Erstes Blatt Sonntag -en 7. März Nr. 56 1886 TresS vierteljährlich 2 Mari 20 Pf. mit Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mari M H Erscheint tLgiich mrt Ä««nrhme bed MontagS. Schulftratze 7. Betreffend: Dle Krankenversicherung der Arbeiter, hier: der Kreisstraßenwarte. Gießen, am 3. März 1886. Quittungen hierüber, in Empfang zu nehmen. Dr. Boekmann. fr. n Jlnjeigen. Mensch qK Ha«S> otb. b- Bl. kS* Gefunden: 1 Hemmgeschirr, 1 Knabenhandschuh, 1 Fächer, 1 Palentin. Ferner auf der Eisbahn gesunden: 14 einzelne Handschuhe, 1 Paar Handschuhe, 1 Armband, 3 Schlüssel, 1 silberner Ning, 1 Cigarrenspitze, 1 Loupe, 3 Taschentücher, 1 Stück Kattun, 1 Pulswärmer, 1 einzelner Schlittschuh, 1 grauer Knabenüberzieher, 1 Federhalter. Zugelaufen: 1 kleiner gelblichbrauner Hund (Dogge), 1 kleiner schwarzer Dachshund mit weißer Brust und gelber Pfote. Gießen, am 6. März 1886. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. __________________________Fresenius.___ Das Großherzoglichc Kreisamt Gießen an die Großherzoglicken Bürgermeistereien -er Landgemeinden des Kreises Sie wollen die Gemeinde-Einnehmer anweisen, bezüglich der bis Ende December v. I. aus den Gemeindekassen für die Kreisstraßenwarte vorlagsweise gezahlten Beiträge zu den Kassen der Gemeinde-Krankenversicherung sofort mit der Kreiskaffe abzurechnen und die Vorlagen, gegen Abgabe der England. London, 5. März. Im weiteren Verlaufe der Debatte im Unterhause über den Antrag Holmes erklärte Lord R. Churchill, das Land müsse aus die wirkliche Gefahr aufmerksam werden; es gebe zwei Regierungen in Irland: diejenige der Nationalisten und diejenige der Königin; letztere sei ohnmächtig; die Nationalisten seien jetzt ruhig, würden aber den Kampf wieder beginnen, wenn die RegierungS'Projecte sie nicht befriedigen und dann stehe ein Kampf auf Leben und Tod zur Herstellung der Ordnung bevor. Em Antrag auf Vertagung der Debatte wurde von der Regierung bekämpft und mit 364 gegen 204 Stimmen abgelehnt, woraus der Unterantrag von Holmes abstimmungslos verworfen wurde. Das Unterhaus nahm sodann mit 106 gegen 79 Stimmen in zweiter Lesung die Bill, betreffend die Entschädigung der Opfer der jüngsten Exceffe, an. — Von gut unterrichteter Seite verlautet, daß Gladstone entschloffen sei, seinen Vorschlägen bezüglich Irlands die Bildung einer eigenen irischen Regierung mit einem Parlamente in Dublin zu Grunde zu legen, da er hierin die einzige Lösung der irischen Frage erblicke. Man glaubt, Treoelyan werde seine Ent- laffung nehmen, ebenso soll der Rücktritt Chamberlain's und einiger anderen Mitglieder des Cabinets bevorstehen. — Bei dem gestrigen Jahreseffen der Gesellschaft zur Unterstützung noth- leidender Ausländer hielt Waddington, welcher den Vorsitz fühlte, eine Ansprache, in welcher er sagte, daß er die Gefühle der französischen Republik wie die feini* gen ausdrücke, indem er erkläre, Frankreich wünsche, während es die Macht besitze, seine Interessen und seine Ehre zu vertheidigen, in Frieden und Eintracht mit der ganzen Welt zu leben. Hriechenlanv. Athen, 4. März. (Meldung der „Agence Havas.") Wie es heißt, hätte die griechische Regierung, weil die Türkei ihre Truppen an der Grenze verstärkt, die Einberufung von zwei weiteren Klaffen der Reserve bejchloffen- Amerika. New-Nvrk, 5. März. In Folge allgemeinen Strikes der Angestellten der Pferdebahn wurde der Betrieb der hiesigen Pferdebahnen heute eingestellt. Gestern begleitete eine starke Polizeiabtheilung einen Pferdebahnwagen, um demselben den Durchgang durch die Menge zu verschaffen, die für die Stickenden Partei genommen hatte. Die Menge griff Vie Polizei an, welche mit der Waffe vorgehen mußte. Lokale-. Gießen, 6. März. Am gestrigen Tage versandte die Maschinenfabrik von Heyligenstädt u. Comp. die 20,000ste Maschine, »ährend dieselbe unterm 3. September 1883 die 10,OO0ste abgehen ließ. Diese Zahlen geben gewiß glänzendes Zeugniß für die Leistungsfähigkeit der Fabrik wie auch über die Intelligenz und Rührigkeit ihres Chefs. Arliss- iur .Last bä rt>n* Telegraphische Depeschen. Wolff'- telegr. «orrespondeirz-Brrrea«. Berlin, 5. