Wr» 82 Zweites Blatt Mittwoch dm 7. April IS§6 Amts- und Anzeigeblatt für dm Kreis Gießen. 7. Erscheint <&&&•$ trit des Msvisg-. P-rrL- Nerteljährttch 2 Mar? 20 Pf. mir Brirr-erkchk. Durch Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 5« Pf. resgilBfl^KcresuJSKSW^apwa^mk-^^ Politische Ueberstcht. Gießen, 6. Avril. Im Reichstage hat die am Freitag stattgefundene dritte Lesung des Socialistengesetzes wider Erwarten nochmals zu einer großen, die ganze Sitzung ■ausfüöenben, Debatte geführt. Dieselbe konnte selbstverständlich dem schon so oft variirten socialistischen Thema kaum mehr eine neue Seite abgewinnen und die Redner der einzelnen Parteien präcisirten daher nur noch einmal ihre Stellung zu der socialistischen Frage im Allgemeinen und zu dem Socialisten» gesetz im Besonderen. Den Mittelpunkt der Discussion bildete unstreitig die Rede des Abg. Bamberger, bekanntlich eines bet hervorragendsten Mitglieder der deutschsreisinnigen Partei, welcher in der ihm eigenen gewandten, glänzenden und zum Theil auch sarkastischen Ausdruckweise darzuthun suchte, daß das ruhige und objective Urtheil über die ganze gegenwärtige Situation zur Ablehnung des Socialistengesetzes sühren müsse. Begreiflicher Weise sah sich der freisinnige Redner ger.vthigt, auf die Ereignisse in Belgien mit einzugehen, er gelangte aber hierbei zu dem Schlüsse, daß es sich hierbei eigentlich doch nur um eine große Arbeitseinstellung mit allerdings sehr beklagenSwerthen Ausschreitungen gehandelt habe und daß man bei letzteren das heißblütige Temperament der Wallonen berücksichtigen müsse; auch sei in den Berichten über die belgischen Vorgänge ungemein übertrieben worden. Der weitere Theil der sehr langen Baaiberger'schen Ausführungen war hauptsächlich dem versuchten Nachweis gewidmet, daß sich in der bisher unternommenen Weife, die sociale Frage ihrer Lösung durch Krankenkassen, Unfallversicherung u. s. w. entgegenzusühren, der gewünschte Erfolg nicht-erreichen lassen werde; leider vergaß nur der Abgeordnete für Alzey'Bingen mitzutheilen, was denn sonst Positives geschehen solle, um eine dauernde und auf vernünftiger Grundlage beruhende Besserung der Lage der arbeitenden Klaffen herbeizusühren. In Bezug aus das Socialisten- gesetz selbst wiederholte Herr Bamberger nur die unter seinen Parteigenossen allgemein obwaltende Anschauung, daß das Gesetz nicht vermocht habe, die socia- listische Bewegung einzudämmen und daß sich dieselbe trotz aller Eindämmungsversuche doch immer weiter ousdehnen werde. Die übrigen Reden ergaben meistens schon Bekanntes und Daqewesenes; socialdemokratischerseits unternahm es natürlich der Abg. Liebknecht, seine Partei von dem aus ihr ruhenden Odium des Fürstenmordes, der Beseitigung des Eigenthums u. s. w. zu reinigen. Jn- tereffant mar, daß Herr Liebknecht dem Fürsten Bismarck vorhielt, er sei ein Staatsmann noch ganz aus der alten Schule, er habe die sociale Frage in ihrem inneren Kern nicht erfaßt — was sich da wohl der socialistische Führer unter einem Staatsmanne der modernen Schule vorstellen mag? Die Debatte klang schließlich in einer Fluih gereizter persönlicher Bemerkungen aus, woraus die Verlängerung deü Socialistengesetzes auf zwei Jahre in namentlicher Abstimmung mit 169 gegen 137 Stimmen