer höchst genußreichen. Durch den festlich geschmückten Eingang zur Burg hindurch gelangten wir in den Burghof, wo ein sehr opulentes Frühstück servirt war; Alles war aufs beste vorgesehen. Während man sich an Speise und Trank erquickte, spielte eine Musikkapelle. An Se. Königl. Hoheit den Großherzog und an Se. Majestät den Kaiser wurden Telegramme entsendet; ersteres lautete: Des Großherzogs Königl. Hoheit bringt die in Auerbach vereinigte Festversammlung ein tief ehrfurchtsvolles tausendstimmiges Hoch! worauf folgende Antwort einlief: Für das auf mich ausgebrachte Hoch sage ich herzlichen Dank und freue mich, daß auch heute das Fest vom Wetter begünstigt war. Ludwig. Das Telegramm an den Kaiser hatte folgenden Wortlaut: 1000 Festtheilnehmer der 50jährigen Jubelfeier der technischen Hochschule zu Darmstadt entbieten in der von den Franzosen zerstörten Burg Auerbach Ew. Majestät den ehrfurchtoollften Gruß. Gegen 12 Uhr wurde eine von einem früheren Schüler der technischen Hochschule verfaßte Posse „Einst und Jetzt" durch Angehörige der Anstalt aufgeführt. Das launig geschriebene Stück erntete rauschenden Beifall. Der Inhalt desselben ist kurz folgender: Ein früherer Besitzer von Auerbach erscheint und sieht die große Versammlung, von der er nicht begreift, wie sie hier in sein Eigenthum eindringen darf, sieht die total veränderte Umgebung, die ihm ebenso räthselhaft bleibt. Der Maschinenbau, welcher mit seiner Gattin (Jngenieurwissenschaft) und seiner Tochter (Electrotechnik), der alten Tante Chemie, der Baukunst und einem Studio auftritt, klärt den Ritter Ehrenfried von Auerbach und dessen Sohn auf, indem er sich und seine Begleiter als die Vertreter eines neuen Geistes, als die Mächte der Neuzeit einführt. Jedes Einzelne setzt nun seine Thätigkeit auseinander. Der Ritter ist befriedigt, verlobt seinen Sohn mit dem jüngsten Kinde des neuen Geistes, der Electrotechnik und ladet die Gesellschaft zu einer gemüthlichen Kneipe, worauf ein Salamander auf die technische Hochschule gerieben wird. Nachdem wir noch die Ruine und die Aussicht vom Thurme nach der Rhein- ebene und in den Odenwald in Augenschein genommen, geht der Marsch nach dem Fürstenlager und Auerbach. In der Krone daselbst erwartete uns ein sehr seines Diner, bei welchem der Director der Hochschule, Dr. Schmitt, für die vielen Huldigungen, die der von ihm vertretenen Anstalt dargebracht wurden, dankt. Ein Tänzchen schloß sich an und dann zurück nach Darmstadt — um im Saale der vereinigten Gesellschaft weiter zu tanzen. Wenn wir nun auf die ganze Feier einen Blick zurückwerfen, so müssen wir sagen: Das Arrangement war ein äußerst gelungenes, der Festausschuß hat das Menschenmögliche geleistet, der Stadt Darmstadt gebührt ganz besonderer Dank Ein „alter Herr" in den Sechzigern, einer der ältesten Schüler der Anstalt, der wett hergereist war, sagte uns: „Wenn ich noch 50 Jahre lebe, komme ich wieder nach Darmstadt zur Säcularfeier und wenn ich mich überall hintragen lassen muß'" Wir glauben's ihm gerne. Universität- - Chronik. — Die Errichtung eines neuen Lehrstuhls an der Universität Berlin für die Chemie der Nahrungsmittel wird geplant. Man darf jedoch mit Bestimmtheit annehmen, daß es sich nur um eine außerordentliche Professur handelt AIS in Aussicht genommene Lehrkraft wird ein Mitglied des Reichsgesundheitsamtes genannt. — In Breslau wird eine ordentliche Professur für Hvgicine errichtet werden. ' Hannover sind von 43 Theologen, die sich zum ersten Examen ge- nelde hatten, 2 zuruckgeteeten und 9 wurden zuruckgewiesen (2 für Immer wegen bodenloier Unimstenhctt). Jin zweiten Examen sind 2 zuruckgcwiescn worden. b Vermischt« ». ?uli. Eine großartige Schenkung von hcroorragcndcr wissen- schastsicher Bedeutung hat der h.enge Umversttätsi-rofessor Freiherr v. Fritsch uns rem Mmeraloguck-n Museum gemacht. Dieselbe bestehl in einer Sammlung von Ber- fteinerungen im Weilhc von 50,000 JL "6 0011 ^er' . _ - die'-m Jahre sind 800 Jahre verflossen, seitdem Ludwig II. (der Svrinaerl das Benediklmerkloster Remhardsbrunn (R-inherigsbrunn) erbaute Er batte den ersten Mann semer Gattin Adelhaid/den Pfalzgrafen Friedrich III. von Sachs n auf der Jagd ermorden lasten und als Sühne dafür legte er im Jahre 1086 den Grund zum Kloster. Er itarb als Mönch daselbst im Jahre 1123. 