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Der Reichskanzler leidet leit drel Tagen an einem schmerzhaften MuskelrheumatiSnius in der Brust und in den Schultern. Seiner Absicht, sich dennoch wenigstens heute an der Reichstagsdebatte über das Branntweinmonopol zu betheiligen, ist im Hinblick auf frühere Anfälle von Lungen- und Brustfellentzündung ärztlicherseits so bestimmt entgegengetreten worden, daß dararlf verzichtet werden mußte. Berlin, 5. März. Reichstag. Fortsetzung der Berathung über das Branntweinmonopol. Dr. Buhl befürchtet eine Reihe wirthschastlicher Schäden durch das Monopol und bezweifelt die Richtigkeit der Berechnung über den finanziellen Ertrag. Wenn man auch für eine erhöhte Besteuerung des Branntweins stimmen könnte, so sei doch das Monopol für ihn und seine Freunde unannehmbar. Trotzdem sei er für Commlssionsberathung in der Hoffnung auf Verständigung über andere Regelung der Branntweinbesteuerung.. Der Finanzminister Scholz ist gegen diese Ausführungen und spricht seine Freude über die Möglichkeit einer Verständigung aus- Die Bedenken gegen das Monopol seien keineswegs durchschlagend. Die Steigerung des Consums ist durchaus nicht gleichbedeutend mit der Vermehrung des Alkoholismus, da der Spiritus auch andere Verwendungen habe. Scholz widerlegt die gestrigen Ausführungen Richters. Die Regierung habe keineswegs an eine Überrumpelung deS Reichstages gedacht und ebensowenig sei von einer nationalen Bewegung gegen das Monopol die Rede. Bewillige man das Branntweinmonopol, so habe die Regierung keinen Anlaß, mit dem Tabakmonopol zu kommen und hätten defien Gegner somit Grund, das Branntweinmonopol zu unterstützen- Der Minister hofft trotz der gemachten Ausstellungen eine Verständigung über die Branntwein- :£)trrciiu. tarnen, jant nnb neu, billig verleiben unb zu Serien. ZAwantti'U. 6 Kanin-Besatz, rer per Meter con ) an bei M Kretzschmar, TülntzM 41. Marm sucht M zu miethen- licht- Ttb- b. Bl- Psg. gewaschen, 1408 Jllinger^ m fürehtet -troffen wurde, oder ,wdel, Ladungen, krankhaften Nener tie Broschüre,,Lebet -u.Heilung*.3 A,8J indw--B«’Aillor‘8arrt n Vilshofen, Bayern ngffucht ,, auf M- i M-E" ;u wollen- LchMrE^- v GilhU UN» finden W ‘Wen. ^'che D.r k-, 'hen. • M Qllt^ end. in „LMmen besteuerung. — Kröber lVolkspartei) ist gegen Commissionsberathung und für die einfache Ablehnung. Der bayerische Bundesrathsbevollmächtigte Graf Lerchenfeld bestreitet, daß Bayern ein Reservatrecht aufgegeben habe. Bayern halte eine Steuerreform für nöthig und von allen Steuerobjekten fei das Branntweinmonopol das beste- Bayern müsse sich erst mit dem Landtage über das Monopol einigen; fei aber das Monopol erst cingefübrt, so dürsten in Bayern viele Gegner des Monopols ihre Ansicht ändern — Kardorff hält das Monopol wegen der Notwendigkeit der Erhöhung der Reichseinnahmen für nothwendig. — Schubmacher (.Socialist) (st gegen das Monopol aus ethischen und wirthschaftlichen Gründen und empfiehlt die sofortige Ablehnung. Eine Commissionsberathung sei zwecklos. — Szanieki behält die Stellungnahme feiner Partei vor, bis die Sache in ein weiteres Stadium getreten. — Simonis bezeichnet Namens der Elsässer das Monopol für unannehmbar. — Rickert spricht gegen das Monopol. Hieraus wird die Sitzung auf morgen vertagt. Dresden, 5. März. Die erste Kammer bewilligte die Mittel zum Bau einer neuta Kunstakademie und eines KunstauLstellungsgebäudes in Dresden nach den Be- schlüssen der zweiten Kammer. Karlsruhe, 5. März. Der Crbgroßherzog hatte eine unruhige, durch Athem- beschlberden gestörte Nacht. Heute Morgen ist das Fieber geringer, die Alhmung freier, im klebrigen ist der Zustand unverändert. Bremen, 5. März. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd, „Ems", ist gestern Nachmittag 4 Uhr in Southampton eingetroffen. Paris, 5. März. Gegen Schluß der Börse feuerte ein Unbekannter von der inneren Borsengallerie mehrere Nevolverschüsfe auf die Besucher der Börse im Saale; einer derselben wurde ganz leicht verwundet. Der Thäter verweigert die Angabe seines Namens und erklärte, er fei Anarchist und wolle die Kapitalisten bestrafen, welche das- Volk ausbeuteten. — Nachrichten aus Decazeville zufolge scheint die Lage sich etwas zu bessern. Paris, 5. März. Der Mensch, welcher heute mit einem Revolver in den Börsenraum für Effectenhandel schoß, warf in den inneren Börsenraum auch eine Flasche, welche mit einer ätzenden Flüssigkeit gefüllt gewesen sein soll. Eine Kugel schlug nahe den Rentenmaklerschränken ein, zwei andere trafen das Gesims oberhalb der Pfeiler unter dem Telegraphenbureau. Der Verhaftete nennt sich Petrovich uno ist anscheinend dreißig Jahre alt. In seinen Kleidertaschen wurden zahlreiche Nummern von anarchistischen Journalen gefunden. Dem „Soir" zufolge gab der Attentäter bei der polizeilichen Vernehmung an, er beabsichtige schon lange, die Börse in die Luft zu sprengen und habe deshalb chemische Studien gemacht, Mischungen von explodirenden Stoffen vorgenommen und Bomben angefertigt, Letztere hätten aber nicht explodiren wollen, infolgedessen habe er sich entschlossen, den Revolver zu gebrauchen. Das Wesen des Verhafteten machte den Eindruck eines geistig Gestörten. London, 5. März. Die Königin hatte heute Nachmittag im Buckinghampalast eine längere Conferenz mit Gladstone. Vorher hatte die Königin Rosebery und Granville empfangen. — Der Assisengerichtshof verurtheilte acht wegen Theilnahme an den Ruhestörungen vom 8. Februar Angeklagte und zwar einen zu fünfjähriger, drei zu anderthalbjähriger, die übrigen zu dreimonatlicher bis einjähriger Zwangsarbeit. — Die der socialdemokratischen Föderation affiliirtcn socialdemokratifchen Vereine in Manchester und Salford beriefen für Sonntag eine Versammlung ein, wozu auch arbeitslose wie beschäftigte Arbeiter von Manchester cingeladen sind. Als Zweck der Versammlung wird angegeben, die Regierung zur Beschaffung von Arbeit für diejenigen zu veranlassen, welche gegenwärtig Hunger leiden, sowie zum Beginn der öffentlichen Arbeiten, die den dabei Beschäftigten einen für ihren Lebensunterhalt ausreichenden Lohn sichern. London, 5. März. Unterhaus. Labouchcre begründete seinen Antrag bezüglich der Reform des Oberhauses. Eine aus erblichen Mitgliedern bestehende Legislatur sei unverträglich mit den Prinzipien einer repräsentativen Regierung. Gladstone bekämpfte den Antrag als zu weit gehend, eine Reform des Oberhauses werde allseitig für nothwendig gehalten, die Aushebung des erblichen Princips sei aber nicht zu billigen; bai Haus dürste der künftigen Behandlung dieser wichtigen Frage durch einen derartigen Antrag keine Fesseln anlegen. Darauf lehnte das Unterhaus den Antrag Labouchere mit 202 gegen 166 Stimmen ab. London, 5. März. Das Unterhaus nahm mit 199 gegen 34 Stimmen einen Vertrag mit der Castern und brasilianischen submarinen Telegraphen-Compagnie an wegen Herstellung einer unterseeischen Telegraphenverbindung zwischen St. Vincent, Insel Sanel Jago, Bathurst, an der Westküste Afrikas Sierra Leone, Akkra, Lagos, unb der Nigermündung. Athen, 5. März. Das österreichische Kanonenboot „Kerka" und die englische Nacht „Samte Marie" sind von der Sudabay im Piräus eingetroffen.