definitiv angenommen wurde. Die Majorität setzte sich aus den beiden conservativen Fraktionen, den Nationallibe- ralen und 23 Centrums-Abgeordneten zusammen; außerdem stimmten noch die zu keiner Partei gehörigen Abgg. Graf Hacke, Bertram und Zorn v. Bulach mit Ja. Bemerkenswerth erscheint, daß sich unter den mit Ja votirenden Centrums-Abgeordneten 15 Adelige befanden. Am Samstag trat das Haus in die dritte Lesung des in zweiter Berathung halb und halb gescheiterten Zuckersteuergesetzes ein. — Die Reichstags-Commission zur Vorberathung des Militär- Penfionsgesetzes hat daffelbe im Wesentlichen nach dem Anträge Moltke genehmigt und wird das Gesetz in diesen Tagen dem Plenum wieder zugehen. Die neuen Spiritussteuer-Entwürfe, über deren Inhalt immer noch nichts Näheres zu erfahren gewesen ist, scheinen dem BundeSrathe bis Ende voriger Woche noch nicht zugegangen zu fein. Dem Vernehmen nach sollten dieselben überhaupt erst in der für Sonntag festgesetzt gewesenen Sitzung des preußischen Staatsministeriums zur Durchberathung gelangen und erwägt man, daß dann noch die königliche Genehmigung zur Einbringung der Entwürfe im Bundesrathe als Anträge Preußens erforderlich ist, so wird man kaum fehl- , gehen, wenn man annimmt, daß die betr. Vorlagen dem Bundesrathe frühestens Mitte dieser Woche zugehen werden; wann sich dann der Reichstag mit ihnen wird beschäftigen können, erscheint hiernach völlig ungewiß. Die im Wahlkreise Esens-Aurich stattgefundene Nachwahl zum Reichstage — in Folge des Ablebens des bisherigen nationalliberalen Vertreters desselben Oeconomieraths Viffering — macht eine engere Wahl zwischen dem riationalliberalen Candidaten Kruse und dem Candidaten der Freisinnigen, Hacke, nöthig. Nach mancherlei Schwankungen scheint endlich im Befinden des Erbgroßherzogs von Baven eine nachhaltige Besserung eingetreten zu sein. Das Allgemeinbefinden ist befriedigend, Fieber ist nicht mehr vorhanden; nur die Pleuraergüsse sind noch unverändert. Sobald es der Zustand des hohen Patienten zuläßt, soll letzterer zur weiteren Genesung nach Königstein i. T. übersiedeln. Die Special-Berathungen des österreichischen Abgeordnetenhauses über das Budget haben bis jetzt noch keine wesentlichen Zwischenfälle zu Tage gefördert, sie wickeln sich vielmehr merkwürdig glatt — wenn man eben die eigenartigen österreichischen parlamentarischen Verhältnisse berücksichtigt — ab und dies kann dem rascheren Zustandekommen des Budgets selbstverständlich nur dienlich sein. In den in voriger Woche zu Wien unter dem Vorsitze des Kaisers wiederum stattgesundenen Conserenzen der österreichischen und ungarischen Minister über die Ausgleichsfrage ist endlich eine Verständigung erzielt worden. Bezüglich des hauptsächlichsten strittigen Punktes, des Petroleumszolles, wurde der ungarische Vermittelungs-Vorschlag angenommen. Die socialistische Sturmsluth, welche über Belgien dahinbrauste, hat sich ganz plötzlich, wie mit einem Schlage, wieder verlaufen. Ein officiöses Brüsseler Telegramm besagt, daß die Ruhe im Lande überall wieder hergestellt ist und daß die Strikenden die Arbeit entweder schon wieder ausgenommen haben oder im Begriffe stehen, dies zu thun. Ueberhaupt verlautet jetzt, daß die Berichte über die belgischen Vorgänge vielfach