9 Uöb ® ® ™ ~ . (Ehrentafel.) Der in Straßburg verstorbene Professor Dr Cunitz bat nach Abzug ewiger unbedeutender Legate sein Vermögen im Betrage von etwa 180 000 sowie feine werthvolle Bibliothek der dortigen Universität vermach? ' 1 n- cv ?rUnj Juwelen König Ludwig II1 Am Freitaa den- Obe^a"atsa"nwalt^und^ den^'O^'e> amt"srichte?^Johie^ d^ ^Jn^entarausna?rn^"^D «« erstaunlich? der Ge W Alb für* M -‘.q. tU Pensto südlich swd Jb t har ^tc b ,u!amn W Biurlett Simon -.LtX ] fit 8'f1 h SAÄ hsfej« sch ausdrulkllch bere - Bologna demnächst sta Slimen unterschriebene- «tttzt werden soll, r9 _ 3n der ko Me noch über 900 2 mit der Herstellung de Mn früher um 3 öti M Gewehre sertrggest Tanzig, mithin in Pre - Liebig'sFlei Wen Eigenschaft und in Wort und Bild zur inue Anhaltspunkte zu ist die Berschiedenach bWnschaiten günstig, wd) bei einer nicht ge jai Verbot des Gen erträglich, wenn man i WchW Vergeb» Anstreiche Die am Ijitfigen N torjunebmenben Anstr in SubinWonswege i Voranschlag und 2 in Verwaltungsgebäut pt Einsicht der Reflec Anten, welche :>McherÄMchi livnnen daselbst bis nii M 8. Zull l. I., abgegeben werden- Gießen, den 30. In i 1830 $er Freitag dei , Nmitta«! * hi btih @ Wer9etlleg; her grai ^Küchengerät Mranf, Süj ^Hvifmann, HM. theilvi wir Regiments, erung kin-' vielx nabe'i unter '"."»er M gt= du'- < l.d,t5 der Lhn- nbI9CVÖ^U ' *"*• dytihtt ' Clne Heine ? b!"- «ott " le'n u>ird. ®nbe dieses ’ ^rogrowin UnJ Bortrog l^en schoL 10 Wunsch^ mds. Ertrazugcs. chschule dm °n wo wir >ch begaben.. Partie durch ten wir nr auf's belle eine Musik- iser wurden, ünigte Fest- Dank und' ng. chen Hoch- irten Burg n Hochschule Das launig 'Z folgender: nlung, von H bie total u, welcher , der alten ?6renfricb die Ber- zelne letzt 5thn mit llschaft zu Hochschule er Rhein- nach dem elchem der : von ihm im Saale Men wir ; hat das ank. , nstalt, der lieber nach iß!" Wir amen ge- icr wegen in für die Bestimmt- Mt. » ieitsamtes e errichtet er wissen- ; unserem von Springer) hatte den ichsen, nul fIl Grund , hat nach 0,000 >> leitag derr ns d H-L-rn „n W-r>d „and-r-" i Anstalten letztwillig große Summen vermacht, darunter 150,000 JL der Stadt Berlin für Witt wen und Waisen der städtischen Elementarschullehrrr, je 15,000 JL an vier Gymnasien zur Unterstützung von Schülern, je 15,000 X dem katholischen St. .Hedwigs- Krankenhause , der Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung, dem Asyl für Obdachlose, der KronprinzrNational-Jnvalidenstittung, 90,000 JL. der dösigen jüdischen Gemeinde für die Altersversorgungsanstalt, 75,000 JL derselben für ihr Seminar, etwa 27,000 JL für mehrere Anstalten zur Unterstützung von Lehrern und Schülern; endlich sind zu Pensionen und Unterstützungen an invalide Arbeiter, Aufseher und Beamte des der Handlung N. Reichenheim u. Sohn gehörigen Wüstegiersdorfer Etablissements die Zinsen eines Kapitals bestimmt, welches alle obigen Vermächtnisse zusammen übersteigt. — Der verstorbene Neichsrathsabgeordnete und Gutsbesitzer- Simon Graf Biurletti in Wien hat in seinem Testamente bestimmt, daß sein ganzes Vermögen, das über 150,000 sl. betragen wird, zur Errichtung einer Erziehungsanstalt für verwahrloste Knaben verwendet werde. — Ein italienischer Tanner ist in dem bekannten italienischen Afrikarcisenden Giovanni Succi in Forli entstanden. Succi ist jener Unglückliche, welchen die italienische Polizei in gesetzwidriger Weise als angeblich irrsinnig in ein Irrenhaus gesperrt hatte. Erst der Intervention der Polizei verdankte er seine Befreiung. Er will in Afrika