__________ Wrützch. NHwWH 38. X>“ °?»iL ■Mm fcefftS fx Zubehör, 11 Garttnamhäl, ift ■ vermietden. Wag. Slub?H I“ cennitltoi. täö Zimmer mit ,tT ftliiüt ju otts n 'N der Erp. b- Bl. Gießen, 6. März. In der Stadtverordnetensitzung am 4. März waren anwesend die Herren Bürgermeister Bramm, Beigeordnete Keller und Heß, sowie die Stadtverordneten Baist, Georgi, Grüneberg, Hanstein, Hoch, Hornberger, Kauf, Ad. Noll, Aug. Noll, Petri, Schopbach, Simon, Vogt und Wortman n. Die Prüfung der Rechnung pro 1884/85 ergab nur einige geringfügige Anstände, welche alsbald geregelt werden konnten, worüber sich die Versammlung zustimmend ausspricht; sodann wird der Versammlung zur Kenntniß gebracht, daß der Voranschlag pro 1886/87 aufgestellt wird, weshalb allenfallsige Wünsche wegen Einstellungen in denselben baldigst kund zu geben seien. Die Voranschläge für die Bedürfnisse der höheren Mädchenschule und für die städtischen Volksschulen ergaben nur für erstere, für eine Beigabe zum Programm (von Dr. Ernst Bekker) eine Mehrausgabe von Ji 140; beide Voranschläge, welche in allem Uebrigen, sogar in den einzelnen Positionen, mit dem vorhergehenden Jahre gleichlautend sind, werden genehmigt. Die in den Bezug von Zinsen aus der Krug'scheu und Lony'schen Stiftung kommenden Personen sollen von den Mitgliedern der Stadtverordneten - Versammlung, welche auch der .Armendeputation angehören, aus den Bewerbern bestimmt werden. Die Aufnahme des neuen Anleihens betreffend, wird der Tilgungsplan (2% vom Jahre 1896 an) gut geheißen und bekannt gegeben, daß auf Wunsch der beiden emittirenden Bankhäuser die Farben der Obligationen in den einzelnen Werthstücken dieselben sein sollen, wie bei der Anleihe von 1881.— Die Legung einer Wasserleitung von Seiten der Militairbehörde von Annerod nach der neuen Kaserne und von da nach der alten Kaserne auf dem Brand wird aus Antrag der Baudepntation, falls auch die Oberförsterei nichts dagegen zu erinnern hat, genehmigt. — Für die Aufstellung des Brunnens in der Nordanlage soll in nächster Sitzung zwischen den Offerten der Herren Th. Schmidt und Schreiner Bernhard definitiv entschieden, vorher aber Augenschein eingenommen werden. Eine mit vielen Unterschriften versehene Eingabe, überreicht von Herrn Friedr. Müller IV., betreffend Antrag auf Uebernahme der Straßenreinigung durch die Stadt, wurde, als für die gegenwärtigen Verhältnisse der Stadt noch nicht passend, nach langer Verhandlung mit 10 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Da sich 5 Hausbesitzer in der Bleichstraße weigerten, den üblichen Kostenbeitrag zur Trottoirpflasterung zu leisten, so'muß fragliche Straße vorerst in ihrem jetzigen Zustand bleiben. — Der Protest des Herrn Georg Schultheis gegen die aufgestellte Baufluchtlinie der Marktstraße in spec. gegen das darauf begründete Bauproject des Herrn Carl Aug. Faber wird ait| Antrag der Baudeputation abgewiesen. — Das Ansinnen Großh. Kreisbauamtes, die Baufluchtlinie der Sonnenstraße bis zur Schul- straße fortzusetzen, wird, da hierfür kein Bedürfniß vorliegt, abzulehnen beschlossen. Die festgestellte Baufluchtlinie der großen Mühlgasse wird gutgeheißen. — Das Baugesuch des Redacteurs Herrn Eugen Laris wird auf Antrag der Baudeputation abschlägig beschieden, weil das Gebäude außerhalb des genehmigten Bauplanes errichtet werden soll, dagegen dem Gesuch des Herrn Ernst Möser um Erlaubniß zum Abhub eines städtischen Raines zugestimml. — Die Gesuche wegen Fortsetzung der Pflasterung der Trottoirs auf der Marburgerstraße und Fortsetzung der Gasbeleuchtung nach dem Wiesecker Weg wurden auf Antrag der Baudeputation abgelehnt. — Für Pflasterung des Kanzleiberges und Brandplatzes wird auf Antrag des Stadtbaumeisters Herr Geometer Wtßner beauftragt, erst einen Nivellementsplan anzufertigen; desgleichen zur Regu- lirung des Fluthgrabens in der Flügelsgasse. Der vorgelegte Voranschlag