übertrieben worden seien, namentlich sei es nicht wahr, daß Schlösser und Klöster niedergebrannt worden seien. Nun, desto besser; ohnehin ist noch genug Jammer und Elend durch die revolutionäre Bewegung angerichtet worden und Belgien wird an den Nachwehen wohl noch einige Zeit zu tragen haben; jedenfalls enthält sie für alle Staaten und Regierungen eine ernste Lehre. Im Gegensatz zu Belaien nimmt jetzt die Arbeiterbewegung in Frankreich einen immer drohenderen Charakter an und wird die Lage in den Kohlengruben von Decazeville als sehr ernst geschildert. Der General- Procurator traf noch am Freitag Abend, von Paris kommend, in Decazeville ein, um sich über die dortige Lage zu orientiren. Auch aus Mailand werden Arbeiterunruhen gemeldet. Hier hat aber in der That die Brodfrage den äußern Anlaß zu den Unruhen gegeben, da die Arbeiter die Aushebung der Brodtaxe verlangten. Der Domplatz, aus welchem die Excesse stattsanden, ist militärisch besetzt, sonst erscheint jeooch die Situation nicht besonders gefahrdrohend. In dem in der südamerikanischen Republik Uruguay auö- gebrochenen Bürgerkriege scheint sich das Waffenglück wieder von den Aufständischen abgewendet zu haben. Dieselben wurden am Donnerstag von den Regierungs-Truppen vollständig geschlagen und erlitten große Verluste. Vermischtes. Wien. Unsere Damen wallfahrten seit einigen Tagen zu einem Schneidergeschäft in der Kärnthnerstraße, in welchem der Brautkleiderschatz der künftigen Königin von Württemberg, jetzigen Braut deS Thronfolgers, Prinzessin Charlotte von Schaum: burg-Lipoe, deren Eltern bekanntlich in Oesterreich auf Schloß Nachod (Böhmen) Hausen, in fabelhafter Pracht ausgestellt ist. Schreckliche Fremdworte fliegen unS an den Kopf, welche, wie ich argwöhne, die Damen selber nicht einmal verstehen. Genug, es flieht da einen vollständigen Einzugsanzug in Rosa und Auszugsanzüge in allen Farben, unter denen ein hellblauer mit allerlei Paramentenstickerei, als handle es sich um die Bekleidung eines Heiliflthums, besonders bewundert wird. Bcmcrkenswerth ist jedenfalls, daß zu jedem Gesellschaftsanzuge zwei Leibchen gehören, von denen das eine möglichst zugeknöpft, das andere möglichst offenherzig ist. Ein schwarz-weißes Speisekleid, Besuchskleider, Frühlingsgewänder, Sommerkleider, ein Theatermantel von elfenbeinsarbigem Plüsch mit aus kleinen Straußsedern gefertigter Stickerei und viel anderes dergleichen rufen rundum Stürme des Entzückens in allen Tonarten hervor. Wüßten doch unsere schönen Damen, wie viel interessanter als die Kleider sie selber uns sind, sie würden sich uns weit weniger kostbar machen. — sllnwürdige Behandlung einer deutschen Gesellschaft in Frankreichs Wie dem „Deutschen Tageblatt" aus Lausanne gemeldet wird, unternahm am 8. v. Mth. eine kleine deutsche Gesellschaft, bestehend aus 4 Herren (2 preußischen Officieren n. D. und 2 Studenten der Medicin) und einer Dame, einen Ausflug nach Eoian les Bains in Frankreich. Einer der Herren hatte kurz vor der Rückfahrt das Unglück, in dem bureau de l’octroi eine bereits zerbrochene Fensterscheibe ganz zu zerbrechen; deswegen wurde er von einem der anwesenden Franzosen am Kragen gepackt und beschimpft. Als er diesen abschüttelte, drangen 20—30 der Anwesenden schlagend auf die