einen Pflanzen - Extract entdeckt haben, dessen Genuß den menschlichen . Körper fast zur Mumie macht, indem er ihn gegen Hunger und Durst absolut (?) widerstandsfähig erhält!! Um seinen Extract zu proben, hat er sich unter die Ueber- wachung eines ärztlichen Cornitä's gestellt, das ihn Tag und Nacht beobachtet. Seit sechs Tagen, so schreibt die „Riforma", hat er noch keinen Tropfen genossen und noch ist er wohlauf. Sein Puls ist normal, seine Muskelkraft ungeschwächt. Er behauptet ferner, sein Elixir helfe sofort gegen jedes klimatische Fieber, das in Massauah bekanntlich die italienischen Truppen decimirt. Endlich erbietet er sich, mit Hilfe desselben jede Vergiftungsprobe zu bestehen. Zu diesbezüglichen Experimenten erklärte er sich ausdrücklich bereit. Wie verlautet, sollen solche vor der medicinischen Fakultät in Bologna demnächst stattfinden. Die „Riforma" publicirt bereits ein mit achtzehn Namen unterschriebenes Protokoll über den Verlauf der Hungerkur, die 14 Tage fortgesetzt werden soll. — In der Königlichen Gewehrfabrik zu Erfurt sind innerhalb der letzten Tage noch über 900 Arbeiter eingestellt worden, so daß jetzt mehr als 2200 Mann mit der Herstellung der neuen Repetirgewehre beschäftigt sind. Da die Arbeitszeit gegen früher um 3 Stunden vermehrt worden ist, so werden jetzt jeden Tag 400 Stück neue Gewehre fertiggestellt; wie hier, so auch in den Gewehrfabriken von Spandau und Danzig, mithin in Preußen jeden Tag 1200 Stück. — Liebig's Fleischextract hat sich bereits einen so bedeutenden Weltruf gesichert, dessen Eigenschaft und Vorzüge sind in so unendlich vielen Variationen in der Presse m Wort und Bild zur Geltung gebracht, daß man es nicht für möglich halten sollte, neue Anhaltspnnkte zur Beweisführung für dessen Vortrefflichkeit zu finden, und doch ist die Verschiedenartigkeit der Anwendung, neuen Entdeckungen seiner vorzüglichen Eigenschaften günstig. . Das Wort „Diät" spielt im Leben fast aller Kranken, sowie auch bei einer nicht geringen Zahl sonst Gesunber eine gewiß nicht unwesentliche Rolle. Das Verbot des Genusses von fetten Suppen oder Speisen wird dadurch leichter erträglich, wenn man magere Suppen oder Saucen mit Fleischextract versetzt, welches kemeFetttherle enthalt, dagegen den Geschmack wesentlich verbessert und wohlthuend kräftigend auf die Nerven wirkt, indem es in seiner Rückwirkung auf die Functionen aUer Organe des Körpers auch eine erhöhte Thätigkeit der Athmungsorgane bewirkt namentlich eine bestere Warmeentwickelung und dadurch eine kräftigere Arbeit des Magens veranlaßt und die Verdauung im Allgemeinen fördert. Diese seine Heilwirkung verdankt der Extrat einem nickt unbedeutenden Gehalt von phosphorsauren falzen und Eisenoxyd wodurch dem Blute Stoffe zugeführt werden, die zur klüftigen Ernährung eines sonst schwachen Körpers viel beitragen. (Union.) Eingesandt. Gießen, 6. Juli. Gestern Abend 10 Uhr langten die Turner, welche sich vom hiesigen Männer- Turnoerem und von den Turnvereinen Marburgs an dem Alsfelder Feste betheiligt hatten, hier an und wurden von einem großem Theile des Männer Turnvereins empfangen und tu den neuen kleinen Saal des Herrn Lust geleitet, um dort die Feier durch emen gemeinsamen Schoppen zum Abschluß zu bringen. Bei der Güte des Stoffs und der Würze, welche derselbe durch die verschiedenen Reden erhielt, that es jedem leid, als um V2I Uhr die Marburger Turnbrüder sich zur Bahn begeben mußten, roobm ihnen wiederum das Geleit gegeben wurde. Die hiesigen Turner saßen dann noch lange Zeit m gemuthlicher Geselligkeit beieinander, ehe man sich trennte, besonders öa .Sperr Luft tn jeder Beziehung in anerkennenswerther Weise für die Zufriedenheit semer Gaste Sorge getragen hatte. Handel und Verkehr. „ 6. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfund £f0,75w °90' £ö»* 8 Pli. Etlinger 4894 Marktstraße 3±. miethen. 4579 Gust. 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