über Arbeiten auf der Hegstrauchwiese in der Höhe von 962 JL wird genehmigt und beschlossen, die alte Sandkaute diesseits des Steinbergerwegs mit Erlen zu bepflanzen. Ein Schreiben der Eisenbahndireetion, Absperrung des Mittelwegs hinter der Hollergasse betreffend, wird zur Feststellung der Eigenthumsfrage Augenscheineinnahme beschlossen. — Zum Schlüsse der heutigen öffentlichen Sitzung wird Herrn Eduard Pöschel die Genehmigung zur Errichtung einer Wirthschaftshalle im Schützenhofe \ nach Antrag der Baudeputation ertheilt. — Daß Schneelawinen im Gebirge gefährlich sind und Menschen verschüttet gehen, wie auch ganze Dörfer dadurch blockirt werden, ist wohl Jedem von uns bekannt. Daß aber unserem wackeren Thürmer auf dem Stadtthurme gestern letzteres vassirte, ist doch auf diesem erhabenen Standpunkte kaum für möglich zu hasten und doch ist es so. Eine kleine Schneclawine löste sich vom Dache des Thurmes und fiel gerade vor die Thür der Wohnung, dieselbe fest zuhallend. Mittelst des, Telephons konnte Herr Bauer sich Huse requiriren, welche ihm denn auch von Seiten des Stadtbauamts gewährt wurde. Theater. V Gießen, 5. März. Vor recht gut besetztem Hause ging heute Abend Gustav v. Moser's neuer Schwank: „Die Leibrente", in Scene. Alles, was man der Novität nachrühmen kann, ist ein fließender Dialog, mit zahlreichen drastischen Witzen versehen, welche allerdings bisweilen an's nicht mehr Schöne grenzen. So z. B. „ich glaube, die Alte hat auch noch Gefühle," war ein Bonmot, das den Berlinern einige Freude machen kann, uns jedoch im Interesse des besseren Publikums als höchst unpassend erscheint. Man sollte solche Sachen einfach streichen. Die Handlung des Stückes ist nicht uninteressant, wenn sie auch Figuren mit sich bringt, die alle schon dagewesen sind. Zwei alte Gauner, die in ihrer Geldgier sich gegenseitig betrügen und endlich geprellt werden, ein junger Bonviant, der aus Liebe zur Tochter eines störrischen Vaters auf einmal mit Gewalt reich werden will, eine jugendlich muntere Liebhaberin und noch so etwas ähnliches von dem „ewig Weiblichen" u. s. w. Dank der guten Aufführung fand das Stück beifällige Aufnahme und wir müssen solche als berechtigt anerkennen, denn nach dem ielig verschwundenen Rheinberger war es einmal wieder ein Labsal, eine anständige Theatervorstellung mit «nzusehen. Frau Hermann-Ihm leistete als Gertrud Vortreffliches, Fräulein Belgrad (Jenny) spielte ebenfalls recht lobenswerth und Herr Director Herrmann gestaltete seinen Zippe so wirkungsvoll, wie ein sicherer Schauspieler es nur vermag. In der Rolle des Hartwig fühlte sich Herr Strobel durchaus heimisch und Herr Hendrich verkörperte den spitzbübischen Schmoll meisterhaft. Herrn Humbert's Otto Körner hätte etwas alles überlegenver, würdiger sein können, wie die Rolle dies auch bedingt. Herr Hagen wäre als Kratzer gut gewesen, wenn er nicht dem „zu viel" gehuldigt hätte. Diese Worte gelten auch für Frau Bens berg und Herrn Fritze; letzterer war besonders beachtenswerth, da er schöne Anlagen besitzt und sicher die Eigenart seiner Rolle richtig erfaßt hatte, aber oft den Liebhaber vergaß und dadurch sich selbst Schaden zufügte. Eine Wiederholung unter Beachtung obengemachter Ausstellungen dürfte sich empfehlen. — a.— Der köstlichste und zugleich gesündeste Erfrischungstrank ist kohlensaures Wasser mit Vs achtem Magenbehagen von August Widtfeldt in Aachen. 1630 Auszug aus den Standesamtsrcgistern des Standesamts Gießen. Aufgebote. März: 4. Johann Heinrich Peter Keller, Eisenbahnschaffner zu Gießen und Näherin Marie Margarethe Anschütz zu Bissenberg. 4. Abraham Austerlitz, Weinhändler zu Gießen und Dorethchen Levi zu Eschwege. Eheschließungen. März: 5. Kaufmann Heinrich Wilhelm Frisch und Johanna Henriette Auguste Katharine Fürst. Geborene. Februar: 25. Dem Zimmermann Johannes Neeb ein Sohn, Friedrich Johann Heinrich. 