deutsche Gesellschaft ein. Um sie zurückzuscheuchen, zog Herr K. einen Revolver; das half, und man konnte sich auf das Schiff begeben. Doch wurden von demselben drei der Herren von drei Gensdarnten abgcholt und mit einem Raubmörder zusammen in ein schmutziges Loch eingesperrt. Stach einer Stunde wurde einer der Herren entlassen; die beiden anderen wurden am nächsten Morgen mit dem Raubmörder aneinander gefesselt vor den Procureur de la Republique nach Thonon abgeführt, dort mit Verbrechern der gemeinsten Sorte zusammengesperrt und zu den allerniedrigsten Arbeite« gezwungen. Am 10. März wurden die beiden Herren gefesselt vor das Tribunal gebracht, der eine zu 100, der andere zu 50 Fr. Strafe und Confiscirung der Waffe verurtheilt, wobei man einzig und allein auf die Aussage der drei Hauptangreifer hin verfuhr. Soweit das genannte Blatt. Uns bleibt es nur unbegreiflich, daß trotz der traurigen Erfahrungen, welche deutsche Reisende schon so oft in Frankreich gemacht haben, sich doch noch immer Leute sinden, die sich den „Revanchegelüsten" nicht nur des Pöbels, sondern auch der höher stehenden Kreise aussetzen. — sEin Heirathsschwindler.^ Vor einigen Tagen verhaftete die Polizei in Paris eine» jungen Mann Namens Francois Cowel wegen falschen Spiels in einem Kaffeehause und im Laufe von vierundzwanzig Stunden meldeten sich nicht weniger als siebenundzwanzig Dienstmädchen aller Kategorien, zum Theile aus sehr vornehmen Häusern, die sämmtlich behaupteten, der Verhaftete sei ihr Bräutigam, den sie in kurzer Zeit heirathen sollen und dem sie bereits ihre ganze Habe überantwortet. Jetzt erst erfuhr man, welch' wichtigen Fang man gemacht. Die Summen, die Cowel heraus- geschwindelt, betragen mehr als hunderttausend Francs und es läßt sich kaum be- ftimmen, zu welchen Gewaltthaten der Mann geschritten wäre, hätte ihn nicht der Arm des Gesetzes erreicht. Unbeschreiblich ist der Jammer der Betrogene», unter^ welchen sich Frauenzimmer befinden, die fast sechzig Jahre alt und doch in die Hände des srechen Burschen all'Dasjenige legten, das sie seit fast einem halben Jahrhundert mühsam zusammengespart. Cowel zählt sechsundzwanzig Jahre und ist ein Man» von auffallender Schönheit. — sDie Bräutigams werden immer netter!j In einem Dorfe des Riesem- gebirges ist in den letzten Tage» auf rohe Weise der Trauuugsakt durch den Bräutigam unterbrochen worden. Etwas stark angeheitert war derselbe mit seiner Braut vor den Altar getreten. Mitten in der Ansprache des Predigers sprang plötzlich der Bräutigam, dem die Siede zu lange dauerte, mit den Worten auf: „Nun rst es aber genug. Was bin ich schuldig?" Hierauf zog er einen langen leinenen, wohlgcspickten Geldbeutel aus der Tasche und an den Altar tretend, wiederholte er letztere Frage mit dem Zusatz, daß er nicht gerne etwas schuldig bleibe. Der.Pfarrer kehrte ihm mit einer kurzen Zurechtweisung den Rücken und begab sich in die Sacristei. Die ganze Hochzeitsgesellschaft begab sich hierauf in das Wirtyshaus, um sich dort für den Hochzeitsschmaus zu. entschädige. Der Bräutigam dürfte sich noch vollends betrunken haben, während feine Braut den ganzen Abend bitterlich weinte. Am nächsten Tage, als der Rausch vorüber war, ging der Bräutigam in aller Frühe zum Pastor, Abbitte zu leisten- Es mag ihn wohl gelungen sein, die Verzeihung des geistlichen Herrn zu erlangen, denn em paar Tage darauf wurde die Trauung vollzogen. — Die Gasbeleuchtung macht gewaltige Anstrengungen, ihrem neuen Eoneurrenten, dem elektrischen Lichte, Stand zu halten. Wenn die Erfindung von Dr. Auer in Wien sich bewährt, dann dürsten sie gelungen sein. Dr. Auer bringt, wie „W. Jll. G.