26. Dem Sergeant Heinrich Kaiser eine Tochter, Pauline Emma Anna Margarethe. 27. Dem Eisenbahn-Stations-Aspiranten Karl Schmidt eine Tochter. 28. Dem Kaufmann Robert Heinrich Stuhl ein Sohn, Robert Johannes. 28. Dem Schreiner Johannes Leih ein Sohn, Karl. März: 1. Dem Apotheker Max Krause eine Tochter. Gestorbene. Februar: 19. Heinrich Belz Wittwe, Susanne geb. Frank, 77 Jahre alt. 26. Luise Elsa Rohrbach, 7 Monate alt, Tochter des Drehers Johannes Rohrbach. 27. Oeconom Wilhelm Lindenstruth, 69 Jahre alt. 28. Dorothea Sophie Huppert, 7 Tage alt, Tochter des Schneidermeisters Wilhelm Moritz Huppert. März: 2. Pauline Arnold, 77 Jahre alt. 5. Konrad Schweitzer, Taglöhner, 32 Jahre alt. Auszug aus Den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Den 28. Februar. Dem Scribent Christian Zulauf eine Tochter, Emilie, geboren den 7. Februar. Denselben. Ein unehelicher Sohn, Karl, geboren den 24. December 1885. T^nselben. Dem Taglöhner Heinrich Jörg eine Tochter, Elisabeth, geboren den 4. Januar. Denselben. Dem Schreiner Ludwig Becker ein Sohn, Emil Karl Jakob Ludwig, geboren den 13. Januar. Denselben. Dem Fuhrmann Philipp Bocher eine Tochter, Katharine, geboren den 22. Januar. Denselben. Dem Schuhmacher Ludwig Schneider ein Sohn, Johann Wilhelm, geboren den 25. Januar. Denselben. Dem Schlosser Wilhelm Klöß eine Tochter, Anna Gertrud, geboren den 22. November 1885. Denselben. Dem Schuhmacher Karl Heß eine Tochter, Wilhelmine Katharine, geboren den 15. December 1885. Den 2. März. Dem Restaurateur Heinrich Schraner eine Tochter, Marie, geboren den 29. September 1885. Den 3. März. Dem Schuhmacher Wilhelm Schmidt ein Sohn, Caspar Heinrich Ernst, geboren den 25. Januar. Den 5. März. Dem Schreiner Georg Lind ein Sohn, Friedlich Karl Heinrich, geboren den 16. November 1885. Beerdigte. Den 20. Februar. Sophie Henriette Valentine Luise Rosalie Kuhn, ledige Tochter des verstorbenen Försters und Kaufmanns Heinrich Christian Kuhn zu Gladenbach, alt 74 Jahre, gestorben den 17. Februar. Den 27. Februar. Daniel Keil, Rentner und Mitglied der Kirchengemeindevertretung, verwittwet, alt 72 Jahre, gestorben den 25. Februar. Den 2. März. Wilhelm Lindenstruth, Oeconom rmd Mitglied der Kirchengemeindevertretung, alt 69 Jahre, gestorben den 27. Februar. Den 4. März. Pauline Arnold, ledige Tochter des verstorbenen Oberpfarrers in Münzenberg, Casimir Arnold, alt 75 Jahre, gestorben den 2. März. Gedenket der hungernden Vöglein im Schnee! Alle Freunde unserer lieblichen Sänger in Wald und Feld werden dringend gebeten, soweit sie es nicht schon gethan haben, an geschützten Lagen wohlverwahrte Futterstellen zu errichten, um die armen Thierchen, namentlich die völlig hülflofen Lerchen, vor einem elenden Hungertod zu bewahren. Der Schneefall der letzten Tage gibt Tausende dem Verderben preis, wenn nicht umfassende Maßregeln getroffen werden. Unsere Bitte ist nicht sowohl an die Bewohner der Stadt Gießen gerichtet — da geschieht es wohl ohnedies — als vielmehr in erster Linie an die Mitglieder der Thierschutzvereine auf dem Lande, an die Herren Geistlichen, Lehrer und Bürgermeister, überhaupt an alle, die den Schutz unserer heimischen Singvögel sich angelegen sein lassen. Einem lieben Nachbar, der auch zur Einsendung dieser Bitte bewogen hat, will ich auch die andere Bitte nicht abschlagen und den Vers noch hierhersetzen, den er von Jedem beherzigt sehen möchte und der gewiß auch der Beherzigung werth bleibt: „Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird (es kann nicht fehlen) kalt und gefühllos mit der Zeit, gewiß auch Menschen quälen. Wer Härt' und Grausamkeit verübt und frech sein Mitgeschöpf betrübt, der kann auch Gott nicht lieben." B. Brodpreise vom 7. März bis 21. März 1886. der Bäcker H 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27 2 „ (4 Pfd.) Weißbrod .... 