-Ztg.' berichtet, in der nicht leuchtenden Flamme eines Bunsen'schen Brenners einen mit einer Metalllösung getränkten und dadurch unverbrennlich gemachten Baumwolldocht zrm Glühen. Die Leuchtkraft dieses glühenden Drahtes, nähert sich einer elektrischen Glrh- lampe und die höchst einfache Vorrichtung kann auf jeder Gasflamme leicht angebracht werden Im chemischen Laboratorium der Wiener Hochschule brennt bereits eine solche Flamme. Die Erfindung scheint auch schon so viel Aufsehen erregt zu haben, daß eine englische Gesellschaft ihre Verwerthung übernahm. Von ebenso großer Bedeutung wie Auers Erfindung kann das Wassergas werden, welches in Essen bereits angcwendkt wird, zunächst zum Heizen. In Amerika wird es aber auch als Leuchtgas durch Hinzuthun von Naphtha verwendet. Der Schwede Fahnejelm hat nun ähnlich luie Amr Metall benutzt, um ein sehr Helles Licht zu erzielen, nämlich einen Kamm aus dünnai Magnesia-Stäbchen, der durch das Wassergas weißglühend gemacht wird. Dieses Licht soll bem elektrischen gleich sein und insofern noch besser, als es den blauen Schimmer des Bogenlichtes nicht hat. In Düsseldorf werden eben Versuche damit angestellt. Das Wassergas wird hergestellt, indem man Dampf über glühende Kohlen leitet unb so in Wasserstoff und Sauerstoff, beides sehr leicht brennbare Körper, zersetzt. Bis jetzt steht der allgemeinen Anwendung noch die Eigenschaft cntacgen, daß das WasserM leicht rufet und sich in der Kälte niederschlägt. Der Preis des Wassergases ist geringer als der des gewöhnlichen Gases (1—4 Pfg. per Ebm.). Die Magnesia Kämme kosten 15 Pfg. und nutzen sich im Verhältniß von 1 Pfg. per Ebm. Gas ab. Zu Heizzwecken ist das Wassergas jetzt schon sehr vortheilhaft zu verwenden. Es sind auch mehrere Gaswerke in Oesterreich beschäftigt, Apparate dafür auszustellen. — Wegen Ermordung des Gatten und Vaters sind vom Berliner Schwurgericht eine Frau Marunge aus Eharlottenburg bei Berlin und ihr Sohn zum Tode ver- urtheilt worden. Die Tbat ist eine so unerhört gräßliche gewesen, daß wir nachstehend die Anklagerede des Staatsanwaltes Dr. Wächter in ihren Hauptpunkten wiedergeben, welche die'Thatumstände kurz skizzirt: Die That, bie^ier zur Beurteilung steht, ist glücklicherweise eine seltene; mir ist wenigstens in meiner mehr als dreißigjährigen Praris ein gleich gräßlicher Fall eines Verbrechens gegen das Leben noch nicht vor- gekommen, obwohl ich selbst etwa 30 Todesurtheile ertrahirt habe. Man muß wirklich in die graue Vorzeit hinabsteigen, um überhaupt noch auf eine ähnliche Verirrung des menschlichen Geistes zu stoßen. Man muß an Hytämnestra denken, die ihrem Buhlen zu Liebe Agamemnon im Bade ermorden ließ, über an jenen Fürsten, der die Söhne seines Bruders, des Königs Eduard, im Schlosse ermordete. Die neuere Eriminal- justiz ist, Gott sei Dank, nicht reich an solchen Fällen. Grausig ist die That nicht nur wegen des Objects, sondern auch wegen des Subjeets. Die eigene Frau, die seit 23 Jahren mit bem Errnorbeten ehelich verbunden war und die ihm 12 Kinder geboren hatte, und die eigenen Kinder haben die Mordthat verübt. Man kann sich auch kaum eine grausigere Ausführung der That denken, denn es spricht doch allen menschlichen Gefühlen Hohn, wie hier der Vater erschlagen ist unb wie man ihm nicht ein Stück geweihter Erde gegönnt, sondern in den Keller ihn vergraben hat iroie einen Hund, in denselben Keller, aus welchem die Angeklagten ihre Lebensmittel holten. Um das Gräßliche dieser That ganz zu begreifen, hat man dabei sein müssen, wie in dem dunklen Keller, in welchem man nur in gebückter Stellung gelangen konnte, die Heber: refte des Vaters gefunden wurden, man hat dabei fein müffen, wie die Frau, an die Leiche geführt, keck erklärte, daß sie nicht wisse, ob dies die Leiche ihres Mannes sei. Nur durch einen Zufall ist es dahin gekommen, daß die Angeklagten verhaftet wurden und nicht viel fehlte, so wären sic wieder entlassen worden, wenn nicht im letzten Augenblick die Umgrabung des Kellers angeordnet worden wäre. In der That stebt das menschliche Gefühl schaudernd vor einer solchen Gewaltthat, bt_e auch grausig ilt wegen der Motive, denen sie entsprang; die eitle Geldgier hat die Hand der Mörder geführt. Der Herr Staatsanwalt führt bann au der Hand der Beweisaufnahme aus, daß die That von der Frau Marunge und ihrem Sohn Albert gemeinschaftlich geplant und gemeinschaftlich ausgesührt ist. Rach seiner Meinung hat Albert Marunge die tödtlichen Streiche geführt. Unter feinem Einfluß scheint die Mutter wesentlich gestanden zu haben, denn er ist es gewesen, welcher derselben gesagt hat: „Auch wenn Du an Die Leiche geführt wirst, mußt Du nur leugnen!" und weiter har er gesagt: „Unb wenn ich auch schließlich um einen Kopf kürzer werden sollte, so schadet das nicht, bann habt Ihr es doch besser!"____________________________________________ Frische Alpenmikeb für Kinder! Aus frischer Alpenmilch und Waizen-Extraet wird bet Harbatzhofen im bayr. Allgäu ein neues, leichtverbauliches Nährmittel, „Loeflunb's Kindermilch", her- gestellt, welches durch einfache Beimischung von warmem Wasser die gesündeste und kräftigste Nahrung giebt, bei der die Kinder von der Geburt an sehr gut gedeihen. Preis per Büchse JC. 1.20 in den Apotheken. Bei directem Versandt an Private 8 Büchsen per Post franco gegen «X 9.28 (2 Probebüchsen franco Jt 2.80). Briefe an Ed. 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Pietsch) in Gießen. erlernte geübt hab: «et, ÄS* wie8«4J Slui's üleue.E [([ batauf R*'e, Mirto« frei* biji'n gkOereKegie" S r e B-sch der L WM* Li, ioflJ er W We°M Ob*r‘ ein W für tat fti det-Md-lichd-r anliotten «ereilt, der ffi, eet Miel »et i düng einer Lchulstrase Riicklcht aus dis Sch rechtsertigten Willkür für die Universität w nifle für die Prima i eines aus Grund dec wenigstens den einjäh behrlich. - Ein kai die Uebungrn der E der Ersatzrejerve erst lichen) Hebung: bei Fußartillerie 1056, de zu einer weiten (i Jägern 276, der Ma yn) M in erster L trlleniMle' geübt t)abei Znsanterie 7182, den zusammen 8500 Mann wovon 6156 bei der den Pionieren, und haben. 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