54 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 24 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 48 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 21 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 42 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei K. Haas, L. Keil, I. Lein . 63 Gießen, den 6. März 1886. der Brodverkäufer 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . ... 27 2 „ (4 „ ) „ .....54 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 24 2 , (4 , ) Schwarzbrod 1. Sorte 48 3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte — 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 21 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 42 3 o (6 , ) Schwarzbrod 2. Sorte SS Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Anzeigen. Hacken-Schuhe Handarbeit, für Knaben und Mädchen, in größter Auswahl, zu den billigsten aber festen Preisen. 1416_________L. Süß, Marktstraße 9. Apotheker Bergmann’« Zahnwolle 1006 »am augenblicklichen Stillen jedes Zahnschmerzes. Erfolg garantirt. Vorräthig h,Mülie 30 H bei Carl Schwaab. 1589 Ein Mädchen, welches die hiesige Aliceschule besuchen will, findet liebevolle Aufnabme und mäßigen Pensionspreis. Wo? sagt die Expedition dieses Blattes.__________________________________ Steffegejuct). Ein Fräulein aus anständiger Familie wünscht Stelle als Ladnerin, ist auch bereit, als Stütze der Hausfrau mitzuwirken. Offerten unter S. J. durch die Exped. d. Bl. erbeten.______________________ 1625 1639 Zwei brave Jungen aus ehrenhafter Familie können unter sehr günstigen Bedingungen die Horn- und Holz- Drechslerei ausführlich erlernen bei Jean Häuser, Wolfstraße 13. HeiratSvorjchläge crljdtcn CllTflll Sie sofort im verschlossenen Couvert (diScret). Porto 20Ps. .General- Anzeiger“, Berlin SW. 61. Für Tarnen frei. 1005________________ 1577 Einen Glasergesellen sucht C. D. Aillmann, Kirchenplatz. 1656 Bei einer ersten, gut eingeführten Lebens- und Unfall - Derstcherungs- Gesellschaft ist die Haupt-Agentur für Gießen zu besetzen. 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Der Plan über die von der Stadtverordneten-Versammlung festgestellte Baufluchtlinie für die große Mühlgasse liegt 14 Tage aus dem Bureau des Stadtbaumeisters zur Einsicht offen, während welcher Zeit Einwendungen bei Vermeidung des Ausschlusses bei der unterzeichneten Behörde anzubringen sind. Gießen, den 5- März 1886./ Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Samstag den 13. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, lassen die Erben des verstorbenen Herrn Wilh. Brauneck ihr in der Lahnstraße Lit B. Nr. 22 hiesiger Stadt gelegenes Wohnhaus mit Ladeneinrichtung. Hofraum und Stallung, in der Gast- wirthschaft „Zum gsldenen Ring" einer öffentlichen sreiwilligen Versteigerung ausjetzen. DaS Haus liegt in der Hauptgeschäfts- lage Wetzlars. Wetzlar, den 3. März 1886. 1629 Anton Fahrer. Aus dem Nachlaß der Fräulein A Geßner werden die Gegenstände, die nicht mehr zur Versteigerung kommen konnten, als: Bettwerk, Gold- und Silbersachen, Möbel rc. noch Montag, Den 8. März. Nachw, 2 Uhr versteigert. 1653 Jeitgeöotenes. 1626 Zwei complette neue Oeeonomiewagen sichen zu billigem Preise zum Verkauf bei Christian Arnold, ____________Wagner in Nöd g e n.__ Nur echt mit dieser Schutzmarke: HusteNicht Ma!z>Extract u. Caramellen*) v. L. H. Pietsch & Co, Breslau. Ihren Malz-Extract (Huste «Nicht- Schutzmarke) habe ich speciell nach seiner Zusammensetzung unb Wirkungsart geprüft u. empfehle selbigen sowohl gegen catarrhalische Affectionen der Athmungsorgaue als auch gegen chronisch entzündliche Zustände der Lungen unb des Kehlkopfes, gegen anhaltenden quälenden Hustenreiz unb beginnenbe Tuberculo>. Dr. med. Michaelis, pract. Arzt. *) Ertract » Flasche 1, 1,75 u. 2,50. Caramellen ä Beutel 30 und 50 H. — Zu haben in Gießen bei 1621 Aerd. Drebes. 1620 100 Stück Wagnerfelgen verkauft billig Wilhelm Schmitt II, Saasen. Wachstuch und Ledertuch in den besten Qualitäten empfiehlt billigst Heinrich Hochstätter, 65 Schloßgasse 19. C Koenitzer’s Verlag Frankf. a/M. schickt Mk. 1. Mk. 1. $$ nicht Ein Handbuch der mehr oder weniger vorherrsch. Mißgriffe u. Kehler i. Umgang «.Sprache Frei n- b. Englischen Don't. ES schickt "sich nicht, die kleine Lüge: „es ist kein Platz mehr", wenn es dennoch d. Fall ist zu gebr. nur um f. b. eig. Bequemlichkeit mehr Naum zu gewinnen- ES schickt sich nicht, geräuschv. i e. Theat. ob. (Sone. z. tret, wenn b- Aufführung schon begonnen hat u- s. w. Vorräthig in 1642 Fehsenfeld's Univ.-Buchh. (M. Baltz). . Heute eingetroffen: Prima Wesersalm im Ausschnitt, „ Kabliau „ srische Zander und Hechle, Spiegelkarpfen, Schell ft'scbe. Feinsten Räucherlachs, „ dicken Räucheraal, „ Gelveaal, russischen Caviar, Appetit- Sild, Kieler Bücklinge, Sardinen in Pikles, Apfelsinen billigst bei 1648 A. Koch Nacht, _______Hamburger Fischhandlg._____ Allendorfer Loose nur allein zu haben bei C. Ruckelshausen, 1528 Schloßgasse 15. Manu Marlin Scheel 5. Marktplatz 5. :acturwaaren,Tuch-& Buckskin-La Kirchenrath Engel s Stiftung. Die Zinsen der Engels Stiftung sollen am 24. d. Mts. an zehn arme und würdige Familien aus Gießen vertheilt werden. Die Familien, die sich um diese Stiftung bewerben wollen, mögen sich bis zum 13. d. Mts. bei einem der drei evangelischen Psarrer anmelden. Gießen, ten 6. März 1886. Der evangelische Kirchenvorstand: 1663 Dr. Naumann, I. Pfarrer. Besuchs- von nzeige Georg Ilenz, Wiesbaden. Derselbe erlaubt sich hierbei gleichzeitig zu bemerken, daß er für die jetzige Tour den sonst nöthigen Zeitaufwand einzuhalten nicht in der Lage sein wird, und bittet deshalb, etwaige Aufträge gütigst in Bereitschaft halten zu wollen. 1628 Ifoy’s berühmte gtoffikrages (auch vorzüglich für Knaben geeignet) das Dutzend von 50 Pfennige an &OL' sind keine Papierkragen , denn sie sind mit wirklichem Webstoffvollständig überzogen, haben also genau das Aussehen von Leinenkragen, sie erfüllen alle Anforderungen an Haltbarkeit, Billigkeit, Eleganz der Form, bequemes Sitzen und Passen. Wenn man bedenkt, dass die lein. Kragen Giessen beim Waschen und Plätten oft veruns bei Mey’s Stoffkragen mit umgelegt. Rand sind das Beste, was geliefert werden kann Die Erfindung ist gesetzlich geschützt. Mey’s Stoffkragen müssen genau der Halsweite, resp. der Weite des Hemdenbündchens entsprechend bestellt werden. — Weniger als I Dtzd. per Fapon wird nicht abgegeb. Für Knaben giebt es nichts Besseres. Jeder Kragen, der nur wenige Pfennige staltet, zu hart gestärkt oder schlecht Ernst Balser, — H. Kühn, Buchbinderei, — gebügelt werden, oder dass sie in der oder dem Versand-Geschäft JVley kostet, kann eine Wäsche eingehen. MIHj Eflllch , P 1 a g W i t Z - 8anze Woche ge- sollte man den , . ' e i tragen werden. Leipzig, welches auf Verlangen Mey’s Knaben- .I"1 den illustrirten r Special-Calalog über Stoffkragen d. Dutz. mit s SloprageH stoffwäsche“ gratis und franco ver- von 45 Pfennige an. schon der geringen sendet. 1617 ”ä"ne.r" Ausgabe wegen Stoffkragend Dutz. machen. ------------- von 50 Pfennige an. Linoleum Teppiche, Läufer, Vorlagen empfiehlt in größter Auswahl zu herabgesetzten " Preise» (16d2) Ernst Blödner. Bahnhofstraße 12. Pepsin-Essenz j (Verdauungg -Flüssigkeit) I dargestellt nach dem Verfahren des Professors i>r* Oscar liebreich I in der Medieinal Drogerie I von Otto Schaaf, Gießen, Seltersweg 39. 1649 ■ Für Arbeiter! 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